Heinz Eggert bloggt über Margot Käßmann

In den Kommentaren hat casus darauf hingewiesen, dass sich der ehemalige sächsische Innenminister Heinz Eggert in einem privaten Blogartikel mit dem Fall der Bischöfin Käßmann auseinandergesetzt hat. Herzlichen Dank an casus für den Hinweis!

Der Artikel in seinem Blog scheint der unredigierte Entwurf zu
einem Kommentar in der Sächsischen Zeitung zu sein.

Heinz Eggert beschreibt in seinem Artikel ein Erlebnis aus seiner Zeit als junger Pfarrer. Die Mitglieder des Bibelkreises diskutieren abstrakt über den Fall eines Pfarrers im Trennungskonflikt und kommen zu dem Ergebnis: ein Pfarrer muss immer Vorbild sein — zu wem solle man sonst aufschauen? Eggert schreibt:

Da begriff ich, dass ich keiner von ihnen war, auch wenn ich es sein wollte. Ich musste gar nicht auf den Sockel klettern, in ihren Augen stand ich schon oben. Auch als kleiner Dorfpfarrer. Erwartungsdruck nennt man das. Je höher der Sockel, umso tiefer kann man natürlich stürzen.

Heinz Eggert schreibt über den Sockel, auf den Pfarrer und Bischöfe oft gestellt werden. Damit hat er prinzipiell recht. Doch man kann sich solche Sockel auch selbst erhöhen, indem man ein paar Schichten Material mit moralischen Ansprüchen obendrauf packt.

Ein besonders feines Gespür haben dafür die Gruppen, die von den großen Kirchen lange Zeit ausgegrenzt wurden: zum Beispiel Homosexuelle und heimliche Partnerinnen katholischer Priester. Aus persönlichen Gesprächen weiß ich: ein öffentliches »Outing« hoher Amtsträger wird dann wahrscheinlicher, wenn diese Amtsträger öffentlich besonders rigide gegen »Verfehlungen« auftreten, die sie selbst begehen.

Dagegen wird hohen Amtsträgern ihr Verhalten eher nachgesehen, wenn sie sich gegenüber dem selben Verhalten anderer Menschen tolerant und nachsichtig zeigen.

Der Volksmund kennt das Sprichwort: Sie predigten öffentlich Wasser und tranken heimlich Wein. Schon mit einfacher Google-Suche konnte man am Wochenbeginn Beispiele für hochmoralische Ausführungen der Bischöfin über Alkohol, Verkehrssicherheit und Fasten finden. Ist sie zurückgetreten, weil sie selbst am besten wusste, wie viele Beiträge in den Archiven noch gesucht und gefunden werden würden?

Sie soll im Amt bleiben, sagte [zu Heinz Eggert] vorgestern Abend in einer Dresdner Neustadtkneipe ein junger Mann, der ansonsten nach eigener Auskunft mit Kirche nicht viel am Hut hat. Sie ist doch eine von uns, war sein Argument. Bei jedem Politiker hätte er den Daumen nach unten gezeigt.

Das finde ich nicht wirklich widerspruchsfrei. Denn das Amt der EKD-Ratsvorsitzenden ist ein politisches Amt. Die Trägerinnen und Träger dieses Amtes muss man auch nach politischen Maßstäben messen — im Grunde also an ihrer Glaubwürdigkeit, am Verhältnis zwischen Reden und Tun. Es wäre ungleich einfacher für Frau Käßmann gewesen, wenn sie sich in ihrem Amt zu den Themen Alkohol und Fasten zurückgehalten hätte. Denn dann hätte niemand an den Zusammenhang zwischen Wasser und Wein gedacht …


Ergänzung: Ein Fall von Autoritätsverlust (aus der F.A.Z.)



Noch eine ganz kurze persönliche Anmerkung: Heinz Eggert war für mich eine der wirklich authentischen politischen Persönlichkeiten der Wende in Sachsen. Er hat sich als Innenminister besonders für die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit und gegen Rechtsextremismus eingesetzt. Er war nie ein stromlinienförmiger Politiker, sondern er bewahrte sich seine Ecken und Kanten. Es ist schade, dass es kaum noch solche Persönlichkeiten in der Politik gibt.


30 Responses to Heinz Eggert bloggt über Margot Käßmann

  1. dd-jazz sagt:

    Auch wenn ich die Tat nicht gutheiße!; aber manchmal scheint mir, dass vor allem durch den Druck der üblichen Moral-Attitüden (Ehe, Kirche etc., Weiß-Schwarz/ Gut-Schlecht) die Verfehlung stärker potenziert ist. Um so schlimmer, dass nun wieder eine charismatische Persönlichkeit mit Courage und Mut gesellschaftlich verloren ist und der Selbstherrlichkeit Anderer noch mehr Raum gewährt-
    Positiv erstaunt hat mich die Abstimmung zum Vertrauensvotum der sz-online: die Mehrheit würde ihr vergeben (gg.7:30Uhr)- „Mensch sei Dank!“

    • stefanolix sagt:

      In der DNN war auch ein »Vertrauensvotum« abgedruckt. Aber entscheidend wäre wohl das Votum der evangelischen Christen in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover.

      Ich hätte mir durchaus vorstellen können, dass Frau Käßmann als EKD-Ratsvorsitzende (»politisches Amt«) zurücktritt, aber in ihrer Heimat nach einem Vertrauensvotum Bischöfin (»seelsorgerisches Amt«) bleibt.

      Mein Artikel sollte auf keinen Fall den Aspekt der Vergebung außer Acht lassen. Ich würde mich in einer »Urabstimmung« für die Bischöfin aussprechen, aber einen Rücktritt als EKD-Ratsvorsitzende für richtig halten.

      Mir ging es um den Widerspruch zwischen offensiv besetzten Themen und eigenem Handeln. Welche Themen sich jemand wählt, ist ja jedem selbst überlassen.

  2. Chris sagt:

    Margots Problem war, dass sie gegen den Afghanistankrieg gepredigt hatte.
    Deshalb hat man ihr aufgelauert, um nach der erstbesten Gelegenheit zu suchen, um sie zu Fall zu bringen.
    Dass jemand mal zu viel trinkt und dann auch noch ins Auto steigt, naja – wer hier ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein!

    Was ich an ihrer Stelle gemacht hätte:
    ich hätte (hoffentlich) weiter gekämpft.
    Was ist schon ein kleiner persönlicher Ausrutscher im Vergleich zu gewolltem Massenmord?

    Und an Margot: Jesus hat dir diesen Ausrutscher längst verziehen und den mit dem Rücktritt auch. Niemand hat so viel Liebe.

    • stefanolix sagt:

      Da möchte ich doch entschieden widersprechen: Frau Käßmann hat als EKD-Ratsvorsitzende zu einem politisch umstrittenen Thema Position bezogen und dafür sowohl viel Zustimmung als auch viel Ablehnung bekommen. Das konnte aber nun wirklich niemanden verwundern.

      Es darf auch niemand mit (symbolischen) Steinen werfen, der alkohol-abstinent lebt und Fahrrad fährt!

      Aber es ist nicht zielführend, eine Fahrt unter starkem Alkoholeinfluss in Beziehung zum Krieg in Afghanistan zu setzen. Das sollte man schon differenziert und getrennt betrachten.

      • Chris sagt:

        Gell – so ein Zufall.

        Aber warum meinen Sie sollte man das getrennt betrachten?

      • stefanolix sagt:

        Weil der Krieg in Afghanistan ein wesentlich ernsteres Thema ist als eine Fahrt unter erheblichem Alkoholeinfluss. Für jeden verantwortungsbewusst denkenden Menschen ist klar, dass es keine einfache und schnelle Lösung in Afghanistan geben kann. Bischöfin Käßmann hat in der Dresdner Frauenkirche sicher einige Punkte angesprochen [aber auch keine Lösung gezeigt]. Hier gab es dazu auch schon mal eine Diskussion.

    • Chris sagt:

      Und jetzt erklären Sie mir mal, warum Frau Kässmann wegen einem Fürzchen zurückgetreten ist?

      Es gibt Leute, wie Herrn Clinton, der sich da mal kurz entschuldigt und geläutert in sein oral office zurückkehrt oder Herr Friedmann, der gerne mal abstruse Spiele mit Prostituierten spielt, kurze Entschuldigung und es alles wieder gut.

      Hätte es hier eine ehrlich gemeinte Entschuldigung nicht getan?

      • stefanolix sagt:

        Ironisch gefragt: welches kirchliche Amt hatten diese beiden Personen eigentlich inne, damit man sie sinnvoll mit Bischöfin Käßmann vergleichen kann?

      • Chris sagt:

        Gut, dann frage ich mal so:

        Wieso musste Margot wegen dieser Sache zurücktreten?

      • stefanolix sagt:

        Das war ihre persönliche Entscheidung. Es gab sicher in der seriösen Presse (höflich formulierte) Überlegungen über ihre Glaubwürdigkeit, Boulevardpresse lese ich nicht.

        Aber es hat sie öffentlich meines Wissens keine ernstzunehmende Persönlichkeit zum Rücktritt gedrängt.

        So müssten Sie Frau Käßmann bitte selbst fragen. Aber ohne Vergleiche mit anderen Personen, denn das bringt uns meiner Meinung nach überhaupt nicht weiter.

      • Chris sagt:

        Warum sollte ich keine Vergleiche zu anderen Personen ziehen, wenn es der Wahrheitsfindung dient?
        Ich hatte von Margot den Eindruck, dass sie sehr engagiert gegen das Töten in Afghanistan eintritt, was absolut im Sinne Jesu Christi ist.
        Ich weiss, dass man als Christ so etwas als persönliche Berufung versteht.
        Einen Auftrag, den man von Gott erhält, zieht man nach besten Einsatz und Gewissen auch durch und lässt sich nicht durch Kleinigkeiten davon abbringen.
        Also entweder hat sie ihre Berufung nicht so ernst genommen, was ich so nicht glauben will, oder sie ist massiv bedroht worden, was ich eher glaube.

        Wie erklären Sie sich, dass diese Weinfahrt so gewaltig in Bildzeitung und Presse aufgepumpt wurde?
        Wurde sie von der Springerpresse belagert?

      • stefanolix sagt:

        Ich will nicht darüber urteilen, was im Sinne Jesu ist oder nicht.

        Aber etwas weiß ich: unter den Taliban wurden Menschen dafür zum Tode verurteilt, dass sie sich zum Christentum hinwenden wollten. Von den sonstigen Verbrechen dieses Regimes mal ganz abgesehen. War es nicht Jesus, der das Steinigen einer Sünderin verhinderte? Nun, in Afghanistan werden Frauen auch schon allein wegen der Unterstellung einer Sünde gesteinigt.

        Es gibt eine ganz einfache Vermutung ohne Verschwörungstheorie: Die Journalisten haben einen Tipp von der Polizei bekommen. Den hätten sie aber auch bekommen, wenn ein Schlagersänger oder ein »Supertalent« erwischt worden wäre.

      • Chris sagt:

        Es ist nicht Aufgabe der Polizei, die Presse zu rufen.

        Was im Sinne Jesu ist, ist ganz klar und eindeutig. Wer zu ihm gehört, erkennt es und handelt danach.

        Menschen Töten widerspricht seinem Geist grundsätzlich.

        „Du sollst nicht töten“.

  3. dd-jazz sagt:

    dito, gleichwohl wäre ihr (hoffentlich noch überdenkenswerter) völliger Rückzug auch „opferlastig“

    • Chris sagt:

      Margot kannte hier aber eine Lösung: Aufhören mit dem Krieg und mit dem Töten. Das ist auch ganz im Sinne Jesu Christi. Gewalt und Töten ist niemals in seinem Sinne.

      Frau Kässmann führte in diesem Land eine von der Masse kaum registrierte Existenz. Erst ihre Benennung dieses Krieges als Unrecht liess die Masse aufhorchen.

      Da mir bekannt ist, dass die Mächte, die dort den Krieg führen ganz und gar nicht im Sinne Jesu arbeiten, und dass sie zurzeit sehr stark sind – immerhin kann von denen Niemand den Sinn des Tötens dort erklären und die Bevölkerung dieses Landes ist strickt dagegen, sie machen aber trotzdem weiter, weil ihr Herr ein anderer ist – war es nur eine Frage der Zeit, bis sie entweder „einsichtig“ gemacht wird, oder abgeschaossen wird.

      Glauben Sie an Zufälle?

      Ich nicht.

    • stefanolix sagt:

      Selbstverständlich ist Krieg ein Zustand, den man schnellstens beenden will. Aber was würde bei einem kompletten und sofortigen Abzug aller ausländischen Truppen aus Afghanistan geschehen?

    • Chris sagt:

      Heuchelei!

      Krieg ist grundsätzlich nichts anderes als das Erbringen von Menschenopfer an den Bösen.

      Jeder, der die Möglichkeit hat, einen Krieg zu beenden, ist angehalten, das sofort zu tun.

      Es gibt keinen jesusgefälligen Grund, das hinauszuzögern.

  4. Jane sagt:

    Hein Eggert bloggt nicht nur über Margot Käßmann, er meldet sich auch in der heutigen SZ-Ausgabe (Sächsische) zu ihrem Rücktritt zu Wort.

  5. elbfisch sagt:

    Hallo Stefan, was Heinz Eggert als Person angeht, stimme ich Dir gern zu. Aber es gibt da durchaus eine Parallele zum Fall Käßmann: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13681244.html

  6. KurtE sagt:

    Ich neige ebenfalls zu Chris‘ Lesart. Wobei ich denke, die Frauenkirchpredigt gegen den Hindukuschkrieg war nur die Spitze des Eisbergs. Ich errinnere mich dunkel an ein paar frühere Schoten von der Gudsten. Wir wissen doch gar nicht, wem sie noch alles auf die Füße getreten ist.
    Da ist es doch toll, mit so einer Inszenierung abzutreten. Alle Schafe des Herrn haben mehr oder weniger ihr Gesicht gewahrt und die Evangelen können weiter mitmischen.
    Ansonsten sollte endlich mal in der BRD der Laizismus durchgesetzt werden!

    • stefanolix sagt:

      Um beim letzten Satz zu beginnen: ich bin für eine strikte Trennung zwischen Staat und Kirche. Kirchen dürfen im Glauben nicht unterdrückt werden, aber wirtschaftliche Sonderrechte, Kirchensteuer, Einfluss auf Bildung und Erziehung als Träger — das würde ich aus liberaler Überzeugung mittelfristig gern abgeschafft sehen.

      Aber an der Verschwörungstheorie kann ich leider wirklich nichts finden. Ich denke, dass es insgesamt sehr persönliche Entscheidung waren: zu trinken, zu fahren, zu gehen …

  7. dd-jazz sagt:

    Kontext-Korrektur zu dito/ 14:31-Antwort; ich meinte Frau Käßmanns völligen Rückzug! und nicht die scheinheilige Afghnanistan-Politik und empfehle zur „humanistischen Heilung“ Leonhard Frank: „Der Mensch ist gut“-/ um so widersprüchlicher scheint mir, wenn Soldaten heutzutage Befehle verweigern und „mittdenken/fühlen“ dürfen; ich, als Athesistin, hätte es als meine größte persönliche Niederlage empfunden, wenn der Sohn KEINEN Zivildienst geleistet und sich statt dessen als Mörder oder „Kanonenfutter“ verschworen hätte-

    • stefanolix sagt:

      Warum wäre ihr Rückzug opferlastig? Siehst Du Bischöfin Käßmann als Opfer? Oder meinst Du, dass sie ein Opfer gebracht hat?

      Ich respektiere Deine Rigorosität, aber ich kann Dir da nicht ganz zustimmen. Ich meine, dass Soldaten im eindeutigen Aggressionsfall als Mörder bezeichnet werden können. Wenn sie aber das eigene Land verteidigen, kann ich sie nach meiner Überzeugung nicht so bezeichnen, weil dann der Notwehrfall eintritt. — Ich hoffe sehr, dass auch mein jüngerer Sohn keinen Dienst mit der Waffe leisten will (und auch nicht muss), respektiere aber diejenigen, die sich auf den Verteidigungsfall vorbereiten.

  8. dd-jazz sagt:

    Nein, sie hat folgerichtig den Vorsitz abgegeben. Couragiert wäre es jedoch, jetzt erst recht auch weiterhin „im kleinen Amt“ den Menschen mit ihren Stärken und Fähigkeiten erhalten zu bleiben.//
    Ich formuliere es mal überspitzt: werden wir etwa von Afghanistan angegriffen? Dann würde auch ich widerständig schützen und erhalten wollen (möge die äußerste Konsequenz niemals eintreten! hier laufen schon genug Zivil-Zombies herum)-(die Ursachen von Kriegen/ Macht und Rohstoffrecourcen erörter ich bewußt nicht, weshalb ich mich auch bewußt bei politischen Diskussionen im Blog „abducke“, da ich eher an kurzfristig/drastischen Veränderungsmöglichkeiten interessierte wäre und mir die Quadratur des Kreises einfacher scheint, als mit rethorischen Diskussionen scheinbar nichts zu bewirken zu können und mich das noch hilflos-wütender macht..

    • stefanolix sagt:

      Ganz sicher wird sie eine Stelle im In- oder Ausland finden und als Seelsorgerin tätig sein. Aber würdest Du ihr eine öffentliche Rolle wünschen?

      Wurden wir angegriffen? Ich formuliere diplomatisch, wie ich den Stand vor dem Afghanistan-Krieg sehe: Auch wenn es noch keine juristisch wasserdichten Beweise gibt, kann man doch davon ausgehen, dass die westlichen Staaten durch eine islamistische Terrororganisation angegriffen wurden. Diese Organisation operierte maßgeblich aus Afghanistan heraus. Ein ideologisch sehr ähnliches Regime übte innerhalb Afghanistans eine Terrorherrschaft aus. Die Opfer dieser Terrorherrschaft waren Frauen, Christen, Andersdenkende (…)

      Zur Politik und den Diskussionen würde ich gern morgen etwas schreiben. Ich bin so müde, dass ich das heute nicht mehr so schaffe, wie ich mir das wünsche.

      • Chris sagt:

        Das halte ich für eine haltlose Verschwörungstheorie.

        Es gibt nämlich keine Beweise, wie sie selbst feststellen.

  9. Horst sagt:

    Leider bin ich erst sehr spät auf diesen Blog gestoßen, aber vielleicht schaut doch noch mal ab und zu jemand rein.
    Grundsätzlich lasse ich mich von der Prämisse leiten, eine Religion, egal ob Hinduismus, Islamismus oder Christentum ist eine beliebige Weltanschauung wie z.B. Buddhismus oder Atheismus. Es lirgt in der Natur einer Weltanschaung, daß jeder seine für die „richtige“ hält. Wer würde schon wissentlich einer „falschen“ anhängen? Selbstverständlich unterscheiden sich alle WA in der Außenwirkung oft erheblich, aber alle Versuche diese Konflikte gewaltsam zu lösen waren in der Vergangenheit gescheitert und werden auch in Zukunft scheitern. Wir werden uns damit abfinden müssen, daß die Lebensverhältnisse in einigen Ländern mit unseren Moralvorstellungen kollidieren genauso wie unsere Dekadenz und Werteverfall aus der Sicht anderer. Die Begründung für den Afghanistankrieg trifft in vollem Umfang auch auf Pakistan zu, aber das ist ja eine Atommacht und derzeit noch? Verbündeter der USA. Jedem einigermaßen intelligenten Menschen sollte doch klar sein, daß für solche kostenträchtigen Vorhaben wie Kriege ausschließlich geostrategische Interessen eine Rolle spielen.
    Was Frau Käßmann betrifft, so hat Heinz Eggert vollkommen recht. Ein geistlicher Würdenträger, egal ob einfacher Pfarrer oder Bischof ist in erster Linie ein Mensch mit all seinen Stärken aber auch Schwächen. Aus meiner Sicht wäre ein Rücktritt nicht zwingend notwendig gewesen, aber es verdient Respekt, daß sie ohne unwürdiges Gezerre, wie bei unserem verblichenen Bundespräsidenten, ihrem selbstgewählten Anspruch gerecht wurde.

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