Öffentliches Fußballgucken

Der Kollege vom Dresdner Rand widmet sich dem Thema Fußball und geht auf das sogenannte »Public Viewing« am Elbufer ein. Leider hat sich herausgestellt, dass die Stadt Dresden wahrscheinlich auch für dieses Ereignis Geld zuschießen muss.

Aber es sollte doch einen Sponsor geben? Den gibt es auch. Aber der Sponsor ist sauer, weil unsere Freistaats-Bürokraten nicht zulassen, dass alle Spiele am Elbufer gezeigt werden. Weniger Spiele — weniger Werbewirkung — weniger Sponsorengeld. Klingt doch logisch, dass dann die Stadt mit einem fünfstelligen Betrag einspringen muss. Oder?

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15 Responses to Öffentliches Fußballgucken

  1. randOM sagt:

    Das musst Du unter dem Blickwinkel des „betreuten Feierns“ betrachten. Da hat man den Pöbel unter Kontrolle und die Schäden lassen sich auf ein Mindestmaß reduzieren. Da ist ein fünfstelliger Betrag kein zu hoher Einsatz. Wenn ich dran denke, wie Vereine wie der Kultur Aktiv um jeden Cent betteln müssen, krieg ich das [Reihern].

  2. randOM sagt:

    Mist – da sollte ein Bild von einem Reiher rein: Haste abgeschaltet, die Funktion, oder?

    • stefanolix sagt:

      Ich bekomme einen Würgereflex, wenn ich zum Beispiel an die Kneipenwirte und Biergartenbetreiber denke, die auch Leinwände oder große Bildschirme aufstellen und nun aus ihren Gewerbesteuern das kostenlose Fußball-Anschauen mit finanzieren sollen.

      Die müssen vielleicht ohnehin schon Sonderabgaben für jeden Biergartenstuhl bezahlen und bekommen Ärger, wenn das Werbeschild der Kneipe vier Zentimeter zu groß ist …

  3. Antifa sagt:

    Zumal die Veranstaltung vor zwei Jahren bis auf die Deutschland-Spiele nur sehr sehr mäßig besucht war.

  4. Antifa sagt:

    Zuviel ist eben nicht genug.

  5. bohobo sagt:

    … und zumal die Stadt ja quasi im Geld schwimmt, wie erst am Freitag (14.5.) in der „freitagSZ“ bemerkt wurde.
    Der Stadtrat ist sich nicht einig in puncto finanzieller Förderung – aber Fußballgucken muss schon sein …
    Würde man diesen fünfstelligen Betrag auf die 70 Sitze des Stadrates umlegen, wer weiß, ob dann das gesponsorte „public viewing“ noch zur Debatte wäre.

    Nebenbei bin ich außerordentlich empört über diese sensations- und fußballgeilen Journalismus, da wurde doch tatsächlich auf N24 zu Beginn einer Nachrichtensendung geschlagene 6 Minuten (!) über Ballack und seinen folgenschweren Ausfall bei der Fußball-WM berichtet. Wirklich wichtige Nachrichtenbeiträge, etwa die Entführung der Bankiersfrau oder die bürgerkriegsähnliche Situation in Thailand, kommen später in geraffter Form, quasi nebenbei. Das darf doch nicht wahr sein !!
    Wie extrem fußballfanatisch müssen wir denn sein, damit wir solch eine Gewichtung z.B. in Nachrichtenbeiträgen, wie auch in einem Haushaltsplan (ich erinnere an eine fünfstellige Summe in Dresden für public viewing) zulassen ??

    Ich glaube, dass uns solche „Fördermaßnahmen“ kein Stück helfen.
    Lassen wir doch mehr Spiele zu, soll doch auch der Sponsor (zu Recht !) seine Werbung anbringen dürfen – eine Lösung, mit der alle zufrieden sein könnten und die einen weiteren, absolut sinnlosen Haushaltsposten der Stadt verhindern könnte !!

    • stefanolix sagt:

      Ja, den Eindruck hatte ich auch. Heute in einem Neustadt-Café lief der andere ehemalige Nachrichtensender und da war auch dauernd das Thema Fußball angesagt.

      Das Zulassen der Spiele liegt ja einzig beim Finanzministerium des Freistaats, dem das Areal gehört. Ich würde solche Ereignisse gleich nur unter der Prämisse genehmigen, dass sie sich vollständig selbst tragen.

  6. KurtE sagt:

    Wenn es hilft, Wählerstimmen zu bekommen, dann ist die Entscheidung nachzuvollziehen.
    (Aber welche Entscheidung unseres Stadtrates für einen Aussenstehenden schon nachzuvollziehen?)
    Ich hab schon das letzte KIA-Van-Fest gemieden und dieses mal halte ich es auch so.

    • stefanolix sagt:

      Ich war 2006 zweimal im Kino und 2008 einige Male im Pub (ich habe ja zuhause keinen Fernseher). — Aber da ich ja seit einiger Zeit nur noch Alkoholfreies trinke, riskiere ich im Pub wohl Hausverbot ;-)

      PS: Alkoholfreies irisches Bier ist ein Widerspruch in sich selbst, oder?

  7. Konrad sagt:

    Ich finde es wirklich kritisch, dass mit diesem Veranstalter (PAN GmbH) überhaupt noch zusammengearbeitet wird. Die hatten in den letzten Jahren immer wieder gegen die Auflage verstoßen, dass der Elbradweg nur während der Filme am Abend gesperrt werden darf (s. http://www.flickr.com/photos/sascha_b/2561792044/). Und bei den Behörden hat das niemanden interessiert. Dass sie jetzt noch Geld hinterherbuttern verstärkt bei mir den Eindruck, dass da irgendjemand mit irgendjemand besonders wichtigem verwandt oder zumindest verschwägert ist… Bananenrepublik!

    • stefanolix sagt:

      Ach! Und ich habe immer gedacht, ich sei der einzige, der sich über diese Firma ärgert. Da musste man doch öfter mal sein Rad über die Wiese schieben. Dort entstand dann schon fast ein Trampelpfad.

  8. KurtE sagt:

    Die deutsche Nationalmannschaft hat gestern abend mit dem Erreichen des WM-Halbfinales eine sportliche Turnierleistung gezeigt, die an eine Sensation grenzt.
    Warum hat man auf GEZ-Sendern nichts davon gesehen, geschweige denn ein pabblick fiehing organisiert?
    Es ist die Eishockeynationalmannschaft.
    (Das ist zwar leicht am Thema vorbei, aber ich wollte meine Freude mit euch teilen. Und Sport1 bringt alle Spiele.)

    • stefanolix sagt:

      Ja, dabei kam mir so der Gedanke: wenn unsere Fußballer in einer Trotzreaktion (nach der Verletzung von Michael Ballack) auch so weit kämen, wäre es doch klasse. Allerdings fehlen eine WM im Eishockey oft die besten Spieler aus der NHL, während bei einer WM im Fußball alle Profis dabei sind.

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