Weiter und besser?

Der SPIEGEL berichtet über ein Projekt von vier Nachwuchsjournalisten aus Leipzig:

Sie waren genervt von der »Leipziger Volkszeitung«: Zu behäbig war ihnen die Berichterstattung, politisch eindimensional, oft miserabel geschrieben. Und weil immer nur jammern nicht hilft, fanden die vier Journalistikstudenten, mussten sie eben ein besseres Blatt machen. Inzwischen sind sechs Ausgaben von »Weiter« erschienen, mit einer Auflage von zuletzt etwa 500 Exemplaren.

Hier ist die Webseite der Zeitung »Weiter«.

Mich nerven die lokalen Zeitungen ja auch. Ich könnte mir für Dresden allerdings etwas anderes vorstellen. Wenn die vielen privaten Online-Beiträge besser vernetzt würden (und wenn es mehr davon gäbe), könnte man sich eigentlich auch online auf dem Laufenden halten. Zumindest als Ergänzung zur täglichen Zeitung …

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29 Responses to Weiter und besser?

  1. Stephan sagt:

    Ich habe den Eindruck, viele Dresdner wissen gar nicht, dass es die Dresdner Blogs gibt. Vor allem diveres älteres Kulturbürgertum scheint die Gegenöffentlichkeit der Blogs gar nicht zu kennen.

    Vor allem wissen sie nicht, wie einfach man da mitmachen kann.

    Dafür scheint Dresden irgendwie prädestiniert zu sein. Vielleicht sollten die Blogger mal Geld zusammenkratzen und in den Papiermedien Anzeigen schalten. Die Dresdner Blogs werden ja im normalen Journalistenbetrieb ja auch nicht vorgestellt.

    • stefanolix sagt:

      Ernst gemeinte Frage: Wie könnte man denn an das Dresdner Kulturbürgertum herankommen?

      Anzeige? Einverstanden! Wir gehen beim nächsten Bloggertreffen mal mit der Sammelbüchse herum ;-)
      In der Anzeige steht dann eine Adresse einer Seite, auf der Dresdner Blogs verlinkt sind.

      • henteaser sagt:

        Im Zweifgelsfall halt via Wochenkurier und Sächsischer Bote, aber auch die SäZei braucht sicherlich immer mal Slownewsday-Füllstoff für die Lokalteile. Oder die Dresdner Blogger (bzw. Flickraner) spielen über Bande, indem sie ein Treffen – im Großen Garten oder so – veranstalten, das dann wiederum bei den Veranstaltungstipps angekündigt wird.

      • stefanolix sagt:

        Ganz ohne Zweifel: bevor ich in kostenlos verteilten Blättchen inseriere, schließe ich lieber mein Blog ;-)

        Ich vermute, dass zu einem öffentlich annoncierten Bloggertreffen nur sehr wenige Leute kämen und erst recht nicht die stillen oder kommentierenden Leser. Teil eines »Blogger-Zoo« wäre ich auch nicht so gern.

      • Lina sagt:

        >> „Teil eines »Blogger-Zoo« wäre ich auch nicht so gern.“

        soso :) … schreibt ihr blogger blogs, weil ihr eigentlich nicht aus euren löchern kommen wollt? mir scheint es ein wesens_merkmal der sphäre zu sein, dass ein leben als virtueller hecken_schütze (blogger) dem eines freistehenden bogen_schützen (zeitungsredakteur) vorgezogen wird ;) …

        die andere erklärung ist die alte: sich als bloggendes (oder auch kommentierendes) individuum ganz einfach luft machen wollen, da sonst implosion droht; aber ist dieses individuelle sich_luft_machen_wollen (in dieser verfasstheit) in gruppe zu organisieren? ich weiss es nicht. auch kleine blogger_ kollektive bleiben m. w. unter sich und dem gemeinsamen dach, vernetzen sich nicht en bloc untereinander zu sowas wie einer neuen ‚meinungs_macht_maschine‘; täten sie’s aber, gäbe es eine echte opposition zu der unter dem wachsenden diktat der wirtschaftlichkeit* stehenden, saft- und kraftlos erlahmenden öffentlichen meinung.

        *ich erinnere nochmal an das marx_wort, wonach eine käufliche presse prinzipiell nicht frei sein kann …

      • stefanolix sagt:

        Ich sehe mich eigentlich nicht als Heckenschützen. Wenn ich über etwas (oder jemanden) schreibe, habe ich immer im Hinterkopf: das müsstest du dieser Person auch ins Gesicht sagen können.

  2. dd-jazz sagt:

    Die Zeitschriften- u.Medien-Macher werden sich bewusst nicht selbst den Arbeitsplatz verbeißen. Arbeitslose Journalisten beginnen oft situatiosbedingt mit bloggen oder anonym als Ventilfunktion. Oftmals habe Blogs ja doch gemischten Tagebuch-Charakter (was ausführliche Diskussionen mit Entscheidungsfähigkeiten kaum ermöglicht, zumal viele sich mal eben als Zwischenrufer profilieren wollen)) und wer die Zeit für komprimierende Sammel-Info investiert, müsste unweigerlich doch anteilig davon leben können…Ich bin froh, wenigstens in dieser Plattform von entnervender Werbung verschont zu bleiben. Viele haben in einem normalen Arbeitsalltag nicht die Zeit, mal eben in der Pause schnell zu bloggen und greifen dann doch zum flachen Allgemein-Blatt. Das ist leider nicht nur ein lokales Problem. Mir fällt in letzter Zeit auf, dass „Zwischenrufer“ Blogs von anderen als pure Werbung für ihr Geschäftsportal nutzen..
    Bei Xing oder anderen Netzwerkportalen wären sie richtig platziert, aber gegenüber Blog-Moderatoren finde ich das unverschämt.

    • stefanolix sagt:

      Gelegentlich kommt ein Spam-Kommentar durch den Filter. Das ist wahrscheinlich Spam, der wirklich kaum von echten Kommentaren zu unterscheiden ist. Ich kann dieses Zeug nicht immer löschen.

      Es wurden in der überregionalen Presse schon häufiger Blogs vorgestellt. Die F.A.Z. hat ja sogar einige freiberufliche Blogger gebunden. In Dresden scheinen die verantwortlichen Redakteure einfach kein Interesse daran zu haben [und die Personaldecke soll ohnehin sehr dünn sein].

    • Jane sagt:

      Ich hatte neulich einen Schriftsteller, der ganz unverblümt Werbung für sein Buch machen wollte ;)

      Find ich schon dreist.

      • stefanolix sagt:

        War das kurz vor der Buchmesse? Da hatte ich gleich zwei Angebote per E-Mail. Man wollte mir sogar Rezensionsexemplare schicken ;-)

      • Jane sagt:

        Nee, noch ein bischen eher. Der hatte seine Werbung ganz geschickt in ein Posting eingearbeitet, das musste ich dann erstmal zurechtstutzen.

  3. dd-jazz sagt:

    Mind. zwei gute Beispiele wären: 1 Blogger (aus Pirna) wurde ausführlich i.d.P. vorgestellt und hätte es nicht den Verweis eines angestellten(!) Journalisten vor einem Jahr gegeben, wären Blogs in Dresden nur passiv abgespeichert geblieben. E-Netzwerke kannte ich. Aktive Regelmäßigkeit dieser Potentialverschiebung ist vielen in ihrer „Echtzeit-Alltagsorganisation“ kaum möglich (aber ich versuche stetige Aufklärung), allerdings kaufe ich nur noch überregional Medien, wenn ich online einen Artikel als „unverzichtbar“ finde (oder drucke ihn aus). E-Bücher allerdings werde ich (zumindest zivilisationsnah) immer ablehnen. Aber im Kästnerschen Sinne : „Gutes tut es“ ;-)

    • stefanolix sagt:

      Vernetzung hatte ich mir im Sinne einer Graswurzelbewegung auch vorgestellt. Mal sehen, ob 2010 etwas zu wachsen beginnt ;-)

      Gut, es ist die eine Frage, was die angestellten Journalisten schreiben und eine andere Frage, was sie privat empfehlen.

      Pirna ist ja nicht Dresden ;-)

      Eine E-Zeitung der DNN oder SZ wäre momentan ja nur ein Abbild der gedruckten Zeitungen, also inhaltlich nicht besser. Die gedruckte Zeitung ist zur Gewohnheit geworden. Aber Gewohnheiten muss man auch mal hinterfragen.

  4. Stephan sagt:

    @stefanolix

    Ernst gemeinte Frage: Wie könnte man denn an das Dresdner Kulturbürgertum herankommen?

    Schwierige Frage. Manche von denen lesen Blogs, oder lesen allgemein viel, haben ein ausgefülltes Leben. Bloglesen ginge zu Lasten anderer Dinge. Man müsste deren Gewohnheiten ändern. Und wenn sie viel im RL unterwegs sind, will ich das nicht ändern wollen.

    Wir gehen beim nächsten Bloggertreffen mal mit der Sammelbüchse herum ;-)

    Jaja…wird Zeit. Nur wer organisiert es? Obwohl jetzt braucht man nur einen Sonnentag und ein Ort auf den Elbwiesen…

    @lina

    soso :) … schreibt ihr blogger blogs, weil ihr eigentlich nicht aus euren löchern kommen wollt? mir scheint es ein wesens_merkmal der sphäre zu sein, dass ein leben als virtueller hecken_schütze (blogger) dem eines freistehenden bogen_schützen (zeitungsredakteur) vorgezogen wird ;) …

    Da fühle ich mich falsch verstanden. Du meinst also, ich schreibe im Internet, weil ich nicht genug Internet-freies Leben habe? Da bist du bei mir gehörig auf dem Holzweg. Bilde ich mir ein. Ausserdem dokumentiere ich viele Dinge, die nicht im Internet passieren und meine Leser mögen das.

    Erkläre mir deinen Standpunkt bitte mal genauer. Ausserdem stehe ich als Blogger sogar mit Namen und Adresse für meinen Inhalt!

    Der Vorteil eine Blogs ist, dass es auch ohne Gruppe funktioniert und trotzdem wahrgenommen wird.

    vernetzen sich nicht en bloc untereinander zu sowas wie einer neuen ‘meinungs_macht_maschine’; täten sie’s aber, gäbe es eine echte opposition zu der unter dem wachsenden diktat der wirtschaftlichkeit* stehenden, saft- und kraftlos erlahmenden öffentlichen meinung.

    Die Dresdner Blogger haben sehr oft Links zueinandern. Grundlegende Vernetzung ist vorhanden, wird aber vielleicht nicht wahrgenommen.

    Vernetzung hatte ich mir im Sinne einer Graswurzelbewegung auch vorgestellt. Mal sehen, ob 2010 etwas zu wachsen beginnt ;-)

    Meinst du mehr Kontakte von Angesicht zu Angesicht? Da müssten andere Dinge zurückstecken, da sicherlich all unsere Terminkalender sehr voll sind.

    Ich würde gern mehr von deinen Vorstellungen erfahren.

    • stefanolix sagt:

      Ich meinte es im Sinne eines zentralen (und nicht kommerziellen) Anlaufpunktes, von dem aus Beiträge in Dresden verknüpft werden.

      Also so etwas wie eine moderierte dynamische Collage der Dresdner Blogs. Nicht auf automatische Weise wie bei einem Aggregat. Ohne Beeinträchtigung der Urheberrechte und mit der klaren Ansage: gelesen wird der Artikel dort, wo der Autor schreibt.

      Damit gäbe es einen Anlaufpunkt für Interessenten am Bloggen und am Bloglesen, eine Plattform für Gastbeiträge zum Ausprobieren und vieles mehr.

  5. […] Stefanolix gibt es eine spannende Diskussion, warum Dresdner Blogs unserer Meinung nach so schlecht wahrgenommen werden. Weitere Meinungen sind […]

  6. […] vorangehen. Vor allem jetzt, in einer Zeit, in der man auch hier in Dresden beginnt, sich darüber Gedanken zu machen, wie relavant Blogs in der deutschen sächsischen Medienlandschaft denn […]

  7. paul.dd sagt:

    Deine Einschätzung, dass die Dresdner Blogs schlecht vernetzt sind, kann ich nur bestätigen.

    Ich habe meinen auch aus Frust über den Lokalteil der SZ kommunalpolitisch orientiert und erst mit der Zeit mitbekommen, dass es ganz ähnliche andere Dresdner Blogger gibt.

    Wenn DNN oder SZ wiederum in dieser Szene Inhalte aufgreifen würden, hätten auch alle was davon – aber das wird so bald nicht passieren.

    Und mal angenommen, es käme zu einer breiten Zusammenarbeit der Blogger vielleicht mit gemeinsamer Plattform – spätestens dann muss das ganze auch finanziell tragfähig sein, insofern ist eine Kooperation mit den oben geschmähten kostenlosen Zeitungen vielleicht einen Versuch wert.

    • stefanolix sagt:

      Was meintest Du eigentlich mit »geschmähten kostenlosen Zeitungen«?

      • paul.dd sagt:

        Sorry für die lange Sendepause. Ich meinte, wenn die beiden großen Zeitungen sich an sowas nicht heranwagen, haben wir in Dresden immernoch mehrere werbefinanzierte Blätter – beispielsweise die Lokalanzeiger (z.B. Löbtauer Anzeiger), Wochenkurier und jetzt noch dieses Wochenendblatt. Die suchen ja dringend gute Inhalte, die man am besten kostenlos abdrucken kann.
        Dort könnte eine Art Kolumne entstehen, sodass die Printausgabe neue lokale Infos bekommt und die Blogs zeitgleich mehr Zulauf haben.

        Oben genannte Ideen zu einer redaktionellen Teasersammlung halte ich auch für gut, ich hab jedoch momentan einen zu schlechten Überblick wieviele Autoren momentan für sowas zu haben wären

      • stefanolix sagt:

        Aber dann können sich die Blogger doch gleich zu einer Herausgebergemeinschaft zusammenschließen und selbst so ein Blatt gründen (oder besser: ein bestehendes übernehmen).

        Denn ich sehe nicht ein, wieso ich mit dem kostenlosen Zuliefern von Fotos oder Texten einem fremden Unternehmen helfen soll. Was bleibt dabei für mich?

        Ich möchte keine konkreten Beispiele nennen, aber wenn ich die kostenlos verteilten Zeitungen durchblättere, dann finde ich oft Fotos und Texte, von denen ich ehrlich sagen kann: so etwas würde ich nicht bloggen, weil es einfach meinen Qualitätsansprüchen nicht genügt.

        PS: Dieses neue Wochenendblatt ist doch (soweit ich weiß) ein Ableger einer großen Tageszeitung, in dem vor allem Beiträge wiederverwendet werden(?)

      • paul.dd sagt:

        Da hast du Recht, deswegen hab ich in meinem ersten Beitrag geschrieben, dass sowas finanziell tragfährig werden muss.

        Der Aufwand für diese Zeitungen ist enorm hoch, gerade weil sie werbefinanziert sind. Und denen ist vollkommen egal, was sie an redaktionellem Inhalt abdrucken, hauptsache es ist besser als die von dir beschriebene miese Qualität.

        Es war auch nur ein Gedanke, wie man die eher unbekannten Blogs einem breiteren Publikum zugänglich machen kann. Weil nur davon, dass man Inhalte online bündelt, bekommt man noch keine neuen Leser.

        Vielleicht schreib ich zu der Blog-Landschaft mal was in der Campuszeitung, da bin ich nämlich Redakteur.
        Ich entdecke momentan immer mehr Dresdner Inhalte im Netz, die berichtenswert sind. Ich behalt die Thematik im Auge…

  8. Evoluzzer sagt:

    Hallo Dresdner Blogger,

    mir ist die Blogger-Szene von Dresden und Umgebung noch relativ unbekannt. Allerdings gibt es einige Dresdner Blogs welche ich gern lese, um mich auf dem Laufendem zu halten, was in Dresden und Umgebung passiert. Gern würde ich mehr und gebündelt Informationen über Dresden und Umgebung haben.

    Ich organisiere die Dresdner Mittwochsrunde der Evoluzzer (http://www.evoluzzer.info) in deren Rahmen auch die Dresdner Socialbar stattfindet. Bei der Socialbar handelt es sich um eine überregionale Bewegung (http://www.socialbar.de).

    Ich würde mich freuen, wenn sich die Dresdner Blogger Szene im Rahmen einer Socialbar-Veranstaltung vorstellt. Wenn ihr richtig viel Stoff habt, vielleicht auch einen extra Abend.

    Was denkt ihr?

    Herzliche Grüße
    Andreas

    • stefanolix sagt:

      Dein Kommentar war leider in der Moderation hängengeblieben. Ich habe mir die Adresse notiert und ich werde vielleicht mal als stiller Gast eine Veranstaltung besuchen.

  9. paul.dd sagt:

    Es gibt aus meiner Sicht noch gar keine Szene, weil es gar keinen für mich erkennbaren Zusammenhalt gibt.

    Ich persönlich sehe mich auch nicht als Weltverbesserer, wie sich die socialbar versteht.
    Sollte es jedoch einen Auftritt Dresdner Blogger geben, würde ich es mir gern ansehen…

    • stefanolix sagt:

      Bevor ich einen »Auftritt« habe, würde ich mir ja erst mal die socialbar und die Leute ansehen ;-)

      Ein Bloggertreffen gab es ja schon mal. Aber keinen von uns hat es damals wirklich in die Öffentlichkeit gedrängt. Ich kann nur für mich sprechen: meine Zeit ist bis zur Jahresmitte wirklich zu knapp, um einen Abend oder einen Vortrag veranstalten zu können.

  10. Evoluzzer sagt:

    Ihr seid jederzeit herzlich eingeladen die Socialbar oder eine andere Mittwochsrunde zu besuchen. Vernetzung online und offline … ;-)

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