Winterlaub und Magnolienknospe

29. März 2011

Man kommt kaum mit dem Fotografieren hinterher (das hier sind noch Bilder vom Sonntag):

Inzwischen ist das Laub des Zwergbambus welk …

… und es gibt viele interessante Knospen.


Denn, weil du so auf Recht pochst, sei gewiss: Recht soll dir werden, mehr als du begehrst.

29. März 2011

Vor langer Zeit schloss ein junger Kaufmann unbekümmert einen Pakt mit einem mächtigen Wucherer. Der junge Kaufmann gab dem Wucherer sehr viel Geld und bekam dafür wertvolle Güter. Doch um das Geschäft perfekt zu machen, musste der Kaufmann dem Wucherer noch ein ungewöhnlich hohes Pfand überlassen.

Der Kaufmann wusste zwar: Würde dieses Pfand eingelöst, dann wäre es sein sicheres Ende. Doch er vertraute auf sein Glück, stimmte zu und der Vertrag wurde nach Recht und Gesetz besiegelt.

Die Geschäfte des Kaufmanns liefen nicht so, wie sie sollten. Das Geld verlor seinen Wert, die Güter konnten nur mit Verlust verkauft werden, die Gläubiger wollten ihr Geld. Der Kaufmann musste gegen den Pakt verstoßen.

Nach der vereinbarten Zeit wollte sich der Wucherer sein Pfand holen: Mit dem Messer stand er vor der Tür des Gerichts und verlangte sein Pfund Fleisch aus dem Körper des Kaufmanns. Denn das war vereinbart und auf sein Recht wollte er nicht verzichten.

Doch der Richter entschied, dass es noch ein höheres Recht als diesen Vertrag geben kann: Wenn mit dem Pfand auch der Kaufmann stirbt, dann muss sich der Wucherer mit einer Entschädigung zufriedengeben. Der Kaufmann zahlte nicht mit seinem Leben, der Wucherer bekam seine Entschädigung.


Die Ähnlichkeiten dieser kleinen Geschichte mit einem politischen Vorgang in Dresden und einem Stück von Shakespeare sind rein zufällig. Aber trotzdem — ganz ins Zufällige gesprochen: Mit Geschäftspartnern sollte man immer so umgehen, dass man nachher nicht wie ein Shylock dasteht … Auch, wenn man auf dem Papier ganz und gar Recht zu haben glaubt.


In der Ideologie der RAF

28. März 2011

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über eine Entgleisung des Kabarettisten Urban Priol:

Am Samstag auf dem Münchner Odeonsplatz mokierte sich Urban Priol vor etwa 30.000 Zuhörern über Wolfgang Bosbach, den Vorsitzenden des Innenausschusses im Bundestags, der vor einem “Rückfall in die Terrorspirale der siebziger Jahre” gewarnt habe.

Er höre schon das Stammtischgegrummel, sagte Priol: “Die hätten heute wieder gut zu tun in Deutschland.” Aber wen “von diesen Nasen” solle man denn heute entführen? Einer wie der Brüderle “der textet die doch so zu, dass die den Kofferraum aufsperren und sagen: Bitte geh!”

Die SZ versucht eine Erklärung: Der Kabarettist sei damals erst sechzehn Jahre alt gewesen und vielleicht zu jung, um die Dimension dieser Verbrechen zu erfassen. — Dem will ich entgegensetzen: Ich war damals zehn Jahre alt und habe kein Bild des ermordeten Arbeitgeberpräsidenten gesehen, sondern die Berichte am Radio meiner Oma im Deutschlandfunk verfolgt. Ich muss sagen: ich habe die Dramatik auch ohne Bilder verstanden. Ich könnte heute noch das alte Radio beschreiben, aus dem die Nachrichten von den RAF-Verbrechen kamen.

Herr Priol ist intelligent und clever. Er muss also ganz genau wissen, welche Verbrechen die RAF begangen hat. Er muss ganz genau wissen, dass die Mörder im Namen des Roten Symbols auch völlig unbeteiligte Menschen kaltblütig getötet haben.

Wenn jemand vom politisch rechten Rand vergleichbar zynische Stammtischparolen aufnähme, dann würde man den mit sofortigem Sendeverbot belegen — und nicht zu Unrecht. Man sollte Herrn Priol im Fernsehen keine Bühne mehr geben.

Und wenn er sonst irgendwo live auftritt — er sollte das tun können, denn wir haben ja Meinungsfreiheit und die letzten RAF-Anhänger wollen auch ihren Spaß —, wünsche ich ihm die gebührende Nichtachtung aller Bürger, die sich Ethik und Orientierung bewahrt haben.



Blumenrätsel

28. März 2011

Blumenrätsel aus dem Botanischen Garten (1), Klick vergrößert …

Wer weiß, wie diese Blume heißt? Eine kleine Hilfestellung: Angela Merkel hat sie in dieser Legislaturperiode bisher nicht gewonnen ;-)



Licht aus?

28. März 2011

Am Wochenende wurde wieder einmal in einer symbolischen Aktion die Beleuchtung öffentlicher Gebäude für eine Stunde unterbrochen. Auch an der Dresdner Frauenkirche gingen die Lichter aus. Die Medien machen daraus ein Ereignis und dann interessiert das Thema wieder ein Jahr lang keinen Menschen.

Ich frage mich bei solchen symbolischen Aktionen: Was soll das? Entweder die Beleuchtung ist notwendig — dann ist sie auch in dieser Stunde notwendig. Oder es gibt begründete Zweifel an der Notwendigkeit der Beleuchtung — dann sollte man schleunigst einen Konsens finden, zu welchen Zeiten sie abgeschaltet werden kann.



Zitat der Woche

25. März 2011

Ich habe im letzten halben Jahr mehr über Manipulation durch Medien gelernt als die zwanzig Jahre zuvor.

schreibt Kommentatorin C. in Zettels kleinem Zimmer.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich habe heute zwei dicke Umschläge mit sehr viel Arbeit in der Post gehabt. Das werden anstrengende zwei Quartale. Aber nebenbei werde ich genauer hinsehen und mehr dazu schreiben. Es scheint wieder mal Zeit für Grönemeyers Zeilen zu sein:

 …wir werden dosiert zensiert
menschen achtlos diffamiert
wie eine träge herde kühe
schaun wir kurz auf und grasen dann gemütlich weiter …

Keine träg grasende Kuh zu sein ist doch schon mal ein Anfang.

Jetzt noch schnell den Link auf einen Zettel-Artikel über das Polit-Theater um’s Brüderle setzen. Und jetzt starte ich in ein arbeitsreiches, spannendes Wochenende.



Noch eine Eidechse beim Sonnenbad

25. März 2011

Neugier …

Hier geht’s weiter … Den Rest des Beitrags lesen »


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 59 Followern an