Politischer Mord

Linksextreme Demonstranten haben in Athen Brandsätze auf ein Haus geworfen, in dem sich Menschen befanden. Drei Menschen sind in den Flammen gestorben. Zettel schreibt: Das war Mord — und er hat recht:

Sie kamen aber nicht einfach so ums Leben, sondern sie wurden ermordet; von Tätern, die nicht nur das Haus angezündet haben, in dem sie arbeiteten, sondern die dann auch noch die Versuche, sie zu retten, durch Steinwürfe auf die Feuerwehr zu verhindern suchten.

Ich kann Zettel nur zustimmen: Es ist Mord, wenn durch extremistische Brandstifter ein Mensch ums Leben kommt. Dabei ist es völlig belanglos, ob vor dem »extremistisch« nun die politische Richtung »links« oder »rechts« steht. Rechtsextreme und linksextreme Gewalt müssen in genau dem gleichem Maße geächtet werden. Niemand darf heimlich Beifall klatschen, wenn es beim Brandsatzwerfen vorgeblich um »Gerechtigkeit« oder »Widerstand« geht.

Jedes Mal, wenn die Extremisten bei uns in Deutschland wieder Brandsätze auf Autos oder Häuser werfen, habe ich Angst, dass dabei Menschen ums Leben kommen könnten. Auch in Dresden wurde aus politischen Gründen hier in der Nähe ein Fahrzeug mitten im Wohngebiet angezündet [im Jahr 2004]. Da hat sich keiner der Brandstifter den Kopf darüber zerbrochen, ob das Feuer auf ein Haus übergreifen könnte und ob vielleicht ein Kind im angrenzenden Wohngebäude verbrennen könnte …


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53 Responses to Politischer Mord

  1. Claudia sagt:

    Das ist einfach nur traurig und schrecklich, und ich habe keinen Funken Sympathie für die Täter. Ich hoffe nur, daß sie irgendwann begreifen, was sie da getan haben.

    • stefanolix sagt:

      Das ist sicher möglich. Vielleicht stellen sie sich ja der Polizei.

      Die Ideologen im Hintergrund begreifen das aber nicht. Die Ideologen, die den Griechen vorlügen, dass ihnen Unrecht geschähe, wenn der Staat die Leistungen kürzt, die aus eigener Leistung niemals erwirtschaftet werden konnten.

      Wenn die Kreditgeber kein weiteres Geld mehr in einen völlig bankrotten Staat pumpen, dann lässt sich das Problem nicht durch das Anzünden von Bankgebäuden lösen.

      • Antifa sagt:

        Mit Sicherheit aber auch nicht Sparmaßnahmen bei denen, die sowieso über das wenigste Geld verfügen.

  2. Antifa sagt:

    In Griechenland sind nicht erst seit heute soziale Unruhen. Dem Land drohen Kürzungen bei den Renten, Einkommen und soziale Einschnitte, von denen wir als Wohlstandseuropäer keine Vorstellung haben. Große Teile der griechischen Gesellschaft scheint damit nicht einverstanden zu sein, alleine heute waren wieder mehr als 100.000 Menschen auf den Straßen Athens unterwegs. Im Bezug auf den tödlichen Brandanschlag gibt es noch nicht einmal Festnahmen und Du sprichst von „linksextremen Demonstranten“. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du keinen blassen Schimmer hast, was da unten im Augenblick los ist. Ich habe mich interessehalber schon länger mit dem Thema beschäftigt und kann Dir versichern, dass das Spektrum der Protestierenden ein Querschnitt der griechischen Gesellschaft darstellt und keineswegs ausschließlich linke Gruppen.

    Und btw. schonmal was von der „Strategie der Spannung“ bzw. Gladio gehört? Da haben in Italien in der Zeit der Roten Brigaden rechte Gruppen mit Unterstützung der Geheimdienste blutige Anschläge bspw. auf den Hauptbahnhof von Bologna verübt, mit dem Ziel, die kommunistische Partei Italiens zu kriminalisieren.

    Ich möchte damit nicht den Tod der drei unschuldigen Menschen rechtfertigen, sondern nur sagen, dass Du nicht über eine Sachen urteilen und Schuldzuweisungen aussprechen sollst, die im Augenblick noch nicht einmal die Menschen in Griechenland beurteilen können.

    • stefanolix sagt:

      Die Situation in Griechenland ist deshalb entstanden, weil der Staat den Leuten viele Jahre lang Leistungen gezahlt und versprochen hat, die durch die Wirtschaftsleistung überhaupt nicht gedeckt waren.

      Die Situation in Griechenland ist deshalb entstanden, weil dieses Land über viele Jahre gefälschte Zahlen an die EU weitergegeben hat.

      Jetzt werden also staatliche Leistungen gekürzt, die es niemals hätte geben dürfen, die immer nur auf Pump finanziert waren. Statt nun gemeinsam die Karre aus dem Dreck zu ziehen, fällt den bisher Profitierenden nichts besseres ein als Streiken und Demonstrieren und Schuldzuweisungen an andere …

      Die Aufrufe zu den Demonstrationen waren links bis linksextrem. Die anderen Demonstranten haben die Gewalt billigend in Kauf genommen. Neben den Brandsatzwerfern gab es Steinewerfer und Blockierer. Die Unterstellung, das seien alles Geheimdienstagenten gewesen, ist völlig unrealistisch.

      • Antifa sagt:

        Die gleichen Behauptungen könntest Du auch für Deutschland aufstellen. Zeig mir das Land, in dem es kein Staatsdefizit gibt und das nicht über seine Verhältnisse lebt. Das Szenario in Griechenland droht inzwischen auch in Portugal, Spanien, Irland und Italien.

        Gemeinsam zieht da niemand die „Karre aus dem Dreck“, die Sparmaßnahmen treffen in erster Linie die Menschen, die ihr (Über)leben sowieso schon mit mehr als einem Job sicher stellen mussten und versuchen, mit einer für deutsche Verhältnisse relativ geringen Rente, zu überleben.

        Die Streik- und Protestkultur in Griechenland ist nicht im entferntesten mit der in Deutschland vergleichbar. Straßenproteste und Streiks sind keine Idee „linker Gruppen“, sondern weiten Teilen der griechischen Gesellschaft, die keine Lust mehr darauf haben, zum Spielball kapitalistischer Verwertungslogik zu werden.

        Die Ursache für die Eurokrise bzw. der weltweiten Finanzkrise Griechenland zu suchen, greift viel zu kurz und zeigt wie wenig Du von der aktuellen Krise und Kapitalismus verstehst.

        Deine deutsche Extremismusformel passt da genauso wenig wie Deine Antwort auf mein Nachfragen. Ich habe Dich nach den Belegen für Deine Behauptung gefragt, dass es sich bei den Brandstiftern um „linksextreme Demonstranten“ gehandelt hat. Die gleiche Frage habe ich, wenn ich Deine Behauptung lese, dass „die Aufrufe zu den Demonstrationen links bis linksextrem waren“. Die Streikaufrufe kommen imho von Gewerkschaften sämtlicher Industrie- und Wirtschaftszweige, nur die Unterstellung, dass Gewerkschaften per se irgendwie „links“ wären, lässt mich Deine Aussage nachvollziehen. Dann aber hast Du keinen Einblick in die Struktur von griechischen Gewerkschaften. Zwei Fragen, zwei Antworten.

      • frank sagt:

        Du scheinst wirklich keinerlei Schimmer von Griechenland und den Zuständen da zu haben und käust einfach Dinge aus den Medien wieder.

        Schon allein das hier:

        Zitat: „Die Situation in Griechenland ist deshalb entstanden, weil der Staat den Leuten viele Jahre lang Leistungen gezahlt und versprochen hat, die durch die Wirtschaftsleistung überhaupt nicht gedeckt waren.“

        ist von Unkenntnis kaum zu übertreffen.

        Ansonsten siehe Antifa.

      • stefanolix sagt:

        Lieber Kommentator mit dem Namen »Antifa«: ich habe relativ viel Geduld und ich lasse auch eine Menge Kommentare stehen, mit denen ich nicht einverstanden bin.

        Sie sind auch nicht der erste, der hier linksextreme Propaganda verbreitet. So etwas lösche ich nicht, weil man es unschwer als Unsinn erkennt.

        Aber ich muss nicht weiterhin akzeptieren, dass Sie hier einfach hereinkommen und persönliche Angriffe in der Art »der Autor hat ja keine Ahnung« vortragen.

        Ich weiß sehr gut, wie Marktwirtschaft funktioniert. Ich habe mich auch lange genug mit den Problemen Griechenlands beschäftigt.

        Ich werde Ihnen auf Ihre provozierenden persönlichen Unterstellungen nicht antworten und ich möchte Ihnen freundlich nahelegen, hier zu verschwinden. Vielleicht gibt es ja bei ColoRadio zwischen »Attac« und linken Sektierern einen freien Sendeplatz für Sie ;-)

        [Ergänzung (damit ich mich nicht wiederholen muss): Gleiches gilt für den Kommentator »frank« (von 12.00 Uhr), dessen Kommentar ich gerade aus dem Spamfilter geholt habe.]

  3. Stine sagt:

    Ich habe mich heute auch schon über die Pressemeldungen aufgeregt, in denen ständig von „ums Leben Gekommenen“ die Rede war. Sie wurden umgebracht. Nach bisher vagen Berichten waren das wohl wieder irgendwelche Kapuzenjugendliche, denen es wie den Typen vom Berliner/Hamburger Maikrawall zu gut geht und die jetzt auf revolutionär machen. Wenn das „Kritik“ an den bestehenden Verhältnissen bedeutet – eine Bank anzuzünden und den Tod von unschuldigen Menschen biligend in Kauf zu nehmen – läuft etwas schief. Und zwar nicht nur in Griechenland.

    • stefanolix sagt:

      Ich sehe eine gewisse Geistesverwandtschaft zwischen den Extremisten mit Molotow-Cocktails und ich sehe die Gefahr, dass es in bestimmten Kreisen heimlichen Beifall dafür gibt: Verharmlosen, Schuld anderen zuweisen, Verschwörungstheorien aufstellen — das ist die ideologische Seite der gleichen Medaille.

  4. falschgold sagt:

    holocaustleugner spenden demonstranten in athen beifall? is ein bissel ein stretch, aber du bist der blogger..

  5. Stine sagt:

    Na hier geht es ja rund. Was haben Holocasutleugunung und Beifall für Randale gemeinsam? Und wer hat das behauptet? Sind Verschwöungstheorien = Holocaustleugung oder ist es nicht eher umgekehrt?
    Herr/Frau Antifa da oben hört sich an wie Gysi in einer Talkshow. Egal worum es geht, es ist erst einmal die ungerechte Weltwirtschaftsordnung schuld. So einfach ist das, da kann man dann fröhlich von den armen Menschen, die alle nur Marionetten des Finanzkapitals sind, sprechen. Und wer es nicht einsieht ist selbst eine Marionette. Der gehört durch leninistische Berufsrevolutionäre befreit (oder eher entmündigt), um seiner Knechtschaft zu entkommen.

    • Antifa sagt:

      Kapitalismus ist kein abstraktes Gebilde wie Du mir unterstellen willst, sondern von Menschen gemacht. Das Resultat dieser „Idee“ sieht man im Augenblick in Griechenland oder tagtäglich an so ziemlich jedem Ort dieses Planeten.

    • stefanolix sagt:

      Griechenland ist daran gescheitert, dass es seine viel zu hohen Staatsausgaben mit irrsinnig hohen Schulden finanziert hat. Daran ist nicht der »Kapitalismus« schuld, nicht die »Spekulanten« und auch nicht der »Neoliberalismus«. Daran sind vor allem die Regierungen Griechenlands schuld, denen die Staatsausgaben völlig außer Kontrolle geraten sind.

      Die Lösung der Linken ist nun: Der Staat soll weiter zahlen, es sollen noch mehr Leute beim Staat beschäftigt werden und es sollen irgendwelche ominösen Reichen zur Kasse gebeten werden.

      Doch die Ursachen für die Misere liegen ganz woanders. Sie haben dort bis heute kein funktionierendes Steuersystem und keine funktionierende öffentliche Verwaltung (im Schnitt muss jeder erwachsene Grieche etwa 1.500 Euro Schmiergeld im Jahr zahlen). Würde man das alles mal in Ordnung bringen, dann wäre auch Griechenland wieder zahlungsfähig.

      • falschgold sagt:

        genau, heute zeigen wir den griechen wie das geht und morgen der ganzen welt!

        (und uebermorgen beklage wir, dass die griechen nicht mehr so freundlich und gemuetlich sind.)

      • stefanolix sagt:

        Ich begebe mich nicht auf das Niveau der BILD herab …

      • stefanolix sagt:

        Es gibt überhaupt keine Rechtfertigung für nationalistische Töne gegenüber Griechenland. Es muss sachlich darüber gesprochen werden, was dort falsch gemacht wurde. Die Fehler dürfen sich nicht wiederholen, der Schaden muss begrenzt werden. Aber wir haben mit unserem eigenen Schuldenstand und unseren eigenen Finanzproblemen wirklich genug zu tun.

  6. Antifa sagt:

    Wiederholt die Frage nach Quellen für Deine Behauptung. Du willst also allen Ernstes behaupten, dass die von dir angenommenen 1.500 Euro Schmiergelder im Jahr die Ursache des Problems sind?

    Für den Rest der hier mitlesenden ein ganz brauchbarer Artikel des linksextremen Nachrichtenportals Telepolis über die Finanzkrise in Europa und dessen Ursachen:
    Krisenmythos Griechenland

    Es ist traurig wie wenig Du bereit bist, auf meine Fragen einzugehen, geschweige denn von Deinem Linksextremisten herunterzukommen. Es ging mir am Anfang um drei Tote Menschen und Deine Übertragung eines wissenschaftlich in Deutschland sehr umstrinnenen Extremismusmodells auf Griechenland. Nicht mehr und nicht weniger.

    • stefanolix sagt:

      Der Umfang der Korruption ist so hoch, dass damit das Funktionieren der gesamten öffentlichen Verwaltung in Frage gestellt ist. Es geht doch nicht nur um die mehr als zehn Milliarden Euro Bestechungsgeld pro Jahr.

      Jeder einzelne dieser Euros hat eine Hebelwirkung. Es geht um tausende und abertausende Entscheidungen der korrupten Staatsdiener, die dem demokratischen Rechtsstaat Schaden zufügen. Und es geht natürlich um die Demotivierung der ehrlichen Bürger.

      • Antifa sagt:

        Und noch einmal, ich hätte gern dazu einen Quellenbeleg. Es hilft in einer Diskussion nicht, immer wieder mit Vorwürfen zu kommen, die ich nur hier vorgelegt bekomme. Und selbst wenn sie in der Größenordnung passieren, wie Du sie hier versucht zu beschreiben, dann sind die mti Zahlen belegten Fakten im Telepolis Artikel weitaus entscheidener, Deiner Argumentation folgend, gibt es das Korruptionsproblem demnach auch in Irland, Portugal, Spanien und Italien und das ist einfach nicht wahr.

  7. foster sagt:

    Am Rande: Bemerkenswert, wie schnell die Diskussion vom eigentlichen Beitragsthema weggelenkt wurdeabgedriftet ist, obwohl die Morde gar nicht gerechtfertigt werden sollten.

  8. Lenbach sagt:

    Statt nach dem Tod dreier Bankangestellter in Griechenland über linke Gewaltakte zu diskutieren, schieben im Netz viele den Opfern selbst die Schuld für ihren Tod zu.

    http://taz.de/1/politik/europa/artikel/1/militanz-bis-in-die-mitte/

    Den Artikel in der taz sollten sich unsere linksradikalen Freunde hier im Kommentarbereich einmal gründlich zu Gemüte führen. Selbst die taz hat sich Restverstand bewahrt und sieht die Schuld bei linksextremen Gruppen, was offensichtlich ist. Aber vermutlich werden die Realitätsverweigerer „Antifa“ und Konsorten sogleich behaupten, die taz habe keine Ahnung oder sei von Rechten unterwandert.

    • stefanolix sagt:

      Selbstverständlich gibt es Linksradikale und Linksextreme, die in der »taz« allen Ernstes ein »rechtsbürgerliches« Blatt sehen. Solche Aussagen habe ich schon vor Jahren gelesen.

    • Antifa sagt:

      „unsere linksradikalen Freunde hier im Kommentarbereich“ Wen meinst Du damit und womit rechtfertigst Du diese Aussage?

      • stefanolix sagt:

        Wir müssen es ja nun mit der Polemik nicht übertreiben. Mich persönlich würde interessieren, was Du zu dem Artikel in der »taz« denkst. Aber es muss nicht heute abend sein.

      • Antifa sagt:

        Ich kenne den Artikel und ich kenne Indymedia sehr genau. Ich stimme dem TAZ-Artikel in vielen Punkten (das unreflektierte Verhältnis griechischer Autonomer zum Thema Gewalt), aber sehe die Analyse im Bezug zu Indymedia als sehr schwierig an, weil die Schreiber a) scheinbar keine Ahnung über die Struktur von Indymedia haben und b) sich niemand bei Indymedia für etwas rechtfertigen muss, was er/sie nicht gemacht hat bzw. in irgendeiner Art und Weise gut findet.

        In den Kommentaren bei Indymedia stehen sowohl zustimmende, als auch ablehnende Reaktionen auf den Brandanschlag, während es bei der TAZ nicht einmal die Möglichkeit gibt, sich zu dem Artikel zu äußern.

  9. Claudia sagt:

    Natürlich haben nicht „die Linken“ oder „die Demonstranten“ (alle, ausnahmslos) Brandsätze geworfen oder auch nur gewollt, sondern hirnverbrannte Krawallbrüder oder auch -schwestern, die Demonstrationen gerne zu Gewaltaktionen mißbrauchen. Das sollte man schon unterscheiden.
    Übrigens möchte ich doch mal erklärt haben, warum der Mord an Bankangestellten so schlimm nicht ist. Außerdem ist überall von drei Toten die Rede. Eine davon war schwanger. Damit sind es vier Menschen (und einer davon kein Bankangestellter, wenn der Unterschied so wichtig ist).

  10. tigger sagt:

    Der Verlust des vierzehnten Monatsgehalts ist eben nicht so leicht hinzunehmen. Da muss man dann schon mal ein bisschen den Kapitalismus kritisieren.

  11. Jane sagt:

    Was mich jetzt spontan interessiert, ist, wie du darauf kommst, dass die Täter zwangsläufig Linksextremisten sein müssen. Demokratie und Rechtsstaat lehnen alle möglichen extremistischen Strömungen ab, auch Rechtsextremisten. Vielleicht aber hat sich hier einfach auch nur der Volkszorn einiger unverbesserlicher Dummköpfe entladen, die die Tragweite ihrer Taten gar nicht wirklich durchstiegen haben.
    Das darf nichts entschuldigen oder rechtfertigen, aber allein von solch grausamen Aktionen im Zuge eines allgemeinen Volksauftandes auf linksextreme Täter zu schließen, finde ich etwas voreilig.
    In der Presse ist nur von „Autonomen“ die Rede, ohne deren Herkunft und ideologischen Hintergrund genauer zu klären.

    • Frank sagt:

      Wir sind ja alle nicht vor Ort gewesen, also dürfte es schwer fallen, von hier aus zu sagen: „XY war’s!“ Wir wissen es nicht und die griechische Polizei weiß es auch noch nicht. Man könnte momentan behaupten, es seien „die“ Anarchisten gewesen, man könnte auch genauso pauschal sagen, „die“ Studenten waren es. Die – je nach Sichtweise – Randalierer bzw. Demonstranten, die vor 2 Jahren schon einmal Griechenland lahmlegten, nachdem Polizisten einen Schüler erschossen hatten, stammten anscheinend aus dem Athener Uni-Viertel Exarchia, welches für seine gern demonstrierenden Bewohner berüchtigt ist. Und von dort gehen angeblich viele entsprechende Aktionen aus. Möglicherweise auch die kürzliche.
      Drei normale Menschen umzubringen, ist aber weder typisch links, noch typisch studentisch und eigentlich auch nicht anarchistisch (auch wenn sich manche den Anarchisten so vorstellen). Vielleicht sollten wir die Ermittlungen abwarten, bevor wir eine schuldige Menschenklasse verdammen.
      Vielleicht stellt sich auch raus, dass die Typen lediglich zu viele Computerspiele hinter sich hatten, dann erahne ich schon die medialen Konsequenzen.

    • stefanolix sagt:

      Nach allem, was man aus der Presse über die Demonstration erfahren hat, sind diese Autonomen mit einer Demonstration der Kommunistischen Gewerkschaft zum Tatort gelangt.

      Natürlich gibt es bisher keine harten Beweise dafür, dass die Autonomen linksextremistisch orientiert waren. Aber Indizien schon: die Einordnung der Autonomen in diese Demonstration und ihr Anschlagsziel (eine von Linken als feindlich wahrgenommene Bank).

      Die Täter (die die Brandsätze geworfen haben) wurden aus der Demonstration heraus unterstützt: Demonstranten haben die Rettungskräfte so sehr behindert, dass jede Hilfe zu spät kam.

      • Antifa sagt:

        „Nach allem, was man aus der Presse über die Demonstration erfahren hat, sind diese Autonomen mit einer Demonstration der Kommunistischen Gewerkschaft zum Tatort gelangt.“ Hast Du dafür mal einen Link?

        „Natürlich gibt es bisher keine harten Beweise dafür, dass die Autonomen linksextremistisch orientiert waren. Aber Indizien schon: die Einordnung der Autonomen in diese Demonstration und ihr Anschlagsziel (eine von Linken als feindlich wahrgenommene Bank).“ Wie meinen?!?

        „Die Täter (die die Brandsätze geworfen haben) wurden aus der Demonstration heraus unterstützt: Demonstranten haben die Rettungskräfte so sehr behindert, dass jede Hilfe zu spät kam.“ Hast Du dazu einen Link?

      • stefanolix sagt:

        Claudias Zeitungsmeldung ist eine von vielen. Diese Nachricht lief auch sofort am Tag des Verbrechens über die Newsticker. Ich hatte eigentlich vorausgesetzt, dass Du selbst in der Lage bist, sie zu finden …

  12. Claudia sagt:

    Antifa, zur Behinderung der Rettungskräfte schrieb die Berliner Zeitung (ganz sicher kein rechtskonservatives Blatt) am 5. Mai:
    Die Feuerwehr konnte den Angaben zufolge den Brandort nicht rechtzeitig erreichen, weil Autonome sie mit Steinen «bombardierten».
    http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/detail_dpa_24731084.php

    • stefanolix sagt:

      Ich hatte heute einen Kommentar im SPAM-Filter, der auf eine Seite verwies, auf der in zynischer Weise Widersprüche zwischen Zeitungsmeldungen thematisiert wurden, zugespitzt etwa auf die Frage, ob die Toten im Geschoss A oder B der Bank lagen. Fakt ist, dass diese Menschen durch den Brandanschlag ums Leben gekommen sind. Und da ist es menschenverachtend gegenüber den Opfern, irgendwelche Haarspaltereien zu betreiben.

      PS: Extremisten (aller Seiten) haben immer eine ganz spezielle Sicht auf unsere Presselandschaft und einzelne Zeitungen. Wie in den letzten Tagen schon gesagt: ich kenne etliche Aussagen in der Art »die rechtsbürgerliche taz«.

  13. Lenbach sagt:

    @Antifa

    Die Bank brannte, 20 Kunden und Angestellte flohen in die oberen beiden Stockwerke. Relativ zügig kam die Feuerwehr, aber ihre Wagen kamen nicht durch. Die Feuerwehrleute versuchten, zu Fuß heranzukommen, aber die Chaoten bewarfen sie mit Steinen und drohten mit ihren Knüppeln. Gleichzeitig versuchten einige der Eingeschlossenen in der Bank, herauszukommen. Die Vermummten trieben sie wieder hinein und überhäuften sie mit wüsten Beschimpfungen.

    Dann, nach einer letzten Benzinbombe, stoben die Angreifer davon. Den Äußerungen der Feuerwehrleute ist zu entnehmen, dass sie immer noch Angst hatten, es sei nur ein Trick, die Gewaltbereiten lägen irgendwo auf der Lauer. Die Helfer zögerten aus Angst und verloren wertvolle Minuten. Viel mehr Zeit war davor verloren gegangen, weil die Polizei nicht eingriff – bis 74 Minuten nach den ersten Flammen die Toten geborgen wurden.

    http://www.welt.de/politik/ausland/article7505831/Das-traurige-Protokoll-einer-vermeidbaren-Tragoedie.html

    Ich weiß, es ist „nur“ DIE WELT, aber sollte es stimmen, daß die Flüchtenden mit Gewalt wieder zurückgetrieben worden sind, dann ist das dermaßen widerlich, daß mir die Worte fehlen. Vielleicht solltest Du, etwas weniger voreingenommen, unterschiedliche Quellen bemühen, bevor Du urteilst.

    • stefanolix sagt:

      Ich vermute, dass »Antifa« die Berichte sehr wohl kannte. Wer sich in der vergangenen Woche aus unterschiedlichen Medien informiert, dem hätte das bekannt sein müssen.

      Nur am äußersten linksextremen Rand werden Theorien gebastelt, nach denen die Mitarbeiter und Führungskräfte der Bank am Unglück quasi selbst schuld seien, weil sie an diesem Tag gearbeitet hätten.

      • Antifa sagt:

        Wenigstens antwortet Lenbach auf meine Fragen, ganz im Gegensatz zu Dir.

      • stefanolix sagt:

        Ich kann mich auch nicht um alles selbst kümmern ;-)

        Aber im Ernst: ich lese noch sehr intensiv Printmedien (F.A.Z. und Handelsblatt und Lokalzeitungen), so dass ich wirklich nicht alles sofort mit Hyperlinks belegen kann.

    • Antifa sagt:

      Danke für die Quelle, kannte ich tatsächlich noch nicht.

  14. Knut sagt:

    Naja, immerhin trägt die Bank-Geschäftsleitung eine Mitschuld.
    In dem Gebäude gab es weder Sprinkler noch ausgeschilderte Fluchtwege und nur wenige Feuerlöscher.
    Es war nie als Bankgebäude zugelassen und die Mitarbeiter mußten unter Androhung von Kündigung an diesem Tag arbeiten.
    Zu allem Überfluß wurden ihnen Telefon-und Internetverbindungen gekappt, so daß sie selbst keine Hilfe rufen konnten.

    Hab neulich bei Spiegel-TV und einem Hamburger Radiosender einige Dinge gesehen und gehört, die dann doch die offizielle Darstellung etwas in anderem Licht sehen lassen.

    • stefanolix sagt:

      Das ist jetzt wirklich eine sehr merkwürdige Argumentation. Die Bankangestellten mussten die Feuerwehr nicht rufen, die kam schon von selbst. Die Linksautonomen haben die Rettungskräfte mit Gewalt am Retten gehindert.

      Ausgeschilderte Fluchtwege hätten wohl kaum geholfen. Zuallererst sind die Mörder am Tod der Bankangestellten schuld und dann die Mittäter. Erst dann kann man nach einer Mitverantwortung der Geschäftsleitung fragen.

      Wenn Neonazis einen Brandsatz in eine WG mit ausländischen Studenten werfen würden, dann würde sich auch keiner hinstellen und nach Rauchmeldern oder ausgeschilderten Fluchtwegen oder der Organisation der WG fragen. Dann würde man nach den Neonazi-Verbrechern fahnden, man würde sie hoffentlich greifen und verurteilen.

      Aber man würde diese Neonazis auf jeden Fall in der Öffentlichkeit als die Täter bezeichnen und nicht krampfhaft nach irgendwelchen anderen Ursachen suchen. Auch wenn ein Streik ausgerufen war, muss niemand damit rechnen, dass ein Unternehmen angezündet wird.

      • Jane sagt:

        fairerweise muss man aber einräumen, dass sich die Betreiber des Wohnheimes höchstwahrscheinlich unter den geschilderten Umständen (mangelhafte Sicherheits- und Branschutzvorkehrungen) mit Sicherheit auch wegen fahrlässiger Tötung verantworten müssten, neben der rechtmäßigen Verurteilung der rechtsextremen Täter natürlich.
        Denn aus welchen Gründen ein Brand ausbricht, ist eine Sache. Die andere ist, dass ein Gebäude, das Menschen dauerhaft beherbergen soll, auch entsprechend sicherheitstechnisch ausgestattet sein muss. Wenn der Betreiber an der Sicherheitstechnik spart, setzt er so leichtsinnig Menschenleben aufs Spiel – ein Brand könnte ja durchaus auch aus anderen Gründen entstehen.

      • stefanolix sagt:

        Dann müsste ein Gutachten ergeben, ob die Bewohner (Mitarbeiter) durch die Sicherheitsvorkehrungen auch gegen einen Brand aufgrund von Molotow-Cocktails geschützt gewesen wären. Ich weiß es nicht. Darüber kann man von fern nur spekulieren.

        Aber (und das ist mir wichtig): eine Relativierung des Mordes ist zynisch und menschenverachtend — und zwar sowohl im Fall der Bankangestellten in Griechenland wie im konstruierten Fall der ausländischen Studenten in Deutschland.

      • Antifa sagt:

        Was eher fraglich wäre, wenn man bedenkt, dass sie an Rauchgasvergiftungen gestorben sein sollen.

  15. Knut sagt:

    Die Feuerwehr kam von selbst ist klasse.

    Es existiert ein Brief von einem Kollegen der Getöteten, der ganz klar zum Feuer und den Verhältnissen in der Bank Stellung nimmt.

    Der Bankchef trägt in jedem Fall eine Mitschuld. Im griechischen Fernsehen gabs wohl auch diverse Berichte über die Zustände und Arbeitsbedingungen.

    Es gab wohl auch im ganzen Gebäude nur 3(!) Feuerlöscher.

    • tigger sagt:

      Ganz klar, der Bankchef trägt eine Mitschuld, dass irgendwelche linken Chaoten seine Bank anstecken. Was führt er denn auch ’ne Bank ?

  16. Antifa sagt:

    Da waren wir hier trotzdem auch mal weiter ;) Brief hin oder her, man wirft keine Brandsätze auf Gebäude wo Menschen drin sein könnten. Das sind Nazimethoden und keine revolutionären Heldentaten. Nichts spricht in meinen Augen, sich gegen Übergriffe auf Demonstrationen in Griechenland durch die Polizei zu wehren, aber bitte nicht indem man versucht, Menschen anzuzünden.

    Hast Du eventuell einen Link zu der von dir angesprochenen Spiegel TV Sendung?

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