In diesen Tagen wurde in Dresden ein Urteil gesprochen und in Virginia ein Urteil vollstreckt.
Das Urteil in Dresden wird einen Täter für viele Jahre hinter Gitter bringen. Nach 15 Jahren wird er nicht entlassen werden. Doch ich stelle mir die Frage, was mit ihm nach 20 oder 25 Jahren geschehen wird. Vielleicht wird er sein Leben im Gefängnis beenden, vielleicht in der Psychatrie — vielleicht wird er in 27 Jahren begnadigt.
Diese Frage stellt sich beim Mörder aus Virginia nicht mehr. Er wurde mit Giftspritzen hingerichtet. Man sagt, es sei eine verhältnismäßig ruhige Hinrichtung gewesen. Ungewöhnlich ist auch, dass die Hinrichtung »schon« sieben Jahre nach den Taten folgte.
Ich denke, dass unser Weg hier in Deutschland der richtige Weg ist. Die Todesstrafe muss tabu bleiben. Niemand hat das Recht, einen wehrlosen Gefangenen des Staates zu töten. Auch dann nicht, wenn er rechtskräftig verurteilt wurde. Solange es eine Todesstrafe gibt, hat das Recht noch mindestens einen Fehler.
12. November 2009 um 16:53 |
Volle Zustimmung!
Zu den vielen Schrecknissen, die die Todesstrafe mit sich bringt, gehört auch, daß sie Ausführende braucht. Anders gesagt: Wer Todesstrafe will, will Henker.
12. November 2009 um 23:19 |
… und es kann mir keiner erzählen, dass Henker seelisch gesund bleiben können.
13. November 2009 um 16:36
Ich habe vor einigen Jahren einen Artikel über einen Henker in Indien gelesen. Der hält seine Arbeit nur aus, indem er nach jeder Vollstreckung eine Woche lang bis zur Besinnungslosigkeit säuft.
13. November 2009 um 22:52
Wobei ich mir vorstellen könnte, dass jemand als Wärter im Hochsicherheitstrakt mit Lebensläglichen auch nicht gerade einen ruhigen Job hat. Aber der weiß wenigstens: sollte sich nach zehn Jahren die Unschuld herausstellen, hat der Verurteilte noch sein Leben behalten.
Wenn man sich über die Todesstrafe näher informiert, kommt man notwendigerweise auch mit Bildern in Berührung, die Vorbereitungen oder Vollstreckungen zeigen. Das berührt mich ähnlich tief wie diese Geschichte von Kafka über eine Hinrichtung in der »Strafkolonie«.
12. November 2009 um 19:23 |
Dem stimme ich auch zu. Allerdings kann ich auch verstehen, wenn Betroffene nicht so denken (können). Ich weiß nicht, wie ich als Betroffener reagieren würde und will es ehrlichgesagt auch gar nicht wissen. Dennoch ist es von Seiten des Staates der bessere Weg, von einer solchen Strafe die Finger zu lassen. Ein Hauptargument der Beführworter der Todesstrafe ist die Abschreckung – was aber wenn man den Statistiken glauben kann – eher den gegenteiligen Effekt bewirkt.
12. November 2009 um 23:17 |
Die wirkliche Abschreckung wäre eine buchstäblich lebenslange Freiheitsstrafe ohne Amnestie und Begnadigung. Das hätte ich schon in einigen Fällen als angemessen empfunden.
12. November 2009 um 21:38 |
Der Sinn von Gerichten ist ja gerade, im Gegensatz zu den Betroffenen OHNE ZORN UND EIFER zu urteilen – alles andere wäre Lynchjustiz. Rachegelüste bei Geschädigten sind verständlich – aber sie haben in der Justiz nichts zu suchen.
13. November 2009 um 18:17 |
[An dieser Stelle habe ich gewaltverherrlichende Äußerungen gelöscht. In Deutschland gibt es keine Todesstrafe. Der Täter hat die maximal mögliche Freiheitsstrafe erhalten. Das Gewaltmonopol liegt beim Staat. Der Staat hat dafür zu sorgen, dass der Täter seine Strafe erhält und dass die Strafe vollzogen wird. — Stefan]
13. November 2009 um 18:35 |
@Mostafa,wenn du soweit bist,komme ich mit !!
Dann zeigen wir denen schon was man nicht mit uns machen darf,diese Feigen Säue.LAchsatarlek wir träumen alle vor uns hin ,und so ein A…,darf dann wieder auf der Strasse spazieren gehen,wenn es aber ein Türke oder MAroc etwas getohlen hat,jjaa dann kommt es jeden Tag in den Nachrichten bis er Abgeschoben oder in den Knast gekommen ist.
Tzz Deutsche ,dieser Täter dem wird nichts getan .er wird wieder frei kommen ,keine 5 oder 8 oder 10 Jahre,nix null .
Dadurch das Deutshclan sowieso den Russen in den Arsch kriechen.Deswegen werden die Politiker auch nichts mehr dazu sagenwollen.
Unsere Schwester ist inschaalah in Jennat al-Firdous eingetreten und inschaallah wird die Familie dort wieder verient werden,Möge Allah swt. ihnen die Tore öffnen.!!Amin
Und unsere Herzen werden immer wieder bluten ,weil wir an Gerechtigkeit glaubnnen ,die es aber hier in Deutschlan nicht geben wird,niemals mit Muslimen.
Kheir inschaallah
13. November 2009 um 22:42 |
Der Täter hat die maximal mögliche Strafe erhalten und er wird etwa 20 Jahre im Gefängnis sitzen. Die Todesstrafe gibt es in Deutschland nicht und Körperstrafen gibt es auch nicht.
Selbstjustiz könnte sich gegen jeden richten: gegen Moslems, Aussiedler oder andere Menschen. Selbstjustiz würde eine Spirale der Gewalt in Gang setzen. Deshalb haben wir hier einen Rechtsstaat und der ist zu respektieren.
13. November 2009 um 21:04 |
Eigentlich erwäge ich ja allmählich, das Popcorn rauszuholen, aber gut, ich blebe mal ernst.
Das m.E. beste Argument gegen die Todesstrafe ist die Möglichkeit von Fehlurteilen: Nach einer Hinrichtung hilft kein noch so gut vorbereitetes Revisionsverfahren mehr. Und die einer Hinrichtung oft vorangehenden Jahre in Haft stoßen mir auch sehr sauer auf; weil einer doppelten Bestrafung gleichkommend.
Das echte „lebenslang“ gibt es meines Wissens in den meisten der US-Bundesstaaten, die die Todesstrafe vorsehen, bereits als Alternative. („life without parole“)
13. November 2009 um 22:45 |
Ich finde, das sollte es bei uns auch geben. Bei gleichzeitigem Ausschluss der Todesstrafe, solange es diesen Staat gibt. Damit wäre ein Strafmaß für besonders schlimme Verbrechen gefunden, das in seltenen Fällen auch kompromisslos verhängt werden sollte.
13. November 2009 um 21:14 |
Vielleicht noch was zur Abschreckung: ich glaube nicht, dass wie auch immer gestaltete Strafen (inkl. echtes lebenslang) da irgendwie helfen.
Vielleicht gibt es ja einige Mörder/Diebe/Betrüger, die eine eventuelle Strafe berücksichtigen, ich denke aber, die meisten gehen ganz einfach davon aus, sich nicht erwischen zu lassen, und das wohl sogar unabhängig von der tatsächlichen Verbrechensaufklärungs-Rate.
13. November 2009 um 22:46 |
Die Aufklärungsrate bei (erkanntem) Totschlag bzw. Mord dürfte relativ hoch sein. Von den Kleinkriminellen reden wir ja hier nicht.
13. November 2009 um 23:30
In Deutschland liegt sie glaube ich deutlich über 90%, und damit weit über der durchschnittlichen Aufklärungsquote bei Straftaten (etwa 50%, iirc).
Bei der Abschreckungswirkung der Aufklärungsquote sehe ich aber zwei Probleme. Zum einen: Totschlag resp. Tötung im Affekt geschieht per Definition ungeplant, damit fällt implizit auch die Möglichkeit vorheriger Erwägung von Konsequenzen weg.
Der andere Punkt ist das in Klammern stehende Wörtchen „erkannt“, auch wenn das natürlich kein für Mord exklusives Problem ist. Ich halte es für ziemlich wahrscheinlich, dass es eine nicht nur verschwindend geringe Anzahl von unerkannten Fällen gibt, bei Totschlag vielleicht nicht, aber bei Mord schon.
19. November 2009 um 00:17 |
Ich bin gegen die ww.todesstrafe.de
Dann noch eine ältere aber scheinbar kompetente Sache hier:
htp://usaerklaert.wordpress.com/2006/08/20/drei-bemerkungen-zur-todesstrafe-in-den-usa/
Und hier aus erster Hand: htp://blog.foreignpolicy.com/posts/2006/12/01/saudi_state_executioner_loves_his_job
Erinnert mich an die Hinrichtungsszenen im Roman „Der Medicus“. Fand ich ein unterhaltsames Werk.
Den Link zu der Erklärung, warum genau es in Europa zur Abkehr von der Todesstrafe kam, habe ich nicht mehr gefunden, aber es hatte irgendetwas mit der fehlenden Abschreckungswirkung und dem Wandel des Menschenbildes in Richtung vom Untertan zum Bürger seit Napoleon zu tun.
19. November 2009 um 08:07 |
Es ist möglich, dass ein Scharfrichter oder Henker seinen »Job« liebt. Das ist aber eine Perversion. Wenn Gesetze so etwas möglich machen, dann weg mit diesen Gesetzen!
19. November 2009 um 01:55 |
Ich fahre (in Sachsen?) immer öfter hinter Autos mit dem Aufkleber
„Todesstrafe für Kinderschänder“
hinterher. Wer klebt sich sowas ans Auto? Selbst Betroffene (könnt ich irgendwie verstehen)? Fremd Betroffene? Radikale?
Todesstrafe find ich aus vielen Gründen auch nicht tolerabel. Irgendwie tröstet mich (ganz heimlich) die Gewissheit, dass Kinderschänder und Vergewaltiger im Knast der untersten Hierarchiestufe angehören und dort, simpel gesagt, kein leichtes Leben haben.
Ich tröste mich mich mit ungesetzlichen Abläufen und den Gesetzen von Parallelgesellschaften, weil ich mit den Ergebnissen der deutschen Justiz unzufrieden bin.
MAnche Urteile finde ich VIEL zu niedrig, weil ich ob der Gesetzmäßigkeiten deutscher Justiz weiß, dass die Hälfte der Strafe bei guter Führung auf Bewährung erlassen werden kann.
Andere Strafen (bei Sachschäden) empfinde ich im Verhältnis zu anderen Starftaten (Personenschäden) zu hoch.
Manchmal frage ich mich, wofür Justiz so alles zuständig ist und ob nicht das Eine mit dem Anderen zu tun hat. Gerade hat mich der Staatsanwalt in H. am Wickel, weil ich kraft meines Amtes verantwortlich bin für das einmalige Vergessen der Preisauszeichnung der Kollegen im Schaufenster. Dazu im stressigen Weihnachtsgeschäft. 15 von 15.000 Artikeln. Menschen machen Fehler. Ich stehe dazu, auch zu meiner Verantwortung.
Nur: Stimmen die Maßstäbe? Lande ich kraft meiner Verantwortung vielleicht im Knast (unwahrscheinlich, aber möglich)? Treffe ich dann Leute, die für andere Menschen die Todesstrafe verdient haben?
Kopfschüttelnd über die deutsche Justiz und über menschliche Reaktionen…
19. November 2009 um 08:05 |
Hättet Ihr diese Artikel nicht als Dekoration deklarieren können? Ohne die Umstände zu kennen: ein einfacher Hinweis an Euren Laden hätte es doch auch getan. Hat Euch da jemand denunziert? Ich wünsche Euch ein gutes Weihnachtsgeschäft trotz dieser Anzeige.
—
Die Todesstrafe-Aufkleber werden vorwiegend in rechtsextremen Kreisen und in deren Umfeld verteilt. Ich finde diese Forderung widerwärtig. Die dauerhafte Haft oder Unterbringung in der Psychatrie sollte eine maximale Strafe sein.
Selbstjustiz lehne ich auch im Knast ab. Man sollte die offiziellen Bedingungen der Haft ganz gezielt auf das Verbrechen abstimmen.
19. November 2009 um 14:42
@Catapult + Stefanolix: Ich bin SO FROH, daß das mal irgendwo thematisiert wird. Ich habe diesen Aufkleber neulich an einem geparkten Kombi gesehen. Die Fahrerin saß noch drin; auf dem Beifahrersitz ein Kindersitz. Ich war so fassungslos, daß ich für einen Moment wirklich an die Scheibe klopfen wollte, um sie zu fragen, warum sie so eine Aufkleber drauf hat. War aber dann in Eile und konnte so schnell auch meine Gedanken nicht sammeln.
Als selbst Betroffene(r) klebt man sich diesen Aufkleber bestimmt NICHT hin, sondern man verbringt sein Leben damit, Antworten auf das „WARUM?“ zu finden. Gerade Betroffene versuchen, die Täter zu verstehen. Sie wissen, daß Kastrations- und Lynchjustizaufrufe niemandem helfen, weder ihnen, den Opfern, noch den Tätern.
Wer sich so einen Aufkleber draufklebt, hat meiner Meinung nach keine 2 Minuten über das Thema nachgedacht.
Stefanolix, woher weißt Du, daß die besonders in rechtsextremen Kreisen verbreitet sind? Würde mich interessieren.
19. November 2009 um 15:27
In Leipzig haben Rechte mit dieser Parole und diesen Plakaten demonstriert. Dort wurden in den letzten Jahren zwei Kinder ermordet. Die Rechten haben sich zumindest im zweiten Fall den Hinterbliebenen geradezu aufgedrängt. Die Familie des getöteten Mädchens ist (soweit ich weiß) auch wegen dieser Vereinnahmung aus Leipzig an einen unbekannten Ort gezogen.
In den Wahlkämpfen 2009 hat es die NPD (soweit ich mich erinnere) auf »Höchststrafe …« gemindert, aber ihren Anhängern war natürlich klar, was gemeint ist und worauf das Plakat anspielt.
20. November 2009 um 09:37
Hättet Ihr diese Artikel nicht als Dekoration deklarieren können? Ohne die Umstände zu kennen: ein einfacher Hinweis an Euren Laden hätte es doch auch getan. Hat Euch da jemand denunziert? Ich wünsche Euch ein gutes Weihnachtsgeschäft trotz dieser Anzeige.
Ja klar. ein Schaufenster voll Dekorationsartikel.
Weiss doch jeder, der nen Laden hat, daß da die Preise rangehören. Ohne wenn und aber.
Deine Gedankengänge sind mal wieder vom Feinsten und lassen tief blicken.
Ausserdem: was ich selber denk und tu…, nich, Stefan…??????????????????????
Ist nicht das erste Mal, daß keine Preise dran standen. Meine Nichte war vor einiger Zeit mal an irgend so nem Schnulli interessiert. Es war Sonntag und der Preis war nicht zu erkennen, wie auch bei etlichen anderen Dingen nicht.
Lieber Stefan, um das Weihnachtsgeschäft mußt du dir sicher keine Gedanken machen. Läden mit Allerweltsartikeln, die du in jeder Stadt Europas genau so kaufen kannst, laufen ja supi in der Neustadt, genau wie Boutiquen mit geschmacklosen Teilen inkl. schiefen Nähten im Schaufenster.Leute mit Geschmack zieht es eher anderweitig hin.
P.S.Für Preisauszeichnung ist das Ordnungsamt zuständig. Da werden die lieben Ordnungshüter mal einen Gang durch die Neustadt gemacht haben. „Herr Jammer“ ist nicht der Einzige, der da mal ein bissel lässig mit dem Thema umgeht.
20. November 2009 um 09:51
Ganz offensichtlich war es ein sehr geringer Teil der Artikel im Schaufenster. Dann wäre meine Reaktion als Kunde: ich gebe einen netten Hinweis. Dann wäre meine Reaktion als Ordnungsamt-Mitarbeiter: ich spreche eine Verwarnung aus und mache sie aktenkundig, wenn der Ermessensspielraum besteht.
Man kann auch vernünftig miteinander umgehen und muss nicht alles verrechtlichen.
Ich selbst unterliege keiner derartigen Pflicht. Das Sprichwort trifft mich also nicht direkt. Aber bei ähnlichen Lappalien würde ich natürlich auch darauf hoffen, dass ich erst mal darauf angesprochen werde.
Es entsteht erst mal niemandem direkt ein Schaden, wie es beispielsweise bei einer nicht geeichten Waage der Fall wäre. Da würde ich auch sofort beim ersten Mal einschreiten.
Aber nach dem Preis für einen Artikel kann man auch fragen oder man kann als Kunde sagen: deshalb kaufe ich ihn nicht.
—
Alles andere ist Marktwirtschaft. Es besteht rein rechtlich gesehen keine Pflicht, einen Artikel zu kaufen. Streng genommen musst Du nie etwas kaufen ;-)
Dass ich ihm trotzdem gute Geschäfte wünsche liegt daran, dass ich ihn als Kommentator respektiere.
20. November 2009 um 01:53 |
Die Eingabe von
„aufkleber todesstrafe für kinderschänder“
bei google führt zu 1.320 Treffern. Darunter rein kommerzielle Druckanbieter, einem erhellenden Blog-Eintrag beim „Freitag“ und auch bereits auf Seite 1 zu einem Nazi- „Versand der Bewegung“.
Populistische Themen werden von Radikalen schnell vereinnahmt und mundgerecht für ein geneigtes Publikum verarbeitet.
20. November 2009 um 02:01 |
@Elbnymphe
Wir können als NICHT BETROFFENE schwerlich darüber diskutieren, wie BETROFFENE reagieren. Die nicht zu beantwortende Frage „WARUM?“ ist mit Sicherheit bei Betroffenen allgegenwärtig.
Daneben kann ich mir vorstellen, dass Emotionen nach Rache statt Strafe schreien. Und die Justiz ist genau dafür da, Strafe statt Rache herzustellen. So schwer es Betroffenen fällt, dies ggf. zu akzeptieren.
20. November 2009 um 09:54 |
Sehe ich ähnlich. Strafe muss selbstverständlich sein, sieht ja auch nicht unbedingt jeder so, wie neulich der Polanski-Fall zeigte.
Aber Rache oder gar Blutrache getreu dem Motto „Auge um Auge…“, das passt genauso wenig zum rechtsstaatlichen System wie mit Geld oder Bekanntheit erkaufte Straffreiheit.
Dass die Rufe nach der Todesstrafe hauptsächlich in rechtskonservativen und rechtsextremen Kreisen erschallen, liegt einfach an der erzkonservativen bis erzreaktionären Grundhaltung die diesen Gesinnungen der Marke „Back to the roots“ im Hinblick auf teils völlig verquere Vorstellungen von „Ehre, Disziplin, Ordnung und Moral“ zugrunde liegen.
20. November 2009 um 11:25 |
@Catapult22: Zitat: „Wir können als NICHT BETROFFENE schwerlich darüber diskutieren, wie BETROFFENE reagieren.“
Woher weißt Du, welche Deiner Gegenüber, Deiner Gesprächspartner Betroffene sind und welche nicht? Statistiken sprechen von jeder 3. bzw. 4. Frau und jedem 10. Mann. Diese Menschen tragen ja kein Schild um den Hals herum, das sie extra als Opfer ausweist. Sie leben ein ganz normales Leben, und manchmal kommentieren sie auch in Foren. Bitte denk’ mal drüber nach.
Freundliche Grüße.
20. November 2009 um 12:36 |
Ich vermute, dass sich Catapult mit »Betroffenen« auf die Eltern der ermordeten Kinder bezieht.
Lasst uns bitte in der Diskussion immer darauf achten, dass wir nicht anderen ein Empfinden unterstellen, das eigentlich unsere eigene Wertung oder Einschätzung darstellt. Da schließe ich mich selbst als ersten mit ein.
20. November 2009 um 18:22
Touché! Ich sehe nun, daß man bestimmte Äußerungen auch anders interpretieren konnte. Nichtsdestotrotz eine interessante Diskussion, in der jeder einzelne Kommentar interessant war. Danke Euch!
20. November 2009 um 17:06 |
Liebe @Elbnymphe, ich wollte Dir nicht zu nahe treten. Vielleicht kennst Du Betroffene und Ihre Gefühle näher als ich.
Ich kann mir nur vorstellen, dass es bei Betroffenen (Eltern, Angehörige der Kinder) verständlicherweise ein Gefühlschaos gibt. Von tiefer Trauer über die Frage nach dem Warum bis hin zu Rachegedanken und Selbstjustiz. Beispiel für vollzogene Selbstjustiz ist Marianne Bachmeier, die 1981 den Mörder Ihrer Tochter im Gerichtssaal erschoß (siehe Wikipedia).
Ein Rechtsstaat ist genau dafür da, Rache und Selbstjustiz zu verhindern und nach dem Strafgesetzbuch eine „gerechte“ Strafe zu verhängen.
20. November 2009 um 18:43 |
Dein letzter Absatz bringt es auf den Punkt. Strafe ist nie Rache, Recht nicht immer Gerechtigkeit.
20. November 2009 um 22:36 |
Ist damit nicht der Rechtsstaat auch eine Art Schutz für die Opfer, damit sie nicht selbst zur Waffe greifen?
—
OT: Ich habe nie die Leute verstanden, die uns Ossis immer sagen, man habe uns einen Rechtsstaat aufgestülpt. Trotz aller Fehler und Schwächen dieses Rechtsstaats ist er mir immer noch lieber als der Unrechtsstaat DDR.
20. November 2009 um 17:38 |
@Andy_aus_Dresden
Freut mich sehr, dass Ihrer Nichte der Laden in der Neustadt gut gefällt. :-)
Mein Beispiel mit der Preisauszeichnung bezog sich allerdings nicht auf die beiden Dresdner Läden, sondern auf einen Laden in einer anderen Stadt (Halle).
Was mich dabei ärgert, ist nicht der unstrittige Fehler an sich, für den ich (wie bereits gesagt), selbstverständlich die Verantwortung übernehme. Viele Probleme lassen sich mit besserer Kommunikation ganz einfach lösen. Ein kurzer Hinweis vom O.-Amt und der einmalige Fehler währe binnen Minuten behoben gewesen. So beschäftigt sich jetzt ein Gericht mit einer solchen (Entschuldigung) Lappalie.
Und darauf wollte ich hinweisen: Ich denke, unsere Gerichte sind mit unzähligen Kleinkram überlastet. Weil auf der einen Seite in Deutschland jede Kleinigkeit durch Gesetze geregelt sein muss und weil Menschen oft lieber Gerichte und Anwälte bemühen, anstatt im Gespräch eine Lösung zu suchen.
Diese Überlastung führt dazu, dass Prozesse oft erst Jahre nach der Tat geführt werden. Das widerspricht dem Gerechtigkeitsempfinden von Betroffenen und auch der Öffentlichkeit. Manchmal bekommen Verbrecher dann noch einen Strafbonus, weil sie unzumutbar lange auf ihr Urteil warten mussten. Oder werden aus der U-Haft entlassen, weil diese zu lange dauert.
Manchmal fällt es auch schwer, die Wertmaßstäbe nachzuvollziehen. Autofahrer, die bereits mehrfach wegen Verkehrsdelikten auffällig geworden sind und unter Alkoholeinfluß einen Menschen tot fahren, bekommen nur eine Geldstrafe und Sozialstunden aufgebrummt.
Andere unterschlagen oder stehlen Sachwerte und gehen ins Gefängnis.
Bei dem einen Fall ist ein Mensch ums Leben gebracht worden. Unwiederbringlich. Im anderen Fall wird neben der Freiheitsstrafe logischerweise auch Schadenersatz verhängt. Im besten Fall sind die Sachwerte also irgendwann wieder da. Hier wird nach meiner Meinung Menschenleben und -leid oft nicht hoch genug gewichtet.
20. November 2009 um 18:46 |
Wie hoch will, kann man ein Menschenleben denn gewichten? In meinem verständnis geht das nicht.
20. November 2009 um 22:38 |
Man kann weder das Menschenleben noch eine dauerhafte Behinderung in Geld gewichten. Die Strafe für solche Schädigungen soll auch nicht ein Vielfaches höher sein als die Strafe für ein Eigentumsdelikt. Doch beide Arten der Strafe müssten in einer besseren Relation zueinander stehen.
21. November 2009 um 12:23 |
@ catapult
Ja, 12jährige vom Dorf haben noch keinen ausgeprägten Geschmack…
P.S. Meine Kollegin war gestern in der Mittagspause auf der Prager in Eurer Filiale und kam ebenfalls genervt an, weil zufällig die Teile (ich glaub Bücher) im Laden keine Preise hatten. Irgendwie im Eingangsbereich auf einem Tisch.
Dafür unterhielten sich die zahlreich anwesenden VerkäuferInnen angeregt. Tolle Verkaufsphilosopie.
Ihr war es zu blöd, nach jedem Teil den Preis zu erfragen und das Personal zu stören. Sie hatte keine Zeit und ist unverrichteter Dinge wieder gegangen.
21. November 2009 um 13:25 |
@Andy: Deine Probleme möchte ich echt mal haben. Wenn Deine Kollegin oder Du oder Deine erweiterte Verwandschaft ein Problem mit einem Laden habt, dann wendet Euch an das Personal oder direkt an den Geschäftsführer – allerdings im direkten Gespräch und nicht anyonym hier auf einem Forum, das sich mit Wichtigerem und Schönerem beschäftigt. Das ist doch keine Art, weder Catapult (der ja wohl irgendwo auch mal Privatmann sein darf) und vor alle nicht Stefanolix gegenüber, der sich hier mit seinem Blog eine Mordsmühe macht.
22. November 2009 um 01:31 |
Danke, @Elbnymphe.
22. November 2009 um 01:34 |
@andy_aus_dresden
Schade, daß Sie Ihre Nichte so geringschätzen. Auch als älterer Mann sollte man Gefühle und Interessen junger Menschen nicht herabwürdigen („vom Dorf“), sonst verliert man schnell den Kontakt.
Blöd auch, dass ALLE Bücher (wegen der Buchpreisbindung) eine Preisauszeichnung vom Verlag aufgedruckt bekommen. Dumm, dass gerade der Kommentator am angegebenen Tag von 10 bis 15 Uhr vor Ort war. Schade, dass Sie ein solchen blog zu einem gesellschaftlichen Thema für Ihren unverständlichen Frust missbrauchen.
Schön, dass uns auch im letzten Jahr die Leser eines Stadtmagazins wieder zum „Topshop des Jahres“ gewählt haben. Wenn auch knapp vor IKEA und GLOBETROTTER.
Sehr geehrter @Andy_aus_Dresden: Nicht jeder Laden in Dresden ist für Sie gemacht. Sie finden sicher Alternativen.
Und in Dresden gibt es auch ein (von mir als Laden sehr geschätztes) „Trollhaus“. Da gehören Sie blogtechnisch hin. Dont feed the troll.