Herbstlicht und Herbstfarben (1)

31. Oktober 2009
IMG_3282_herbst03

Herbstlicht und Herbstfarben in Pillnitz …

IMG_3265_herbst01

Herbstlicht und Herbstfarben in Pillnitz …

IMG_3270_herbst02

Bänke zum Ausruhen in der Herbstsonne.


Schönes Dunkel

30. Oktober 2009
Mond, 30.10.2009

Zufall, aus der Hand: Mond am 30.10.2009 (Klick vergrößert das Bild).


Twittern an der Akademie

30. Oktober 2009

In einer Diskussion an der Blogbar wurde heute morgen die Seite www.tweetakademie.de erwähnt. Es hat mich geschüttelt. Die Kombination aus den Worten »Tweet« und »Akademie« sollte in das Lexikon des Absurden aufgenommen werden.

Ich weiß, dass der Begriff »Akademie« nicht geschützt ist, doch wenn man nicht mehr auf die Bedeutung der Begriffe hinweist, haben wir wohl bald eine Mail-Akademie, eine Fax-Akademie und eine SMS-Akademie. Oder gibt es die schon? Ich möchte lieber nicht danach suchen ;-)


Unter Beobachtung im ehemaligen Stasi-Knast

30. Oktober 2009

Gestern nacht hat hier ein Kommentator auf die Aktion eines ehemaligen Häftlings und einer Künstlerin hingewiesen: zwanzig Jahre nach der friedlichen Revolution will Carl-Wolfgang Holzapfel die Haft im Stasi-Knast nachstellen und Franziska Vu will die Aktion fotografieren.

Im Jahr 2009 wird der Insasse der Zelle nicht durch Stasi-Wärter beobachtet, sondern durch eine Webcam. Jeder kann sich die Bilder auf den Schirm holen. Ich habe den direkten Link gestern entfernt, weil er direkt auf einen schlafenden Menschen verwies und weil ich es nicht richtig finde, Menschen live beim Schlafen zu beobachten.

Die Sächsische Zeitung berichtet heute über die nicht unumstrittene Aktion. Dort gibt es auch Links zu Fotos und zu der Live-Webcam (so steht es zumindest in der gedruckten Ausgabe). Die SZ erwähnt aber online nur die Adresse, ohne die Seite direkt zu verlinken.

Umstritten ist das Projekt nicht nur wegen der Big-Brother-Überwachung, in die sich der ehemalige Häftling freiwillig begeben hat. Carl-Wolfgang Holzapfel wurde 1964 nach einer Demonstration für die Freilassung politischer Gefangener verhaftet, zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt und nach 13 Monaten freigekauft. Er lebte dann in der BRD und war zeitweise Mitglied der Republikaner.

Auch mit der Vergangenheit als Republikaner hat er das Recht, sich zu politischen Fragen zu äußern. Es haben sich einige bekannte deutsche Politiker aus extremistischen Gruppen gelöst und in demokratischen Parteien Karriere gemacht. Der Mensch kann sein ganzes Leben lang umdenken und neue Wege beschreiten. So muss es grundsätzlich möglich sein, dass ein ehemaliges Mitglied der Republikaner eine solche Aktion durchführt.

Auf einem anderen Blatt steht die Frage: dient es der Sache? Auf der einen Seite wird an das Unrecht in der DDR erinnert. Auf der anderen Seite wird die Angelegenheit im politischen Kampf instrumentalisiert und es wird vom eigentlichen Anliegen abgelehnt. Ich denke, dass man die Aktion in ein Fotoprojekt umwandeln sollte. Die Live-Kamera kann mir im Jahr 2009 keine neuen Erkenntnisse mehr verschaffen.


Weiße Blüten am Zaun

29. Oktober 2009

[Ich hatte es nicht extra vermerkt, aber man kann die Bilder durch Anklicken vergrößern ;-)]

White01


White02


White03


White04

Weiße Blüten am Zaun …


Daten lesen lernen

28. Oktober 2009

Stellen Sie sich vor, dass Sie im Zug sitzen und eine Zeitung lesen und dass ein Unbekannter höflich fragt: »Können Sie eigentlich lesen?« — Jeder von uns würde sich wohl vehement gegen die enthaltene Unterstellung wehren. Schließlich ist man doch des Lesens mächtig. Doch versteht man immer, was man liest?

Mit Büchern über Lesen und Verstehen wurden sicher schon ganze Bibliotheksregale gefüllt, aber es scheint nicht viel zu helfen.

Dieser Gedanke kam mir jedenfalls, als ich die Berichte über Regividerm (und die Berichte über die Berichte) las. Viele studierte Journalisten waren nicht bereit oder nicht in der Lage, ihre Quellen zu prüfen und die Studien zur Wirkung der Hautsalbe richtig einzuschätzen.

Ich habe die Hart-aber-Fair-Sendung zufällig in meinem Hotelzimmer am Rande wahrgenommen, als ich nebenbei Unterlagen für den nächsten Tag vorbereitete. Es klang alles sehr überzeugend, aber reflexartig denke ich in solchen Fällen:

Komplexe Probleme haben immer komplexe Ursachen und können deshalb im Grunde nie mit einem einfachen Mittel gelöst werden.

Viele kluge Leute haben sich dann mit den Studien befasst und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Journalisten der ARD vollständig versagt haben. Die ARD-Redakteure haben die professionelle Distanz aufgegeben und Partei für eine Sache ergriffen, von der sie im Grunde nichts verstanden hatten. Hätten sie die Daten richtig gelesen, dann wären mit Sicherheit alle Beiträge völlig anders ausgefallen.

Hier ging es nur um ein Medikament. Genauso ist es aber mit den vielen Statistiken über Armut und andere soziale Daten. Das Publikum glaubt an die Aussagen, die aus den Statistiken abgeleitet werden, obwohl sie oft tendenziös sind und im schlimmsten Fall sogar manipulativ eingesetzt werden.

Die Arbeitsweise der Journalisten können wir nicht ändern. Wir selbst müssen die Initiative ergreifen. Man muss es so hart sagen: wer sich nicht selbst um Klarheit bemüht, darf sich über die Frage »Können Sie eigentlich lesen?« nicht beschweren.


Kein Ansturm

27. Oktober 2009

Zum ersten Artikel passt eine zweite Meldung, diesmal aus Dresden: Die amerikanischen Touristen kommen offensichtlich bisher kaum freiwillig auf den Obama-Lehrpfad, der an die 13-Millionen-Nacht des Präsidenten in Dresden erinnern soll.

Deshalb hat die Deutsche Zentrale für Tourismus ein knappes Dutzend Journalisten nach Dresden eingeladen, damit sie an den Stätten des Präsidenten Obama Eindrücke sammeln können. Die Berichte der eingeladenen Journalisten sollen dann Touristen nach Dresden bringen.

Es wird überhaupt nicht mehr hinterfragt, ob damit nicht eventuell die journalistische Unabhängigkeit in Gefahr geraten könnte. Wenn es unserem Tourismus dient, kann es doch nicht unethisch sein!


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 89 Followern an