Watschen

Ich hatte es immer für glaubhaft gehalten, dass sich die Opfer eines prügelnden Geistlichen in eidesstattlichen Erklärungen wahrheitsgemäß erinnern. SPON zitiert nun Bischof Mixa: »Watschen kann ich nicht ausschließen«.

»Das war damals vollkommen normal, und alle Lehrer und Schüler dieser Generation wissen das auch.«

Eine feine Formulierung! Wenn sein Erinnerungsvermögen jetzt wieder besser wird, dann sollte er gleich mal mit tätiger Reue beginnen und umgehend zurücktreten. Oder glaubt er ernsthaft, dass er nach seinen bisherigen Äußerungen noch eine moralische Autorität darstellt?


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10 Responses to Watschen

  1. Herr Teddy sagt:

    Der Mixa war schon immer ein … (was sich darauf reimt bitte hier einsetzen) und wird er immer bleiben, dieser Unverbesserliche von Vorgestern. Wird aber auch Zeit das die Katholische Kirche den Bach runter geht und Leute wie Mixa oder Benedikt die tun ja einiges dafür.

    • Elbnymphe sagt:

      Herrn Teddys Lyrik kann ich voll und ganz unterschreiben. Ich wünsche mir zwar nicht, daß die KK den Weg alles Irdischen geht, aber so gönn mr das eben nimmor machn.

    • stefanolix sagt:

      Ich wünsche mir, dass der Herr Mixa den Weg der irdischen Verantwortungsträger geht: Rücktritt. Wer sich noch vor wenigen Tagen so arrogant geäußert hat (»Die können sich doch gar nicht mehr an mich erinnern?«) und schon heute Watschen zugibt, dem bleibt keine andere Wahl. Es mag strafrechtlich alles nicht relevant sein, aber moralisch ist es relevant.

  2. foster sagt:

    Das gesuchte Reimwort lautet „Trickser“, stimmts? ;)

    Obwohl: eigentlich denke ich, dass die Antwort auf Stefanolix‘ Frage „ja“ lautet. Das trau ich dem zu, das denkt der wirklich (vgl. „Ich liebe doch alle Menschen“) und Watsch’n u.ä. sind für ihn Kieselsteinchen am Wegesrand.

    Das Schlimme ist: mit dem „normal“ (im Sinne von „ganz und gar üblich“) hat er wahrscheinlich sogar recht. Was wieder mal zeigt, dass Normalität an und für sich kein Argument ist.

    • stefanolix sagt:

      Es dürfte Menschen in seiner Umgebung geben, die ihm den Rücktritt nahelegen und die ihm erklären, warum ein Rücktritt jetzt angebracht wäre. Er sollte auf sie hören. Und zwar nicht wegen der Watschen im Jahr 1985, sondern wegen seiner Dreistigkeit im Jahr 2010.

      • Elbnymphe sagt:

        Das ist für mich exakt der springende Punkt. Vielleicht wußte er es damals wirklich nicht besser (dennoch unwahrscheinlich).

        Aber nach so vielen Wochen und Berichten und Bekanntwerden von Leid so eine dreiste, dumme Lüge! Im Grunde genommen verkauft er nicht nur seine Opfer und uns für dumm, sondern – das macht mich echt wütend – Gott. Man kann nicht sagen, „ich widme mein Leben der Verbreitung einer Wahrheit“, und dann ausschließen, daß diese für einen selber gilt.

        Es mag unchristlich sein (denn das Richten liegt bei Gott, wenn man an ihn glaubt), aber ich hoffe fast, daß der Untersuchungsausschuß um seine Prunksucht ihn in grötmöglichen Unehren dastehen läßt.

        Übrigens, mein Vater hat einmal einen Kollegen angezeigt, dem er durchaus kollegial-freundschaftlich verbunden war. Dieser gehörte einer christlichen Sekte an, die die Bibel sehr wörtlich interpretierte. Er gab öfter Kopfnüsse oder schlug Kinder mit dem Kopf auf die Tischplatte. Eines davon hatte eine Gehirnerschütterung. Mein Vater konfrontierte ihn erst und bat ihn, diese Praxis zu unterlassen. Doch er stellte sich stur und kam mit dem Bibelwort, wer seine Kinder liebe, züchtige sie. Er tat es wieder und mein Vater zeigte ihn an.

      • Elbnymphe sagt:

        Jaja, ich weiß, es gibt keinen Untersuchungsausschuß, nur eine Untersuchung.

      • stefanolix sagt:

        Ich kann das, was Du über den Menschen aus der Sekte beschreibst, aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich bin ja leider in einer religiösen Sondergemeinschaft aufgewachsen und der Gipfel war für mich erreicht, als der damals geistig schon leicht altersgezeichnete lokale Chef der Gemeinde in Dresden in einer Predigt sagte: »Es sollte einem um jeden Schlag leidtun, der danebengegangen ist.« Perverserweise ergab sich aus dem Kontext: er meinte nicht diejenigen, die die Schläge verteilt haben. Er meinte diejenigen, die sie empfangen haben. Weil sich doch die übergroße Liebe in übergroßer Züchtigung ausdrückt. Oder so.

  3. Elbnymphe sagt:

    Übrigens, das Wort Watschen, klingt das nicht fast niedlich? „Jo mei, a Watschn, wos is scho dabei? Bei uns in Bayern geht’s halt a wengerl derber zu!“ Reden wir doch bitte von Schlägen – ins Gesicht, dem Ort größtmöglicher Demütigung.

    • stefanolix sagt:

      Oh, die bayrischen ehemaligen Insassen des Heimes werden das schon richtig verstehen bzw. verstanden haben. Ich finde das Wort nicht verniedlichend. Der Herr Mixa (Bischof kann ich den ab jetzt nicht mehr nennen) kann jetzt nicht mehr zurück!

      Jetzt wird nur noch über die Stärke der Schläge diskutiert werden und nicht mehr über die Frage, ob er überhaupt geschlagen hat. Vom heutigen Tag an ist Herr Mixa »Schlag-auf-Schlag« auf dem absteigenden Ast. Ich würde gern die Schlagzahl [den Takt] vorgeben ;-)

      Tut mir leid, wenn meine Worte zu Herrn Mixa etwas zynisch klingen, aber ich kenne solche Redensarten um Schläge nur zu gut. Herr Mixa hat nur in einer Sache recht: Mitte der 70er Jahre war das durchaus noch in manchen Kreisen »normal«. Nur nicht in aufgeklärten Kreisen …

      PS: Das Wort »Ohrfeige« war vermutlich auch mal euphemistisch gemeint (wobei es auch andere Deutungen gibt).

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