Wogen um die Seebrücke

Die Dresdner Kollegin Elbnymphe hat in ihrem Blog eine Seebrücke auf der Insel Usedom abgebildet — und eine leise Kritik an der Kommerzialisierung dieser Seebrücke hinzugefügt. Mit der Insel Usedom verbinde ich die Erinnerung an etliche Urlaubsreisen nach Koserow, Bansin und Ahlbeck. Ich war als Lehrling dort im Zeltlager, habe eine erste Liebe dort begonnen … aber ich merke schon: ich schweife von meinem Thema ab ;-)

Natürlich hat die Elbnymphe recht, wenn sie die Verbindung zwischen Seebrücke und ziemlich aufdringlichem Kommerz kritisiert. Aber um Kommerz kann man einen Bogen machen, wenn er stört. Ich empfand die ziemlich krassen sozialen Unterschiede als viel schlimmer — und ich meine damit sowohl die Unterschiede zwischen Kaiserbad und Umland als auch die Unterschiede zwischen den Menschen.

Wer Land und Immobilien hat, für den gibt’s eine dörfliche Mercedes-Filiale und jede Menge Gelegenheiten, geschmacklos mit Reichtum zu protzen. Wer das nicht hat, für den gibt’s im besten Fall einen knochenharten Service-Job. Ich denke, Leistung könnte sich anders lohnen. Wenn man sich überlegt, dass dort eigentlich ein gesunder Mittelstand sein Auskommen haben könnte, dann sind Meer, Fisch und Urlaubsromantik nicht mehr ganz so schön.

Und nun zu etwas völlig anderem. Elbnymphes Motto ist im Monat Januar:

Auch möchten sich des wilden Meeres Wogen
im neuen Jahre friedlich wieder glätten.

und diesen Versen möchte ich doch widersprechen. Ohne Wogen ist die Ostsee kein Meer, sondern eine langweilige und noch nicht mal richtig salzige Entenpfütze. Erst mit Wogen wird die Ostsee interessant. Und so ein Kalenderjahr kann gern auch etwas Umwälzung und Sturm bringen — wenn alles in die richtige Richtung umgewälzt wird ;-)

6 Responses to Wogen um die Seebrücke

  1. Elbnymphe sagt:

    Da komme ich um 3:34 von der Milonga nach Hause und denke, der aufregende Teil des Abends liegt hinter mir. Und dann sehe ich meine Worte solchermaßen auf den Prüfstand gelegt. Uff! Ich muß jetzt erst einmal ins Bett, aber ich schätze die kritischen Widerworte. Gute Nacht & guten Morgen, herzlich, Elbnymphe.

  2. Lina sagt:

    Nix Seebrücke jetzt, aber bitte: SCNR! Es ist OT, es geht um ‚DAISY‘ und um LOKALES ;-) :

    „(…) Seinen Namen hat das Schneetief angeblich einer Dresdnerin zu verdanken. Sie arbeitet für eine Münchener Firma, die im Internet Blockheizkraftwerke bewirbt, auch in Werbepartnerschaften mit Tiefdruckgebietsnamen. Für die Dresdnerin war Daisy als Geburtstagsgeschenk gedacht. Ob das was bedeutet?

    Und was bedeutet es, wenn es etwas bedeutet? Bei Dresden fällt uns ewig Ostbelehrten natürlich das Tal der Ahnungslosen ein. Aber auch das trifft es nicht ganz. Damals war das Tal der Ahnungslosen westmedienfrei, und damit, wie man dachte, bloß uninformiert. Heute ist das Tal der Ahnungslosen in der Hand dieser Medien, es wird von ihrer Ahnungslosigkeit beherrscht, von der Ahnungslosigkeit ihrer Depeschen, die sie aus den angeblichen Führungszentren unserer Gesellschaft, von den sogenannten Schaltstellen, beziehen.

    1989 hat zwar die Freiheit gesiegt, in ihrem Schatten hat sich aber auch die Ahnungslosigkeit breit gemacht. Es geht soweit, dass man aus angekündigten 50 cm Schnee bereits eine Katastrophe machen kann. Mein Rat, kaufen Sie kein Salz. Es lässt sich nur schwer auf eBay weiter verkaufen.“ (Richard Wagner bei achgut.de)

  3. Elbnymphe sagt:

    @Lina: Das liest sich jetzt vielleicht aggressiver, als von mir beabsichtigt – ehrlich! – aber warum machst u nicht ein eigenes Blog auf? Offensichtlich war es Dir wichtig, uns an Deiner Freude über das lustige Zitat von RW teilhaben zu lassen; dennoch wird bei Stefans Überschrift kaum jemand auf Dein (OT-)Thema schließen. Ist doch irgendwie schade um Dein nettes Fundstück. Freundliche Grüße!

    • Lina sagt:

      Ach, Elbnymphe. Ja, es war mir wichtig – und zwar zur Ent_lastung vom einstigen Tal, das ein totales Tal geworden ist! – aber nicht wichtig genug, damit ein eigenes Blog zu verzieren.

      Sorry for that …
      auch dem Betreiber!

  4. Elbnymphe sagt:

    So. Mit weniger Alkohol und mehr Schlaf im Blut möchte ich nochmal klar stellen: Mein Zitat bezieht sich an keiner Stelle auf die Ostsee noch irgendein sonstiges Meer. Ich fasse es rein metaphorisch als Synonym für das Leben auf. Und für 2010 erhoffe ich mir ein Gutteil weniger Sorgen, als 2009 sie bereithielt. Fern läge es mir, die Ostsee in ihrer Naturgewalt kastrieren zu wollen.

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