Die Podiumsdiskussion des Linken Radios

Ich habe gerade die Podiumsdiskussion über coloRadio gehört. Ich muss ehrlich sagen, dass ich gestern nicht zu der Veranstaltung kommen konnte, weil ich unter sehr hohem Druck arbeite — es hätte mich sonst interessiert. Ich muss aber ebenso ehrlich sagen, dass ich im Nachhinein nicht unglücklich darüber bin. Denn es war keine Diskussion. Doch dazu später.

Wer meine Position nicht kennt, für den ist sie hier ganz kurz zusammengefasst: Ich bin politisch neutral. Ich stehe für Pluralismus und ich fordere Pluralismus innerhalb eines freien Radios. Ich kritisiere dezidiert die politisch linksdogmatische Ausrichtung des Senders coloRadio.

Ich bin einer der tausenden 1989er, die seit dem 08. Oktober 1989 in Dresden für Pluralismus und Freiheit demonstriert haben. ColoRadio ist in seinem jetzigen Zustand weder pluralistisch noch frei. Auch die Veranstaltung war einseitig. Sie wirkte an einigen Stellen plump inszeniert.

Gab es auf der Podiumsdiskussion unterschiedliche Meinungen?

Kritik an coloRadio war ganz am Rande zu hören und sie wurde sehr interessant inszeniert. Eine Teilnehmerin namens Conny stellte sich als Macherin einer Sendung vor und gab in einem vorbereiteten Statement aus dem Publikum sinngemäß »konservative Kritik« an coloRadio wieder. Ich zitiere so gut wie möglich aus dem Mitschnitt ab 41:40.

(man sagt) coloRadio sei kein freies Radio, sondern linksalternatives Radio. Vielleicht stimmt das. Aber es ist ein freies Radio. Es wird kontrovers diskutiert, wenn irgendwelche Parteien, egal ob Linke oder Grüne oder CDU, Werbung machen wollen. Das wird vehement abgelehnt. Da wird wirklich Wert darauf gelegt, dass das ein freies Radio ist.

Diese »Kritik« ist konstruiert, das Wesentliche ist geschickt weggelassen.

Die wesentliche Kritik ist: coloRadio will in seiner jetzigen Form überhaupt keinen Pluralismus. Die Macher geben das ja auch mehr oder weniger offen zu. Sie übernehmen oft vorgefertigte politische Beiträge aus der linken Szene. Sie liegen mit ihren Kommentaren etwa in einem Dreieck zwischen Chavez, Castro und [Karl Eduard von] Schnitzler. Conny setzte fort:

Leider finden sich aber auch wenig »andere« Leute die Radio machen. Das finde ich so schade. Wir suchen immer wieder Leute, die bereit sind. Wir laden auch immer wieder Leute ein von den verschiedensten Parteien … Wenn man dann auch dazu noch in ein Klischee gedrängt wird … (*seufz*)

Die einseitige Ausrichtung ist — bei aller Schönheit der Krokodilstränen — kein Klischee. Das ist die Realität. Grundsätzlich alle politischen Themen werden bei coloRadio einseitig aus linksextremer oder linksdogmatischer, bestenfalls aus linksalternativer Sicht behandelt. Dazu werden immer wieder vorgefertigte Beiträge eingesetzt, die mit Dresden gar nichts zu tun haben — beispielsweise aus dem Angebot von attac.

Das Angebot zum Mitmachen an »Andere« ist ja ganz offensichtlich auch nicht ernst gemeint. Der wortführende coloRadio-Macher sprach ganz am Ende eine »Einladung« aus und verhöhnte fast im selben Atemzug den bekanntesten Dissidenten (der ist übrigens selbst eher links und bei coloRadio an linken Hardlinern gescheitert). Diesen Hohn und Spott empfand ich beim Hören als unverschämt (ich war ja nicht dabei). Man muss auf nicht auf jemanden drauftreten, der schon vor der Tür liegt.

Kamen in der Diskussion Kritiker zu Wort?

In der Podiumsdiskussion wurden zwei FDP-Zitate »aus der Konserve« gesendet. Sie nahmen weniger als sechzig Sekunden Sendezeit ein. Sie waren völlig aus dem Zusammenhang gerissen und wurden lächerlich gemacht.

Es wurden im Rahmen der ganzen Sendung auch ca. fünf extrem kurze CDU-Zitate gesendet, insgesamt sicher weniger als zwei Minuten! Man kann sie im Mitschnitt kaum verstehen. Ich empfand sie als (absichtlich?) akustisch verzerrt. Bemerkung eines coloRadio-Verantwortlichen dazu: »Wir senden die Slapsticks immer mal in unseren Magazinen«.

Die Meinung der anderen wurde auch auf der Podiumsdiskussion bestenfalls als Slapstick inszeniert. Die Argumente der Kritiker wurden als Strohpuppen aufgebaut, damit man darauf besser einschlagen konnte. Es war insgesamt eine Selbstvergewisserung der linken Radiomacher. Es war eine Plattform für die immer gleiche Forderung: linke Propaganda auf Kosten der Gemeinschaft senden zu können.

Wer soll coloRadio finanzieren?

Kurz vor dem Ende kam natürlich wieder die Frage, wo man noch Geld einsammeln könnte, wenn es kein Steuer- oder Gebührengeld gibt. Ich habe einen Vorschlag an coloRadio: Lasst Euch doch ganz ehrlich von attac und von anderen linken politischen Kräften finanzieren. Da müsste doch genug Geld in der Kasse sein.

Und hört endlich damit auf, den Begriff »Freiheit« zu strapazieren. Frei wärt Ihr, wenn Ihr Pluralismus im Programm hättet. Frei hättet Ihr diskutiert, wenn auf Eurer Diskussion wirklich Kritiker zu Wort gekommen wären — und nicht als verzerrt abgespielter Slapstick oder als Strohpuppe!

PS: In der Sendung ist gegen Ende die Behauptung enthalten, dass auch andere Meinungen zu Wort gekommen seien. Jemand klopfte sich dafür »hörbar« auf die Schulter. Es sind aber andere Meinungen nur verzerrt und lächerlich gemacht worden — und das ist ein Unterschied.

Ich finde es ja völlig in Ordnung, dass Linke Radio machen und dass sie sich für den Fortbestand ihres Senders einsetzen. Aber diese massiv zutage tretende Intoleranz beim Umgang mit der Meinung Andersdenkender — die kann und will ich nicht akzeptieren.


Hier ist ein Mitschnitt als ogg-Datei.


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206 Responses to Die Podiumsdiskussion des Linken Radios

  1. Hallo Stefan,

    danke für deinen Beitrag … er deckt sich in vielen Punkten mit meinen Ansichten. Das sage ich nicht nur, weil ich jener – von dir erwähnte – „Dissident“ bin :)
    Ich habe mich bewusst zurückgehalten; das hatte ich kurz vor dem Gang ins Rathaus innerlich mit mir so vereinbart. Und es war gut so … ich konnte meinen persönlichen Unmut etwas gelassener gegenüber stehen.
    Drum konnte ich auch auf die mehr oder minder scheinheilige Bemerkung [des Vertreters von coloRadio auf dem Podium], dass man bei coloRadio offen für alle sei, nur mit einem ganz breiten Grinsen antworten. Das war für mich der Lacher des Abends :)

    Der Punkt ist, dass es einen großen Unterschied zwischen den (meisten) Sendungsmachern und dem „harten Kern“ von coloRadio gibt. Einige versuchen seit Jahren coloRadio von innen her zu verändern, in Richtung Offenheit, Freiheit, Pluralismus. Doch der „harte Kern“ hat sich am Feindbild der „bösen“ Kapitalismus fest gebissen und agiert genauso wie das vermeintliche Feindbild „Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns.“
    Und das zu Lasten aller …

    Mich würde es auch nicht wundern – und ja das ist reine Spekulation – wenn Radio T in Chemnitz und Radio Blau in Leipzig unter dem – u.a. 10 Jahre währenden Rechtsstreit zwischen SLM (Sächs. Landesmedienanstalt) und coloRadio – letztlich leiden, denn hier werden sie alle behandelt und der Landtag sitzt nunmal in Dresden, also ist coloRadio am ehesten bekannt.
    Die stark linke (so links sind die sog. Linken bei coloRadio m.E. auch gar nicht, sondern eher verkappte „Klein-Kapitalisten“ :)) Ausrichtung hat wahrscheinlich zu einem Jahre lang schwelenden Konflikt geführt, der jetzt nur noch an der Oberfläche sichtbar ist. Und wenn eine Krise da ist, dann spart man natürlich zuerst an den ungeliebten Dingen – folglich ist für mich die CDU- und FDP-Haltung nachvollziehbar, auch wenn ich es für ungünstig für die freien Radios in Sachsen halte. Es ist wie es ist.

    Viele Chancen wurden in der Vergangenheit vertan, weil die geistige Offenheit fehlte. Ich fand die Idee der SLM andere Sendungsmacher mit in coloRadio zu integrieren gut, z.B. die TU Dresden. Da gibt es „Kunden“ (Hörer), da gibt es engagierte Leute (Hunderte), doch das alles wurde seitens einiger Wortführer bei coloRadio als Einmischung empfunden.

    Wer von Geldgebern abhängig ist und das ist coloRadio nunmal, der sollte auch ein gewisses Maß an Geschmeidigkeit im Umgang mit Andersdenkenden lernen. Das muss man nicht als „dicke Freunde“ inszenieren, sondern versuchen auf gleicher Augenhöhe – von Mensch zu Mensch – zu agieren.

    Und das fehlt einigen bei coloRadio … und wie das Schicksal es so will, sind das die „Lautesten“ und letztlich Bestimmenden :) … alle anderen geben irgendwann auf oder werden – wie ich – mit etwas aufwändigeren Mitteln „ruhig gestellt“. Ich bin vorher selbst gegangen; das von [dem Vertreter von coloRadio auf dem Podium] erwähnte „Hausverbot“ mir gegenüber war mir im Übrigen auch neu. Vielleicht hätte er das gern :)

    Ich wünsche jedenfalls allen Sendungsmachern bei den freien Radios viel Erfolg und Freude beim Radiomachen … und immer offene Ohr und Augen für die Freiheit, die über die Definition von „Freiheit“ bei coloRadio hinausgeht.

    Zudem möchte ich anmerken, dass man einigen gern auch auf deren Wortwahl und Artikulationsweise schauen sollte – daraus erschließt sich mitunter vielmehr, was sie wirklich wollen. Das haben die meisten bei CDU, FDP und coloRadio (und darüber hinaus) gemeinsam ;)

    Alles Gute, Micha.

    PS:
    Ich erhielt im Übrigen im März 2008 ein einmonatiges Sendeverbot. Anlass waren drei Sendungen zum Thema „Was ist freies Radio?“ … diese Sendungsreihe sollte abgesetzt werden. Man behalf sich eines Sendeverbots :) … alles klar?

    Näheres gibt es auch hier:
    http://alg-dresden.de/seiten/coloradio.htm
    Wer an den kritisierten Sendungen interessiert ist, schaut am besten unter:
    http://www.alg-dresden.de/seiten/alg_radio.htm
    (Sendungen 11 – 13)

    • stefanolix sagt:

      Ganz kurz in Stichpunkten, weil ich wirklich vor Mitternacht ins Bett /muss/:

      Ich hätte als Anwesender auch nur beobachtet und definitiv nichts gesagt (vielleicht fotografiert). Beim Anhören wird die Inszenierung aber vielleicht deutlicher bewusst als beim Dabeisein.

      Andersdenkende soll man überhaupt nicht unbedingt geschmeidig behandeln, aber man muss Respekt und Fairness beweisen. Das war bei der Darstellung der »gegnerischen« Meinungen definitiv nicht der Fall. Es ist ein Hohn, zu behaupten, andere Ansichten seien zu Wort gekommen. In drei Minuten in der miesesten Tonqualität vielleicht …

      Ich achte beim Hören sehr genau auf die Wortwahl. Ich fand die Passage mit der Agora und den vielen Klos im Internet schlicht entlarvend. Darin erkennt man das Denkmuster der alten K-Gruppen: den Radiosender erobern und nicht mehr hergeben.

      Da sieht sich dieser linksdogmatische Radiomacher, der bewusst alle anderen politischen Meinungen draußen hält, als der Türwächter der UKW-Frequenz. Wenn Herr Dr. Gerstenberg noch einen Funken von 1989 in sich gehabt hätte, dann hätte er doch irgendwas dazu sagen müssen! Dafür haben ihm hier in Blasewitz/Striesen nicht so viele bürgerliche Wähler die Erststimme gegeben …

      • Stefan, mit „Geschmeidigkeit“ meinte ich eher einen Umgang, der nicht sofort in „Reflex“ ausartet. Es ist sicherlich nicht unbedingt das beste Wort, weil es nach „Schmeicheln“ usw. klingt.
        Ich meinte eher eine Geschmeidigkeit im Sinne von Flexibilität. Wenn ich den Gegenüber in seinem Anderssein/Andersdenken anerkenne/akzeptiere, fallen mir auch eher Kompromisse ein. Und damit meine ich keine „faulen Kompromisse“.

        Ich habe manchmal gedacht, dass es eigentlich auch – seitens der SLM (oder wer da noch mit im Boot saß) – clever war, die Sendezeit von 4 auf 49 Stunden pro Woche zu erweitern, doch die Hörbarkeit im Dresdner Stadtgebiet drastisch zu verringern.
        Keine Ahnung, ob das so geplant war, doch coloRadio war nach außen hin schlechter zu empfangen und nach innen hin häuften sich die organisatorischen Schwierigkeiten (Sendelücken, mangelnde Absprachen usw. – habe das ja häufiger mit erlebt).
        Ganz gleich, wie das nun zu Stande kam … ein cleverer – wenn auch vielleicht unbeabsichtigter – Schachzug, der den Kopfstarren bei coloRadio als Sieg erschien, doch eigentlich ein weiterer Wink mit dem Zaunspfahl war.

        Bevor ich in Richtung Schadenfreude tendiere, höre ich lieber auf, denn ich habe sehr viele wirklich engagierte und an Pluralismus interessierte Menschen bei coloRadio kennengelernt … und denen danke ich in erster Linie.

        Micha.

      • stefanolix sagt:

        Du meinst die Empfangsmöglichkeiten im Dresdner Stadtgebiet. Die Hörbarkeit wird auf ganze andere Weise verschlechtert. Zum Beispiel durch den Spruch »Wer uns nicht mag, der kann ja MDR hören« ;-)

        Sowas nehme ich übrigens sehr persönlich. Ich habe keinen Fernseher und auch im Hotel schaue ich nie MDR. Und auf dem Radio wüsste ich gar nicht, wo ich den MDR suchen sollte. Meine Erfahrungen beschränken sich auf die Zeit als Taxi-Fahrgast.

        MDR-Figaro sendet sehr oft zusammenhangslose Musik-Schnipsel — ich höre nur vollständige Werke. MDR-Jugendkultur muss ich nicht haben.

        MDR-Sputnik fand ich nach der Wende mal ganz gut (mit der viereckigen »Schüssel« auf dem Dach), aber die gibt’s mit meinen Empfangsmöglichkeiten seit vielen Jahren nicht mehr und die sind wirklich nicht MDR-typisch.

  2. Ralf sagt:

    O.k., die politische Ausrichtung vieler Beiträge ist sicher anders als bei den meisten Medien in Sachsen und scheinbar nicht nach Deinem Geschmack. Dann kannst Du ja MDR hören. Aber was die kritisierte Einseitigkeit der Meinungen auf dem Podium betrifft, dann kann ich nur sagen, das Stressigste an der Vorbereitung zur Podiumsdiskussion waren die Versuche Politiker von CDU und FDP auf das Podium zu bekommen. Leider nur Absagen. Die wollten nicht kommen. Ist auch klar, die werden eine Finanzierung der Sende- und Leitungskosten durch die SLM ablehnen. Die können das wegen ihrer Mehrheit auch und wollen dafür sicher keine weitere Öffentlichkeit. Bisher haben die ja auch nicht gerade durch Argumente überzeugt. Nachhören kannst Du alles hier:
    http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=31040
    Dass wir aus verständlichen Gründen eine Öffentlichkeit für das Thema aufbauen, kann man uns nicht vorwerfen. Und dann eben ohne CDU und FDP. Wir haben die medienpolitischen Sprecher von CDU und FDP vorher informiert, dass wir dann eben Teile aus ihren Landtagsreden einspielen. Dass deren Aussagen schlechter verständlich waren, lag daran, dass der Laptop, der diese abspielte, nicht an das Saalmischpult angeschlossen werden konnte.
    Bei der SLM hatten wir wegen des Podiums nicht angefragt. Der SLM-Standpunkt (Wir dürfen wegen dem SächsPRG nicht fördern, wendet euch an den Landtag) bringt auch nicht gerade eine Diskussion voran.
    Ansonsten natürlich vielen Dank für das Interesse an coloRadio und an der Podiumsdiskussion.

    • stefanolix sagt:

      Also entschuldige bitte, aber »dann kannst Du ja MDR hören« ist nun wirklich ein absolutes Totschlagargument. Sehe ich in kultureller Hinsicht als Blogger und Mensch hinter dem Blog so aus wie ein MDR-Konsument?

      Ich kritisiere nicht die politische Ausrichtung, sondern die Intoleranz und den fehlenden Pluralismus. Das ist ein gravierender Unterschied. In einem pluralistischen Radio soll es dezidiert linke Beiträge geben, keine Frage! Aber auch bürgerliche, christliche und andere Beiträge. Vielleicht solltet Ihr mal von Eurem hohen Ross runterkommen und selbst konstruktive Vorschläge machen, wie man das ändern könnte?

    • stefanolix sagt:

      So, und dann höre Dir bitte Deinen eigenen Mitschnitt noch mal an den Stellen an, wo es um die Behandlung der CDU- und FDP-Argumente geht, denen ich in Dresden definitiv und ganz deutlich gesagt nicht nahestehe! Dieser Umgang ist in jeglicher Hinsicht arrogant und diffamierend.

      PS: Wer eine Diskussion technisch ausrichtet, ist einfach aus Gründen der Fairness auch verpflichtet, alle in gleicher Qualität zu Wort kommen zu lassen. Ihr macht doch nicht seit gestern Radio.

      • Falschgold sagt:

        zum P.S. – nein, wir machen nicht erst seit gestern radio, aber wir machen es ohne mittel und mit unserem eigenen beschraenkten zeitbudget. wir haben keinen praktikanten, der mal schnell die aufnahmen aus dem landtag anfordert – wir mussten die webcasts verwenden und die klingen, wie sie klingen.

        wenn man die debatte im landtag verfolgt hat, sieht man auch, dass unsere auswahl nicht diffamierend war sondern die konkreten aussagen der dir nicht nahestenden parteien zusammenfasste: „ihr seid ein luxusproblem, es gibt fuer euch kein geld“ – /das/ ist diffamierend und arrogant

      • stefanolix sagt:

        Tut mir leid, das akzeptiere ich nicht als Erklärung. Es gibt bei so langer Vorbereitungszeit genügend Möglichkeiten, eine faire und ordentliche Darstellung aller Positionen zu gewährleisten.

      • Falschgold sagt:

        ..dozierte die jungfrau ueber den geschlechtsverkehr ;)

      • stefanolix sagt:

        Wirklich niveauvoll! Der eine coloRadio-Vertreter sagt, ich sollte doch besser MDR hören und der andere will mir weismachen, ich verstünde nichts von Technik.

      • Falschgold sagt:

        das hast du falsch verstanden. du hast keine vorstellung von der laenger der vorbereitungszeit und dem damit verbundenen aufwand.

      • stefanolix sagt:

        Die Gegenposition nimmt in der Sendung maximal drei Minuten ein. Wenn ich eine Gegenposition fair darstellen will und keinen Mitschnitt zur Verfügung habe — wie wäre es mit der einfachsten Lösung: einfach im neutralen Ton eines Nachrichtensprechers die paar kurzen Sätze vorlesen? Und wie groß ist der Aufwand dafür?

        Mit Eurer Darstellung habt Ihr Euch mit Sicherheit keinen Gefallen getan!

      • Frank sagt:

        @falschgold
        Das mit der Jungfrau triffts wunderbar ! Sogar in mehreren Punkten.

        @ stefanolix
        Keine Ahnung, aber anderen die Arbeit erklären wollen…Aber das kennen wir ja.

        Und: nein, um Gottes Willen auch kein FDP-Sympathisant. Is schon klar.

      • stefanolix sagt:

        Frank: Ich habe hier die Dresdner FDP für ihre Rolle bei der gescheiterten Berufung des Super-Managers Köhler hart kritisiert. Ihre Rolle beim Bau der Waldschlößchenbrücke macht sie für mich in der Lokalpolitik unwählbar.

        Ich habe auf ihren Wahlplakaten verzweifelt nach Aussagen gesucht und ich kritisiere sie auch für andere Dinge.

        Eine Mitgliedschaft in der Dresdner Abteilung der FDP kommt für mich wirklich nicht in Frage. Sieht alles nicht nach »FDP-Sympathisant« aus, oder?

      • stefanolix sagt:

        @Falschgold (zu Deiner Sendung): Die Mehrzahl von Kibbuz heißt übrigens Kibbuzim ;-)

  3. Sebastian sagt:

    Stefan, vielleicht ist es einfach zu viel Text und ich habe es überlesen, aber was mir fehlt ist Deine Meinung, ob denn grundsätzlich ein freies Radio unterstützt werden sllte, wenn dieses eben anders aufgebaut wäre. Ich erwische mich selbst oft dabei zu sagen: Grundsätzlich ist die Idee des freien Radios gut, aber die „Führungsgremien“ bei coloRadio offenbar nicht. Denn sie missdeutet den Begriff „frei“ und zelebriert sich und seine „alt-linken“ Attitüden statt wirklich Bürger-Radio zu sein!

    Aber: Steht mir ein solches Urteil zu, wenn es um die Finanzierung geht? Was ist mit Radio Blau aus L.E., die ein ganz anderes Image aufgebaut haben und ganz anders (und in meinen AUgen viel besser) funktionieren? Darf ich aus persönlichen Befindlichkeiten sagen: Die ja, die nein?

    Ich denke, es wird leider an vielen Stellen sehr persönlich diksutiert statt über wirklich objektive, neutrale Ansätze. Meiner Meinung nach wäre dabei zumindestens folgendes Fakt: Sollte die SLM bzw. das Land die Finanzierung übernehmen, so sollte der Betrieb der freien Radios auch komplett neu ausgeschrieben werden und das beste Konzept mit der größtmöglichen Objektivität und „Freiheit“ den Zuschlag erhalten.

    • stefanolix sagt:

      Meine Meinung dazu ist glasklar: ein pluralistisches und demokratisch verfasstes freies Radio wäre in Dresden unbedingt zu unterstützen. Leider gibt es das noch nicht.

      • Falschgold sagt:

        das mag es in deiner aussensicht nicht geben – aber du kannst es moeglich machen: naechsten dienstag 18:00 uhr treffen sich die kunst und kultur-redakteure und machen den sendeplan fuer februar fest – komm rum und kuck dir die sache an, wenn du eine sendung machen willst, finden wir sicher einen slot und jemanden der dich technisch betreut. jordanstrasse 5 HH

      • stefanolix sagt:

        Wenn ein Angebot mit »das mag es in deiner Außensicht nicht geben« beginnt, muss ich unwillkürlich schmunzeln …

        Für mich gibt es folgende Schritte zu einem pluralistischen und freien Radio:

        • 1. Den aktuellen Stand ehrlich analysieren.
        • 2. Ziel setzen: ein pluralistisches und freies Radio.
        • 3. Beim Träger des Senders eine demokratische Mehrheit für dieses Ziel finden.
        • 4. Die Öffentlichkeit von diesem Ziel überzeugen und Unterstützung bekommen.
        • 5. Sendung planen.
        • 6. Sendung vorbereiten.
        • 7. Senden.
      • Falschgold sagt:

        wie gesagt, dienstag 18:00 geht’s fuer dich los, wenn du willst. wir beissen nicht, noch nicht mal leute die nicht unserer meinung sind http://falschgold.net/studiob/uwe-tellkamp-der-turm-2 ;) und sehen vielleicht sogar darueber hinweg, dass du uns im punkt 2 die antwort auf die frage in punkt 1 unterjubeln willst ;)

      • stefanolix sagt:

        Punkt 1 ist keine Frage und Punkt 2 ist keine Antwort.

        ColoRadio und die Interessenten an einem freien Radio sollten ehrlich analysieren, wo sie jetzt stehen und warum sie dort stehen.

        ColoRadio und die Interessenten an einem freien Radio sollten sich im Idealfall auf ein Ziel einigen: ein (politisch) pluralistisches Radio.

        ColoRadio und die Interessenten an einem freien Radio sollten glaubhaft machen, dass sie dem Pluralismus eine neutrale Plattform bieten.

        Und dann kann es weitergehen.

        Es geht mir mit meinem Artikel nicht darum, schnell ins Radio zu kommen. Es geht mir darum, dass in der (Dresdner) Gesellschaft knappe Ressourcen mit dem größtmöglichen Nutzen für alle eingesetzt werden. Mit knappen Ressourcen meine ich Frequenzen und Geld.

        Es gibt realistischerweise nur eine einzige UKW-Frequenz für freies Radio und diese darf politisch nicht mit einer Extremposition besetzt sein. Das ist meine Grundforderung.

        Und nur wenn dieses Ziel beim Träger des Senders und in der Öffentlichkeit akzeptiert wird, kann ein freies Radio Unterstützung durch die Gesellschaft bekommen.

      • Falschgold sagt:

        mal von den spitzfindigkeiten abgesehen ist deine redaktion leider etwas typisch fuer den coloradiokritiker: du machst dir zwar die muehe, geschliffen deine meinung zu praesentieren, aber nicht, den wahrheitsgehalt deiner meinung zu ueberpruefen.

        three’s a charme: komme am dienstag 18:00 uhr mal rum und kuck dir den laden von innen an, du musst keine sendungmachen und kein wort sagen, versprochen.

        und wenn selbst das zu viel ist, mache doch folgendes kleines experiment:

        hoere heute von 18-23 uhr coloradio und schreib dir die zeiten auf, in denen dir ganz offensichtlich singularistische und antidemokratisch entstandene sendungen zu ohr kommen, wo die „wahrheit“ verzerrt wurde, welche positionen dir fehlten, was dir ueber/unterrepresaentiert vorkam. berichte morgen.

      • stefanolix sagt:

        Das geht leider nicht. Ich werde heute abend von 17.00 bis 21.00 Uhr arbeiten und am kommenden Dienstag beruflich unterwegs sein. Ich habe darüber hinaus im Januar sehr viele andere Verpflichtungen. Die Diskussion am 12.01. hätte ich mir sonst definitiv auch angehört. Es ist ja nicht so, dass ich kein Interesse hätte.

        Wenn es Mitschnitte von interessanten Sendungen gibt, würde ich sie mir später anhören.

        Auch wenn ich heute abend nicht zuhöre: möglicherweise wird der Ton in Zukunft etwas gemäßigter ausfallen. Prima! Dann wäre ja wenigstens etwas erreicht.

        Noch einmal: ich will mich nicht um eine Sendung bewerben. Ich will, dass Dresden ein pluralistisches und gesellschaftlich akzeptiertes freies Radio bekommt. Davon muss man auch die beiden demokratischen Parteien CDU und FDP überzeugen. Ohne diese Kräfte geht es nicht.

        Ich bin sicher: ein freies und pluralistisches Radio könnten auch CDU und FDP nicht ablehnen. Es hätte eine viel breitere Unterstützung. Nur ein solches Radio hat meiner Meinung nach Zukunft.

        Zu den notwendigen Schritten habe ich oben alles gesagt.

      • Falschgold sagt:

        wir fassen zusammen: du postulierst ein „linkes radio“, forderst dessen demokratisierung und pluralisierung, willst nicht’s dazu beitragen und klopfst dir hinterher auf die schulter, dass es wegen deines blogs kuenftig irgendwie „gemaessigter“ zugeht. herzlichen glueckwunsch ;)

        mitschnitte koennen wir nur auf anfrage abgeben und nicht im netz bereitstellen, denn uns linksradikalen bezahlt keiner die GEMA-gebuehren. ich suche dir aber gerne raus, was dich interessiert, tjaja, so nett sind wir im freien radio..

      • stefanolix sagt:

        Bevor ich wirklich zu meiner Arbeit muss:

        (1) Ich postuliere nicht. ColoRadio ist politisch links bis linksdogmatisch orientiert.

        (2) Ich nehme mir das Recht, meine Meinung zu äußern. Radio sendet in der Öffentlichkeit. Ich kritisiere öffentlich, auch wenn ich kein Radio mache. Ein Theaterkritiker steht auch nicht auf der Bühne.

        (3) Sobald ich Zeit habe, werde ich erst mal kein coloRadio hören, sondern die Podiumsdiskussion ein zweites Mal aufmerksam anhören. Dazu gibt es noch viel zu sagen. So wie sich coloRadio dort gezeigt hat und wie man mit Andersdenkenden umgeht, kann coloRadio nach meiner Auffassung breite gesellschaftliche Akzeptanz und Unterstützung nicht einfordern. Für Akzeptanz und Unterstützung muss man auch auf andere zugehen.

        (4) Wir werden sehen, in welche Richtung es weitergeht. Ich freue mich, wenn meine Anmerkungen gelesen und diskutiert werden. Ich habe aber auch sonst ein interessantes und ausgefülltes Leben. Ich schreibe in meinem Blog über sehr viele andere Themen.

      • Falschgold sagt:

        (1) Ich postuliere nicht. ColoRadio ist politisch links bis linksdogmatisch orientiert.

        geiler satz :))

        ich postuliere: du bist ne marke..

      • stefanolix sagt:

        Tja. Vielleicht wäre es sinnvoller, auf Argumente einzugehen …

      • Sebastian sagt:

        Also, das ist interessant, denn Du befürwortest das freie Radio als solches und kristisierst somit nicht das System sondern die Ausübenden im System. Und, das ist keine Untertreibung, damit liegst Du gar nicht so weit weg von bestimmt 50% aller coloRadio Mitstreiter, von denen ich weiß, daß sie alles andere als zufrieden mit dem Zuständen des Senders sind.

        Die aktuelle Situation führt auf einmal zu einem Zusammenhalt, wie es ihn vorher laut Aussagen nahezu aller Radiomacher, die ich bei coloRadio kenne, vorgher nicht gegeben hat.

        Im Grunde zeigt sich das deutsche vereinsleben in Reinkultur! Erneuerer und raditionalisten bekämpfen sich bis aufs Blut solange, bis plötzlich Unheil von außen droht und man geschlossen um den Erhalt des Vereins als solchen kämpft. Jedem, der sich für Fußball interessiert, wird das bekant vorkommen. Vor allem, wenn dann Argumente kommen wie „Ihr habt Euch einen Fetten gemacht“, was total lachhaft ist, denn es hat NIEMAND mit coloRadio Geld verdient und es gibt sehr viele komplett unpolitische Sendungen..

        Dennoch ist es sehr unglücklich, aus dieser persönlichen Abneigung gegen coloRadio dem freien Radio die Finanzierung abzusprechen. Vielmehr muss der Einsatz dann doch einer Erneuerung der Strukturen gelten.

        Ich stimme also den rot-grünen Politikern der Posiumsdisksussion zu, daß ein wirklich freies Radio auch unabhängig abeiten können muß von der Finanzierung durch Werbung oder der Gunst privater Sender. Es muß dann aber auch Kontrollmechanismen geben, die den Pluralismus gewährleisten und sei es durch ein Führungsgremium, in dem anteilig Vertreter aller Partein sitzen, die auch im Landtag sitzen… Wen ndas Land bezahlen soll wäre das die logische Folge, oder? Für die meisten coloRadio Macher wäre das aber sicher der Untergang und das Böse schlechthin. So aber funktioniert Demokratie! Den Widerstand und Opposition zu bezahlen ist nicht die Aufgabe von Land und SLM!

      • stefanolix sagt:

        Ich freue mich sehr über diesen Beitrag, weil er in eine richtige Richtung weist.

        Auch in der Demokratie muss ja z.B. im Parlament die Arbeit der Opposition gesichert sein. Auch oppositionelle Fraktionen bekommen grundsätzlich Steuergeld für ihre Arbeit. Also ist es erst mal prinzipiell nicht falsch, dass ein Radio mit [unter anderem] oppositionellen Stimmen aus Gebührengeld bezahlt wird.

        Aber dann muss es ein Radio mit der vollen Meinungsvielfalt sein, so wie eben im Parlament auch mehrere demokratische Parteien sitzen. Der Betrieb des Senders kann natürlich einem freien Träger anvertraut werden. Im „Aufsichtsrat“ müssten dann gesellschaftliche Kräfte sitzen. Wahrscheinlich braucht man darüber hinaus noch eine „Ombudsperson“, die bei Konflikten schlichtend eingreift.

        Das Argument „einen Fetten gemacht“ habe ich nicht finanziell, sondern ideologisch verstanden. Linksdogmatiker hatten (so wie ich das jetzt verstehe) bei coloRadio alle Zeit und alle Möglichkeiten, weil einfach ein politisches Vakuum vorhanden war.

    • Falschgold sagt:

      oh, zwei ernsthafte beitraege hintereinander, three’s a charme:

      ich bin, was die struktur eines „freien radios“ betrifft, dessen kontrolle und finanzierung, ziemlich offen und was geschichte und ideologischen unterbau (im wirklich besten sinne) betrifft, nicht wirklich argumentativ sattelfest, aber, was ihr beide gerade beschreibt, ist am ende „nur“ das modell des oeffentlich rechtlichen rundfunks.

      wenn ich dort studio b machen kann, so what, aber wenn man der meinung ist, dass man wirklich /allen/ die auf dem boden der verfassung, stehen ein recht zum senden geben will, dann funktioniert die kontrolle durch ein „demokratisches“ gremium, hier mal im negativsten sinne, wahrscheinlich nicht wirklich, da es, wenn es zur abstimmung ueber kritische fragen kommt, das ergebniss wie bei ausschusssitzungen im landtag sein duerfte – die mehrheit diktiert und kleine minderheiten haben keine chance. das aber ist halt kein freies radio.

      eigentlich ist doch aber mit dem, zumindest postulierten, prinzip „jeder darf senden, solange er kein rassist oder nazi ist“ und einer halbwegs funktionierenden selbstverwaltung alles da, was man fuer so ein radio braucht.

      was dann ueber den aether geht ist im idealfall ausgeglichen, aber wenn sich z.b. konservative von dem kasperletheater einer basisdemokratischen selbstverwaltung abschrecken lassen kommt halt ein eher progressives radio raus. ist ja auch irgendwo logisch, die erhalter des status quo haben ja ihre ausdrucksmoeglichkeiten in den saeulen privatrundfunk und oeffentlich rechtlicher rundfunk – da muss die dritte saeule ein bissel progressiver sein. und da diese auch noch so spottbillig ist wie nix kann man da auch mal als konservativliberalwhatever entspannt sein, bin ich der meinung, und den scheck rueberschieben. wir diskutieren hier um 40.000 eur fuer, wie wir mal ausgerechnet haben, 30.000 stunden ehrenamtliche arbeit in sachsen, von den GEZ gebuehren sind das, wie jemand anders ausgerechnet hat, wohl ein cent.

      zur stimmung im irrenradio, gerade die letzten monate im coloradio haben gezeigt, dass, wenn man den spinnus der links/rechts titulierungen mal weglaesst und sich auf die qualitaet und den spass konzentriert es deutlich besser funktioniert als zu zeiten, in denen OB winkler drei sendungen zur „freiheiheit“ macht und in zweien davon, weil ihm niemand uneingeschraenkt zustimmt, nur noch seinen kegelfreunden in die bowlingschuhe pisst.

      insofern war dein blogeintrag halt ein bissel hinterher und hat die reaktionen ausgeloest, wie sie sind.

      dynaaamoo an sebastian ;)

      • stefanolix sagt:

        Ich schiebe aber keinen Scheck dafür rüber, dass vorgefertigte Beiträge von politisch linken bis linksextremen Organisationen gesendet werden, während vorgefertigte politische Beiträge aus anderen politischen Richtungen keine Chance haben (es gibt ja schließlich auch liberale, konservative oder noch ganz andere Podcasts).

        Einen Scheck mit sächsischem Geld kann es nur für wirklich sächsisches Radio geben.

        Dass der Missbrauch eines Radiosenders als Abspielstation für „Attac“-Beiträge und sehr viele andere vorgefertigte linke Beiträge nicht allen Demokraten gefallen dürfte, war Euch schon klar, oder?

      • Falschgold sagt:

        hehe, soviel zum thema auseinandersetzung mit argumenten, jetzt gebe ich’s auf.

        du bist so ueberzeugt von deiner kleinen dummen verschwoerungstheorie, dass es wirklich keinen sinn macht. ich spreche hier drei eindeutige einladungen mit termin aus, wer komme will, soll kommen und kann noch im gleichen monat senden und du behauptest schon wieder, dass eben /nicht/ alle senden duerften.

        das ist die pure dummheit.

        und tschuess..

      • stefanolix sagt:

        Es ist Dir möglicherweise nicht aufgefallen, aber es sind zwei völlig unterschiedliche Dinge, ob ich als Dresdner einen Beitrag mache oder ob ich einen Beitrag aus einer liberalen Podcastfabrik einreiche.

      • Falschgold, du kannst auch ruhig Micha, Micha W. oder Michael Winkler sagen (ich habe auch gar nichts gegen die Erwähnung meines Namens, Stefan ;)).

        Wie gesagt, es freut mich, dass coloRadio innerlich offenbar anders ist als vor zwei Jahren. Dann ist das ja eine Entwicklung … wohin, wird die Zeit zeigen.

        Die Intention der Sendungen zum Thema „Was ist freies Radio?“ waren als Radiosendungen allgemein zum Thema gedacht/geplant … und wenn du die Sendung hörst, wirst auch merken, dass nicht ich mit den internen Diskussionen begonnen hatte. Das hatte ich nicht geplant; die Offenheit eines der ersten Gäste hatte mich zwar zunächst verwundert, doch ebenso erfreut … so Dialog kann ja spannend sein; war es ja stellenweise auch, wie ich fand.

        Und wenn man mal nicht weiterkommt, dann spielt man eben Musik :) … keiner hatte da eine Lösung etc. erwartet.
        Insofern war die von einigen forcierte Absetzung der Sendung und das Sendeverbot ein klares Zeichen. Noch klarer wurde als offenbar KEINER Interesse gezeigt hat, eine solche Sache aufzuarbeiten. Ich hatte gegen keine Regel verstoßen, habe ein Sendekonzept eingereicht, welches ignoriert wurde usw. …

        Wenn man sachliche Dinge auf die persönliche Art und Weise lösen will, dann entstehen eben solche Dinge.

        Was wahrscheinlich neu war und einige irritiert hat, war, dass dieses Thema LIVE im Radio kam. Die Gäste haben das daraus gemacht, was sie wollten … ich war Moderator (nicht ganz ohne eigene Meinung, das ist richtig) – nicht mehr und nicht weniger.
        Ich habe das Medium Radio einfach dazu genutzt, wozu es auch da sein kann … um Transparenz zu schaffen. Und da sind die Mitstreiter von coloRadio (wie du auch – höre Sendung 02.02.2008) doch die erstbeste Adresse gewesen.

        So viel als Nachtrag – zur Erklärung …
        Micha

  4. […] Beitrag mit dem Titel “Die Podiumsdiskussion des Linken Radios” hat jetzt schon acht […]

  5. Falschgold sagt:

    stefanolix, ganz neutral fuer „pluralismus stehen“ und einen ganzen sender dann mal kurzerhand linksdogmatisch nennen und damit mich zwischen chavez und castro zu plazieren – da sollte dir was auffallen.

    ihr beiden (hi ob. winkler), solltet schon mal eure eigene neigung zur frontenbildung ueberpruefen. nur weil ihr „freiheiheit“ singt und ich nicht, lasse ich mir nicht erzaehlen, dass ihr die martin luther kings’s seid und ich der trotzki.

    oder findest du hier linksradikalismus?

    http://studiob.falschgold.net
    http://megabits.falschgold.net

    oder hier:

    http://coloradio.org/site/category/redaktion/musikredaktion/

    ja noch nicht mal richtig hier:

    http://coloradio.org/site/category/redaktion/kunst-kultur/

    ok, hier sitzen die verrueckten ;)

    http://coloradio.org/site/category/redaktion/politikredaktion/

    also hoert mal wieder coloRadio, dann koenntet ihr euch 3/4 der argumente hier sparen..

    • stefanolix sagt:

      Aus dem Kontext sollte klar hervorgehen, dass es um die politische Ausrichtung des Senders geht. Die wird ja ganz offensichtlich zum Problem. Welche Musik gespielt wird und welche Bücher besprochen werden — das ist den Parteien im Landtag sicher herzlich egal.

      Ich habe definitiv keine Neigung zur Frontbildung und ich beantworte hier ganz sachlich alle Kommentare. Ich habe Dich nicht als Trotzki bezeichnet. Also baue hier bitte keine Strohpuppen auf. Es gibt keine Frontbildung. Du kannst Deine Meinung sagen. Michael Winkler kann seine Meinung sagen. Und ich moderiere, sobald ich etwas Zeit erübrigen kann.

    • Hallo Falschgold,

      es ist immer ein Spagat zwischen Allgemeinern und Speziellem, wie überall. Stefan hat eine Sicht aus seiner Perspektive dargelegt. Völlig i.O.

      Ich habe vor zwei Jahren auch Sätze wie „Ein linkes Projekt … per se niemals freies Radio machen [kann]“ geschrieben und da komme ich auch zu dem betreffenden Punkt. Die meisten Sendungsmacher sind m.E. nicht linksdogmatisch, sie mögen sich bestenfalls eher im linken oder grünen Umfeld zu Hause fühlen.

      Doch das Außenbild, jenes welches sehr häufig zu hören und zu sehen war/ist, hatte eine aggressive Seite. Warum schrieb man sich auf die Fahnen, „konsequent gegen medialen Mainstream“ vorzugehen? Warum nicht „für mediale Vielfalt“?

      Das geht nicht unbedingt dich an … deine Meinung habe ich mitunter zu schätzen gelernt. Zumindest so lange, bis du nicht wie alle anderen umgefallen bist :)
      Ich erinnere mich gern an meine letzte coloRadio-Versammlung, als der „Fall Winkler“ nochmals angesprochen werden sollte. Da ich drei Tage zuvor live meinen Rücktritt bekannt gegeben hatte, war ich recht entspannt. Ich hatte keine Angst, irgendetwas zu verlieren oder Stress mit irgendeinem Linksdogmatiker zu bekommen … andere dagegen schon.
      Aus meiner Sicht wurde der „Fall Winkler“ abgehakt, um zur Tagesordnung überzugehen … auch von dir.
      Mehrmals fragte ich nach den Gründen des „Sendeverbots“ … es kamen keine. Und an dieser Nichtaufarbeitung innerhalb eines essentiellen Punktes eines freien Radios warst du sehr wohl beteiligt, Falschgold.

      Ich kann deine „Hilferuf“-ähnlichen Sätze wie „komm doch im Radio vorbei“ usw. durchaus verstehen … ich hoffe, dass sich Leute finden, doch deine Sätze gehen am eigentlichen Problem vorbei.

      Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg bei coloRadio … Micha.

  6. mirqor sagt:

    okay vielleicht war die Zusammensetzung am Ende nicht ideal, jedoch begründet mit der Absage der regierenden Parteipolitiker. mach dir mal bitte die mühe und höre dir die ausführlichen Kommentare von FDP und CDU an. (siehe link von ralf) wenn du einigermaßen mit dem thema befasst bist, kommen dir diese kommentare wie hohn vor. sicherlich wurden die von den veranstaltern entsprechend genutzt und gekürzt. (machst du ja auch mit zitaten) es gibt anscheinend bei fdp und cdu nur ein ziel. anhand dessen werden alle kommentare, ausreden und beispiele herangezogen, auch wenn sie noch so lächerlich sind.

    sicher hast du recht mit der kritik an der „führungsebene“ bei coloRadio. allerdings kann ich inhaltliche Unfreiheit nicht in so umfassendem Maße feststellen (ausgenommen Herr Winkler, der allerdings Konfrontation und Provokation genauso beherrscht wie [der Vertreter von coloRadio auf dem Podium]).

    vielleicht werden ja auch eines Tages Radiomacher andere Politik bei coloRadio vertreten – da muss aber erstmal jemand damit anfangen.

    rein inhaltlich war meiner Meinung nach die „Diskussion“ nicht wirklich abwegig und für coloRadio verhältnisse ziemlich „professionell“ ;-)
    auch der Begriff „Freiheit“ wurde nicht überstrapaziert.

    • stefanolix sagt:

      Es geht nicht um die Zusammensetzung der Diskussionsrunde. Es geht um den unfairen Umgang mit abweichenden Meinungen. Allerdings muss man sich schon fragen, warum das Interesse so gering ist. Ich behaupte, dass Vertreter aller demokratischen Parteien gekommen wären, wenn es um ein wirklich pluralistisches Radio gegangen wäre.

    • stefanolix sagt:

      Ich bin in der Diskussion um Michael Winkler zunächst völlig unparteiisch.

      Wenn ich aber in dem Mitschnitt höre, dass er vom Podium herunter verhöhnt wird, dann empfinde ich das als unfair. Und genau das habe ich geschrieben. Unfair ist es, weil der eine ein Mikrofon hat und im Radio übertragen wird — und der andere überhaupt nichts dagegen machen kann. Und weil jedem der wenigen Zuhörer klar war, welche Person damit nur gemeint sein konnte.

  7. mirqor sagt:

    „Es muss möglich sein, dass dort nach einer Vertreterin der Linken wie Frau Bonk genauso fair ein Vertreter des bürgerlichen Lagers wie Herr Herbst zu Wort kommt — und natürlich auch ein Umweltschützer, ein Bürgerbewegter, eine konservative Christin … eben gelebter Pluralismus.“

    habe grad noch deine anderen einträge zum thema coloRadio gelesen und bin erstaunt, wie intesiv du dich damit auseinandersetzen möchtest.
    anscheinend erkennst du aber die struktur noch nicht richtig. coloRadio ist ein „Freies Radio“, welches auch selbstorganisiert ist. das bedeutet, dass diejenigen, die sendungen machen, das bild coloRadios darstellen. es gibt (leider) keine übergeordneten Redaktionen oder Macher/Entscheider. Jeder kämpft quasi mit seiner eigenen Stimme. Dass sich über die jahre meinungskoalitionen gefunden haben ist nicht ungewöhnlich oder absurd.
    was ich sagen will: wenn jemand einen herrn herbst oder piwarz oder nen kirchenvertreter in seiner sendung haben will, wird das sicher nicht verboten. nur machen muss es jemand. und wenn die „macher“ eben nun alles linke sind (was nicht stimmt), wirst du so etwas eben nicht hören. wenn sich in der politikredaktion andersdenkende behaupten wöllten – nur zu. ich denke jedoch, dass diese auf anderen sendern einfachere möglichkeiten haben.
    was noch die Dresdner Eigenbeiträge angeht: wünschte ich mir auch mehr. Jedoch haben wir da die Crux. Freies Radio-selbstorganisiert-ehrenamtlich vs. Öffentlich-Rechtlich-strukturiert-finanziell vom staat abgesichert. wie mag das wohl ausgehen? wer macht den besseren journalismus?

    • stefanolix sagt:

      Ich fürchte, dass wir jetzt in die Phase der gebetsmühlenartigen Wiederholung von Argumenten eintreten. Ich muss hier nichts zurücknehmen und ich will mich nicht wiederholen.

      Über den Stand der politischen Ausrichtung von coloRadio ist alles gesagt: coloRadio wird politisch durch bestimmte Kräfte dominiert, die nach außen nicht den Eindruck machen, dass sie Andersdenkende fair behandeln würden — man sieht es unter anderem an der Podiumsdiskussion.

      Das Argument »ich denke jedoch, dass diese auf anderen Sendern einfachere Möglichkeiten haben« ist dadurch entwertet, dass es nur einen freien gemeinschaftsfinanzierten Sender geben kann. Also gibt es auch keine weiteren Möglichkeiten. Aber das ist auch schon oft genug gesagt worden.

  8. bernhard-ine sagt:

    hallo stefanolix,
    ich finde deine argumentation sehr unsachlich und teilweise beleidigend. du warst noch nicht mal auf der veranstaltung, gehst natürlich nicht zur sitzung ins coloradio, aber weisst angeblich ganz genau, wie es bei coloradio zugeht. peinlich.

    ich finde es ungerecht, dass du das freie radio coloradio an deinem persönlichen freiheitsbegriff mißt, und von deinem standpunkt behauptest, dass der neutral wäre. das ist er nicht, denn offenbar bist du ein glühender coloradio-hasser. hasser sind nie neutral.

    frag doch mal jemand kompetenten, was für eine freiheit das „frei“ der freien radios meint! jeder freiheitsbegriff schliesst irgendwas aus oder ein, keiner ist allumfassend, auch deiner nicht. bloss, weil sie „frei“ heissen, müssen freie radios nicht alles senden, ganz besonders nicht dinge, die gegen ihre grundsätze verstossen: sexistische, rassistische und nazi-positionen. darauf muss man sich schon einlassen, wenn man mitmachen will.
    freies radio befreit auch, z.b. hat es mich von dem glauben befreit, ich könnte nie selbst eine radiosendung machen.
    und es nennt sich von seiner geschichte her „frei“, weil leute damit eine gegenöffentlichkeit begründet und räume für informationen geöffnet haben, die in der masse nicht kommuniziert worden wären. alles klar? warum soll sich coloradio verpflichten, alle positionen zu wort kommen zu lassen, während sich der mdr, psr, energy usw. dazu nicht verpflichten müssen? weil sie nicht das adjektiv „frei“ im namen haben?

    übrigens gehe ich zu den sitzungen bei coloradio und bin immer wieder überrascht, wie wir trotz unterschiedlichster positionen und haltungen gemeinsam handeln. das erlebe ich pluralismus.

    bernhard-ine

    • stefanolix sagt:

      Würdest Du mir bitte die Teile meines Artikels zeigen, die Du als »beleidigend« einstufst? Danke!

      Erst wenn wir das geklärt haben, würde ich mit Dir über andere Themen weiterdiskutieren. Sonst sehe ich darin keinen Sinn.

  9. Frank sagt:

    Stefanolix „kennt“ Coloradio genauso „gut“ wie MDR und hört sie beide nicht.

    Was soll man dazu sagen?

    • stefanolix sagt:

      Unsinn. Ich habe seit dem Spätherbst 2009 oft via Internet-Stream in coloRadio-Sendungen hineingehört. Ich habe gerade die Sendung von »Falschgold« und »Irmgard Lumpini« eine Dreiviertelstunde angehört. Ich höre die politischen Beiträge, die coloRadio aus anderen Quellen bezieht (sendezeitunabhängig). Noch Fragen?

  10. bernhard-ine sagt:

    beleidigend sind die unbegründeten behauptungen:

    „Vielleicht solltet Ihr mal von Eurem hohen Ross runterkommen und selbst konstruktive Vorschläge machen, wie man das ändern könnte?“ – beleidigend, weil du gar nicht wahrhaben willst, wie sehr wir uns den kopf genau darüber zerbrechen. nimm dir doch die freiheit, selbst die christlichen, bürgerlichen und anderen sendungen zu machen, wenn du pluralismus im freien radio implementieren willst.

    „…in einem vorbereiteten Statement … Diese »Kritik« ist konstruiert, das Wesentliche ist geschickt weggelassen.“
    – wir hatten so wenig zeit für die vorbereitung, da konnten wir beim besten willen keine schauspielerischen leistungen einstudieren, die kritik konstruieren. wir sind so frei, wir machen radio und kein theater.

    „Sie wirkte an einigen Stellen plump inszeniert.“
    – sie war gar nicht inszeniert – wir machen wirklich radio und kein theater.

    “ Frei hättet Ihr diskutiert, wenn auf Eurer Diskussion wirklich Kritiker zu Wort gekommen wären — und nicht als verzerrt abgespielter Slapstick oder als Strohpuppe!“
    – die sogenannten kritiker waren so frei, nicht zu erscheinen und haben uns damit den pluralismus verunmöglicht. sie wussten, dass wir ausschnitte ihrer unfairen landtagsreden spielen. es ging auch nicht um eine „faire“ darstellung der landtagsreden von cdu und fdp – das haben die gar nicht nötig – genausowenig wie es in deinem artikel um eine faire darstellung von coloradio und seiner podiumsdiskussion geht.

    „coloRadio will in seiner jetzigen Form überhaupt keinen Pluralismus.“
    – coloradio – das sind viele leute, die verschiedenes wollen und trotzdem was zusammen machen. das ist für mich pluralismus. wir nehmen uns die freiheit, verschiedene politische positionen zu haben (auch, wenn du das nicht merkst).

    „Und hört endlich damit auf, den Begriff ‘Freiheit’ zu strapazieren. Frei wärt Ihr, wenn Ihr Pluralismus im Programm hättet.“
    – wo nimmst du dir die freiheit, die freiheit der andersdenkenden zu würdigen. (das würde dir übrigens ein grosses plus an pluralismus bringen.)

    genug beispiele? wieso rechtfertige ich mir hier überhaupt? damit stefanolix von seinem hohen ross runterkommt und mit mir über „freiheit“ und „pluralismus“ ehrlich kommuniziert? darüber, dass er seinen ansprüchen an coloradio selbst nicht gerecht wird? dass er „freiheit“ und „pluralismus“ als totschlagargumente gebraucht? da bin ich ja gespannt!

    • stefanolix sagt:

      Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass sich Kritiker nicht in eine solche Runde setzen, die von Anfang an nur auf Konfrontation eingestimmt ist und in der inhaltlich keine Kompromissbereitschaft zu erkennen ist.

      Noch einmal zum fairen Umgang: Die zitierten Statements der Kritiker hätte man ganz einfach auf dem Podium in neutraler Stimme vorlesen und zur Kenntnis nehmen können. Fertig. Dafür braucht man keine nennenswerte Vorbereitungszeit. Man hätte die Argumente dargestellt und es wäre weitergegangen. Das wäre ein fairer Umgang gewesen und das hätte sich im Mitschnitt ganz anders angehört.

      Es trifft zu, dass ich mich auf Kritik an der Verfahrensweise der Organisatoren beschränkt habe. Es trifft zu, dass ich die politischen Wortführer coloRadios kritisiere.

      Aber coloRadio will etwas von der Gesellschaft haben: Geld und Frequenz. Dann sind die kritisierten Verfahrensweisen kontraproduktiv. Dann muss man — und das ist nicht beleidigend — eben vom hohen Ross herunterkommen und auf Augenhöhe mit den Vertretern der Gesellschaft reden. Auch wenn sie aus CDU oder FDP kommen.

      Ich kann und will nicht einschätzen, welche politischen Positionen es bei coloRadio noch gibt. Aber zu hören ist nur die linksdogmatische Position.

      • Lina sagt:

        Btw.: *coloRadio* ist überhaupt eine lustiger Name dafür, dass der Sender anscheinend (ich kann’s nicht beurteilen!) nur (gehirn_waschend) *rot* sein soll.

        *PersilColor* z. B. hat auch das *color* im Namen und behandelt doch gleichzeitig mehrere Farben … ist allerdings auch das Produkt eines freien Marktes der Waschmittel und nicht der öffentlichen Meinungsmache ;-) …

  11. KurtE sagt:

    jetzt hab ich mir den mitschnitt auch mal angetan. Ich stimme Stefanolix Einschätzung weitgehend zu. Für mich ist bei diesem Verein das Übliche (Dresdentypische?) zu beobachten. Sobald es institutionelle Förderung oder sonstwie Geld gibt, setzten sich Aparatschiks, gelockt von Status und Wichtigkeit, an die Spitze und verweigern jede Entwicklung, die ihre Stellung gefährden könnte.
    Ich war in den letzten 20 Jahren Mitglied bei 2 Vereinen, denen genau dasselbe passiert ist. Beide sind wieder verschwunden, nachdem die jeweiligen Vorstände sich selbst mit den wohlwollendsten geldgebenden Kulturstiftern überworfen hatten.
    Und wenn ich den [Vertreter des ColoRadio auf dem Podium] höre, dann höre ich den Wolf, der viel Kreide geschluckt hat. Was jetzt keine Anspielung auf seine alte Gruppe sein sollte. Aber diese unterschwellige Aggressivität, wie sie gegen Ende der Diskussion aus seinen Worten scheint, stört mich und errinnert mich an Pubertierende. Zitat Falschgold: „coloradio ist kein Bürgerradio.“ – Klar, aber die Bürger sollens bezahlen.

    Der von mir sehr geschätzte Klaus Nicolai gab hier offensichtlich den Part des Peter Scholl-Latour.:-) Also sagte er etwas Kluges, nämlich, daß man Bürgerradio nur nach vorn denken könne und nicht nach hinten. Und genau das scheint mir mit dem derzeitigen Personal nicht möglich.

    Interesant ist, daß es nur um Geld ging und nicht um die inhaltliche Ausrichtung. Sendungen wie das vaeterradio.de von Radio Corax z.B. sind doch in Dresden gar nicht möglich. Und auch sonst haben es die derzeitigen Macher von coloradio versäumt, ein attraktives Programm auch für Leute zu machen, die nicht zur Neustadtlinken-Zielgruppe gehören. Und bevor mich Aufforderungen erreichen, ich könne doch Dienstags vorbeikommen: Nach einem Redaktionswechsel vielleicht, aber mit „Falschgold“ und „attac“? Nein Danke! Ich höre ab 1:43:15 – „das Ganze hat natürlich Grenzen“;“bei -Bürgerradio- rollen sich mir die Fußnägel hoch“;“bei uns senden nicht die Bürger, nicht die Einzelnen aus ihren Kapseln“;“bei uns senden Leute, die sich in Dialogen auch aneinander korrigieren“;- klassisches totalitäres Reden; schöner kann man eine Absage an den Pluralismus fast nicht formulieren. (Preisfrage: Wem entsicherte sich die Pistole bei dem Wort Kultur?)

    Allerdings werden die linken Parteien (Linke,SPD,Grüne) das Überleben dieses Rotfunks schon irgendwie sichern. Schon um der CDU/FDP eins auszuwischen. Ein typisch sozialistischer Vorschlag war der von dem 1 Cent pro Bürger und Tag für „freie Radios“. Und sowas vom Grünen Gerstenberg. Wie man den gut finden kann, verschließt sich mir.

    P.S.: Was Zastrow sagte, kann man hier ab min 2:39 nachhören: http://www.youtube.com/watch?v=I3zwJ3a5GtA und der Herr Herbst ist hier im Original zu hören: http://www.youtube.com/user/sachsenfdpfraktion#p/u/8/bByRIUamWV4

    • Falschgold sagt:

      „Nach einem Redaktionswechsel vielleicht, aber mit [@Falschgold, ich habe den Namen auf Wunsch der Person hier gelöscht]

      peinlicher kann man wirklich kaum zeigen, dass man gar nicht hoert, wovon man da redet:

      stimmenvergleich!

      [audio src="http://falschgold.net/studiob/wp-content/uploads/2010/01/Sarah-Greenough-und-Robert-Frank-Looking-In-Robert-Frank-The-Americans.mp3" /]

      vs.

      [audio src="http://coloradio.org/site/wp-content/files/coloradiopodiumsdiskussion_freieradios_2010-01-12_01.mp3" /]

      • KurtE sagt:

        Das tut mir jetzt aber leid, stefanolix. Ich wollte Dich nicht in die Breduille bringen. Aber gestatte eine Frage: Ist es schon soweit? Ist Orwells Big Brother schon aktiv. Arbeitet das Wahrheitsministerium schon? Du weißt schon, das sind die, die nachträglich die Geschichte umschreiben. Ich meine nur, weil bis jetzt auf coloradio.org die Namen [der möglichen Teilnehmer] an der Podiumsdiskusion genannt werden und in der translokal (weltweit) herunterladbaren Audiodatei des Mittschnitts der Podiumsdiskussion ein [Vertreter auf dem Podium] deutlich als Teilnehmer in Erscheinung tritt.
        Du musst mir das sagen, wenn ich solche offenen Sachverhalte hier nicht mehr schreiben darf. Ich will schließlich deinem Blog nicht schaden.

      • stefanolix sagt:

        Liebe Gäste, ich muss mal so ganz nebenbei auch noch meiner Arbeit nachgehen. Ich hatte gerade mal in einer Pause alle Nennungen des Namens durch eine passende Beschreibung ersetzt, da begann es schon wieder.

        Solange es um den Mann ging, der für coloRadio auf dem Podium saß, habe ich ihn genau so umschrieben. Denn da hat er persönlich agiert und agitiert. Da hat er coloRadio vertreten. Und dieser Artikel handelt davon, wie coloRadio vertreten wurde.

        Soweit es um die Vergangenheit oder um private Dinge geht, bitte ich alle Kommentatoren darum, auf den Namen zu verzichten.

  12. casus sagt:

    Ach, mensch Leute. Habt Ihr jetzt alle Coloradio-Leute auf stefanolix losgehetzt? Macht Euch auch nicht sympathischer. Und wird auch nix nützen.

    Fakt ist: Ihr habt die Themen verfehlt. Euch hört keiner. Außer ein paar wirkliche extrem Linke. Ihr interressiert keinen wirklich. Warum sollte Euch JEDER Bürger mit Steuergeldern fördern, die Ihr nicht zahlt????

    Ich habe Radio in Sachsen aufgegeben. Mainstream will und kann ich nicht. Und ihr seid keine Alternative. Die Alternativen entwickeln sich im webradio. Frei finanziert. Müsst Ihr mal hören. Web kann vielleicht auch Demokratie lernen. Vielleicht. Ich bezweifel es.

    Tschüssi, coloradio. Ein ehemals interessierte Hörer.

    • stefanolix sagt:

      Danke an Kurt und casus. Sollte ich irgendwann mal ein paar freie Minuten haben, transkribiere ich die erschreckendsten Passagen.

      Wer von den coloRadio-Kritikern ein klein wenig Zeit hat, könnte vielleicht mitmachen und möglichst exakt mit Angabe der Zeit ein klein wenig Text erfassen. Meine E-Mail-Adresse ist ja bekannt.

      Vielleicht noch eines: Im Web wäre coloRadio einem Wettbewerb ausgesetzt. Und das wäre spannend ;-)

  13. funkloch sagt:

    ich moechte, dass mein name (vor- und zuname) aus dem forum geloescht wird. mein exhibitionismus haelt sich in grenzen und ich gehe davon aus, dass du was mit dem begriff der persoenlichkeitsrechte anfangen kansst.
    die unzugaenglichkeit seitens der coloradio“macher“, die du beschwoerst, mag zutreffen. nur finde ich es nett, dass dies von einem kommt, der ja bspw. auf anton launers seite schon mit einer ganzen reihe von argumenten von gegenueber zu tun hatte und der (zitat) „gebetsmuehlenartig“ immer wieder das schreibt, was er eben schreibt. deswegen darfst du auch auf keinen fall ins radio kommen, was ja nicht nur falschgold, sondern auch ich dir vor monaten schon vorgeschlagen habe. das wuerde dich nur durcheinander bringen.
    da betreibst du lieber einen kleinen blog, wo du allein gegen die vielen dummen kaempfst und dir viel auf deine moechtegern sokratische tapferkeit einbildest.
    also: raus mit dem klarnamen, sonst werd ich persoenlich.

    • stefanolix sagt:

      Und wie lautet Dein Name? Bitte E-Mail an mich.

      Beim Bericht von einer öffentlichen Podiumsdiskussion werden grundsätzlich alle Namen derer genannt, die auf dem Podium vertreten waren.

      Wenn Du nicht öffentlich aufgetreten bist, lösche ich Deinen Namen, sobald ich ihn weiß.

    • stefanolix sagt:

      Mein kleines Blog hat auf jeden Fall deutlich mehr Kommentare und Feedback als die coloRadio-Webseite ;-)

  14. funkloch sagt:

    @kurt:
    du bringst einige namen durcheinander. ausserdem: so links wie corax haette ich das radio ganz gern. und noch einmal: ich finde es nicht akzeptabel, dass leute hier mit meinem klarnamen (und dem anderer) hier operieren (die ihren namen ja mit sicherlich gutem grund auch nicht hier hereinsetzen). das ist nicht nur lumpige wadenbeisserei, sondern resultiert fuer die betroffenen z.t. in realer bedrohung.

    • KurtE sagt:

      Mahlzeit miteinander,
      ich beziehe das @kurt mal auf mich.
      funkloch, du darfst mich kurte nennen, geschrieben KurtE. Fangen wir mal mit dem Einfachen an. Radio Corax mag vielleicht linker als der Mainstream sein, aber dort findet auch eine Sendung wie vaeterradio.de einen Platz. Und das zu humanen Ausstrahlungszeiten. Darum ging es mir. Soviel Pluralismus ist bei euch nicht drinne, wo ihr noch voll auf der Hardcorefeministenschiene fahrt resp. sendet. Zur eurer Toleranz hat ja Bürgermeisterkandidat a.D. :-) Winkler vieles gesagt.

      Und nun zu den Namen. Es kann ja eigentlich nur um den Namen „attac“ [gelöscht] oder um den Namen [gelöscht] gehen. Herr [gelöscht] hat zum Thema im letzten November einen Artikel mit Bild von sich in der „Sächsischen Zeitung“ gehabt. Und in der November-„adrem“ hatte er einen großen Artikel mit insgesamt zwei Bildern. so what? Und das er attac nahesteht kann jeder durch eine simple Internetrecherche herauskriegen.

      Bleibt Herr [gelöscht]. Zugegeben, ob er wirklich Herr Falschgold ist, kann ich nicht sagen. Ein Stimmvergleich mithilfe meiner Ohren sagt JA. Auch die von Herrn Falschgold
      abgearbeiteten Themen würden passen. Allerdings hat Herr Falschgold auf allen, von ihm hier großspurig verlinkten, Seiten keinerlei Impressum hinterlassen. Das wiederum würde zur Behauptung von funkloch passen, daß Klarnamen „zum Teil auch in realer Bedrohung resultieren“. Zum anderen Teil ist es wahrscheinlich eine gefühlte Bedrohung.

      Wie auch immer, [ein Vertreter von coloRadio] war auf dem Podium gesessen, hat gesprochen als [ein Vertreter von coloRadio] und wird von mir demzufolge als [ein Vertreter von coloRadio] benannt. PUNKT. Wann ist mir eigentlich der Gudste das letztemal begegnet? Das war im Jahr 2000, als er bzw. die Gruppe Wolfspelz die Sprüche der Bürgerbewegten an der Stasi-Mauer auf der Bautzner Str. mit weißer Farbe überpinselten. Die genaue Begründung ist mir entfallen, es sollte
      wohl irgend ein Protest anläßlich des zehnten Jahrestages sein. Ja. ja, der gute alte [Vertreter von coloRadio], immer für eine Überraschung gut. Immer bereit, das Unerwartete zu tun. Seine Bewunderer nannten es mal anarchistisch. Ich nannte es verrückt. Das war 1983. Da begegnete ich ihm das erste Mal auf irgendeiner Party. Allerdings hatte ich mit meinem Leben etwas anderes vor, als in Totalopposition zu allem und jedem zu sein. Und außerdem war ich schon damals Laizist, so daß mich die ganzen Kirchentrallalas der […] nicht wirklich tangierten.Und LunikoffmitFaustan-Partys waren auch nicht so meins. (Womit ich hiermit ausdrücklich nicht gesagt haben will, die […] hätten solche
      Partys gegeben oder daran teilgenommen. Aber solche Partys waren damals nicht unüblich)
      Lange Rede-kurzer Sinn: funkloch, ich weiß nicht, was Du willst. […] ist erstaunlicherweise eine periphere Person meines Leben, mit der mich nichts weiter verbindet als die gerade mitgeteilten Erinnerungen. Ansonsten ist er mir völlig egal.

      Natürlich mit der Außnahme, daß ich für seinen Irrenfunk bezahlen soll.

      • Falschgold sagt:

        „Bleibt Herr R**** K****. Zugegeben, ob er wirklich Herr Falschgold ist, kann ich nicht sagen. Ein Stimmvergleich mithilfe meiner Ohren sagt JA. “

        hehe, karli, so bescheuert kann man gar ni sein, weil, weisst du, wer die liveuebertragung der podiumsdiskussion, bei der r**** k**** im dresdner rathaus auf dem podium sass, im irrenfunkstudio auf der louisenstrasse an- und abmoderiert hat?! komm, streng dich an, das erraetst du! :))

      • stefanolix sagt:

        Und nachdem das jetzt klar ist, kehrst Du bitte wieder zur Sachlichkeit zurück.

      • funkloch sagt:

        du weisst dinge von meinem leben, die ich selbst nicht weiss und ich werde den verdacht nicht los, dass es einfach daran liegt, dass sie eben so nicht stattgefunden haben. am besten: das mit den uebermalten mauern war ein fake, der kritik u.a. an mir ueben wollte. aber ist ja vielleicht schnurz, wie du sagst.

  15. funkloch sagt:

    ich weiss nicht wer ihr seid. viele meinen in diesem blog, sie wuerden mich kennen.

    da wird irgendwie ein sendeverbot gg. den gescheiterten ob durchgehechelt, der leuten, gruppen, parteien und verwaltungen der verschiedensten coleur mit seiner penetranz auf die nerven gegangen ist, so dass er ueberall die tuer gewiesen bekommt. nur im radio ist es eben was politisches – klar. soll ich, wenn ich auf dem podium in sein haemisches grinsen schaue, so tun, als ob ich nichts gesehen habe? und dass ich mich verplappert habe und haus- statt sendeverbot gesagt habe, jo mei.

    oder wie konni hier interpretiert wird: sie vertritt eher positionen, wie ihnen hier das wort geredet wird und kommt wohl immer noch recht gut mit micha zurecht.

    oder thema „agora“: ist man wirklich ein totalitarist, wenn man die agora als ort der aushandlung einem monadischen bloggen, einpersonen web-radios, selbstbeweihraeucherndem one-way senden entgegenhaelt? wenn man dem „jeder darf mal“ der offenen kanaele, in denen alle ihre sendungen abwerfen, ohne sich gegenseitig zu hoeren eine selbstverwaltung entgegenhaelt und somit „freies radio“ nicht vom sendeinhalt, sondern vom prozess des tuns, der basierung im aushandelnn her denkt? warum ist m.w. aus der sendung gefallen? nicht deswegen, weil er etwas gesagt haette, was anderen nicht passt, sondern weil er genau das getan hat, was auch hier auf dem blog passiert: leute duerfen mal was sagen und ER sagt anschliessend immer das gleiche und macht die anderen positionen runter. damit versuchte er an die stelle der aushandlung, was konkret „freies radio“ fuer coloradio heisst, durch die proklamation zu setzen, so wie du stefanolix: „Ziel setzen: ein pluralistisches und freies Radio.“ leute, die die farce des buergerlichen pluralismus kritisieren sind nicht notwendigerweise wassertraeger von pol pot, sondern meinen vielleicht am ende gar, dass der pluralismus abzulehnen ist, weil er nicht frei genug ist, weil in der scheinbaren objektivitaet herrschaftstechniken lagern, die dafuer sorgen, dass alles fein bleibt, wie es ist: mitsamt der inzwischen ueber 60000 hungertoten im jahr, mitsamt des lobes der friedrich naumann stiftung fuer ein putsch regime, mitsamt der systematischen entwuerdigung von arbeitslosen durch die hartz iv gesetze, …

    oder das stattfinden der podiumsdiskussion ueberhaupt: ich habe bspw. im vorfeld im radio vorgeschlagen, die veranstaltung wg. substanzlosigkeit abzusetzen, als klar wurde, dass niemand von der cdu und der fdp kaeme. und wenn sich der medienpolitische sprecher der cdu nun mal blamiert, weil er allen ernstes versucht, streaming radio (und nicht etwa dab, dab+ oder dvb-t) gegen ukw hochzuloben, dann kann ich es leider nicht aendern. mehr hat er eben nicht wirklich gesagt. und zastrow konnte sein komplettes argument vorbringen, auch wenn in der neustadt in den letzten 15 jahren gar keine barrikaden gebaut wurden, somit keiner diese leute als „aktivisten“ bezeichnen konnte.

    oder fehlender pluralismus: ich linksdogmatischer oder was ich hier alles bin, bin einer der zwei, die leute von cdu und fdp, genauso, wie von spd und gruenen ins radio holen und interviewen. und unsere gaeste fuehlten sich bisher alle weder mit samthandschuhen angefasst, noch oeffentlich hingerichtet.

    aber sicher war es wieder unfug, das hier aufzuschreiben, weil leute wie stefanolix,mw und kurt es vorziehen ihre meinung zu transportieren und eben nicht einer auseinandersetzung interessiert sind, die im ergebnis die urspruenglichen positionen ad acta legt. dieses nebeneinanderhersenden ist es, was ich verhindern werde und das nennt doch einfach dogmatisch!

    r

    • stefanolix sagt:

      Eine Frage an denjenigen, der die politische Berichterstattung bei coloRadio offensichtlich maßgeblich beeinflusst: Wenn Du Pluralismus ablehnst, was willst Du an seine Stelle setzen?

      Eine Frage an denjenigen, der vor langer Zeit mal gegen das DDR-Regime und für Meinungsfreiheit stand: Warum sorgst Du heute nicht dafür, dass es politische Meinungsvielfalt bei coloRadio gibt?

      Die DDR hat Informationen massiv gefiltert. Bis zur Unkenntlichkeit. Dagegen bin ich früher mal auf die Straße gegangen und wie ich gehört habe, hast Du das auch getan.

      Ihr filtert aber heute bis zur Unkenntlichkeit. Ich habe z.B. an einem Abend eine ziemlich lange Zeit zum Thema »Klimagipfel« zugehört. Es gab unter anderem Berichte mit dem Handy aus Kopenhagen. Die Gewalttaten und die Brandsätze der »friedlichen« Demonstranten wurden schlicht herausgefiltert. Man hätte denken können, dass es die gar nicht gegeben hat. Euphemistisch wurde wohl einmal von »etwas aktiveren« Demonstranten erzählt. Und natürlich von völlig unbegründeter Polizeiwillkür.

      Völlig unbegründete Polizeiwillkür gab es in der DDR, wenn Demonstranten nur für friedliches Demonstrieren verprügelt oder verhaftet wurden. Die bildeten aber keinen gewalttätigen schwarzen Block, die griffen die Polizei nicht an, die warfen keine Brandsätze und auch keine Steine.

      Nun gibt es im Rahmen unserer Meinungsfreiheit völlig selbstverständlich extrem linke oder vorwiegend linke Zeitungen. Die filtern natürlich auch. Aber sie liegen mit vielen anderen Zeitungen gemeinsam am Kiosk, sie belegen keine Frequenz und sie wollen kein Geld von den Gebührenzahlern haben.

      Sie bestehen auf einem Markt, sie tragen sich genossenschaftlich, sie finden kleine Spender oder mittelgroße Sponsoren. Das kann man auch den Leuten zumuten, die Gleiches über Radio verbreiten wollen. Alternative: diese Leute akzeptieren, dass in einem freien Radio auch mehrere politische Richtungen senden können. Aber das wollen die dominierenden Kräfte bei coloRadio ja nicht.

      • Falschgold sagt:

        sag mal stefanolix? wie schwer ist es?

        du oder einer deiner liberalen freunde kommen zur naechsten redaktionskonferenz (termine links unten auf http://coloradio.org), stellen kurz ihre geplante sendung vor und gehen, wenn sie keinen rassismus oder sexismus verbreiten, wovon ich bei liberalen nicht ausgehe, auf sendung. in der sendung haben sie jegliche redaktionelle freiheit, keiner quatscht ihnen rein.

        so laeuft das zumindest bei meinen sendungen.

        glaubst du nicht, oder?

      • stefanolix sagt:

        @Falschgold:

        Mein Blog hatte im letzten Jahr etwa 2.800 Kommentare. Darüber freue ich mich. Das ist Dialog mit den Leuten, die hier gern Fotos ansehen, Texte lesen, mit mir gemeinsam über verunglückte Wahlplakate lachen oder über den Verlust des Weltkulturerbes trauern.

        Wer über Radio bloggt, muss ebensowenig Radio machen, wie ein Theaterkritiker auf der Bühne stehen muss. Wer für politische Meinungsvielfalt im freien Radio eintritt, der muss nicht selbst eine Sendung dazu beitragen.

        Lass uns einfach das machen, was wir beide gern tun. Ich blogge. Und Du machst für Deine Zielgruppe eine interessante Kultursendung. Ich habe mir Eure Sendung gestern mal eine Weile angehört. Ich sage im Rahmen dieser Diskussion ganz bewusst nur »ich fand Deine Beiträge OK«. Details vielleicht später an ganz anderer Stelle.

        Zielgruppe ist aber das Stichwort. Ich werde niemals eine Sendung an die (politische) Zielgruppe Eures Senders anpassen. Wenn ich das nicht tue, wird die Zielgruppe Eures Senders meine Sendung nicht haben wollen. Also wäre doch beiderseits Ärger programmiert und den kann man beiderseits vermeiden.

        Eure (politische) Zielgruppe will politische Informationen undifferenziert durch den richtigen linken Filter präsentiert haben. Ich kann diesem Filter nicht gerecht werden. Ich differenziere eher zu viel als zu wenig, das ist mir nach vielen Jahren des politischen Bloggens bewusst.

        ColoRadio bietet seiner Zielgruppe genau den richtigen politischen Filter an. Also sind doch beide Seiten glücklich miteinander. Das einzige störende Detail ist: ich will nicht, dass jeder Bürger aus seinem erarbeiteten Einkommen dafür eine Zwangsgebühr bezahlen muss ;-)

        Bloggen kann ich von überall her. Bloggen zwingt mich dazu, meine Gedanken in verständliche Worte und Sätze zu fassen. Bloggen bringt mir sofort Feedback und zwingt mich zum Antworten. Und ich freue mich, wenn das funktioniert.

      • Falschgold sagt:

        verstehst du mich bewusst nicht?

        du sagst: ihr filtert
        ich sage: wer eine liberale sendung machen will soll kommen, er hat redaktionelle freiheit, keine sendung muss an irgendetwas angepasst werden. (<- lesen, verarbeiten. jetzt?)

        dass du radio hoeren willst, nicht senden, hab ich schon verstanden, deshalb zitat: "..oder einer deiner liberalen freunde."

        also hoere auf von "filtern" zu salbadern und akzeptiere mal eine aussage. danke.

      • stefanolix sagt:

        Hast Du denn meine Sätze über Zielgruppenorientierung gelesen? Ich sende doch nur dann, wenn mein Inhalt von einer Zielgruppe gewollt wird.

        Eure Zielgruppe würde die jetzt gesendeten politischen Sendungen nicht einschalten, wenn sie diese Sendungen nicht gut fände. Sie wird logischerweise meine (potentielle) Sendung ablehnen oder dagegen protestieren, bestenfalls abschalten. Wem ist denn damit geholfen?

        Und es wäre sehr nett, wenn Du auch Deinen Anteil zu einem sachlichen Umgangston beitragen würdest. Danke!

        PS: Und würdest Du bitte akzeptieren, dass ich in keiner Schublade mit irgendwelchen zugeschriebenen »Freunden« stecken will. Das mute ich Dir auch nicht zu.

        PPS: Hier ist auch noch etwas zum Thema zu finden.

      • Falschgold sagt:

        sorry, es ist nur sehr ermuedend, wenn man eindeutige aussagen trifft, die dann ignoriert werden.

        und leider hast du das prinzip des freien radios wirklich nicht verstanden. die zielgruppe ist/entsteht mit den sendenden. wenn jemand ein liberales magazin macht, warum sollte es dafuer keine „zielgruppe“ geben? ich denke diese waeren.. liberale.. aber, und das ist das wirklich interessante an dem prinzip, am ende hoert das auch [Name eines Moderators bei coloRadio], dann der kollege des liberalen sendenden und dann reden die ein bissel face to face und naechstens hoert der liberale mal [ein] magazin [dieses Moderators] usw..

        und dass ich dich und (einige) deiner freunde fuer liberal halte, habe ich aus dem titel des blogs geschlossen, auf dem du schreibst: bissige-liberale.net erschien mir passend.

      • stefanolix sagt:

        Jetzt hatte ich heute immer wieder Stress damit, dass der Name hier auftauchte — er will das nicht. Jetzt fange Du nicht auch noch damit an.

        »Liberal« ist für die politisch dominierenden Kräfte bei coloRadio ein … Was an Stelle der Ellipse steht, kannst Du Dir sicher denken.

        Über Zielgruppen und Radio würde ich gern später diskutieren.

      • stefanolix sagt:

        PS: Ich hatte »Filtern« natürlich politisch-inhaltlich gemeint. Ich will Dir keine Zensur unterstellen.

      • funkloch sagt:

        „Eine Frage an denjenigen, der die politische Berichterstattung bei coloRadio offensichtlich maßgeblich beeinflusst: “

        -falsch

        „Wenn Du Pluralismus ablehnst, was willst Du an seine Stelle setzen?“

        stimmt so nicht. ich habe deutlich gemacht, dass mir pluralismus nicht zuviel, sondern zuwenig ist. ich halte, wie auf dem podium schon gesagt, neutralitaet fuer eine luege, die dafuer sorgt, dass die welt so ungerecht bleibt wie sie ist. es fuehrt also kein weg an engagiertem journalismus vorbei. will heissen: auch zdf ist engagiert, nur verdunkeln sie es besser. es geht aber eben nicht nur um ein nebeneinander von verschiedenen meinungen, was du offensichtlich fuer einen anstrebenswerten zustand haelst, sondern um kritische, ggf. kaempferische auseinandersetzung um die positionen. wir koennen uns da auch gern darueber on air unterhalten. du musst also gar nicht selbst radio machen :-)

        „Die DDR hat Informationen massiv gefiltert. Bis zur Unkenntlichkeit. … Ihr filtert aber heute bis zur Unkenntlichkeit. Ich habe z.B. an einem Abend eine ziemlich lange Zeit zum Thema »Klimagipfel« zugehört. Es gab unter anderem Berichte mit dem Handy aus Kopenhagen. …Polizeiwillkür.“

        siehste da klafft eben die realitaet der elektronischen medien und die konkrete erfahrung der demonstrantinnen deutlich auseinander. es gab nahezu keine militanz, vielleicht auch deshalb, weil vorsorglich massenweise leute OHNE konkreten anhalt verhaftet wurden. sie wurden stundenlang auf dem asphalt sitzen gelassen (minusgrade),wurden in kaefigen in einem zugigen hangar gehalten und mit schlagstoecken verpruegelt, wenn sie sich eingepisst haben. glaub mir, nicht nur mielke haette seine freude gehabt – auch pinochet. ausserdem: welcher sender in dd interviewt betroffene in kopenhagen, in honduras, be raeumungen besetzter haeuser, …

        „…Linke Zeitungen…sie tragen sich genossenschaftlich, sie finden kleine Spender oder mittelgroße Sponsoren. Das kann man auch den Leuten zumuten, die Gleiches über Radio verbreiten wollen. “

        da stimme ich dir sogar zu. wenn du mich persoenlich fragst, waere mir eine eigenfinanzierung, wie sie fsk hamburg macht lieber. nur: es handelt sich nebenbei noch um die forderung, medienzugang fuer alle als oeffentliches gut bereitzustellen. was heisst: nicht ein, sondern viele freie radios zu ermoeglichen. insofern sind wir, als die, die bisher etwas haben daran, zu kaempfen. immerhin ist das argument von cdu und fdp(ausser von h.z.) ja nicht, coloradio soll kein geld bekommen, sondern wenn coloradio welches bekaeme per gesetzesaenderung, dann wuerde sich in jedem kackdorf ein freies radio gruenden, was sie dann bezahlen muessten. und das waere dann teuer. meine meinung: gerade fuer die infrastrukturschwachen gebiete (man vergleiche die karte: [Link gelöscht] ) waeren freie radios wichtig und notwendig. hast du mal nachgedacht, wie es sich so in ostsachsen lebt, wo wir als podcast gehoert werden?

        „Alternative: diese Leute akzeptieren, dass in einem freien Radio auch mehrere politische Richtungen senden können. Aber das wollen die dominierenden Kräfte bei coloRadio ja nicht.“

        -das ist eben deine these, der ich widerspreche. es gibt einen haufen sendungen, deren politischer haltung, deren theoretischen aussagen oder schlicht deren machart ich nichts abgewinnen kann. aber vielleicht sind das ja fuer dich unerhebliche binnendifferenzen.

        ich find uebrigens fein, dass du scheinbar recht oft gerade unsere sendung hoerst (jeden montag 19.10-20.30). wenn sie provoziert, dann haben wir irgendwie das geschafft, was wir wollen. selbstbeweihraeucherung ist definitiv nicht angestrebt. uebrigens noch zum thema liberale: der liberale kandidat von dd nord fand uns gar nicht so illiberal, wie du tust.

        danke nochmal fuer das scratching meines namens

        r

    • Hallo lieber r,

      zwei Dinge – mehr oder minder ausführlich … und eine Sache vorweg:
      Ich war als Moderator der Sendungen „Was ist freies Radio?“, die dann abgesetzt worden sind, mehr ein Spiegel. Ich habe wie ein „kleines Kind“ einfach Fragen gestellt. Die Anwesenden – auch du vermutlich – sind nach meiner Ansicht eher über das erschrocken gewesen, was sie selbst gesagt haben. Sie hatten plötzlich Angst vor sich selbst und ihren Ansichten, weil ich einige ihrer Aussprüche so gar nicht mit ihrem praktischen Leben verbindet.
      Natürlich war ich der Buh-Mann … das war mir auch bewusst, doch bei einem Verhältnis von 1:5 bis 1:10 ist das eben so. Andere hielten sich raus, weil sie keinen Einblick hatten und auch gar nicht haben konnten und andere sprangen ab … ich hatte einige Gespräche im Vorfeld, die noch ganz anders verliefen als ihre später geäußerten Meinungen vor versammelter Runde.

      Es war ein Lernprozess für alle … und ich bin dankbar dafür gewesen.

      1. ich habe bisher noch nie die Tür gezeigt bekommen, sondern bin selbst gegangen, wenn ich bemerkt habe, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht (mehr) stimmt. Das sind ganz pragmatische Ansichten, die ich so lange austeste, auslebe, bis es an dem Punkt ist, wo ich selbst merke „Hmm, ist gut jetzt … der Rest läuft auch ohne dich. Mir sind andere Dinge einfach wichtiger, als z.B. immer wieder dieselben Diskussionen zu führen.“

      Dass ich dabei mit Menschen aneinander gerate, liegt in der Natur der Sache. Ich bin keiner, der sofort klein bei gibt. Mitunter fehlen mir Informationen zum Verständnis der Situation, manchmal vielleicht das nötige Fingerspitzengefühl usw. … ja, „das tut manchmal weh“, um deine Worte von der letztwöchigen Podiumsdiskussion zu verwenden ;) … sonst hättest du dich wahrscheinlich auch kaum – vor versammelter coloRadio-Sitzungsmannschaft Ende April 2008 – zu der Bemerkung hinreißen lassen, dass du mir „am liebsten eine auf’s Maul hauen würdest“ :)
      Damals habe ich dich genauso angelacht, wie vor drei Tagen im Rathaus.

      Dich kriegt man nicht mit Worten, r, sondern du musst es schon selbst sagen ;)

      Wie habe ich gelacht, als du mal folgendes schriebst:
      „Thesen von Michael Winkler:
      1. bei coloradio dürfen Freigeister keine Sendungen machen, weil eine unbestimmt bleibende Ingroup von Propagandisten des Hardcore Leftwing dies verhindern.
      2. coloradio könnte hörbarer und freier sein, wenn es versucht, den Deutschlandfunk in punkto liberalseuselnder Beliebigkeit zu überholen und sich (im Konzert mit Sponsoring-Konzepten) gut mit Eigenwerbung hyped.“
      Ich vermute, dass die allermeisten Radiohörer dem Punkt 2 einigermaßen zustimmen würden. Viele coloRadio-Kenner auch dem Punkt 1.

      In der Analyse anderer bist du jedenfalls hervorragend … vielleicht fehlt dir ja manchmal etwas das eigene Konzept?? … keine Ahnung.

      2. ich mag und mochte deine gewisse destruktive Ader, r, doch du scheint jedes Mal eines zu vergessen: wer etwas zerstören will, braucht ein einigermaßen klares Bild von dem, was er stattdessen wirklich (schaffen) möchte.
      coloRadio ist doch genau das, was du nicht wolltest/möchtest bzw. es ist zudem geworden. Einige sagen das, was sie wollen. Was völlig okay so ist. Doch warum andere dann in ihren Ansichten kritisieren bzw. „auf Linie bringen“ wollen?

      Politisch ist es zu einem Sparten-Radio geworden – es ist in einigen Teilen genau zu dem mutiert, was du auf der Podiumsdiskussion als „Klo“ beschriebst … und ja, da brauchen dann auch immer weniger Menschen. Und den Regierungsverantwortlichen ist es ein gefundenes Fressen …

      Kleiner Tipp noch zum Schluss:
      Mach doch mal ne Sendung zum Thema „Freiheit“ ;) … das würde mich wirklich interessieren. Wenn du noch Kooperationspartner benötigst, dann würde ich sogar (nochmal) kommen – also, ich mal in einer deiner Sendungen :) …
      Na, klingt doch nach einem verlockenden Angebot, oder? Dann kannst du auch alles, was dir an mir und meinen Ansichten missfällt, gern loswerden.
      Ich bin dabei … wenn du es willst, r.

      In diesem Sinne … dir alles Gute, Micha.

      • funkloch sagt:

        „Ich war als Moderator der Sendungen „Was ist freies Radio?“, die dann abgesetzt worden sind, mehr ein Spiegel. Ich habe wie ein „kleines Kind“ einfach Fragen gestellt.“

        -das wurde offensichtlich von anderen garnicht so gesehen. haben wir uns geirrt?

        „Die Anwesenden – auch du vermutlich – sind nach meiner Ansicht eher über das erschrocken gewesen, was sie selbst gesagt haben. Sie hatten plötzlich Angst vor sich selbst und ihren Ansichten, weil ich einige ihrer Aussprüche so gar nicht mit ihrem praktischen Leben verbindet.“

        -das ist es, wofuer ich dir die erwaehnte pruegel angeboten habe. einem menschen vortraege ueber dessen seelenleben zu halten, ihm zu erklaeren, du verstuendest ihn viel besser, als er sich selbst, ist entwuerdigend bis zur kotzgrenze. dinge ueber andere menschen auf der ebene, die du hier ansprichst, denke ich noch nicht einmal, auch nicht ueber dich. und im kern waren es auch diese fortgesetzten unterstellungen, die dich die solidaritaet derer gekostet haben, von denen du sagst, sie seien abgesprungen. sie machen noch heute sendungen, die damals wie heute wohl nicht unter das label „linksradikal“ passen und doch nicht unpolitisch sind.

        beste gruesse
        r

      • stefanolix sagt:

        Hm. Könnten wir uns bitte mal auf die Gegenwart konzentrieren? Da ging heute bei coloRadio eine ganz komische Bemerkung über den Äther:

        Es ging um das Gedenken an den 13. Februar. Um die Menschenkette demokratischer Kräfte als Protest gegen den Aufmarsch der Neonazis.

        Und da hörte ich so einen Moderator, der sich dazu äußerte. Kann sich jemand erinnern, was der zur Menschenkette gesagt hat? Leider gibt es keinen Mitschnitt zum Download.

      • @r
        Ich habe damals gar nichts über die Menschen gesagt, das wurde mir erst viel später bewusst. Und auch erst im Nachhinein habe ich meine Eindrücke geäußert …
        Hör die Sendungen einfach nochmals an und lies den e-Mail-Verkehr von damals … wenn es dich interessiert.

        Ansonsten: wie sieht’s denn aus mit einer gemeinsamen Sendung zum Thema „Freiheit“, r?
        Haste Lust drauf? Wäre doch bestimmt spannend … Kannst ja auch noch ein paar andere einladen, dann wird’s noch interessanter.
        Also, was und wie denkst du darüber?

        @Stefan
        Im Radio werden alle Sendungen aufbewahrt. Sie sind meist einen Tag später verfügbar.
        Wenn du mir sagst, wann es war, könnte ich am Wochenende mal versuchen, einen Mitschnitt zu bekommen.
        Oder du schreibst jemanden direkt bei coloRadio an … wäre sicher eleganter ;)
        Überlasse ich dir … beide Varianten – zumindest für mich – kein Problem.

        Alles Gute, Micha.

      • stefanolix sagt:

        Es geht um die Zeit zwischen 19.10 und 20.10 Uhr. Es geht um einen Kommentar gegen das breite Bündnis zum 13. Februar 2010. Das kam nach dem Lied der »Toten Hosen« (»Wir werden siegen«).

      • Falschgold sagt:

        hehe, auf die verallgemeinernde uebertragung eines wortbeitrages auf „das radio“ freu ick mir jetzt schon. ich fuelle mal schon immer das vorurteilsbingo aus.

  16. KurtE sagt:

    Oh, da hatte ich also recht! also funkloch, ich sage nicht, das wir uns kennen.
    Ich wollte dich schon anno dunnemals nicht kennen. Scheinbar hat sich der Grund dafür nicht geändert. Du kannst ja noch nicht mal jetzt deine Auffassung von Radiomachen schlüssig darlegen. So wie ich es verstehe, schwebt dir etwas vor, was man Gesprächskreis nennt. So was machen die Leute beim Kaffeekränzel, in Tageskliniken und Selbsthilfegruppen, aber nicht im Rundfunk. Und selbst da gibt es immer eine Person, die Herrschaft ausübt als Gesprächsleitung. Außerdem seid Ihr nicht ehrlich. Einerseits die Herrschaftsfreiheit und das Produzentenparadies ausrufen, aber am Ende doch feststellen, daß du alles verhindern wirst, was dir nicht passt – also Herrschaft ausüben. Ich glaube bei deinen Kommunistenfreunden bist du bestens aufgehoben. Die sagen auch immer, daß Freiheit immer die Freiheit der Andersdenkenden wäre. Und hoffen dabei, daß niemand nachliest, was Rosa Luxemburg wirklich gemeint hat.

    Es bleibt dabei: Ihr habt euch jahrelang einen Fetten gemacht. Ihr habt jahrelang an den Leuten vorbeigesendet. Ihr habt jahrelang nicht auf eure Hörer gehört. Autistisch habt ihr euren Stiefel gemacht und geglaubt, daß alles gut wäre, weil euch keiner störte. Dabei haben euch die Leute deshalb nicht gestört, weil sie euch aufgegeben haben!
    Wenn ihr wirklich so tolles Radio macht, wie ihr euch vorgegaukelt habt, warum hatte Radio „outtaspace“ solchen Erfolg? Warum gab es „outtaspace“ überhaupt? Hätte das nicht das letzte Signal für eine Kursänderung bei euch sein sollen? Heute kann man feststellen, ihr habt den Schuß nicht gehört. Ihr wißt noch nicht mal, wieviel Hörer ihr habt. Ihr wollt es gar nicht wissen. Es ist euch schnurz. Solange der Rubel rollt, macht ihr was ihr wollt und wehe, jemand will euch reinreden. Das erinnert mich übrigens sehr an die Gruppe Wolfspelz in den achziger Jahren. Wer war gleich nochmal deren,herschaftsfreier, Chef? Genau, Du sagst es. Also sollte wenigstens ein personeller Neuanfang drinne sein.

    • funkloch sagt:

      ich sende seit einem jahr.

      • Das stimmt nicht, r ;)

        Als Mitglied des Sendeteams „Lötstation“, welches zudem aus dem damaligen Vorstandsvorsitzenden von coloRadio (Namen lasse ich mal weg ;)) und einem Sendungsmacher namens Theo (Klarname mir bekannt) bestand, hattest du es im April 2008 durchaus nötig, die Samstags-Sendeplätze zu füllen, damit z.B. Personen wie meiner einer, nicht (mehr) zu dieser Zeit senden.

        Das war auch völlig okay für mich – die Art und Weise fand ich jedoch bezeichnend … Sendeteams mit Pseudonymen, die Sendeplätze „pachten“ – ohne Möglichkeit der gegenseitigen Absprache und Gewährleistung einer für alle sinnvollen Organisation des Programmablaufes usw.

        Die Intransparenz bei coloRadio wurde auch von Leuten wie z.B. dir nie wirklich bemängelt oder abzustellen versucht. Sie war (und ist?) Mittel zum Zweck … denn Transparenz macht Dinge offener und offensichtlicher. Diese hatte ich mehrmals „eingefordert“, im Sinne von „es war mein Wunsch“ wenigstens die Sendungsmacher zu kennen. Ich habe manchmal gedacht, dass ein Verfassungsschützler – wenn er denn Interesse hätte – mehr über die Leute bei coloRadio weiß als die Leute bei coloRadio selbst ;)

        Durch die beabsichtigte Intransparenz wurde auch automatisch die Organisation von coloRadio schwieriger, insbesondere bei einem Mammutprogramm von 49 Stunden pro Woche.

        Letztlich fiel und fällt alles auf das Radio zurück … Intransparenz, fehlende Offenheit, mangelnde Aufgeschlossenheit gegenüber Andersdenkenden, Andersseienden …
        Das betrifft nicht nur dich im Speziellen, sondern auch eine ganze Menge anderer – Namen kann ich gern nennen ;)

        So, lieber r, lebe mal ruhig in deiner coloRadio-Welt weiter – ich wollte sie dir (und anderen) auch nie nehmen. Ich war nur so „naiv“ anzunehmen, dass man bei coloRadio – von der geistigen Ausrichtung her – wirklich Radio für ein breiteres Publikum machen will und Platz für alle wäre.

        Ich denke, dass sich alle Sendungsmacher von coloRadio, die sich von dieser Kritik ausgenommen fühlen, auch entspannt zurücklehnen können. Ich weiß, dass es immer sehr pauschal klingen mag, wenn man von „coloRadio“ spricht … doch letztlich zählt das Gesamtbild, wobei ich nicht alle Einzelteile kritisieren möchte.

        Alles Gute, Micha.

        PS: Achja, r, am witzigsten fand ich ja damals, dass ihr drei (inkl. Vorstandsmitglied) das mit dem Frühstücksradio derart wörtlich genommen hattet, dass im Studio auch gleich Frühstück gemacht wurde ;) … Meine Kaffeetasse stand auch ab und an am äußersten Rand des Studiotisches (Asche auf mein Haupt), doch ne gesamte Frühstückstafel fand ich damals wirklich amüsant … wer hatte eigentlich die Studio-Ordnung beschlossen? ;)

      • funkloch sagt:

        „Sendeteam „Lötstation““

        -stimmt, das waren zwei sendungen. wie viele sendungen auf diesem platz (der dafuer gedacht war, dass verschiedene leute im wechsel dort bissel unterhaltung produzieren) hattest du nochmal mit deiner (wie ich meine recht persoenlichen sicht) auf „freies“ radio belegt? leider ist deine sendungsliste auf der informativen seite: http://www.alg-dresden.de/seiten/coloradio.htm verloren gegangen.
        der name kommt uebrigens daher, dass wir damals samstag immer loeten waren als techniker und der theo war halt das eine mal gast.
        leider kann ich deine not nicht lindern. es ist nun mal das schicksal eines http://de.wikipedia.org/wiki/Whistleblower , als der du dich ja gern siehst, dass er nie verstanden wird.

        „wer hatte eigentlich die Studio-Ordnung beschlossen?“

        -ich wohl eher nicht.

        „Ich denke, dass sich alle Sendungsmacher von coloRadio, die sich von dieser Kritik ausgenommen fühlen, auch entspannt zurücklehnen können.“

        -die sind doch alle „abgesprungen“

        wie fandest du eigentlich unsere interviews mit kandidatinnen von cdu, fdp, spd, gruenen, piraten und violetten im vorfeld der letzten wahlen? hast du eigentlich mal irgendeine meiner politischen sendungen gehoert?

      • stefanolix sagt:

        Wahlkampf zählt nicht. Da drängen alle Politiker in die Medien. Da stellen sie sich auch an Plätzen auf, wo sie sonst nie zu sehen sind.

        „Hast du eigentlich mal irgendeine meiner Sendungen gehört …“ finde ich etwas global formulier. Links auf besonders interessante Sendungen oder auf die von gestern wären hilfreicher.

      • @r
        Wenn du 2008 ein, zwei Sendungen gemacht hast und dann offenbar erst 2009 wieder frage ich mich schon, wie lange du dann im coloRadio-Hintergrund warst, ohne wirklich jemals Radiosendungen gemacht zu haben? ;)

        Sei’s drum … ja, ich hatte immer zwei, drei Wochen vorher in Planung. Es gab damals noch ein weiteres Samstagteam, die ich auch kannte. Folglich waren zwei Samstage frei … und da es bei coloRadio immer mal Sendelücken gab (bin ja mehr als einmal eingesprungen), habe ich versucht sie zu füllen.
        Da „Lötstation“ jedoch anonym bleiben wollten, kam auch keine Absprache zu Stande. Ihr saht es offenbar als „So, dem Winkler nehmen wir jetzt mal ein bisschen die Luft raus.“, ich eher als „Kein Problem, doch ein bisschen Absprache und Koordination tut sicher allen gut.“
        Wie oft war denn das Sendeteam „Lötstation“ auf Sendung als ich nicht mehr da war? ;)

        Deine Sendungen über die Parteien usw. habe ich noch nicht gehört … sag mir den Tag und die Uhrzeit dann hole ich mir demnächst die Mitschnitte bei coloRadio. Dann kann ich darauf eingehen und ggf. meine Meinung dazu sagen – versuchsweise neutral und sachlich. Ja, es fällt mir schwer, doch ich werde mir Mühe geben :)

        Hmm, hat es eigentlich einen Grund, warum du auf mein Angebot einer gemeinsamen Sendung nicht eingehen möchtest, r? :)
        Ich weiß, dass man da evtl. persönliche Befindlichkeiten mir gegenüber haben kann, doch spring doch mal über deinen Schatten – ich beiße nicht ;)

        Alles Gute, Micha.

    • funkloch sagt:

      vorhin vergessen: tief getroffen :( –
      und: wieder daneben

    • stefanolix sagt:

      Es würde sicher allen guttun, wenn persönliche Angriffe und Anspielungen wieder aus der Diskussion herausgehalten werden könnten. Ich habe seit heute morgen immer wieder den Namen der Person hinter »funkloch« aus den Blogkommentaren entfernt.

      Es ist zu respektieren, dass jemand seinen Namen nicht genannt wissen will, wenn er schon einmal Opfer von Gewalt war. Dabei muss es keine Rolle spielen, ob er öffentlich aufgetreten ist. Dann verwendet man in Zukunft einfach den Namen »funkloch« und fertig. Aber die Kritik an der Podiumsdiskussion bleibt im vollen Umfang bestehen.

  17. Herr Teddy sagt:

    Ich war ja früher auch mal ein Linker (die Ansichten habe ich teilweise ja immer noch), aber mittlerweile muss man sich ja dafür schämen wenn man sieht wie sich das ganze Spektrum in den letzten Jahren radikalisiert hat. Selbst vernünftige Diskussionen sind anscheinend nicht mehr möglich, weil die angeblich Linken mittlerweile jegliche andere Meinung bereits im Keim versuchen aggressiv tot zu argumentieren. Und genau das ist es was mich früher immer an den anderen (Konservative, Rechtsaußen etc) gestört hat und nun erlebe ich das selbe bei großen Teilen der Linke. Schade! Dadurch werden viele Sympathisanten verprellt.
    Leider hat es Stefanolix nicht geschafft eine sachliche Diskussion um die Sache zu führen, wie es ausgänglich sicherlich seine Absicht war.
    Ich kenne das coloRadio nicht und werde mich also nicht inhaltlich dazu äußern, aber ich fürchte die Fronten zwischen den Radiomachern und den Anderen sind mittlerweile so verhärtet das das eigentlich sinnvolle und wichtige Projekt (freies Radio) dabei auf der Strecke bleiben wird.

    • stefanolix sagt:

      An welcher Stelle habe ich das denn nicht geschafft? Bin ich irgendwo unsachlich geworden?

      • Herr Teddy sagt:

        An den Stellen, wo du denkst persönlich angegriffen worden zu sein und dich verteidigen müsstest. Wie jetzt auch wieder.
        Ich hab dich und auch die anderen Seite kritisiert (nicht persönlich angegriffen), um das Augenmerk der Diskussion wieder dahin zu lenken wo sie meiner Meinung nach hingehört, nämlich ob das Coloradio wirklich so frei ist, wie die Macher meinen. Aber vielleicht haben wir auch alle nur sehr unterschiedliche Auffassungen von „frei“!? Dann wird auch diese Diskussion nichts daran ändern können.

      • @Herr Teddy
        Muss ein Blog-Artikel-Schreiber die nachfolgende Diskussion unbedingt moderieren? Er kann dies tun, muss es jedoch nicht. Insofern braucht Stefan diese Diskussion auch nicht zwangsläufig leiten.

        @Stefan
        Es lernen sich persönlich nicht angegriffen zu fühlen, ist eine gute Lebenserfahrung. Einen Großteil habe ich bei coloRadio gelernt :) … insofern vielleicht doch ein Grund mal zu coloRadio zu gehen :) – war’n Scherz.

        @Thema
        Mittlerweile habe ich gelernt, dass sich die Leute am besten selbst die Maske vom Gesicht nehmen können … ich kann es nicht mal halb so gut :) …
        Die ganze Diskussion um coloRadio leidet essentiell durchaus an den unterschiedlichen Definitionen des Wortes „frei“. Für einige bei coloRadio heißt es eben „werbefrei“, „frei von CDU-Einflüssen …“, „frei von Nazis“ usw.
        Dass sie damit noch nicht einmal ansatzweise das Wort „frei“ verstanden haben, zeigt(e) sich im Praktischen …
        Es ist ein bisschen wie ein geschlossenes System … und als Befürworter eines freien Radios, doch Kritiker von coloRadio stehst du IMMER zwischen den Stühlen. Die beiden Gruppen (mal plakativ „CDU-FDP“ und coloRadio-Anhänger) werden sich IMMER die Argumente rausholen, die du gerade nicht betrachtest. Das Spiel könnte man ewig treiben.

        Dennoch finde ich den Austausch wichtig … irgendwann ist sowieso „alles“ gesagt – vorerst ;)

      • stefanolix sagt:

        Ein Blogger muss z.B. Namen von Personen aus den Kommentaren löschen, wenn er sich für sein Blog verantwortlich fühlt. Und ich antworte prinzipiell auf sehr viele Fragen und Meinungen.

        Warum ich nicht zu coloRadio gehe, habe ich gerade im letzten Kommentar gegenüber Falschgold erklärt.

        Ich bin eigentlich ein sehr geduldiger Mensch.

        Aber die Argumentation der coloRadio-Macher, dass ich aufgrund meiner Kritik nun endlich in die Redaktion kommen müsste, ist einfach irgendwann ermüdend.

        Noch ermüdender ist eigentlich nur dieses Schubladisieren: stefanolix hat nichts mit den Parteien CDU oder FDP zu tun. Stefanolix hat keine Freunde in der Dresdner FDP (ich kenne da gar keinen). Mein einziger Berührungspunkt mit der Dresdner FDP ist Kritik, wenn sie meiner Meinung nach wichtige liberal-demokratische Grundsätze missachten (z.B. bei der »Supermanager-Köhler«-Berufung …).

        Mich drängt es nicht ins Radio. Ich erreiche hier viel mehr Leute und ich erreiche vor allem die Leute, die ich wirklich erreichen will.

      • jk sagt:

        Wieso bitteschön muss ein Blogger „Namen von Personen aus den Kommentaren löschen“? Dafür gibts keine rationalen Gründe. Wenn die Namen mit Beleidigungen verbunden sind dann sollte man die Beleidigung löschen, aber sonst.

        Zum Thema: Ich habe irgendwie das Gefühl, die Diskussion wird (von beiden Seiten) alleine aufgrund irgendwelchen persönlichen Befindlichkeiten geführt. Ohne dass in irgendwelcher weiße präzise argumentiert wird. Offenbarend ist z.B. auch „Michael Winkler“ der weiter unten seine generelle Kritik am „links-sein“ in einem Gedicht artikuliert. Das ist kein Argument. Vor allem sollte Kritik sich an speziellen Personen und deren Handlungen festmachen.

        Traurig ist dieser Mangel an sachlichem Gedankenaustausch vor allem deshalb, weil er Leuten betrifft, die für sich in Anspruch nehmen zu wissen wie man Radio macht bzw. machen sollte.

      • stefanolix sagt:

        Ich habe es gemacht, weil ich die Diskussion in eine sachliche Bahn lenken wollte. Ich bin eigentlich jemand, der eher integriert als polarisiert. Es sollte die Diskussion nicht behindern.

        In Bezug auf Interna bei coloRadio finde ich das Löschen konkreter Namen auf jeden Fall angemessen. In Bezug auf die Podiumsdiskussion hätte es nicht sein müssen, die war ja öffentlich.

        Jetzt kommt es ja langsam wieder zu sachlichen Beiträgen und vielleicht kann ich sogar später noch einen neuen Artikel mit Diskussionsergebnissen schreiben.

      • @jk
        Du hast recht, wenn du die „persönlichen Befindlichkeiten“ bemängelst. Ich sehe das genauso.
        In einem – wie-auch-immer-Radio – zu arbeiten, ist wie in jedem anderen Jobverhältnis auch, nur das dort die finanzielle Abhängigkeit anders gelagert ist. Die wenigsten haben dort Geld bekommen, außer vielleicht ein, zwei (?) 1/2-Stelle und andere bezuschusste Stellen (auch ein schwieriges Thema, doch das ist mal nicht unbedingt der Punkt).

        Solange man sachlich bleibt, ist das alles kein Problem … doch wer bleibt schon immer sachlich? Da hätten wir längst „Weltfrieden“ :)

        Die Politik oder irgendein anderes Thema sind ja meist nur ein Vorwand bzw. eine Art künstliche Maske, die dann für die persönlichen Dinge herhalten – häufig ohne dass die jeweiligen Maskenbenutzer es auch merken würden. Auf diese kann man jedoch gut ausweichen … „Person A hat keine Ahnung, was freies Radio bedeutet, weil freies Radio ist so und so …“, „Person B hat ein konservatives Weltbild und deshalb …“ etc. etc. …
        Das ist auch kein Problem, solange man die verschiedenen Ansichten akzeptieren kann. Und das fehlte mir häufig. Und genau deshalb habe ich es bei coloRadio auch hinterfragt …
        mehr oder minder elegant – perfekt ist bekanntlich keiner.

        Egal, wo du bist, entstehen Probleme IMMER aus persönlichen Befindlichkeiten heraus, doch wenn ich jetzt Namen nennen würde, würde es in eine Richtung abgleiten, die der Sache nichts nützt. So etwas klärt man besser unter sich … oder lässt es bleiben. Ich arbeite an mir ;)

        Insofern mache ich es allgemein und jeder nimmt sich seinen Teil heraus. Wenn ich Personen erwähne oder auf sie direkt eingehen, dann weil sie (z.B. r und Falschgold) Dinge in Bezug auf meine Person entweder unwahr oder nur einseitig darstellen. Dass ich Interesse daran habe, dass man auch meine Sicht kennt, dürfte in der Natur der Sache liegen. Der Leser bildet sich sein Urteil dann schon selbst ;) …

        Apropos Gedicht … ich fand’s damals gut, dass ich durch so eine Erfahrung die Sache kreativ verarbeiten konnte – hatte also seinen Zweck ;) … die einen schreiben Parolen an Häuserwände, andere machen mehr oder minder politische Sendungen im Radio und ich habe es eben in Gedichtform ausgedrückt – da findet jeder seinen Weg … auch das verstehe ich unter Pluralität :)

        Außerdem hast du das Gedicht offenbar nicht richtig gelesen oder nicht verstanden, denn es ist keine „generelle Kritik“ am „links-sein“ – warum steht sonst drüber „Für alle meine „linken“ und wirklich linken Freunde beim sog. freien Radiosender „coloRadio“ in Dresden und auf der ganzen Welt“?
        Ich mag zwar manchmal platte Sprüche machen, doch so platt nun auch wieder nicht ;)

        In diesem Sinne … alles Gute, Micha.

  18. Ein Hallo nochmals an alle …

    ich möchte vielleicht noch zu einer Sache anregen. Auch ich brachte coloRadio immer mal wieder mit dem Wort „links“ in Verbindung – rein aus Gewohnheit und unter Benutzung des Selbstverständnisses einiger.

    Jedoch … selbst der sog. „harte Kern“ von coloRadio (Namen lasse ich weg :)) ist nicht links, er ist verkappt-autoritär.

    Ich hatte von Januar bis April 2008 einige Wochen Zeit, mir mal einige Personen näher anzuschauen. Sie waren in den von mir moderierten Radiosendungen, ich traf sie – witzigerweise – auf Arbeit, im persönlichen Gespräch usw.
    Letztlich arbeiten einige – wie wir alle ab und an – ihre persönlichen Problemchen ab. Das ist völlig in Ordnung, wenn man das nicht mit dem Radiomachen gleichsetzt. Der Blick auf das Leid in dieser Welt (ganz gleich, ob real oder „selbst inszeniert“), gibt einigen „die Lizenz besser zu sein als andere“, ehrenhaftere Motive zu verfolgen als jene, die sich weniger klar politisch verorten wollen. Sie sehen sich moralisch (oder wie auch immer) als eine Art Elite, die sich von jeglicher Selbstkritik ausschließt.

    Ich habe in dem o.g. Zeitraum mein Bild vom Links-Sein jedenfalls kräftig über den Haufen werfen können und das damals in Reimform verpackt … wen es interessiert, der schaue einfach unter:
    „Die selbst(ge)rechten unter den Linken“
    http://alg-dresden.de/download/winkler_dierechtslinken.pdf

    Für mich ist die Herrschaftsriege bei coloRadio nicht weniger „machtgeil“ als die vermeintlichen Feinde in der CDU, FDP, SLM oder wo auch immer. Sie ist nur schwerer zu erkennen, weil man sich den Anschein eines hierarchiefreien Teams o.ä. gibt.

    Hierarchien, die nicht festgeschrieben sind, sondern eher „unsichtbar“ sind, sind auch schwerer zu durchschauen und noch schwerer zu durchbrechen.

    Insofern wird coloRadio wohl in dieser Form noch einige Zeit bestehen und es wird auf die eine oder andere Art und Weise „aussterben“ – ganz einfach, weil man sich ab einem gewissen Punkt wirklich nur noch im eigenen Saft dreht …

    Parallel dazu wäre es vielleicht denkbar, dass es die Möglichkeit gibt, einen neuen Radiosender zu gründen. Das macht Arbeit usw. – das ist klar … doch ist für mich die einzige Alternative, da aus coloRadio nie ein freies Radio werden wird.

    Allen alles Gute, Micha

    • Falschgold sagt:

      dass du mit deinem duktus 20 jahre und deinen „innenansichten“ des coloradio 2 jahre zu spaet kommst, faellt dir dabei gar nicht auf oder? aber da „aus coloradio nie ein freies radio wird“ kannst du eigentlich aufhoeren dich daran abzuarbeiten, denke ich. die naechste OB wahl kommt!

      • Tja, Falschgold … die Welt ist doch schön und groß genug, dass du offenbar eine andere Ansicht hast als ich. Scheinbar bin ich der „Ewiggestrige“ und meine Wahrnehmungen sind völlig aus der Luft geholt. Wenn dem so sein sollte, freut es mich ungemein.

        Es freut mich auch, dass sich bei coloRadio etwas geändert hat. Ebenso freut mich, dass coloRadio nun offenbar doch freier ist, als ich es damals wahr genommen habe. Wahrscheinlich hast du da einen mittelgroßen Anteil daran ;)
        Dafür danke ich dir … und die Hörer von coloRadio sicher auch.

        Ich wünsche dir allzeit gutes Sendungsmachen und eine angenehme Zeit im einzigen „freien Radio Dresdens :) … Hasta luego, Falschgold … ciao Micha.

        PS: Was ich dich schon immer mal fragen wollte – ist der Name „Falschgold“ eigentlich programmatisch gemeint? ;) … vor zwei Jahren sprachst du – vor meinen damaligen Sendungen – in einem persönlichen Gespräch noch von einer „revolutionären Situation bei coloRadio“ – das war mir ja damals etwas hoch angelegt, doch fand ich deine Ansicht damals nicht für völlig abwegig … hmm, doch offenbar hattest du das völlig anders gemeint ;) …

      • Falschgold, ich mach dir ein Angebot …

        Ich springe über meinen innerlichen Schatten und mache mit dir mal eine Sendung zum Thema „coloRadio – wohin gehst du?“ … bei der Wahl des Sendungstitels bin ich offen.
        Wenn r a.k.a. funkloch (oder jemand anderes) mitmachen will, umso besser … wenn nicht, dann nicht.

        Wir können auch Studiogäste einladen, die Sendung wird von Stefanolix vielleicht auch in seinem Blog angekündigt (?) und Leute können anrufen – Fragen stellen, mitdiskutieren usw. Hinterher wird’s als Podcast auf die coloRadio-Homepage gesetzt.
        Wir können dann auch über Freiheit reden, was freies Radio sein kann, was vielleicht auch nicht usw. … und praktische Dinge für die Zukunft erörtern.

        Also, ich bin da offen … kann auch eine Sendungsreihe werden :)

        Wie gesagt, dieses Angebot fällt mir wahrlich nicht leicht, da ich innerlich eigentlich mit coloRadio abgeschlossen habe, doch ich würde es tun … nur zu bloggen oder Texte zu verfassen, ist das eine. Eine Variante für die Praxis wäre eine solche Sendereihe … und Sendeplatzprobleme scheint es ja nach deinen Aussagen nicht zu geben … und coloRadio ist ja offen für alle, wie wir wissen …

        Kurzum: was denkst du darüber?

        Alles Gute, Micha.

      • stefanolix sagt:

        Ich vertrete die ganz private Meinung, dass die Angebote der coloRadio-Vertreter an bisher Außenstehende [kommt und tragt zur Vielfalt bei coloRadio bei] auch für Michael gelten sollten.

        Selbstverständlich würde ich das unterstützen. Zur Vergangenheit kann ich überhaupt nichts sagen. Zur Zukunft ist mein persönlicher Eindruck: coloRadio könnte dadurch gewinnen.

  19. mirqor sagt:

    „Warum sorgst Du heute nicht dafür, dass es politische Meinungsvielfalt bei coloRadio gibt?“

    @stefanolix
    warum willst du es partout nicht verstehen? weder er noch du müsst dafür sorgen. JEDER SELBST kann das tun. DAS bedeutet freies radio. ich habe verstanden, dass DU es NICHT machen willst. man muss es nicht ständig wiederholen, genau wie m.w. nich ständig seine ach so traurige geschichte wiederholen muss. man muss auch nich wirklich auf jeden kommentar und jede zeile ne antwort geben. lasst doch auch mal was stehen…das geht genauso an herrn f. und an herrn r.

    @teddy
    word. sehe ich auch so.

    • mirqor, auch wenn du schriebst, dass man nicht auf jeden Kommentar antworten müsste usw., tue ich es mal … wenn man möchte, dass sich Menschen nicht persönlich angesprochen fühlen, sollte man auch keinen persönlich beim Namen nennen ;) … das hast du jedoch getan und somit antworte ich dir (und allen Lesern) auch.

      Meine „Geschichte“ war und ist nicht traurig und wenn dann nur mit einem Auge. Ich habe damals viel gelernt, viel mit dem Kopf geschüttelt und noch mehr gelacht (das andere Auge ;)).

      Wie dir zudem vielleicht nicht entgangen ist, habe ich Herrn f. und Herrn r. auf dieser Seite konstruktive Vorschläge meinerseits unterbreitet. Ich vermute, sie überlegen noch ;)

      Und falls du möchtest, dann machen wir beide ne Sendung bei coloRadio … du schriebst doch selbst, dass JEDER SELBST dafür sorgen kann. Also, wie sieht’s aus, mirqor? Hast du Lust? Schreib mir einfach ne e-Mail und los geht’s … ich bin bereit.

      Dir alles Gute und ich freue mich über deine Ideen – meine stehen bereits ansatzweise … Micha.

    • stefanolix sagt:

      Ich bin ja nun auch ein lernfähiger Mensch und ich habe auch zu coloRadio einiges gelernt. Ich schließe es für mich nicht mehr vollständig aus.

      Aber nicht heute und nicht morgen. Nach meiner Logik muss vorher etwas anderes geschehen. Man müsste ehrlich analysieren:

      1. Warum gab es auf dem Gebiet der Politik bisher nur einseitige Berichte und Kommentare?

      2. Wie kann Meinungsvielfalt aufrechterhalten werden, wenn aus dem Kreis der bisherigen Hörer dagegen protestiert wird?

      3. Wer steht hinter den Einladungen an bisher Außenstehende: der Träger oder nur Einzelpersonen?

      4. Welche Regeln sollen in Zukunft für vorgefertigte Beiträge aus externen Quellen [Organisationen, Parteien, Lobbyisten] gelten?

      Wenn der Träger sich eindeutig zu dem Ziel »Nachhaltige politische Meinungsvielfalt im freien Radio« bekennt, würde das meiner Meinung nach auch die politische Unterstützung für coloRadio auf eine breitere Basis stellen.

      Das ist ein Prozess. Dieser Prozess muss wirklich nicht lange dauern. Aber es ist definitiv nicht damit getan, dass Hals über Kopf ein außenstehender Blogger mal schnell eine Sendung macht. Man kann nicht den dritten oder vierten Schritt vor dem ersten tun.

      • frankinformiert sagt:

        Ich habe mich ja bisher hier komplett herausgehalten, aber zu dem Punkt

        „1. Warum gab es auf dem Gebiet der Politik bisher nur einseitige Berichte und Kommentare?“

        lässt sich doch nun wirklich eindeutig sagen, dass die gesendeten Inhalte abhängig sind vom Interesse der Produzenten. Wenn sich niemand dafür interessiert, einen neoliberalen Beitrag zu machen, dann wird er auch nicht zu Stande kommen. Wenn keine „Jungen Wilden“ von der Jungen Union und keine Jungliberalen Lust haben, dort etwas zu produzieren*, wird nichts Entsprechendes entstehen. Und ein Attac-Sympathisant wird wohl kaum Ambitionen haben, einen Beitrag darüber zu produzieren, wie schlimm die Einführung von Mindestlöhnen sei.

        (* Ich weiß freilich nicht, ob es bereits solche Versuche solcher Leute gab und was daraufhin passiert ist)

        „2. Wie kann Meinungsvielfalt aufrechterhalten werden, wenn aus dem Kreis der bisherigen Hörer dagegen protestiert wird?“

        Muss sie das denn? Vergleiche hinken bekanntlich, aber bei MDR Figaro würden die Hörer auch protestieren, wenn aus Gründen der Vielfalts-Bewahrung Dieter Bohlen- oder Trash-Metal-Specials kommen würden oder wenn man live aus den aktuellen Big-Brother-Camps berichten würde.

        „4. Welche Regeln sollen in Zukunft für vorgefertigte Beiträge aus externen Quellen [Organisationen, Parteien, Lobbyisten] gelten?“

        Geht uns als Außenstehende das etwas an?

        Ich will mich hier übrigens nicht auf Seiten stellen, ich höre Coloradio schon lange nicht mehr (weil ich allgemein kaum Radio höre, und dann bestenfalls DRadio oder Fritz (über DVB-S). Ich kann auch nicht ganz nachvollziehen, warum man so auf diese UKW-Frequenz besteht (die empfangbare Qualität ist saumäßig schlecht, beim letzten Versuch dachte ich, versehentlich auf Mittelwelle gelandet zu sein). Und wie bereits gesagt,
        https://stefanolix.wordpress.com/2009/12/19/reichweite/#comment-2760

        bezweifle ich die Notwendigkeit Freier Radios heute ohnehin.

  20. stefanolix sagt:

    Zu 1.: Weil der Sender bisher als linker Sender wahrgenommen wurde und nicht als Plattform der Meinungsvielfalt. Da hat offensichtlich das Vertrauen gefehlt.

    Neoliberale gibt es in der Natur nicht. Neoliberal ist ein politischer Kampfbegriff, um politische Einstellungen zu beschreiben — meist in Form einer Strohpuppen-Argumentation. Aber ich habe noch nie jemanden getroffen, der gesagt hat: ich bin ein Neoliberaler. Also wird auch niemand einen neoliberalen Beitrag machen ;-)

    Zu 2.: Der Vergleich hinkt leider wirklich, weil MDR-Figaro nie als freies Radio angetreten ist. Und ich gehe nicht davon ab, dass man den Hörern Meinungsvielfalt zumuten kann ;-)

    Zu 4.: Ja, uns geht das etwas an. Denn der Sender will von uns Geld haben, also können wir auch Transparenz verlangen. Und bevor sich potentiellen Autoren mit neuen Sendungen befassen, müssen sie ja die Regeln kennen. Entweder es werden gar keine externen Beiträge eingesetzt oder es dürfen auch externe Beiträge aus anderen Quellen eingesetzt werden.

    • frankinformiert sagt:

      „Zu 1.: Neoliberale gibt es in der Natur nicht. (…) ich habe noch nie jemanden getroffen, der gesagt hat: ich bin ein Neoliberaler.“

      Weil diejenigen genau wissen, wie negativ besetzt der Begriff ist. Man wird auch schwerlich jemanden finden, der zugibt, er sei Neonazi. Selbstverständlich gibt es solche Leute – der Vorwurf solcher Einstellungen wäre ja ansonsten aus der Luft heraus entstanden. Noch nie was von der neoliberalen Initiative „Neue Soziale Marktwirtschaft“ gehört? Die besteht aus Menschen. Aber das führt vom Thema weg.

      „Zu 2.: Der Vergleich hinkt leider wirklich, weil MDR-Figaro nie als freies Radio angetreten ist. Und ich gehe nicht davon ab, dass man den Hörern Meinungsvielfalt zumuten kann ;-)“

      Bedeutet „Freies Radio“ überhaupt Meinungsvielfalt? Wenn wir das Wort „frei“ durch „unabhängig“ ersetzen, wird das vielleicht verständlicher. Und unter „Frei“ kann man auch verstehen, seine Meinung frei äußern zu können, auch wenn die dann überwiegend links ist.

      „Zu 4.: Ja, uns geht das etwas an. Denn der Sender will von uns Geld haben, also können wir auch Transparenz verlangen.“

      Jein. Auf der einen Seite gebe ich Dir recht, aber: Ist der MDR als GEZ-Bezieher gegenüber uns Zahlern etwa transparent? Ein Kulturverein, der Fördermittel bezieht, bekommt auch Geld von uns Steuerzahlern. Er muss aber nicht transparent uns gegenüber sein. Er muss nur gegenüber der auszahlenden Behörde gegenüber nachweisen, dass er vorgegebene Richtlinien bei der Geldverwendung einhält.

      • stefanolix sagt:

        Da muss ich Dir widersprechen. Es gibt etliche Leute, die sich zu Parteien wie NPD, REP oder DSU bekennen. Es gibt aber keine neoliberale Partei. Neoliberal ist ein Feindbild-Begriff, mit dem alles und nichts ausgesagt werden kann.

        INSM ist mir selbstverständlich bekannt. Gewerkschaften, Linke und Umweltverbände haben ähnliche Stiftungen und andere Organisationen für Öffentlichkeitsarbeit. Wenn man alle differenziert betrachtet, so wird man feststellen: Jede ist (auch) in der Lage, sinnvolles Material herzustellen.

        So kommt z.B. von Gewerkschaftsseite Material zu Ergonomie und Arbeitsschutz, von Arbeitgeberseite Material über volkswirtschaftliche Zusammenhänge oder von Umweltverbänden Material über Nachhaltigkeit.

        Aber jede dieser Organisationen ist zu einem bestimmten Teil auch für Lobbyarbeit und PR zuständig. Und die Methoden der PR sind nirgendwo wirklich fein.

        Der MDR insgesamt gehört zum Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk und über die Kontrolle dieser Sender wurde schon viel geschrieben. Die Selbstverwaltung eines freien Radios könnte sich einfacher gestalten und sollte unabhängig von politischen Parteien sein. Von der Forderung nach Transparenz rücke ich aber nicht ab.

        Ja, ein gemeinschaftsfinanziertes Freies Radio muss Meinungsvielfalt bedeuten, solange es nur eines in Dresden geben kann. Davon rücke ich auch nicht ab.

        Ich bin sicher: Wäre coloRadio heute wirklich ein Sender der Meinungsvielfalt, würden FDP und CDU anders an die Sache herangehen. Es muss doch klar sein: so wie sich der Sender jetzt politisch darstellt, ist er argumentativ in der Defensive. Könnte er sich als Sender der Meinungsvielfalt darstellen, wären die Ausgangsbedingungen ganz andere.

      • Lina sagt:

        @ stefanolix

        Ich bin so frei, Frei_sein wie Frank auszulegen; aber gegen Dein hartnäckig wiederholtes Nicht_abgehen_wollen von der Forderung nach Meinungsvielfalt – unter 1 Dach von 1 ‚freien‘ Radiosender (!) – ist offenbar (noch) kein Argument gewachsen. Dabei ist Proporz, der Pluralismus garantieren soll, Zwang und somit das Gegenteil von Freiheit … prinzipiell gesprochen; ich versteh‘ Dich nicht ;-) …

      • stefanolix sagt:

        Ich kann Dich verstehen ;-)

    • frankinformiert sagt:

      Nachtrag „Zu 4.: (…)der Sender will von uns Geld haben, also können wir auch Transparenz verlangen.“ Selbst wenn: Transparenz ist ja ganz nett, er kann trotzdem weiterhin einseitige Meinungen verbreiten.

      • stefanolix sagt:

        Nein, kann er nicht ;-)

      • frankinformiert sagt:

        Naja … doch! Weil Meinungsvielfalt und Transparenz 2 verschiedene Dinge sind.

        Der Sender könnte bis ins letzte Detail hinein transparent sein (Finanzen, Sendeplanung, Sitzungsprotokolle, Richtlinien …), trotzdem muss sich keine Meinungsausgewogenheit einstellen. Und man kann sie nicht anordnen, das geht in der Praxis gar nicht.

        Wenn man sagt, „der Sender bekommt öffentliche Gelder“, dann könnte man bestenfalls verlangen, dass Meinungsausgewogenheit bzw. -vielfalt ERMÖGLICHT werden muss. Ob sie auch eintritt, ist eine ganz andere Frage, wenn sich die Redakteure nun einmal nur einseitig interessieren.

      • stefanolix sagt:

        Richtig. Meinungsfreiheit muss nachhaltig und verlässlich ermöglicht werden. Und deshalb habe ich ja weitergedacht und im nächsten Artikel einige Diskussionspunkte angesprochen.

    • stefanolix sagt:

      Ein Vorschlag: Wir könnten hier mit Blick auf die Zukunft weiter diskutieren?

      • Lina sagt:

        @ stefanolix

        „ColoRadio braucht eine breitere Unterstützung und Akzeptanz.“

        ‚Weiter diskutieren‘ – unter dieser Prämisse? Wg. ‚breiterer Unterstützung‘, die es selbst nur materiell zu suchen scheint? Und: weil es, so, wie es sich zeigt, Deine Akzeptanz nicht hat? Nö, sorry, das wäre Zeitverschwendung.

        Man hat Dir mehrmals Angebote gemacht, im Wettbewerb der Meinungen dort inhaltlich eigene Angebote zu machen; das entspricht einer ‚Marktöffnung‘ zu Deinen (und des Zahlers) Gunsten. Was willst Du mehr :-) … ?

        Ich jedenfalls bin für ein ideo_logisches ‚laissez faire‘, bevorzuge (in externer Pluralität mit den ‚Anstalten‘) deutliche Alternativen (brauch ja nicht hinhören, wenn es mir nicht passt), habe meine Haltung zu ‚freiem Radio‘ als subventioniertes, (werbe-)freies dargelegt und auch ich ‚gehe_nicht_davon_ab‘ ;-) …

      • stefanolix sagt:

        Dazu zwei kurze Bemerkungen:

        1. Subventionen kosten Geld. Wenn das Ziel darin besteht, eine Mehrheit im Sächsischen Landtag von der Notwendigkeit eines Freien Radios zu überzeugen: sollten sich dann nicht auch die Macher und Protagonisten fragen, was sie dazu beitragen könnten? Es gibt hier nicht nur die Seite, die etwas haben will. Es gibt auch die Seite, die etwas geben soll und die das demokratisch vertreten muss. Für Subventionen ist nie genug Geld da.

        2. Ich habe auch mehrmals sachlich begründet, warum ich nicht sofort auf diese Angebote eingehe. Die Angebote sind nicht autorisiert. Das sind Meinungen einzelner Personen. In meinem Artikel oben habe ich auch darauf hingewiesen, dass Zusagen verlässlich sein müssen und dass Meinungsvielfalt nachhaltig gesichert werden muss.

      • Lina sagt:

        @ stefanolix

        >> „Es gibt auch die Seite, die etwas geben soll und die das demokratisch vertreten muss.“

        Was ist undemokratisch daran, wenn ein (freies) Radio innerhalb rundfunk_rechtlicher Bestimmungen und mittels seines spezifischen Sendungs_bewusstseins ;-) so verfährt, dass er eine von mehreren (partei-)politischen, staatlich vor_gesponserten Denkrichtungen exponiert, sprich: heraushängen lässt?

        So allmählich gelange ich zu der Auffassung, dass der Ruf nach ausgewogener Vielfalt speziell von denen kommt, die mit politischen Programmen zwar konkurrieren, aber nicht selbst für sie einstehen wollen. Und, dass die eingetretene ’soziale Lähmung‘ (von der das Einstein_zitat handelt) Teil des Problems ist. Proporz ist Lähmung – ich behaupte: auch gewollte Lähmung. Für eine deo_kratische Entwicklung (oh, der Tippfehler passt, den lass‘ ich stehen!) ist das kontra_produktiv.

  21. Jens sagt:

    Interessant und eindeutig erwähnenswert bleibt trotz all meiner Sympathie für das freie Radio, daß

    1. ausschließlich aktive und ehemalige Mitstreiter/innen und Politiker/innen sich wirklich aktiv für den Erhalt des Senders einsetzen, Hörerseitig findet sich fast nirgendwo ein Kommentar

    2. Noch nie wurde über einen coloRadio Beitrag selbst so viel geredet wie nun über das mögliche Aus von coloRadio. Seltsam!

    3. Lese ich auf http://www.biss.fm, daß ein Mitarbeiter eines Radio-Senders wohl gemeint hat, daß der ganze Streit um coloRadio nur ein Ablenkungsmanöver ist, um die Lust auf eine Debatte um den Antrag von BISS.FM zu senken. Das wäre eindeutig ein Desaster, denn wirklich dringender als coloRadio braucht es eine Alternative zu JUMP und Energy für junge Hörer.
    (Überhaupt – so jedenfalls ein DJ, der auch für BISS.FM „gearbeitet“ hat – wurde bei coloRadio wohl die Initiative BISS.FM eher boykottiert als wirklich unterstützt? Noch ein Zeichen für die mangelnde Bereitschaft, sich offen und tolerant zu zeigen?)

    Jedenfalls: Mir fehlt eindeutig die Kritikbereitschaft bei coloRadio, die aktuelle Situation zu nutzen, um sich selbst mal komplett in Frage zu stellen. Dabei sind solch entscheidenden Umbrüche immer die beste Gelegenheit zu sagen: OK, jetzt lassen wir auch mal jüngere ran und setzen so ein neues Licht auf uns selbst!

    • stefanolix sagt:

      Nachdem die Rolle als Propaganda-Abspielstation jetzt ziemlich offen diskutiert wird, gibt es nur noch ein wirkliches Tabu bei coloRadio: die Zuhörerzahl.

      Bei all meinen Stichproben im Netz waren es nie mehr als zehn(!) Hörer, die den Stream abgerufen haben. Andere freie Radios haben deutlich mehr Hörer per Stream. Im Internet werden Sendungen kaum kommentiert und wenn man mal kommentiert, kommt keine Rückmeldung. Die Abrufe von Sendungen als MP3 oder OGG liegen im zweistelligen Bereich. Diese Zahlen sind wirklich nicht gut.

      Die Unterschriftensammlung ist wohl bei weit unter 2.000 und da ist auch nicht klar, ob das alles Hörerinnen und Hörer sind (oder z.B. Anhänger linker Gruppen, die aus Prinzip unterschreiben, aber nicht hören). Für eine Großstadt wie Dresden ist das alles IMHO sehr wenig und zeugt nicht von allzu großer Hörerbindung.

    • @Jens
      zu 1. guter Punkt ;)

      zu 2.
      Naja, so seltsam wohl auch wieder nicht.
      Über Radiosendungen werden Menschen sooft sprechen wie sie Leserbriefe schreiben. Meistens geschieht dies ja auch nur, wenn es eine sehr kontroverse Sendung war … oder eine „grottenschlechte“ ;)

      Ich hatte mal die Idee geäußert, z.B. Holger Apfel zu coloRadio einzuladen, inkl. von anderen Studiogästen … ich hatte mich auch als Moderator angeboten, wohl wissend, dass man so eine Idee nicht nur so äußern, sondern sie auch vertreten und erläutern sollte.
      Natürlich war das wahrscheinlich das so ziemlich roteste Tuch (sorry für’s Wortspiel :)), das ich bei coloRadio anfassen konnte ;)
      Naja, mein Verständnis von Journalismus und Transparenz deckte sich nicht gerade mit dem coloRadio-Selbstbild – das habe ich 2004 bis 2006 mehr oder minder schnell begriffen. Während wohl 80% dort so eine Idee nicht äußern würden (wenn sie ihnen denn käme), „verbietet“ sich für einige – so schien es mir – sogar der Gedanke an so eine Idee.

      Jedenfalls war und bin ich der Meinung, dass man aus einem Klischee (z.B. „coloRadio ist linksdogmatisch ausgerichtet“ etc.) nur herauskommt, indem man es selbst aktiv widerlegt. Die Holger-Apfel-Idee mag eine extreme Form dieser Strategie gewesen sein, doch warum nicht?

      zu 3.
      (Mindestens) Zwei der Erstunterzeichner von BISS FM (http://biss.fm/?page_id=77) waren und sind aktive Radiomacher bei coloRadio, einer ist hier auf dieser Seite recht aktiv (gewesen).
      Ich glaube auch, dass da Konkurrenz vermutet wurde – ob zu Recht, kann ich nicht sagen. Man könnte ja auch kooperieren – positive Konkurrenz sozusagen.
      Doch der Slogan von BISS-FM „Wir verdienen ein besseres Radio“ spricht wohl auch eine eigene Sprache :)

      Eine weitere Erstunterzeichnerin ist Mitglied im SLT, in einer Fraktion, die sozusagen der CDU „nahezu diametral entgegensteht“ – nicht wirklich, doch mal so sinnbildlich gesprochen. Damit dürfte sich die Sache auch erledigt gehabt haben.
      Zumal BISS FM offenbar mit einer „Beschwerde“ begonnen haben … das mag auf Zustimmung in Teilen der Bevölkerung getroffen sein, doch wer fühlt sich im SLT von einer „Beschwerde“ schon wirklich beeindruckt? … beschweren tun sich viele, den ganzen Tag … na und?

      Das vermeintliche „Feindbild“ von coloRadio dürfte sich evtl. auch an mehr oder minder an SLM-Chef Martin Deitenbeck festmachen.
      Er hat ja auch eine Karriere, die ihn nicht ganz unbeeinflusst lassen könnte, u.a. als Parlamentarischer Berater der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag (1992-1999) – http://www.xing.com/profile/Martin_Deitenbeck

      Letztlich lief und läuft wohl vieles einfach auf persönliche Vorurteile und Abneigungen auf mehreren Seiten hinaus, die politischen Entscheidungen sind nur die äußere Hülle, die Maske, damit der Außenstehende es „leichter“ verstehen kann.

      coloRadio kann sich nur von innen verändern, da gehe ich mit deinem Fazit völlig mit.
      Zuerst einmal das Feindbild reduzieren, dann geht der Rest vielleicht nicht automatisch, doch zumindest einfacher.

      • stefanolix sagt:

        Der Kommentar hing in der Moderation fest. Nur ganz kurz: der letzte Teil Deiner Antwort bestätigt ja meine Vermutung, dass man den Politikern ein Konzept der Meinungsvielfalt anbieten muss. Später am Tag mehr.

  22. randOM sagt:

    Ich hab bloß mal kurz reingelesen. Letztendlich ist es so, wie es schon immer war: Die einen (coloRadio) wollen mit ihren bescheidenen Mitteln die Welt einreißen, die anderen wollen ein „nettes Bürgerradio“ für jedermann (die Gegner). Fakt ist, dass die Aktiven der ersten Stunde unter denen ich auch zu leiden hatte, das Radio aufgebaut haben und lange Zeit (villeicht ist es ja noch immer so) nicht aus der Hand geben wollten. Das ist einerseits verständlich, andererseits schade, denn coloRadio könnte wirklich besser sein. Damit meine ich nicht „objektiver“, denn „objektiv“ sind die albernen Medien in unserer Landeshauptstadt mir schon genug. Persönlich hätte ich dann allerdings lieber richtige Diskussionen bei denen die Fetzen fliegen und nicht nur FDJ-Veranstaltungen, bei denen zwar über alles geredet werden kann, jeder aber weiß, was hinten raus kommt.
    Was mich an der gesamten Debatte nervt, ist die Tatsache, dass Dank des ganzen Politscheißes niemand mal darüber redet, worin eigentlich die Freiheit des coloRadio besteht. Nämlich darin, dass hier ganz normale Leute zu Wort kommen (sozusagen ein Web2.0-Vorläufer!) – da lass ich mir nicht erzählen und es widerspräche meiner Erfahrung, dass das alles nur Linksradikale sind – und das Musik abseits aller Vorgaben durch Quoten und Werbepartner läuft. Ich habe es immer sehr genossen, in meinen Sendungen all das zu spielen, wozu ich Lust hatte. Da waren auch Titel dabei, die aus linker Sicht „bedenklich“ sind; zensiert hat mich aber niemand. Vielleicht hat’s auch bloß keiner gehört, auch möglich…

    Wie sagt Klaus Löwitsch als Kommisar so schön in „Was tun, wenn’s brennt?“: „Die Grenze verläuft längst nicht mehr zwischen rechts und links, sondern zwischen denen, die’s geschafft haben und denen die es nicht geschafft haben.“
    http://www.filmszene.de/kino/w/wastun.html

    Amen!

  23. stefanolix sagt:

    Ich darf doch der Vermutung entgegentreten, dass ich ein »nettes Bürgerradio« will. Ich bin ja selbst nicht immer nett ;-)

    Genauso entschieden distanziere ich mich von »Objektivität«. Leute, erkennt Ihr nicht den Unterschied zwischen Meinungsvielfalt (Vielfalt subjektiver Meinungen) und »Objektivität«? An welcher Stelle habe ich jemals gefordert, dass alle Beiträge objektiv sein sollten?

    Es verfestigt sich bei mir immer mehr der Eindruck, dass genau dieser »ganze Politscheiß« (Zitat randOM) dem coloRadio schadet. Und ich stehe nach wie vor auf dem Standpunkt, dass coloRadio als Ort der [politischen] Meinungsvielfalt deutlich besser positioniert wäre.

    Welche Musiktitel sind denn aus linker Sicht bedenklich?

    Dass coloRadio wohl oft »keiner gehört« hat — diese Vermutung drängt sich allerdings angesichts der Zahlen (Downloads, Kommentare, Unterschriften, Teilnehmer an der Podiumsdiskussion) wirklich auf. Da wären wir wieder beim Problem der Zielgruppen(orientierung).

  24. frankinformiert sagt:

    Nochmal: „der Eindruck, dass genau dieser »ganze Politscheiß« (Zitat randOM) dem coloRadio schadet“ mag ja bei Dir entstehen. Aber es bleibt nun einmal die Entscheidung der Redakteure, ob sie „Politscheiß“ senden wollen, selbst wenn er ihnen möglicherweise schadet (was nicht eindeutig klar ist).

    Übrigens: „Dass coloRadio wohl oft »keiner gehört« hat — diese Vermutung drängt sich (…) wirklich auf“ kann man auch nicht so stehen lassen. Ich habe heute erst mit einem Redakteur geredet und er meinte, durch die UKW-Sendemöglichkeit hätten sie deutlich mehr feedback als nur per Internet.

  25. @randOM,
    ich vermute, was du sagen möchtest, doch deine Wortwahl macht für mich ein „Problem“ sichtbar – m.E. das Hauptproblem, wenn es um coloRadio geht und wir nicht über die finanzielle Förderung reden. Jene Frage, die sich stellen würde, wenn Geld keine Rolle spielen würde.

    Du schriebst von jenen, die „mit ihren bescheidenen Mitteln die Welt einreißen wollten“ und den „Gegnern“, die ein „nettes Bürgerradio“ wollen (mal verkürzt dargestellt).
    Ich würde mich in beiden Gruppen vertreten sehen und auch in keiner von beiden. Ich möchte die Welt gern verändern, doch dazu sollte ich zunächst bei mir anfangen. Ich bin auch eher für ein „nettes Bürgerradio“, in dem alle ihren Platz finden können – Kritik und Missverständnisse gibt es überall. Und auch als „nettes Bürgerradio“ kann man Politik machen.
    Das Problem ist die Bewertung der Politik im Vorfeld. Für mich gibt es auch keine „Gegenöffentlichkeit“, wie sie einige bei coloRadio oder auch Herr Gerstenberg erwähnten, es gibt nur andere Öffentlichkeiten, erweiterte Öffentlichkeiten.

    Wirklich frei ist nur der, der sich nicht dadurch als „frei“ ansieht, weil er etwas anderes sein will als irgendeine Gruppe (z.B. irgendeine Regierung, irgendeine Partei oder irgendein anderer Radiosender), sondern der aus sich heraus frei wird. Er kann verschiedene Sichtweisen – auch scheinbar völlig konträre – in sich vereinen und diese auch darstellen.

    Die sog. „Gegner“ sind keine „Gegner“, sie sind in den allermeisten Fällen gegen nichts oder irgendjemanden – sie werden zu „Gegnern“ stilisiert. Sie wollen einfach Radio machen und wenig Bürokratie etc. haben.

    Doch die „Welteinreißer“ sind in den meisten Fällen hartnäckiger und lauter als die „Weltveränderer“, und so prägen vielleicht 5-10% der coloRadio-Macher das Bild des gesamten Senders.
    So war das ansatzweise auch bei der Rathausveranstaltung letzte Woche. Ich kann mich nicht erinnern, dass irgendeiner der m.E. weniger politisierten (nicht unpolitischen) Radiomacher dort etwas gesagt hätte … außer der „Conférencier“ Preibisch ;)

    @stefanolix
    Kritisch sind sicherlich wenige Songs. Mitunter gab es so Einzelstimmen (innerhalb des Radios), die eigentlich recht absurd-witzige Kommentare machten … z.B. dass man sich doch wundere auf coloRadio gerade Michael Jackson zu hören, während zur selben Zeit auf Deutschlandfunk The Notwist laufen würde. Dass auch Michael Jackson sozialkritische Songs verfasst hat, ist dann wahrscheinlich nicht so wichtig ;)
    Doch so ist das eben, wenn sich „konsequent gegen den medialen Mainstream“ (OT coloRadio-HP 2007/2008) stellen möchte – da wird Michael Jackson schnell mal zum „Fast-Feindbild“ für diesen oder jenen ;)
    Ich konnte dieses „Gegen-den-Mainstream“ ab einem gewissen Punkt nicht mehr hören und habe auch mal Modern Talking gespielt. So rückblickend kann ich sagen, dass ich wohl nirgends den sog. Mainstream mehr zu schätzen gelernt habe als bei coloRadio ;) … Ironie des Schicksals?

    @frank
    „Politiksch…“ (OT randOM) ist schon wichtig, doch das WIE ist entscheidend … das Ohr hört ja bekanntlich mit beim Radio :)
    Und das liegt in der Verantwortung des Redakteurs. Will er, dass es angenehm rüberkommt oder Hauptsache es kommt über den Äther, egal, ob’s wirklich jemand interessiert. Oder spricht er gar in einem Tonfall à la „Hey, ihr da draußen, aufwachen … hier kommt Politik, hört zu, steht auf, verändert die Welt, jetzt und sofort.“ … wobei letzteres – gut macht – auch schon wieder was Witziges hätte ;)

    @alle
    Alles geschriebene sind natürlich Einzelmeinungen und -darstellungen. Hört einfach mal ins Programm von coloRadio rein (www.coloRadio.org) und schreibt dem Sender bzw. dem jeweiligen Sendungsmacher eure Meinung, wenn ihr wollt – Lob, Kritik, Anregungen usw..
    Nur der Hörer kann wirklich Einfluss auf die Sendungsmacher nehmen … also, nutzt ruhig eure Chance ;)

    • stefanolix sagt:

      Ich habe zum Beispiel auf eine politische Aussage eines Kommentators geantwortet. Ich weiß nicht, wo ich noch Feedback einreichen soll. Den Sendungsmacher juckt es anscheinend nicht.

      Gegen den Mainstream ist wirklich kein Programm. Denn erstens ist zu einem kleinen Teil jeder Mensch Teil des Mainstreams und zweitens kommt doch damit sofort ein »Kontrollorgan« ins Spiel, das den Mainstream definiert und die Gegenbewegung organisiert. Kulturrevolution im Kleinen, eine kleine Schere für jeden Kopf ;-)

  26. randOM sagt:

    Das mit dem Politikscheiß werde ich nochmal erläutern: Ich denke halt, dass ein Großteil der Leute – und das gilt nicht nur fürs Radio – sich schon auf gemeinsame Ziele einigen könnte. Dann kommt wieder einer mit der Rechts-Links-Axt und haut alles entzwei. Das geht mir auf die Ketten!
    Ich interessiere mich sehr wohl für Politik aber ich habe auch keine Lust bei konkreten Dingen immer Grundsatzdebatten zu führen. Mir geht’s mehr um das, „was hinten rauskommt“. Ich habe sowohl Verständnis für – um das jetzt mal extrem zu verkürzen – Konservative als auch für Revolutionäre, finde aber, dass unserer Gesellschaft ein paar mehr Revolutionäre und ein paar weniger Konservative auf jeden Fall gut tuen würden. Ich bin in der DDR aufgewachsen und habe sozusagen die Wende mitgekriegt, als ich grad 17, 18 war. Für mich ist somit fest in Erinnerung geblieben, dass sich Dinge ändern können, auch „radikal“. Und dass sich in diesem Land etwas ändern muss, neben all den guten erhaltenswerten Sachen, ist für mich unzweifelhaft. Aus meiner Sicht wird die Gesellschaft immer unfairer gegenüber denen, die nichts oder wenig haben und das sorgt natürlich für Spannungen. Ganz abgesehen davon, dass wir Deppen für solchen Mist wie die „Asse“ blechen werden und dann das Geld für Kultur, Bildung etc. fehlt…

    • stefanolix sagt:

      Ich habe eine Menge mit Bildung und etwas weniger mit Kultur zu tun. Geld ist nicht unwichtig. Wille und Motivation scheinen mir wichtiger.

      Dann: Wer sagt Dir denn, dass „Revolutionäres“ nur von Links kommen kann und nicht von Grundsatzliberalen oder aus der Kirche oder aus nicht-linken Vereinen?

      Nur mal so in den Raum gestellt ;-)

      Zu der Axt: Die einzelnen Gruppen führen doch wohl die Äxte. Ich bin ja, wie gesagt, ganz neutral in der Sache und kann gar nicht gut mit der Axt umgehen ;-)

  27. Lina sagt:

    >> „Ich habe sowohl Verständnis für – um das jetzt mal extrem zu verkürzen – Konservative als auch für Revolutionäre, finde aber, dass unserer Gesellschaft ein paar mehr Revolutionäre und ein paar weniger Konservative auf jeden Fall gut tuen würden.“

    Ja! Deshalb ist eine Programmatik ‚Vielfalt‘ & ‚Mainstream‘ für’s Radio eben auch eine Scheiss_politik, weil sie den Proporz zur Lähmung von individuellen Interessen einsetzt und für ihre Zwecke benutzt …

    • stefanolix sagt:

      Ach was! Wenn neue revolutionäre Ideen gut sind, werden sie sich auch durchsetzen, wenn vorher oder nachher eine konservative Sendung gelaufen ist ;-)

      • Lina sagt:

        An Deinen Mässigungsversuchen ist deutlich zu erkennen, dass Du (mangels Fernseher) nicht in den Vollbesitz der vollen Dröhnung an manipulativem medialen Materials gelangst ;-) …

      • stefanolix sagt:

        Niemand ist gezwungen, einen Fernseher einzuschalten ;-)

      • Lina sagt:

        Nicht gezwingen zu sein, ist kein Argument. Die zwangsweise massenhaft main_streamend gebildete Meinung ist das Problem ;-( …

      • randOM sagt:

        :-)

        Da hat sie Recht die Lina! Auch wenn ich Ihren Satz oben dreimal lesen musste, bis ich (ich denke jetzt hab ich’s) genau begriffen hatte, was sie meint.

        Stafanolix: Deinen Glauben ans Gute im Menschen in allen Ehren aber gute Ideen setzen sich häufig nicht von allein durch, da braucht es meist schon etwas Druck. Damit ist ausdrücklich nicht Gewalt gemeint.

        Wenn eine gute Idee von einem FDP-Menschen oder von einem Christen kommt, muss der sich sicher mehr anstrengen, mich zu überzeugen und mir vermitteln, dass er nicht doch andere Interessen verfolgt, als die nach außen dargestellten – ist halt eien Vertrauensfrage. Aber wenn sich besagte Person halt entsprechend seinen eigenen Ansprüchen verhält (wie heißt das so schön bei olle Jesus & Kumpels: An ihren Taten sollst Du sie erkennen), dann lass ich mich auch gern vom „Gegner“ mitnehmen. Wie gesagt: Wichtig ist, was hinten rauskommt…

        Wobei – eine Sache habe ich bei coloRadio gelernt und die hat nichts mit rechts oder links zu tun sondern mit dem Durchsetzen von Zielen: Wer die ganze Arbeit macht, der legt sich auch vorbildlich demokratisch gefasste Beschlüsse so aus, wie er sie braucht. Dass in erster Linie ist kein schlechtes Demokratieverständnis sondern ganz normal menschlich und auch nicht weiter wild, wenn’s im Rahmen bleibt. Wenn es da Keinen gibt, der Ggeegndruck erzeugt und auch selbst Verantwortung übernimmt, dann bleiben die Sachen halt so, wie sie sind. Ergo – wir müssten uns wohl alle mehr konkret engagieren statt Kommentare zu schreiben :-)

        So, nu is aber gudd. Genug geschwafelt…

      • stefanolix sagt:

        Ich würde es gern unter jeden Beitrag schreiben: In diesem Blog ist Liberal nicht gleich FDP! Und seit den Regierungswechseln (Sachsen, Bund) erst recht nicht!

        Und ich würde gern ein Schild um den Hals tragen mit der Aufschrift: Schaut Euch nicht die Personen, sondern die Ideen an. Aber das sähe wohl etwas gewöhnungsbedürftig aus ;-)

      • randOM sagt:

        Och Stefan, Du bist ’ne Mimose! Begriffe abstrahieren die Wirklichkeit. Und Du warst auch nicht persönlich gemeint, Du… Liberaler, Du!

        ;-)

  28. Lina sagt:

    … sorry, ‚ohne‘ Fernseher, nicht ‚mangels‘ – denn es ist wahrlich kein Mangel, dem lähmend ausgewogenen, zwangsfinanzierten Spektakel beiwohnen zu sollen …

    • Jochen sagt:

      Auch Fernsehen bildet.
      Man muß nur die richtigen und guten Sendungen auswählen, so kann bewußter Fernsehkonsum (genau wie bewußter Radiokonsum)durchaus sehr erquickend sein.

      • Lina sagt:

        Eine Binsenweisheit :). Natürlich kann man heraus_picken und/oder einzelne Kanäle präferieren (das ist ja auch der Sinn eines pluralen Angebots). Wenn man dann aber nach Monaten wieder mal – in prüfender Absicht! – Nachrichten bei ARD oder ZDF sieht, erschrickt man bis in die Knochen über den entweder staats_tragend oder tanten_haft vereinnahmenden Ton, der sich dort immer stärker durchsetzt – ganz abgesehen von der gezielten Ver_mainstream_ung durch abend_füllende sog. Unterhaltungsprogramme …

        Mein grausiger Eindruck: Man will uns ruhig stellen, sedieren – aber Ruhe soll erst sein, wenn wir tot sind :-). Deshalb meine Plädoyers für internen ‚Extremismus‘ (sorry, stefanolix, war nicht so gemeint ;-) bei externer Pluralität … im Radio, beim Fernsehen; nichts ist gesellschaftlich tödlicher als der staatliche Drang zur Gleich_schaltung.

    • @Lina …
      auch du bist Mainstream ;) … im sog. linken Spektrum wärst du vielleicht auch richtiger Mainstream.

      Doch mal eher allgemein … Jeder Mensch ist ein stückweit „Mainstream“ und das ist auch gut so, es kommt drauf an wie er mainstreamed … oder ums mit Simone de Beauvoir zu sagen: „Das Glück besteht darin, zu leben wie alle Welt und doch wie kein anderer zu sein.“

      Die Mainstream-Debatte kommt doch immer, wenn man sich wieder mal selbst zu sehr im Mainstream – in welchem auch immer – befindet, wenn man nicht sein eigenes Ding sieht und machen kann … unabhängig vom Radio.

      Es ist auch nicht so, dass jeder Konservative die CDU wählen würde, die findest du bei der LINKEN genauso, nur eben anders konservativ.
      Letztlich kommt man immer wieder bei der einen oder anderen Binsenweisheit raus … weil die ganzen Diskussion in der einen oder anderen Art schon vor Jahrhunderten geführt worden sind. Da hieß eben links noch nicht links oder wie auch immer.

      Wie möchtest du denn eine Gesellschaft verändern?
      Wie veränderst du dich vorher/dabei?

      • Lina sagt:

        Du riechst ‚linkes‘ Parfum an mir? Falsch, es hat eine ausgeprägt klassische Note :) …

        Du fragst, wie ich die Gesellschaft verändern will. Etwa so: Ich will die ‚Glieder‘ derselben eigen_ständig leben lassen, ihnen Luft und Denk_raum verschaffen; ich will sie nicht indoktrinieren. Viel eher will ich sie fragen, wie sie leben wollen und will sie auch schützen können vor verordneter Verblödung durch staatlich gelenkte und/oder käufliche Medien – auch jenen Medien, die gemeinsame Sache mit denjenigen Politikern in den Parteien machen, die dieses Land zusammen mit den Lobby_verbänden am liebsten unter sich aufteilen würden.

        Das ist es, was ich verändern wollte, wenn ich es könnte. Würde ich glauben, dass ich das könnte, müsste ich mich in ein optimistisches Monster an Gutgläubigkeit verwandeln; und das, glaube ich, bringe ich nicht ;-)

      • Gerochen habe ich „linkes Parfüm“ nicht, dafür ist mein Laptop noch nicht auf dem neuesten (Schnüffel)Stand, Lina ;)

        Hmm, auch wenn das Wort „Glaube“ ein sehr strapazierfähiges ist, wenn du nicht daran glaubst, etwas verändern zu können, dann sind deine Ziele vielleicht etwas zu hoch … kommt mir bekannt vor ;)
        Dass ich zuerst selbst an meinen Zielen arbeiten sollte, habe ich nicht erst durch meine Arbeit bei coloRadio gelernt ;) … dort eher nochmals wieder.

        Optimismus ist auch so ein Mainstream-Wort ;) … ich nehme mir da gern immer mal wieder einen Satz von Johan Galtung (http://de.wikipedia.org/wiki/Johan_Galtung) vor, der vor drei, vier Jahren bei einer Veranstaltung in Berlin, bei der es um das damalige Kapitel im Libanon-Israel-Konflikt ging, sagte: „Ich bin weder Pessimist noch Optimist, sondern Realist und Idealist.“

        Und so sehe ich das im Fall coloRadio auch … die Machtverhältnisse sind wie sie sind, in Sachsen wie auch bei coloRadio. Im SLT hast du es schwarz auf weiß sozusagen (die Klüngeleien kann man erahnen), bei coloRadio erahnt man es auch und weiß ein bisschen mehr, wenn man drin ist.

        Man kann das wohl zunächst nur akzeptieren lernen – in beiden Fällen … und dann versuchen etwas zu verändern. Andernfalls hält man sich ewig an denselben Dingen fest.

        Ich würde es mal so formulieren: bei coloRadio arbeitet ein kleiner Teil gegen den Rest und immer wenn man einander braucht (wollen ja alle Radio machen) rauft man sich zusammen, weil man einen gemeinsamen Feind hat, der viel größer und „böser“ ist.
        Zufrieden ist damit und wird dabei keiner …

        Drum frage ich mal direkter, Lina ;)
        Was würdest du denn am Programm von coloRadio ändern wollen bzw. anders gefragt: welche Seiten würdest du fördern wollen oder stärker vertreten sehen?

      • Lina sagt:

        Die Kombi Realismus/Idealismus ist eine feine Sache, finde ich; damit lässt sich gedanklich gut konstruieren (+ de_konstruieren), nur: ein echter, durchsetzungs_starker ‚Aktivposten‘ ist sie eigentlich nicht; da muss ein so ausgerüsteter Radio_macher – weil er die Grenzen oft deutlicher sieht als das Ziel – schon kräftig nach_legen können, wenn er nicht auf halber Strecke zum Ziel (welches ?) liegen bleiben will …

        Was ich am Programm ändern wollen würde, kann ich schwer sagen: Ich habe keine Hör_erfahrung mit coloRadio. Von stefanolix‘ Beitrag angeregt, hörte ich mir den Life_stream vom ‚Podium‘ an und gewann aus der hier folgenden Diskussion zunehmend den Eindruck, dass ich (verglichen mit dem moderateren Radio-z) wohl wenig zu beanstanden hätte: es scheint in etwa der selbe sozial + kulturell engagierte Mix zu sein; vielleicht aber mal etwas Luft aus der ideologischen Kampf_blase ablassen?

        Aber mit bereit_williger Ausgewogenheit hab‘ ich’s nun mal nicht, sondern liebe reibungs_bereite plakative Zuspitzungen, wovon das Leben selbst sowieso einiges ab_streicht – bevor es einen dafür bestrafen kann, nie zugespitzt zu haben ;-) …

      • randOM sagt:

        Das wäre doch mal wieder eine lohnende Kampagne:

        „Du bist Mainstream!“

        Spaßmodus aus.

      • @randOM
        „Du bist Mainstream!“ … du wirst lachen, doch so schlecht finde ich diese Kampagnenidee gar nicht, danke für den Tipp.

        Diese Art der Zuspitzung ist mir wesentlich lieber als „Gegen den Mainstream“ ;) … denn da schließe ich mich und Tausende andere schon von vornherein selbst aus. Wie soll ich da noch Radiomachen? ;)

        Ich würd’s vielleicht eher als Frage formulieren, so in etwa „Willst du Mainstream sein?“ oder „Bist du Mainstream?“ oder „Bist du auch Mainstream?“ … etwas in der Art.
        Die letzte Variante gefällt mir momentan am besten, denn sie baut keine Schranken zwischen Menschen auf. Selbst die innere Beantwortung der Frage mit einem „Nein“ wird spätestens ein paar Tage später zu einem „Naja, eigentlich ja doch manchmal …“ führen :) … Ziel erreicht.

        Fragen regen ja bekanntlich mehr zum Interagieren an als bloße Statements. Statements machen eher passiv, Fragen aktiv … mit allen Vor- und Nachteilen.

        Letztlich hatte und hat coloRadio ein PR-Problem … das ist m.E. der Hauptknackpunkt. Und wenn die coloRadio-PR-Abteilung so bleibt wie sie ist, wird sich auch nichts ändern.

        @Lina
        Ich zitiere dich mal ;)
        „… vielleicht aber mal etwas Luft aus der ideologischen Kampf_blase ablassen?“
        Mehr wollte und will ich auch nicht ;)

        Das Wort „Blase“ trifft es sehr gut, denn es waren wirklich häufig Wortblasen. Auf allen Seiten Blasen, in der Regierung, den Parteien, SLM kann ich nicht sagen, weil ich da zu wenig kenne, bei einigen coloRadinios/coloRadinias usw.

        Nächste direkte Frage ;)
        Könntest du dir denn vorstellen mal bei coloRadio auf Sendung zu gehen?

        Kann auch ganz entspannt über eine Musiksendung sein … wenn du unbedingt zuspitzen willst, kannst du das ja zwischen den Songs oder mittels Musikauswahl tun.
        Das Radiomachen bietet ja einige Möglichkeiten und ist auch wirklich nicht schwer. Zumal keiner perfekt sein muss … „Learning by doing“ oder anders gesagt „Übung macht den Meister“ … oder die Meisterin in deinem Fall :)

      • Lina sagt:

        @ Michael Winkler

        Als Du mich (ganz oben) umstands_los mit ‚mainstream‘ etikettiert hast, wollte ich zwar kurz aufbegehren, aber schon ein ‚pfffffffff‘ und ein leichtes Schulterzucken haben genügt, um meine angegriffene Ehre vor mir wieder herzustellen ;) …

        Wenn Du die Feststellung aber in die Frage_form hebst, sehe ich (wie Du) bessere Chancen, an eine für Radiomacher ergiebige Antwort zu kommen; man wird sich äussern, auch und gerade, wenn man die Frage subjektiv als eine Aufforderung zur Abgrenzung versteht – wobei ich eben davon ausgehe, dass viele vielviel lieber ‚etwas Besonderes‘ sein wollen ;) .

        Kann aber auch sein, dass ich mich im Wert der Mainstream_zugehörigkeit täusche und eine Befragung so ausginge, wie es ‚Mediamarkt‘ mit seinem legendär gewordenen, main_gestreamten ‚Ich bin doch nicht blöd!‘ (gewinn_bringend) in Erfahrung brachte …

        Soviel aus dem Nähkästchen (zu einem Beitrag über eine vom Autor angenommene extreme Links_lastigkeit von coloRadio!). Und nein (danke!), an ein Mikrophon will ich nicht :) .

      • @Lina
        Ich glaube jedes Medium eignet sich auch dazu, mit Klischees zu spielen. Und ich habe auch überhaupt kein Problem damit, dass einige bei coloRadio linkslastig oder meinetwegen linksextrem wären … das haben freie Radios nunmal häufig so an sich. Doch wenn man darüber auch mal lachen könnte … Selbsthumor geht vielen einfach ab … die meisten wollen „kämpfen“ :)

        Jeder Mensch möchte etwas Besonderes sein – spätestens wenn’s um Beziehungsfragen geht ;)
        Ebenso möchte er auch mit anderen Menschen agieren … Abgrenzung ist wichtig, um sich erst mal selbst besser kennenzulernen, doch manche verwechseln das mit Ausgrenzung, weil sie sich nur zu einer Gruppe bekennen wollen und nicht merken, wie mainstreamig auch sie sein können, wie spießig, wie kleinbürgerlich.

        Achja, da bin ich ja froh, dass du das mit dem Mainstream nicht allzu persönlich genommen hast – war ja auch ein ;)-Smiley dahinter.
        Doch vielleicht verstehst du jetzt auch, was ich meine mit der (unbewussten) Ausgrenzung. Man bekommt ein Klischee „rangeschmissen“, das Schwarz und Weiß beinhaltet. Man ist beides – Mainstream und sog. „Gegenöffentlichkeit“ (wer hat sich nur dieses Wort ausgedacht … und wann? ;)) und auch wieder nicht … ganz einfach weil sich kein Mensch gern vorschreiben lassen möchte, was er (über sich) denken und wie er sich einordnen sollte.
        … in diesem Fall ungefähr „Ihr seid Mainstream, wir sind die Gegenöffentlichkeit“.
        Das funktioniert nicht … nie und nimmer.

        Und da beginnt für mich Freiheit und auch das Selbstbild eines freien Radios … ich überlasse es dem Hörer selbst, was er macht. Ich versuche nicht zu agitieren, sondern will ihm eine angenehme Zeit am Radio machen und dabei Dinge vermitteln, die ich für wichtig halte.
        Beim Agitieren geht der erste Teil (der Hörer) entweder unter oder wird gar nicht erst betrachtet. Und darunter leidet coloRadio im Gesamten … entweder durch sofortiges Abschalten oder durch nicht wieder einschalten ;) … letzteres ist schade für die vielen guten Sendungen.

      • Lina sagt:

        @ Michael Winkler

        >> „Man ist beides – Mainstream und sog. “Gegenöffentlichkeit” (wer hat sich nur dieses Wort ausgedacht … und wann? ;)) und auch wieder nicht … “

        Ja, frag_würdiger Begriff, unter dem sich die Ränder der Gesellschaft artikulieren und auf die Mitte einwirken wollen – oder auch nur ihr Ding machen wollen. Aber ist man denn Mainstream? Ich würde eher sagen, dass man als Glied der Gesellschaft automatisch zu dessen Teil_haber wird.

        Das Dumme dabei: „Wer in der Herde läuft, muss Ärschen folgen“ (Karl Kraus). Das ist nicht (unbedingt ;) ein schöner Anblick und auch kein ein gutes Gefühl. Da erscheint mir ein Aus_scheren freier Radios aus dem Mainstream durchaus eine bedingungslose Subventionierung wert; ich sehe sogar seine Existenz_berechtigung darin.

      • stefanolix sagt:

        Und ich dachte bisher immer, dass es die meisten Subventionen für die Leute in der Herde gibt. Viele Erfinder, Pioniere, Vordenker, Künstler […] haben es ohne Subventionen geschafft — oder sehe ich das falsch? ;-)

      • Lina sagt:

        Wenn Du etwa die Wenigen den Vielen gegenüber stellen willst, na denn ;-)

        Ansonsten siehst Du das richtig, nur: Das, was die Herden_tiere kriegen, sind als Subventionen getarnte Belohnungen dafür, dass sie mit denen mit_laufen, die was zu ‚verschenken‘ haben.

        Wie etwa, um politisierend* zu aktualisieren, die Hoteliers und Apotheker mit der FDP …

        *ich weiss: dies ist kein FDP-nahes Blog.

      • @Lina
        Auch bei coloRadio gibt es Mainstream bzw. Herdenverhalten ;) … Einzel“kämpfer“ haben es auch dort nicht unbedingt leicht – woher ich das weiß? … vermutlich würde das jetzt ein Sich-im-Kreis-drehen werden ;)

        Letztlich geht es um die großen Worte/Werte Freiheit und Gleichheit, die gern mal so oder so gedeutet werden wie sie gerade passen. Die sächs. Regierung machts – das Deuten nach Stimmungslage – und mittels politischem Willen bzw. vielmehr Unwillen sind eben eine Änderung des betreffenden Gesetzes nicht beabsichtigt bzw. keine 40.000 Euro für die drei sächs. freien/“freien“ Radios da (die Videokamera auf der Alaunstraße kostet allein über 100.000 Euro im Jahr ;)) und einige bei coloRadio machens genauso. Auch dort gibt es eine Deutungshoheit über die Begriffe „Freiheit“ und „Gleichheit“ …
        Was jeweils fehlt ist die dritte „Komponente“ – die Brüderlichkeit bzw. Schwesterlichkeit ;)

        Ob z.B. CDU und FDP Interesse an einem anderen freien Radio haben, weiß ich nicht – möchte es nicht ausschließen. Dass die meisten dort kein coloRadio wie bisher für finanzierbar ansehen, scheint jedenfalls klar.

        Man kann es nun drehen und wenden wie man will, man sollte erkennen, wer am längeren Hebel sitzt. Da kann man gegen den Kapitalismus, Mainstream usw. noch so sehr „schimpfen“, es ist wie es ist.

        @Stefan, Lina
        Ich gebe euch prinzipiell recht mit den Subventionen. Geld bindet nunmal, ob man nun will oder nicht. Sich von dieser Bindung frei zu machen – trotz Geldzahlung -, ist nicht unmöglich, jedoch schwer … letztlich schwingt immer das Damoklesschwert über einem.
        Selbst wenn die 40.000 Euro für ein weiteres Jahr gekommen wären … und dann?
        Jedes Jahr Protestbewegungen in mehr oder minder großem Umfang?

        Hmmm, also ich bin mittlerweile zwar nicht glücklich mit der Entscheidung, doch ich bin auch überhaupt nicht unglücklich. Krise als Chance … ja, das hatte Stefan schon mal in einem anderen Blogbeitrag angesprochen.

        So sehr ich freie Radios unterstütze, denke ich, dass es Zeit wird, sich auf Alternativen zu konzentrieren. Meinetwegen können einige auch wieder einen Piratensender starten – vielleicht macht ja die Piratenpartei mit ;)

  29. Sebastian sagt:

    @Jens zu BISS.FM:

    Es gab und gibt keinen Konflikt zwischen BISS.FM und coloRadio! Wie Michael richtig aufführt, gehören einige (auch hier vertretene) Personen zu „beiden Parteien“. Die Gefahr, daß unser Anliegen gerade etwas ins Hintertreffen gerät, die ist allerdings durchaus gegeben. Es fällt derzeit sehr schwer, unsere Initiative wirklich voranzutreiben, da unsere Petition im Landtag eingereicht ist, aber dort offenbar partout nicht „angefasst“ wird.

    Seit wir angefangen haben, gab es natürlich sehr viele Diskussionen und auch Stimmen, die meinten, daß man mit einer ganz neuen Mannschaft coloRadio mehr Leben, mehr Hörer, offenere Strukturen einhauchen könnte!
    Aber, hej, wir haben alleine an zwei Sende-Tagen gelernt, daß es einfach eine wahnsinnige Arbeit ist, so einen Sendebetrieb aufrecht zu erhalten. Und wenn Du dann noch die Qualität hoch halten willst…….

    In jedem Falle braucht es dazu extrem engagierte Kräfte und die neigen in der Regel auch dazu, „extremer“ zu denken als andere. So ist das nun mal. In nahezu allen ehrenamtlich betriebenen Kulturbereichen wirst Du eine eher „linke“ Gesinnung finden! Der „bürgerliche“ H&M Kosument macht kein Radio, wenn er dafür kein Geld bekommt. Er interessiert sich einfach auch für nichts. Nicht für Politik, nicht für Musik, nicht für Theater, Film oder Kulturen anderer Länder. Wer das aber tut, der hinterfragt und wer hinterfragt, der tut das meistens auch mit dem „ich will die Dinge positv verändern“ Gedanken und der landet eben auch sehr wahrscheinlich bei der Auseinandersetzung mit so genannter linker Politik. Aber das führt jetzt zu weit :-)

    In der Radiodiskussion zur BRN 2009 jedenfalls (mit Beteiligung von coloRadio, Biss,FM, Festivalfrequenz, Uni Radio Chemnitz) waren zwar sehr kontroverse Meinungen zu hören, in einem Punkt waren wir uns aber einig:

    Die Wahrnehmung der freien Radios in Sachsen durch junge Leute wird vor allem dadurch noch einmal so hoch kompliziert, weil man einfach keine „alternative Mitte“ zwischen JUMP und NRJ auf deiner einen Seite und coloRadio auf der anderen hat. (Um es mal am Beispiel Film zu verdeutlichen: Man stelle sich vor, ein Mensch bekommt den ganzen Tag „Titanic“ und „DSDS“ vorgesetzt und müsste dann eine groteske Faust-als-Gothic-Thriller-Inzenierung (isländisch-japanische Koproduktion) anschauen, ohne daß er je Trainspotting, Pulp Fiction oder ähnliches gesehen hat…….

    In Berlin/Brandenburg, da sind sie Menschen durch Fritz oder Radio1 sensibilisiert dafür, daß im Radio auch mal geredet werden darf. Und zwar auch mal Tacheles oder politisches. Es darf und wird das Wort „Fascho“ in den Mund genommen, ohne daß direkt eine Revolution vermutet wird.

    Diese Mitte zwischen Mainstreamradio und freiem Radio, die fehlt in Sachsen und die macht es nicht leichter für junge Konsumenten. Und daher entsteht noch mehr der Eindruck, daß hier nur linke Propagandisten am Start sind.

    Heute abend hab ich beim Autofahren ausnahmsweise mal guten coloRadio Empfang gehabt (das größere Problem, warum niemand coloRadio kennt, ist nicht der Inhalt sondern die Frequenz) und ein perfektes Beispiel für freies Radio gehört. Ein in Dresden lebender Afrikaner hat dort eine Sendung gemacht mit Geschichten über den Afrika-Cup, über die Geschichte Angolas (dem Gastgeberland), hat Musik gespielt aus verschiedenen afrikanischen Regionen. Er hat sich ungemein Mühe gegeben, objektiv zu informieren und zu unterhalten! Und das trotz aller sprachlichen Hürden mit richtig genutztem Genitiv!

    So etwas würde auch bei SPUTNIK, FRITZ (nicht mal FM4) funktionieren und so etwas DARF NICHT IM INTERNET VERSCHWINDEN, denn so etwas hört man nicht gezielt irgendwann an als 17jähriger Fußball und Musikfan.

    Über so etwas muss man auch mal stolpern, so etwas muss einen auch mal zufällig fesseln! So etwas muss Interesse wecken (Radio/TV/Zeitungen) und nicht nur bereits vorhandene Interesse bedienen (Internet)..

    Und solche „Migratitionsprojekte“ (ohne diesen elenden Stempel) sollten viel, viel häufiger passieren! Alleine das Gefühl, daß „da draußen“ jetzt alle am Radio zuhören macht eine internationale Gesprächsrunde zu etwas ganz anderem als ein geschlossener Sitzkreis zur Erstellung eines Internetblogs. UKW ist LIVE. Unser Leben ist LIVE! Und darum muss feies Radio bleiben, muss der neue Schwung, die vermehrte Warhnehmung vielleicht wirklich genutzt werden, um aus einer guten Idee einen gute Sender zu machen!

    Alle Flüchtigkeitsfehler und so könnt ihr behalten, ich muss mal Schluss machen für heute.

    • randOM sagt:

      DAs sollte hier eigentlich als Schlusswort stehenbleiben. Alle vorhandenen Daumen nach oben!

    • @Jens
      Gute Sendungen gibt es bei coloRadio in der Tat, das hat hoffentlich auch niemand bestritten ;) … nur wäre es gut, wenn man diese auch weiter ausbauen könnte. Sind wir wieder beim Thema „offen für alle“ :)

      Doch prinzipiell stimme ich mit dir überein, denn ich habe auch mitunter gute Sendungen gehört … zugegebenermaßen jedoch eher von Leuten, denen es primär ums Radiomachen ging und nicht ums Politisieren ;)
      Und der Mensch reagiert nunmal meist auf Kontraste … sind von zehn Sendungen 5 gut bis sehr gut, 2, 3 so „naja, waren okay“ und 3, 2 so mehr aus der agitorischen Ecke, schwingt das letztere – häufig als wenig hörbar wahrgenommen – noch sehr lange mit.

      zu BISS.FM
      Wie gesagt, die Idee fand und finde gut, doch ich würde die Politik beim Antragstellen rauslassen. Freilich sind Unterstützende aus den Parteien manchmal ganz hilfreich, doch sie sollten es m.E. nicht offen tun, sondern können ja als Ideengeber agieren.
      Man mag mir da mit „Und was ist mit Transparenz?“ kommen, doch wenn sich ein Landtagsmitglied der LINKEN auf die Top Ten der Erstunterzeichner setzt bzw. gesetzt wird, dann wirkt es eher als ein versteckter Machtkampf CDU-LINKE … ganz gleich, ob das so gewollt war oder nicht.
      Noch besser wäre es – wenn schon Parteien im Spiel sind – auch welche von der CDU und der FDP für die Kampagne zu gewinnen. Ich weiß, dass das wesentlich schwerer sein kann als man glauben mag, doch theoretisch wäre es eine Möglichkeit …

      Das alles soll die Aktivitäten von und um BISS.FM keineswegs schlecht machen, sondern ich wollte lediglich meine Gedanken von vor einem Jahr anbringen ;)

  30. Frank sagt:

    @ Sebastian

    Wirklich gut zusammengefaßt.

    Die Sendung „Musik von wsoanders“ ist meistens sehr unterhaltsam. Auch einer meiner Lieblinge.

    P.S. Es ist wirklich so, daß die Zuhörerzahl höher wäre, könnte man Coloradio besser empfangen. Es gibt Stadtteile, da gibts Empfangsqualitäten, die gen null tendieren. In Omsewitz/Gorbitz zum Beispiel. Da rauscht es nur.

  31. KurtE sagt:

    Moment! Nicht so eilig! Ich sehe noch nicht, daß die Diskussion beendet werden sollte.
    Es ist doch völlig lächerlich, daß jetzt wieder andere daran Schuld sein sollen, daß coloradio unhörbar ist. Aber es ist typisch. Als ob das Programm besser gewesen wäre, als es noch über „Enerdschieh“ ausgestrahlt wurde. Das war es nicht. All die Jahre mit der Dame vom äh, äh, äh, Ab- äh -fall- äh äh ja vom Abfallgut hinterm Mik- äh, äh, äh ja Mikrofon waren doch die Hörerabschreckung an sich. Die ach so tollen und ach so unpolitischen Musiksendungen(die ja doch nicht so unpolitisch sind, wie uns randOM hier erklärt hat) waren und sind doch nur das Deckmäntelchen für die politischen Inhalte, die gern mal ins Linksextreme gehen. Es war den coloradiomachern jahrelang egal, wieviele Zuhörer sie hatten, solange die zuhörten, die sie politisch unterstüzen wollen. Das meine ich mit „sich einen Fetten gemacht“. Statt zu versuchen, sich eine breite Massenbasis zu erarbeiten, gibt es ein Programm für Neustadt-Linke, attacis und Anti-Atomkraft-Krawallos.(Ein gewisser Publizist nennt diese Klientel LRG – Linksradikale Gutmenschen :-)) Und dabei immer schön getätschelt von LINKE, GRÜNE und SPD. So viel Ehrlichkeit muß schon sein. Diese vereinigte Linke hat ja am Donnerstag gleich mal ein Gesetz zur Finanzierung in den Landtag eingebracht. Deswegen mache ich mir auch keine Sorgen, daß diese absurde Veranstaltung mit den jetzigen Leuten weiter über den Äther geht. Es ist doch immer wieder lustig, daß die größten Gegner dieses Staates immer sofort nach dem Staat rufen, wenn es nicht wie gewünscht läuft.
    Herr funkloch ist übrigens nicht für diese Ausrichtung verantwortlich. Das ist ja eine Mannschaft. Aber würde er nicht in der Tradition stehen, hätte er wohl kaum der Podiumsdisskussion als offizielles Gesicht beiwohnen dürfen. Und für das von ihm hier am 15.1. postulierte Ideal einer Einheit von Produzenten und Hörern habe ich die Lösung. Eine Lösung, so einfach wie genial. Eine Lösung, die finanziell machbar ist ohne ein Gesetz dazu zu erfinden.

    Die Lösung: Wir legen einfach ein Lautsprecherkabel von der Jordanstrasse in das AZ Conni. Oder am besten zieht gleich das ganze Studio ins AZ Conni! Da habt ihr die Hörer gleich direkt erreicht. Zu lekker Volxküche gibt es dann tolles Volxradio aus dem Volxempfänger! Das Publikum dort deckt doch zu 98% die Zeilgruppe des coloradios ab. Für saturierte Landtagsabgeordnete der GRÜNEN, Linken, SPD, die lieber in ihren Wohnungen in der Neustadt bleiben wollen, könnt ihr Babyphone oder Walkie-Talkies ausgeben.
    Das AZ Conni wird doch eh schon von der Stadt bezuschußt, da wäre eine Zusammenlegung doch sinnvoll. Und funkloch ist da auch kein Unbekannter. Das passt alles super zusammen. Und es muß auch niemand mehr im Studio anrufen. Die Hörer können sofort vorbeikommen und ihre Meinung sagen oder gleich mitmischen.
    Ihr müßt zugeben, das ist DIE Lösung.

    Im übrigen habe ich herausgefunden, warum funkloch immer wieder mit der Friedrich-Naumann-Stiftung und Honduras anfängt. (Kleiner Tipp: Es hat was mit Chavez zu tun). Der Link dazu liegt unter meinem Namen bei diesem posting.

    Schönes Wochenende!

    • stefanolix sagt:

      Der Kommentar hing in der Spam-Falle fest. Ich sage später noch zu einigen Punkten meine Meinung. Vorerst nur soviel: wenn coloRadio von Politikern Zugeständnisse verlangt, müssten sie eigentlich auch selbst ein Stück auf diese Politiker zugehen. Reines Anspruchsdenken wird wohl nicht zum Ziel führen.

      • Lina sagt:

        @ stefanolix

        Den Gebrauchswert des lustigen Vorschlags von KurtE kann ich nicht beurteilen, weil ich die Lokalität ‚AZ Conni‘ nicht kenne :-D – aber wenn Du schreibst:

        >> “ … wenn coloRadio von Politikern Zugeständnisse verlangt, müssten sie eigentlich auch selbst ein Stück auf diese Politiker zugehen.“

        … wundere ich mich ein wenig über das enthaltene Vertrauen in unsere stramm partei_lichen ‚Volx’_vertreter. Als freie Radiomacher „auf Politiker zugehen“ … hmm?

        »Ach«, sagte die Maus, »,die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.« – »Du mußt nur die Laufrichtung ändern«, sagte die Katze und fraß sie.“ (Franz Kafka)

      • stefanolix sagt:

        Das Beispiel mit der Maus ist aber jetzt arg zugespitzt ;-)

        Ich bin dezidiert dafür, dass coloRadio sich weiterentwickeln und auch weiterhin senden sollte. Aber nicht mit einem sturen »weiter so!«.

        Das AZ Conni ist ein linksautonomes Zentrum.

        Der Vorschlag ist interessant. Wenn sich »attac«, Linkspartei, »junge welt«, »Rote Fahne« und lokale linksautonome Jugendzentren zusammentun würden, könnten sie die Sendekosten sicher locker aufbringen. Die Umbenennung in redRadio wäre dann nur noch eine Formalität ;-)

        [Muss ich darunterschreiben, dass das ironisch gemeint war?]

      • @KurtE
        Den Vorschlag „AZ-Conni-Radio“ finde ich persönlich gar nicht so schlecht.
        Dann würde ich sogar wieder mal ins AZ Conni gehen; das letzte Mal als ich dort war, ging es um Antideutsche – ein weiterer Tag in meinem Leben, an dem ich merkte, dass ich gar nicht wirklich links bin … oder „die anderen“ ? ;)
        Jedenfalls könnte man ja mit einem Stadtteilradio weitermachen und dann versuchen, die Reichweite zu erweitern …
        Hmm, vielleicht wirklich gut die Idee … obwohl mir die Jordanstraße ganz lieb ist, weil das coloRadio-Studio nur 30 Meter von meiner Wohnung entfernt ist. Doch auf diesen „Luxus“ würde ich dann auch verzichten.

        @Stefanolix
        Hmmm, ich glaube du würdest es bei coloRadio vielleicht leichter haben als ich, Stefan ;)

        Was du ironisch gemeint hast, habe ich mal in völlig Ernst von mir gegeben. Ich zitiere mich zwar ungern selbst, doch tue es mal:
        „Zudem lehnte ich mich – wohl aufgrund angestauter Energien über drei Jahre hinweg – mit Behauptungen wie z.B., dass coloRadio seinem Anspruch nach eher ein redRadio wäre und „dazu in manchen Sendungen ziemlich einfältig statt vielfältig“, wohl etwas aus dem Fenster.“

        Alles in allem finde ich, dass die Alternative WebRadio wirklich diskutabel wäre. Wenn die CDU schon diesen Vorschlag machte in den Landtagssitzungen, würde ich mir doch als jemand, der gegen die CDU kämpft will, sagen „Okay, dann mache ich das … wer zuletzt lacht, lacht am besten.“ :)

    • Frank sagt:

      @ Kurt
      Du hast doch den Schuss nicht gehört!

      Es ist wohl unumstritten, daß der Empfang mitunter ne Zumutung ist. Und da kann Keiner von Coloradio was zu.

      Außerdem ist es völliger Humbug zu behaupten, die Mehrheit der Coloradiohörer wäre linksradikal. Genauso, wie es eben völliger Quatsch ist zu behaupten, die Mehrheit der Sendungen wäre dies.

      Unter Verfolgungswahn leidest Du nicht zufällig?

      Merkwürdig an dieser Diskussion ist auch, daß hier viele mitdiskutieren, die weder das Programm von Coloradio, noch den Inhalt der Sendungen kennen und wenn, dann nur einen Miniteil und auch den scheinbar nur vom Hörensagen und über Umwege.

      • Lina sagt:

        >> „Merkwürdig (…) daß hier viele mitdiskutieren … “

        Ja, merkwürdig … nicht wahr ;)? Aber schliesslich ging es über weite Strecken auch um’s Prinzip, wie frei ein eventuell zu subventionierendes ‚freies Radio‘ sein darf und ob es durch die Politik zu programmatischer Meinungsvielfalt gezwungen sein/werden kann.

        @ stefanolix

        Bei der angespitzten Maus handelt es sich um eine auf Angst_neurosen, also erhöhtes Sicherheitsbedürfnis hin manipulierte Labor_maus ;-) …

      • stefanolix sagt:

        @Frank: Contenance, bitte! »Der hat den Schuss nicht gehört« zählt nicht zu den Redewendungen, die eine Diskussion wirklich voranbringen.

      • @Frank
        Ich frage dich jetzt mal nicht, ob du bei coloRadio Sendung machst, kannst es ja dennoch in deiner Antwort einbauen …

        Konkret mal ein paar Fragen:
        Was tust du bzw. was würdest du tun, wenn Sendungen machst und die Kritik von einigen Hörern positiv ist und innerhalb des Radios Kritik kommt (ich rede mal gar nicht von Absetzung einer Sendung)?
        Was tust du, wenn du merkst, dass der Großteil der Sendungsmacher einfach nur Radio machen will, weil er das Radiomachen des Radiomachens tut, und ein paar wenige unter Radiomachen zu 90% Politikmachen verstehen?
        Was tust du, wenn du das Gefühl hast, dass das Gesamtbild nach außen z.B. linksgeprägt (wahlweise ersetze dieses Wort mal durch „rechstgeprägt“ oder „mainstreamlastig“ oder „regierungsnah“ etc.) ist und du dadurch wahrscheinlich nur einen kleinen Teil der Bevölkerung erreichst, mal abgesehen davon, dass du sowieso nicht weißt, wen du überhaupt erreichst?

        @Lina
        Franz Kafka war ja nun sicher nicht gerade einer der glücklichsten Zeitgenossen, um es mal salopp auszudrücken.
        Ich kenne die Werke Kafkas zu wenig, doch wenn ich mal die von dir zitierte Maus-Falle-Katze-Geschichte verwende … wer im großen Spiel des Lebens ist denn die Maus, wer die Katze, was ist die Falle?

        Meinetwegen kann ja jeder bei coloRadio seine Angstneurosen ausleben (habe ich auch gemacht, als jemand, der als gelegentlich Stotternder live auf Sendung geht ;)), doch man sollte nicht eine Angstneurose als besser oder höherwertig ansehen als eine andere ;)
        Ja, ich geb’s zu mit solchen (zwischen)menschlichen Diskussionen brauchte man bei coloRadio nicht anfangen … da herrschte mitunter das Weltbild von materiellen Wissenschaftsgeist :)

        Ja, für einige ist coloRadio auch zu einem Kapitalismus-Therapie-Zentrum geworden – und wenn man die Medizin überdosiert, passieren eben manche Dinge einfach ;)

      • Lina sagt:

        @ Michael Winkler

        zur parabel*: man muss nicht ‚unglücklich‘ sein (wie kafka), um in der maus sich und seinen freiheits_drang, in der falle die ordnungs_macht des staates und in der katze einen ungezähmten kapitalismus verkörpert zu sehen.

        *man kann sie bestimmt noch sehr viel weiter auslegen, aber das lass‘ ich lieber mal ;) …

      • Okay, du hast „gewonnen“, Lina ;)

        Andererseits verändert sich ja das Objekt mit dem Blickwinkel des Betrachters und dessen „Blickinstruments“ … so ne ganze freie Interpretation der Heisenbergschen Unschärferelation ;)

      • Lina sagt:

        „Gewonnen“? Was denn ;) ?

        “Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind. Wir sehen sie, wie wir sind.” (Anais Nin). Oder: „allein weil’s den ökonomiespiessern auf’n geist ginge, wenn sie denn einen hätten: scheitern ist der gewinn.“ (Andreas Ullrich /’Freiheitsfabrik‘)

        Ja, wirklich :) !!!

      • „Gewonnen“? …
        Na zum Beispiel den Bonmot-Zitate-Contest ;)

        Hmm und das mit dem „Scheitern ist der Gewinn.“ würde ja auch gut zu coloRadio passen. Schönes (eventuelles ? ;)) Schlusswort.

  32. Frank sagt:

    @ Michael

    Ich weiß nicht, wo Dein Problem ist.

    Es ist normal, daß man beim Radiomachen durchaus polarisiert und es nicht jedem Recht machen kann. Das muß man auch nicht.

    Ich mache selbst keine Radiosendungen, kenne aber den einen oder anderen Radiomacher unterschiedlichster Coleur und habe auch spontan ein paar Sendungen im Coloradio-Studio miterlebt. Interessanterweise schieben die alle keine Paranoia und können gut damit leben, daß sie eventuell nur mäßige Zuhörerzahlen haben und auch damit, daß mal negative Kritik aus diversen Richtungen kommt. Was solls? Das ist das Leben. Und sonst Nichts.

    Daß man aber auch seine Hörer gut ansprechen und an sich binden kann, beweisen doch einige Radiomacher. Sie haben halt ein Konzept,eine klare Linie und einen bestimmten Stil. Und sie lassen sich Einiges einfallen. Kreativität ist eben auch bei freien Radios von Vorteil, und nicht nur Gesabbel und Gelaber.

    Wenn Du mit Kritik nicht umgehen kannst, ist das Dein persönliches Problem.

    Ich kann mir durchaus vorstellen, daß man in Diskussionen irgendwann bestimmte Sachen nicht mehr hören kann, weil es einfach nur nervt.

    • @Frank
      Polarisieren ist völlig okay … wenn man einen Pol nicht als besser als den anderen betrachtet :)
      Konkret: ohne Kapitalismus keine Kapitalismuskritik, ohne CDU in Sachsen keine stellenweise derart geartetes coloRadio. Zum Polarisieren gehören immer zwei Pole …

      Wie gesagt, ich spreche nicht für alle bei coloRadio. Wer eine Jazzsendung macht oder kaum Politik in der Sendung hat, wird auch wenig Kritik bekommen, d.h. Kritik auf’s politische Weltbild bezogen.
      Und ja, falls es wieder untergegangen sein sollte … es gibt und gab viele gute Sendungen bei coloRadio – das sage ich gern immer wieder.

      Um die Sache und dich nicht weiter zu strapazieren, sage ich einfach mal „Ja, du hast recht, Frank.“ … ich hoffe, dass dir das entgegenkommt ;)

      Hmm, eine Frage hätte ich noch ;) … du schriebst:
      „Ich kann mir durchaus vorstellen, daß man in Diskussionen irgendwann bestimmte Sachen nicht mehr hören kann, weil es einfach nur nervt.“
      Was tust du denn in einer solchen Situation?
      Was tust du, wenn dich etwas nervt?

      In diesem Sinne … dir alles Gute, Micha.

  33. […] bereitete mir ebenfalls der Herr Stefanolinix bzw, seine Diskussion ums Freie Radio, weil mein ganzes Postfach voller Kommentarhinweise war. Ich hab’s einfach gelöscht, sorry. […]

  34. >“Ich hab’s einfach gelöscht.“
    Und jetzt hast du kein Postfach mehr, Guten Morgen ;)

    Wäre doch ne Gelegenheit für dich bei coloRadio als Sendungsmacher einzusteigen, „Guten Morgen“ a.k.a. „Dresdner Rand“.
    Z.B. beim Frühstücksradio mit Songs à la „Guten Morgen, Sonnenschein“ von Nana Mouskouri oder meinetwegen auch Jürgen von der Lippe’s „Guten Morgen, liebe Sorgen“ …

    Na Lust bekommen, Radio zu machen?

    Sag einfach Bescheid, dann gehen wir beide bei coloRadio auf Sendung? ;)

    • Frank sagt:

      Frühstücksradio mit Nana Mouskouris „Guten Morgen Sonnenschein“ gibts doch schon. Bei Preibisch macht das sogar Spass…;bei Andreas Rajcherts sonnabendlicher „Frühstücksstunde“ gibts ab und zu die spanische (oder portugiesische???) Variante desselben Liedes.

      Dreimal das Gleiche wäre ja doch ein bissel unorginell, gelle???

      • Ja, Frank, wäre unoriginell (wenn es dieses Wort denn gibt ;)) … dann lieber Jürgen von der Lippe ?

        Achja, beantwortest du eigentlich auch andere Fragen zu coloRadio bzw. zum Radiomachen … siehe oben?

        Danke im Voraus … auch für die schöpferische Mitgestaltung des Radioprogramms von coloRadio. Ich werde es ggf. an die Thomas und Andraj weiterleiten …

  35. Nach all dem Beitrag von Stefan und all den Kommentaren, möchte ich nochmals anmerken, dass ich sehr wohl für ein freies Radio bin. Freiheit zu erlangen ist ein Prozess, auf den man sich auch einlassen sollte.
    Und man wird die Leute – ganz gleich in welchem politischen Lager – auch erkennen, die nur davon reden, doch im Leben anders – häufig entgegensetzt – handeln.

    In diesem Sinne … allen alles Gute, Micha.

    PS: Dank an alle für die Anregungen.

    • stefanolix sagt:

      Das Ergebnis der Diskussion ist bisher für mich noch nicht wirklich befriedigend. Unterschwellig wird doch relativ schnell klar, dass Außenstehende kaum eine faire Chance hätten (siehe hier unter dem anderen Artikel). Dabei unterstelle ich nicht, dass »funkloch« für coloRadio steht. Aber ich meine, dass er aus seiner Insider-Sicht relativ ehrlich sagt, wie es einem politischen Neueinsteiger dort wahrscheinlich ergehen wird.

  36. Kleiner Nachtrag …

    @funkloch
    Möchtest du dich (Bild) und deinen Namen eigentlich auch aus der Februar-2010-Ausgabe des „Dresdner – Kulturmagazin“ „scratchen“ lassen? ;)

    Ich finde ein bisschen Transparenz kann coloRadio nicht schaden; man kann ruhig zu seinem Namen und seinen Worten stehen … wirkt im Übrigen auch glaubwürdiger. Das ist zumindest meine Meinung.

    • stefanolix sagt:

      Ich bin damals als Gastgeber dem Wunsch nachgekommen, um eine vernünftige Diskussion in Gang zu bringen. Das Ergebnis ist eher durchwachsen, aber ich habe bei der ganzen Sache doch eine Menge gelernt.

      • Ist auch völlig okay, Stefan … „funkloch“ wollte das so (mit dem Herausnehmen seines Klarnamens) und somit wurde er eben wirklich zum „funkloch“ – mal nicht ganz wortspielfrei ;)

        Es war auch von Anfang an kein „Ergebnis“ in dem Sinne zu erwarten … Dinge können sich nur von innen heraus verändern. Der Anstoß von außen ist gekommen … von mehreren Seiten. Mehr können andere und du nicht machen. Höchstens selbst zu coloRadio gehen und dort Radio machen …

        Diesen Weg werde ich nunmal wieder gehen bzw. es versuchen … funkloch und andere haben mich darin bestätigt. Dazu hat auch der von dir gestartete Blogbeitrag und die Diskussionen beigetragen. Danke dafür und allen Beteiligten.

        Was bei coloRadio rauskommt, weiß keiner … ich/wir werde(n)’s sehen ;)

  37. […] oft werden auch kritische Stimmen laut, die unserem Heimatsender helfen wollen. So schrieb z.B. stefanolix auf seinem […]

  38. […] oft werden auch kritische Stimmen laut, die unserem Heimatsender helfen wollen. So schrieb z.B. stefanolix auf seinem […]

  39. Noch ein kurzer Nachtrag …

    Ich denke, dass die von dir, Stefan, zitierten Worte von Konni sehr schön eines der Dilemmas bei coloRadio aufzeigen.
    Ich hatte mich nach der Veranstaltung im Rathaus mit Konni unterhalten und habe mich in einigen Punkten auch als coloRadio-Sendungsmacher mit einigen Jahren Einblick wieder erkannt.
    Man selbst möchte etwas erreichen und ist Teil einer Gruppe, wohl eher zugehörig zu coloRadio, mit dem Ziel: Erhalt des Senders. Unzulänglichkeiten werden dabei immer weniger stark wahrgenommen als die unzähligen Versuche, etwas zum Besseren zu wenden. Ich denke, dass das in der Natur der Sache liegt.

    Selbst sieht man sich auch nicht als links-alternativ oder etwas in der Art, weil man es auch gar nicht wirklich ist.
    Es kommt jedoch mitunter bei manchen der Punkt, an dem man feststellt, dass die Kräfte innerhalb des Radios in gewisser Weise verteilt sind. Die Außenwirkung wird nicht durch die eigene Sendung, die 60 Minuten pro Woche oder Monat bestimmt, sondern durch das Gesamtbild des Senders. Und das kann mitunter völlig konträr zur eigenen politischen Einstellung sein. Wenn man das nicht trennen kann, kann das sehr belastend sein.
    Vergleichbar ist dies vielleicht mit irgendeiner Gruppe oder einer Partei. Viele SPD-Mitglieder sehen sich auch nicht konform mit dem Außenbild der SPD. Gleiches gilt für jegliche kirchliche Richtungen, Sportvereine, Nationen oder oder oder …
    Der Druck der Außenwahrnehmung durch andere kommt dann noch zur Radioarbeit mit hinzu, denn man fühlt sich zwar coloRadio zugehörig (irgendwie), doch nicht einem politischem Lager.
    M.E. leiden darunter auch einige …

    Ich glaube, am lockersten kommt vielleicht die Musik-Redaktion damit klar, denn die ist per se am unpolitischsten … was nicht heißen soll, dass es dort nicht um Politik gehen kann.
    Ich habe mich als Frühstücksradiomacher, der Musik, Kunst&Kultur und Politik (also die drei Redaktionen bei coloRadio) miteinander verbinden wollte, mit diesen „Strömungen“ mal versuchsweise auseinandergesetzt. Habe das jedoch noch nicht „zu Ende gedacht“ … ist eher so ne radio-theoretische Sache, die jedoch vielleicht mehr Einfluss hat, als mir momentan bewusst ist. Ich könnte ja mal „Herrn funkloch“ fragen, der kennt sich doch mit Radiotheorien aus ;)

    Jedenfalls hat Konni ihre Aktivitäten bei coloRadio auch kürzlich beendet. Bei ihr war es kein Sendeverbot (sooft kommt das auch nicht vor ;)), sondern der wahrscheinlich „übliche“ Weg: Zeitmangel und Mangel an Mitmachern.
    Auch wenn ich es nicht 100% weiß, doch so ganz ohne Einfluss wird die Stimmung bei coloRadio da dennoch nicht gewesen sein. Zeitmangel ist immer mit Prioritäten-setzen verbunden … und somit auch an Lust & Interesse. Und wer einmal eine Radiosendung macht, gibt das nicht so schnell auf. Naja, sei es wie es sei … sollte ja auch eine kurze Ergänzung sein ;)

  40. Cai Engelmann sagt:

    Nun habe ich die Herangehensweise zwar nicht so ganz kapiert, sehe aber auf jeden Fall das Potential dahinter :-). Habt noch eine schöne Zeit bis Ostern (falls überhaupt :-) und schönen Gruß, Cai Engelmann

    [Werbelink gelöscht.]

  41. Hallo Cai, die Herangehensweise woran?
    Bisher sieht es eher so aus, als wölltest du für Tassen werben (Verlinkung deines Namens) ;) … doch wie der Kaffee schmeckt, hängt hauptsächlich vom Kaffee ab, nicht an der Tasse,oder? ;)
    Freue mich auf weitere konstruktive Beiträge …

    • stefanolix sagt:

      Auch von der Zubereitung. Es soll ja solche merkwürdigen Pads geben, aber die sind mir zu teuer und ich habe sie deshalb noch nie probiert ;-)

      • Also, ich trink am liebsten „türkisch“ oder „polnisch“ – je nachdem, wie man es nennen mag: einfach Kaffeepulver und kochendes Wasser drüber, umrühren und etwas warten …
        Oder ’nen guten Espresso (wer will kann auch „Expresso“ sagen ;)
        Pads habe ich auch einmal probiert … und es wird bei einmal bleiben – Nein, das war kein Kaffee ;)

        Naja, jedenfalls habe ich heute einen früheren Mitstreiter von coloRadio etwa eine Stunde – mehr oder minder zufällig auf der Straße getroffen – gesprochen. Jenen, der mich vor ca. 7 Jahren sozusagen aufgemuntert hatte, mal etwas im Radio zu machen.
        Es ist immer wieder interessant, wie die Lage eingeschätzt wird, auch (die Wirkung) meine(r) Person usw. … also, ich finde das mittlerweile wirklich spannend, weil es die verschiedenen Sichtweisen zeigt, weil es den Dialog zwischen Menschen anregt … Ich glaube, dass das fast noch wichtiger ist als das, was bei coloRadio über den Äther läuft … dass Menschen miteinander in Kontakt treten, sich offen ihre Meinung sagen können.

      • stefanolix sagt:

        Aber wer ein Frühstücksradio machen will, darf nicht »Expresso« sagen. Es gibt in Dresden viel zu wenig guten Espresso (das muss hier mal gesagt werden).

        Ich bin inzwischen wieder weg vom Thema und vom Sender »coloRadio«. Zur politischen Meinungsbildung brauche ich den Sender nicht. Und als ich coloRadio noch hörte, trafen viele Sendungen einfach nicht meinen Geschmack.

        Grundsätzliche Überlegungen zu einem pluralistischen und freien Radio hatte ich ja damals aufgeschrieben. So ein Radio wird es in Dresden in den nächsten Jahren über UKW nicht geben. Im Internet kann sich jeder selbst sein Programm aus freien Stationen und Podcasts zusammensuchen. Das ist die Zukunft.

  42. Herr Teddy sagt:

    Das nennt man dann Spam, was dieser Beitrag von „Herrn Engelmann“ auch eindeutig ist. Keine Ahnung warum stefanolix diesen Kommentar drin lässt. Als Spam nicht erkannt oder Hauptsache ein weiterer Kommentar?
    Zumindest regt er zu weiteren Bemerkungen an! ;-)

  43. stefanolix sagt:

    Die Antwort ist: weder das eine noch das andere. Der Kommentar war durch den Filter gerutscht und stand zu lange drin, um ihn noch zu löschen. Ich kann mich an vielen Tagen nicht sofort um jedes Ereignis in meinem (Hobby!)-Blog kümmern. Aber den Link hinter dem Kommentar nehme ich jetzt raus.

  44. Herr Teddy sagt:

    Na ja, das muss man dem Herrn Engelmann ja lassen: kreativ ist der Kommentar schon, also kein Wunder das er durch den Filter gerutscht ist.

    • stefanolix sagt:

      Ich vermute ja, dass einige Spammer inzwischen wirklich Kommentare »von Hand« eintragen, denn der Filter erkennt maschinell eingetragene Kommentare eigentlich sehr zuverlässig.

    • Naja, besonders kreativ fand ich ihn ja nicht, Teddy, da dieser Kommentar im Prinzip unter jedem Threadeintrag stehen könnte. Doch ich denke, ich weiß, was du meinst.
      Und wenigstens ein paar nette Ostergrüße waren dabei ;)

      Ich finde das Wort „Spammer“ immer etwas schwierig, Stefan … auch wenn es hier vielleicht passen würde. Es ist eben versteckte Werbung ;) … passiert jeden Tag mehrfach im realen Leben auch.
      Ich lief heute mit einem orangenen Schirm durch die Straßen … mache ich da Werbung für die CDU oder die Piraten? ;)
      Trinkt „Herr Cai Engelmann“ wirklich aus solchen Tassen und schadet er dadurch nicht dem Produkt mehr als dass er ihm nützen würde? Oder geht es einfach um die Verlinkung … statt einer primären Informationsstreuung?
      Wenn’s keine Hieroglyphen sind, lasse ich so etwas meist stehen und schreib etwas dazu ;)

    • stefanolix sagt:

      Der Text ist nicht kreativ. Aber er wurde offensichtlich variiert und mit unterschiedlichen Absendern eingesetzt. Er ist deshalb bei einem exakten Vergleich (Wort für Wort) durch maschinelle Filter kaum zu erkennen.

      Es gibt mehrere mögliche Erklärungsversuche: jemand will sein kleines Gewerbe damit nach oben bringen, jemand hat sich eine Art des viralen Marketings ausgedacht oder vielleicht will jemand dem Hersteller sogar schaden. Keine Ahnung. Ist auch an so einem schönen Tag nicht so wichtig, oder?

  45. Paul Schmidt sagt:

    hallo,
    einige sendungsmacher_innen von coloradio sind auf die kritik hier eingegangen:
    http://rvmm.net/site/sendungen/no-34-25022010/no-34-2502-2030-uhrwdhlg-am-1403-2000-uhr

    auch zum downloaden … einfach mal reinhören, dann wird es auch klarer, was manche bei coloradio wollen.

    grüße, paul

    • stefanolix sagt:

      Und warum sollte mich das interessieren? Ich höre diesen Sender überhaupt nicht.

      • Paul Schmidt sagt:

        wie, du hörst coloradio nicht?
        warum schreibst du dann darüber?

        ich meine hier gehen sendungsmacher auf deinen blog ein. man mag sich darüber streiten, wie sie das tun, und dich interessiert das nicht?

        verstehe ich nicht … ich nehme an, es ist ein missverständnis, oder?

      • Elbnymphe sagt:

        @ Paul Schmidt: Als Außenstehende konnte man in den vergangenen Monaten durchaus den Eindrck gewinnen, die Coloradioten hätten alles daran gesetzt, ausgerechnet jenen Blogger zu vergrätzen, der sie, zwar kritisch, aber dennoch wahrnahm und ihnen mit hinreichend Geduld und Gelassenheit ein Forum bot. Du nennst es Mißverständnis, ich würde es konsequent nennen. Natürlich spreche ich für mich, nicht für Stefan.

      • Paul Schmidt sagt:

        @ elbnymphe
        dein eindruck bzgl. „coloradioten“ (nettes wortspiel … wenn auch etwas hart) trügt sicher nicht, zumindest nicht bei den sprachrohren.
        andererseits ist es ja genau das was einige dort offenbar wollen – kritische stimmen lächerlich machen. sie sind nicht auf hörer angewiesen und müssen sich auch keiner kritik stellen.
        hmm, natürlich spreche ich nicht für stefan …

        ich wollte ja auch nur darauf hinweisen, dass es etwas weiteres in sachen coloradio gibt. doch das thema ist andererseits auch wieder durch. bis es wieder mal ums geld geht, dann werden sich andere vielleicht drum kümmern.

      • stefanolix sagt:

        @»Paul Schmidt«: Diese »Sendungsmacher« betreiben ein kaum beachtetes Blog und brauchten im Februar 17 Tage, bis sie mal auf meinen Kommentar reagiert haben. Ich lasse den Link in Deinem Kommentar stehen. Warum sollte ich mich darüber hinaus für diese Sendung oder diesen Sender interessieren?

        Wer auf Artikel aus meinem Blog eingehen möchte, kann sie hier kommentieren oder mir eine E-Mail schreiben. Prinzipiell können meine Texte auch im Radio vorgelesen oder verfilmt werden. Damit muss ich leben. Aber ich muss darauf nicht eingehen.

      • frank sagt:

        @Paul

        Das ist ja der Witz an der sinnlosen Diskussion hier:

        es wird diskutiert von Leuten, die keinen blassen Schimmer von Coloradio haben und sich eigentlich auch überhaupt nicht dafür interessieren. Grässlich!!!

        [Beleidigung gelöscht.]

      • Paul Schmidt sagt:

        @frank
        naja, sinnlos finde ich es nicht. kommt drauf an, was man draus macht. wichtig ist ja, dass das thema immer mal wieder angesprochen wird.

        @stefan
        die „beleidigung“ gegenüber ex-ob-winkler habe ich noch gelesen ;) … der nimmt das sicher nicht so tragisch, ein bisschen „am rad dreht er schon“, das weiß er auch, ich kenne ihn ein bisschen. wir unterhalten uns auch ab und an, wenn nötig. er ist eben wie er ist.

        ansonsten sagen die worte gegen jemanden ja eher etwas über den aus, der sie ausgesprochen hat.

        @coloradio
        naja, bleibt’s eben ansonsten alles wie es ist. bis zum jahresende, dann wird sich sicher wieder eine truppe coloradio-anhänger richtung stadtrat bewegen, um für die notwendigkeit des senders bzgl. sende- und leitungskosten zu werben/demonstrieren.

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