Bazooooooooka!

Heute liest man in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, dass ein norddeutscher Provinzpolitiker den Einsatz der »Bazooka« gefordert habe. Die »Bazooka« soll wohl symbolisch für eine Waffe stehen, die aller Spekulation den Garaus machen und somit den Euro retten wird.

Bisher hat der Mensch aber für jede Angriffswaffe irgendein Gegenmittel gefunden: Entweder eine Vergeltungswaffe, die vom Einsatz der Angriffswaffe abschreckt oder eine Verteidigungswaffe, mit der die Angriffswaffe unschädlich gemacht wird.

Da bilde ich mir schon beim Lesen der Überschrift ein gepflegtes Vorurteil: Wenn ein Vorschlag mit einer derart blödsinnigen Analogie veranschaulicht werden muss: Kann der Vorschlag dann überhaupt etwas taugen? Und warum spielen Medien dieses Spiel mit?


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4 Antworten zu Bazooooooooka!

  1. Muriel sagt:

    Du hast also auch ein FAZ-Problem.
    Schön, dass ich damit nicht alleine bin.

    • stefanolix sagt:

      Den Begriff »Bazooka« gibt es schon länger. Die F.A.Z. hat ihn verwendet. Aber wer auch immer den Begriff eingeführt hat: es ist aus meiner Sicht völlig unangemessen, dem Volk zu suggerieren, man könne alle Probleme mit einer Superwaffe wegpusten.

  2. Alex sagt:

    Diese Bezeichnung, insbesondere für Liquiditätsspritzen und staatliche Investitionsprogramme, ist doch schon eine Weile im Umlauf. Kommt angeblich (und ich glaubs) aus den Englischsprachigen, wo man damit eben derartige “massive” wirtschaftliche Maßnahmen medienwirksam bezeichnet.

    Interessant dazu Google Trends: http://www.google.com/trends/?q=bazooka Es findet wohl häufiger, vor allem innerhalb des letzten Jahres, im wirtschaftlichen Kontext Verwendung.

    • stefanolix sagt:

      Zweifellos. Und diese Bezeichnung stört mich auch schon genauso lange. Denn durch den Einsatz einer solchen massiven Maßnahme schafft man immer neue Probleme und löst vermutlich die alten Probleme trotzdem nicht.

      In diesem Zusammenhang muss ich immer wieder auf den Klassiker von Dietrich Dörner verweisen:

      Die Logik des Mißlingens: strategisches Denken in komplexen Situationen.

      Dort wird sehr instruktiv gezeigt, warum solche massiven Eingriffe in ein komplexes System praktisch immer mehr Schaden als Nutzen anrichten.

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