Das Plakatieren wird zur Nachricht

Ich suche immer noch nach Antworten auf die Frage »Werden die Grünen in Sachsen mit den SED-Nachfolgern koalieren?« Dabei bin ich auf das Blog des grünen Landtagskandidaten Karl-Heinz Gerstenberg gestoßen.

Er interessiert mich aus zwei Gründen: zum einen kandidiert er in meinem Wahlkreis und zum anderen könnte er 1989/90 auf den gleichen Demonstrationen wie ich gewesen sein. Karl-Heinz Gerstenberg ist ein DDR-Bürgerrechtler, der das Bündnis 90 mitgegründet hat.

Auf meine E-Mail hat niemand aus seinem Team geantwortet, also wollte ich per Blog ins Gespräch kommen. Aber leider sind dort die Kommentare gesperrt. Wenigstens habe ich erfahren, was so ein Kandidat tut:

Solidarisch habe ich heute den halben Tag damit verbracht, meine geschätzte Kollegin Eva Jähnigen zu plakatieren.

So wird zwar das Plakatieren zur Nachricht, auch wenn die Plakate längst keine mehr sind. Aber der Dialog mit dem Wähler ist leider nicht möglich. Ich werde trotzdem dranbleiben: Morgen steht Karl-Heinz Gerstenberg am Schillerplatz und beantwortet Fragen seiner Wahlbürger. Vielleicht lässt er mit sich reden.

Ergänzung (18.08.2009): Der Bericht über das sehr konstruktive Gespräch ist hier zu finden.

6 Responses to Das Plakatieren wird zur Nachricht

  1. torsten sagt:

    Ich fände eine Koalition zwischen Grünen und Linken nicht so schlimm, dass sie mich vom Grün-Wählen abhalten würde. Ich stehe (und sitze) der Linken in der Beziehung (stasi-verstrickungen jetziger kandidaten, sed-nachfolge etc.) relativ emotionslos gegenüber. Was vielleicht auch daran liegt, dass ich Parteienpolitik generell für ein nötiges Übel aber nicht für das non plus ultra der Demokratie halte.

    P.S. Der Bindestrich zwischen Karl und Heinz ist m.E. zu lang. Sieht mir sehr nach ’nem Geviert- oder Halbgeviertstrich aus, sollte aber viertelgeviert sein.

    • stefanolix sagt:

      Zum PS: Ist geändert. Danke! Keine Ahnung, wie sich das einschleichen konnte, obwohl ich sonst eigentlich sehr darauf achte.

      Ich bin mit ihm ins Gespräch gekommen und schreibe gerade an einem Bericht über mein Gespräch mit dem Kandidaten.

      Ich stehe der Linkspartei definitiv nicht emotionslos gegenüber, aber das merkt man vielleicht ;-)

      Darf ich fragen, wie alt Du 1989 warst und wieviel Du von der DDR miterlebt hast?

      Später mehr.

  2. torsten sagt:

    > Darf ich fragen, wie alt Du 1989 warst und wieviel Du von
    > der DDR miterlebt hast?

    Ich war 13.
    Dass Du der Linken nicht emotionslos gegenüber stehst, merkt man, auch wenn Du dabei noch relativ mild rüberkommst.

    Auch mir sind „im Osten“ eingängige Erfahrungen nicht erspart geblieben, die ich lieber nicht gemacht hätte. Ist schon seltsam wie eine Gesellschaft, die die Gleichheit aller Menschen propagiert doch immer wieder auf Ausschluss und Unterdrückungsmechanismen zurückgreift und gerade somit Ungleichheit und Unfreiheit produziert…

    Diese Erfahrungen lassen mich andererseits auch immer wieder daran zweifeln, ob es einen qualitativen Unterschied zwischen DDR und BRD gibt. Beide produzier(t)en auf ihre Weise Unfreiheit und Unterdrückung. Quantitative Unterschiede verleugne ich allerdings nicht. Ich weiß, darüber kann man sich trefflich streiten.

    Deswegen ist die Linkspartei für mich auch nur ein Mitspieler von vielen im zynischen Spiel genannt Parteien-Politik, wenn auch einer mit besonderen Erfahrungen im Täuschen. Aber die anderen Mitspieler sind darin mittlerweile auch nicht ganz schlecht, so dass ich keinen qualitativen Unterschied zwischen Guantanamo-SPD, Stasi-Linke, Afghanistan-Grünen und Waffenhändler-CDU erkennen kann.

    P.S. Dass ich die NPD hier nicht erwähne liegt nicht daran, dass mir die besonders wählbar erscheint, sondern, dass mir die einfach mal Angst macht.

    P.P.S. Danke für Deinen Blog, auch wenn ich das nicht in einem P.P.S. sondern in der Überschrift schreiben sollte. Leider haben Kommentare keine Überschriften. Ich bin gespannt auf den Bericht über Dein Gespräch mit Karl-Heinz.

    • stefanolix sagt:

      Der Bericht ist gerade fertig geworden.

      Es ist klar, dass man mit 22 durch ein solches Ereignis wie die »Friedliche Revolution« geprägt wird. Ich zwinge mich, in Bezug auf die Linke sachlich zu bleiben. Den Anspruch auf Milde erhebe ich nicht.

      Leider kann ich vor lauter aktuellen Ereignissen kaum über die DDR-Zeit bloggen, damit würde man vielleicht leichter sehen, warum ich immer alle Spielarten von SED & Co. ablehnen werde.

      So sehe ich große Unterschiede der SED/PDS/Linkspartei zu den grundlegend demokratischen Parteien, wie z.B. CDU, SPD, FDP und Grüne (die Reihenfolge hat keine Bedeutung!). Daneben sehe ich noch wesentlich größere qualitative Unterschiede zwischen den Systemen der DDR und der BRD. Aber das kann ich jetzt in der Kürze der Zeit nicht ausdifferenzieren.

      Die NPD ist meiner Meinung nach überhaupt keine Partei, sondern ein Verein von Demagogen. Sie nutzen die Möglichkeiten, die unser demokratischer Rechsstaat bietet. Ich würde sie nicht durch Verbot bekämpfen, sondern durch bessere Politik überflüssig machen.

      • torsten sagt:

        > Die NPD ist meiner Meinung nach überhaupt keine Partei,
        > sondern ein Verein von Demagogen. Sie nutzen die
        > Möglichkeiten, die unser demokratischer Rechsstaat
        > bietet. Ich würde sie nicht durch Verbot bekämpfen,
        > sondern durch bessere Politik überflüssig machen.

        Meine Meinung.

      • stefanolix sagt:

        OK, zu den anderen Punkten kann ich mich frühestens spät am Abend nach der Arbeit äußern ;-)

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