Empowerment

Der amerikanische Präsident Barack Obama appellierte an die Afro-Amerikaner, sich selbst aus ihrer Opferrolle zu befreien. Obama forderte eine »neue Mentalität, eine neue Haltung«:

In einer leidenschaftlichen Rede rief Obama dazu auf, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, sich mehr anzustrengen und gesellschaftlichen Aufstieg anzustreben. Am schlimmsten sei es, dass sich viele Schwarze mit ihrem Status als Bürger zweiter Klasse abgefunden und diese Rolle verinnerlicht hätten. [Quelle]

Wie viele Anhänger des amerikanischen Präsidenten Obama würden hierzulande den gleichen Forderungen zustimmen, wenn sie ein deutscher Politiker an sozial benachteiligte Deutsche gerichtet hätte?


7 Responses to Empowerment

  1. stefanolix sagt:

    PS: Interessant sind auch die Reden Obamas auf den NAACP-Kongressen von 2008 und 2007. Schon im Jahr 2008 fand er deutliche Worte:

    Mr. Obama said that government has a responsibility to provide education, employment opportunities and tax breaks for struggling families. In return, parents have a duty to turn off the television, attend parent-teacher conferences and teach their sons to treat women with respect. [Quelle]

    Auch das sind hier in Deutschland ganz gewiss keine populären Forderungen …

  2. Klaus sagt:

    Da siehst du einen Unterschied der in Wahrheit vielleicht gar nicht so groß ist. Schröder hätte so etwas sagen können. Die Ruck-Rede von Roman Herzog wäre zu nennen, auch Helmut Schmidt neigte zu entsprechenden Ansichten. Allerdings kommt es auch darauf an wer dies sagt und an wen es sich richtet. Von Leuten wie Westerwelle, von Guttenberg oder der unsäglichen Frau Koch-Mehrin würden entsprechende Worte eher Widerworte provozieren. Auch solltest du nicht den Fehler machen zu glauben, dass Obama als Schwarzer vor einem schwarzen Publikum sich äußerte, sondern als einer der hoch hinaus wollte und wusste, dass er dazu vor allem die Stimmen der Weißen braucht.

    • stefanolix sagt:

      Barack Obama hat das interessanterweise vor und nach seiner Wahl gesagt. Momentan muss er überhaupt nicht wiedergewählt werden und hat auch die beiden Kammern des Parlaments ganz gut hinter sich. Man kann die Reden auf den NAACP-Kongressen auf Youtube finden.

      Gerhard Schröder hätte das in diesen klaren Worten nicht sagen können. Und Helmut Schmidt — der ist schon lange nicht mehr aktiv;-)

      Wieso siehst Du einen Unterschied darin, wer das sagt? Mir geht es einzig um den Inhalt. Wenn man ihn für Amerika richtig findet, muss er auch hierzulande gelten oder übersehe ich da etwas? Was hat denn zu Guttenberg in Deinen Augen getan, dass er das nicht sagen dürfte?

      Und was würdest Du kommentieren, wenn Angela Merkel auf einer Tagung der Sozialverbände eine (dem Sinn nach!) identische Rede halten würde?

  3. Klaus sagt:

    Gleich vorweg: ich halte die Worte von Obama für moderat und in keiner Weise für provokant. Sie könnten (und wurden) so ähnlich auch in Deutschland geäußert werden. Die SPD verteidigte die Agenda 2010 in ähnlicher Weise, auch wenn dies heute ewig her zu sein scheint. (Aber die SPD hat von ihrer Abkehr damaliger Positionen nicht profitiert)

    Gerhard Schröder hat dies klarer – und auch derber – gesagt: es gäbe kein Recht auf Faulheit.

    Richtig, es geht einzig um Inhalte, aber menschliche Kommunikation beinhaltet nicht nur Worte sondern auch Informationen über das Wer zu Wem über Wen in Welchen Tonfall. Ein Gerhard Schröder, der aus einfachen Verhältnissen stammt, kann sich harte Kritik eher leisten als eine Koch-Mehrin, die mit dem goldenen Löffel geboren wurde, der oft die Steine aus dem Weg geräumt wurden, die immer genug Vitamin B hat, die trotz nachgewiesener Faulheit im Parlament sich als Leistungselite sieht. Die Genannten dürfen natürlich sagen was ihnen beliebt, solange es mir überlassen bleibt von wem ich mir die Leviten lesen lasse.

    • googlehupf sagt:

      Eine normale menschliche Einstellung aber m.E. eine irrationale. Gerade weil dann auch mal gerne das Argument gleich unter den Tisch fallengelassen wird weil der/die es gebracht hat.

      Aber man kann es auch trennen. Wenn jemand ein gutes Argument bringt, dieser aber „nicht in der Position ist“ dieses vorzubringen, kann man ja das Argument zur Kenntnis nehmen die Person aber trotzdem hassen. Geht doch auch. ;)

      • Klaus sagt:

        Es ist ja nun wirklich keine Neuigkeit, dass es uns besonders schwer fällt die Argumente von Gegnern zu akzeptieren und seien sie noch so stimmig. Aber beim von Stefanolix zitierten handelt es sich um Forderungen. Also welche davon sollte nun einen Aufschrei der Empörung erzeugen:
        [ ] Hartz4ler sollten sich noch mehr anstrengen und den gesellschaftlichen Aufstieg anstreben.
        [ ] Hartz4ler sollten sich nicht mit der Rolle als Bürger 2. Klasse abfinden
        [ ] Eltern sollten auch mal den Fernseher abschalten
        [ ] Eltern sollten den Elternabend besuchen
        [ ] Eltern sollten ihren Söhnen Respekt vor dem Frauen beibringen

        Bis auf den ersten Punkt sehe ich da kaum das Risiko des empörten Aufschreis.

      • stefanolix sagt:

        Klaus, ich bin gerade auf Dienstreise. Ich antworte später noch mal ausführlich, versprochen!

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