Wahlplakate in Dresden (4): CDU und CDU-Parodie

Im Grunde liefert die CDU hier schon den Kommentar zum gesamten Wahlkampf: Symbole und Null-Aussagen ad nauseam. Die Grünen haben in den letzten Tagen wenigstens etwas Originalität bewiesen und die CDU noch ein wenig veräppelt. Aber dazu später mehr.

Stark im symbolischen Aufkrempeln: CDU

Stark im symbolischen Aufkrempeln, schwach in der praktischen Kommunalpolitik: CDU

Oben: der symbolische Anpacker, unten: das schlechteste Plakat des gesamten Wahlkampfs.

Oben: der symbolische Anpacker, unten: das schlechteste Plakat des gesamten Wahlkampfs.


An der Stelle der Grünen hätte ich die Schwäche der CDU auch genutzt. Die Idee ist nicht schlecht, der Inhalt des Plakats ist aber zu hinterfragen:

Parodie der Grünen auf Plakate der CDU

Parodie der Grünen auf Plakate der CDU

Das Welterbe hat die CDU zweifellos mit Füßen getreten. Aber den WOBA-Verkauf hat eine andere Mehrheit zu verantworten, die Schulen sind weitgehend Sache des Freistaats, bei der Stadtplanung versagt vor allem die Verwaltung und der Filz ist parteiübergreifend.


Nein, Ihr könnt es auch nicht!

Nein, Ihr könnt es auch nicht!

Ergänzung: Es gehört zwar nicht direkt zum Thema, aber wenn ich schon mal die CDU und die Grünen in einem Artikel habe, dann kann ich auch gleich noch dieses Verbrechen am guten Geschmack zeigen:

Sie schrecken vor nichts zurück: Ein Farbenspiel des Grauens.

Sie schrecken vor nichts zurück: Ein Farbenspiel des Grauens.

Wahlkampf absurd. Wahrscheinlich allen außer den Grünen ist klar, dass CDU und FDP überhaupt nicht abgewählt werden können, weil sie nämlich überhaupt nicht gemeinsam am Ruder sind und auch keine Mehrheit im Stadtrat haben.


13 Responses to Wahlplakate in Dresden (4): CDU und CDU-Parodie

  1. elbnymphe sagt:

    Zum letzten Plakat: Aaarrrgh! Das … das ist jetzt nicht wahr. Bitte, bitte! Ich ziehe um. das ist mir zu peinlich. Wieso können die Werbeagenturen nicht bei ihren Kindern nachfragen, die die englische Grammatik seit der 5. Klasse lernen?

    Stefanolix, dafür kann ich mich bei Dir nicht bedanken. You just ruined my day.

  2. stefanolix sagt:

    Och, das tut mir jetzt ganz sehr leid. Umfahre das Blaue Wunder weiträumig oder bleibe heute bei der Arbeit, dann siehst Du das Plakat vielleicht nicht;-)

    Ich fahre nachher heldenmütig noch mal vorbei und bekomme heraus, wer das Plakat zu verantworten hat.

  3. elbnymphe sagt:

    PS Bitte unbedingt hier melden!

  4. stefanolix sagt:

    Den Spruch »No You Can’t« hatte ich bei der Beschriftung des Bildes im Hinterkopf. Danke für den Hinweis!

    PS: das Plakat ist nun registriert ;-)

  5. FG sagt:

    Zum Thema Schulen: Wenn mit „vergammelt“ der bauliche zustand der Schulen gemeint ist, dann ist selbstverständlich die Stadt als Sachaufwandsträger zuständig. Welche Partei jetzt im konkreten Fall Dresden den schwarzen Peter verdient hat, vermag ich aus der Distanz natürlich nicht zu sagen.

    Und ebenfalls aus der Distanz: verdammt noch mal, zur Brücke gab es einen eindeutigen Bürgerentscheid über den sich ein Politiker welcher Coulleur auch immer sich nicht einfach hinwegsetzen kann, egal wie er persönlich zu dem Projekt steht.

  6. stefanolix sagt:

    Der Bürgerentscheid fand nicht in Kenntnis der Welterbefrage statt. Das Problem ist, dass in dieser Frage keiner ehrlich mit uns redet. Die Brückengegner argumentierten bis zum Brückenentscheid immer mit Verkehrs- und Umweltproblemen aufgrund der Brücke. Sie wurden über Nacht zu Welterbe- und Tunnelbefürwortern, weil »Pro« immer besser als »Contra« klingt.

    Die Brückengegner fanden dann plötzlich einen Lebensraum der virtuellen Fledermaus »Kleine Hufeisennase« in der Nähe der Baustelle. Wenn jetzt ein Tunnel gebaut würde, dann würden sie den Lebensraum der virtuellen »Grünwarzigen Erdkröte« finden und den Tunnelbau stoppen.

    Das Ergebnis des Bürgerentscheids war zwar bindend (pro Brücke), aber es hätte auch eine ästhetische Brücke oder vielleicht gar ein Tunnel mit dem Ergebnis des Entscheids vereinbart werden können — wenn man den politischen Willen dazu gehabt hätte.

    Und da setzt meine Kritik an CDU (Land), CDU (Stadt) und FDP an: in beispielloser Arroganz, Borniertheit und Demagogie haben sie jede Kompromisslösung verhindert. Sie haben das Welterbe ausgeschlagen. Sie haben von vornherein die schlechteste denkbare Lösung rücksichtslos vorangetrieben.

    Andererseits sind unter der Fahne der Welterbe-Befürworter viele versammelt, die überhaupt keine neue Querung der Elbe wollen. Der Eingriff in die Natur ist bei einem Tunnelbau in offener Bauweise deutlich größer als bei einem Brückenbau. Sie spielen also nach meiner Meinung auch nicht ehrlich.

    Zu den Schulen: Die CDU hat in den Jahren seit 2004 keine Mehrheit im Stadtrat gehabt, auch CDU und FDP gemeinsam nicht. Insofern kann man ihr (ihnen) also auch nicht anlasten, dass viele Schulen in einem schlechten Zustand sind. Die Stadt muss zwar einen Eigenanteil leisten, aber der Hauptanteil des Geldes für die Sanierung der Schulen (den Bau von Schulsportanlagen etc.) kommt nach meiner Kenntnis vom Freistaat.

  7. FG sagt:

    OK, bei der Brückendiskussion bin ich wirklich Außenstehender und will mich da nicht übermäßig in die Debatte einmischen. Ist nicht mein Bier. Meine unmaßgebliche Anmutung aus der Entfernung habe ich kund getan.

    Bei den Schulen gilt meines Wissens auch in sachsen die klassische Aufteilung, dass die Kommunen Sachaufwandsträger sind und somit für jeden Sachaufwand an der Schule zuständig sind, von der kreide bis zum Dachstuhl. Dass es mitunter Förder-, Konjunktur- und andere Programme des Freistaats gibt steht dem nicht grundsätzlich entgegen. (Und mein Einschub mit dem schwarzen Peter rührt wirklich daher, dass ich mich mit der Historie der Mehrheitsverhältnisse im Dresdner Stadtrat nicht auskenne).

  8. FG sagt:

    Ergänzung:

    § 21 (1) und § 22 (1) Sächsisches Schulgesetz.

  9. Trocken und sachlich geschrieben, ein traurig- schreckliches Thema behandelnd, dennoch lustig.

    Der Artikel ist eine journalistische Meisterleistung.

    Wird von mir geklaut. Natürlich nicht ohne Linkangabe. Danke!

  10. Wir Anarchistinnen und Anarchisten der United Anarchist, unterstützt von den Wundervollen Hackerinnen und Hackern, unterstützen die CDU, insbesondere Ministerpräsident Rüttgers: http://unitedanarchists.wordpress.com/2009/07/26/mein-freund-der-ministerprasident/
    Mit anarchistischem Gruß
    Pätus Bremske

  11. Dirk sagt:

    Diskutiert doch nicht um Pro und Contra der Waldschlösschenbrücke und das damit nun dahingeschmolzene „Weltkulturerbe“.
    Denn eigentlich, wenn man’s Recht überlegt, hätte es schon vor Jahren gestrichen werden müssen.
    Wenn ich an den hässlich verdrehten Synagogenklotzbau denke, an dem ich fast täglich vorbeikomme.
    Schon da hätte man eigentlich das Weltkulturerbe aberkennen müssen, betrachtet man die Neo-Barockbauten und das Albertinum dahinter.
    Schon da wurde etwas ins Dresdner Stadtbild geklatscht was da so nicht hingehört.
    Komisch nur dass sich damals da keiner aufregte, oder nur wenige, aber heute – bei der notwendigen verkehtrsentlastenden Brücke – da wimern alle und der „tolle Titel“ wird aberkannt.
    Na Danke!
    Wenn man mich fragt müsste man die Architekten der Brücke und auch der Synagoge in einen Sack stecken und mit dem Knüppel draufhauen.
    Egal wen man trifft, man träfe immer den Richtigen.

    Geschmacklose Plakate gibts zu Hauf, ein Paradebeispiel fehlt hier noch, „Die Sachsen – Macher“ (Partei ist mir grad entfallen).
    Den beiden Typen kauft man schon auf dem ersten Blick nicht ab dass sie „Handwerker“ sind.
    Aber betrachtet man das Plakat genauer…, na wie herum steckt man wohl eine Spitzzange in den Werkzeuggürtel!?
    So fahrlässig würden echte „Macher“ kein Werzeug im Gurt tragen. =)

    Aber das Wahlplakat der B90/G schlägt alles!
    Wollen in Dresden Entscheidungsgewalt erreichen aber wissen noch nichtmal wie man Dresden richtig schreibt… =)
    Und solche Leute wollen dann ernsthaft über Dresdens Zukunft entscheiden. *wechlol*
    Zitat des Plakates…: „Drsden braucht mehr Grün!“

    Oder wie war es mit „Politik auf Kinderaugenhöhe.!“?
    Müsste FDP gewesen sein, wenn ich mich recht erinnere…!
    Eine wirklich tolle Aussage die nichtssagender nicht sein könnte… *augenroll*

    Beim bisherigen Stand der Dinge werde ich mich jedenfalls auch diese Wahl wieder der Stimme enthalten.
    Maximal wähle ich aus Protest die PiratenPartei.
    So brauche ich dann wenigstens nicht zugeben müssen dass ich den nächsten Nichtskönner mitsamt seiner großen Partei gewählt hatte und danach das böse Erwachen kam.

    LG Dirk.

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