Zur Personalie Wolfram Köhler

Leistung muss sich lohnen. Leistung soll sich auch im Öffentlichen Dienst lohnen. Aber die in der Presse veröffentlichten Vorlagen zur Einstellung des Messe,- Sport- und Bäderbeauftragten Wolfram Köhler haben aus meiner Sicht mehrere entscheidende Fehler:

  1. Es wird eine mächtige Position geschaffen, die in der Struktur unserer Verwaltung nicht vorgesehen ist. Die Struktur und ihre Funktionsbeschreibungen haben aber ihren Sinn.
  2. Es baut einen unnötigen Zeitdruck auf, wenn ein alter Stadtrat in seiner letzten Sitzung eine Entscheidung treffen muss, die weit in die Zukunft reicht. Jede Entscheidung über Herrn Köhler muss im neuen Stadtrat getroffen werden.
  3. Eine Unkündbarkeit für fünf Jahre (ohne Probezeit) kann bei vorzeitigem Vertragsende zu hohen Forderungen führen.
  4. Die festgeschriebene Beteiligung eines öffentlich Bediensteten an allen eingeworbenen Sponsorengeldern (im Gespräch sind 15%) kann und wird zu Interessenkonflikten führen.

»Wir wollen ihn« ist kein Argument. Ingolf Roßberg wird das aus seiner bitteren Erfahrung sicher bestätigen.

Ich hasse alle Pfuscherei wie die Sünde, besonders aber die Pfuscherei in Staatsangelegenheiten, woraus für Tausende und Millionen nichts als Unheil hervorgeht.” Goethe zu Eckermann im März 1832

Ich will nicht meckern, ohne eine Alternative aufzuzeigen:

Wenn man in Dresden wirklich eine Position zur Förderung von Kultur, Sport und Tourismus schaffen will, soll man eine private Rechtsform wählen und Köhler als Geschäftsführer eines stadteigenen Unternehmens einsetzen.

Leistung und Einkommen sollen an messbaren Erfolg gekoppelt werden, aber eine Führungskraft sollte auch die volle Verantwortung für Fehler übernehmen. Beides fehlt in den bisherigen Vorlagen!

3 Responses to Zur Personalie Wolfram Köhler

  1. elbnymphe sagt:

    Heute ist so ein Tag, wo ich mich sehr über die anderen „Menschen am Fluß“ freue. Ihr habt ja alles Kluges zu sagen, auf das ich selber nicht gekommen wäre. Vielleicht solltest Du das auch als Leserbrief an die Lokalzeitungen schicken? So ist doch die nächste fette Abfindung beinahe schon vorprogrammiert.

    • stefanolix sagt:

      Vorher ist aber fettes Geldausgeben ohne Erfolgskontrolle programmiert und das ist noch wesentlich schlimmer.

      Zynisch und müde frage ich mich gerade selbst: Wie viele Fälle sind dir bekannt, in denen in Dresden Entscheidungen unter künstlich aufgebautem Zeitdruck noch durch Vernunft aufgehalten wurden?

      Ich erwarte eigentlich so eine Debatte in meiner Lokalzeitung (ich habe allerdings noch nicht beide Zeitungen vollständig gelesen). Die Fakten, ein Pro, ein Contra. Von ausgebildeten Journalisten oder von Experten. Das kann doch nicht Aufgabe von Leserbriefschreibern sein.

  2. elbnymphe sagt:

    „Das kann doch nicht Aufgabe von Leserbriefschreibern sein.“ – Doch, leider, so ist es wohl. Also greif zur Feder! :-)

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