Moderate Preissteigerung der DVB?

Die Dresdner Neuesten Nachrichten berichten heute über eine Studie, in der die Nahverkehrssysteme aus 93 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz verglichen werden. Dresden fällt dabei vor allem durch die letzte Preissteigerung auf.

Für Falk Lösch, Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), ist dieser Schluss schlicht „Käse“. So habe es in Dresden lange Jahre keine oder nur eine geringfügige Erhöhung der Ticketpreise gegeben. Lösch vermisst die Langfristperspektive in der Studie. (Hervorhebung von mir, Quelle: DNN).

Die DNN haken bei solchen Aussagen natürlich nicht nach. Aber ich kann Herrn Lösch die Perspektive gern aufzeigen, denn ich habe mir die Preise für meine Jahreskarten gemerkt:

Jahr Jahreskartenpreis
2008 415€
2009 435€
2010 455€
2011 471€

Das ist eine Steigerung in drei Schritten um insgesamt 13.5%. Im Mittel habe ich jedes Jahr einen Aufschlag von 4.31% in Bezug zum Vorjahr bezahlt. So viel zum Thema »keine oder nur geringfügige Erhöhung« …


Quelle: Bericht der DNN.


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15 Responses to Moderate Preissteigerung der DVB?

  1. achwo… du siehst das nur wieder völlig falsch! Das ist keine Preissteigerung, das ist die Gegenfinanzierung für die enormen Servicesteigerungen! :D

    • stefanolix sagt:

      Meinetwegen. Dann sollen sie aber nicht von irgendeiner Perspektive mit Blick in die Vergangenheit schwafeln. Die Preise liegen auf dem Tisch und jeder kann sich seine Meinung bilden.

      Der Pressesprecher beschönigt und die DNN druckt es einfach ohne Hinterfragen ab. Wenn wir so weit sind, können wir die Zeitung auch gleich einsparen und die Statements auf der DVB-Webseite lesen. Da fällt mir ein: heute konnte ich mich gar nicht über die DNN ärgern, weil sie gar nicht geliefert wurde …

      • balu sagt:

        Welche Laus ist dir denn heut schon wieder über die Leber gelaufen? Ach ja, die DVB. Und die DNN, natürlich. Vielleicht noch was zu Frau Orosz? Nein, heut mal nicht. Vielleicht morgen wieder …

        Hast du außer Fotos und Gemecker noch mehr auf deinem Blog zu bieten??

  2. Jane sagt:

    Oder anders dargestellt:

    Abo-Monatskarte (normal):

    2002: 30 Euro

    2005: 37 Euro

    2010: 41 Euro

    2011: 42,50 Euro

    Die Abo-Monatskarte kostet heute 40% mehr als noch 2002.
    Finanzieren tun die DVB damit vor allem ihre tollen neuen Bahnhöfe. So wird etwa der Trachenberge saniert, samt neuem tollen Verwaltungssitz versteht sich, und auch der in Tolkewitz wird demnächst überholt.
    Am Service wird hingegen seit Jahren gespart. Schon diese absolut nervigen Ferienfahrpläne, die irgendwann eingeführt wurden, wo dann etwa die Linie 6 abends nur noch alle halbe Stunde fährt und tagsüber die meisten Linien nur noch alle 15 Minuten – eine Sauerei. Da werden quasi diejenigen Leute, die nicht in Urlaub fahren können, sondern weiterarbeiten müssen und damit natürlich auch weiter auf Bahnen und Busse angewiesen sind, auch noch dafür bestraft.

    • Frank sagt:

      Also, über Preiserhöhungen freue ich mich auch nicht. Aber wenn Du sagst, „am Service wird hingegen seit Jahren gespart“ – wie meinst Du das? Wie stellst Du Dir Service bei den DVB vor? Bestimmt nicht, indem da jemand mit Erfrischungen durch den Bus kommt? :-)

      Ich finde, der Service ist sogar wesentlich besser geworden: Elektronische Anzeigetafeln an Knotenpunkten, Fahrpläne auf die man sich erstaunlich oft verlassen kann, die gut funktionierende online-Verbindungsauskunft (gibts angeblich auch als Anwendung fürs Handy)…

      Naja, und dass Bahnhöfe gelegentlich saniert werden müssen, ist auch nachvollziehbar.

      • Jane sagt:

        Unter Service stelle ich mir unter anderem vor, dass man manche äußeren Gemeinden nicht jahrelang vertröstet, sondern sie – auch wenn die Busse dann nicht immer voll ausgelastet sind – ans öffentliche Verkehrsnetz anschließt.
        Außerdem stelle ich mir unter Service vor, dass man genug Busse auf einer Linie fahren lässt, damit wenigstens der angedachte 20-Minuten-Takt eingehalten werden kann. Seit Jahren etwa hält die Linie 81 im morgendlichen Berufsverkehr die Fahrplanzeiten nicht ein. An der Liststraße hatte der Bus jeden Tag mindestens 5 bis 10 Minuten Verspätung, manchmal sogar noch länger.

        An anderer stelle warten Busse und Bahnen, die überpünktlich an der Haltestelle ankommen nicht, sodass jemand, der eigentlich nach Fahrplan pünktlich an der Haltestelle ankommt, dem wegfahrenden Bus/Bahn nur noch zerknirscht hinterhergucken kann. Gerade in Zeiten mit solch harten Witterungsbedingungen ist so was ärgerlich.

    • stefanolix sagt:

      Auf Erfrischungen würde ich nicht bestehen. Ich würde mir eher manchmal wünschen, dass bestimmte Leute ihre »Erfrischungen« außerhalb der Bahn lassen, zumindest soweit Alkohol im Spiel ist ;-)

      Was ist Service? Das ist für mich zuerst mal Information und zwar ehrliche Information am Ort des Geschehens. An einem Tag wie heute erwarte ich einfach, dass die DVB ihr Informationssystem optimal nutzt und sei es auch nur dazu, ehrlich zu sagen: in der nächsten Stunde fährt keine »1« mehr.

      Ich respektiere alle Bemühungen der Verkehrsbetriebe, die Busse sind heute z.B. wirklich tapfer im Einsatz gewesen. Aber die Straßenbahnen haben wohl großflächig versagt. Statt ehrlicher Information kommt entweder gar nichts oder Beschönigung. Warum setzt man nicht wenigstens punktuell Busse (meinetwegen auch von Dienstleistern) als Ersatz für die Straßenbahn ein? Warum werden die Straßenbahnen nicht besser auf den Winter eingestellt?

      • Frank sagt:

        Na gut, ein Tag wie heute fällt wohl etwas aus dem Rahmen. Außerdem war heute allgemein Stau durch die vielen langsam dahinrutschenden Autos und auch der Winterdienst war eine Quelle für die heutige Situation. Das kann man nicht nur den DVB anlasten. Ich ging von normalen Tagen aus und fragte mich, was man bei einer durchschnittlichen Bus/Bahnfahrt für Service erwartet?

      • stefanolix sagt:

        Ich laste den Verkehrsbetrieben wirklich nichts an, was sie nicht zu verantworten haben. Ich will nur einfach ehrlich über die Situation informiert werden und das wäre mit den Anzeigetafeln oder mit Durchsagen wirklich möglich.

      • Frank sagt:

        Gut, Ansagen oder Anzeigen wären sicher hilfreich. Das funktioniert allerdings nur an den Haltestellen und Knotenpunkten, wo die entsprechende Technik auch verfügbar ist. Ich habe es gestern selbst auf dem Heimweg erlebt, als ich das Rad lieber stehen ließ und statt dessen mit Linie 4/10/63 nach Hause fuhr (da war ein kleiner Einkaufs-begründeter Umweg mit enthalten): Ich stand immer an Haltestellen, wo so etwas nicht verfügbar war. Wie sollen die DVB dort informieren? Sollen sie Lautsprecherwagen an jede Haltestelle positionieren? Wo soll das Personal herkommen? Und was sollen die konkret sagen? Konkrete Terminangaben für die Busse und Bahnen würden voraussetzen, dass jeder Fahrer permanent durchsagt: „Muss gerade wieder bremsen, weil ein Auto die Schiene blockiert“. Klingt sehr realisierbar. Letztlich ging es in meinem Fall sogar halbwegs gut vorwärts (ja, ich habe auch von einem Fall mit 2h Verspätung gehört – allerdings kam da ein Schüler aus dem Hochland). Andererseits standen an jeder Haltestelle jüngere Leute und telefonierten permanent wichtige Dinge in die Welt wie „ich komme später, keine Ahnung, was hier wird…“. Ich wette, dass die Hälfte dieser Handys und Smartphones Internetzugang hatten. Auf die Idee, mal die website der DVB aufzurufen, kam aber niemand von denen. Dort stehen aber durchaus ein paar
        zumindest teilweise brauchbare Informationen.

        Man muss sich eben auch mal auf Wetteränderungen einstellen können. Ich werde heute z.B. zur Arbeit laufen. Bin ich heute eben länger unterwegs, aber ich kann so wenigstens berechnen, dass ich zu einer gewünschten Zeit ankomme.

      • stefanolix sagt:

        Der Standort der einzelnen Bahn und des einzelnen Busses wird automatisch per Funk übertragen [soweit ich weiß: beim Durchfahren einer Haltestelle. Ob sie GPS (Live-Tracking) einsetzen, kann ich nicht sagen.]. Die Zentrale kann jedenfalls die Fahrzeugpositionen im Liniennetz verfolgen. Der Fahrer muss dafür nichts tun.

        An der Zwinglistraße (Umsteigepunkt zwischen vielen Linien) sind die Möglichkeiten beispielsweise vorhanden, trotzdem blieben die Anzeigetafeln ungenutzt.
        __

        Bei der S-Bahn war es gestern noch schlimmer, da wurden z.B. in Strehlen die S-Bahnen nach Bad Schandau ganz normal angezeigt und erst ganz kurz vorher (ersatzlos) abgesagt. Die S-Bahnen vom Flughafen und zum Flughafen wurden dagegen gleich als Ausfall deklariert. Man kann doch ehrlicherweise zum Beispiel um 16.30 Uhr durchsagen: Tut uns sehr leid, aber bis 17.30 Uhr wird hier keine S-Bahn mehr Richtung Pirna fahren.

      • Bei der S-Bahn war es gestern noch schlimmer, da wurden z.B. in Strehlen die S-Bahnen nach Bad Schandau ganz normal angezeigt und erst ganz kurz vorher (ersatzlos) abgesagt.

        Wobei das halt DB Regio ist und nicht DVB. DB allgemein ist im Nahverkehr generell unfreundlich und auch überhaupt nicht an Service interessiert. Der einzige Grund warum DB diese Strecken überhaupt abfährt ist um sich keine Konkurrenz heran zu züchten. Geldlich rentiert sich das nur weil der Staat da kräftig Zuschüsse rauswirft.
        Dementsprechend sind die auch nicht daran interessiert dass da sonderlich viele Kunden mitfahren, Kunden sind dort nur ein Kostenpunkt aber kaum eine Einnahmequelle. (Geld verdienen kann man direkt ohnehin nur mit Fernverkehr und Gütertransporten)

      • stefanolix sagt:

        Der Unterschied ist mir schon klar. Deshalb hatte ich die Anmerkung zur S-Bahn auch abgetrennt. Allerdings gibt es ja nicht ohne Grund einen Verkehrsverbund (VVO) und beide sollten eigentlich zusammenarbeiten.

        Ich glaube nicht, dass die Bahn im ÖPNV keinen Gewinn macht und nicht daran interessiert ist. Sonst würde sie sich ja nicht bei jeder Ausschreibung um die Leistungen bewerben, Tochterfirmen gründen, die Konkurrenz möglichst draußen halten usw. Die Konkurrenz um die staatlichen ÖPNV-Fördergelder scheint mir doch recht stark zu sein.

        Der ÖPNV ist fast immer ein Zuschussgeschäft, auch bei der DVB. Deshalb bin ich für Transparenz: welchen Anteil bezahlen die Kunden, welcher Anteil wird über die DREWAG quersubventioniert, welcher Anteil kommt vom Staat? Ich bezahle ja die Jahreskarte jedes Jahr und sehe durchaus ein, dass sich der Preis erhöhen muss. Meine Kritik richtet sich nur gegen Beschönigung und Intransparenz.

  3. Tja.. manchmal bin ich richtig froh zur arbeit laufen zu können.
    Nein, warte! Streicht das „manchmal“!^^

  4. Jane sagt:

    Übrigens: Am stärksten sind Dresden-Pass-Besitzer von den DVB-Preiserhöhungen betroffen, bei denen wurde die Monatskarte gleich von bislang 31 Euro auf nun 33 Euro verteuert.
    Bei den Ärmsten ließ es sich eben schon immer am besten verdienen. Ein Unding, für meine Begriffe.

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