Aus dem Rennen

Ich musste mich in der Nacht nach 50 Runden in zehn Stunden aus dem Rennen nehmen. Nach 40 Runden hatte ich mir das Knie leicht verdreht und bis zur 50. Runde ist es einfach nicht besser geworden.

Bitte keine Beileidsbekundungen: ich lebe ja noch, auch wenn ich tief enttäuscht bin.

Gestern konnte ich meinen Namen auf dem Gipfelkreuz auf der Tafel für 2009 lesen. Ein schwacher Trost, aber immerhin ein Trost …


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20 Responses to Aus dem Rennen

  1. Christian sagt:

    Lass den Kopf nicht hängen. Sowas kann immer mal passieren und auch 50 Runden sind schon eine starke Leistung!

    LG
    Gretel

    • stefanolix sagt:

      Auf flachen Strecken (und aufwärts) kann ich auch schon wieder ganz gut laufen. Nur abwärts meldet sich das Knie. Und ich habe während der letzten zehn Runden gemerkt, dass es nicht besser wird — also war es klüger, es nicht zu erzwingen.

  2. dd-jazz sagt:

    O_h verf_LIX_t
    Nun ließen sich über Sieg und Niederlage nicht nur Gipfelstürmer und Philosophen zitieren; Thomas Eller hat die Härte diese Laufs nachvollziehbar beschrieben..
    Nein, vor Beileid bist Du sicher! Mir, als bewusst bleibender, Spaßläuferin, zollt es immer wieder ungläubigen Respekt vor jeder Runde und Stufe.
    Welch hohe Konzentration braucht es für diese anstrengende Monotonie…, erschwerend dieser Menschendichte..
    Er zählt inzwischen mit zu den (unterschätzt-)härtesten Läufen und viele Sportler entscheiden sich einsichtig-zweifelnd dagegen. Wer an diesen Lauf couragiert teilnimmt, weiß um das hochsensible Zusammenspiel aller nötigen Faktoren.
    DEIN ERFOLG IST BEREITS AUF DER GIPFELKREUZTAFEL MANIFESTIERT, WIE BANAL WÄRE ROUTINIERTE WIEDERHOLUNG.;-)) Viele werden wiederholt ohne Zielerfüllung das Leiden teilen und dennoch stolz sein können.
    +++Jede Runde ist ein Sieg mit sich selbst! Ich gratuliere Dir 50fach, wünsche gute Regeneration und wieder baldigen Genuss am Laufen+++

    • stefanolix sagt:

      Danke, ich kann über die »routinierte Wiederholung« schon wieder schmunzeln ;-)

      Meinst Du die Menschendichte auf der Treppe? Das sieht von unten nur so dicht aus. Im Grunde regelt sich der Verkehr auf der Treppe automatisch. Nur einige (wenige) Teilnehmer der Hunderter-(Schüler)-Staffeln sind manchmal etwas übermotiviert.

  3. muixirt sagt:

    Nur 50 Runden? Schäm dich. Das sind ja nur 42km und 4400 Hm, das grenzt schon an hartz-4-mäßiger Leistungsverweigerung ;-)

    • stefanolix sagt:

      Nachdem jetzt schon zum zweiten Mal dieses Thema im Spaß eingeworfen wird, eine eher im Ernst gemeinte Antwort:

      Laufen im Breitensport integriert Freizeitsportler aus ganz vielen sozialen Schichten. Natürlich besteht im Wettbewerb eine Konkurrenz. Aber in den Laufgruppen und auch unter Läufern gibt es einen guten Zusammenhalt und viel gegenseitige Hilfe.

      Im Verlauf der vielen Stunden kann man das auch beim Treppenlauf gut beobachten. Es gibt einen kleinen Anteil von Läufern, die durch Sponsoren oder aus eigenen privaten Mitteln immer die neuesten Klamotten und die tollste Ausrüstung haben. Es gibt einen wesentlich größeren Anteil, bei denen man merkt, dass sie sich das nicht leisten wollen oder nicht leisten können.

      PS: 4442 Meter, um genau zu sein ;-)

      • muixirt sagt:

        Sollte auch nur eine ganz minimale Kritik an den übersteigerten Anspruch an sich selbst sein, denn dieser Treppenlauf ist sicher kein Breitensport. Der Witz ist ja, dass 99% der Bevölkerung längst vor der 50. Runde aufgeben müssten – und da würde in den meisten Fällen nicht nur das Knie zwicken.

      • stefanolix sagt:

        OK, der Treppenlauf ist kein ideales Beispiel für das, was ich sagen wollte.

        Aber sieh es mal so: die beiden jungen Frauen, die ein Laufkumpel und ich nach dem letzten Halbmarathon noch ins Ziel begleitet haben — die haben eine riesige Willenskraft gezeigt und sind an ihre Grenzen gegangen. Auch wenn ihre Grenzen zu Ostern noch etwa bei 2:20 lagen, sie werden eines Tages unter zwei Stunden ankommen.

  4. derebs sagt:

    50 Runden – Respekt.

  5. Jane sagt:

    Tröste dich, ich hätte schon in der 1.Runde schlapp gemacht ;)
    Und außerdem hattest du dafür einen herrlichen Blick über Dresden bei schönstem Wetter. Also nu Eis aufs Knie und hoch lagern.

    • stefanolix sagt:

      Nein, das Knie braucht(e) eher Wärme. Ich habe es mir im Massagezelt von den Physiotherapeuten erklären lassen. Wahrscheinlich hätte ich schon wesentlich eher eine lange Hose tragen sollen. Sie haben das Knie abgetastet und fanden es zu kalt (die Waden waren sehr gut verpackt und auch noch sehr locker).

  6. foster sagt:

    Du hast überhaupt keinen Grund, enttäuscht zu sein! 42 Kilometer bei dem Höhenprofil, das schaffen sogar unter Twens nur die wenigsten.

    Und du bist nicht „groggy“ ausgeschieden, sondern verletzt. Also lass dir Zeit, dein Knie wieder hinzubekommen. Drohe ihm notfalls! ;)

    Und nächstes Jahr kochst du sie alle ab!

  7. Hallo Stefan,

    ich muss doch …


    [img]http://www.heidifoto.com/privat/beileid.jpg[/img]

    … aber als „Treppenopfer“ darf ich das, oder?

    Bei mir ging wirklich gar nichts. Einerseits hatte ich die Schmerzen wegen der blutigen Hacken, andererseits bekam ich einen Stich ins linke Knie, der immer schlimmer wurde.

    Und weil ich noch nicht wieder regeneriert war, begannen ab Runde 20 die Oberschenkel zu krampfen. Da war es mit der guten Laune und der Motivation vorbei und ich habe mich dem Kölner Lauffreund Michael angeschlossen, der mich nach Hause gefahren hat …

    KEEP ON RUNNING

    TOM

    • stefanolix sagt:

      Ich fühle mit Dir. Aber es ist schön, dass wir uns mal bewusst gesehen und miteinander gesprochen haben. Da es auf der flachen Strecke schon wieder recht gut läuft, werde ich vielleicht morgen wieder ein erstes lockeres Läufchen unternehmen. Man muss das wegstecken. Es gibt noch so viele schöne Wettbewerbe.

  8. gpway sagt:

    Keine Beleidsbekundungen:
    also 2011 gehts wieder los beim Treppenmarathon, so was kann halt passieren beim Sport!

    LG und bis bald in alter Frische

    • stefanolix sagt:

      Ja, die ersten dreißig Runden waren die schönsten, die ich je beim Treppenmarathon hatte. Es geht ganz sicher in irgendeiner Form weiter. Am Wochenende wäre es der Tag für eine Dreierseilschaft gewesen!

  9. Falk sagt:

    Ich hatte die Freude Dich noch auf der Strecke zu sehen. Und wie Du schon sagtest, es gibt noch viele Wettbewerbe wo wir uns auch wiedersehen ;-)

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