Weiter und besser?

22. März 2010

Der SPIEGEL berichtet über ein Projekt von vier Nachwuchsjournalisten aus Leipzig:

Sie waren genervt von der »Leipziger Volkszeitung«: Zu behäbig war ihnen die Berichterstattung, politisch eindimensional, oft miserabel geschrieben. Und weil immer nur jammern nicht hilft, fanden die vier Journalistikstudenten, mussten sie eben ein besseres Blatt machen. Inzwischen sind sechs Ausgaben von »Weiter« erschienen, mit einer Auflage von zuletzt etwa 500 Exemplaren.

Hier ist die Webseite der Zeitung »Weiter«.

Mich nerven die lokalen Zeitungen ja auch. Ich könnte mir für Dresden allerdings etwas anderes vorstellen. Wenn die vielen privaten Online-Beiträge besser vernetzt würden (und wenn es mehr davon gäbe), könnte man sich eigentlich auch online auf dem Laufenden halten. Zumindest als Ergänzung zur täglichen Zeitung …


Zum Wochenbeginn

22. März 2010

noch ein Bild mit kleinen Blüten, die eine große Wirkung entfalten können.

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Krokusse auf einer Wiese an der Plattleite.


Weinberg in der Mittagssonne

21. März 2010

des 21. März 2010 — damit ist heute die Tag- und Nachtgleiche erreicht. Bis zum 21. Juni werden die Tage jetzt immer länger und bis zum 23. September bleiben sie noch länger als die Nächte.

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Weinberg über der Elbe am 21. März 2010 — Klick vergrößert.


Der Winter ist zu Ende

21. März 2010
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Der Handschuh …


Bach im Frühling

21. März 2010

Ich komme seit einer Nacht und einem Tag nicht von diesem Video los, in dem der junge Glenn Gould eine Partita von Johann Sebastian Bach einübt. Auch wenn Ihr Euch so etwas sonst nicht anhört: Klickt das Video. Es macht einfach Freude, diesem Mann bei der Arbeit zuzusehen.


Ein hilfloser Papst

20. März 2010

Wenn ich diesem Papst in die Augen schaue, dann hält sich meine Hoffnung auf Aufklärung und auf Verbesserungen in der Katholischen Kirche in engen Grenzen. Papst Benedikt ist ein hochgelehrter Theologe und ich will es an Respekt nicht mangeln lassen. Aber er wirkt auf diesem Bild, als sei er schon in einer ganz anderen Welt.

Warum gibt es bis heute keine eindeutige Aussage zu Deutschland? Der Chef-Aufklärer der Katholischen Kirche in Deutschland hat die Aussagen des Papstes zu den Misshandlungen in Irland interpretiert und quasi auf Deutschland angewendet. Warum war das notwendig? Hätten diese Worte nicht vom Papst selbst kommen müssen? Was kann man von einem solchen Papst noch erwarten?

Und wenn wir sie an ihren Taten messen, dann sieht es noch schlimmer aus. Diese Kirche muss doch reich genug sein, um wenigstens in den nachgewiesenen Fällen eine Entschädigung zu leisten?



Synchron einschweben

20. März 2010

An der Elbe kann man zur Zeit diese Rabenvögel beobachten. Jemand hatte ein paar Nüsse mitgebracht und er hat sie den Vögeln zugeworfen. Er sagte, dass diese Vögel die Nüsse aus großer Höhe auf den Asphalt werfen, bis sie an den Inhalt herankommen. Und interessant fliegen können sie auch ;-)

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Rabenvögel im Anflug …


Dreierpack

19. März 2010
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Dreierpack Knospen …


Laufen im Waldpark

19. März 2010

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Laufen im Waldpark …


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… mit dem Blick nach oben!


Mein Ding

18. März 2010

Manchmal kann ich meine Assoziationen selbst nicht so schnell aufschreiben, wie sie mir durch den Kopf fliegen. Aber wozu hat man ein Blog?

(1) Heute morgen las ich in der Zeitung von einer Kirchgemeinde aus Dresden, die ihre Außensanierung aus eigenen Kräften bewältigen wird, weil der x-te Fördermittelantrag abgelehnt wurde. Am Innenraum und an der Bausubstanz haben sie schon angepackt.

(2) Und eben hörte ich beim Arbeiten im Webradio Aretha Franklins Interpretation des Songs My Guy von den Supremes.

(3) Die Melodie kannte ich doch aber auch aus einem Film? Klar, der Film hieß »Sister Act« und ist bald 20 Jahre alt. In diesem Film kommt eine Soulsängerin aus Las Vegas für eine Weile in ein katholisches Kloster und weckt dort ungeahnte Kräfte: sie trainiert den Chor und bringt alle Leute zum Wirbeln. Auch in dem Film packen ganz viele Leute mit an, um die Außenanlagen instandzusetzen.


Den Bezug zu unserer aktuellen Diskussion um die Freizeitangebote für Jugendliche stelle ich jetzt nicht explizit her — aber damit mich niemand missversteht: ich schlage keine flächendeckende Gründung von Gospel-Chören vor ;-)

Doch ob Gospel oder Punk, Kirche oder Jugendhaus: wenn die Leute nicht sagen »Das ist mein Ding«, wird Staatsgeld nichts helfen. Staatsgeld baut immer nur neue Abhängigkeit auf.



Funkloch fordert.

17. März 2010

In der Hitze des Tagesgeschäfts ist gestern ein langer Kommentar untergegangen, den Herr Funkloch in der Diskussion um die Haushaltskürzungen in Dresden und Sachsen geschrieben hat. Ich werde ihn jetzt zitieren, ich werde ihm widersprechen und ich werde unten noch mal auf den kompletten Kommentar verweisen. Die Quintessenz in drei Zitaten:

die mangelnde auslastung eines offenen hauses kann ein qualitaetskriterium sein, muss es aber nicht. sie kann auch ausdruck einer sozialraeumlichen entwicklung sein.

Im Volksmund sagt man dazu: Abstimmung mit den Füßen? Wenn solche Angebote überhaupt nicht angenommen werden, dann muss es doch offensichtlich zu viele Angebote geben.

Das Überangebot scheint mir das eigentliche Problem zu sein und ich kann es an einem einfachen Beispiel erklären. Es gab eine Zeit, da konnte man auf Veranstaltungen mit Kindern ein großes Kinderschminken beobachten. Da wurden die Gesichter der Mädchen mit kunstvollen Mustern bemalt und heraus kamen kleine Prinzessinnen oder Barbies.


Ein kleiner Inline-Exkurs als Ergänzung: Das Angebot wird durch den Erwachsenen bestimmt. Das Kind begibt sich quasi in eine vollständige Betreuung, nachdem es den Wunsch geäußert hat: mach mich zu einer Barbie oder zu einer Prinzessin.

Die Betreuerin hat alles vorbereitet: das Material gekauft, die Farben gemischt, die Geräte bereitgelegt. Sie schwingt nun die Schminkgeräte. Das Kind sitzt passiv unter einem Umhang und darf sich kaum bewegen.

So ist das Konzept: die Älteren bieten und die Jüngeren konsumieren. Warum ist das falsch? Weil es nicht die eigenen Kräfte und die eigene Motivation der Kinder stärkt. Weil es Abhängigkeiten aufbaut. Weil es verwöhnt.


Also eigentlich wurden sie nicht geschminkt, sondern sie wurden angeschmiert. Denn wenn die Kinder keine Lust mehr auf Kinderschminken hatten, dann haben sie sich irgendeinen anderen Tisch ausgesucht, an dem es wieder ein neues Angebot gab. Und wenn ihnen kein Tisch mehr gefiel, dann haben sie gequengelt.

So hat sich das in der Jugendzeit fortgesetzt. Immer gab es Betreuer, die den Kindern und Jugendlichen alles mundgerecht serviert haben. Die derart Betreuten haben sich einfach daran gewöhnt, dass es ein Überangebot gab. Und wenn es ihnen irgendwo nicht gefiel, sind sie weitergezogen.

Das Überangebot hat auch immer mehr Betreuer angezogen und diese Betreuer haben sich wohl zum Teil ganz bequem im System eingerichtet:

im uebrigen sind die fragen nach der auslastung das mantra des jugendamtes. jaehrlich muessen die projekte diese nach altersgruppen, geschlechtern, sozialer schichtung und wochentagen aufschluesseln. ohne das gab es noch nie kohle. und das effizienzgewurschtel treibt immer huebschere blueten im lauf der jahre hervor. jugendarbeit, die sich zu stark von effizienzkriterien leiten laesst, kann sich am schluss nur noch auf toepfer- und haekelkurse kaprizieren, weil da die auswertung so schoen einfach ist. will nicht heissen, dass ich es unnuetz finde, die berechtigung, angemessenheit und wirkung von jugendhilflichen angeboten zu analysieren und zu diskutieren. aber so einfach geht es halt nicht.

Und was ist also der Ausweg? Natürlich mehr Geld!

nein, eine weitere einschraenkung der finanziellen mittel fuer jugendarbeit in sachsen ist nicht hinnehmbar. vielmehr braeuchte eine stadt wie dresden wenigstens 10 millionen im jahr zusaetzlich. gemessen an sinnlos bauprojekten […] ist das nicht viel. ausserdem gibt man das in breitenangeboten eingesparte geld dann fuer teure einzelbetreuungen, strafvollzug usw. aus.

Da haben wir ungefähr alles beisammen, was mich an der aktuellen Debatte so stört. Die Protagonisten der staatlichen Jugendbetreuung fordern immer mehr Geld, wehren sich gegen die Bewertung ihrer Effizienz und malen eine ganze Horde Teufel an die Wand. Es fehlt im Grunde nur noch die Behauptung, dass ohne die zehn Millionen Euro ganz viele junge Leute schnurstracks zu den Neonazis laufen. Oder dass sie vom bösen Wolf geholt werden.

Die Kommunen haben kein Geld. Sachsen hat kein Geld. Der Bund hat kein Geld. Alle Ebenen dieses Staates sind überschuldet. Beginnen wir also von vorn: wo sind die »sinnlosen Bauprojekte«? Wo kann man zehn Millionen Euro einsparen — ohne Vertragsstrafen zu zahlen und ohne gegen Gesetze zu verstoßen und ohne die Wartung des Bestehenden zu vernachlässigen?

Und nachdem wir die zehn Millionen Euro auf diese Weise definitiv nicht bekommen werden: wo willst Du das Geld dann wegnehmen? Bei den Schulen? Bei der Brückensanierung? Bei der Straßenreparatur? Oder auf welche Weise willst Du zehn Millionen Euro eintreiben?

Die Lösung kann nicht darin liegen, dass immer mehr Betreuer ein immer größeres Angebot bereitstellen. Die Lösung muss darin liegen, dass man Eltern und Jugendliche einfach selbst etwas machen lässt und nicht durch noch höhere Steuern (Abgaben) daran hindert. Die Eltern und Jugendlichen müssen für ihre eigenen Belange stärker in die Pflicht genommen werden. Sie müssen gleichzeitig mehr Rechte und mehr Spielraum bekommen.


[Quelle: Funklochs kompletter Kommentar]



Aufgefangen (1)

17. März 2010
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Aufgefangen …


Vom Bahnnetz abgehängt

17. März 2010

Nein, Gewalt ist keine Lösung! Aber auf irgendeine Weise kann man die russischen Provinzler verstehen. Den Ärger mit der Bahn haben sie immer noch am Hals, aber die Bedingungen haben sich für sie verschlechtert. Technokratische Lösungen sind eben auch nicht das Nonplusultra.


Sippenhaft

16. März 2010

Zur Erinnerung: Im Wahlkampf 2009 hatte sich Karl Nolle (SPD) nicht entblödet, die Ehefrau des designierten sächsischen Ministerpräsidenten in seine Recherchen über irgendwelche CDU-Lehrgänge aus den achtziger Jahren einzubeziehen. Mich hat diese Kampagne damals angewidert und ich habe entsprechend darüber gebloggt.

Die Fairness gebietet es jetzt, auch einige Worte zu den »Recherchen« über den Ehemann der designierten PDS-Parteichefin zu sagen.

Stasi: Ehemann von Gesine Lötzsch steht unter IM-Verdacht

titelt die Boulevard-Webseite SPON heute. Ich finde diese Sensationsgier heute so widerwärtig wie damals. Erstens ist dieser Mann beinahe 80 Jahre alt, zweitens ist er nur aufgrund seines Eherings noch keine Person des öffentlichen Interesses und drittens muss auch in diesem Fall zunächst die Unschuldsvermutung gelten.

Ein weiterer Fall drängte sich heute beim Zeitungslesen auf: warum müssen die Blutwerte der Familie Pechstein im Detail veröffentlicht werden? Können Ärzte nicht einfach Formulierungen finden, die genug aussagen und doch noch Diskretion gewährleisten?

Drei Fälle, in denen Informationen über Familienangehörige in die Presse gezerrt wurden, nur weil sie zu einem Politiker, einer Politikerin und einer Eisschnellläuferin gehören … drei Fälle zu viel!



Zwei Texte schreiben

16. März 2010

Amelie Fried hat ihren Text über die Misshandlungen an ihrer ehemaligen Schule unter das Motto gestellt:

Schnell wurde mir klar, dass ich eigentlich zwei Texte schreiben müsste.

und das trifft in seiner verblüffenden Einfachheit eigentlich auf fast jede Schule und auf fast jede Jugend zu.

Die Gedanken an die Schule und den Beginn des Erwachsenwerdens laufen auch bei mir etwas mehr als 20 Jahre nach der friedlichen Revolution beim Denken, Schreiben und Lesen[1] eigentlich immer zweigleisig.

Da war zum einen die Jugendzeit mit Lesen, Sport, Kultur, Feiern und vielen persönlichen Freiheiten. Da waren einige Lehrer, die uns wirklich wachsen ließen.

Da war zum anderen der völlig sinnlose sozialistische Druck und Drill, der uns Jungen längerdienend in die NVA und möglichst viele junge Erwachsene in die SED bringen sollte. Als wäre den linientreuen Lehrern nicht klar gewesen, dass man mit Druck und Drill gerade keine Motivation stärken kann[2].

Nein, es gab wohl an unserer Schule keine sexuellen Misshandlungen oder Belästigungen (zumindest sind mir bis heute keine bekannt). Aber der am penetrantesten SED-treue Lehrer hat Schüler systematisch erniedrigt, Laufbahnen versperrt und junge Erwachsene denunziert. Wo es unkontrolliert ausgeübte Macht gibt, bleibt das wohl nicht aus …

Schlechte Lehrer haben ihre Macht auch im Osten genutzt, um junge Menschen zu erniedrigen. Gute Lehrer haben ihre Macht auch im Osten genutzt, um jungen Menschen den Rücken zu stärken. Ich bin bis heute dankbar, dass bei mir die guten Lehrer leicht in der Mehrheit waren …


[1] Man kann ja zum Beispiel gegen Tellkamps »Turm« eine Menge Argumente vorbringen, vielleicht sogar berechtigte Einwände, aber zum Nachdenken und Erinnern brachte mich das Buch auf jeden Fall.
[2] Auf welchem Stand war eigentlich in der DDR die Theorie von der Motivation des Menschen? Weit kann sie nicht entwickelt gewesen sein …



Suchbild

15. März 2010

Dieser Pavillon steht auf dem Grundstück der Kreuzschule. Im Sommer sitzen dort manchmal Klassen und arbeiten wahrscheinlich an Kunst-Projekten. Ich laufe dort fast jeden Tag vorbei. Ich finde die Idee gut: an frischer Luft kann man viel besser lernen. Und doch hat mich auf dem Bild etwas gestört …

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Suchbild (vom 14.03.2010), Klick vergrößert.


Weltspiegelnde Kugeln

15. März 2010

vor einem Haus in Dresden-Blasewitz. Darüber könnte man lange philosophieren ;-)

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Spiegelnde Kugeln (14.03.2010).


Eine Ahnung von Rhododendren

14. März 2010

kann man an diesen eher ungemütlichen Tagen im Dresdner Seidelpark (im Volksmund: Pohlandpark) bekommen. Ich werde das in den nächsten Wochen weiter verfolgen ;-)

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Knospe des Rosenbaums …


Feuchtfrühlingshafter Spaziergang

14. März 2010

Heute war weder besonders schönes Wetter noch besonders gutes Licht, aber ich habe trotzdem einen kleinen Spaziergang mit der Kamera gemacht. Es blühen schon die ersten Weidenkätzchen …

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Weidenkätzchen (14.03.2010).

Als die Kollegin Elbnymphe Anfang März über den Lederhülsenbaum geschrieben hatte, dachte ich: solche Früchte gibt’s auch im Pohlandpark. Und wirklich konnte ich ein Exemplar in freier Wildbahn fotografieren:

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Fruchthülse (14.03.2010).

Dann kam ich an diesem Haus vorbei, in dem sich eine bekannte Dresdner Galerie befindet. Was bedeutet es eigentlich, wenn jemand jetzt um diese Jahreszeit noch einen Stern auf den Balkon hängt? Ich musste dabei unwillkürlich an eine gewisse Kurzgeschichte von Heinrich Böll denken ;-)

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Kunstobjekt oder vergessener Jahresendstern?


Weitere Bilder vom Spaziergang werde ich mit in die Woche einbauen …



Werte Reisende,

13. März 2010

sollten Sie nicht die Absicht haben, auf dem Leipziger Hauptbahnhof einzukaufen oder zu essen, dann bitten wir Sie, die bereitgestellten Busse zu benutzen. Sie werden damit irgendeinen Bahnhof außerhalb der Stadt erreichen, den Sie nie im Leben sehen wollten. Und wenn Sie Glück haben, setzen wir dort mal einen verspätet gemeldeten ICE nach Dresden ein. Lange wird es den auch nicht mehr geben.

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Ein hässliches Schild sagt uns die unbequeme Wahrheit …


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… der Leipziger Bahnhof wird schrittweise in eine Einkaufsgalerie umgewandelt.


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Konsequenterweise nutzen wir den Bahnhof schon für Autowerbung …


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… aber den Prellbock auf Bahnsteig 12 werden wir noch eine Weile stehen lassen.


Klugheit einer Dreizehnjährigen

12. März 2010

Rosa aus der Dreikönigsschule wird in der Lokalzeitung DNN gefragt, ob Mobbing im Internet mehr Macht hat als im realen Leben. Sie sagt:

Man muss halt seine Grenzen kennen. Es kommt auf den Menschen an. Wenn einer den ganzen Tag im Internet rumhängt, dann ist diese Welt dort für ihn realer. Damit ist dann auch das Mobbing real. Aber wenn man im Hier und Jetzt lebt, dann kann man dumme Sprüche auch aushalten.



In Athen und Dresden

11. März 2010

wird gegen Kürzungen der Staatsausgaben protestiert. Nun könnte jemand einwenden: Aber die Situation in Athen ist doch eine ganz andere als in Dresden? Doch die Unterschiede sind kleiner, als man auf den ersten Blick denkt.

In Dresden wird gegen die Kürzung der Ausgaben für Freizeitangebote protestiert. Doch spielt Geld wirklich die entscheidende Rolle bei der Freizeitgestaltung?

Ich denke gerade nach den vielen interessanten Kommentaren zum Geldverdienen in der DDR sehr oft an meine eigene Jugend zurück.

Der Staat DDR hat eine Menge Geld für Pionierorganisation und FDJ ausgegeben. Es gab sehr viele Einrichtungen, sie waren gut finanziert und mit den »richtigen Leuten« besetzt.

In meinen Kreisen wollte man von diesen Einrichtungen nichts wissen. Wir waren an ganz anderer Musik, an ganz anderen Büchern und an ganz anderen Freizeitbeschäftigungen interessiert.

Wir haben uns unser Freizeitleben ganz ohne Pionierorganisation oder FDJ gestaltet. Und ganz ohne Geld vom Staat — dafür mit sehr viel eigener Motivation. Wir hätten nie für mehr Pionierhäuser oder FDJ-Ferienlager demonstriert. Und erst recht nicht gegen deren Schließung protestiert ;-)

Nur mal eine vorsichtige Frage: Warum ist Staatsgeld heute so wichtig?

Die Demonstrationen in Athen und Dresden haben etwas gemeinsam: Die Enttäuschung darüber, dass der Staat nicht mehr alle Erwartungen erfüllen kann. Die Wut über die Erkenntnis, dass hochverschuldeten Staaten der Spielraum fehlt. Die Verdrängung des Problems: zahlen müssen immer die anderen.

Die demonstrierenden Jugendlichen ahnen es noch nicht: die Ausgaben von heute werden ihre Schulden von morgen sein …



Burnout

10. März 2010

Ich finde die Art und Weise bemerkenswert, in der Miriam Meckel im Interview über ihr Burnout spricht. Ich habe noch nie ein (annähernd) so offenes Interview mit einem Mann über dieses Thema gelesen. Woran liegt das?


Money, Money, Money …

9. März 2010

Must be funny
in the rich man’s world.
(…)
Aha-ahaaa!
All the things I could do
If I had a little money
It’s a rich man’s world!

Das Lied kennt wohl jeder und den Text hatte wohl jeder schon im Hinterkopf. Gestern erinnerte ich mich beim Lesen der Kommentare an einen bizarren Job aus meiner Kindheit: in einer der kleinbürgerlichsten Siedlungen Dresdens habe ich mit dem Fahrrad die Kleingartenbeiträge kassiert und beim Kassenwart der Sparte abgerechnet. Danach wusste ich, warum ich nie ein kleinbürgerlicher Spießer werden wollte.

Warum soll eigentlich immer nur das Handelsblatt nach den
schlimmsten Jobs der Prominenten fragen? Ihr hattet doch sicher auch schon schlimme oder bizarre Jobs?

Eine Einschränkung hätte ich aber — bitte: es sollte ein Job vor dem achtzehnten Geburtstag sein.



Die Kirche zum Kirchturm

8. März 2010

Loschwitzer Kirche, 07.03.2010, links davon der Eingang zur Schwebebahn.

Und hier ist die historische Version von August Kotzsch.