Reichweite

Aktuelle Anzahl der Hörer des Dresdner Senders coloRadio im Internet [via streaming.fueralle.org]: 5. Als ich mir in den letzten Tagen einige politische Sendungen anhörte, war ich der einzige Hörer, der das Streaming-Angebot genutzt hat.

Gibt es hier jemanden, der sich diesen Sender wirklich regelmäßig anhört? Ich würde gern mal eine zweite Meinung hören ;-)

Als ich am Ende des Artikels gerade noch mal nachgesehen habe, waren es im Netz übrigens noch 4 Hörer …

Über meine Anforderungen an ein freies Radio habe ich in diesem Artikel geschrieben.

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14 Responses to Reichweite

  1. Frank sagt:

    Nur weil CR kaum Internethörer hat, bedeutet das nicht, dass es auch sonst kaum jemand hört. Ich höre es allerdings gar nicht. Nicht, weil ich etwas gegen CR habe, sondern weil ich allgemein kaum noch Radio höre. Wenn, dann fast nur D-Radio. Ich hatte Dir ja kürzlich den link gegeben, über den man die Internet-Hörerzahlen kontrollieren kann. Und mir ging es darum, zu zeigen, dass Internetradio allgemein kaum Hörer hat (denn bei den anderen Sendern sieht es nicht viel besser aus), weshalb UKW- oder wenigstens Kabelfrequenzen weiterhin wichtig sind. Egal, was man von dem Sender hält. Wenn man einem Sender diese Frequenz nimmt, ist er praktisch abgeschaltet. Ich möchte nicht wissen, wie wenige Hörer Sputnik in seiner Nur-Internetphase hatte. Wobei man da wohl noch von einer Phase der Anfangs-Begeisterung und einer bereits vorher bestehenden Fangemeinde ausgehen kann.
    Warum das so ist, kann ich nicht fundiert sagen. Internetradio kann man ja praktisch nur am Computer hören. Und da man am PC primär wahrscheinlich etwas Konkretes zu tun hat (z.B. Blog-Kommentare verfassen), möchte man dabei sicher nur Musik hören und nicht dauernd von Wortbeiträgen abgelenkt werden. Zu diesem Nebenbei-Musik-Hören eignet sich ein „Dudelsender“ eher besser, noch besser aber die eigene mp3-Sammlung oder ein Dienst wie lastfm.de.
    Wenn man stattdessen an Inhalten, also Redebeiträgen interessiert ist, wird man möglicherweise eher „richtig“ Radio hören wollen. Oder – und so geht es mir – man liest lieber Internet.

    • stefanolix sagt:

      Aber bei allen meinen Besuchen auf der Seite hatten die anderen Sender deutlich mehr Zuhörer. Das lässt doch darauf schließen, dass das Interesse besonders gering ist. Gibt es denn eine verlässliche Reichweitenmessung für coloRadio auf UKW?

      Sputnik hatte AFAIK keine »Nur-Internet-Phase«. Es hatte eine Phase, in der es im Raum Dresden nur im Kabel oder über Astra(?) zu empfangen war. In Sachsen-Anhalt war es immer über UKW zu empfangen. Streaming via Internet kam meiner Meinung nach erst viel später.

      Wenn man mich fragen würde: ich würde die Frequenz von Apollo/coloRadio für Sputnik freigeben und einzelne Sendungen von coloRadio in Sputnik integrieren.

      Ich höre sehr gern Internet-Radio, aber dann nur Musik, die ich auch sonst bei der Arbeit hören würde. Internet ist einfach nur eine andere Art der Verbreitung.

      Politische Berichte und Kommentare lese ich lieber. Ich finde es extrem ineffizient, einen Radio- oder Audiobeitrag zum gleichen Thema anhören zu müssen. Ich lese viel schneller. Bei coloRadio werden oft Statements oder Vorträge mit leiernder Stimme reinweg abgelesen — das ist derart belastend, dass man sich gar nicht auf den Inhalt konzentrieren kann.

  2. Frank sagt:

    bei http://dresden.stadtwiki.de/wiki/ColoRadio steht: „Seit 1. März 2007 sendet coloRadio (…) auf den Frequenzen 98,4 (Sender Freital, Sendeleistung 100 Watt) und 99,3 MHz (Sender Gompitz 50 Watt). Die technische Sendeleistung ist sehr schwach, sodass man mit dem Live-Stream meist besser bedient ist“, was natürlich nicht sehr toll klingt. Dieser Eintrag sagt freilich nichts über konkrete Hörerzahlen aus. Die können im Dresdner Stadtgebiet durchaus vorhanden sein, werden allerdings nicht ermittelt, weil das Geld kosten würde.

    Bei Sputnik habe ich mich geirrt – die sendeten zunächst nur über Satellit (und Mittelwelle – aber wer hört das noch?), erst später auch per www und seit einer Weile wieder in bestimmten Regionen terrestrisch.

    Dass lesen statt hören effizienter ist, geht mir genauso.

    • stefanolix sagt:

      Wenn man mit dem Live-Stream bessere Qualität bekommt, warum wird er (dem Anschein nach) so wenig genutzt?
      Zur Zeit sehen die Summen aus allen drei Angeboten (MP3_160, MP3_56 und OGG) so aus:

      Current Listeners: 4
      Peak Listeners: 9

      Da ist so manches Blog um Größenordnungen besser besucht ;-)

  3. frankinformiert sagt:

    Das ist fein beobachtet (Loriot)! Mit einem Blog erreicht man heute möglicherweise mehr Leute. Es ist wirklich die Frage: Wofür benötigt man heute noch speziell freie Radios oder allgemein Bürgermedien? Früher, als es noch kein Internet gab, waren Bürgermedien – also Offene Kanäle und so weiter – die einzige Möglichkeit, eigene Ansichten zu verbreiten. Das ist heute aber gar nicht mehr nötig. Im Gegenteil ist Radio dafür eher im Vergleich mit Blogs nachteilig, denn beim Radio muss man als Rezipient während der Sendezeit zuhören, sofern kein podcasting angeboten wird oder die Texte nicht nachträglich als Text veröffentlicht werden.

    Wenn man also darüber redet, dass freie Radios angeblich so wichtig sind, sollte man diese neu hinzugekommene Methode der Informationsverbreitung schon mit berücksichtigen. Wenn man natürlich andererseits Redakteure betrachtet, die gern spezielle Musik vorstellen, dann ist Radio schon noch eine (wahrscheinlich) wichtige Verbreitungsmöglichkeit, wobei man natürlich auch komplette Sendungen als Datei auf Internetseiten hinterlegen kann. Wenn man das auf WordPress macht, ist die Datei automatisch ein podcast.

    Ich kann nur mit einer konkreten Erkenntnis dienen: Was im Bereich Bürgermedien in Dresden ganz gut funktioniert, sind die Fernsehredaktionen des SAEK, die in einem Zeit-Fenster auf Sachsen Fernsehen kommen. Die Urheberin SLM stuft das definitionstechnisch zwar nicht mehr als Bürgermedium ein (die Logik habe ich nie verstanden), aber das kann einem als Bürger letztlich egal sein. Ich weiß einfach, dass die gesehen werden. Zuschauerzahlen kann ich mangels Erfassung auch keine nennen, aber man bekommt immer mal Zuschauer-Reaktionen.
    Da die Mediathek der SLM recht unübersichtlich ist, hier die Alternative der beiden Redaktionen:
    http://www.medienkulturzentrum.de/index.php?id=3&PHPSESSID=2vipuqrlsopsh2aosbjmrcge67
    http://www.medienkulturzentrum.de/index.php?id=205&no_cache=1

    • stefanolix sagt:

      Ich habe Deinen Beitrag gerade aus der Moderationsschleife hervorgeholt, es waren wohl zu viele Links drin.

      Ja, das ist auch noch so eine Sache bei coloRadio: warum bieten sie ihre Sendungen nicht als Podcast an? Bei so vielen kleinen Bloggern funktioniert es doch auch.

      Warum keine Podcasts? Technisch sollte es doch problemlos möglich sein? Vielleicht ist es ihnen peinlich, dass sie rund um ihre politischen Beiträge gern mal »Ten German Bombers« spielen? Vielleicht soll doch nicht jeder krude radikale Spruch dauerhaft in der Öffentlichkeit bleiben?

      Zum SAEK: ich schaue mir das gern in den nächsten Tagen an, aber ich habe in den nächsten drei Tagen ganz viel um die Ohren.


      PS: Momentan haben sie zwei Zuhörer über den Media-Server »Streaming für alle« …


      PPS: Gute Nacht ;-)

  4. loemuweika sagt:

    > warum bieten sie ihre Sendungen nicht als Podcast an?
    > Bei so vielen kleinen Bloggern funktioniert es doch auch.

    nach meinen Beobchtungen gibt es „sie“ in dem Sinne bei Coloradio nicht. vielmehr scheint es so zu sein, dass die Leute die bei Coloradio mitmachen ein relativ heterogener und loser „Haufen“ sind. Manche der Leute bieten durchaus die Möglichkeit ihre Sendungen per Podcast nachzuhören, andere eben nicht.

    • stefanolix sagt:

      Gut, ich konkretisiere: Der Sender bietet es nicht standardmäßig an. Ein Sender wird von außen natürlich als Einheit wahrgenommen.

      Ich habe nur sehr wenige Sendungen zum Download direkt bei coloRadio auf der Webseite gefunden. Mag sein, dass man weitere findet, wenn man die Webseiten oder Blogs der einzelnen Sendungsmacher kennt. Aber wenn es der Sender insgesamt nicht nötig hat … technisch sollte es schließlich kein Problem sein.

  5. loemuweika sagt:

    oh ja und ich würde Coloradio vermissen

    • stefanolix sagt:

      Ich muss ehrlich sagen: ich vermisse das, was coloRadio sein könnte, wenn es nicht politisch aus einer einzigen Richtung dominiert würde. Es ist wirklich erschreckend, was — bei allem Respekt gegenüber der Meinungsfreiheit – für politische Meinungen dort transportiert werden. Von Pluralismus gibt es da wirklich keine Spur. Dagegen ist der Rote-Fahne-Mann auf der Prager Straße ja direkt zurückhaltend ;-)

      Was würdest Du denn konkret vermissen und wann wird das gesendet — ich würde mir das gern mal anhören.

      • loemuweika sagt:

        mmm…m.E. gibt es eben das auf was Du Dich mit „der Sender“ oder „die Leute“ beziehst nicht. Es gibt m.E. niemanden der sagt „so jetzt machen wir das und das und zwar so und so.“ Das was Du als Mangel (an Objektivität, an Podcasts) empfinden magst ist m.E. also Resultat eines Engagementes bestimmter Leute mit bestimmten Meinung, bzw Resultat des Fehlens von Engagement.

        m.e. ist coloradio ein bürgerradio. wirst du sehen, wenn du mal folgendes tust: zu einer der öffentlichen redaktionssitzungen gehen und dein konzept einer sendung vorstellen.

        vermissen würde ich z.b. das frühstcksradio sonntags von 12-14, sendungen über lateinamerika, über podiumsdiskussionen in dresden und wahrscheinlich auch das deutsch-chinesische magazin regenbogen

        wann die sendungen kommen, kannst du wohl selber rauskriegen, bist ja wohl alt genug

        jetzt schon vermisse ich die Bildbande und die sendungen vom ccc, die scheinbar schon seit ner weile nicht mehr laufen, aber zu dem besten gehören, was ich im radio je gehört habe

        noch mehr vermissen würde ich auch, dass ich selber keine sendungen zu themen mehr machen könnte, die mich interessieren (z.B. über freie musik) – auch wenn ich gestehen muss, selber seit laengerem keine Sendung mehr gemacht zu haben.

        was coloradio sein könnte wird m.e. ganz dolle entschieden von den leuten bestimmt, die dort nichts machen.

      • stefanolix sagt:

        Ich gehe nicht hinter den Anspruch zurück, dass Freies Radio politisch pluralistisch sein muss.

        Ich muss wohl hier nicht näher erklären, warum ich allenfalls bei einem völligen Neuanfang eines wirklich pluralistischen Radios mitmachen würde(?) Ich habe das in meinem ersten Artikel und in den Antworten auf die Kommentare zu diesem Artikel schon geschrieben.

        Die dominierenden Kräfte von coloRadio gehen offensichtlich nicht von ihrem Anspruch ab, dass ihr Radio dezidiert links bis linksradikal sein muss.

        Wie lang wäre wohl meine Verweildauer auf so einer Redaktionskonferenz? ;-)

        Mich machen auch solche Berichte nachdenklich. Selbst wenn man alles Emotionale aus dem Bericht ausblendet …

        PS: Aktuelle Zahl der Hörer via Internet: 5.

      • loemuweika sagt:

        < Wie lang wäre wohl meine Verweildauer auf so einer
        < Redaktionskonferenz? ;-)

        Da Du die Antwort zu kennen scheinst und trotz Abwesenheit Deiner Person von Redaktionskonferenzen von Coloradio bestens über diese und über Coloradio überhaupt Bescheid zu wissen scheinst, kommt mir eine Auseinandersetzung hier einem Kampf mit Windmühlenflügeln gleich, den ich nicht annehme.

      • stefanolix sagt:

        Ich bin kein Windmühlenflügel ;-)

        Ich habe den Bericht von Michael Winkler sehr aufmerksam gelesen. Wenn die selben Leute heute noch coloRadio dominieren, hat es IMHO wenig Sinn, als engagierter Vertreter des Pluralismus eine Redaktionskonferenz zu besuchen. Das habe ich zwar mit Smiley in etwas Ironie gekleidet und ich bin für jeden Widerspruch offen. Aber bitte erkläre mir dann auch, was ich dort bewirken soll.

        Ich habe mir gestern abend ein Stück über Lateinamerika (pro Evo Morales) angehört. Ich bin politisiert und erfahren genug, um Sprache und Inhalt politischer Berichterstattung einschätzen zu können.

        In diesem Fall war es parteilich »pro Evo Morales«. Ich vermute anhand der politischen Berichterstattung bei coloRadio, dass es ähnliche Beiträge »pro Fidel Castro« und »pro Hugo Chavez« gibt. Ich lasse mich aber gern belehren, wenn es bei coloRadio beispielsweise Beiträge für Demokratie und Menschenrechte auf Kuba geben sollte!

        Nun bin ich selbst sehr gespannt, in welche Richtung sich Evo Morales entwickeln wird. Aber das Kuba Fidel Castros ist ein Staatssicherheitsregime mit Repression und politischen Gefangenen, so wie es die DDR war. Und zum angehenden »Caudillo« Hugo Chavez schreibt die Wikipedia:

        Im staatlichen Budget 2010 für Chavez sind neben Posten wie rund 6 Millionen Euro für Bolivarische Missionen und über 5 Millionen für seine Sicherheit auch 240.000 Euro für Kleidung und Schuhe sowie 61.000 Euro für die Reinigung der Präsidentengarderobe und 56.000 Euro für Toilettenartikel in den Präsidenten-Häusern enthalten.

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