Ganz sicher

31. Mai 2011

oder: nach der Kasse des Vertrauens nun das Tor des Vertrauens ;-)

Sicheres Tor aus Holz … (Klick vergrößert).

Ein sicheres Tor aus Holz … (Klick vergrößert.)


Im Vertrauen

30. Mai 2011

Verkaufen mit Kasse des Vertrauens
(gesehen: gestern zwischen Pillnitz und Graupa).


Blasewitzer Gartentiger

30. Mai 2011

Einmal im Jahr darf man es hoffentlich tun, ohne gleich als Katzenblogger eingeordnet zu werden. Dieses Exemplar posierte gestern in der Abendsonne wie ein Star. Katzen sind rätselhafte Tiere.

Seitlich …


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Holz hinter der Hütte (und andere Bilder im Quadrat)

29. Mai 2011

Gesehen zwischen Pillnitz und Graupa (29.05.2011).


Drei

29. Mai 2011

Iris (Botanischer Garten Dresden).


Balance

29. Mai 2011

Biene am Staubgefäß (Klick vergrößert).


Konfirm-(konform?)-ation

29. Mai 2011

Der Bloggerkollege Peter Macheli sinniert gemeinsam mit der besten Tochter des Universums über die Konfirmation und kommt zu dem Schluss:

Heutzutage isses angeblich eher der monetäre Aspekt, deshalb steckt Firma drin.

Aber in dem Wort »Firma« steckt ursprünglich gar kein monetärer Aspekt. Das sollte der Vater der besten Tochter des Universums eigentlich wissen ;-)

Viel interessanter ist die erste Assoziation der Tochter: Möchten die Konfirmandinnen und Konfirmanden eher Konformität beweisen oder entscheiden sie sich am Beginn ihrer Religionsmündigkeit ganz bewusst?

Ich bin ja für eine Konfirmation am 18. Geburtstag, aber mich fragt wohl keiner.



Was glauben die Sachsen?

27. Mai 2011

Christoph Springer hat in einem Artikel in seinem unkorrekt-Blog auf eine aktuelle Umfrage zu den Überzeugungen der Sachsen hingewiesen. Und damit ich nicht immer nur über den 13./19. Februar blogge, will ich mir am Wochenende die ZEIT kaufen und meine Gedanken dazu aufschreiben.

Solche Themen locken naturgemäß auch die Atheisten an. Eine Frage des Kommentators Olaf Matthies, der uns auch schon im Neustadt-Blog vom überlegenen Hirn der Atheisten überzeugen wollte, fand ich interessant: Zu wem beten die 22% Christen, die nicht an Gott oder eine höhere Gewalt glauben?

Jetzt könnte man es sich einfach machen: Das sind natürlich die Karteileichen aus dem Kirchenbuch. Aber im Grunde wirft es eine viel interessantere Frage auf: Kann man den Glauben der Sachsen wirklich quantifizieren? Kann man den Glauben in Prozentzahlen ausdrücken?

Meinen nicht.



Symposium zum 19. Februar: Konservative alte Herren erzählen Geschichten

27. Mai 2011

Einer der Hauptvorwände gegen das Symposium zum 19. Februar lautete: Da sitzen konservative alte Herren beieinander und erzählen von früher. Wir brauchen aber Lösungen für die Zukunft.

Die Befürchtungen schien sich zu bestätigen, als Hans-Peter Uhl und Jörg Schönbohm auf dem Podium Platz nahmen. Beide hatten in ihrer beruflichen und politischen Laufbahn mit der inneren Sicherheit zu tun. Beide mussten Verantwortung übernehmen, wenn extremistische Demonstrationen angemeldet und durchgeführt wurden. Beide konnten darüber viel erzählen.


Nun stellt sich in der Tat die Frage: Kann man Lösungen für die Zukunft aus Geschichten von gestern ableiten? — Es gibt in der Bildung und in der Psychologie eine Methode, die man als »Storytelling« bezeichnet: Durch das Erzählen von Geschichten soll Wissen vermittelt werden. Man verwendet diese Methode, um Lebenserfahrungen und Werte weiterzugeben. Man kann damit Denkprozesse einleiten und zum Handeln motivieren.

Vielleicht wurden Hans-Peter Uhl und Jörg Schönbohm zum Geschichtenerzählen eingeladen. Ich habe jedenfalls aus ihren Geschichten einiges gelernt. Ich habe mich dabei nicht auf die Personen und ihre politische Vita konzentriert. Mir geht es hier ausschließlich um ihre Äußerungen in Dresden.


Hans-Peter Uhl war Leiter des Kreisverwaltungsreferats der Stadt München. Er konnte berichten, dass eine Verwaltungsbehörde für Entscheidungen auf der Basis des Grundgesetzes und im Sinne der Meinungsfreiheit immer angegriffen wird. Bildhaft gesprochen: Er wurde aus der eigenen Partei (CSU) als radikaler Linker und von den Nazigegnern als radikaler Rechter diffamiert, weil in seiner Verantwortung umstrittene Kundgebungen und Demonstrationen stattfanden. Dieses Muster finden wir heute wieder, wenn das Bündnis »Dresden nazifrei« proklamiert:

[Wir haben den Erfolg] in diesem Jahr gegen Stadtverwaltung, Gerichte und Polizei erkämpft: Trotz deren erkennbaren Interesses, den Nazis ihren Aufmarsch mit allen Mitteln zu ermöglichen, konnte dieses Ziel nicht erreicht werden.

Das ist die diplomatische Variante. Die ungeschminkte Variante möchte ich hier nicht wiedergeben.


Jörg Schönbohm war Innenminister in Brandenburg. Brandenburg hatte damals ähnliche Probleme wie Sachsen: eine rechtsradikale Partei saß im Landtag und die Rechtsradikalen wollten bestimmte Orte für Demonstrationen missbrauchen. Einer dieser Orte ist der Soldatenfriedhof in Halbe.

Jörg Schönbohms Geschichte zum Umgang mit diesem Naziaufmarsch: Demokratische Kräfte haben sich geeinigt, auf ihre Parteisymbole zu verzichten und gemeinsam für die Werte unserer Verfassung einzustehen. Linke, Sozialdemokraten und Konservative standen gemeinsam für die Demokratie. Die Nazis ließ man laufen — aber ins Leere. Man machte ihnen auf friedliche Weise klar, dass ihre Parolen niemand beachten will.


Vor dem Forum forderten Vertreter des Bündnisses »Dresden nazifrei«: Wir wollen auch auf dem Podium sitzen. Nach Recherchen des Blogs Sehnsuchtsort waren sie auch eingeladen, haben aber die Einladung zurückgewiesen:

Das Bündnis Dresden nazifrei war natürlich zur Diskussion geladen, wie gestern aus zuverlässiger Quelle zu erfahren war. Warum es an dem Podium nicht offiziell teilgenommen hat, kann das Bündnis nur selbst erklären.

Man kann aber vermuten, warum sie den Dialog verweigert haben. Vielleicht wollten sie die Geschichten der beiden alten Männer nicht hören, in denen es um den Respekt gegenüber der Verfassung und um eine friedliche Lösung ohne Konfrontation ging.


In der nächsten Folge werde ich mich mit den unabhängigen Teilnehmern auf dem Podium befassen: Robert Koall und Frank Richter.

Kokardenblume

Schwarz-Rot-Gold:
Die Farben der Kokardenblume und unserer Verfassung …



Anregungen für den Smalltalk beim Kirchentag

26. Mai 2011

kann man sich momentan im Botanischen Garten holen. Dort gibt es kleine Schautafeln zu Pflanzen, die in der Bibel vorkommen oder mit der Religion zu tun haben.

Ich will jetzt nicht alles verraten, aber man findet diese Erklärungen z.B. bei einer Madonnen-Lilie, beim Christusdorn und bei der Myrte.

Madonnen-Lilie

Auch das Hohelied Salomos hat Bezüge zu Pflanzen. Aber nach einem Aphrodisiakum und nach dem Granatapfelbaum könnt Ihr ja selbst mal suchen. Der Eintritt ist kostenlos, um eine Spende wird gebeten ;-)



Auge in Auge

26. Mai 2011

Fotoserie mit wilder Fliege …
Klick auf die Bilder vergrößert.

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Towel Day

25. Mai 2011
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Towel Day (25. Mai 2001).


Wer hat den Größten? Wer hat mehr zu bieten?

25. Mai 2011

Am 19. Februar sollte in Dresden der »Größte Naziaufmarsch Europas« stattfinden. Überall gab es plötzlich Plakate, Flyer und Webseiten, auf denen diese Behauptung verbreitet wurde. Die Presse hat es nachgedruckt.

Aber gibt es überhaupt eine zuverlässige und nachprüfbare Aufstellung der Größe von Naziaufmärschen? Wer definiert eigentlich den Begriff »Naziaufmarsch« und wer legt den Bezugszeitraum fest? Wer grenzt Nazis von Rechtspopulisten ab?

Über die Anzahl der rechtsradikalen Demonstranten liegen naturgemäß nur Schätzungen vor. Es sollen im Februar 2011 etwa 2.000 Personen gewesen sein. Das ist kein Grund zur Beruhigung. Das sind 2.000 Personen mit menschenfeindlicher Ideologie und einem gewalttätigen Kern. Aber sie sind zum großen Teil aus anderen Städten angereist. Sie haben hier keine Basis.

Eine aktuelle Studie zu rechtsextremen Strukturen in Dresden zeigt, dass die rechtsradikale NPD kaum als wirksame politische Kraft wahrgenommen wird. Die Zustimmungswerte zur Aussage

Die NPD hilft, Probleme vor Ort zu lösen.

liegen in den einzelnen Ortsteilen zwischen 1.3 und 8.1%. Damit wird deutlich, dass weit mehr als 90% der Bürger von den NPD-Vertretern keine politischen Lösungen erwarten und dass die Zustimmung zur Politik der Rechtsradikalen sehr gering ist.

Bei der Kommunalwahl 2009 hatte die NPD umgerechnet etwa 7.200 Wähler (jeder Wähler hatte drei Stimmen, die NPD erhielt 21.622 Stimmen). Diese Umrechnung zeigt allerdings nur eine Größenordnung, es ist möglich, das einzelne Wähler der NPD ihre Drittstimme gegeben haben. Entscheidend ist aber: Die NPD erhielt einen lächerlichen Stimmenanteil von gerade 3.66%.

Der »Größte Naziaufmarsch Europas« hatte also in den vergangenen Jahren keine negativen Auswirkungen auf die politische Einstellung der Dresdner. Auch der aufwendige Wahlkampf der NPD hat 2009 in Dresden kaum Erfolg gehabt.

Im Gegenteil: Die Zustimmung zur NPD ist seit der vorhergehenden Wahl kontinuierlich gesunken. Die Studie zum Rechtsextremismus in Dresden zeigt, dass die NPD als politische Kraft nahezu bedeutungslos ist.

Müssen wir also wirklich den Naziaufmarsch überhöhen? Müssen wir die verfassungsmäßigen Grundrechte der Rechtsradikalen einschränken? Haben wir nicht viel wichtigere Dinge zu tun?

Die Studie zum Rechtsextremismus in Dresden zeigt an vielen Stellen, dass ein demokratisches Gemeinwesen die Bürger noch besser integrieren muss. Deshalb sollten wir an einem Tag im Jahr für die Werte unserer Verfassung, für Demokratie, Menschenrechte und Toleranz einstehen. Der 13. Februar ist ein guter Termin dafür.

Damit kann die Stadt langfristig viel mehr erreichen, als mit einer Blockade des »Größten Naziaufmarschs in Europa«. Die Rechtsradikalen wählen Dresden nur für einen Tag als Bühne und sind dann wieder weg. Aber wir leben das ganze Jahr hier.

Wir müssen vor allem die Jugend von unseren Werten überzeugen, damit sie nicht den Angeboten der Feinde der freiheitlich-demokratischen Grundordnung hinterherläuft. Das können wir aber nicht durch Verbote und Blockaden erreichen. Und wir können es erst recht nicht dadurch erreichen, dass wir die linksextremistischen Verfassungsfeinde in Dresden gewähren lassen. Deshalb muss der Aufruf für den 13. Februar 2012 ein eindeutiges Bekenntnis gegen jede Art von Extremismus und Gewalt enthalten.



Symposium zum 19. Februar: Die Juristen von der SPD

24. Mai 2011

Professor Uwe-Dietmar Berlit und Christian Avenarius haben sich als sozialdemokratische Juristen zu einem rechtsstaatlichen und verfassungskonformen Rahmen der Aktionen gegen Rechtsradikale bekannt. In Hör- und Sichtweite soll gegen Rechtsradikale protestiert und demonstriert werden, allerdings nicht mit Blockaden und selbstverständlich ohne Gewalt.

Christian Avenarius erinnerte an die verletzten Polizisten und stellte Anmerkungen zum Thema »Kriminalisierung« richtig. In der Diskussion äußerte er sich verständlich und geduldig zu den rechtlichen Grundlagen. Viele Leute scheinen sich immer noch Illusionen zu machen oder politisch einfach nicht informiert zu sein.

So kam mehrfach die Frage auf, ob man die rechtsradikalen Demos nicht doch verbieten könnte. So wurde der Vorschlag geäußert, man könne doch einen Bürgerentscheid gegen rechtsradikale Demos durchführen. So wurde spekuliert, ob Blockaden nicht doch legalisiert werden könnten.

Robert Koall sagte dann sinngemäß:

»Ich bin es leid, immer auf die rechtliche Dimension verwiesen zu werden. Ich bin doch nicht blöd.«

Doch die rechtlichen Grundlagen müssen klar sein, um für 2012 ein besseres Konzept entwickeln zu können. Es haben eben nicht alle Bürger eine so gute Auffassungsgabe wie Robert Koall ;-)

Wenn die juristischen Fragen beantwortet sind, muss aber über neue Ziele und Wege gesprochen werden. SPD-Stadtchef Peter Lames und Christian Avenarius beklagten (auch in einer früheren Erklärung) eine Uneinigkeit der Demokraten in Dresden. Die Antwort auf die Frage, wie man diese Uneinigkeit überwinden könnte, bleiben sie allerdings schuldig.


In der nächsten Folge werde ich mich mit einigen Äußerungen der konservativen Politiker auf dem Podium befassen.


Symposium zum 19. Februar: Der Vertreter der Grünen und das Aktionsbündnis

23. Mai 2011

Ich muss diesem Artikel eine kurze Anmerkung voranstellen: Es gibt in Dresden grün-alternative Politiker, denen ich Respekt und Anerkennung zolle. Zwei möchte ich nennen: Klaus Gaber und Karl-Heinz Gerstenberg. Mit Karl-Heinz-Gerstenberg habe ich im Wahlkampf 2009 gesprochen. Er hat hier in unserem Wahlkreis ein passables Ergebnis erzielt.

Bei mir hat der Auftritt des grünen Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn auf dem Symposium einen sehr zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Er war zum einen als Politiker der Grünen und zum anderen als führender Unterzeichner des Aufrufs »Dresden nazifrei« geladen. Zu Beginn der Diskussion legte er Wert auf die Feststellung, dass noch ein Vertreter des Bündnisses »Dresden nazifrei« in der Runde sitzen sollte.

Stephan Kühn hat sich mit sehr allgemein gehaltenen Worten glatt und routiniert gegen Gewalt ausgesprochen, aber er ist dabei nicht wirklich konkret geworden. Er hat sich nicht dazu geäußert, wie das Bündnis »Dresden nazifrei« den Aufruf für das Jahr 2012 so gestalten kann, dass gewalttätige Linksextremisten gar nicht erst nach Dresden anreisen. Er wäre aber als prominenter Unterzeichner eigentlich dafür prädestiniert.

Nach Recherchen der Journalisten des Dresdner Blogs Sehnsuchtsort scheint es unter den Initiatoren von »Dresden nazifrei« umstritten zu sein, wie man mit dem Thema Gewalt umgehen soll. In einem interessanten Artikel ist dort zu lesen:

Auf die Frage, ob der Aktionskonsens des Bündnisses in Zukunft eine klare Distanzierung gegenüber Gewalt auch aus dem linken Spektrum enthalten werde, findet Kümmig keine klare Antwort. Es werde viel diskutiert hinter den Kulissen, erklärt er, Gewalt spiele innerhalb dieser Diskussionen eine Rolle, jedoch könne man als so großes, durchaus heterogenes Bündnis kaum Einfluss auf alle Parteien ausüben. Kümmig und damit das Bündnis “Dresden-Nazifrei”, das er hier vertrat, scheinen sichtbar bemüht, niemanden aus den Reihen ihrer Unterstützer mit vorschnellen Erklärungen zu verprellen.

Mit der Frage »Wie erreichen wir ein gewaltfreies Vorgehen gegen die Nazi-Demo?« hätte sich gerade Stephan Kühn als führender und prominenter Unterzeichner des Aufrufs auseinandersetzen müssen — sowohl für 2011 als auch für 2012. Leider hat er das am Freitag auf dem Podium nicht getan.

Das Bündnis »Dresden nazifrei« hat in seiner Erklärung vom Mai 2011 zur Eskalation der linksextremistischen Gewalt am 19. Februar nichts weiter zu sagen als

Wir kritisieren jedoch diejenigen, die den Aktionskonsens bei den Massenblockaden gebrochen haben. Angriffe aus dem Schutz der Blockaden (etwa Steinwürfe über Sitzblockierer) oder brennende Barrikaden in deren Windschatten sind unsolidarisch, gefährden andere Menschen und auch die gemeinsam errungenen Erfolge.

Erstens waren die Steinwürfe auf Polizisten gezielt, zweitens haben sie mehrere Menschen schwer verletzt, drittens sind solche Angriffe nicht »unsolidarisch«, sondern ein schweres Verbrechen. Die einzige ethisch vertretbare Reaktion ist also nicht kritisieren, sondern distanzieren (und für 2012: alles gegen eine Wiederholung solcher Ausschreitungen zu tun).

Auch dazu hat sich Stephan Kühn nicht geäußert. Aber wer sollte sich bei dem Symposium sonst zu diesem Thema äußern, wenn nicht ein Unterstützer des Aufrufs?

Um den Kreis zu schließen: Ich weiß, dass Politiker wie Karl-Heinz Gerstenberg für die Verwurzelung der Grünen in der Bürgerrechtsbewegung und für eine friedliche Form der Auseinandersetzung stehen. Solche authentischen Politiker sind für mich bei jeder demokratischen Wahl wählbar.

Nach diesem Auftritt habe ich allerdings starke Zweifel, ob ich mich in der Wahlkabine für Stephan Kühn entscheiden würde. Meinen Respekt könnte er gewinnen, wenn er an der Deeskalation im Jahr 2012 aktiv mitwirken würde, indem er in seinem eigenen politischen Spektrum eindeutig gegen Gewalt eintritt.


Noch zwei Hinweise: Auf dem Blog »Sehnsuchtsort« gibt es einen sehr interessanten und ausführlichen Bericht von Tobias Strahl über die Veranstaltung. Ich werde mich in einem weiteren Artikel mit den Vertretern der SPD befassen.


Klatschnass

22. Mai 2011
Mohnblüte (Klick vergrößert) …

Mohnblüte (gestern abend im Botanischen Garten).


Unsere Stadt muss schöner werden!

22. Mai 2011

Viele Bürger fragen sich, wie man Dresdens bedeutendstes Biotop noch etwas schöner machen kann. Das »Wiener Loch« ist ja bis heute nicht unumstritten. Vielen Besuchern erscheint vor allem der Kontrast zwischen Beton und Bepflanzung zu hart.

Das Biotop ist mit Betonkanten und Bauzäunen umgrenzt.

Kreative Köpfe hatten eine Idee:   Den Rest des Beitrags lesen »


Was nach der Kneipenampel kommt …

21. Mai 2011

Die Verbraucherschutzpolitiker streben bekanntlich eine Kennzeichnung aller Kneipen und Restaurants mit einem Ampelsymbol an. Die passenden Worte zu diesem bürokratischen Akt fand R.A. in Zettels Raum.

Am Wochenende wurde bekannt, dass man als nächstes alle Einzelhandelsgeschäfte dazu anhalten wird, ihre Öffnungszeiten in stark vereinfachter Form an der Eingangstür anzubringen. Verbraucherschützer hatten moniert, dass die bisherige Information über die Öffnungszeiten für viele Kunden unverständlich sei.

Ein Laden auf der Prager Straße in Dresden hat diese Regelung bereits umgesetzt:

wirklich_offen

Die neue Information über die Öffnungszeiten: prägnant und verständlich.




Zum Symposium zum 19. Februar (Teil 1)

21. Mai 2011

Zuerst einige Worte in eigener Sache. Ich hatte gestern ein Hauptziel: Ich wollte den Inhalt dieser Veranstaltung in Stichpunkten niederschreiben.

Ich hatte ein Nebenziel: Ich wollte an einigen Stellen meinen Eindruck notieren. Das Hauptziel habe ich erreicht, aber meine Aufzeichnungen sind natürlich nicht vollständig.

Das Nebenziel musste ich sehr schnell aufgeben. Nur an wenigen Stellen kann man meinen Eindruck herauslesen. In den Kommentaren zu meinem Stream-Blog schreibt Antifa: »die Wertungen habe ich mal überlesen«. Warum gab es an ganz wenigen Stellen überhaupt Wertungen?

Der Artikel hat (mit Formatierungen) über 3.400 Wörter. Davon sind kaum hundert Wörter wertend. Ich will auf den Grund eingehen:

Auf dem Podium saßen Personen, die mit Sicherheit einen sehr vollen Terminkalender haben. Im Saal saßen viele Gäste, die sich zum Teil intensiv um Karten bemüht haben. Ich hatte mir den Freitagnachmittag freigehalten. Da setze ich voraus, dass unsere knappe Zeit möglichst nicht verschwendet wird. In dieser Situation fragte ich mich an ganz wenigen Stellen:

Warum verschwendet man jetzt unsere Zeit mit Fragen, die erkennen lassen, dass sich die Fragesteller überhaupt nicht vorbereitet haben? Warum müssen sich Vertreter der Lokalpolitik ins Publikum setzen und von dort ihre Statements abgeben?

Das nervte mich in diesem Augenblick und das war der Grund für einige wertende Anmerkungen.



Stream-Blogging vom Symposium in Dresden

20. Mai 2011

Abschnitt 1
Innenminister Markus Ulbig eröffnet das Symposium mit einer Vorstellung aller Beteiligten und ihrer Beiträge. Er zeigt sich dabei als guter Moderator, der den Beteiligten gerecht wird. Er steckt dann einige Themen ab, die ich hier in Stichpunkten wiedergebe:

  • Wie gehen wir zukünftig mit Rechtsextremisten um?
  • Können deren Veranstaltungen verboten werden, auch wenn sie friedlich sind?
  • Können dann auch linksextremistische Veranstaltungen verboten werden?
  • Welche Rolle spielen Behörde, Polizei und Gerichte?

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Der vegetarische Trichter

20. Mai 2011

Der neue Vorsitzende der FDP hat in seiner Grundsatzrede auch die vegetarische Ernährung erwähnt. Wie sich das für einen neuen Parteivorsitzenden gehört, tat er es nicht ohne Seitenhieb auf die politische Konkurrenz:

Kennen Sie den Veggie-Day, also den vegetarischen Tag? Auch beschlossen von den Grünen und umgesetzt von Rot/Grün in Bremen. Das bedeutet, dass in keiner Küche, keiner Gastronomie, an einem bestimmten Tag dann Gerichte mit Fleisch gekocht und ausgeteilt werden dürfen.

Liebe Freunde, ich habe Bekannte, die sind Vegetarier. Ich habe Freunde, die sind bekennende Fleischesser. Und es mag auch gesund sein, gelegentlich mal auf ein Stückchen Fleisch zum Mittag zu verzichten.

Aber ich würde nicht im Traum darauf kommen, selbst als Arzt, den Menschen vorschreiben zu wollen, was sie essen dürfen und was nicht. Mit Freiheit hat auch das nichts zu tun, liebe Freundinnen und Freunde.

Ich bin ja nun ein überzeugter Werktagsvegetarier, der nur einmal in der Woche Fleisch isst. Trotzdem gebe ich Philipp Rösler prinzipiell recht: Man sollte niemanden zum Verzicht zwingen.

Ich bin bei solchen Beispielen aus Parteitagsreden aber auch misstrauisch: Wie will Rot/Grün eine ganze Stadt an einem Tag in der Woche zur vegetarischen Ernährung zwingen?

Die Rede Röslers ließ den Vegetarierbund nicht ruhen. Er hat eine vorgefertigte Botschaft an den FDP-Vorsitzenden verfasst, die sich auf den Redeabschnitt bezieht. Man kann diese »Petition« zeichnen und hinterlässt dabei seine persönlichen Daten. So gibt der Vegetarierbund Röslers Aussage wieder:

Bei Ihrer Antrittsrede als neuer Parteichef der FDP haben Sie unter anderem über den Veggietag gesprochen. Sie meinten weiterhin, dass am Veggietag keine Gerichte mit Fleisch gekocht und ausgeteilt werden dürften und man damit den Menschen vorschreiben würde, was sie essen dürften und was nicht. Ihre Aussage stimmt so nicht. Der Veggietag setzt komplett auf Freiwilligkeit. Niemand wird dazu gezwungen, sich an der Kampagne zu beteiligen. (Hervorhebung von mir).

Merken Sie etwas? Der Bezug auf die Stadt Bremen ist verschwunden. Gibt es eventuell zwei Arten des Veggietags — eine mit freiwilliger und eine mit erzwungener Teilnahme? Ich habe die Website der Initiative nach der Stadt Bremen durchsucht. Und ich wurde fündig:

Bremen ist die erste Stadt in Deutschland, in der der Donnerstag ein “Veggiday” ist, meint: In Kantinen, Restaurants, Kitas und Schulen soll an diesem Tag auf Fleisch verzichtet werden. Die Schirmherrschaft für das Projekt hat der Präsidenten des Senats, Bürgermeister Jens Böhrnsen übernommen: “Das Klimaprojekt Veggiday ist langfristig angelegt und will vorbildlich auch für andere Städte sein. Jeder kann sich leicht beteiligen.” (Quelle)

Hatte Rösler also doch recht? Kann ein Beamter, eine Erzieherin, ein Schüler oder eine Altenheimbewohnerin an diesem Tag nicht zwischen vegetarischem und nichtvegetarischem Essen wählen? Das wollte ich genauer wissen. Also schaute ich mich auf der Website der Stadt Bremen um.

Inzwischen beteiligen sich 78 Kindertagesstätten, zahlreiche Schulen und auch die Bremer Heimstiftung an 26 Standorten an der Aktion. Angeschlossen haben sich Großküchen und Krankenhäuser, vor allem aber viele kleinere Institutionen und Einrichtungen. Auch das Bremer Rathaus ist dabei: Bei Veranstaltungen donnerstags, die vom hauseigenen Bankettmanagement betreut werden, kommt kein Fleisch auf den Teller. Auch Bürgermeister Böhrnsen hat seinen Terminkalender auf den fleischlosen Donnerstag eingestellt: „Ich esse gerne einmal Fleisch, aber ich empfinde den Veggiday nicht als Verlust, weil mir etwas fehlt auf dem Teller. Auch am Veggiday bekomme ich vollwertige und leckere Mahlzeiten.“ (Quelle)

Wirklich freiwillig scheint mir die Teilnahme nicht zu sein.

Philipp Rösler hat teilweise recht: Manchen Leuten wird die vegetarische Ernährung an diesem Tag einfach vorgesetzt. Die Kinder, die Altenheimbewohner und die Patienten können es sich wohl kaum aussuchen und werden auch nicht gefragt.

Die rot/grüne Koalition ist offenbar bestrebt, den Veggietag in ihrem Einflussbereich überall durchzusetzen. Damit werden sogar Klimaziele verknüpft: Würden alle Bremer Bürger einmal in der Woche auf Fleisch verzichten, dann könnte der CO2-Ausstoß von 40.000 Autos eingespart werden.

Das erinnert an die Zahlenspiele der Planwirtschaft in der DDR. Welcher CO2-Ausstoß entsteht eigentlich, wenn das Fleischessen nach dem erzwungenen Verzicht anderswo nachgeholt wird? Nur fünf bis zehn Prozent der Bürger sind überzeugte Vegetarier.

Fazit: Auf diese Weise kommt eine eigentlich gute Idee in die Mühlen der populistischen Politik.

  1. SPD und Grüne in Bremen wollen möglichst vielen Menschen in städtischen Einrichtungen vorschreiben, was sie donnerstags essen sollen. Zwang ist aber immer kontraproduktiv. Auf diese Weise kann sich kein Ernährungsbewusstsein bilden.
  2. Philipp Rösler will die Grünen unbedingt als Freiheitsfeinde darstellen und gibt dabei den Zustand in Bremen nicht exakt wieder.
  3. Der Vegetarierbund enthält uns in seiner Petition wichtige Informationen vor. Er will auf diese Weise Aufmerksamkeit erregen, E-Mail-Adressen von Sympathisanten speichern und letztlich neue Ressourcen akquirieren.

Der politische Stil ist auf allen drei Seiten so schlecht, dass man den Appetit verliert.


PS: Als Illustration der falsch wiedergegebenen Rösler-Worte hat der Vegetarierbund ein verzerrtes Bild Rößlers verwendet. Das finde ich unanständig. Wenn man kein ordentliches Bild hat, dann sucht man sich ein (legal) frei verfügbares Bild.


Eine mutige und sympathische Frau

19. Mai 2011

wurde soeben aus der Position der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Goslar abberufen. Warum? Weil sie sich für Gleichstellung eingesetzt hat.

In einem Interview mit der »Süddeutschen Zeitung« spricht Monika Ebeling sachlich und verständlich über die Schwierigkeiten einer Gleichstellungsbeauftragten, die ihren Job ernst und ihre Aufgabe wörtlich genommen hat. Ihre Aufgaben hatte sie für sich so definiert:

Das ist im Grundgesetz klar definiert: Es geht um die Gleichstellung von Mann und Frau. Aufgrund der Geschichte ist klar, dass der Fokus auf der Frauenarbeit lag. Das war lange Zeit richtig und gut. Dort, wo Frauen noch immer benachteiligt werden, ist es auch heute noch wichtig. Aber wir müssen auch auf die Männer schauen und darüber nachdenken, welche Gleichstellungsbedürfnisse und Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts sie haben. Ich habe Empathie in beide Richtungen.

Monika Ebeling verfolgte keinen rein feministischen Ansatz. Sie betätigte sich auch auf Feldern, auf denen Jungen und Männer benachteiligt sind. Das reichte bereits für Anfeindungen und Intrigen gegen ihre Person. Sie sieht ihre Abberufung nun als Erleichterung an:

Jetzt bin ich erst einmal aus der Schusslinie. Aber ich wünsche mir, dass durch die mediale Debatte die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten in Deutschland auf den Prüfstand kommt. Sie darf nicht weiblich bestimmt sein – dann können wir sie gleich abschaffen.

Aber was war der eigentliche Anlass für ihre Abberufung? Monika Ebeling berichtet:

Im vergangenen Jahr sollte ich eine Ausstellung zum Thema “Häusliche Gewalt” unterstützen. Das ist ein wichtiges Thema, aber das Handbuch zur Ausstellung fand ich den Grundsätzen der Gleichberechtigung nicht entsprechend. Da war zwar von Richtern, Richterinnen, Polizisten und Polizistinnen die Rede, aber in den Kategorien “Täter”/”Opfer” war die Verteilung der Rollen klar. Der Täter ist immer der Mann, das Opfer immer die Frau. Das fand ich nicht zeitgemäß. Es gibt auch männliche Opfer häuslicher Gewalt.

Es trifft sicher zu, dass Männer im Vergleich viel öfter körperliche Gewalt einsetzen. Jeder einzelne nachgewiesene Fall soll gerecht bestraft werden. Aber es gibt unterschiedliche Arten der Gewalt. Ich kann mich an einen Fall erinnern, der wohl exemplarisch für viele andere steht.

Vor vielen Jahren habe ich eine Wohnung in einem alten Haus bezogen. Die baulichen Verhältnisse waren so schlecht, dass man ungewollt vieles aus der Nachbarschaft mitbekam — auch die permanente Erniedrigung eines älteren Mannes durch seine Ehefrau. Sie hat sich nie darum geschert, dass es alle Nachbarn gewusst haben. Nach acht Jahren schlug er das erste Mal zu, kurz danach hat sie ihn angezeigt. In der Statistik tauchte sie niemals als Täterin auf …

Es wurde in den letzten Jahrzehnten viel erreicht. Es sind trotzdem noch viele ungelöste Gleichstellungsprobleme zu lösen. Aber dass man solche engagierten Personen wie Monika Ebeling aus dem Amt mobbt und dass es unter mehr als 800 kommunalen Gleichstellungsbeauftragten nur zwei Männer gibt — das gehört zweifellos zu den größten Problemen der Gleichstellung …



»Sell in May and go away«

19. Mai 2011

ist einer der bekanntesten Börsensprüche. An den ersten Teil des Spruchs dachte wohl auch eine bekannte Schuhhandelskette. Sie versendet gerade eine Postkarte mit dieser Aufschrift:

sale_sale_sale

Midseason Sale

Sommer- und Winterschlussverkauf sind ja lange aus der Mode, heute ist permanent das Wort SALE in den Schaufenstern der Einkaufszentren zu sehen. Aber mid-season Sale kannte ich nur in einem ganz anderen Zusammenhang: Wenn nämlich ein Profi im Fußball oder Eishockey mitten in der Saison an eine andere Mannschaft verkauft wird.



Hellerauer Rennschnecke

18. Mai 2011

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Rennschnecke, Klick vergrößert
(gefunden am Montag in Hellerau).


Augusto

18. Mai 2011

Gekauft! Die Bloggerkollegin Kathrin hat in den letzten Monaten fleißig am Augusto-Magazin mitgeschrieben und nachdem ich auch einige kleine Hinweise geben durfte, war ich neugierig auf das fertige Heft.

Augusto Mai 2011

Augusto Mai 2011

Gelesen. Mein erster Blick ins Heft fiel auf den Artikel über das vegetarische Essen in Dresden und Leipzig. Mein vorläufiges Fazit: Zu Hause schmeckt Vegetarisches immer noch am besten, aber ich muss den Restaurants wieder mal eine Chance geben.

Augusto ist ein sächsisches Magazin, also geht es natürlich auch um den Kaffee und die Cafés. Ob man dafür wirklich immer die unvermeidliche(?) Kunstfigur Ilse Bähnert bemühen muss? Ich kenne ehrlich gesagt niemanden in Dresden, der noch

Ä Dässl Heeßen, ä Stückl Eierschägge und zum Schluss än Eierligöör.

bestellt. Zum Glück ist der Ton in den Artikeln über einige Dresdner Cafés nicht so bemüht mundartlich.

Interessant ist Augusto für mich deshalb, weil ich natürlich auch als Dresdner niemals alle Gaststätten kennen kann. Wenn wieder mal Gäste in die Stadt kommen, habe ich jetzt einige Alternativen in der Hinterhand.

Gewonnen? Auf dem Heft prangt ein Aufkleber:

augusto_aufkleber

Augusto-Aufkleber

Ich weiß nicht, wie dieser Wert berechnet wird. Vermutlich kann man mit den Gutscheinen mehr oder weniger Geld sparen — aber in der Regel nur dadurch, dass man welches ausgibt ;-)

Nein, im Ernst: Es ist sicher für die meisten Leserinnen und Leser etwas dabei. Doch kaum jemand wird wirklich 400 Euro dabei gewinnen. Und aus dem Heft sollte man doch eher einen Gewinn an Wissen und eine Verfeinerung des Geschmacks mitnehmen …



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