Reden können in der Politik viel bewirken

Der Rede der Dresdner Oberbürgermeisterin in Sevilla merkt man nicht an, dass an ihr tagelang gearbeitet wurde. Sie enthält einen Fehler, der schon allein zu diplomatischen Verwicklungen führen kann:

Der Beschluss des Komitees in Quebec, den Bau zu stoppen und alternativ einen Tunnel zu planen, ist somit aus rechtlichen Gründen nicht möglich.

Das ist Unsinn. Aus Sicht der Oberbürgermeisterin kann der Beschluss aus juristischen Gründen nicht umgesetzt werden. Aber ob ein UNESCO-Beschluss »rechtlich möglich« ist, kann sie ganz sicher nicht entscheiden oder kommentieren.

Man muss die ganze Rede laut lesen, um zu verstehen, dass sie nichts bewirken konnte. Kurt Tucholskys »Ratschläge für einen schlechten Redner« standen in der DDR im Lesebuch für den Deutschunterricht, aber das hat offenbar nichts bewirkt …

Die Elbnymphe schrieb damals eine Postkarte an die Leserbriefschreiber der SZ. Ich würde gern eine Frage an das Rathaus senden: Warum leistet sich die Stadt Dresden nicht wenigstens einen kundigen Redenschreiber? Warum leistet sich die Stadt Dresden nicht wenigstens eine Lektorin? Liegt es am Arbeitsstil der Oberbürgermeisterin? — Dresden wird weit unter Wert regiert und merkt das schon lange nicht mehr.

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