Die »junge Welt« titelt mit der Mauer oder mit Fidel Castro — aber es ist doch eigentlich egal …

Von der linken Tageszeitung »junge Welt« nimmt ja normalerweise kaum jemand Notiz. Viele dachten, dass das Blatt schon längst zu Staub zerfallen sei, als es vor einem Jahr zum 50. Jahrestag des Mauerbaus ein Dankeschön an die bewaffneten Organe der DDR veröffentlichte.

Ein Dankeschön für die Mauermorde, für die Selbstschussanlagen, den Stacheldraht und die Minenfelder. Das sagt viel über die Redaktion und die Zielgruppe dieser Zeitung aus …


Natürlich spielt die »junge welt« ein Jahr später auf diese Aktion an. Man dankt heute nicht den Sicherheitsorganen Honeckers und Mielkes, sondern man erinnert sich an einen alten Freund der beiden: Man gratuliert mit »Danke, Commandante« dem kubanischen Ex-Diktator Fidel Castro zum Geburtstag. In der Hommage der »jungen Welt« steht unter anderem:

Was bedeutete es für Kuba, Revolutionär zu sein? Es bedeutete, mit der Überzeugung, daß nur das Ethische nützlich sein kann, an die Wurzeln der sozialen Probleme zu gehen, an die Fähigkeiten des Volkes zu glauben, die verborgenen, unsichtbaren Möglichkeiten aufzudecken und möglich zu machen, was undurchführbar schien.

Nun haben sie auf Kuba etwa 50 Jahre Zeit gehabt, das wahrhaft Ethische in die Tat umzusetzen. Das Regime hat sein Volk mit Hilfe eines perfiden Systems permanent bespitzelt. Es hat viele Menschen eingekerkert, die es wagten, eine eigene Meinung zu vertreten. Zehntausende Kubaner sind beim Versuch einer Flucht aus dem Unrechtsstaat Kuba in die Freiheit gestorben.


Aber haben sie unter Castro wenigstens die »verborgenen und unsichtbaren Möglichkeiten des Volkes« aufgedeckt und genutzt? In den Zeitungen der vergangenen Woche konnte man Artikel über die Versorgung der Kubaner mit Lebensmitteln lesen. Illustriert waren sie mit dem Bild eines staatlichen sozialistischen Lebensmittelladens, in dem zwei lustlose Angestellte einige Kuba-Orangen beaufsichtigten.

Wer in der DDR zur Schule gegangen ist, müsste diese Früchte der Mangelwirtschaft noch kennen: Kuba-Orangen sind eine verunglückte Kreuzung aus grüner Orange, Stroh und Industriekautschuk. Kuba hat sie damals der DDR im Tausch gegen Maschinen und Industrieanlagen geliefert.

Jetzt will Kuba wieder einmal seine Wirtschaft »reformieren«: Es soll nun doch etwas Privatinitiative möglich sein. Die andere ewiggestrige Tageszeitung, das »neue deutschland«, berichtete in der letzten Woche aus Kuba:

Staatliche Unternehmen werden die Stützpfeiler der Wirtschaft bleiben, versicherte Parlamentspräsident Ricardo Alarcón. »Wir werden unseren Sozialismus aktualisieren, perfektionieren, aber keinen Deut von seinen Prinzipien aufgeben«, bekräftigte Raúl Castro. Bereits mit Sicht auf den 7. Parteitag im Jahr 2016 wird begonnen, den Parteiapparat zu verjüngen.


Vielleicht ist das der Beginn eines Wandels durch Wirtschaft. Vielleicht wird eines Tages der Parteiapparat nicht verjüngt, sondern davongejagt. — Ich bin sicher, dass sich dieses Volk nach der Befreiung von der kommunistischen Diktatur und nach der Einführung eines demokratischen Rechtsstaats binnen kurzer Zeit aufschwingen würde.

Es gäbe neben Fidel Castro und seiner Machtclique vermutlich auch in Deutschland einen Verlierer dieses Umschwungs: Die sozialistische Tageszeitung »junge Welt«. Aber das wäre wohl zu verschmerzen …


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