Verständigungsprobleme

Das Dresdner Medienblog »Flurfunk« hat sich in der Rubrik »Flurschelte« die Autorin einer Reportage aus einer Frauenzeitschrift vorgeknöpft. Diese hatte geschrieben, dass sie mit der U-Bahn von Pillnitz in die Innenstadt gefahren sei. Und Dresden hat ja nun wirklich keine U-Bahn.

Die Lösung dieses kleinen Problems könnte ganz einfach sein, wenn die Journalistin aus dem Rheinland kommt. Die Stadt Bonn hat z.B. ein schienengebundenes Verkehrsmittel, das unter der Innenstadt eine kleine Strecke unterirdisch fährt, sonst aber im Rest des Stadtgebiets und weit übers Land immer oberirdisch.

Die meisten Auswärtigen sagen: »Das ist eine Straßenbahn.« Die Deutsche Bahn bezeichnet die Verbindung auch als »STR«.

Aber die Bonner sagen (ich habe es gerade am Montag wieder erlebt): »Fahren Sie mit der U-Bahn bis …«. Die Bonner sind so stolz auf die paar Stationen unter der Erde, dass sie /niemals/ »Straßenbahn« sagen würden. Eine Straßenbahn hat schließlich jede Großstadt.

So kann man es ganz ohne Flurschelte zusammenfassen: Die Journalistin ist von Pillnitz mit der Fähre nach Kleinzschachwitz gefahren und dort in die Straßenbahn gestiegen. Hoffen wir, dass es ihr in Dresden gefallen hat. Werbung in auflagenstarken Zeitschriften kann diese Stadt immer gut brauchen ;-)


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2 Antworten zu Verständigungsprobleme

  1. muixirt sagt:

    Wäre die Journalistin vor ein paar Jahren in Stuttgart gewesen, wäre sie wohl verwirrt gewesen: da gab es die altmodische, schmale, mittlerweile ausgemusterte Straßenbahn, die modernere Stadt-Bahn und die S-Bahn, die mit den Nachbarstädten verbindet. Alle fuhren bzw. fahren teilweise unterirdisch. Und die Kürzel für die Stadt-Bahnen fangen mit U an, z.B. U14 :-)

    • stefanolix sagt:

      Na gut, bei uns beginnen sie wirklich nicht mit »U«. Und dem Buchstaben nach ist es falsch, die Straßenbahn als U-Bahn zu bezeichnen. Aber wenn man um die sprachlichen Unterschiede weiß, muss man keine Flurschelte austeilen, da reicht eigentlich eine ironische Bemerkung.

      In Stuttgart heißt dafür das größte Projekt »U21«. Oder »S«? ;-)

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