Kluge Sprüche aus dem Lesebuch

Claudia erinnert heute an den 250. Geburtstag von Johann Peter Hebel. Bei mir ist aus dem Deutsch-Unterricht vor allem die Geschichte mit dem ehrlichen Finder, dem unehrlichen Verlierer und dem klugen Richter im Gedächtnis geblieben. Also sprach der Richter:

Wenn der eine von euch 800 Taler verloren, der andere aber nur ein Päcklein mit 700 Talern gefunden hat, so kann auch das Geld des letztern nicht das nämliche sein, auf welches der erstere ein Recht hat. Du, ehrlicher Freund, nimmst also das Geld, welches du gefunden hast, wieder zurück, und behältst es in guter Verwahrung, bis der kommt, welcher nur 700 Taler verloren hat. Und dir da weiss ich keinen Rat, als du geduldest dich, bis derjenige sich meldet, der deine 800 Taler findet.

Früher habe ich mich darüber gefreut, dass es der Richter dem unehrlichen Verlierer mal so richtig zeigt. Aber Hebel zeigt auch, wie man doch noch einen Vergleich zwischen den beiden Parteien erreichen kann. Denn nach dem Richterspruch müssen sie sich einigen, sonst bleibt das Geld ja totes Kapital.

Den »Rheinischen Hausfreund« gibt es übrigens auch als E-Book bei Gutenberg.org zum Download.


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2 Responses to Kluge Sprüche aus dem Lesebuch

  1. Wie macht man das heute eigentlich, bei den ganzen Bits und Bytes als Geldwerte? ;)

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