Die Sächsische Zeitung druckt einen Bericht ab, der schon lange nicht mehr aktuell ist …

31. Juli 2012

und die Redaktion hätte es besser wissen können.

Zugegeben: Ich lese Fachblogs über Medien meist eher diagonal und kann mir dafür nur recht wenig Zeit nehmen. Aber ich bin auch der Meinung: Um die Medien zu verstehen, sollte man unter anderem DWDL, das BILD-Blog und (in Sachsen) den Flurfunk kennen.

Viel zu oft findet man in den Medien falsch interpretierte Zahlen, willfährig abgedruckte PR oder aus dem Zusammenhang gerissene Informationen. Deshalb wird Medienkritik immer wichtiger.

Bei DWDL ließ mich eine Meldung von vorgestern schmunzeln: Viele deutsche Medien haben einen Agenturbericht wiedergegeben, den die dpa offensichtlich ohne zeitliche Einordnung veröffentlicht hat. Dabei haben sie übersehen, dass es sich um eine mehrere Wochen alte Meldung gehandelt hat.

Es geht dabei um einen Travestie-Star, der die Stücke der amerikanischen Sängerin Whitney Houston interpretiert hat. Sein Bild in seiner Rolle als Whitney wurde am 06. Juli bei CNN anstelle des Bildes der verstorbenen Sängerin gezeigt und am 14. Juli hat ein Boulevard-Portal die Angelegenheit publik gemacht. DWDL kommentiert:

Das Internet ist ein schnelles Medium. Nur die, die damit arbeiten, nicht immer. Am Sonntag machte eine Meldung über eine falsche Whitney Houston im deutschsprachigen Web Schlagzeilen. Dabei ist sie schon mehrere Wochen alt …


Dann geriet mir die Sache in Vergessenheit, denn es drängten Abgabetermine für diverse Manuskripte. Heute morgen habe ich mich allerdings blitzartig wieder an die DWDL-Meldung erinnert, als ich beim Frühstück die »Sächsische Zeitung« las.

Zwei Tage, nachdem die Sache im Fachblog publik wurde, druckt unsere führende Lokalzeitung den veralteten Artikel nun auch noch nach. Natürlich ohne zeitliche Einordnung des Ereignisses. Jeder Leser, der die Geschichte nicht einordnen kann, hält sie für aktuell.

Fragte nicht Harald Staun gerade erst am Sonntag in der F.A.S. in seinem Artikel »Was genau war denn früher besser?«, wann das goldene Zeitalter des Journalismus war:

[…] in jüngerer Vergangenheit, kurz vor der Erfindung des Internets, als es noch möglich war, ganze Agenturberichte wörtlich abzudrucken, ohne sich lächerlich zu machen?

Man sieht: Manche Zeitungen schaffen das heute noch. Sie merken gar nicht, wie sie sich damit erst lächerlich und dann überflüssig machen.



Bilder von der Ostrale 2012 in Dresden (Teil IX)

31. Juli 2012

Jáchym Fleig aus Deutschland stellt die Skulptur »Doppelaggregat« aus. Auf seiner Website sind ähnliche Skulpturen zu sehen, aber diese zehn Jahre alte Arbeit sieht auch sehr interessant aus.

Jáchym Fleig: »Doppelaggregat«


Noch Fragen zum Thema Ostrale? Einige Antworten gibt es im ersten Artikel der Serie und mehr Bilder gibt es in der Kategorie »Ostrale 2012«.



Voll und leer

30. Juli 2012

Gefunden am Rande der Ostrale (22.07.2012).


Bilder von der Ostrale 2012 in Dresden (Teil VIII)

30. Juli 2012

Hubert Heinrich stellt die Überlagerung »Küchenpersonal« aus. In seinen Galerien sind auch viele Bilder mit Architekturmotiven zu finden.

Hubert Heinrich: Küchenpersonal.


Noch Fragen zum Thema Ostrale? Einige Antworten gibt es im ersten Artikel der Serie und mehr Bilder gibt es in der Kategorie »Ostrale 2012«.



Olympiakritische Piktogramme

29. Juli 2012

Die meisten Texte und Bilder verstehen wir mit unserem Bewusstsein. Für Piktogramme scheint mir dagegen das Unterbewusstsein zuständig zu sein: Wenn wir irgendwo auf der Welt das Piktogramm für den Notausgang sehen, werden wir im Notfall wohl schnellstens in die angegebene Richtung laufen. Piktogramme sind also Vereinfachungen, die wir auch ohne Text verstehen.

In einem Fontblog-Artikel habe ich nun eine Reihe von Piktogrammen gefunden, die man nicht alle auf den ersten Blick entschlüsseln kann und die zum Nachdenken anregen sollen

Jonathan Barnbrook ist ein Grafiker, den an Olympia wohl so einiges ankotzt. So nannte er seine Piktogramme Olympukes und schrieb u. a. zu diesem Poster:

The two posters illustrate the characters playing out the stories of Olympukes 2012 …

Das sind dann nicht die angenehmsten Figuren: Wir sehen z. B. zweifelhafte Sponsoren, prügelnde Sicherheitskräfte oder Denunzianten in der Nachbarschaft. In diesem Blog-Artikel erfährt man etwas mehr über Jonathan Barnbrooks Motivation.

Obwohl ich mich nicht jeder Kritik an Olympia anschließe und den ehrlichen Sportlern ihr Fest von ganzem Herzen gönne: An manchen Stellen hat er nicht ganz Unrecht. Auch was uns die internationalen Fußballverbände FIFA / UEFA 2010, 2011 und 2012 zugemutet haben, könnte so manchen Würgereflex auslösen.



Amerikanische »Wissenschaftler« haben herausgefunden …

29. Juli 2012

war unter uns Studenten früher die Chiffre für: »In der Zeitung steht ein Artikel über ein Phänomen, das sich jemand aus den Fingern gesogen und in Form einer Studie veröffentlicht hat.« Ohne die richtige Betonung täte dieser Satz allen wirklichen Wissenschaftlern Unrecht und deshalb wurden die Gänsefüßchen mitgesprochen.

Die Qualitätsmedien haben inzwischen so gravierende Probleme mit sich selbst, mit ihren Lesern und mit ihren Anzeigenkunden, dass sogar ein Feuilleton-Redakteur der recht guten Wochenzeitung F.A.S. darüber nachsinnt (ich trage den Link nach, wenn der Artikel online verfügbar ist). Harald Staun fragt in seinem Artikel »Was genau war denn früher besser?«, wann das goldene Zeitalter des Journalismus war:

[…] in jüngerer Vergangenheit, kurz vor der Erfindung des Internets, als es noch möglich war, ganze Agenturberichte wörtlich abzudrucken, ohne sich lächerlich zu machen?


Eigentlich könnte man fast an jedem Tag einen resignierten Blog-Artikel über Pressemeldungen schreiben, die im Grunde notdürftig umformulierte Agenturmeldungen, Pressemitteilungen, Artikel von PR-Agenturen oder Zusammenfassungen ungelesener und unverstandener Studien sind.

Heute mache ich es mir aber mal einfach: Einen treffenden Artikel zu einer solchen Studie habe ich im Sprachlog (ein Blog von scilogs.de) gefunden: Stille Post verschlechtert die Grammatik.



Bilder von der Ostrale 2012 in Dresden (Teil VII)

29. Juli 2012

Ein beeindruckendes Bild von Sandra Collée: »The Smell of Gas«. Hier gibt es mehr Bilder von ihr zu sehen.

The Smell of Gas.


Noch Fragen zum Thema Ostrale? Einige Antworten gibt es im ersten Artikel der Serie und mehr Bilder gibt es in der Kategorie »Ostrale 2012«.



Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 62 Followern an