Nicht mehr alle Waren im Korb …

In der letzten Stunde vor Ladenschluss macht das Verkaufen und das Einkaufen vermutlich niemandem mehr Spaß. Das Ladenpersonal sehnt den Feierabend herbei und auch die meisten Kunden haben einen langen Arbeitstag hinter sich. Manchmal kann man dann sehr merkwürdige Verhaltensweisen beobachten.

Wer aufmerksam durch die Supermärkte und Feinkostabteilungen geht, kennt vermutlich die Spuren einer inzwischen weit verbreiteten Unsitte: Die Kunden stellen irgend eine Ware in ihren Einkaufswagen, merken Minuten später, dass sie die Ware doch nicht haben möchten, und legen sie in irgend einem anderen Regal ab.

Das mag einem Glas Senf oder einer Packung Toastbrot nicht schaden. Das Verkaufspersonal wird solche Waren wohl wieder in das richtige Regal zurückbringen. Aber eine kleine Platte mit Käse oder Wurst, die an der Theke zusammengestellt wurde, kann das Ladenpersonal am Abend nur noch wegwerfen.

Gestern konnte ich in der Schillergalerie im (guten) Konsum-Markt etwas beobachten, was ich vorher noch nie erlebt hatte: Ein Kunde hatte schon alle Waren auf das Band gelegt. Er nahm dann eine riesige Flasche mit einem Energy-Drink wieder herunter und stellte sie auf den Fußboden unter das Band der unbesetzten Nachbarkasse. Das hatten mehrere Leute beobachtet, auch die Kassiererin an unserer Kasse.

Wie hat sie wohl reagiert?


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13 Antworten zu Nicht mehr alle Waren im Korb …

  1. Christiane sagt:

    Hmmm, zu DDR-Zeiten hätte sie ihm furchtbar die Meinung gegeigt.
    Im heutigen Hamburg hätte sie ihn wahrscheinlich freundlich (!) gefragt, ob sie das für ihn wegräumen dürfe, da er es wohl nicht benötige.
    Und im (guten) Konsum in Dresden würde sie ihn vielleicht freundlich, aber bestimmt fragen, ob das jetzt sein Ernst sei und er das nicht gerade ordentlich ins Regal stellen wollte?!?!?

    • stefanolix sagt:

      Das stimmt leider nicht ;-)

      Ich lasse die Antwort auf die Frage noch bis morgen nachmittag offen.


      In der DDR-Zeit wäre niemand auf die Idee gekommen, eine Ware auf den Fußboden zu stellen. Damals war man doch froh, wenn man überhaupt etwas im Korb hatte.

      • Antifa sagt:

        In der DDR-Zeit wäre niemand auf die Idee gekommen, eine Ware auf den Fußboden zu stellen. Damals war man doch froh, wenn man überhaupt etwas im Korb hatte.

        Stimmt, da gab es eigentlich nichts.

      • stefanolix sagt:

        Wobei die Mangelwirtschaft sicher auch nicht zu einem wirklich besseren Verhältnis zwischen dem Personal der Verkaufsstellen und den Kunden beigetragen hat.

  2. Christiane sagt:

    NIcht mal ansatzweise eine davon?? Oh mein Gott?! Hat sie musicalmäßig ein Lied über Arbeit angestimmt??

  3. Verkäuferin ist ein knüppelharter Beruf, der nicht leichter dadurch wird, daß sich an der Kasse die schlechte Erziehung des ganzen Landes ungeniert sammelt und äußert. Ich bewundere Verkäuferinnen, die kurz vor Feierabend noch lächeln (das sind überraschend viele).
    Hat sie ihm höflich gesagt, daß er einem Irrtum bezüglich des richtigen Platzes für diese Flasche unterliegt?

    • stefanolix sagt:

      Du kommst der Sache schon recht nahe.


      Mit der guten und schlechten Erziehung ist das so eine Sache. Man könnte jetzt die gut (besser) erzogenen Kunden in der Schlange fragen: Warum haben Sie eigentlich nichts dazu gesagt?

      Oder man könnte sich selbst die Frage stellen: Ab welchem Punkt würdest Du denn etwas dazu sagen? Prinzipiell ist es eine Angelegenheit zwischen dem Markt und dem Kunden und man ist als Kunde nicht dazu bestimmt, andere Menschen über ihren Ton, ihr Benehmen oder andere persönliche Dinge zu belehren.


      Die Beobachtung von gestern Abend mag ein Sonderfall gewesen sein. Aber das wilde Abstellen von Waren (und speziell auch von Waren, die zu kühlen sind) ist für die Mitarbeiterinnen eines Marktes sicher ein Ärgernis.

    • stefanolix sagt:

      Zur Auflösung ;-)


      Der etwa 35- bis 40jährige Mann hatte schon rosa Ohren, als er an unserer Kasse an der Reihe war. Die Kassiererin ließ sich nichts anmerken, als sie seine Waren über den Scanner zog.

      Doch am Ende fragte sie trocken: »Und? Ha’m wir alles?«

      Da waren seine Ohren so rot wie Tomaten. Aber er hat die Flasche trotzdem nicht weggeräumt.

  4. Manni sagt:

    Die Auflösung war ja nun doch relativ unspektakulär?!
    Ich hätte auf einen anständigen “verbalen Einlauf” für den Mann getippt – bzw. gehofft…
    Da find’ ich z.B. die Berliner(innen) mit ihrer direkten Art klasse,
    selbst erlebt: Drogeriemarkt (schicke Gegend, Nähe Ku’damm), kurz nach Ladenöffnung beim Versuch, “Kleinkram” mit einen 100′er zu zahlen: “Wat soll ick’n damit – ham se’t nich passend?!!”
    Einzigartig…
    Okay, sowas derbes gibt der dresdner Dialekt vielleicht nicht her,
    aber zumindest “hintenrum” können wir ja durchaus deutlich werden…

    • stefanolix sagt:

      Ich hatte mit meiner Frage keine spektakuläre Reaktion und auch keinen Eklat in Aussicht gestellt. Ja, die »Berliner Schnauze« ist anders gewachsen; Berliner sind direkter als Dresdner. Aber natürlich auf beiden Seiten der Kasse.

  5. Manni sagt:

    Und ganz allgemein finde ich natürlich (da man sich im Leben ja immer mindestens 2x begegnet), sollten sich Menschen grundsätzlich jedem Vertragspartner gegenüber respektvoll verhalten, sei es der Tankwart, die Kassiererin im Supermarkt, der Arbeitgeber oder selbst die Angetraute ;-) …

    • stefanolix sagt:

      So ist es. Und deshalb habe ich über diese kleine Alltagsbeobachtung gebloggt. Wenn jemand nur aus einem Impuls heraus eine Ware auf dem Fußboden abstellt, muss sich ein anderer Mensch bücken, die Ware aufnehmen und wieder ins Regal stellen.

      In manchen Gegenden dieser Welt gilt der Fußboden als »unrein«. Ich weiß nicht, wie sauber der Fußboden der Schillergalerie am Donnerstag war, aber vielleicht musste die Flasche sogar noch kurz gesäubert werden. So oder so: Es ist eine gedankenlose und dumme Aktion gewesen.

      Vielleicht hat die Bemerkung der Kassiererin aber mehr bewirkt, als es zuerst den Anschein hatte. Wer vor Verlegenheit rot wird, denkt ja dann vielleicht doch etwas nach.

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