Gutsherr(inn)enmentalität

Die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt führt im Mund die Parole »Das steht mir zu« — der Kutscher, die Kutsche und der unmündige Sohn des Kutschers stehen zu ihrer Disposition oder handeln nach ihrer gnädigen Maßgabe. Der Aufwand für die Überführung der Kutsche und die dienstlich zurückgelegten Kilometer stehen dem Vernehmen nach im Verhältnis 100:1.

Der Umweltminister und Ex-Popbeauftragte Sigmar Gabriel fährt nach Tschernobyl und referiert von dort aus über einen Störfall der Klasse Nullkommanix in einem deutschen Kernkraftwerk. Das sieht ungemein dramatisch aus —

und hat mit dem ersten Fall zwei Punkte gemeinsam: Sie tun es »legal«, obwohl sie es nicht tun müssten und aus Wirtschaftlichkeitsgründen nicht tun dürften. Und sie blasen völlig sinnlos Kohlendioxyd in die Luft, obwohl ihre Partei doch angeblich den Ausstoß reduzieren will:

Zentrales Ziel ist eine Reduktion der CO2-Emissionen Deutschlands um 40 Prozent bis 2020.

stand noch im Europawahlprogramm der SPD. Aber für eigennützige Zwecke darf es natürlich ein bißchen mehr sein. Ich werde es nicht vergessen, wenn ich diese Partei bei den nächsten Wahlen links liegen lasse. Das Vorgehen der Verräterpartei in Sachen Internetzensur und Internetüberwachung werde ich natürlich auch über den Wahltag hinaus immer gern berücksichtigen.

5 Responses to Gutsherr(inn)enmentalität

  1. stefanolix sagt:

    PS: Schaut Euch mal die Körpersprache in diesem Video an:
    http://www.spiegel.de/video/video-1014012.html

  2. Herr Teddy sagt:

    Stimmt. Eigentlich wollten die den Co2-Ausstoss reduzieren, aber nur in Deutschland. Deshalb sind sie auch ins Ausland gefahren…
    Und meinst du das mit „bei der nächsten Wahl links liegen lassen“ wortwörtlich? Oh, pst, ist ja Wahlgeheimnis. :-)

  3. Medienfuzzi sagt:

    Ok, ich könnte ja jetzt fragen, wen du dann zu wählen gedenkst, möchte dir aber auch den Hinweis auf das Wahlgeheimnis ersparen. Ich kann es mir ja schon denken!

    Auf folgendes möchte ich dich aber deutlich hinweisen. Beide Minister sind in (leicht) gepanzerten Fahrzeugen unterwegs. Beide benötigen also Schutz, benötigen Sie diesen in Deutschland mehr denn in Spanien oder sonstwo? Bis jetzt habe ich noch nie eine Vermietung im Ausland und im Inland gesehen, die gepanzerte Wagen im Angebot hatte, also wird es wohl nötig sein, dass der Wagen mitkommt. Und nebenbei gesagt haben die Botschaften in Spanien und ähnlich friedlichen Ländern (aktuelle Ereignisse mal ausgenommen) auch keine gepanzerten Wagen im Fuhrpark.

    Im Irak und Afghanistan kann man hingegen auf gepanzerte Fahrzeuge der Diplomaten und der Bundeswehr zurückgreifen, ich mutmaße aber, dass in den nächsten zehn Jahren kaum ein Minister freiwillig in einem der beiden Länder Urlaub machen wird!

    • stefanolix sagt:

      Es gibt ja neben der SPD noch genügend andere Parteien und bei mir kann man nie wissen;-)

      Ich stehe grundsätzlich auch CDU und FDP sehr kritisch gegenüber, besonders hier in Dresden (siehe meine Beiträge zur Berufung des Herrn Köhler). Ich muss wohl immer wieder geduldig betonen, dass »liberal« nichts mit einer Partei und nichts mit einer Wirtschaftslobby zu tun haben muss.

      Zur Sicherheitsfrage: Es gibt insgesamt vier Personen im Kabinett, die der höchsten Sicherheitsstufe zugeordnet sind (Kanzlerin, Innenminister, Außenminister, Verteidigungsminister). Die anderen Kabinettsmitglieder haben im Urlaub grundsätzlich keinen erhöhten Schutzbedarf. Es gab nach dem Bekanntwerden der »Affäre« eine Umfrage unter anderen Ministern und soweit ich mich erinnere, hat keiner einen Dienstwagen über tausende Kilometer nachgeführt.

      Um die Sicherheit kann es auch nicht besonders gut bestellt sein, wenn nur ein Fahrer mitreist, aber kein Sicherheitsbeamter (und wenn man den Wagen offensichtlich problemlos stehlen kann).

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