Das Lied »Rote Zahlen aus Athen« …

wird beim nächsten Grand Prix sicher keinen sehr großen Erfolg haben. Aber Scherz beiseite. Jetzt ist ja so oft von scharfer Kontrolle der Griechen die Rede. Warum hat man Griechenland nicht schon bei der Aufnahme in den Euro-Raum scharf kontrolliert? Da klappt ja die Kontrolle der Grand-Prix-Punkte besser …


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11 Responses to Das Lied »Rote Zahlen aus Athen« …

  1. Aber um die Kontrolle geht es doch nur am Rande. Entscheidend sollte doch sein, dass sich jemand (Griechenland) durch die Vorlage gefälschter Daten Eintritt in den EURO-Raum verschafft hat.
    Warum macht man nicht einfach das, was bei Dir und mir passieren würde? Unsere Verträge würden für nichtig erklärt, weil die Basis (die vorgelegten Zahlen) von Anfang an gefehlt hat.

    Wir würden wahrscheinlich noch ein paar Monate „gesiebte Luft“ atmen, während wir uns im Gerichtssaal die Vorwürfe „Betrug“, „Bilanzfälschung“ und / oder „Urkundenfälschung“ anhören müssten.

    Und wenn die Griechen nun bei so viel List und Tücke drinnen sind und wir sie nicht wieder vor die Türe zum Spielen schicken wollen – wie erwarten wir denn dann, dass die Kinderchen sich bessern?

    Bei meinen Kindern war das immer so, dass sie sich nur geändert haben, wenn sie gemerkt haben, dass ihr falsches Verhalten NICHT am Ende doch abgesegnet oder zumindest toleriert wurde.

    Die Lernerfahrung für das Land Griechenland? Wahrscheinlich ähnlich wie §3 des Kölschen Grundgesetzes:
    „Et hätt noch immer jot jejange.“

    Na denn, Jámas!

    • stefanolix sagt:

      Erstens haben sie schon den »Eintritt« nur mit gefälschten Zahlen erreicht. Und zweitens haben sie ja später fleißig weiter gefälscht. Ich bin weit entfernt davon, eine perfekte Lösung zu haben. Aber der Beginn jeder Lösung ist meiner Meinung nach ein brutal ehrlicher Kassensturz. Solange sich die Griechen den nicht zumuten und die Augen vor der Realität verschließen, wird auch nichts besser.

      Bittere Wahrheit: bei uns ist es auch nicht viel besser. Ein großer Anteil der Bürger duckt sich vor der Realität weg und fordert auch in diesen schlechten Zeiten noch mehr Geld aus den staatlichen Kassen (also: aus den Taschen der steuerzahlenden Schuldentilger).

  2. tigger sagt:

    Ich frage mich, ob da wirklich so viel List und Tücke notwendig war. Die EU hat wahrscheinlich beim Beitritt die Augen auch absichtlich stark zugekniffen.

    • stefanolix sagt:

      Aber selbstverständlich. Wir haben doch selbst genug Leichen im Haushaltskeller.

      Wir haben ja noch eine relativ robuste Wirtschaft. Aber wenn wir noch eine Weile so weitermachen [Leistungsträger richtig demotivieren, Bürokratie ausbauen, Schuldenspirale drehen], dann können wir uns irgendwann neben Griechenland stellen und in China um einen Kredit bitten.

  3. Stine sagt:

    Tja, wenn man gefälschte Statistiken akzeptiert und meint, mit der Aufnahme in den Euro würde sich alles bessern wird es eben nix. Da war wohl bei Manchen ein bisschen viel Optimismus im Spiel. Und wenn man sich die bisherige wirtschaftliche Entwicklung in Hellas so ansieht, werden die auch nicht so schnell herauskommen.

  4. Claudia sagt:

    Warum ist überhaupt jetzt so viel Hoppsassa um Griechenland, das keinesfalls das am stärksten schuldenbelastete Land der EU ist? Die Schuldenstandsquote in Italien ist höher als die in Griechenland, das Defizit in Irland ist höher als in Griechenland.
    Der Schuldenstand in Deutschland steigt, ein Ende ist nicht abzusehen. Wenn jetzt die europäischen Länder, die es irgendwie noch können, denen helfen, die pleite sind, gibt es am Ende weniger irgendwie funktionierende Staatshaushalte als vorher.

    • stefanolix sagt:

      Weil man Italien und Irland eher zutraut, ihre Schulden begleichen zu können. Weil die Kreditgeber ihnen mehr Vertrauen schenken (»credere«).

      • Claudia sagt:

        Du lieber Himmel, an welcher Stelle genau ist Italien in dieser Hinsicht glaubwürdiger als Griechenland?

      • foster sagt:

        Weiß gar nicht was du hast, der Silvio sieht schon sehr vertrauenswürdig aus. Fast wie jemand, dessen Angebot man nicht ablehnen kann. *veg*

  5. Wer Interesse hat, dem empfehle ich mal in der englischsprachigen Ausgabe der „Athens Plus“ vom 26.02.2010 einige Leserbriefe (S. 6/7) durchzulesen: http://wwk.kathimerini.gr/kath/entheta/extra/AthensPlus/26-02-2010.pdf
    Sie entstanden als Reaktion auf einen Brief des Stern-Journalisten Wüllenweber im Februar 2010 …

    So als Hintergrundinfo sehr interessant (auch Beiträge aus den USA und UK) … ist auch ganz gut für den Fall man leidet an einer deutschzentrierten Sichtweise auf die europäische Lage ;)

    PS: Wer den Brief von Herrn Wüllenweber sucht, der gibt einfach mal bei Google „liebe griechen wüllenweber“ ein ;)

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