Kompetenter Wirtschaftsjournalismus bei SPON

SPON hyperventiliert über ein Netz der Giganten:

Sie dominieren das World Wide Web, jetzt bauen sie es um. Apple, Google, Facebook & Co. weben ein neues, mobiles Netz, das sie zu Beinahemonopolisten macht – sogar Amazon plant nun einen App Store, der diesen Trend befeuern soll.

Aha. Und wo ist nun das Monopol – bei so vielen Anbietern?

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21 Antworten zu Kompetenter Wirtschaftsjournalismus bei SPON

  1. Herr Teddy sagt:

    Na ja, die Rede ist wohl eher von “Beinahemonopolisten”. Ich denke mal, der Autor will damit nur klarstellen, wie dominant – also beinahe monopolistisch – Amazon und Google und natürlich weitere ihr jeweiliges Marktsegment beherrschen. Das kann man ja wohl auch nicht abstreiten, oder?

  2. Herr Teddy sagt:

    P.S. Man könnte auch von einem Quasi-Monopol sprechen. Siehe dazu den Wikipedia-Artikel.

  3. henteaser sagt:

    Die Panikmache der letzten Monate liegt daran, dass z.B. die Verleger ein Angebots- mit einem Nachfragemonopol verwechseln. Es zwingt ja niemand die Menschen, Google-Soft- und Apple-Hardware zu nutzen.

    Man lese dazu auch:

    http://techdirt.com/articles/20100119/1133277814.shtml

    “[E]ven if Google was making more money (which, again, there’s no evidence that this is true), that still doesn’t excuse Fuhrmann’s claims — which basically amount to him admitting that Google figured out how to make money and the companies he represents did not.

    Yet the publishers he represents had all of the advantages in the world. They were local. Google was not. They had been around for many more years than Google. They had brand recognition and loyalty that Google did not. Furhmann is basically admitting what a colossal failure the companies he represents have been.

    They failed to capitalize on a huge opportunity. And now, when Google sends them traffic, they are still failing to use that traffic wisely. And then they blame Google for it? Wow.”

    • henteaser sagt:

      Zeitungs-, Film-, Buch- und Musikindustrie verkaufen hauptsächlich Datenträger und die dazugehörige Haptik.

      Dumm nur, wenn normale Nutzer hauptsächlich an den darauf und darin gespeicherten Daten interessiert sind. Und noch dazu nichtmal an allen, sondern bloß an den guten.

      Anstatt nun aber z.B. Zeitungen optional ohne Sportteil und dafür entsprechend billiger anzubieten, druckt man lieber für jede Kommune einen eigenen Lokalteil und das war’s auch schon mit dem Dienst am Kunden – welcher nun zusätzlich zum Sport am Montag noch Nachbar Holgers Gemecker über die geplante Durchfahrtsstraße zum Altpapier tragen muss.

      Wobei gut verfasste Lokalnachrichten eigentlich wichtiger sein sollten für kleine Zeitungen, als copypastete Gossip- und Katastrophenberichte. Für solches Zeugs gibt’s inzwischen selbst auf’m Dorf das Internet. Oder zumindest Radio und Farbfernseher.

      • henteaser sagt:

        Apropos Lokalteil: Bei manchen Titelseiten der “Dresdner Morgenpost” kommt mir vor Wut fast die Kotze.

        Zuletzt, als ein Zwölfjähriger vom Schulbus überfahren wurde. Die haben doch nicht ernsthaft ein Nachher-Foto (mit Laken) gedruckt? Auf Seite Eins; der Seite, die wirklich an jedem Zeitungsstand und jeder Bäckerei gut sichtbar ausliegt?!

        Google verdient also an Verlagsinhalten mit? Obwohl diese in Einnahmen umgewandelten Inhalte größtenteils auf Un-Fällen basieren, bei denen Menschen zu schaden kommen? Wo bleibt deren Gewinnbeteiligung?

  4. [...] Kompetenter Wirtschaftsjournalismus bei SPON « stefanolix [...]

  5. Lina sagt:

    Also, ich persönlich hyperventiliere ja bereits, wenn jemand guten Glaubens damit argumentiert, dass – weil es sich doch um ‘so viele Anbieter’ handele – sich der Begriff ‘Monopol’ (oder Beinahemonopol) wirtschafts_theoretisch verbieten würde ;-) …

    Keine Sorge beim (Wirtschafts-)Liberalen? Bei mir schon. Einen Ver_bund der im Geiste effizienteren Ab_zockens Verbündeter würde ich ohne weiteres ein ver_deckt agierendes, monopolistisches Zwangs_gebilde nennen …

    • henteaser sagt:

      Wenn schon, dann Oligopol.

      Aber wer genau hinschaut, bemerkt, dass viele Beiträge einer Zeitung bzw. einer Nachrichtenwebseite direkt aus dem dpa/dpd/reuters-Ticker übernommen werden. Nicht gerade ein Beweis für die Unverzichtbarkeit klassischer Newsanbieter.

      (Um Lokalzeitungen zu entzaubern, braucht man sich nur mal bei News.Google doppelte Beiträge anzeigen lassen.)

    • stefanolix sagt:

      Den Markt der sogenannten Apps würde ich in erster Näherung als eine Art »Oligopol der App-Verteiler« betrachten. Aber die schreiben ja nicht selbst. Die vielen Programmierer könnten auch irgendwann ganz andere Vertriebswege finden.

      Ich habe mal einem Übersetzungsfehler aus meiner Lokalzeitung hinterhergegoogelt. Es war erschreckend.

      @Lina: Und wenn es wirklich ein Verbund wäre, würde man ihn als Kartell bezeichnen ;-)

      • henteaser sagt:

        Ist es nicht sowieso logisch, dass neue Technologien – was das Internet an sich vermutlich nur noch für alteingesessene JournalistInnen ist – immer als Mono- bzw. Oligopole starten?

        Nun ja, die sollten nicht weinen, sondern bessere Alternativen und Vertriebswege entwickeln / anbieten. Also praktischer, günstiger, übersichtlicher und am besten noch rückwärtskompatibler als die Produktpalette der bisherigen Oligopolisten zu sein.

        Oder sie könnten auf die harte Tour versuchen, ihre Informationen nur noch mittels einer verlagseigenen HTML/CSS-Alternative und eigenen Browsern zu verbreiten.

        Aber soweit in die Steinzeit zurückbomben wollen sie das Netz sicherlich nicht. Wer wird sich denn wehren gegen das Scriptsprachen-Monopol, solange nur genug Besucher auf Klickstrecken der “letzten Telefonzellen Deutschlands” und ähnliches Pageviewdoping hereinfallen.

      • Lina sagt:

        @ stefanolix

        Ja, schau mir nur auf die Finger: ich hätte, um genauer zu sein, ‘loser Ver_bund’ eintippen sollen, nur: es macht ihn in meinen Augen nicht besser. Lose Ver_bünde dieser Art be_fördern vor allem die ‘drei Affen’ in uns ;-) … imho.

  6. henteaser sagt:

    Ein längeres Zitat von Seite 4 des Beitrags:

    “Was aber, wenn der Leser ein kleines Gerät dabei hat, mit dem man lesen, gucken, hören und vor allem einkaufen kann?

    In wenigen Jahren dürfte es bei einem großen Teil der Kundschaft von Medienunternehmen soweit sein – und das wird den Werbemarkt verändern. Handys können schon jetzt recht genau feststellen, wo sie gerade sind. Bald könnten Unternehmen sich Anzeigen wünschen, die alle Menschen erreichen, die am Mittwochmorgen in der ersten Klasse im ICE nach Frankfurt sitzen.

    Werbung nur nach dem inhaltlichen Umfeld zu buchen, also zum Beispiel Finanzanzeigen in der Wirtschaftszeitung, wird im Vergleich dazu unattraktiv sein.”

    Ein Schelm, wer da glaubt, einen nervösen Unterton herauslesen zu können. Bemerkenswert ist übrigens, dass nur ‘neuartige’ Werbeformen angesprochen werden und nicht auch, dass eventuell schon in zehn Jahren gedruckte Zeitungen und Magazine der Vergangenheit angehören.

    Wieso etwa sollte ich im ICE noch auf kleine Smartphones angewiesen sein, wo es doch schon jetzt technisch möglich wäre, Touchscreen-PCs mit Internet-’Empfang’ in die Rückenlehnen einzubauen?

    Die Zusammenfassung auf Seite 5 ist ein Lacher:

    * Apple und Amazon verkaufen die Inhalte anderer.
    * Google garniert Kostenloses mit Werbung.
    * Facebook verteilt Aufmerksamkeit gegen Bezahlung.

    Zum Vergleich:

    - Buch- und Plattenläden verkaufen die Inhalte anderer, Bibliotheken stellen sie gar für lau zur Verfügung.

    - Auf (Fach-)Messen, Weihnachtsmärkten, Shoppingsendern und “Wetten, dass…” kann man sich und seine Produkte präsentieren.

    - SpiegelOnline stellt Beiträge kostenlos online, schaltet jedoch Werbung. (Oder etwa nicht? Um das herauszufinden müsste ich das FF-Plugin Adblock Plus deaktivieren.)

    • henteaser sagt:

      Wenn alle allein der Reklame in der kostenlos ausliegenden DB-Zeitschrift wegen wegen Zug fahren würden, müssten sich die Instandhaltungskosten doch reineweg über die Werbepreise wieder reinholen lassen.

  7. tigger sagt:

    Und was ist jetzt so schlimm an einem “Quasi-Monopol” ?

  8. stine sagt:

    Das Monopol lieget bei den Weisen von Zion, weiß doch jeder ;)

  9. Rayson sagt:

    Hmmm, wenn die Wähler einer Partei mehr als 50% der Stimmen geben, ist das dann auch ein Monopol?

    • stefanolix sagt:

      Soweit ich weiß, ist man als Nutzer an ein kleines Programm für ein paar Dollar nicht vier oder fünf Jahre gebunden ;-)

      Die Plattform des Smartphones (Android, Windows, MacOS …) kann man als Kunde und auch als Entwickler relativ gut wechseln. Würde ein Plattform-Anbieter seinen Kunden oder den vielen kleinen Entwicklern zu schlechte Bedingungen aufzwingen, fände sich sicher ein Weg, um auf seine Dienste zu verzichten oder ihn zum Einlenken zu zwingen.

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