Quitteronata

Ich hatte einer Bloggerkollegin etwas leichtsinnig versprochen, eine scharf-süße Konfitüre aus Quitten und Peperoni zu kochen, wie man sie in Italien manchmal zum Käse isst. Das Vorbild war die »Peperonata« (Paprikakonfitüre) von der »Fattoria La Vialla« — allerdings nicht in der süßen, sondern in der scharfen Version.

Heute hatte ich mein aktuelles Manuskript zur Post getragen und dann blieb plötzlich noch etwas Zeit. Bevor ich vergesse, wie es funktioniert hat, schreibe ich es auf. Und wer Lust hat, mag das Rezept nachkochen. Allerdings ist es kein Rezept für Anfänger: Ein klein wenig Erfahrung schadet nicht.


Ich verlose ein kleines Glas »Quitteronata« (scharf-süße Konfitüre aus Quitten, Äpfeln, Limetten und roten Peperoni) unter allen, die in den Kommentaren erkennen lassen, dass sie eins haben möchten. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mehr als ein Glas kann ich von dieser Charge nicht mehr abgeben.

Um meine Erfahrung offenzulegen: Ich habe in drei Jahren etwa ein Dutzend Mal Konfitüre, Marmelade oder Gelee gekocht und es ist nur eine einzige Charge misslungen ;-)

Ich gehe jetzt einfach davon aus, dass kleine Gläser, passende Deckel, ein Marmeladentrichter und alle anderen Gerätschaften zum Einkochen bereitstehen und erzähle, wie ich es gemacht habe.


Zutaten

  • 2 sehr große gelbe Birnenquitten
  • 2 frische Äpfel (z.B. Cox Orange)
  • 2 längliche dunkelrote Peperoni (mittelscharf, 12cm)
  • 2 frische Limetten
  • 500 Gramm Gelierzucker der Sorte »2:1«
  • konzentrierter Quitten/Apfel-Saft pur zum Abschmecken

Zubereitung

  1. Limetten auspressen, Saft beiseite stellen.
  2. Quitten und Äpfel schälen, Kerngehäuse entfernen, in kleine Würfel schneiden.
  3. Peperoni putzen, entkernen, abspülen und in ganz dünne, kurze Streifen schneiden.
  4. Quitten- und Apfelwürfel mit den Peperonistreifen und wenig Wasser (oder Quittensaft) in einen Topf geben.
  5. Den Inhalt des Topfes erhitzen, kurz aufwallen lassen, dann die Hitze wegnehmen und einige Minuten ziehen lassen.
  6. Den Inhalt des Topfes in einem anderen Gefäß abkühlen und pürieren [man könnte es auch durch ein geeignetes Sieb drücken].
  7. Die pürierte Masse gut durchrühren. Limettensaft zugeben. Rühren.
  8. Das Volumen der Fruchtmasse kontrollieren, damit es zur Zuckermenge passt. Bei mir waren es etwa 1.000 Milliliter.
  9. Die Masse lauwarm werden lassen, mit dem Gelierzucker vermischen und gründlich rühren. Abschmecken. Falls es zu scharf ist: mit reichlich Saft oder etwas Zucker korrigieren.
  10. Wie üblich: Unter Rühren aufkochen, unter Rühren drei Minuten kochen lassen und sachgerecht in die vorbereiteten Gläser abfüllen.

Es gibt sehr unterschiedliche Peperoni-Arten. Man sollte unbedingt mit konzentriertem Quitten/Apfel-Saft gegensteuern können, falls es zu scharf wird. Die pürierte Masse kann wirklich verdammt scharf werden. Deshalb sollte immer etwas Weißbrot bereitstehen.

Für den erwähnten Saft entsafte ich sehr große gelbe Birnenquitten und Äpfel im Zahlenverhältnis 1:1 (inklusive Schalen und Kerngehäusen) mit relativ wenig Wasserzusatz, weil dann im Saft schon Pektin enthalten ist. Der Saft ist sehr aromatisch und wird im Kühlschrank ohne jeden Zuckerzusatz leicht dickflüssig. Er eignet sich auch gut für Gelee.


Als ich fertig war, habe ich gegoogelt, ob das Wort »Quitteronata« schon existiert. Google hat es nicht gefunden und jetzt ist es meins ;-)


About these ads

11 Antworten zu Quitteronata

  1. Muriel sagt:

    Glückwunsch.
    Das Rezept klingt gut, da wäre ich dabei. Ich hab auch schon ein paar Mal selbst Konfitüre gemacht und war vom Ergebnis jedes Mal begeistert. Dummerweise kommt dabei immer so viel raus, dass ich vorläufig damit aufgehört habe.
    So gesehen, wäre mir auch sehr geholfen, wenn du mir ein Glas schicken würdest. Dann muss ich es nicht selbst zubereiten und versuchen, die überschüssigen Portionen loszuwerden.

  2. […] Stefanolix verlost http://stefanolix.wordpress.com/2012/10/24/quitteronata/. […]

  3. Muyserin sagt:

    Oh là là, das liest sich ja merveilleux!

    Was aber muss man sich hierunter vorstellen?

    Das Volumen der Fruchtmasse kontrollieren, damit es zur Zuckermenge passt. Bei mir waren es etwa 1.000 Milliliter.

    • stefanolix sagt:

      Auf der Packung des Gelierzuckers steht meist eine Angabe wie: »Für 1.250 Gramm Früchte oder 1.000 ml Fruchtsaft«. In diesem Fall ließ sich das Volumen der pürierten Fruchtmasse am einfachsten in dem großen Maßbecher bestimmen, in dem ich ohnehin püriert & abgescheckt hatte.

  4. Stitch Jones sagt:

    …also, ich bin durchaus bereit, ein Glas davon zu verkosten…

  5. dottikocht sagt:

    Ich würde auch eine Verkostung riskieren…

  6. […] Rezept  http://stefanolix.wordpress.com/2012/10/24/quitteronata/ hatte meine Neugier geweckt. wo aber sollte ich jetzt noch Quitten herbekommen. Unser Quittenbaum […]

  7. Xeniana sagt:

    Jetzt hab ich kommentiert ohne es zu wollen, Technik…..

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 64 Followern an

%d Bloggern gefällt das: