Eilmeldung: Nach der Aberkennung des Welterbetitels und vor dem Eintreffen der ersten Brückensegmente hat die UNESCO mit der Flutung der Dresdner Innenstadt begonnen.
Eine Sprecherin sagte, man habe sich in Sevilla die Entscheidung für die »Operation Diluvio« nicht leicht gemacht. Es werde nun zunächst vierzig Tage und vierzig Nächte ununterbrochen regnen.
Aus Prag verlautet, der vertragstreue UNESCO-Partner Tschechien werde den Inhalt seiner Wasserspeicher elbabwärts schicken. Damit dürfte sich die Situation bis Freitag noch verschärfen.
Der alte Stadtrat beschloss in seiner hinterletzten Sitzung mit der Mehrheit der Stadträte von CDU und Blockparteien die Bestellung eines Flutmanagers. Der Macher Wolfram K. soll mit einer neuen Lederjacke und einem Anfangsgehalt von 100.000 Euro pro Woche ausgestattet werden. »Wir haben keine Orientierung, aber wir wollen Köhler!« blubberten die Stadträte der FDP, bevor sie in der Elbe versanken.
Auch die anderen Brückenbefürworter haben sich zur neuen Situation geäußert:
Der Freistaat Sachsen hat Fördergelder für den Weiterbau der Brücke zugesagt, falls die Bürger sich mehrheitlich gegen die UNESCO aussprechen. Ein Sprecher betonte, man werde die versunkenen Kosten aus Reserven der Sächsischen Landesbank refinanzieren.
Vertreter der Welterbe-Bewegung haben unterdessen schon seit mehreren Wochen an einem großen Kasten aus Holz gearbeitet. Das Holz trägt das Gütesiegel »Aus nachhaltiger Forstwirtschaft« und der Bau des Kastens erfolgte CO2-neutral. Unbestätigten Berichten zufolge haben die Brückengegner ein Paar von jeder Lebensform des Elbtals in den Kasten aufgenommen. Die Suche nach einer »Kleinen Hufeisennase« verlief leider vergeblich und auch die meisten Kröten waren bereits im Stadtrat verschluckt worden.
Ein Reporter von SPIEGEL-Online hat das vorerst letzte Lebenszeichen eines Dresdners aufgefangen. Der etwa dreißigjährige Mann sagte, er vertraue voll und ganz auf die Rückkehr des amerikanischen Präsidenten Obama. Solange dieser in der Stadt gewesen sei, habe es im Stadtrat keine falschen Entscheidungen und in der Verwaltung keine gravierenden Planungsfehler gegeben …


1. Juli 2009 um 17:03 |
Ganz großartig! :-) Mit einem Schlag neuen Mut angesichts des schlechten Wetters und der schlechten Politik geschöpft.
1. Juli 2009 um 17:19 |
Danke;-)
Ich kam heute nach dem Anschauen von Stephans erstem Video auf die Idee. Die Kultur des politischen Witzes aus DDR-Zeiten muss zu neuem Leben erweckt werden, anders hält man das doch hier nicht mehr aus …
1. Juli 2009 um 21:41
wohl war, wohl war…
1. Juli 2009 um 17:07 |
[...] 1. Juli 2009 von elbnymphe Operación Diluvio – UNESCO flutet Dresden! [...]
1. Juli 2009 um 17:28 |
Tja, da kann ich zwar nicht mitreden, aber mitlachen!
1. Juli 2009 um 18:09 |
:)
1. Juli 2009 um 18:17 |
:-))) applaus …
1. Juli 2009 um 22:12 |
Ein Sabotageakt der Dresdener CDU führte gestern in den Abendstunden dazu, daß die Regenfluten kurzfristig auf Berlin umgeleitet wurden. Die Situation wurde aber entschärft, bevor es meinen Keller treffen konnte.
1. Juli 2009 um 22:15 |
Red Dich nicht raus: Ihr habt es bestimmt auch für irgendwas verdient;-)
1. Juli 2009 um 22:45 |
[...] vom Schillerplatz nach Pieschen konnte ich mich heute abend gegen 21 Uhr persönlich von der Operation »Diluvio« überzeugen. Goldgelbes Gegenlicht schien mit auf meinem Heimweg ins Gesicht und der [...]
1. Juli 2009 um 23:22 |
[...] via Die UNESCO flutet Dresden [...]
2. Juli 2009 um 09:01 |
[...] UNESCO macht ernst … Erste schockierende Bilder nach meinem gestrigen Beitrag zeigen: das Wasser steigt. An einigen Stellen holt sich die Natur schon Raum zurück. Aber sehen [...]
6. Juli 2009 um 20:09 |
Auja! Eine neue Lederjacke für Köhler wäre echt dran! Aber eine, die man leicht hochkrempeln kann. Und irgendwelche Mittel, die die dauerhafte Bürstigkeit der Frisur garantieren…
k.
6. Juli 2009 um 20:15 |
An diesem Mann trotz des Gerichtsurteils festzuhalten: das zeigt wirklich die ausgeprägte Beratungsresistenz der Stadtspitze, der CDU und der FDP. Wenn man dem Mann /einen/ ganz normalen standardmäßigen Posten zu den üblichen Konditionen der Öffentlichen Dienstes angeboten hätte, würde ich wirklich /nichts/ sagen.
Aber Machtausübung muss immer kontrollierbar sein und Interessenkonflikte dürfen nicht schon im Amt angelegt sein. Das laste ich den beiden Fraktionen (und den PDS-Renegaten) an! Kann sich ein Stadtrat eigentlich eindrucksvoller selbst entmündigen?
7. Juli 2009 um 09:20 |
Und ich dachte bisher immer die Schildburg liegt in Potsdam. Aber vielleicht sind die Schildbürger auch alle nach Dresden ausgewandert!? :-)
7. Juli 2009 um 09:28 |
Dresden ist zum Glück viel größer als Schilda, da verteilt sich die Peinlichkeit auf mehr Einwohner …