Sichere Bank?

31. Oktober 2011

Gefunden im Park an der Ilm …


Erlkönigs Wetter in Goethes Park

31. Oktober 2011

Frühmorgens am 31.10.2011 im Park an der Ilm in Weimar.


Wenn ein reicher und abgesicherter (Salon)Linker über die Finanzkrise nachdenkt

21. Oktober 2011

dann kommt in der SPON-Kolumne »Im Zweifel links« zur aktuellen Lage so etwas heraus:

Sie ist nicht nur verzweifelt. Sie ist aussichtslos. Am Ende dieser Krise, das wissen wir schon jetzt, wird es entweder den Euro oder die freien Märkte oder den europäischen Sozialstaat nicht mehr geben. Die Variante, die den 500 Millionen Menschen der Europäischen Union am besten dienen würde, ist die unwahrscheinlichste: die Einhegung der Märkte.

Diese Analyse ist nicht nur verzweifelt. Sie ist einsichtslos.


  1. Am Ende dieser Krise wird es den Euro immer noch geben. Die Frage ist: Was wird er dann noch wert sein?
  2. Am Ende dieser Krise wird es auch die Marktwirtschaft noch geben. Die Frage ist: Welche Angebote fragen wir nach?
  3. Am Ende dieser Krise wird es letztlich auch einen Sozialstaat geben. Die Frage ist: Wie verhindern wir, dass es ein Sozialstaat auf Pump bleibt?

Augstein lässt die wesentliche Ursache der Krise nicht an sich heran.

Die Staaten in einer wirklich kritischen Situation haben viel zu lange ihre hohen Staatsausgaben auf Pump finanziert. Wenn das Verhältnis zwischen Wirtschaftsleistung und Schulden nicht mehr stimmt, wird selbstverständlich jeder Schuldschein zum Spekulationsobjekt. Es wird spekuliert, ob der Schuldner noch zahlen kann.

Im Umkehrschluss: Ohne die exzessive Staatsverschuldung hätten die Spekulanten viel weniger Gelegenheit zum Spekulieren.

Der Staat hat sich ja selbst zum Spekulanten gemacht: Zu keinem Zeitpunkt war der Stadtkämmerer irgendeiner deutschen Stadt gezwungen, an den internationalen Finanzmärkten riskante Geschäfte zu tätigen. Zu keinem Zeitpunkt waren Landesbanken dazu gezwungen, mit dem Segen der Politiker bis zum Zusammenbruch weiter zu spekulieren.

Die selben Politiker sollen jetzt die Märkte: Ordnen? Eingrenzen? Abschaffen?

Es lag nie an den unmoralischen Angeboten. Es lag immer nur an der unmoralischen Nachfrage.



Siskiyou-Fichte

21. Oktober 2011

Siskiyou-Fichte (Forstbotanischer Garten Tharandt, 17.10.2011).


Woran erkennt man eine richtig schlechte Statistik?

20. Oktober 2011

Am heutigen Welttag der Statistik ist es an der Zeit, sich der wirklich schlechten Statistik zuzuwenden. Dazu soll noch einmal das »Stadtradeln« herangezogen werden. Heute soll es nicht um den Sinn oder Unsinn der Aktion, sondern nur um die Erhebung und Auswertung der Zahlen gehen. Denn dort findet man alle Merkmale der schlechten Statistik auf engem Raum.


1. Die zweifelhafte Datenbasis

Jeder Bürger kann sich beim »Stadtradeln« anmelden, auch wenn er gar kein Fahrrad hat. Niemand überprüft die Angaben der beteiligten Radfahrer. Schon an dieser Stelle müsste man die Zahlen eigentlich mit Schwung in den Papierkorb werfen. Aber nehmen wir für einen Augenblick an, dass alle Radfahrer ehrlich Buch geführt haben. Die Statistik wird nämlich davon auch nicht besser.


2. Die zweifelhafte magische Zahl

Im Umweltbundesamt wurde irgendwann ermittelt, dass ein durchschnittlicher PKW-Personenkilometer 144 Gramm CO2 verursacht. In einer Publikation aus dem Jahr 2010 heißt es wenig überraschend:

Die verschiedenen Verkehrsträger – Straße, Schiene, Wasser und Luft – weisen streckenbezogen unterschiedliche CO2-Emissionen pro transportierter Person oder Tonne auf.

[Die Quelle wurde leider entfernt. Hier ist ein Verkehrsträgervergleich des Umweltbundesamts von 2011.].

Solche verdichteten Zahlen sind immer dubios, weil dafür viele Annahmen getroffen werden, die der Leser überhaupt nicht nachvollziehen kann. Die angegebenen Zahlen beziehen sich außerdem auf eine Studie aus dem Jahr 2006. Seitdem hat sich die Technik schnell weiterentwickelt. Diese »magische Zahl« muss also aus mindestens zwei Gründen mit äußerster Vorsicht eingesetzt werden.

Das tut die staatlich geförderte Initiative aber gerade nicht: Sie unterstellt, dass jeder gefahrene Fahrrad-Kilometer zu einer Einsparung von 144 Gramm CO2 führt. Offensichtlich geht sie dabei davon aus, dass Fahrräder ohne die Emission von CO2 gebaut, transportiert und bewegt werden können.


3. Die zweifelhafte Präzision

Walter Krämer beginnt seinen Klassiker »So lügt man mit Statistik« mit dem Kapitel »Die Illusion der Präzision«. Darin beschreibt er, dass die meisten Leser einer scheinbar sehr exakten Zahl mehr vertrauen als einer gerundeten Zahl. Darüber hinaus glauben die meisten Menschen besonders stark an große Zahlen.

In den ersten beiden Abschnitten dieses Artikels wurde gezeigt, dass die Datenerfassung zweifelhaft ist und dass die »magische Zahl« zumindest gründlich zu hinterfragen wäre. Schauen wir uns die statistische Auswertung des »Stadtradelns« für Dresden an. Dort werden große Zahlen mit einer scheinbar bestechenden Präzision veröffentlicht:

Die Radler legten bisher insgesamt 452.826 km mit dem Fahrrad zurück und sparten dabei insgesamt 65.206,9 kg CO2 ein (Berechnung basiert auf 144g CO2 / Personen-Kilometer).

Dies entspricht 1.129,95% der Länge des Äquators.

Für alle teilnehmenden Städte und Gemeinden werden seitenlange Tabellen mit noch präziseren Daten veröffentlicht. Dort kann man z.B. nachlesen, wie viele Kilometer die Teilnehmer im »Durchschnitt« zurückgelegt haben. All diese Zahlen werden mit einer oder mehreren Kommastellen veröffentlicht. Aber die Kommastellen sind genauso dubios wie die erfassten Werte. Allenfalls über die Größenordnung kann man diskutieren.

Eine besonders unsinnige Zahl ist der Vergleichswert »1.129,95% der Länge des Äquators«. Wenn man einen Augenblick an die ca. 450.000 gefahrenen Kilometer glauben möchte, könnte man schreiben: »Die beteiligten Dresdner Radfahrer haben eigenen Angaben zufolge mehr als elf Mal den Äquator umrundet.« Alles andere ist höherer Blödsinn.


4. Die zweifelhafte grafische Darstellung

Wo man so viele Statistik-Fehler auf einem Haufen findet, ist die zweifelhafte grafische Darstellung meist nicht weit. Ein Screenshot zeigt die offizielle Grafik der Initiative Stadtradeln für Dresden:

Man kann die Grafik zur Zeit auch mit diesem Link erzeugen. Sie ist schön bunt und ihre Aussagekraft geht gegen Null.


Das Fazit: Eine schlechte Statistik erkennt man an der Unzuverlässigkeit der Erhebung, am Einsatz scheinbar magischer Zahlen, an der zweifelhaften Präzision und meist auch noch an einer manipulativen Darstellung.

Es darf vermutet werden, dass staatliche Förderung ein besonderer Anreiz für schlechte Statistiken ist. Die Stadt Dresden schmückt sich mit den Zahlen der Auswertung, die sie offenbar als wahrhaftig annimmt. Und der Fördermittelgeber tut das natürlich auch. Das wäre früher nie denkbar gewesen: Wenn eine Verwaltung Zahlen veröffentlicht hat, konnte man sich im Normalfall darauf verlassen, dass sie vorher sachlich geprüft wurden.

Je aufgeblasener die Zahlen daherkommen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man wieder staatliches Fördergeld bekommt. Wenn das Staatsgeld dann doch einmal ausbleibt, dann drohen soziale Proteste gegen »unsoziale Kürzungen«, wobei die Proteste natürlich wiederum durch schlechte Statistiken »gestützt« werden …


Wie das »Stadtradeln« funktioniert, habe ich damals in einem Gastbeitrag für »Zettels Raum« beschrieben. Die Unsinnigkeit der Auswertung habe ich in diesem Artikel aufs Korn genommen.


Aus der Schuldenfalle

20. Oktober 2011

Ein Kommentar in der F.A.Z. vergleicht die Haushaltspolitik der EU-Staaten Bulgarien und Griechenland. Man könnte in diesem Zusammenhang auch Tschechien, Polen und die Slowakei erwähnen, die allesamt unter sehr schwierigen Ausgangsbedingungen in die EU gestartet sind. Der F.A.Z.-Autor zitiert den Ministerpräsidenten Bulgariens, der das griechische »Elend« mit deutlichen Worten relativiert:

Während Griechenlands Staatsselbstbediener demonstrieren, erhält ihr Land Milliardengeschenke zur Überwindung der Rezession. So muss es praktisch keinen Eigenanteil mehr für EU-Infrastrukturprojekte zahlen. Das stößt besonders Griechenlands Nachbarstaat Bulgarien auf, dem ärmsten EU-Mitglied. Bulgariens Ministerpräsident schlug daher vor, Athen solle Renten und Sozialbeiträge auf bulgarisches Niveau senken, dann werde die Misere im Nu behoben sein. (Quelle).

Man kann verstehen, dass junge Leute in Griechenland heute an Auswanderung denken oder sich vor der Zukunft fürchten. Bisher hat ja der Staat über 25% der Arbeitnehmer direkt bezahlt; er hat damit natürlich Anreize geschaffen und Hoffnungen geweckt. Die Anreize waren falsch und die Hoffnungen haben getrogen.

Jetzt zeigt sich, dass der griechische Staat damit den jungen Menschen die Zukunft gleich doppelt zerstört hat: Zum einen müssen sie realisieren, dass die Chancen auf eine bequeme Festanstellung bei Vater Staat drastisch sinken. Zum anderen werden sie vermutlich die Schulden abzahlen müssen, die ihre Eltern und Großeltern aufgehäuft haben.

Ein solcher Staat ist also nur an der Oberfläche sozial, im Kern aber zutiefst unsozial. Und an diesem Punkt sollten wir uns fragen: Was können wir aus den Fehlern der Griechen lernen? Ist es bei unserem Schuldenstand wirklich notwendig, immer mehr halbstaatliche Strukturen zu »fördern« und damit weitgehend anstrengungsfreien Wohlstand ohne eine wirkliche Leistung zu versprechen?

Beispiele sieht man allerorten: Es beginnt schon mit den Kosten der bundesweiten Aktion »Stadtradeln«, denen keinerlei greifbarer Nutzen gegenübersteht. Und es endet mit diversen Überbetreuungsprogrammen noch lange nicht. Dabei werden mit staatlichem Fördergeld Stellen »geschaffen«, die man sich eigentlich nicht leisten kann. Später sind Protest und Geschrei groß, wenn sie wieder abgeschafft werden müssen.

In den Berichten über die sogenannte »Occupy«-Bewegung sehe ich junge Leute, die ihre Enttäuschung mit den jungen Griechen teilen. Aber es liegt nicht an der Marktwirtschaft, sondern an zu viel Staatswirtschaft. Es ist verdammt schwer, von falschen Anreizen loszukommen. Doch je zeitiger man es schafft, desto besser sind die Perspektiven.



Pilzig

19. Oktober 2011

Einige Pilze, gefunden im Forstbotanischen Garten Tharandt am Montag.


Blattfisch

17. Oktober 2011

Blattspiel im Forstbotanischen Garten Tharandt (17.10.2011).


Die letzten Paarungen der Libellen

17. Oktober 2011

kann man zur Zeit noch im Botanischen Garten beobachten. Hier sind drei Bilder. Im Flug vereinigen sie sich auf beiden Seiten.

Libellen im Herbst (16.10.2011), Klick vergrößert.


Farben des Herbstes (1)

17. Oktober 2011

Eine der vielen Kürbissorten …

… eine Zierquitte …

… zwei Zierquitten …

… Blätter des Tulpenbaums …

und ein großes Blatt,
alle im Botanischen Garten am 16.10.2011 fotografiert.


Eine frische DNN mit einigen guten Meldungen

14. Oktober 2011

Als Zeitungsleser freut man sich ja über jede Abwechslung. Heute hatte ich eine DNN auf dem Frühstückstisch, an der Ulrike Hessler, Intendantin der Semperoper, als »Chefredakteurin für einen Tag« mitgearbeitet hat. Das tat der Zeitung mal richtig gut. Das verschnarchte Online-Angebot der DNN weiß allerdings nichts darüber. Es gab sogar einige Meldungen, die positiv stimmten.


Ich freue mich, wenn in der DNN der Sächsische Ausländerbeauftragte Martin Gillo zu Wort kommt. Er kann ohne Umschweife, ohne politische Phrasen und in verständlicher Sprache beschreiben, warum kulturelle Vielfalt uns alle bereichert. Er war für kurze Zeit Wirtschaftsminister in Sachsen und kann deshalb auch den wirtschaftlichen Nutzen aller Verbindungen mit Ausländern und ins Ausland begründen. »Von Skepsis zu Weltoffenheit« — wenn es doch so einfach wäre!


Endlich kommt wieder Bewegung in die Ermittlungen zum 19. Februar. Endlich wird nicht mehr nur gegen gewaltlose Blockierer ermittelt. Es wurden Wohnungen von mutmaßlichen Linksextremen in Berlin und von mutmaßlichen Rechtsextremen in Nordrhein-Westfalen durchsucht. Und es soll wohl bald den ersten Prozess gegen mutmaßliche linksextreme Gewalttäter geben. Man darf nicht vergessen: Diese Brandsätze und Steine waren direkt gegen den Rechtsstaat und nicht etwa gegen Neonazis gerichtet.


Zur Landtagsdebatte gibt es einen Kommentar, in dem sich der Autor kritisch mit der Aufhebung der Immunität des Abgeordneten André Hahn auseinandersetzt. Insgesamt muss ich dem Tenor des Kommentars zustimmen. Dort wurde ein politisches Schmierentheater inszeniert. Es geht nämlich nicht etwa um den 19. Februar 2011, sondern um den 13. Februar 2010. Es geht auch nicht um einen Gewaltexzess, sondern um gewaltloses Blockieren.

Justiz und Polizei sollten bitte zuerst die wirklich dringlichen und wichtigen Fälle abarbeiten. Es gibt Brandanschläge von Links- und Rechtsextremisten, die seit Jahren nicht aufgeklärt sind. Nur mal zur Erinnerung …

Allerdings werden Anträge auf Aufhebung der Immunität wohl sehr selten abgelehnt, weil die Abgeordneten zwar gemäß der Verfassung unabhängig sind, aber auch die Arbeit des Rechtsstaats nicht behindern wollen.

Sächsischer Landtag

Landtag in Dresden.

In einem Punkt muss ich aber dem Kommentar widersprechen: Es kann sich keine Partei des Sächsischen Landtags dagegen wehren, dass die NPD mit ihr stimmt. Es gibt bei einer Abstimmung nur drei Möglichkeiten: dafür, dagegen oder Enthaltung. Die NPD hat demgemäß schon mit jeder anderen Partei des Landtags gemeinsam abgestimmt. Nur wird es im normalen politischen Betrieb nicht an die große Glocke gehängt.


Immerhin hat die DNN es geschafft, das Interview mit Daniel Libeskind online zu stellen. Es macht neugierig auf das Bauwerk und auf das Museum. Ich hoffe, dass ich bald einige Bilder und einen kurzen Bericht im Blog haben werde.



Warum steht diese kleine Kirche am Elbufer?

5. Oktober 2011

An der Elbe gibt es einen alten Treidelpfad. Wenn man heute diesen Pfad entlangwandert, spürt man unwillkürlich großen Respekt vor der körperlichen und organisatorischen Leistung beim Transport der Waren. Vom Pfad aus sieht man die Kirche »Maria am Wasser«. Man schaut auf das alte Gebäude, das friedlich in der Herbstsonne liegt. Der Überlieferung nach haben dort die Schiffer Halt gemacht und gebetet oder Andacht gehalten.

In meinem Blog gibt es seit bald 14 Tagen eine Diskussion, in der mir manche Leute erklären wollen, was für eine Irrlehre doch die christliche Religion sei und wie verblendet all die Christen seien.

Warum steht dann an dieser Stelle seit über sechshundert Jahren eine Kirche für einfache Schiffer, Handwerker und Landarbeiter? Ganz sicher konnte diese Menschen niemand dazu zwingen, »Maria am Wasser« zu besuchen. Es muss mehr dahinter stecken.

Und unwillkürlich fragt man sich, warum Leute, die sich sonst sicher als betont sozial einschätzen, am stärksten auf den Glauben und die Frömmigkeit der Menschen einschlagen, die sich mit solchen alten Kirchen verbunden fühlten und heute noch fühlen. Aber vielleicht bekomme ich in der Diskussion noch ganz tiefe Einsichten zu hören …

Annäherung an eine alte Kirche mit Anziehungskraft …


Aromatische Trauben

3. Oktober 2011

in Dresden-Pillnitz,

gefunden am Weinbergsweg …


Buntes aus dem Tropenhaus

2. Oktober 2011

Konkurrenz für den bunten Herbst:
Blüten im Tropenhaus des Botanischen Gartens (02.10.2011).


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