Burnout

Ich finde die Art und Weise bemerkenswert, in der Miriam Meckel im Interview über ihr Burnout spricht. Ich habe noch nie ein (annähernd) so offenes Interview mit einem Mann über dieses Thema gelesen. Woran liegt das?

14 Responses to Burnout

  1. dd-jazz sagt:

    Die Beantwortung dieser Frage ist einerseits leicht, andererseits wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt. Es ließen sich Darwin, Analytiker.., Soziologen.., GesellschaftswissenschaftlerInnen und Frauen zitieren.
    Ich las darüber in Pseudo-Fachzeitschriften und sah auch Dokus mit betroffenen Männern und die Thematik wird sich wohl künftig potenzieren.
    Du bist doch ein Mann und ehrliche Antwort könn(t)en Dir nur Deine „Brüder“ geben.

    • stefanolix sagt:

      Ehrliche Antwort könntest Du mir auch als »Schwester« der Autorin geben ;-)
      Was denkst Du: meint sie es ehrlich oder appelliert sie nur für die Vermarktung ihres Buches an unsere Gefühle?

  2. Torsten sagt:

    Liegt vermutlich an den antiquierten und doch immer noch allgegenwärtigen zwei Vorurteilen der Gesellschaft gegenüber den beiden Geschlechtern:

    Frau = schwach
    Mann = stark

    Aus diesem Grund wird Burnout meiner Meinung nach bei einer Frau eher „akzeptiert“ als bei einem Mann.

    • stefanolix sagt:

      Ich habe noch eine andere Vermutung: da das Interview der Vermarktung eines Buches dient, ist wohl jedes Wort gezielt eingesetzt. Jetzt darf man vermuten, worauf Verlag, Autorin und Medien spekulieren, wenn sie so etwas bringen.

  3. Lina sagt:

    ich spekuliere mal: am prinzip mann :) ? nein, man sollte es, wenn schon, dem modernen leistungs_prinzip anlasten, das männer als solche eben kaum infrage stellen. wahrscheinlich können sie nicht anders. was von ihnen ‚blind‘, d. h., unter aus_schaltung (?) ihres sensorischen apparats als pure heraus_forderung angenommen wird, ’spüren‘ frauen als über_forderung, über die sie auch reden wollen; schwäche ist für sie kein makel.

    männer dagegen machen ‚blind_flüge‘, bis sie nach harter landung bemerken, dass ihnen passieren konnte, was nicht sein darf, weil es als möglich_keit in ihrer welt nicht vorkommt: ein ‚burnout‘ als indiz für die begrenztheit auch ihrer ressourcen. als makel, der es (zu unrecht, wie ich meine) für sie darstellt, wollen sie lieber nicht darüber reden.

    soweit meine ’spekulation‘; ist sie ein angebot auf deine frage, stefanolix, warum es von männern dazu keine ’so offenen antworten‘ gibt? ich selbst finde ja, dass so eine spekulativ behauptete ‚wahrheit‘ dem manne durchaus zumutbar ist, auch und gerade, wenn sie von einer ’schwester‘ kommt ;)) …

    • stefanolix sagt:

      Ich muss Dir ganz ehrlich sagen: ich erlebe Erschöpfungszustände [von Burnout muss ich glücklicherweise nicht sprechen] eher als Folge der gesellschaftlichen Verknotung dieses Landes mit ihren vielen bürokratischen Kleinlichkeiten und Schikanen. Das raubt einem doch die Anteile an Kraft, die man woanders sinnvoller einsetzen könnte.

  4. dd-jazz sagt:

    @Lina
    Ja, der Verdrängungsmechanismus und die Struktur ist beiden Geschlechtern gleich, die Umgangsart naturgegeben anders..(aber ich kenne im Umfeld den Anteil gleich“stark“)

    • Lina sagt:

      du sagst es, @ dd-jazz. wobei ich persönlich die jeweiligen anteile eher ‚unausgeglichen‘ erlebe und sowieso im zweifel bin, ob und inwiefern es günstiger sein sollte, wenn sie bei mann + frau annähernd gleich wären; die frau, die das zu wünschen vorgibt, legt da, glaube ich, ein lippen_bekenntnis ab …

      männer auf schwach ‚brechen‘ zu wollen, alter feministinnen_sport, ist jedenfalls nicht meiner und ebenso verkehrt wie es verkehrt ist, es schülern türkischer/arabischer herkunft durchgehen zu lassen, weibliche lehrkräfte lächerlich zu machen; aber das ist ein anderes fass.

      btw.: das mit der ’schwester‘ (oben) übrigens deshalb, weil die ‚brüder‘ über symptome eines burnouts doch gerade nicht mit_einander reden. miteinander gehen sie immer noch (praktisch wie im übertragenen sinn) lieber ‚vor die tür, um was zu regeln‘, nämlich: wer der stärkere ist ;)) …

    • stefanolix sagt:

      Lina: Woher weißt Du denn, worüber wir als Männer miteinander reden ;-)

      Die Zeiten, in denen man sich vor der Tür fair und 1:1 geprügelt hat, sind (dem Vernehmen nach) vorbei.

      • Lina sagt:

        erstens ist es nicht schwer zu beobachten oder zu erfragen, was unter männern sache ist :) … und zweitens – richtig! – wird neuer_dings (ich zähle in äonen ;) vorzugsweise im übertragenen sinn ausgeteilt, wenn es um unter- oder überlegenheiten, bzw. um besitz_ansprüche im weitesten sinn geht.

        die ‚diplomatische‘ gesprächs_form geniesst also den vorzug vor der ‚kriegerischen auseinandersetzung‘ … aber auch die soll bekanntlich noch vorkommen.

      • stefanolix sagt:

        Diplomatisches Gespräch? Nein, die ehrlichen Auseinandersetzungen sind wohl eher zu bandenmäßigen Überfällen auf Menschen in Unterzahl oder in anderweitig schlechterer Position verkommen. Mobbing mit Fäusten und Füßen sozusagen …

        Du beobachtest Männer, aber wir haben auch unsere Geheimnisse  ;-)

  5. riffmaster sagt:

    „Ich habe noch nie ein (annähernd) so offenes Interview mit einem Mann über dieses Thema gelesen. Woran liegt das?“

    Dann empfehle ich das Interview von Sebastian Deisler auf Zeit online: „Man muss härter sein als ich“.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: