Ich fordere die 40-Stunden-Woche …

7. Januar 2010

Schlaf!

Passend dazu: eine Schnee-Schlafmütze:

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Stärke oder Gelassenheit

17. Oktober 2009

Auch in der DDR gab es Poesiealben für die Schulkinder und in unserer Gegend haben wir damals Stunden damit verbracht, diese Büchlein mit Bildchen und Sprüchen zu füllen. Den besseren Schülerinnen (mit der Schönschrift und den Spitzennoten) schrieb man:

Wenn dich die Lästerzunge sticht,
so laß dir das zum Troste sagen:
Die schlechtesten Früchte sind es nicht,
woran die Wespen nagen. (Gottfried August Bürger)

Nachdem man diese Moral losgeworden war, konnte man ja trotzdem weiter ablästern ;-)

Auch in der DDR gab es dann unter Jugendlichen viele Sinnsprüche und Weisheiten. Der »Kleine Prinz« war vor allem in den Phasen sehr angesagt, in denen man nur mit dem Herzen gut sah. Wer seine Freundin beeindrucken wollte, der holte sich aus der Bibliothek noch die anderen Werke dieses geheimnisvollen Dichters Antoine de Saint-Exupéry.

Als wir zwischen 16 und 18 Jahre alt waren, ging in der Schule dieser Spruch um:

Give me the strength to take the things I cannot change,
and give me the courage to change the things I am able to,
and always the wisdom to see the difference.

oder in einer ganz einfachen Übersetzung:

Gib mir Stärke für die Dinge, die ich nicht ändern kann,
und gib mir Mut für die Dinge, die ich doch ändern kann,
und immer die Weisheit zum Unterscheiden.

Dieser Spruch hatte bei uns nicht die Bedeutung eines Gebetes. Das »Give me …« war im Grunde nicht an ein höheres Wesen gerichtet. Wenn man es für einen anderen Menschen aufschrieb, hatte es eher die Bedeutung von »Ich wünsche Dir …«.

Dieser Spruch war Mitte der achtziger Jahre nicht so dahingesagt. Er hat uns daran erinnert, dass wir jeden Tag die Balance zwischen äußerlicher Anpassung und innerem Widerstand, Mitsingen und Schweigen, aber auch »Mund halten« und »Mund aufmachen« finden mussten.

Als mir der Spruch in den letzten Tagen einfiel und ich danach im Internet suchte, habe ich zwar nirgends den gleichen Wortlaut gefunden, aber viele Variationen. Meist waren es richtige Gebete, viele Treffer lagen in den USA. Und dabei ist mir aufgefallen: meist wurde dort nicht um »Stärke«, sondern um »Gelassenheit« gebetet. Bei den anonymen Alkoholikern scheint es zum Beispiel eine Art »Serenity Prayer« zu geben.

Als ich dann direkt nach »Serenity Prayer« suchte, kam ich zu einer Wikipedia-Seite, die den Ursprung erklärt und den Urheber nennt. Also war das, was wir in der DDR untereinander weitergaben, eigentlich ein Gebet um Gelassenheit. Ich habe das erst jetzt richtig bemerkt.

Doch ich weiß ganz genau, dass wir damals »strength« geschrieben haben. Ist es Zufall, mit welchen Worten man diesen Wunsch formuliert?


Man sollte Laufen und Politik eigentlich nicht vermischen,

24. September 2009

aber das Team von Achim Achilles hat trotzdem eine Art Wahlhilfe für Läufer ins Netz gestellt. Unter einem Konterfei von Lafontaine liest man zum Beispiel über den Läufertyp »Sozialist«:

Nach jahrelangem, intensivem Training, schaffen Sie den Marathon unter drei Stunden. Ihr Laufpartner nicht. Die Rennleitung zwingt Sie, so langsam zu laufen wie Ihr Laufpartner. Außerdem werden Sie gezwungen, gegen schnelle Marathonzeiten zu demonstrieren. Sie kaufen sich eine Trillerpfeife.

Das passt einigermaßen, aber nicht alle Beschreibungen sind wirklich geschmackvoll.

Ich habe diese Seite nicht mehr gebraucht, denn meine Entscheidung steht fest: Laufen gehe ich, um meinen Kopf frei zu bekommen. Und wählen gehe ich, um einer Bürgerpflicht zu genügen. Aber nach dieser Wahl werde ich mich von den politischen Themen trennen. Auch wenn der Entzug sehr hart sein wird: Ich bin sicher, dass sich das lohnt.


Sie haben zwar nichts gefunden,

11. September 2009

aber vielleicht können wir Ihnen trotzdem weiterhelfen? Meint Zweitausendeins, nachdem ich dort nach einem Buch gesucht habe:

Ihre Suchanfrage ist leider ohne Ergebnis. Zum Trost zeigen wir Ihnen ein paar Sachen aus unserem aktuellen Programm.

Ich sag jetzt nicht, wonach ich gesucht habe. Aber die vier Bücher von John Updike standen damit wirklich in keinem Zusammenhang ;-)


Dresdner Brückenlauf

23. August 2009

Einige hundert Läufer bewegten sich heute beim Dresdner Brückenlauf über die Albertbrücke und das Blaue Wunder. Der Autor dieses kleinen Blogs hat die Runde zweimal absolviert und durfte sich auf der Halbmarathon-Distanz (21.1 Kilometer) mit 1:32,07 in die Ergebnisliste eintragen lassen. Das war persönliche Bestleistung und brachte den dritten Platz in der Altersklasse.

Leider war am alten Dresdner Wasserwerk(!) bei etwa 16 Kilometern schon für die 1:30er Halbmarathon-Läufer das Wasser alle und im Ziel gab es auch nichts mehr. Das darf einfach nicht passieren. Ich brauche bei einem Lauf wirklich kein Mineralwasser aus der Flasche — das Trinkwasser von der DREWAG ist ein sehr gut kontrolliertes Lebensmittel.

Aber ganz ohne Wasser macht es auf den letzten Kilometern keinen Spaß. Angesichts der Startgebühr kann man nicht von einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis sprechen. Von den Turbulenzen bei der Zeitplanung gar nicht zu reden: es war nie vereinbart, dass die HM-Läufer vor den Zehn-Kilometer-Läufern starten sollten.

Der Oberelbe-Marathon auf dem selben Elbe-Radweg in Gegenrichtung hat mir im Frühjahr mehr Freude bereitet. Aber die Zeit lässt hoffen: Bei Herbstwetter sind in diesem Jahr vielleicht noch 30 Sekunden Verbesserung drin ;-)


Zahlenspiele zum Fahrradfahren in Dresden

12. August 2009

Die beiden Dresdner Tageszeitungen veröffentlichen heute eine Pressemitteilung des ADFC Dresden. Als lokaler Blogger bekam ich diese Pressemitteilung freundlicherweise auch zugeschickt und habe mir so meine Gedanken gemacht. Im Original:

Immer mehr Menschen in Dresden fahren Rad. Wie die Sächsische Zeitung berichtet, stieg der Anteil der mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege zwischen 1991 und 2008 von 6 auf 17 Prozent. Im Vergleich zu 2003 bedeutet dies einen Anstieg der Radnutzung auf nahezu das Anderthalbfache. 38% der Wege in Dresden werden mit dem Auto zurückgelegt, 21% mit Bus und Bahn.

In der Version der DNN lautet dieser Absatz unter der Überschrift »Dresdner zunehmend fahrradbegeistert«:

Immer mehr Menschen in Dresden fahren Rad. Nach Informationen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Dresden e.V. (ADFC) stieg der Anteil der mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege zwischen 1991 und 2008 von sechs auf 17 Prozent. Allein im Vergleich zu 2003 bedeutet dies einen Anstieg der Radnutzung auf nahezu das Anderthalbfache. 38% der Wege in Dresden werden mit dem Auto zurückgelegt, 21% mit Bus und Bahn.

Die Hervorhebungen in beiden Zitaten sind von mir.

Den »Anstieg der Radnutzung auf nahezu das Anderthalbfache« und den Zusammenhang (»bedeutet dies«) kann ich aus den gegebenen Zahlen nicht nachvollziehen. Für 2003 ist gar kein Anteil der mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege gegeben. Dieser Artikel ist leider ein typisches Beispiel für den Umgang der Dresdner Zeitungen mit Zahlen.

Im Artikel der DNN fehlt zunächst die wichtigste Bezugsgröße: Wie groß war die Summe aller zurückgelegten Wege im Jahr 1991, im Jahr 2003 und im Jahr 2008? Zweitens müsste man wissen: Welcher Anteil der zurückgelegten Wege entfiel im Jahr 1991, im Jahr 2003 und im Jahr 2008 auf das Fahrrad? Und dann könnte man auf der Basis dieser Daten einen Artikel schreiben.

Ich glaube ja gern, dass heute mehr Leute Fahrrad fahren und dass mehr Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Aber glauben kann ich in der Kirche. Wenn ich Zeitung lese, will ich etwas wissen. Und auf der Basis des Wissens würde ich auch gern über die Forderung des ADFC diskutieren:

Konrad Gähler vom ADFC Dresden sagt dazu: »Die Stadt muss nun endlich Geld in die Hand nehmen und den Radverkehr seiner wachsenden Bedeutung gemäß fördern.« Im Jahr 2008 wurden in Dresden unter ein Prozent der Gelder für Verkehrsbauvorhaben für den Radverkehr ausgegeben. »Wir fordern eine Steigerung der Investitionen auf 2,5 Mio. Euro jährlich.« Das entspricht 5 Euro pro Einwohner und hat sich als gängige Größenordnung für eine erfolgreiche Förderung des Radfahrens herausgestellt. »Mit den bisherigen Kleckerbeträgen werden wir in Dresden aber nicht weiterkommen«, sagt Gähler abschließend.

Der Autor dieses Blogs ist begeisterter Radfahrer, besitzt kein eigenes Auto und ärgert sich täglich über die schlechten Verkehrsplanungen in der Stadt. Aber damit die Fahrradfahrer sicher unterwegs sein können, müssen auch die anderen Verkehrsmittel möglichst vernünftig rollen. Man kann beispielsweise in München oder Mannheim sehen, wie es funktionieren könnte …


Zwischenruf: Keine Internetzensur in Israel

15. Juli 2009

Ein sehr interessanter kurzer Artikel bei netzpolitik.org: in Israel war nur ein religiös-fundamentalistischer Minister für Internetzensur. Und der wurde überstimmt.


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