Das Sächsische Gedenkstättenstiftungsgesetz und die ganz privaten Erinnerungen

17. Oktober 2012

Die Parteien CDU, FDP, SPD und Grüne sind im sächsischen Landtag kaum jemals einer Meinung. Jetzt ist einer dieser seltenen Fälle eingetreten: Zur Änderung des Sächsischen Gedenkstättenstiftungsgesetzes haben diese vier Parteien einen gemeinsamen Gesetzesentwurf eingebracht und schließlich auch beschlossen.


Ich habe den bisherigen Text und die Änderungen des Gesetzes in einem Anhörungsprotokoll des Landtags gefunden (PDF, 11 MByte). Darin liegt der Text ab Seite 103 leider nur in gescannter Form vor. Der Freistaat Sachsen verfolgt mit diesem Gesetz das Ziel

(…) die Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft der nationalsozialistischen Diktatur und der kommunistischen Diktatur, insbesondere der SED-Diktatur wach zu halten, den Widerstand gegen diese Diktaturen zu würdigen sowie die Strukturen und Methoden der jeweiligen Herrschaftssysteme für die Öffentlichkeit zu dokumentieren.

Zu den Gedenkstätten gehören Orte, an denen in der NS-Diktatur und in der kommunistischen Diktatur Menschen hingerichtet wurden, zum Beispiel am Münchner Platz in Dresden. Zu den Gedenkstätten gehören Orte, an denen uns die Singularität der NS-Verbrechen bewusst wird: In Pirna-Sonnenstein und in Großschweidnitz wird an die Opfer der Euthanasie erinnert.

Es gibt aber auch Gedenkstätten, die an alltägliche Zustände in Diktaturen erinnern: an die Unterdrückung der Meinungsfreiheit, an die Misshandlung von Jugendlichen, an die Abschiebehaft politischer Häftlinge und an die Bespitzelung der Oppositionsgruppen.


Der CDU-Abgeordnete Prof. Dr. Günther Schneider sagte im Landtag:

Das neue Gedenkstättenstiftungsgesetz hat damit seinen Ursprung in der Mitte des Sächsischen Landtages und ist der wichtige Schlussstein eines langen Konsensprozesses zwischen den an der Gedenkstättenstiftung des Freistaates Sachsen beteiligten Opfergruppen

Auch der Grünen-Abgeordnete Dr. Karl-Heinz Gerstenberg begrüßte die Verabschiedung des neuen Gesetzes mit den Stimmen der CDU, FDP, SPD und der Grünen:

Gedenkstätten ermöglichen also nicht zuletzt eine Auseinandersetzung mit der persönlichen Verantwortung für eine demokratische Gesellschaft, eine kritische Auseinandersetzung mit politischen und ethischen Fragen der Gegenwart. Und damit haben sie eine hervorgehobene Bedeutung dafür, dass das Bewusstsein einer Gefährdung der Zivilisationsprozesse immer wieder wach gehalten wird.


Eine Partei fehlt in der Aufzählung: Die Linkspartei hat den Entwurf zur Änderung des Gesetzes nicht mit eingebracht und erwähnt die Verabschiedung bis Redaktionsschluss dieses Artikels auch nicht auf ihrer Fraktionswebsite. Das kann nicht verwundern: Die Mehrheit ihrer Mitglieder in Sachsen wird vermutlich auch heute noch bedauern, dass die DDR-Diktatur gestürzt wurde und dass der Freistaat Sachsen an besonderen Orten an die Opfer dieser Diktatur erinnert.

Bleibt zu hoffen, dass sich viele Bürger an den Gedenkstätten über die SED-Diktatur informieren und dass die Erben diese Partei folglich immer weniger Wählerstimmen bekommen. Dagegen hilft der SED-PDS-Linkspartei auch keine weitere Umbenennung ;-)


Man hat es an den Reaktionen auf den »Turm« wieder gesehen: Filme, Bücher und Originaldokumente über die DDR-Zeit bis 1989 bleiben wichtig.

Man liest zwar immer wieder, dass doch inzwischen aus dieser Zeit »alles aufgearbeitet« sei. Doch das stimmt nicht: Zum einen gerät ohne Gedenkstätten vieles in Vergessenheit. Und zum anderen sind auch Erinnerungen an Freundschaften über die innerdeutsche Grenze hinweg, an Ausreise oder Flucht und den Fall der Mauer im Grunde virtuelle Gedenkstätten. Sie rufen uns in Erinnerung, wie frei wir heute sind …



Der Turm (2): Persönliche Anmerkungen

7. Oktober 2012

Heute ist der 7. Oktober. Es ist der Tag, an dem früher die DDR Geburtstag hatte. Am letzten Geburtstag der DDR stand ich allein in einer Um- und Ausbauwohnung im Dresdner Stadtteil Blasewitz und habe auf dem Dach des Hauses die Abdeckung eines großen Lichtschachts repariert.

Kurze Zeit später sind wir als sehr junge Familie in diese Wohnung eingezogen. Der Lichtschacht beleuchtete unsere Küche und in dieser Küche gab es eine Duschkabine, so wie man sie im ersten Teil des »Turm«-Films in der Wohnung von Josta sieht …


Der 7. Oktober ist für mich seit 1990 der Tag, an dem ich mich freue, dass es die DDR nicht mehr gibt. Als ich die ersten Szenen des zweiten Teils sah, wusste ich einmal mehr: Das wird immer so bleiben. Denn in diesen Szenen wird Christian Hoffmann auf brutale Weise in die real existierende Armee der DDR eingeführt. Nach der ersten halben Stunde wusste ich: Über den zweiten Teil des Films kann ich nicht so locker schreiben, wie über den ersten Teil.


In der Schule hatte Christian noch die Propaganda von der »sozialistischen Landesverteidigung« auswendig gelernt und vorgetragen. Nach der Einberufung erfuhr er am eigenen Leib, dass die NVA nichts als ein riesiger Unterdrückungsapparat war. Zur Verteidigung war diese Armee weitgehend ungeeignet, aber zum Schikanieren der jungen Wehrpflichtigen fehlte es nie an Ressourcen.

Die NVA war ein Unterdrückungsapparat, in dem sich die intelligenteren Offiziere oft bis zur Besinnungslosigkeit besoffen haben. Die NVA war ein Unterdrückungsapparat, in dem die dümmsten Offiziere die Soldaten manchmal bis in den Tod getrieben haben. Immer unter dem Deckmantel der DDR-Ideologie. Christian wurde aus dem »Turm« herausgerissen und diesem Unterdrückungsapparat ausgeliefert.


Christian schreibt im Film auf der Latrine einen Brief an seine Familie. Als ich ihn dort sitzen sah, musste ich an meine eigene Armeezeit denken. Ich habe meine 18 Monate im selben Alter und zur selben Zeit abgeleistet. Körperlich war das kein Problem. Die Eskaladierwand habe ich bei jedem Wetter sportlich genommen und die Läufe über 3.000 Meter habe ich geradezu genossen.

Aber ähnlich wie im Film waren Schreiben, Lesen und Denken den Vorgesetzten vom ersten bis zum letzten Tag verdächtig: Ich hatte als junger Abiturient auch Bücher im Spind, vor allem für das spätere Studium — und ein brunzdummer sozialistischer Berufsunteroffizier hat mir einen Eimer Wasser hineingekippt.

Ich habe sehr viele private Briefe geschrieben — nicht wenige davon kamen geöffnet bei den Empfängern an. Ich hatte großes Glück, dass ich für eine spontane Bemerkung im Politunterricht nicht ins Militärgefängnis nach Schwedt gekommen bin: Der junge Offizier auf Zeit war auch begeisterter Läufer und hat mich nicht verpfiffen.

Im ersten halben Jahr einer Unteroffiziersausbildung muss es aber noch viel schlimmer als bei der Grundausbildung der einfachen Wehrpflichtigen zugegangen sein. Der Grund ist offensichtlich: Die jungen Unteroffiziere sollten nach einem halben Jahr mit Hass und Härte auf die Grundwehrdienstleistenden losgelassen werden.

Möglichst alle jungen Männer sollten in der Wehrdienstzeit kapieren: Ihr habt keine Chancen und keine Rechte. Wir verbiegen das Recht bis ins Gegenteil, wenn wir euch fertigmachen wollen. Einen anderen Zweck hatte die NVA in den 1980er Jahren nicht mehr.


Im Film klingelt eine Freundin an der Tür von Anne Hoffmann und sagt nur ein Wort: »Genehmigt«. Sofort ist die Situation in den 1980er Jahren wieder präsent, in der wir uns angesichts der vielen Ausreiseanträge immer wieder fragten: Was hält uns hier? Was treibt uns aus dieser DDR weg? Die Mauer wurde zum Alptraum.

Im Film ist nicht nur von Ausreiseanträgen, sondern auch von Fluchtversuchen, Denunziation und Bestrafung die Rede. Im Buch begeht ein gerade in Rente gegangener Oberarzt Selbstmord, nachdem der DDR-Staat seine Kunstsammlung in den Westen verschiebt.

Man muss die Mauer, das MfS und die Methoden des DDR-Staats immer wieder in Erinnerung rufen, damit Modrow, Gysi und die jüngeren SED-Nachfolger die Geschichte nicht für ihre Zwecke zurechtbiegen können. In der SED/PDS/Linkspartei gibt es noch viele »Genossen« aus jener Zeit, die bis heute bedauern, dass nicht genügend Gewalt angewendet wurde.

Auch am 7. Oktober 2012: Keine Träne für den Staat DDR!


Später wird im Film gezeigt, wie sich Judith Schevola und Meno Rohde gemeinsam betrinken. Sie betrinken sich, weil sie im Staat DDR keine Chance haben, gute Literatur zu schreiben und unzensiert herauszugeben. Judith Schevolas Manuskript wird schließlich bei der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste am Dresdner Hauptbahnhof vernichtet …

Am Ende des Films geht vordergründig ein junger Mann in die Freiheit. Aber eigentlich werden die Bürger eines ganzen Landes in die Freiheit entlassen. Am 8. Oktober 1989 war die Polizei in Dresden zum ersten Mal gezwungen, die Gummiknüppel und Schilde niederzulegen. Am 9. Oktober 1989 war die große Demonstration in Leipzig. Wenige Monate später sagte die große Mehrheit: Weg mit dem Staat DDR!



»Der Turm« (1) in der ARD

4. Oktober 2012

Ich muss zugeben, dass ich nach den vielen Ankündigungen in der Presse sehr gespannt auf den Film war. Als ich im Vorfeld einen Artikel über die begleitenden digitalen Angebote las, hatte ich allerdings beschlossen: Ich werde mich ganz auf den Film konzentrieren und mich nicht von Twittereien ablenken lassen ;-)


Als »Altersgenosse« der Romanfigur Christian bin ich nicht unbefangen. Ich habe den Roman zweimal gelesen und das Vorwort dabei zweimal übersprungen. Ich habe das Theaterstück einmal im Großen Haus und einmal im Fernsehen erlebt. Ich habe viele Parallelen zu meiner eigenen Abitur-Zeit gefunden.

Mit diesem Hintergrund fand ich den Film sehr gut: An keiner einzigen Stelle langweilig, prägnant erzählt, anspielungsreich, sehr authentisch. Nach dem ersten Teil kann ich sagen: Der Film ist eine sehr gelungene Ergänzung zum Roman. Wer ihn verpasst hat, sollte ihn unbedingt noch aus der Mediathek herunterladen oder später die DVD kaufen.


Großes Lob …

Zu den Hauptrollen: Claudia Michelsen als Anne Hoffmann und Nadja Uhl als Josta Fischer finde ich bisher überwältigend, auch Sebastian Urzendowsky spielt seine Rolle als Christian sehr gut.

Die Nebenrolle der Schriftstellerin Judith Schevola ist mit Valery Tscheplanowa am besten besetzt. Beim Betrachten dieser speziellen Figur und Rolle fiel mir besonders auf, wie stark der Film auf das Wesentliche konzentriert ist. Dort hätte man buchstäblich kein Wort weglassen können.

Sehr gut sind die Szenen aus dem Schulwesen der DDR getroffen: Diese Lehrertypen hat man alle selbst kennengelernt. Unter diesen inhaltslosen Bekenntnissen hat man selbst gelitten und mit verbotener Literatur hätte man selbst oft erwischt werden können. Natürlich war Schule in der DDR noch wesentlich vielschichtiger, aber der Film zeigt das Wesentliche: Die Totschlagargumente der Propaganda, die großen und kleinen Gemeinheiten der Karrieristen, die Anpassung vieler Schüler.

Zwei Ergänzungen seien gestattet: Auf die Umweltzerstörung im Erzgebirge hat uns ein engagierter Geographielehrer hingewiesen. Und nicht alle Staatsbürgerkundelehrer haben solche sinnentleerten schriftlichen Bekenntnisse gefordert — manche haben sich in den Klassenarbeiten einfach auf die Fakten beschränkt, die der Lehrplan vorgegeben hat.


… und ganz kleine Kritikpunkte

Bei allem Respekt vor dem Schauspieler Jan Josef Liefers: Sein Gesicht ist aus so vielen eher »leichten« Filmen und Rollen bekannt, dass ich mir einen anderen Hauptdarsteller gewünscht hätte. Das soll keine Kritik an seiner Leistung sein. Er spielt die Rolle in all ihren Schattierungen sehr gut (fachliche Arroganz, die Kombination aus Strenge und Unsicherheit, die persönliche Feigheit, die innere Zerrissenheit). Aber diese kleine Bemerkung zur Besetzung sei trotzdem gestattet.

Die Szenen mit den privaten Familientreffen auf dem Weißen Hirsch scheinen mir oft ziemlich dunkel. Dort hätte ich mir mehr Licht und etwas bessere Kostüme gewünscht. Die Schauspieler aus den besseren Kreisen scheinen manchmal in Klamotten aus der Kleiderkammer zu stecken.

Dagegen fand ich die Wohnung Josta Fischers sehr gut ausgestaltet: Vor allem die Duschkabine in der Küche erinnerte lebhaft an die erste eigene Wohnung in der DDR-Zeit. Es ist ein schöner Kontrast zwischen dem alten Haus und der gemütlichen Wohnung.

Die politischen Diskussionen in den Kreisen auf dem »Turm« dürften etwas tiefgründiger gewesen sein. Vielleicht hätte man einen etwas subtileren politischen Witz als ausgerechnet den von den »vier Feinden des Sozialismus« wählen können. Und die Rolle der Ina Rohde scheint mir im Film nur deshalb angelegt zu sein, damit Stephanie Stumph lächelnd ein paar Belanglosigkeiten zur Auflockerung beisteuern kann.


Ich freue mich auf den zweiten Teil, den ich aus beruflichen Gründen aber leider erst zeitversetzt anschauen kann. Vielleicht werde ich den Artikel dann noch weiterführen.

Zum Weiterlesen: Die F.A.Z. bringt eine Kritik aus der Sicht der etwas jüngeren Generation und hatte im Vorfeld eine sehr gute Ankündigung abgedruckt. Fotos und eine weitere Rezension findet man bei SPON.


Kleines Haus am Weg

Aus dem »Turm«-Gebiet in Dresden: Kleines Haus am steilen Weg.



Empfehlung

25. August 2012

Wer noch nichts vorhat, dem sei eine Fernsehsendung empfohlen: Am heutigen Abend kommt (seit 20.15 Uhr) bei 3Sat »Der Turm« von Uwe Tellkamp in einer Inszenierung des Staatsschauspiels Dresden.



Blicke vom Ernemannturm (1)

29. Dezember 2009

Heute war Museumstag und es war wieder mal ein Besuch in den Technischen Sammlungen angesagt. Aber zuerst bin ich auf den Ernemannturm gestiegen, um in der Mittagssonne zu fotografieren. Bei den folgenden Bildern wird es nicht bleiben, denn ich habe noch einige interessante Blicke entdeckt.

Wenn man sich etwas anstrengt, kann man bekannte Kirchen der Stadt sehen — ein klein wenig habe ich gezoomt ;-)

IMG_4804_vom_ernemannturm01_k

Blick nach Westen (ins Stadtzentrum) …

Etwas näher sind schon die Elbhöhen (für die Literatur-Interessierten: das Gebiet, in dem »Der Turm« spielt):

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Blick nach Norden (auf die Elbhöhen) …

Man sieht auch von oben, wie schön sich das Blaue Wunder in die Landschaft einfügt. Wendet man den Blick ein klein wenig nach rechts, sieht man den markanten Träger der Schwebebahn:

Blick nach Nord-Nord-Ost (auf die Schwebebahn) …

Und im Nordosten ist der Fernsehturm zu sehen:

IMG_4792_fernsehturm01_k

Blick nach Nordosten (zum Fernsehturm) …

Über die Schandauer Straße blickt man nach Osten und bei besserer Sicht sogar bis in die Sächsische Schweiz:

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Blick nach Osten (Borsberggebiet, Sächsische Schweiz) …

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Blick bis fast in die Sächsische Schweiz (nach einem Klick sieht man mehr) …

Im Süden und Südwesten kann man bis nach Reick und Gruna sehen:

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Blick nach Süden (Richtung Reick) …

IMG_4802_vom_ernemannturm06_k

Blick in Richtung Gruna …


Türmchen

11. April 2009
Türmchen, Schloß Pillnitz

Türmchen, Schloß Pillnitz


Kleines Haus am Weg

31. März 2009
Kleines Haus am Weg

Kleines Haus am Weg


Yes

31. März 2009
Yes!

Yes!


Turmgeschichten aus der DDR (3)

5. Februar 2009

Im »Turm« berühren mich die Szenen, in denen Christians Erlebnisse im Internat und auf der EOS beschrieben werden. Ich habe mich damals auch auf alles Lesbare gestürzt und ich habe auch sehr viel klassische Musik gehört. Als Schüler war ich Dauergast in der Bibliothek des »VEB Sachsenwerk« und später in der Berufsschule war ich Stammkunde im »Haus des Buches« in Dresden. Dort konnte man sich in eine Bestellliste für aktuelle Neuerscheinungen eintragen.

Und um ehrlich zu sein: es gab zumindest in den letzten zehn Jahren der DDR wirklich genug zu lesen. Man musste sich natürlich nach Büchern anstellen und man musste rechtzeitig vorbestellen. Aber die Bücher und die Schallplatten waren in der Regel zu subventionierten Preisen zu bekommen. Ich hatte als Schüler, Lehrling/Abiturient und Student niemals zu wenig zu lesen.

Ich weiß nicht mehr, ob diese Liste im »Haus des Buches« dienstags oder donnerstags ausgelegt wurde. Ich weiß aber noch ganz genau, dass ich oft mit C. aus meiner Klasse dorthin gegangen bin und dass sie mich eigentlich dazu verleitet hat. Hach! Jugenderinnerungen: ein wenig verliebt in C. und verrückt nach Büchern. Es war doch nicht alles schlecht in der DDR;-)


Turmgeschichten aus der DDR (2)

1. Februar 2009

Wie Christian Hoffmann war ich Ende der achtziger Jahre bei der NVA, allerdings nur für 18 Monate Grundwehrdienst. Aber ein gepanzertes Fahrzeug musste ich auch fahren. Es war eine »Selbstfahrlafette« (SFL), heute würde man wohl »Feldhaubitze« sagen.

Auch mit meinem Fahrzeug hätte es um ein Haar ein Unglück gegeben. Eines Tages kam ein Gefechtsalarm und wir mussten die Gefechtsmaschinen starten, um zu einer Übung auszurücken. Ich war für die Maschine nicht verantwortlich, ich war als Soldat nur Ersatzfahrer. Die Maschine war jedenfalls schlecht gewartet oder repariert worden. Auf freier Straße versagte plötzlich die Lenkung.

Den Rest des Beitrags lesen »


Turmgeschichten aus der DDR (1)

1. Februar 2009

In den nächsten Wochen und Monaten werde ich hier eine Art Tagebuch über die Erinnerung an die Ereignisse im Jahr 1989 führen. Der Anstoß kam … durch die Lektüre des »Turms« von Uwe Tellkamp. Mir ist klar, dass das Buch in erster Linie Fiktion ist, aber es stimmt auch vieles mit meiner Erinnerung überein. Ich bin etwa ein Jahr älter als der Autor und seine Hauptfigur Christian.

Ich wohne auf der anderen Elbseite, gegenüber den Schauplätzen des Romans. Ich lese das Buch jetzt zum zweiten Mal und erinnere mich dabei an meine eigenen Erlebnisse während der Wendezeit. Ich werde einige Passagen des Romans kommentieren. Auf den Bildern werden einige »Originalschauplätze« zu sehen sein. Ich freue mich auf Fragen der Leser dieses Buches;-)

Den Baron von Ardenne (Arbogast) habe ich einige Male gesehen und es waren viele Geschichten über ihn im Umlauf. Natürlich erinnere ich mich auch an Hans Modrow (Barsano), an Margot Honecker und an den damaligen Verteidigungsminister. Ich war wie Anne Hoffmann an den ersten Demonstrationen auf der Prager Straße beteiligt und hatte anders als Christian Hoffmann das Glück, zu dieser Zeit nicht mehr Wehrdienst leisten zu müssen.

Und hier, kann man sagen, beginnt das Buch …

so oder ähnlich werden in dieser Gegend viele Grundstücke erschlossen ...

Die Treppe zu einem geheimnisvollen Haus: so oder ähnlich werden in dieser Gegend viele Grundstücke erschlossen ...



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