Ich laufe sehr gern in der Dämmerung

auf dem Elberadweg, aber da sind diese Radfahrer, die ohne Licht im Fast-Dunklen durch die Gegend rasen, als gäbe es kein Morgen. Und ebenso unbeleuchtete Liebespaare, die mitten auf dem Weg knutschen, als gäbe es kein Morgen. Wenn dann die Radfahrer wilde Bögen um die Liebespaare schlagen, bleibt dem Läufer nur noch der Sprung ins Gras.


11 Responses to Ich laufe sehr gern in der Dämmerung

  1. dd-jazz sagt:

    also; ich stoße mir/mich am un(ter)belichtetenden „Firmament-Bollwerk der TestesTroiden“ gern die (ent)romantische/n Entschul(dig)dungs-Hörner auf; andererseits laufe ich desto konzentrierter, um nicht takt-los zu werden…;-)

    • stefanolix sagt:

      Ich laufe abends auch extrem konzentriert (muss ich auch üben, unter anderem als Training für den Treppenmarathon). Aber mir reicht die Konzentration auf den dunklen Weg.

  2. tigger sagt:

    Unbeleuchtetes Knutschen ? Des däds bei ons net geba.

    • stefanolix sagt:

      Ich gönn‘ es ihnen ja von ganzem Herzen, aber — …

      Das absolute Schockerlebnis war mal in der Nähe des Johannstädter Fährgartens ein schwarz gekleideter Rollstuhlfahrer im schwarzen unbeleuchteten Rollstuhl und mit sehr sportlicher Geschwindigkeit im Gegenverkehr.

      • foster sagt:

        Es gibt im Laufladen Stirnlampen. Sie sehen albern aus und sind meist überteuert. Sie helfen auch nur bedingt beim Sehen, aber zum Gesehen-werden sind sie sehr nützlich. Das erspart dir zwar nicht den Schock, aber wenigstens dann macht dann der Radraser das Ausweichmanöver.

      • stefanolix sagt:

        Gesehen werden: Dafür müsste doch im Grunde auch ein Stirnband mit LED-Lichtquelle reichen, die sind ja sehr energiesparend und man könnte das Stirnband notfalls als Halsband nehmen.

      • foster sagt:

        Die Dinger sind ohnehin fast immer LED-Lampen. Sehe gerade, mittlerweile gibt es sie auch in Scheinwerferqualität (mit knapp 30 LEDs) zu erträglichen Preisen.

        Aber um den Hals? Ich weiß nicht. Da scheuert das Band bestimmt unangenehm. Und die Lampe verrutscht dort wahrscheinlich eher. Aber probieren kann mans ja mal.

  3. casus sagt:

    Ich als Spaziergänger auf dem Elbradweg mit Kindern:

    Kihinder, bitte rechts laufen. Passt auf, da kommt ein Radfahrer. Achtung, noch ein Rad von hiiiinten! Nich die Oma da vorn anrennen. Aufpassen, ein Skater!!! *Leise*: So ein Trottel! Nein, die Frauen da drüben sind nicht behindert, die walken! Haaaaaaaalt, Kind, haaaaalt! So ein Idiot von Radfahrer! Mit 30 kmh hier vorbeizufahren! Wenn ich den erwische…

    Ich als (seltener) Jogger:

    Lauf, ächz. Wird das Pärchen mich hören, laut genug bin ich ja. Keuch. Nee, die nehmen die ganze Breite ein, werd ich rechtsüberholen. Jetzt laufen die auch nach rechts, gehts noch? Also links vorbei. Uiii, den Skater hinter mir hör ich erst jetzt. Fluchen. Über mich. Ahhh, da kommt ne hübsche Joggerin. Geräusche einstellen, Brust raus, lockerer Schritt. Der Radfahrer will jetzt nicht zwischen uns durch. Das will der nicht, oder? Doch, er will. Sprung zur Seite…

    Ich als RennRadfahrer:

    Rückenwind, geil. Jetzt mach ich die 40 kmh bis nach Hause. Verdammt, wohin laufen denn die Kinder da vorn? Haben die überhaupt ein Ziel? Arghh. Vollbremsung. Haben die Eltern die Gören nicht im Griff? Schnell weg, hoffentlich lyncht mich der Vater nicht. Guckt so grimmig. In 100 Metern ne Oma. Also mal klingeln. Scheint mich nicht zu hören. Also dazu noch rufen. Läuft kreuz und quer. Der Opa sieht mich, schreit seine Frau an – und die springt mir fast ins Rad. Puh, das war knapp. Schon wieder so ein schleichender Jogger. Soll er doch erst mal auf Laufband zu Hause üben. Der taumelt ja richtig. Jetzt wirds eng. Taumelnder Jogger und Familie mit Fahrradanhänger. Schaff ich noch. Nee, doch nicht, bremsen! Aber da vorn, die beiden Skater mit den Ohrstöpseln, die werde ich jetzt in der Mitte auseinanderfahren…

    Etwas fiktiv, aber ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich innerlich Partei für die ergreife, deren Rolle ich einnehme. ;-)

    • stefanolix sagt:

      Das ist alles sehr schön beobachtet und ich ertappe mich auch manchmal bei Parteilichkeiten ;-)

      Spaziergänger, Walker, Jogger, Läufer: alle muss man so nehmen, wie sie sind. Alle könnten ja auf einem Weg auch gut miteinander auskommen, wenn niemand dem anderen etwas versperrt.

      Aber abseits von der Parteilichkeit: mit den Jahren wird man eben auch vernünftiger und ich würde heute nicht mehr ohne Licht auf dem dunklen Elberadweg entlangrasen. Wenn so ein Radfahrer plötzlich auf ein Hindernis trifft, hat er keine Chance.

  4. derebs sagt:

    früh um 4:30 Uhr gehts da wesentlich entspannter zu. Mit einem zusätzlichen Reflexband ist man für die Radler gut sichtbar und geknutscht wird um die Zeit auch nicht (jedenfalls nicht auf dem Elbradweg).

    • stefanolix sagt:

      Ich bin ja auch nicht gerade ein Spätaufsteher. Um fünf Uhr aufstehen ist für mich OK, aber halb fünf Uhr schon laufen — das ist wirklich sportlich! Wenn ich das mal schaffe, dann treffen wir uns vielleicht im Morgengrauen am längsten Tag des Jahres.

      4.30 Uhr Laufen — das kenne ich sonst nur einmal im Jahr und zwar beim Treppenmarathon.

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