Technik, die begeistert.

28. Oktober 2010

In meiner knapp bemessenen Mittagspause habe ich gerade bei SPON eine sensationelle Meldung gefunden: Ein Supercomputer in China hat angeblich die tausendfache Rechenleistung des bisher besten Supercomputers der Welt erreicht. Screenshot-Ausschnitt:

tausendfach00

Tausendfache Leistung! Mindestens!


Update — Und so sieht die Einleitung jetzt aus:

So rasant rechnet sonst keiner. Die neue Technologie-Supermacht China nimmt den schnellsten Computer der Welt in Betrieb – “Tianhe-1A” ist deutlich schneller als der bisherige Spitzenreiter aus den USA. Die Technologie-Führerschaft des Westens ist bedroht.


Der gesunde Menschenverstand sagt: Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn man von dieser Entwicklung in Fachzeitschriften noch nie etwas gelesen hätte. Und was lese ich in den Quellen, die für dieses Fachgebiet relevant sind? Die Leistungssteigerung ist im üblichen Rahmen.

SPON! Was ist aus dem ehemaligen Nachrichtenmagazin geworden? Sie erkennen wirklich nicht das Dezimaltrennzeichen, das in einem englischen Artikel verwendet wird? Sie fragen sich nicht, wie eine Vertausendfachung zustande kommen soll? Qualitätsjournalismus, wie er sein sollte ;-)

Quelle 1: engadget.com
Quelle 2: golem.de



Der tägliche Zahlenwahnsinn

21. Oktober 2010

Die Sächsische Zeitung hat sich heute vom BILD-Blog bei einer peinlichen Panne erwischen lassen. Dass fast jeder zweite Haushalt ein Single-Haushalt ist, bedeutet nämlich noch lange nicht, dass jeder zweite Sachse auch ein Single ist:

Sachsen „versingelt“. Hier leben immer mehr Menschen allein. Fast jeder zweite der 4,2 Millionen Einwohner wohnt – statistisch betrachtet – allein in seinen vier Wänden. Damit setzte sich der seit Jahren feststellbare Trend zu Einpersonenhaushalten auch im vergangenen Jahr in Sachsen fort, teilte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes in Kamenz, Irene Schneider-Böttcher, gestern bei der Vorstellung des Statistischen Jahrbuches 2010 in Dresden mit. [schreibt die »Sächsische Zeitung« heute].

Was steht in Wirklichkeit im Statistischen Jahrbuch? Etwa 43 Prozent der insgesamt ca. 2.2 Millionen Privathaushalte im Freistaat waren 2009 Einpersonenhaushalte. Den Rest kann sich jeder selbst ausrechnen (das BILD-Blog hat es vorgerechnet).

Wie das Leben so spielt, habe ich gerade den Klassiker »So lügt man mit Statistik« auf dem Tisch — und dort wird fast das gleiche Beispiel behandelt (am Beispiel einer westdeutschen Großstadt und einer anderen Zeitung). Professor Walter Krämer schreibt:

Kleine Haushalte machen zwar einen großen Prozentsatz der Haushalte, aber einen weit kleineren Prozentsatz der Personen aus.

Das ist aber noch nicht die Pointe. Gestern war Welt-Statistik-Tag und zu diesem Anlass hat die »SZ« einen Artikel mit dem Titel »Das Spiel mit den Daten« veröffentlicht. Im Brustton der Überzeugung wird dort verkündet:

Bei der Suche nach Zusammenhängen gibt es zwangsläufig auch fehlerhafte Annahmen, da individuelle Denkweisen in die Untersuchung einfließen. Statistiken sind deshalb nicht generell unbrauchbar. Doch wenn sie täglich Entscheidungen beeinflussen (…), dann muss man mit Statistiken umgehen können. [»Sächsische Zeitung« vom 20. Oktober, Seite 7]

Tja. Dann beginnt mal bei Euch selbst ;-)


PS: Und was steht in der Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes?

So zeichneten sich 2009 beispielsweise folgende Entwicklungen in Sachsen ab:
– Die Struktur der Privathaushalte weist zu 43 Prozent Ein-Personen-Haushalte auf.
– 46 Prozent der Bevölkerung waren erwerbstätig.



Ein Schild dient der Abwehr

18. Oktober 2010

Ich fand gestern an der (momentan nicht genutzten) zweiten Anlegestelle der Fähre in Pillnitz dieses Schild:

Abwehrend (Klick vergrößert).

Abwehrend (Pillnitz, 17.10.2010).


Wenn Schilder wirklich so etwas wie eine Mimik haben können, dann sagt dieses Schild: »Bleib der Kette fern oder es geschieht etwas Schlimmes!«


Zwanzig Jahre zu spät

14. Oktober 2010

Erich Mielke und seine Tschekisten haben in der DDR auf jeden einzelnen Kopierer aufgepasst. Und wenn ich jetzt »Ormig« sage, dann wissen vielleicht noch einige Leute, was für furchtbar miese Kopien man damals anfertigen konnte: grau in grau, schmierig und nicht lange leserlich …

Trotzdem hat das MfS strengstens darauf geachtet, dass niemand Flugblätter kopieren konnte. Zuwiderhandlungen wurden hart bestraft.

Wenn Erich Mielke und Erich Honecker das noch erlebt hätten: Ein Kopierer von Canon ist in der Lage, bestimmte Schlüsselwörter beim Kopieren zu erkennen, das Kopieren zu unterbinden und den Administrator über den Kopierversuch zu informieren.

Ich hätte mir 1989 nicht träumen lassen, dass in einem demokratischen Rechtsstaat mal solche Geräte erfunden, produziert und eingesetzt werden könnten …



Schwebend oder schwimmend?

12. Oktober 2010
Blatt auf dem Wasser (Klick vergrößert).

Blatt auf dem kleinen Teich im Botanischen Garten (1).

Blatt auf dem Wasser (Klick vergrößert).

Blatt auf dem kleinen Teich im Botanischen Garten (2).



Blütenblätter

11. Oktober 2010
Blüten, Klick vergrößert …

Weiße Blütenblätter (Botanischer Garten, 10.10.2010).

Blüten, Klick vergrößert …

Weiße Blütenblätter (Botanischer Garten, 10.10.2010).


Gut positioniert …

11. Oktober 2010
Schnecke (Klick vergrößert).

Schnecke in gut getarnter Position …


Dresdens schönstes Biotop darf nicht der Operette zum Opfer fallen!

10. Oktober 2010

Den Plänen zum Bau der Operette am Wiener Platz muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Die langjährigen Bemühungen der Dresdner Stadtplaner haben an dieser Stelle endlich Wirkung gezeigt: es grünt und blüht, es flattert und zwitschert. In der Nacht sollen schon Feldhamster und Fledermäuse gesehen worden sein.

Biotop-Bilder (Klick vergrößert) …

Biotop im »Wiener Loch« (1)

Biotop-Bilder (Klick vergrößert) …

Biotop im »Wiener Loch« (2)

Biotop-Bilder (Klick vergrößert) …

Biotop im »Wiener Loch« (3)

Biotop-Bilder (Klick vergrößert) …

Biotop im »Wiener Loch« (4)

Biotop-Bilder (Klick vergrößert) …

Biotop im »Wiener Loch« (5)

Biotop-Bilder (Klick vergrößert) …

Biotop im »Wiener Loch« (6)

Biotop-Bilder (Klick vergrößert) …

Biotop im »Wiener Loch« (7)

Biotop-Bilder (Klick vergrößert) …

Biotop im »Wiener Loch« (8)

Biotop-Bilder (Klick vergrößert) …

Biotop im »Wiener Loch« (9)

Biotop im »Wiener Loch« (10)

Biotop-Bilder (Klick vergrößert) …

Biotop im »Wiener Loch« (11)

Biotop-Bilder (Klick vergrößert) …

Biotop im »Wiener Loch« (12)

Biotop-Bilder (Klick vergrößert) …

Biotop im »Wiener Loch« (13)

Biotop-Bilder (Klick vergrößert) …

Biotop im »Wiener Loch« (14)


Dieses wunderschön gewachsene Biotop muss auf jeden Fall erhalten bleiben! Doch was sagen die Politiker?

Die CDU-Oberbürgermeisterin will das Biotop betonieren und ein Operettentheater bauen. Dresden habe genügend Blumenkübel und Hochbeete, man könne also auf das Biotop am Wiener Platz verzichten, ließ die Stadtverwaltung verlauten. Die CDU-Fraktion im Stadtrat probt noch das gegenseitige Kampfabstimmen.

Die Grünen sind für den Bau des Kulturkraftwerks Mitte — aber nur mit regenerativen Energiequellen. Sie haben bisher noch kein Konzept für den Erhalt des Biotops vorgelegt. Von der grünen Basis hört man allerdings, dass eine Protestbewegung wie in Stuttgart zu erwarten sei, wenn das Biotop angetastet werde.

Die FDP hat sich die Meinung der Oberbürgermeisterin gebildet. Bei Bedarf wird sie sich eine neue Meinung bilden lassen.

Die Linken sind prinzipiell gegen alle bisher eingebrachten Vorschläge. In der DDR-Zeit stand auf dem Wiener Platz ein Denkmal von Wladimir Iljitsch Lenin und solange dieses Denkmal nicht wieder an seinen angestammten Platz zurückgekehrt sei, müsse man über Operetten und Biotope gar nicht erst diskutieren — so lautet zumindest die Meinung der Plattform »Alte Garde«.



Ein richtig guter Lehrer

7. Oktober 2010

wird von den Schülern seiner Berufsschule mit einem Treffen und einer Webseite geehrt. Das ist wohl schon sehr selten in Dresden. Was die Seite für mich so besonders macht: ich hatte bei diesem Lehrer drei Jahre Sport und zwei Jahre Englisch. Er heißt Ulrich »Uli« Friebe und die Webseite heißt Yes, Uli, Yes!. »Uli« und »Du« durften die Schüler der Abiturklassen vom Tag der Abiturfeier an zu ihm sagen.

Der Titel soll wohl an sein Anfeuern im Sportunterricht oder im Training erinnern. Im Training war oft Klartext angesagt. Wenn Herr Friebe der Meinung war, dass der Schüler wie ein Stück Sülze im Barren hing, dann hat er das auch gesagt. Und es hat gewirkt. Denn er war ein Sportlehrer, der selbst sehr sportlich war und kaum eine Übung nicht vorgeführt hat …

Wann ist ein Lehrer ein richtig guter Sportlehrer? Wenn man sich mehr als zwanzig Jahre später beim Freizeitsport und beim Aufbautraining an ihn erinnert. Wenn sich zwei ehemalige Schüler beim Training treffen und spontan sagen: »die Geräte hier wären etwas für Uli Friebe gewesen«. Denn wir haben oft an Geräten der Marke Eigenbau trainiert und der Kraftraum im Dachgeschoss der Schule war ein Projekt, das die Sportlehrer mit Lehrlingen realisiert hatten.

Er war aber auch deshalb ein guter Sportlehrer, weil er sehr individuell bewertet hat. Ich kannte damals das Wort »Zielvereinbarung« nicht, aber bei ihm gab es so etwas: wer sich erfolgreich am Wettbewerb »Stärkster Lehrling« beteiligt hat und einmal in der Woche zum Training kam, der konnte in Sport mit einer sehr guten oder guten Note rechnen. Zur Erklärung: mit Spezialisierung Mittel- und Langstreckenlauf hätte ich z.B. nie eine Chance auf eine Note 2 im Kugelstoßen gehabt. Durch freiwilliges Training und die Teilnahme an Wettkämpfen konnte man solche Defizite ausgleichen. Die sportlichen Leistungen wurden natürlich durch das Training auch besser ;-)



Hauptsache gesund …

3. Oktober 2010
Pilzig … (Klick vergrößert).

Merkwürdige Werbung in einer Apotheke in Dresden (Klick vergrößert).


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 55 Followern an