Turmgeschichten aus der DDR (2)

Wie Christian Hoffmann war ich Ende der achtziger Jahre bei der NVA, allerdings nur für 18 Monate Grundwehrdienst. Aber ein gepanzertes Fahrzeug musste ich auch fahren. Es war eine »Selbstfahrlafette« (SFL), heute würde man wohl »Feldhaubitze« sagen.

Auch mit meinem Fahrzeug hätte es um ein Haar ein Unglück gegeben. Eines Tages kam ein Gefechtsalarm und wir mussten die Gefechtsmaschinen starten, um zu einer Übung auszurücken. Ich war für die Maschine nicht verantwortlich, ich war als Soldat nur Ersatzfahrer. Die Maschine war jedenfalls schlecht gewartet oder repariert worden. Auf freier Straße versagte plötzlich die Lenkung.

Ein Kettenfahrzeug wurde damals mit Lenkhebeln gesteuert und gebremst: wenn man den linken Lenkhebel zu sich heranzieht, dann bremst die linke Kette ab und man fährt nach links. Wenn man beide Lenkhebel gleichmäßig anzieht, dann bleibt das Fahrzeug stehen. Ich konnte die Selbstfahrlafette noch auf dem freien Feld »ausrollen« lassen.

Aber wenn uns das in einem Ort passiert wäre, dann hätte das Fahrzeug in einer Hauswand gesteckt und ich wäre auch wie Christian nach Schwedt gekommen. Das prägt sich ein …

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