Transparente Treppe

16. Dezember 2009

»Transparente« Treppe in einem Laborgebäude (Klick vergrößert).

»Transparente« Treppe in einem Laborgebäude (Klick vergrößert).


Ein Polier tut seine Pflicht

16. Dezember 2009

Auch wenn ich mal drei Tage weg bin — ich lese Dresdner Zeitungen und ich lese Dresdner Blogs. Jetzt bin ich wieder hier und kann wieder etwas mehr schreiben. Auf der Brückenbaustelle scheint in den letzten Tagen folgendes geschehen zu sein:

Der Bogen der Waldschlößchenbrücke wurde geschlossen. Um einen solchen Bogen abzuschließen, wird zuerst das letzte Teil in den Scheitel des Bogens gehoben, dann wird es provisorisch fixiert und schließlich endgültig verschweißt.

Man kann sich vorstellen, bei welchem Abschnitt dieser Arbeit man wirklich keine Journalisten dabeihaben will: beim Einheben und Einrichten, bis der Bogen provisorisch befestigt ist. Man präsentiert das Werk den Politikern und Journalisten, wenn es wirklich fertig ist.

Nach einem Bericht der »SZ« ist der Baubürgermeister Marx gestern auf der Baustelle aufgetaucht, weil er der Meinung war, dass der Bogen bereits richtig fertig sein sollte — man hatte ihn schlicht von einer Verzögerung nicht informiert.

Der Polier hat Herrn Marx und seinen Tross von der Baustelle verwiesen: ein Baubürgermeister ohne Helm habe dort nichts zu suchen (man fragt sich an dieser Stelle, warum Herr Marx bis heute die einfachsten Regeln nicht kennt).

Ich kann den Polier gut verstehen. Wir hätten früher auf der Baustelle auch keine Bonzen und Kameras gebraucht, wenn wir gerade betonieren mussten. Es gibt auf einer Baustelle einfach Stress-Phasen, in denen man keinen unnötigen Zuschauer haben will und in denen man einfach auch keine Kameras dulden mag.

Die »DNN« wissen von dem Vorfall merkwürdigerweise überhaupt nichts. Hier ist der Bericht der »SZ«.


Auch der Kollege Blechkopp weist auf den Fall hin: Das Brückenbauteil und der Baubürgermeister.



Ein Gigapixel-Blick auf Dresden

16. Dezember 2009

ist hier zu finden. Obwohl ich natürlich gleich wieder eine ganz kleine Anmerkung loswerden muss — die Fama ist kein Engel! — finde ich die Idee nicht schlecht [via Rappelsnut].


Fallhöhe

15. Dezember 2009

Prominente fallen aus immer größerer Höhe: Minister Guttenberg, Tiger Woods, Claudia Pechstein oder Jens Lehmann sind aktuelle Beispiele aus einem einzigen Quartal. Das kann doch nicht mehr normal sein.


Das Riesenrad im Bild

14. Dezember 2009

Riesenrad hinter der Augustusbrücke, 13.12.2009, Klick vergrößert.


Ergänzung:
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Weihnachtsmarkt an der Frauenkirche (Klick vergrößert).


Aktuelle Stimmungslage:

13. Dezember 2009

wie in einem Riesenrad auf dem Weihnachtsmarkt gefangen.


Warum ich keine Bücher mehr empfehle

12. Dezember 2009

Ich habe es wieder getan. Ich habe wieder jemandem ein Buch empfohlen, ich habe mich wieder auf eine Diskussion eingelassen und ich habe mich wieder geärgert.

Das Buch beginnt mit einem Zitat des Gleichnisses von der zerbrochenen Scheibe. Darin geht es um einen Bäcker, dem ein Lausbub die nagelneue Scheibe eingeworfen hat. Seine Nachbarn wollten ihn trösten: wenn niemals Scheiben zu Bruch gingen, so sagten sie, dann hätten doch die Glaser nichts zu tun und die Wirtschaft bliebe am Boden.

Doch der Bäcker sagte: »Ich wollte mir für das Geld eigentlich ein Paar Stiefel kaufen. Das kann ich mir jetzt nicht mehr leisten. Wer fragt denn nach dem Schuster?« — Und die Verständigen unter seinen Nachbarn kamen so zu dem Schluss: wenn ein Wert zerstört wird, ist das unter dem Strich immer ein Verlust für die Volkswirtschaft.

»Ha!« sprach der junge Mann, dem ich das Buch empfohlen habe, »dieses Gleichnis ist ein ganz großer Mist«.

»Oh«, dachte ich. »Was wird er nun mit dem Buch tun?«

»Ja«, sagte er, der Unsinn sei doch offenkundig: »Der Bäcker hortet das Geld und kassiert vielleicht sogar Zinsen. Und Zinseszinsen! Und wohin das führt, sieht man ja an der Krise des Finanzsystems.«

Nun hatte er mich erwischt.

»Nein«, sagte ich. »Die Krise des Finanzsystems hat damit nichts zu tun. In dem Gleichnis geht es darum, dass der Bäcker sein Geld für etwas anderes ausgeben möchte. Er will nicht spekulieren und er will sein Geld auch nicht horten.«

»Aber viele horten ihr Geld«, wandte er ein, »und wenn jemand die Scheibe einwirft, werden sie wenigstens gezwungen, etwas für die Wirtschaft zu tun.«

»Warum sprengen wir dann dem Bäcker nicht das ganze Haus in die Luft?«

»Aber das ist doch übertrieben!«, protestierte er. »Dann müsste der Bäcker ja einen Kredit aufnehmen. Das Geld für die Scheibe kommt vielleicht über mehrere Stationen doch noch zum Schuster. Wir kurbeln doch damit die Wirtschaft an!«

»Wäre es also gerecht, wenn der Glaser ein paar Lausbuben für das Einwerfen von Scheiben bezahlen würde?«, fragte ich.

Doch er war mit seinen Gedanken schon wieder einen Schritt weiter und nun gab er mir den Rest: »Das ist doch nur ein Beispiel, das diese Neoliberalen immer verwenden!«

»Das weiß ich nicht«, sagte ich und wandte mich meiner Arbeit zu, »ich habe noch nie einen getroffen« ;-)


Im Jahr 2009 wurden in Deutschland hunderttausende Scheiben zerstört: jedes abgewrackte zehn Jahre alte Auto hatte vier oder sechs Scheiben. Vielleicht gibt es noch nicht die richtigen Gleichnisse …



Das Taschentuch der Nobelpreisträgerin

11. Dezember 2009

Ich bin heute sehr müde. Aber eine Seite der Tageszeitung habe ich zweimal gelesen: die Seite mit der Rede der Nobelpreisträgerin Herta Müller. Eine Rede über das Bewahren der Menschenwürde und Selbstachtung in der Diktatur. Hätte sie den Nobelpreis nicht schon — mit Geschichten wie dieser wäre sie zumindest nahe dran: Jedes Wort weiß etwas vom Teufelskreis.


Heiße Luft und kalte Realität

10. Dezember 2009

Aus einer Pressemitteilung der Stadt Dresden vom 10.12.2009:

Dirk Hilbert […] verwies angesichts der in diesen Tagen stattfindenden Weltklimakonferenz in Kopenhagen auf die bisherigen Aktivitäten zum Klimaschutz in Dresden. Das sind zum Beispiel das seit Mai 2009 laufende Förderprogramm für kleine Blockheizkraftwerke oder der verstärkten Fernwärmeausbau.

Aus einer Pressemeldung der DNN vom 10.12.2009:

In der Praxis jedoch wird das im April aufgelegte Förderprogramm bisher kaum genutzt: Laut Auskunft von DREWAG-Sprecherin Gerlind Ostmann sind seitdem zwar neun Anfragen von Hauseigentümern eingegangen, doch kein einziger hat bisher einen konkreten Förderantrag gestellt.


Adventszeit an der Elbe …

10. Dezember 2009

Sonnenaufgang an der Elbe (Klick vergrößert).

Sonnenaufgang an der Elbe, 10.12.2009.


Sonnenaufgang an der Elbe (Klick vergrößert).

Sonnenaufgang an der Elbe am 10.12.2009.


Zum Fasten in Ägypten

9. Dezember 2009

Das lokale Blasewitzer Anzeigenblatt entwickelt sich zum Quell der Freude: es hat schon wieder eine Werbung der »Apotheke am Blauen Wunder« abgedruckt. Und diesmal geht es nicht um die Aufnahme von Mineralstoffen durch Homöopathie, sondern — schaut selbst:

Fasten!

Fasten in Ägypten:
Ausriss aus der Blasewitzer Stadtteilzeitung vom Dezember 2009.

Die Adresse der Quelle (dort: Seite 8) ist wahrscheinlich wieder nur in diesem Monat gültig, deshalb habe ich einen Ausriss (PDF) als lokale Kopie gespeichert.


Ein Puppenheim?

8. Dezember 2009
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Haus in Johannstadt, 02.12.2009, Klick vergrößert.


Toccata und Fuge in Geek-Moll

7. Dezember 2009

Bitte nur klicken, wenn Ihr stark genug seid: Toccata und Fuge in d-Moll von Johann Sebastian Bach in elektronischer … nun ja: Visualisierung und Bearbeitung.


Mit Pauken und Barocktrompeten

6. Dezember 2009

Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten!
Klingende Saiten, erfüllet die Luft!
Singet itzt Lieder, ihr muntren Poeten,
Königin lebe! wird fröhlich geruft.

Wenn Ihr diese Musik mit einem ganz anderen Text kennt, dann liegt Ihr natürlich richtig. Aber eigentlich war sie für einen einzigen Tag bestimmt: für den Geburtstag der Sächsischen Kurfürstin Maria Josepha.

In der Wikipedia gibt es eine interessante Tabelle, in der die »Parodien« und »Originale« verschiedener Abschnitte des Weihnachtsoratoriums dargestellt sind: Originale und Parodien im Weihnachtsoratorium.

Hier ist der Text, den man heute kennt:

Jauchzet, frohlocket! auf, preiset die Tage,
Rühmet, was heute der Höchste getan!
Lasset das Zagen, verbannet die Klage,
Stimmet voll Jauchzen und Fröhlichkeit an!

Und hier ist der Beginn des Weihnachtsoratoriums in einer interessanten Einspielung mit dem Monteverdi-Chor. Aber auch mit Pauken und Tromepten! ;-)


Ich werde nie verstehen,

5. Dezember 2009

dass es in dieser Stadt Eltern gibt, die akzeptieren, dass ihre Kinder in der Kindertagesstätte am Bett fixiert werden.

Ich werde nie verstehen, dass ernsthaft über die Weiterbeschäftigung der Erzieherinnen diskutiert wird, die das getan haben.

Ich will nicht darüber nachdenken, was passiert, wenn diese Kinder in 18 Jahren die Zeitung in die Hand bekommen, in der im Dezember 2009 darüber berichtet wurde.


Ist dies schon Wahnsinn …

4. Dezember 2009

Überschrift und erster Satz einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Dresden:

Sparkassenstiftung und Stadt verleihen den kriminalpräventiven Jugendhilfepreis EMIL
Das Projekt „Neuanfang“ wurde heute mit dem Jugendhilfepreis für Kriminalprävention EMIL ausgezeichnet.

Ich bin gespannt, wo ich die Wendung aus der Überschrift noch lesen werde …


Managementsprache in der Stadtverwaltung

4. Dezember 2009

Aus einer Verlautbarung der Stadt Dresden über »gendergerechte« Planung am Beispiel des Eigenbetriebes Sportstätten und Bäder:

Die Sportentwicklungsplanung ist die Grundlage für eine bedarfsgerechte Versorgung mit Sportstätten- und Bewegungsmöglichkeiten zu sorgen [sic!]. Die Förderung von Sport und Bewegung in der Bevölkerung hat wegen der damit verbundenen vielfältigen Bildungs- und Erlebnismöglichkeiten sowie gesundheitlichen und sozialen Wirkungen eine wichtige Funktion für die Bevölkerung in einer Stadt. Bedarfsgerechte Sport- und Bewegungsräume spielen dabei eine zentrale Rolle […]

»Bedarfsgerechte Sportstätten« wäre wohl schon zu konkret gewesen. Man hätte sich fragen können, was die Stadt denn dafür getan hat.

Der Text dort oben war Euch noch nicht schwafelig genug? Wartet, es kommt noch besser ;-)

In der laufenden Fortschreibung wird von der den Prozess leitenden kooperativen Planungsgruppe die Erstellung einer geschlechterdifferenzierten Bedarfsanalyse für verschiedene Zielgruppen auf gesamtstädtischer und Ortsamtsebene unter Einbeziehung einer Zustandsanalyse gefordert.

Darauf muss man erst mal kommen!

Mit dieser geschlechterdifferenzierten Bedarfsanalyse können zukünftig sportliche Belange von Frau und Mann gleichermaßen berücksichtigt werden. Indem wir Sport unter Gender Mainstreaming Aspekten betrachten, werden die Sportangebote der Stadt für die Bürgerinnen und Bürger qualitativ und quantitativ aufgewertet. Mit einem Stadtratsbeschluss zur Sportentwicklungsplanung und der weiteren Umsetzung ist im I. Quartal 2009 zu rechnen.

Jetzt frage ich mich: wurde dadurch eine einzige Frau, ein einziger Mann oder ein einziges Kind zum Sporttreiben angeregt? In ganz Dresden bröckeln die Sportstätten vor sich hin, überall fehlt es an Trainingsmöglichkeiten. Und der Stadt fällt nichts besseres ein, als für viel Geld solche Verlautbarungen in die Welt zu setzen.

Was für ein Armutszeugnis!



Kleine Plastik im Regen

3. Dezember 2009

Ansichten einer Mini-Plastik am Blüherpark vom 01.12.2009
(Klicks auf die Bilder zeigen jeweils eine vergrößerte Version).


Silhouettiges

2. Dezember 2009

Silhouettenspaziergang (1) am 02.12.2009.

Silhouettenspaziergang (2) am 02.12.2009.

Silhouettenspaziergang (3) am 02.12.2009.

Silhouettenspaziergang (4) am 02.12.2009.

Silhouettenspaziergang (5) am 02.12.2009.

Silhouettenspaziergang (6) am 02.12.2009.

Silhouettenspaziergang (7) am 02.12.2009.

Silhouettenspaziergang (8) am 02.12.2009.


Werbung für das neue Busnetz …

1. Dezember 2009

Schon lange wollte ich etwas zu der Werbekampagne für das neue Busnetz schreiben. Die Dresdner erinnern sich sicher: eine Bogenschützin und ein Bogenschütze richten jeweils einen Pfeil auf ein imaginäres Ziel. Auf dem Pfeil ist ein Bus der DVB abgebildet.

Im Museum konnte ich das Plakat heute fotografieren, hier ist ein Ausschnitt:

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Ausschnitt aus dem DVB-Plakat (Klick vergrößert).

In dem Bus sitzen ganze acht Leute. Liegt das am Ziel? Am Nahverkehr? Geschickt scheint mir das jedenfalls nicht ;-)


Da bin selbst ich sprachlos:

1. Dezember 2009

wenn die Wikipedia einen Artikel ablehnt, den eine Professorin für Medieninformatik geschrieben hat [Quelle]. Thema: der Begriff »Professorin«. Autorin: Debora Weber-Wulff. Sie hat zum Beispiel über das Thema »Plagiate aus Internetquellen« geforscht. Was sind denn dort in der Wikipedia für Kräfte als Admins am Werk?


Bevor aus dem Kulturpalast eine Ruine wird …

1. Dezember 2009

Ich wünsche mir für 2010, dass am Kulturpalast wirklich mal etwas passiert. Ich habe längst den Überblick verloren, welche Partei oder Fraktion oder Person mit »dafür«, »dagegen« oder »vielleicht« gestimmt hat. Es ist mir auch egal. Ich will nur endlich einen Kran direkt an diesem Gebäude sehen …

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Kran und Kulturpalast (29.11.2009), Klick vergrößert.