Mahlzeit!

Reduziert man die Meldungen über die Verleihung des »Goldenen Windbeutels« auf das Wesentliche, dann bleibt nur die Aufforderung an jeden einzelnen Konsumenten: »Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!«

Denn wer das Lesen beherrscht und den Dreisatz anwenden kann, der sollte auch die Anzahl der Zuckerwürfel in einem Liter Getränk berechnen können.

Und wenn auf der Packung eines BIO-Erfrischungsgetränks nichts von biologischem Fruchtsaft steht, dann ist auch keiner drin. So kann ich in dieser Aussage keinen Skandal sehen:

Carlsberg teilte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE mit, das Unternehmen halte sich bei der Herstellung „streng an die Vorgaben der EU“.

Man kommt wesentlich günstiger, wenn man sich solche Getränke aus Dresdner Leitungswasser und Sirup mischt. Und wenn man den Sirup selbst macht, dann kann man sogar sämtliche Zutaten selbst bestimmen …


56 Responses to Mahlzeit!

  1. Stine sagt:

    Vielen gefällt eben ein bisschen Entmündigung, das ist besser als selbst nachzudenken. Schuld an irreführender Werbung sind dann immer die bösen Konzernze. Dass dazu immer zwei gehören, Produzenten und Konsumenten, ist ja zweitrangig. Ich kaufe grundsätzlich keine Produkte aus der Werbung, da es sie meistens vom gleichen Hersteller und anderem Etikett noch einmal billiger ohne hohe Werbekosten und hunderte Versprechungen gibt. Die meisten Bio-Label sind sowieso Schwindel und über zuckerreduziert und ohne Konservierungsmittel kann ich meist nur lachen. Du hast Recht, wer nur ein bisschen nachdenkt oder -liest, braucht keine Werbewarnungen. Was verdient eigentlich ein Werbekritiker? Vielleicht sollte man sich mal klar machen, dass Werbung dazu da ist, ein Produkt zu verkaufen, die schlechteste Strtegie ist dann wohl mit irgendwelchen Details zu kommen, die keiner hören will.

    • stefanolix sagt:

      Genau. Es geht hier um die Werbekampagne einer Lobby-Organisation und die darf man ebenso kritisch betrachten wie die Werbekampagnen der Nahrungsmittel-Hersteller.

  2. Herr Teddy sagt:

    Im Grunde habt ihr beide natürlich Recht, trotzdem: Als Verbraucher bestehe ich darauf das ich auch das erhalte was ich kaufe. Und nichts verschleiert oder verschönt wird.
    Und ja natürlich kann ich mein Getränk aus Wasser und Sirup selbst machen, aber darum gehts doch gar nicht. Wenn ich mit reinen Gewissen sonntags ein Frühstücksei essen möchte, muss ich dann selbst ein Huhn auf dem Balkon halten? Was ist denn das für eine Logik!?

    • stefanolix sagt:

      Du bekommst doch das, was Du kaufst ;-)

      Es wird nichts verschleiert: in dem Getränk befinden sich Bio-Zucker und Bio-Gerstenmalz, Aroma, Zitronensäure, Ascorbinsäure und über 90% Wasser.

      Ich sehe die Rolle von Verbraucherschützern nicht darin, dass sie mir die Inhaltsstoffe auf der Verpackung vorlesen.

      Sie sollen in unabhängigen Laboren prüfen, ob zum Beispiel Obst und Gemüse mit Pestiziden verseucht sind oder ob Eier mit irgendwelchen Giften belastet sind. Sie sollen kontrollieren, ob Hühner wirklich einigermaßen ihrer Art gerecht gehalten werden. Sie sollen die Rollen übernehmen, die ich selbst nicht übernehmen kann.

      Lesen und Rechnen kann ich selbst …

      • Herr Teddy sagt:

        Ich bleibe dabei. Wenn ich Orangensaft trinken will, will ich nicht erst im Kleingedruckten nachlesen ob WIRKLICH Ornagensaft drin ist oder nicht nur künstliches Aroma.
        Wenn auf den Eiern Freilandhaltung steht will ich ebenso das die Hühner wirklich draußen rumrennen.

      • Herr Teddy sagt:

        Und schön das du Lesen und Rechnen kannst aber genau das will ich nicht beim Einkaufen. Ich willl schnell in den Laden, alles was auf dem Zettel steht zusammen sammeln und wieder raus.

      • stefanolix sagt:

        Ja, darin gebe ich Dir doch völlig recht: SAFT ist in Deutschland klar definiert und ein Verstoß gegen die Bestimmungen wäre wirklich ein Skandal, den Verbraucherschützer aufdecken sollten.

        Aber Carlsberg hat gegen keine Bestimmungen verstoßen.

        Bei den Eiern waren wir uns ja vorher schon einig: wenn Verbraucherschützer z.B. aufdecken, dass BIO-Anbieter heimlich andere Eier hinzukaufen, dann ist diese Leistung zu respektieren.

        Ich will auch möglichst rasch einkaufen und deshalb überlege ich mir einige Dinge, bevor ich den Zettel schreibe ;-)

  3. Lina sagt:

    >> „Was ist denn das für eine Logik!?“

    keine, denn um alternativen geht’s tatsächlich nicht. mir fällt auch schon lange auf, dass man sich, sorry, in (wirtschaftts-)liberalen kreisen gern von herstellern blenden lässt; na ja, wem ‚der markt‘ heilig ist, der lässt ihm gern den schönen schein ;) …

    als ob es kein hammer wäre, wenn die hersteller_sprecherin eines physalis_losen getränks sagen muss: „Wir sind aufgrund der Kritik von Foodwatch auf der Suche nach Physalis-Saft“. das heisst doch nichts anderes, als dass der verbraucher über die optik korrumpiert, also betrogen wurde. für mich ist das ein kriminelles vorgehen, aber vielleicht bin ich bei sowas ja hyper_sensibel ;)) …

    • stefanolix sagt:

      Moment: Über das Getränk ohne Physalis habe ich noch gar nichts geschrieben. Ich habe mich auf das »Beo« konzentriert.

      Ich lasse mich durch gar nichts blenden und ich denke, dass ich ein ziemlich kritischer Verbraucher bin. Ich kaufe übermäßig fette, überzuckerte oder überteuerte Waren auch dann nicht, wenn groß BIO draufsteht und wenn sie in einem BIO-Laden angeboten werden.

      Der Markt hat keinen schönen Schein, sondern dort gibt es nur ein sehr nüchternes Licht.

      Ich grenze einfach ab: auf der einen Seite gibt es echte Skandale und auf der anderen Seite gibt es aufgeblasene Kampagnen über scheinbare Skandale.

    • stefanolix sagt:

      Wenn der Verbraucher mittels der »Optik« getäuscht wird, dann ist es auch am Verbraucher, sich selbst im übertragenen Sinne eine bessere Brille zuzulegen.

      • Lina sagt:

        aber hier doch nicht, stefanolix – wenn du gestattest, dass ich beim beanstandeten getränk bleibe (über das du selbst zwar nicht geschrieben, es aber doch mitsamt der ‚ausgezeichneten‘ produkte verlinkt hast).

        sappralott :)! wie du einkaufst, stand nicht in der kritik ;) … und dass ‚der markt‘ keinen schönen schein habe, dagegen ’nüchternes licht‘: q.e.d. – mal im casino der finanzmärkte testen ;) ?

      • stefanolix sagt:

        Ja und was ist jetzt an dem Tee konkret auszusetzen? OK, das Bild könnte oberflächliche Verbraucher täuschen. Aber denkst Du wirklich, dass die merken, ob dort Saft oder Aroma enthalten ist? ;-)

      • Lina sagt:

        ich verweise erneut auf ‚herrn teddy‘: darum geht es nicht. es geht in diesem fall um kriminelle verbraucher_täuschung von seiten pfanners.

        was die wohl merken, fragst du? sie sollen merken dürfen, dass die ware okay ist und sie nicht betrogen wurden; das ist alles.

      • stefanolix sagt:

        Jemand »handelt kriminell« würde bedeuten: jemand hat gegen ein Gesetz verstoßen. Das haben die Hersteller doch gerade nicht getan. Sie haben geschickt weggelassen, was nicht in die Werbung passte.

        PS: Ich hatte bezweifelt, dass die meisten Kunden den Unterschied am Geschmack merken würden, aber ich will das nicht zum Gegenstand eines Streits machen, denn über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten ;-)

      • Lina sagt:

        >> „Sie haben geschickt weggelassen, was nicht in die Werbung passte.“

        ich wiederhole: aber hier doch nicht, stefanolix …, weshalb ich es ein kriminelles vorgehen nannte; ob es eins ist oder nicht, überlasse ich den wort_klaubern und ihrer engeren verwandtschaft …

      • stefanolix sagt:

        Also ich würde das lieber einem Gericht überlassen ;-)

  4. Herr Teddy sagt:

    Wahrscheinlich sollte man hierbei wirklich unterscheiden zwischen den Herstellern die „nur“ etwas verschweigen, dann ist wirklich der Verbraucher – so weit es ihn interessiert – auf der Rückseite nachzulesen was wirklich drin ist, und denen die eindeutig etwas falsches behaupten, wie die mit Physalis-Saft oder Milchproduktehersteller, die drauf schreiben das es gesund wäre (wäre es auch, wenn nur nicht der Zucker drin wäre).

    • stefanolix sagt:

      Die Aussage »X ist gesund« ist ebenso wenig geschützt wie die Aussage »X schmeckt gut«. Die einschlägigen Milchprodukte sind seit Jahren als Zuckerbomben bekannt und auf der Packung stehen auch alle Inhaltsstoffe drauf. Das ist doch nun wahrlich keine neue Meldung.

      Wenn dort auf der Packung gestanden hätte, dass der Saft aus einer speziellen Frucht (Physalis) enthalten sei, dann wäre das der einzige Skandal der ganzen Kampagne.

      Aber das stand nicht auf der Packung. Auf der Packung stand: „Kräuterteegetränk aromatisiert – Zitrone-Physalis“ — da erwarte ich nichts weiter als ein Getränk aus Früchtetee Kräutertee mit Aroma.

      Wer lässt sich denn bitte heute noch durch Bilder täuschen? Nicht ohne Grund gibt es in Deutschland ein Kennzeichnungsrecht für Nahrungsmittel. Honig und Saft, Butter und viele andere Nahrungsmittel sind ganz klar definiert. Wenn auf der Packung nicht draufsteht, dass Physalis-Saft hinzugefügt wurde, dann muss auch keiner drin sein.

      • Herr Teddy sagt:

        „Wer lässt sich denn bitte heute noch durch Bilder täuschen?“
        Der war echt gut! :-D

      • Herr Teddy sagt:

        „Kräuterteegetränk aromatisiert – Zitrone-Physalis“ auch das ist nicht vollständig korrekt, denn auf der Verpackung steht vorn – also gut lesbar – „Ausgleich durch Kräuter der Natur und gelbem Tee“. Und das ist eindeutig falsch.

      • stefanolix sagt:

        Was ist daran falsch? Es ist etwas Gelber Tee drin und es sind auch Kräuter drin.

      • Herr Teddy sagt:

        Aber die Kräuter sind nicht aus der Natur! Wenn wir hier schon beim Erbsenzählen und Korinthenkacken sind.

      • stefanolix sagt:

        Übrigens gibt es solche Einteilungen wie Saft, Nektar, Fruchtsaftgetränke und Erfrischungsgetränke als grobe Orientierung, wenn man mal wenig Zeit zum Einkaufen hat.

      • stefanolix sagt:

        Woher sind die Kräuter sonst? In Thüringen gibt es z.B. mitten in der Natur Felder mit diversen Kräutern. Sind die Kräuter »unnatürlich«, weil sie auf einem Feld gewachsen sind?

  5. tigger sagt:

    Da wirbt Monte also mit einem Getränk das Traubenzucker beinhalte, und es stellt sich heraus, ja, das Getränk beinhaltet Traubenzucker, und genau das wird angeprangert als „Werbeschwindel“.

    Was steckt da wieder für eine Lobby hinter dem Artikel ?

    • stefanolix sagt:

      Je mehr Leute sich mit dieser Windbeutel-Aktion befassen, desto mehr Dreistigkeit wird dahinter sichtbar. Foodwatch sagt:

      Traubenzucker hat übrigens nichts mit Trauben zu tun, sondern wird nach Auskunft von Zott aus Maisstärke gewonnen.

      Ja Wahnsinn! Woraus denn sonst? Ich möchte fast wetten, dass der Traubenzucker aus dem BIO-Laden auch aus Getreidestärke gewonnen wird ;-)

    • Lina sagt:

      >> „Was steckt da wieder für eine Lobby hinter dem Artikel ?“

      … am ende gar der betrugs_resistent werden wollende verbraucher, der betrügerischen herstellern zeigt, wo der hammer hängt ;) ?

      ich jedenfalls habe nichts gegen so einen negativ_preis, der öffentlich wahrzunehmen wird dadurch, dass medien ihm einen artikel widmen …

  6. Herr Teddy sagt:

    Bitte gründlich lesen! Auf der Verpackung steht „…mit wertvollem Traubenzucker“. Der ist auch drin, aber eben nicht nur, sondern zusätzlich auch noch 8 Stück Würfelzucker. Das steht natürlich nicht vorn drauf.

    • stefanolix sagt:

      Aber die Inhaltsstoffe müssen hinten auf der Packung stehen. Woher hat wohl Foodwatch seine Angaben?

      Und wenn ich meinem Kind etwas mit in die Schule geben möchte, muss ich als Elternteil halt auch mal die Liste der Inhaltsstoffe lesen — und nicht nur »vorn drauf« gucken.

      • Herr Teddy sagt:

        Und wenn das Kind allein einkauft? :-)

      • stefanolix sagt:

        Wie oft lässt man seine Kinder allein und ohne klare Richtlinien einkaufen?

        Warenkunde beginnt in der Grundschule bei uns übrigens in der zweiten bzw. dritten Klasse und zwar mit Visualisierung (Zuckerwürfel etc.).

    • tigger sagt:

      Bitte gründlich lesen! Auf der Verpackung steht “…mit wertvollem Traubenzucker”. Der ist auch drin, aber eben nicht nur, sondern zusätzlich auch noch 8 Stück Würfelzucker.

      Nicht „zusätzlich 8 Stück Würfelzucker“ sondern „umgerechnet 8 Stück Würfelzucker“. Wobei natürlich die „Umrechnung“ verschwiegen wird, hier wird wohl anhand der angabe der Kohlenhydrate gerechnet. Damit kann man auch ein Laib Brot oder eine Banane in „x Stück Würfelzucker“ umrechnen.

      Die Hintergründe der Macher dieses Artikels würden mich da schon interessieren.

  7. Herr Teddy sagt:

    Okay, das ist mir das letzte Mal und immer wieder aufgefallen, mei Gutster, das du hier – und das mag dein gutes Recht sein, ist schließlich dein Blog – immer bis zum Erbrechen auf deinen Standpunkt beharrst und anderer Leute Meinung nur schwer aktzeptieren kannst.
    Mir ist das zu mühsam und ich hab auch noch besseres zu tun als immer und immer wieder meine Meinung wiederzukäuen und zu versuchen das bis ins kleinste Detail zu belegen. Das kann und will ich auch nicht.
    Einen schönen Tag noch. Ich gehe dahin wo die Konversation leichter und angenehmer ist und trotzdem über solche Themen diskutiert werden kann.

    • stefanolix sagt:

      Das ist nicht leicht und angenehm, darin gebe ich Dir ja gern recht. Leicht und angenehm wäre es, wenn wir alle einer Meinung wären und gemeinsam draufhauen würden. Aber wäre das nicht auch langweilig?

      So wie sich Foodwatch das Recht nimmt, die Luft aus den Kampagnen der Nahrungsmittelhersteller zu lassen, müssen doch die Betrachter der Foodwatch-Kampagne auch das Recht auf kritisches Hinterfragen haben.

      Ganz offensichtlich ist kein wirklicher Skandal aufgedeckt worden, sondern es ist am Ende nur ein weiteres Mal klargestellt: Der Verbraucher ist für das verantwortlich, was er kauft.

  8. foster sagt:

    Du würdest staunen, wie viele den Dreisatz nicht anwenden können. :D

    Aber:

    Ich kann zwar lesen und rechnen, mich nervt es aber trotzdem, das so detailliert auch immer tun zu müssen.

    Das ist okay, wenn ich wissen will, welche Konservierungs- und sonstige Zusatzstoffe drin sind. Aber wenn in einem Getränk mit doch recht eindeutig gestaltetem Vorderetikett dann laut Rückenetikett das einzige „Bio“ Malz und Zucker sind, dafür auf Frucht zugunsten von Aroma verzichtet wird, dann fühle ich mich schon etwas verarscht. Das ist auch nicht auf diesen Hersteller beschränkt, bei einer weitaus bekannteren Biolimonadenmarke verhält es sich keinen Deut besser.

    Ich verstehe auch nicht so recht die Entmündigungswunsch-Argumentation. Gilt die dann auch bei Filmkritiken (Stichwort „Goldene Himbeere“) und wenn nein, warum nicht?

    • stefanolix sagt:

      Die letzte Frage müsstest Du Stine stellen, vielleicht schaut sie noch mal rein.

      Das Rechnen mit dem Dreisatz ist doch bloß dann notwendig, wenn Du die Menge des Zuckers im Getränk in Würfel umrechnen willst.

      Der Vergleich zwischen der Menge des aufgenommenen Zuckers und der wirklich notwendigen Menge an Zucker ist wesentlich einfacher.

      Nach der Wende habe ich mir zwei einfache dtv-Taschenbücher zur Warenkunde zugelegt, die sind einfach und eindeutig. Die wesentlichen Informationen daraus gelten bis heute und werden wohl bis an mein Lebensende gelten.

      • foster sagt:

        Das @stine hatte ich einfach vergessen. Andererseits hatte ich auch den Eindruck, dass du ihrer Argumentation eher zustimmst.

        Das mit dem „rechnen“ war reine Rhetorik. Über den Zuckergehalt bin ich mir durchaus im Klaren. Dass deine TBs immer noch gelten, kann auch gut sein. *g*

        Nichtsdestoweniger verstehe ich nicht ganz, worauf du hinauswillst. Es klingt irgendwie nach: man möchte es doch den Leuten bitteschön selbst überlassen herauszufinden, wo Irreführendes draufsteht, anstatt öffentlichkeitswirksam darauf hinweisen.

      • Lina sagt:

        >> „Es klingt irgendwie nach: man möchte es doch den Leuten bitteschön selbst überlassen herauszufinden, wo Irreführendes draufsteht, anstatt öffentlichkeitswirksam darauf hinweisen.“

        aber @ foster: das ist freiheit, wie der gemeine (wirtschafts_)liberale sie versteht; wusstest du das nicht ;) ?

      • foster sagt:

        @Lina: Och bitte. Es geht mir doch hier nicht darum, jede Zucker- und Aromaangabe in 2cm großer Schrift aufs Vorderetikett durchregulieren zu wollen. Aber irreführenden Unfug öffentlich zu machen, das sollte schon auch möglich sein, das gehört einfach dazu. Auch das ist Freiheit.

      • Lina sagt:

        da war ein ironiezeichen, @ foster … ?

        selbstverständlich – meine rede! – soll man irreführenden unfug öffentlich machen und es eben nicht einer (wirtschaftsliberalerweise) vorgeblichen ‚freiheit‘ des verbrauchers überlassen, sich u. u. verarschen zu lassen.

        ein missverständnis? ich spreche hier doch nicht aus einer grossbuchstabengeilen krämer_seele, sondern aus einer kritischen haltung gegenüber allzu naiver gutmarkt_gläubigkeit …

      • tigger sagt:

        Oder aus einer ampelfarbengeilen aufklärer_seele mit schlechtmarkt_gläubigkeit :-)

      • Lina sagt:

        not all all, @ tigger :) !!! ich hab’s nicht so mit grünen oder roten ernährungs_faschisten :) …

      • Lina sagt:

        … und weil’s mir ‚grad noch einfällt: hier ist gelb tatsächlich die einzige farbe, die sich raushält – aber sie ist auch die einzige, die es sich in aller ‚freiheit‘ versagt (*g*), dubiosen markt_produzenten auf die finger zu schauen …

      • stefanolix sagt:

        Natürlich haben Lobby-Organisationen aller Art das Recht, auf die Fehler und Schwächen des »Gegners« hinzuweisen. Ich habe mir dann die Freiheit genommen, die aktuelle Kampagne zu hinterfragen, Herr Teddy hat wiederum meine Argumente kritisiert. So befinden wir uns wohl in einer Spirale der Kritik in einem freiheitlichen System ;-)

        Märkte müssen immer Regeln unterliegen und zu diesen Regeln gehören unter anderem auch die Regeln zur Lebensmittelkennzeichnung und -herstellung. Vernünftige Menschen konzentrieren sich darauf, vernünftige Regeln aufzustellen. Das Aufblasen kleiner Probleme zu großen Skandalen hilft niemandem.

        Solange gemäß dem geltenden Recht erlaubt ist, auch biologische Produkte mit Zitronensäure oder Ascorbinsäure zu aromatisieren, wird es auch getan werden. Welches Bild auf der Flasche prangt, ist dann meiner Meinung nach völlig unerheblich. Ich muss als Verbraucher nachsehen: ist da Saft oder Aroma drin?

        Fazit (wie oben schon gesagt): Die Verbraucher müssen einfach nur ihren Kopf nutzen, um zwischen den einzelnen Produkten zu unterscheiden.

  9. Lina sagt:

    „Welches Bild auf der Flasche prangt, ist dann meiner Meinung nach völlig unerheblich.“

    was würde ‚physalis‘ dazu sagen? na gut, die fragt ja keiner ;)))) …

    „Vernünftige Menschen konzentrieren sich darauf, vernünftige Regeln aufzustellen. Das Aufblasen kleiner Probleme zu großen Skandalen hilft niemandem.“

    dein gut_ oder vernunft_menschentum ist unüberbietbar ;) …

    und das aufblasen kleiner probleme zu großen skandalen*, das niemandem helfen soll: wo soll das denn stattgefunden haben? bei foodwatch, spiegel_online oder gar hier, wo mal ein flüchtiger, fruchtiger gesinnungs_aufruhr herrschte? also mir hat’s geholfen :) …

    *bleib‘ auf dem teppich, stefanolix :) …

    (und nein, ich mag dein fazit nicht. ich erwarte vom (kontrollierten) hersteller, dass er mir, wenn er mein geld will, reinen wein einschenkt und mir keine rätsel aufgibt. sich mit tricksereien abzufinden, scheint teil einer post_modernen konsumenten_haltung zu werden – die sich in praktizierter markt_toleranter ‚vernunft’_begabung manifestieren soll`? nicht mit mir.)

    • stefanolix sagt:

      Lina, der reine Wein muss Dir eingeschenkt werden, dafür gibt es ja die Pflichtangaben auf der Packung. Die ganze Kampagne besteht im Grunde nur aus dem Vorlesen und Aufbauschen dieser Angaben.

      Nächstens werden sie uns entrüstet erzählen, dass das Produkt »Fruchtnektar« Wasser enthält. Um solche Mischungsverhältnisse zu regeln, gibt es aber in Deutschland die FrSaftV. Jeder kann sich diese Verordnung kostenlos herunterladen.

      • foster sagt:

        Das Beispiel ist aber nun wirklich überzogen. Ich habe diese Verordnung auch nicht gelesen. Dass »Fruchtnektar« – entgegen der durch die fleißigen Bienen bedingten umgangssprachlichen Bedeutung – eben nicht was besonders Wertvolles ist, sondern im Prinzip verdünnter Saft, weiß ich auch nur, weil irgendwo mal öffentlichkeitswirksam (und ganz ohne Entrüstung) darauf hingewiesen wurde.

  10. Stine sagt:

    Ok, dann war Entmündigung eben ein wenig zu drastisch formuliert. Ich kann einfach nur diese ewigen Klagen von selbst ernannten Verbraucherschützern nicht mehr hören. Nicht nur in Bezug auf merkwürdige Ampeln. Ich will von der Lebensmittelkontrolle beschützt werden, ob Gift in den Lebensmitteln ist, ob Dinge auch nicht eingefrostet, aufgetaut und wieder eingefrostet wurden und andere eklige Details. Aber an einer Packung herumzumäkeln, weil „mit Traubenzucker“ darauf steht, aber eigentlich mehr „normaler“ Zucker darin ist, finde ich lächerlich, solange auch Traubenzucker darin ist. Das ist keine Lüge sondern Beschönigung, also Werbung. Ich persönlich gehe von vornherein davon aus, dass die meisten Verpackungen sowieso Schwindel sind, die meisten Bezeichnungen sind weder geschützt noch kontrolliert. Das müssen nicht alle nachvollziehen können, ich strafe den Wettbewerb einfach mit Missachtung, da bin ich ja liberal, aber ich kann einfach nicht verstehen, wie man auf Werbung hereinfallen kann. Ok, ich habe seit 95 keinen Fernseher mehr, vielleicht bin ich nur nie in den Sog geraten? Was gesund ist und was nicht hatten wir ab der Grundschule, was ich durchaus vernünftig finde. Wenn ich dann allerdings in die Einkaufswagen mancher Familien sehe, scheint es nicht wirklich etwas zu bringen. Ich glaube die Menschen wissen, dass sie belogen oder zumindest getäuscht werden und dass sie oft ungesunde Sachen essen. Wenn sie dann dick oder krank werden geben sie aber trotzdem lieber den bösen Konzernen die schuld, die sie vergiftet haben. Das ist bequemer als scih selbst verantwortlich zu machen. Ich weiß, eine zynische Haltung. Um zu wissen, dass Raucher ein höheres Krebspotential haben, brauche ich auch keine Aufschriften oder Bildchen. Dessen bin ich mir bewusst und ich kalkuliere es ein. Das meinte ich mit Entmündigung, dass einem von überall her entgegen schallt, was gesund oder ungesund ist, was man tun und was lassen sollte. Man kann es auch Infantilisierung nennen. Deswegen frage ich mich auch: Seit wann sind die FSK-Schilder auf DVD so groß? Was für einen Sinn soll das haben, außer, dass das Cover verdeckt wird?

    • stefanolix sagt:

      Vermutlich hat es wirklich etwas mit dem Fernsehen zu tun. Ich habe auch keinen Fernseher und ich bin immer wieder fassungslos, wenn ich auf Reisen im Hotel mal ein wenig zappe.

      Die notwendige Grundbildung gehört einfach in die Schule und ich sage auch als liberal denkender Mensch: es ist eine Kernaufgabe des Staates, dafür wissenschaftlich fundierte Lehrpläne aufzustellen, den Rahmen vorzugeben und die Mittel bereitzustellen.

      Ich sehe in dieser Beziehung eine wachsende Spaltung der Gesellschaft: auf der einen Seite sind die unzähligen Hobbyköche und Ernährungsbewussten, die wirklich auf die Zusammensetzung ihrer Nahrung achten, auch in den Zeiten, wo das finanziell schwerfällt.

      Auf der anderen Seite gibt es aber auch sehr viele Leute, denen es völlig gleichgültig ist, was sie in sich reinschütten und reinstopfen. Wenn man das manchmal auf der Straße sieht, möchte man sie am liebsten fragen, ob sie überhaupt merken, was sie gerade essen. Diesen Leuten ist aber mit Foodwatch-Aktionen auch nicht zu helfen.

      Ich habe für mich selbst den Begriff »Evidenzbasierte Ernährung« gefunden. Jeder Mensch hat doch einen Sinn dafür, was ihm offensichtlich nutzt und was ihm offensichtlich schadet. Jeder Mensch mit einem Minimum an Körpergefühl merkt z.B. irgendwann, ob ihm ein schweres Essen am Abend wirklich weiterhilft oder ob etwas Leichtverdauliches nicht doch besser wäre.

  11. foster sagt:

    Ah ok, es geht also eigentlich gar nicht um den „Goldenen Windbeutel“, sondern der ist nur einer dieser berühmten das Fass zum Überlaufen bringenden Tropfen.

    Was die Ampeln angeht, würde ich dir grundsätzlich sogar recht geben (hauptsächlich weil ich an ihrem Nutzen zweifle) und die großformatigen FSK-Aufkleber habe ich auch schon mit Verwunderung registriert.

    Nur kann ich hier den Anlass (den „Tropfen“) irgendwie überhaupt nicht nachvollziehen. Sicher, in gewisser Hinsicht kann ich mich auch amüsieren über „Bio-Malz“, aber ich halte die Nummer die Foodwatch da durchzieht schon für gerechtfertigt. Und wenn es – mal ganz abgesehen vom Unterhaltungsfaktor – nur der (vagen) Hoffnung wegen ist, dass dadurch vielleicht ein paar mehr Leute aufs Rückenetikett resp. das Kleingedruckte achten.

    • stefanolix sagt:

      Es geht solchen Lobby-Organisationen immer um Geld und Einfluss. Wenn ich das bei den Lobbyisten der Nahrungsmittelwirtschaft kritisch sehe, dann sehe ich das auch bei »Foodwatch« kritisch.

      Den Leuten, die das wirklich betrifft, kann man mit solchen Aktionen nicht helfen. Sie bewirken bloß ein Schulterklopfen bei den Leuten, die es schon immer gewusst haben ;-)

      • foster sagt:

        Das kritisch zu sehen, bleibt dir unbenommen. ;-)

        Nur, wenn ich nach diesen Argumenten ginge, müsste ich auch alle möglichen Verlage für die Veröffentlichung irgendwelcher Ratgeber kritisieren, und die Öffis für WISO, PlusMinus und diverse u.U noch stattfindene Hintergrundberichterstattung:
        Auch die wollen Geld und Einfluss. (Ok, die Öffis bekommen ihr Geld auch so, aber anderes Thema)
        Und auch da sind die Kunden hauptsächlich die, die ohnehin schon etwas mitdenken – und an denen, die vielleicht am dringendsten wenigstens mal ein paar grundlegende Infos und Zusammenhänge erklärt bräuchten, geht das alles vorbei, weil sie überspitzt gesagt vermutlich zwischen 9live und RTL2 zappen.

        Von daher ist das für mich kein überzeugender Einwand.

  12. casus sagt:

    Die ganze Diskussion ist schon wieder an mir vorbeigeschwappt. Die liebe Zeit…

    In der Diskussion wird bis fast zum Schluss der „informierte Verbaucher“ unterstellt. Beobachtet habe ich (genervt durch lange Einkaufszeiten wegen Etikettenstudium), dass ich da zumindest beim Discounter (ja, da kaufe ich auch ein) in der Minderheit bin.

    Ein Ziel sollte es sein, mehr mündige Verbraucher zu haben. Ein Bildungziel für Eltern und Schule (!).

    Trotzdem werden mündige Verbraucher mittelfristig in der Minderheit bleiben. Der Umgang mit Informationen (darunter auch viel Werbung) ist schwierig geworden. Wir werden von allen Seiten befeuert. Da Kurs zu halten erfordert Erfahrung oder Bildung in diesem Bereich. Eine FrSaftV habe ich heute auch erstmals gelesen.

    Warum sollte Wahrhaftigkeit falsch sein? Warum sollte eine „Ampel“ falsch sein? Auch (unbewusste) Falschernährung (Fett, Zucker,…) verursacht Kosten für die Allgemeinheit für die KV-BEiträge oder gar aus Steuermitteln.

    Organisationen wie Foodwatch suchen sicher auch Aufmerksamkeit aus Finanzierungsgründen. ok. Aber haben sie nicht auch eine gesellschaftliche Funktion? Die Gruppe der informierten Verbraucher von 7% auf 8% zu erhöhen?

    Ironie? Minichten. Schule, Elternhaus, Foodwatch etc. können Ihren Beitrag leisten….

    • Lina sagt:

      @ casus

      Warum sollte eine “Ampel” falsch sein? Auch (unbewusste) Falschernährung (Fett, Zucker,…) verursacht Kosten für die Allgemeinheit für die KV-BEiträge oder gar aus Steuermitteln.

      sofern ich mein ess_ und genuss_verhalten daran messen + ausrichten soll, was es ‚die gesellschaft‘ kostet, wenn ich mich nach ihren kriterien ‚fehl_verhalte‘, kann ich (persönliche) freiheit langsam, aber sich ab_schreiben. das will ich um keinen preis.

      ich bin für die (auber konrollierte) angabe von inhaltsstoffen OHNE jede bewertung ihrer möglichen wirkungen, und zwar in JEDEM fall. für eine gewünschte/notwendige informationsbeschaffung möchte ich (via spezialisierter + organisierter medien) selbst und niemand anderem ausserhalb meiner privaten bezüge + bezüglichkeiten verantwortlich* sein. das ist freiheit.

      *logische konsequenz daraus wären selbstverständlich (statt der solidar_) eigenverantwortliche und privatbedarfsorientierte versicherungen; erst dann ginge die frei_heitliche rechnung voll auf …

  13. Lina sagt:

    fehl_anzeige: ein ‚er‘ bei sicher und ein ’s‘ bei sauber, sorry …

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