Ende August am Strand von Norderney: Seehunde liegen in der Sonne und schauen sich die Menschen an, die auf einem kleinen Ausflugsschiff an ihnen vorbeifahren.
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Ende August am Strand von Norderney: Seehunde liegen in der Sonne und schauen sich die Menschen an, die auf einem kleinen Ausflugsschiff an ihnen vorbeifahren.
Bei SPON gibt es (wieder einmal) einen Reisetipp zur Stadt Dresden. In bemüht origineller Form wird dazu ein Experte »befragt«. Schon zu Beginn zeigt sich, dass der Mann ein wenig die Orientierung verloren hat. Er wird gefragt, wo der Tag in Dresden am schönsten beginnt und wo man dann den besten Kaffee bekommt. Er antwortet auf die erste Frage:
Auf dem Elberadweg zwischen dem »Blauen Wunder« und der Augustusbrücke. Morgens blinkt der goldene Engel auf dem Dach der Hochschule für Bildende Künste besonders schön im Sonnenlicht – und man hat den Weg noch weitgehend für sich.
Auf dem Elberadweg ist es morgens wirklich schön. Aber auf dem Dach der Hochschule für Bildende Künste ist wirklich kein Engel zu sehen, sondern eine Fama. Und die Fama blinkt nicht, sondern sie glänzt.
Im SPON-Interview ist der Spaziergänger oder Radler jedenfalls am Morgen bis zur Augustusbrücke gekommen und möchte nun gern einen Kaffee trinken. Auch dafür gibt es einen Tipp:
Wer nur eine Dosis Koffein will, der geht am besten ins Stehcafé der Dresdner Kaffee und Kakao Rösterei im Hauptbahnhof. Atmosphärischer schlürft es sich bei Charlottes Enkel, einer Espressobar am Schillerplatz: kaum Platz zum Umdrehen, dafür Mini-Cupcakes in Knallfarben und das Tässchen für 1,60 Euro. Früher hätte man vielleicht nach einem Schälchen Heeßen verlangt – heute bestellen die meisten Cappuccino oder Caffè Latte.
Die Empfehlungen sind prinzipiell richtig. An beiden Orten bekommt man sehr guten Kaffee, auch wenn ich mich am Sprachbild »atmosphärischer schlürft es sich« gerade gehörig verschluckt habe.
Aber die Wege bis zum Kaffee sind nicht gerade kurz: Zu »Charlottes Enkel« (in der Nähe des »Blauen Wunders«) müsste der Besucher von der Augustusbrücke den ganzen Weg wieder zurückfahren oder zurücklaufen. Das sind etwa sieben Kilometer. Zum Hauptbahnhof müsste er sich in die Straßenbahn setzen oder mindestens 25 Minuten laufen.
Bevor man solche Reisetipps in die Welt setzt, sollte man vielleicht mal einen Dresdner fragen. Am besten einen Dresdner, der verlockende Reiseverführungen schreiben kann …
Nachdem eine fundierte wissenschaftliche Studie der Leopoldina gezeigt hat, dass der Anbau von Pflanzen für BIO-Sprit unter ökologischen und sozialen Aspekten eigentlich nicht vertretbar ist, meldete sich bekanntlich die Grünen-Expertin Bärbel Höhn zu Wort und schlug allen Ernstes vor, die Energie in Zukunft von Wildkräuterwiesen zu gewinnen. Eine Wildkräuterwiese könnte etwa so aussehen:
Das klingt ja prächtig. Aber grün-motivierte Umweltschützer können doch auf keinen Fall zulassen, dass diese blühende Wiese um des schnöden Profits willen mit der Maschine abgeerntet wird. Darin sind doch sicher vom Feldhamster bis zum Osterhasen jede Menge Tiere versteckt — und im Hintergrund paaren sich im Wald schon die Juchtenkäfer, die auf keinen Fall durch den Lärm verschreckt werden dürfen.
Ich kann mich dieses Alptraums nicht erwehren: Wenn die Grünen eines Tages an der Macht sind und ihren Plan durchsetzen, dann werden die Menschen auf der Wiese stehen und »Energiepflanzen« mit der Hand pflücken. Andererseits ist es wohl nur konsequent: Es wird dann genügend Beschäftigungslose geben, weil Industrie und Bau schon lange kaputt sind …
findet gerade die jährliche Ausstellung »ORNÖ« mit Werken bildender Künstler statt. Die Ausstellung ist viel kleiner als die Ostrale und ein Besuch in dem alten Gebäude an der Saloppe ist sowieso immer interessant. Einige (ungeordnete und kaum bearbeitete) Eindrücke:
Martina Biesenbachs Arbeit »weisses glück« bildet einen frappierenden Kontrast zum Futterstall, in dem es ausgestellt ist.
Yvonne Salzmann stellt die Fotografie-Serie »born to die« über die »Verwertung« der Tiere aus Massentierhaltung aus, und diese Bilder können in ihrer Umgebung wirklich an die Nieren gehen, auch wenn der Schlachthof schon viele Jahre außer Betrieb ist.
Noch Fragen zum Thema Ostrale? Einige Antworten gibt es im ersten Artikel der Serie und mehr Bilder gibt es in der Kategorie »Ostrale 2012«.
Von Till Ansgar Baumhauer stammt die Installation Kleiner Horrorladen (»little shop of horrors«). Man muss diese Teppiche aus der Nähe sehen. Till Ansgar Baumhauer schreibt:
Im Rahmen meiner Ph.D.-Arbeit und nach mehreren Arbeitsaufenthalten in Herat (Afghanistan) befasse ich mich auf unterschiedlichen Ebenen mit den Konsequenzen aus dreißig Jahren Kriegserfahrung. Dabei verschränke ich künstlerische Zeugnisse des Dreißigjährigen Krieges in Deutschland (1618-1648) mit künstlerischen und kunsthandwerklichen Objekten und Äußerungen aus Afghanistan heute, also aus einem Land mit ebenfalls (inzwischen mehr als) dreißigjähriger Kriegserfahrung.
Noch Fragen zum Thema Ostrale? Einige Antworten gibt es im ersten Artikel der Serie und mehr Bilder gibt es in der Kategorie »Ostrale 2012«.
Meeting (Thanks to Caspar) von Ruth Campau.
Noch Fragen zum Thema Ostrale? Einige Antworten gibt es im ersten Artikel der Serie und mehr Bilder gibt es in der Kategorie »Ostrale 2012«.
Beklemmend: Ein Bild des untergegangenen U-Boots »Kursk« von Max Grüter aus der Schweiz, ausgestellt auf einem der Heuböden.
Noch Fragen zum Thema Ostrale? Einige Antworten gibt es im ersten Artikel der Serie und mehr Bilder gibt es in der Kategorie »Ostrale 2012«.
Im Rahmen der Reihe IAM – International Art Moves sind auch Künstler von der Faculty of Fine Arts, University of Granada zu Gast. Sie haben unter anderem dieses Bett (mit einem Traumgespinst?) in einen Futterstall gestellt. Was mich daran erinnerte, dass es im letzten Jahr ein Bild mit dem Titel »Ihr schlaft heute hier« gab.
Noch Fragen zum Thema Ostrale? Einige Antworten gibt es im ersten Artikel der Serie und mehr Bilder gibt es in der Kategorie »Ostrale 2012«.
Weit gereist ist dieses Werk: Es kommt von der Faculty of Art and Design (Bandung Institute of Technology) in Indonesien und ist von Indina Asri Andamari.
Noch Fragen zum Thema Ostrale? Einige Antworten gibt es im ersten Artikel der Serie und mehr Bilder gibt es in der Kategorie »Ostrale 2012«.
Jáchym Fleig aus Deutschland stellt die Skulptur »Doppelaggregat« aus. Auf seiner Website sind ähnliche Skulpturen zu sehen, aber diese zehn Jahre alte Arbeit sieht auch sehr interessant aus.
Noch Fragen zum Thema Ostrale? Einige Antworten gibt es im ersten Artikel der Serie und mehr Bilder gibt es in der Kategorie »Ostrale 2012«.
Hubert Heinrich stellt die Überlagerung »Küchenpersonal« aus. In seinen Galerien sind auch viele Bilder mit Architekturmotiven zu finden.
Noch Fragen zum Thema Ostrale? Einige Antworten gibt es im ersten Artikel der Serie und mehr Bilder gibt es in der Kategorie »Ostrale 2012«.
Ein beeindruckendes Bild von Sandra Collée: »The Smell of Gas«. Hier gibt es mehr Bilder von ihr zu sehen.
Noch Fragen zum Thema Ostrale? Einige Antworten gibt es im ersten Artikel der Serie und mehr Bilder gibt es in der Kategorie »Ostrale 2012«.
Zwei Werke der Künstlerin Nikola Fahlbusch werden heute vorgestellt. »Indoorlandscaping« und »Geschenkt«.
Heute wird hier ein Objekt der Künstlerin Mitsy Groenendijk aus Amsterdam vorgestellt, das es an den ersten Tagen der Ostrale auch noch in die Presse geschafft hat: »TCB, Taking care of business«. Vermutlich wird es in diesem Jahr eines der am häufigsten fotografierten Objekte sein. Zitat von der Website der Künstlerin:
With her monkey sculptures, Mitsy Groenendijk gives a voice to the animal Other and elaborates a discourse on humanity’s fate and theirs. By performing caricatured versions of human role models, her pet-size monkeys seem to as much take revenge on us as to make us aware of how much we mimic ourselves and others in order to be.
Der Künstler Herbert Egger aus Österreich ist mit dem Objekt »Global Home« auch in einem der vorderen Futterställe zu finden.
Fabian von Spreckelsen hat aus Stahlplatten einige Jagdtrophäen gestaltet. Auf den folgenden Bildern sind die Trophäen der Tiere zu sehen, die in Afrika wohl am häufigsten gewildert werden: Elefant und Nashorn. Hier gibt es noch mehr Trophäen von ihm zu sehen.
Das heutige Objekt stammt von Sandro Porcu und heißt »Studie Funktionsmodell«.
Der Autor dieses Blogs hat ja schon seit dem vorigen Jahr den leisen Verdacht, dass die Presseleute ihre Fotos von der Ostrale meist in den Räumen machen, die in der Nähe des Eingangs liegen — zumindest sind diese Objekte überproportional oft in der Zeitung zu sehen.
Es kann natürlich auch daran liegen, dass die besten Objekte immer in den vordersten Ausstellungsräumen gezeigt werden ;-)
Im ersten Futterstall in der Nähe des Eingangs sind jedenfalls die »Family trees« von Emilie Brzezinski (USA) zu sehen. Die Künstlerin war im Netz auch auf einer Ausstellung in Washington und auf einer Ausstellung in New York mit ihrem Werk zu finden. Der vollständige Titel der Installation:
Family trees, a Hide and Seek Story
Emilie Brzezinski kommt in der Tat aus sehr interessanten Familienverhältnissen: Sie ist die Gattin des ehemaligen US-Sicherheitsberaters Zbigniew Brzezinski und stammt aus der Familie des tschechischen Politikers Edvard Beneš (Beneš-Dekrete).
Gestern war ich zum ersten Mal auf der Ostrale 2012. Wie schon im Jahr 2011 werde ich meine Eindrücke in einer Serie wiedergeben. Die Artikel werden zum Teil vorproduziert, weil mir Arbeit und Urlaub auch in diesem Sommer nicht immer Zeit zum Bloggen lassen werden.
Motivation
Ich möchte ausgewählte Kunstwerke der Ostrale 2012 im Rahmen der besonderen Atmosphäre des historischen Schlachthofs zeigen. Ich werde für jeden Künstler und jede Künstlergruppe einen Link hinzufügen, sofern ich ein Blog, eine Website, eine Flickr-Seite oder einen Youtube-Kanal finden kann.
Vorgeschichte
Im Jahr 2011 war ich als neugieriger Besucher zum ersten Mal mit der Kamera auf der Ostrale. Es war ein heißer Sommertag und ich hatte das riesige Gelände fast für mich allein. Im Rahmen des Besuches entstanden fast 500 Bilder und im Anschluss habe ich eine Artikelserie veröffentlicht.
Am Ende der Serie las ich in der Zeitung die Ankündigung für das nächste Jahr und ich war etwas enttäuscht über das sehr allgemein gehaltene Motto für 2012:
Unter dem Titel »homegrown« beschäftigt sie sich mit der Frage der Verortung kreativer Impulse in zeitlichem, räumlichem und kulturellem Kontext.
Dazu nur noch ein Satz: Ich wurde positiv überrascht ;-)
Einordnung
Die Ostrale findet in den Gebäuden des riesigen alten Schlachthofes in Dresden statt. Kurt Vonnegut hat dem Schlachthof in Roman Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug ein literarisches Denkmal gesetzt. Er war in Dresden in Kriegsgefangenschaft und überlebte hier auch den Bombenangriff am 13. Februar 1945.
Die Gebäude wurden auch in der DDR noch lange als Schlachthof genutzt und dann dem Verfall überlassen. In den ehemaligen Futterställen, auf dem riesigen Heuboden oder in der Fettschmelze sind nun Bilder, Installationen und Skulpturen ausgestellt. Einige Eindrücke von Gelände und aus den Gebäuden — noch ohne Kunstwerke:
Fazit (wie auch schon im Jahr 2011): Der historische Schlachhof ist bereits selbst ein Gesamtkunstwerk. — Ich freue mich auf viele neugierige Besuche und Fragen, wenn es ab morgen heißt: Bilder von der Ostrale 2012.
Bilder von einem kleinen Ausflug zur Schwebebahn (aus der Talstation, während der Fahrt und von der Bergstation):
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