Licht aus?

Am Wochenende wurde wieder einmal in einer symbolischen Aktion die Beleuchtung öffentlicher Gebäude für eine Stunde unterbrochen. Auch an der Dresdner Frauenkirche gingen die Lichter aus. Die Medien machen daraus ein Ereignis und dann interessiert das Thema wieder ein Jahr lang keinen Menschen.

Ich frage mich bei solchen symbolischen Aktionen: Was soll das? Entweder die Beleuchtung ist notwendig — dann ist sie auch in dieser Stunde notwendig. Oder es gibt begründete Zweifel an der Notwendigkeit der Beleuchtung — dann sollte man schleunigst einen Konsens finden, zu welchen Zeiten sie abgeschaltet werden kann.


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10 Responses to Licht aus?

  1. Muyserin sagt:

    Kluger Kommentar!

    • stefanolix sagt:

      Wobei ich zugeben muss: ich habe es verschlafen. Ich war nach meiner Arbeit am Samstag so fertig und außerdem so erkältet, dass ich nicht mal die Film-DVD zu Ende gesehen habe.

      So sah ich die Berichte über diese Aktion im Live-Stream der Wahlberichterstattung. Da war zu sehen, wie man werbewirksam das Licht am Brandenburger Tor ausgeschaltet hatte. Und zu diesem Zeitpunkt meldete sich dann mein Brummschädel und fragte: Was soll das?

      Aber: mir geht es nach zwei Nächten mit viel Schlaf schon wieder viel besser!

      ;-)

  2. Frank sagt:

    Der Sinn der Sache besteht darin, dass man

    a)vorher schon überall erzählen kann, an was für einer welterhaltenden Sache man sich beteiligen wird, und dass man

    b)nachher genau dieses tolle Gefühl hat, jetzt aber wirklich etwas ganz wichtiges getan zu haben.

    Mit anderen Worten: Wieder mal ein angenehmer Selbstbetrug!

    • stefanolix sagt:

      So sieht es aus! Es ist ja ein ähnlicher Selbstbetrug mit dem »erneuerbaren Strom«:

      In Skandinavien gibt es viele Wasserkraftwerke. Bei uns gibt es Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen. Jetzt kann ein »schmutziger« Energieerzeuger von den Skandinaviern ein Zertifikat kaufen und damit seinen Strom als Ökostrom anbieten. Damit haben zwei Kunden ein gutes Gefühl: der skandinavische Kunde bekommt Strom aus echter Wasserkraft. Der deutsche Kunde bekommt Strom mit einem grünen Zertifikat. Mehr zur Kritik an diesen Zertifikaten ist hier zu finden.

      • Frank sagt:

        Jaja… diese Zertifikate. Eine herrliche Methode, Aktionen gegen den Klimawandel auf dem Papier abrechnen zu können, ohne in der Realität auch nur Kleinigkeiten wirklich geändert zu haben. Mich nervt dieses Thema total. Es ist auch beachtlich, mit welcher Kreativität da CO2 hin und hergerechnet wird, bis die gleiche Menge immer noch frei werdendem CO2 laut Berechnung verschwunden ist (u.a. Stichwort E10).

      • stefanolix sagt:

        Schlimmer: Es gibt keinen Nachweis dafür, ob das ökologische Label einfach [oder] mehrfach genutzt wird. Der Wikipedia-Artikel deutet es ja an: man kann einmal mit dem echten Ökostrom und zum anderen mit dem Label werben.

  3. Micha W. sagt:

    Bei solchen Aktionen hat bei mir mittlerweile sogar der Humor aufgehört bzw. reicht die Energie nur noch zum innerlichen Kopfschütteln, da spare ich „Strom“ bei mir ;)

    Ich erinnere mich gern an eine Zeit um den Jahreswechsel 2002/2003 … innerhalb von drei, vier Monaten gab es da „Menschenansammlungen“ in Dresden, zwecks a.) Irak-Krieg (ca. 4 Monate bevor es dann wirklich begann), b.) bzgl. Abbau im Sozial- & Kulturbereich und c.) eine Lichtershow um die Semperoper herum, irgendwann im Februar 2003, glaube ich.
    So weit ich mich erinnere – und deshalb habe ich mir das wohl gemerkt – unterschieden sich die Teilnehmerzahlen immer um eine 10er-Stelle … a.) 500, b.) 5.000, c.) 50.000 :)
    Die Lichtshow soll – soweit ich mich erinnere – in ein, zwei Stunden soviel Strom benötigt haben, wie die gesamte Stadt Dresden in vier Tagen bräuchte …
    Seitdem braucht mir niemand mehr mit irgendwelchen Aktionen wie „Eine Stunde Strom aus“ kommen ;)
    Rein symbolische Aktionen dieser Art sind nicht mal mehr Realsatire, sondern fast schon „pervers“ … naja, ich will mal das Wort „pervers“ nicht überstrapazieren; nenne ich es mal „zynisch“ …

    Ich höre mir da gern George Michael’s „Praying for Time“ aus den Jahren 1989/90 an, Text
    & dt. Übersetzung

    • stefanolix sagt:

      Zum Thema (Licht)Show fällt mir noch ein: Dresden ist die Stadt mit den meisten Sondergenehmigungen für Feuerwerke. In den wärmeren Jahreszeiten ist fast an jedem Wochenende ein Feuerwerk. Was da für CO2 freigesetzt wird!

      (#Kommentarfreischaltung): Ich würde ja gern Ausnahmen der Regel „Links pro Kommentar“ einsetzen, aber das geht auf wordpress.com nicht. Deine Kommentare trifft es öfter, weil Du viele Links einsetzt ;-)

      Und hier noch zwei Links zu George Michael auf Youtube:

      Praying For Time (unplugged)

      Papa Was A Rolling Stone (live)

    • Frank sagt:

      Micha, setze mir bitte nicht wieder solche Ohrwürmer in den Kopf! Seit gestern bin ich wegen Dir auf George Michael-Revival-Trip und der Tag begann schon wieder mit „Praying for Time“!

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