Ein Einwurf zur MOGIS-Diskussion in der Wikipedia

Die Welt vergisst schnell. Wer wird sich bis zur nächsten Wahl noch an die STOP-Schilder und die Versuche zur Online-Zensur erinnern?

Das fragen sich auch Blogger und Aktivisten aus dem Umfeld des Chaos-Computer-Clubs. Und deshalb sind sie vehement in die Diskussion eingestiegen, als in der Wikipedia der Artikel über die Initiative »MOGIS« gelöscht wurde. In dieser Initiative hatten sich Missbrauchsopfer zusammengefunden, die sich gegen Internetzensur einsetzten.

Bei all dem lautstarken Protest konnte der Eindruck aufkommen, dass die Wikipedia die Initiative »MOGIS« seit der Löschung totschweigt. Das stimmt aber nicht. »MOGIS« ist im Artikel über die Zensurbestrebungen nach wie vor erwähnt.

Und ich denke, dass diese sachliche Darstellung ausreicht, um die Rolle von »MOGIS« in der Diskussion des Jahres 2009 verstehen zu können. Zumal auch die Webseite von MOGIS (ein WordPress-Blog) verlinkt ist. Viel Lärm um nichts?

7 Responses to Ein Einwurf zur MOGIS-Diskussion in der Wikipedia

  1. henteaser sagt:

    Die Diskussion zielt m. E. eher auf eine Änderung der teilweise unsinnigen Relevanzkriterien ab. Denn ganz egal, ob nun Mogis oder ein Kaninchenzüchterverein den Anstoß gab: Es ist unmöglich, dass eine Handvoll Administratoren darüber entscheiden, was für die übrigen Wiki-Nutzer (und -Autoren) wichtig ist.

    Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Wiki keinerlei Beschränkungen hinsichtlich ihrer Artikelmenge zu haben braucht. Und andererseits auch keine Mindestsatzanzahl, ab der ein Eintrag grundlegend fertig ist. Die Beanstandung von Stubs ist hauptsächlich ein Layoutproblem. [Citation needed]

    • stefanolix sagt:

      Irgendwer schrieb in dieser Diskussion, dass spezielle mathematische oder medizinische Themen zwar ein hohes Niveau aufweisen, aber für ihn und die meisten Leser völlig irrelevant sind. OK, das stimmt — aber wenn sie gut sind, dann gehören sie in die Wikipedia!

      Ich finde nicht, dass »Stubs« ein Layoutproblem sind.

      Wenn nämlich ein Gegenstand in so einem »Stub« schlecht definiert ist und auch noch sehr geringe Relevanz aufweist, dann muss es darüber auch keinen Artikel geben.

      Ressourcen sind nicht unendlich: wenn es viele Trash-Artikel gibt, dann fressen sie auch Ressourcen (bei der Speicherung und beim Backup beispielsweise).

      Dann soll man diesen Gegenstand auf eine Wunschliste setzen können und man kann dann warten, bis sich eine kompetente Person des Themas annimmt.

      • henteaser sagt:

        Wenn Ressourcen und Datenbankfüllung das Problem wären, gäbe es solche Seiten nicht.

        Dass es Trash- und echte Stub-Artikel gibt, bestreite ich nicht. Teilweise sind die sogar recht groß. (vgl. Wikigroaning)

        Das besondere Problem der deutschsprachigen Wiki ist nun aber offenbar, dass da Menschen, die sich mit den Themen nicht auskennen oder die sich nicht für diese Themen interessieren, Beiträge aufgrund von teilweise schwachsinnigen Relevanzkriterien löschen können.

        Eigenzitat aus der Diskussion dort:

        „Wozu gibt es eigentlich Wikiquote und Wikisource? Wayne int’ressieren denn die Zitate und Quelltexte von vor hundert Jahren? Doch sicherlich bloß eine übergehbare Minderheit.“

      • stefanolix sagt:

        Nein, die History der guten Artikel (ich spreche noch gar nicht von Relevanz) gehört natürlich zur Wikipedia. Dafür sind mir die Ressourcen auch nicht zu schade.

        Aber das Problem ist, dass jeder schlechte Artikel auch eine Versionsgeschichte hat und dass auch der mieseste Artikel in die Datensicherung einbezogen werden muss.

        Dass Ressourcen knapp sind, sieht man an den jährlich wiederkehrenden Spendenaufrufen. Ich könnte keinen Spendenaufruf veröffentlichen in dem Bewusstsein, dass die Spenden auch für einen gewissen Anteil Trash mit ausgegeben werden.

        Die zweite knappe Ressource sind offensichtlich die kompetenten Admins ;-)

        Wenn ein Artikel also beides ist: schlecht und irrelevant — dann sollte er gelöscht werden dürfen. Es muss nicht jeder alles in der Wikipedia sagen können, für die Meinungsfreiheit gibt’s genug andere Kanäle ;-)

      • henteaser sagt:

        Zum Beispiel die Wiki-Diskussionsseiten :D

        „Im besten Fall werden Blogs von zweitklassigen Wissenschaftlern betrieben, im Normalfall vom Prekariat. Diesen und auch jedem anderem steht es natürlich zu, eine eigene Meinung zu haben und diese zu veröffent- lichen. […] Der wissenschaftliche Diskurs findet aber stets und zum Glück immer noch innerhalb der Wissenschaftsgemeinde statt. Prinzipiell ist eine Demokratisierung der Wissenschaftskommunikation eine schöne Vorstellung, doch wer prüft das angebliche Wissen? Schon innerhalb der Wissenschafts- gemeinde wird zu wenig geprüft und Studien gefälscht bzw. wissen- schaftliche Ergebnisse ignoriert.“

        (via scienceblogs/frischerwind)

  2. […] haben kleine Unternehmen angesichts begrenzter Ressourcen und Wissen große Probleme wie sie mit den hohen Kosten im Gesundheitswesen umgehen […]

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