Wenn das die Gegenwart des Buchhandels ist …

Schnäppchen

Schnäppchen: Fähnchen in einer Filiale einer Buchhandelskette


… dann möchte ich die Zukunft lieber nicht sehen.

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10 Antworten zu Wenn das die Gegenwart des Buchhandels ist …

  1. Die Gegenwart sind “Weltbild”-Läden in denen es neben Schachbrettern, Deko-Artikeln und ein paar Koch-Utensilien mit kurzem Anleitungsheft nur ein paar DVDs mit alten Filmen, Bücher zu Hitlers-Foo, Bücher mit billig produzierten Mittelalter-Romanzen und ein paar Bücher über glitzernde Vampire gibt.

    Ich kann mir nicht vorstellen wie es noch schlimmer werden könnte, also würde ich mir die Zukunft schonmal ansehen um wenigstens zu wissen wogegen ich sein sollte.

    • stefanolix sagt:

      Ja, das ist alles schon traurig genug und ich hatte die Entwicklung mehr oder weniger wahrgenommen. Ich hatte ja auch schon mal auf diesen Artikel verlinkt.

      Aber die Fähnchen für die Autotür? Das ist doch ein Drogeriemarkt-Artikel. Was kommt als nächstes? Steht zu Silvester ein Korb mit Raketen und Blitzknallern in der Auslage?

    • Frank sagt:

      Das hatte ich gestern auch gesehen* und wollte ebenfalls schon ein Foto machen. Aber mir fiel spontan keine wirklich passende Bemerkung ein** und dann war ich auf meinem flotten Rad schon zu weit weg …

      * Hüblerstraße, stimmts?

      ** Ich dachte an irgendwas mit “Euro” und “Deutschland nun schon auf Ramschniveau”

      • stefanolix sagt:

        Du bist ein sehr guter Beobachter ;-)

        Gestern hätte man es noch besser ins Bild setzen können, da stand die Kiste näher am Eingang und es war noch auffälliger. Ich dachte im ersten Moment, dass Schlecker in der Hüblerstraße seine Restbestände verkauft.


        Mein Buchhändler ist inzwischen immer öfter … nein, nicht Amazon, sondern ZVAB, weil man dort eine sehr große Auswahl unter Millionen antiquarischen Büchern in ganz Deutschland hat. Außerdem haben sie eine gute Suchfunktion. Man muss kaum Angst um seine Daten haben, weil die Plattform nur Vermittler ist und weil man ohne Registrierung bestellen kann.

    • Zwei Zitate aus dem von dir verlinkten FAZ-Artikel:

      “Sparen sollen lieber die Verlage bei der Zahl neuer Titel, die sie auf den Markt werfen. 100000 sind es pro Jahr. „Aus der rein ökonomischen Perspektive dürfte die Anzahl höchstens ein Drittel betragen“, fordert Nina Hugendubel – 90 Prozent der Einnahmen werde von 10 Prozent der Bücher eingespielt.”

      Etwas weiter unten im Text:

      “Und fehlt Amazon ein Werk, bietet ihn ein spezialisierter kleiner Buchhändler über die Seite an. Da geißelt Amazon-Vorkämpfer Kleber den Ruf nach weniger Titeln gern als undemokratisch: „Der Leser soll entscheiden was er liest, nicht irgendeine Wirtschaftlichkeitsrechnung!“ “

      5:0 für Amazon :)

      Leidtragende sind zwar große Buchhandelsketten, doch so what … Stress ist’s im Übrigen auch für Postbeamte – Amazon hat deren Arbeit stark ansteigen lassen.

      Ich persönlich kaufe kaum im Buchladen, sondern über eBay oder booklooker gebrauchte Bücher.

      Ich finde es immer irgendwie witzig, wenn Großunternehmen wie Hugendubel plötzlich feststellen, dass sich Zeiten ändern und dann mit solch dummen Vorschlägen wie “weniger Titel drucken” kommen … dann hat Frau Hugendubel offenbar nix von ihrem Service am Kunden verstanden, sondern jammert lediglich den “guten alten Zeiten” nach.

      • stefanolix sagt:

        Postbeamte gibt’s nicht mehr. Was Du meinst, sind die Mitarbeiter der Paketdienste ;-)

        Wenn Du heute ein Postamt sehen willst, so wie es früher mit Postbeamten gearbeitet hat, dann besuche mal die Post in der Hofmannstraße. Das ist einer der wenigen Standorte, den die Post noch selbst betreibt. Lass Dich überraschen. Aber wenn Du abends hingehst, bring Zeit mit.


        Es gibt auch Kritikpunkte an Amazon, ich will sie hier nicht alle aufführen. Tatsache ist aber, dass es die Buchgroßhändler und Buchhandelsketten einfach verpasst haben, dem Kunden im Vergleich mit Amazon einen Mehrwert anzubieten.

    • WFI sagt:

      Ich war am Montag zufällig in einem Antiquariat in Heidelberg und auch da gab es eine Wand mit gebrauchten DVDs. Da ich nun mal konservativ bin, war mein erster Gedanke natürlich: “Dieses Land geht vor die Hunde”. Andererseits ist es heute viel einfacher denn je, ein bestimmtes Buch, neu oder gebraucht, tatsächlich zu bekommen. Also ist es vielleicht doch nicht der Untergang des Abendlandes.

      • Ich hab kein Problem mit zu vielen DVDs in der Buchhandlung. Ich hab ein Problem mit zu wenig anspruchsvollen Büchern in der Buchhandlung.

  2. Christiane sagt:

    Wir haben auch gute Erfahrungen mit ZVAB gemacht. Es wurde ein Geschenk, das dem Onkel die Tränen in die Augen trieb…
    Weil es aber Schwierigkeiten mit dem ausgewählten Buch gab, rief uns ein ZVAB-Mitarbeiter an, erklärte uns das Problem mit dem Wasserschaden und besorgte irgendwo ein anderes Exemplar. Ich gehe mal davon aus, dass Amazon einen solchen Kundendienst nicht bereitstellt…

  3. Klaus W. sagt:

    Es ist nun einmal eineTatsache, daß das Buch nicht mehr die Bedeutung hat, wie vor einigen Jahrzehnten (vor allem auch noch im Tal der Ahnungslosen). Wenn ich heute von Arbeit komme und erst einmal die Blogs von A(chg…) bis Z(et…) lese und dann noch die “Aktuelle Kamera” des MDR (und: es gibt noch schlimmere 3.) sehe, fehlt diese Zeit zum lesen in einem Buch.

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