Hinweis auf ein interessantes Thema bei coloRadio

Bei coloRadio kommt heute abend um 19.00 Uhr eine Sendung vom letzten Kongress des Chaos-Computer-Clubs. Dort sprach der Sprachwissenschaftler Professor Martin Haase über »Leyen-Rhetorik«. Seine Folien und einen Mitschnitt der Veranstaltung kann man auch auf der Webseite der Veranstaltung herunterladen oder ansehen.

In dem Vortrag wird beschrieben, auf welche Weise Frau von der Leyen im Jahr 2009 trotz vieler sachlicher Gegenargumente ihre Kampagne für das »Zugangserschwerungsgesetz« geführt hat. Später stellte sich ja heraus, dass es vorwiegend um den Bundestagswahlkampf gegangen war.

Es wäre allerdings zu kurz gegriffen, die Erkenntnisse aus diesem Vortrag nur auf Frau von der Leyens Kampagne anzuwenden. In Wahrheit wird jeden Tag mit solchen rhetorischen Tricks Politik gemacht. Und keine politische Richtung ist in dieser Beziehung besser oder schlimmer. Wer diese Tricks kennt, durchschaut die Politik besser — wenn man das dann überhaupt noch will.

3 Responses to Hinweis auf ein interessantes Thema bei coloRadio

  1. Frank sagt:

    Was ja in der Sendung auch deutlich zur Sprache kam…:-)

  2. Einiges aus der Politiksprache könnte sicher zur Rabulistik gehören – http://de.wikipedia.org/wiki/Rabulistik

    Schopenhauer hatte dazu auch einiges geschrieben –
    „Eristische Dialektik – Die Kunst, Recht zu behalten“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Eristische_Dialektik

    Ist nicht immer leicht, auf solche Tricks nicht hereinzufallen, doch lernen kann man es – wie alles im Leben :) … und vielleicht macht den einen oder anderen Winkelzug jeder von uns irgendwann am Tag ;)

    • Lina sagt:

      Wert_voller Hinweis auf den verehrten Schopenhauer, btw.! Von zwischen_menschlichen Techniken verstand er, glaube ich, mehr als andere seinesgleichen, siehe auch seine Wildschwein_parabel (vom undogmatischen Luft_lassen zwischen den Menschen).

      Da Radio als Medium nicht ohne Reiz ist und sein will (und daher auch nicht ohne Reiz_worte auskommt ;) hier noch was Grund_sätzliches von ihm: „Ich nenne nämlich Ursach, im engsten Sinne des Worts, denjenigen Zustand der Materie, der, indem er einen andern mit Nothwendigkeit herbeiführt, selbst eine ebenso große Veränderung erleidet, wie die ist, welche er verursacht […] Ich nenne dagegen Reiz diejenige Ursach, die selbst keine ihr angemessene Gegenwirkung erleidet […] Der Reiz hält das Mittel, macht den Uebergang zwischen dem Motiv, welches die durch das Erkennen hindurchgegangene Kausalität ist, und der Ursach im engsten Sinn.“

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