Kinderlähmung

19. November 2007

Die Kinderlähmung (Poliomyelitis) war eine Krankheit mit schrecklichen Folgen: die Betroffenen trugen im schlimmsten Fall bleibende Lähmungen davon und konnten sich mit gelähmten Gelenken nur ruckweise bewegen. In meiner Kindheit in den 70er Jahren gab es im nahegelegenen Schuhgeschäft eine Tochter der Ladeninhaber, die mit teilweise gelähmten Beinen im Laden ausgeholfen hat. Mir hat das damals immer in der Seele wehgetan.

Die Kinderlähmung konnte in Deutschland ausgerottet werden und es gibt weltweit nur noch wenige Neuerkrankungen. Aber es gibt natürlich trotzdem noch Personen, die an den Folgen dieser Krankheit leiden.

In der Vor-Adventszeit gehen in Dresden wieder einige Bettler um, die anscheinend aus Osteuropa stammen. Einer davon simuliert die schweren Folgen der Poliomyelitis. Die Darstellung ist nicht perfekt, aber beim flüchtigen Vorbeigehen kann man ihm Glauben schenken. Erst beim genaueren Hinsehen bemerkt man die Unstimmigkeiten. Mein kleiner Sohn war entsetzt und fragte lange bei uns nach.

Bei den bissigen Liberalen geht es im globalen Sinne um das Thema Selbstbestimmung des Kindes. Wie mache ich einem sechsjährigen (recht selbstbestimmten) Kind klar, dass jemand eine schwere Krankheit simuliert, um durch Mitleid Geld zu erbetteln?


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