In die Botanik (inzwischen Folge 164)

16. Mai 2011

Frische Blätter an einem Papau-Strauch.

Eine Fuchsie und ihr interessanter Wurzelstock …

Baldrian.

Feurige Blüten im Regen …

Lavendel (?)


Regen über dem Botanischen Garten …

15. Mai 2011

zwang mich heute für eine halbe Stunde in das Tropenhaus. Ich war sehr froh, ein Dach über dem Kopf zu haben. Morgen gibt es die restlichen Bilder und wieder mal einen Text.

Tropisch. Bei Regen.


Aus dem Vokabular der Politik: Gossenjournalist

13. Mai 2011

Das Medienblog Flurfunk berichtet über eine Auseinandersetzung zwischen dem Dozenten Dr. Thomas Hartung und dem Politiker Johannes Lohmeyer. Dabei geht es um die Worte »zweitklassiger Gossenjournalist«, die Lohmeyer in einem Facebook-Kommentar verwendet haben soll.

Solche Ausdrücke kennt man in Sachsen bisher eher von anderer Seite:

Sachsens NPD-Chef Holger Apfel redete sich in Rage: Wütend attackierte er seine Zuhörer als »Gossenjournalisten« und Urheber »primitiver Hetzkampagnen«.

Interessante Ergebnisse liefert auch eine Google-Suche nach den Begriffen »Gossenjournalist« und »Sachsen«. Der Begriff Gossenjournalist scheint eine recht dunkle Geschichte zu haben. Er sollte denen vorbehalten bleiben, die ihn erfunden haben …


Eine persönliche Anmerkung: Ich habe Herrn Dr. Hartung in einer seiner ehrenamtlichen Funktionen kennengelernt. Ich kann nachvollziehen, dass er durch den Begriff »Gossenjournalist« persönlich tief getroffen ist.

Ich kann auch nachvollziehen, dass Johannes Lohmeyer als FDP-Lokalpolitiker über Hartungs Ausführungen zur FDP nicht begeistert ist. Darüber müsste man im Detail diskutieren. Meiner Meinung nach treffen Hartungs Kernpunkte auch auf andere Politiker und andere Parteien zu.

Aber diese Ausführungen rechtfertigen ein verbales Foulspiel wie »zweitklassiger Gossenjournalist« (wenn es denn so geschrieben wurde) in keiner Weise. Man kann zu einer Partei solche Meinungen äußern und sie muss das aushalten.



Die sonntäglichen Bilder aus dem Botanischen Garten …

8. Mai 2011

Vielblütiges Doppelschild.

Frische Blätter des Trompetenbaums.

Kiefer.

Wilde Tulpe.

Scharlach-Nelkenwurz.

Samen eines Schneeglöckchenbaums …

Kakteenblüten.

Ameisenknolle.

Ergänzung am 30. Mai (Bilder sind vom 08. Mai):

Betrachtung eines Käfers.


Warnung vor dem Köttbullar

8. Mai 2011

Auf fast jeder Fahrt mit dem ICE hört man die Durchsage: »Wir möchten Sie auf den gastronomischen Service an Bord unseres Zuges aufmerksam machen …« Manchmal versuchen sie es auch mit vorgefertigten Durchsagen, in denen ein Stück Kuchen oder eine Tasse Kaffee die Hauptrolle spielen. Man erinnert sich unwillkürlich an das AIDA-Modell aus dem Lehrbuch ;-)

In der Theorie klappt das auch ganz gut. In der Praxis sollte man sich keine allzu großen Hoffnungen machen. Der Kritiker der F.A.Z. schreibt an diesem Wochenende über den »gastronomischen Service« (im Feuilleton der gedruckten Ausgabe):

Wer den Speisewagen betritt, kann alle Hoffnung fahren lassen. Dabei gibt es auch Fertiggerichte, die gehobene Ansprüche zufriedenstellen. Aber die Bahn ignoriert sie.

Die Bahn gibt ihr Geld lieber für das Marketing aus. In der Speisekarte der Deutschen Bahn werden die Gerichte vom April und Mai angepriesen:

Wir haben die Kochkünste von Alfons Schuhbeck bereits in den Jahren 2006 und 2007 schätzen gelernt. Nun freuen wir uns, Ihnen in diesem Jahr wieder die köstlichen Kreationen des Münchener Sternekochs in unseren Bordrestaurants servieren zu können. Für 2011 hat Alfons Schuhbeck sechs kulinarische Pakete der Extraklasse für Sie geschnürt. [Quelle, (08.05.2011)]

Als ich am Montagabend von Bonn nach Dresden fuhr, kannte ich den F.A.Z.-Artikel noch nicht. Zwischen Frankfurt und Fulda habe ich den unverzeihlichen Fehler gemacht, eines der beiden vegetarischen Hauptgerichte auf der Karte zu probieren: Ravioli mit Tomaten-Käse-Füllung und Bärlauchpesto.

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In der Speisekarte (Ausriss)
macht die Beschreibung noch Appetit …

Es war grauenvoll. In dem tiefen Teller befand sich ganz unten eine tiefe Öllache. Das war ein undefinierbares Öl und es wäre vielleicht anderswo als Bio-Kraftstoff durchgegangen. Auf dem Öl schwammen die grünen Bestandteile des Pestos. Außerdem enthielt der Teller natürlich noch die Ravioli. Dazu gab es ein Tütchen mit totem, trockenen Käse.

Ich bin dem Bahnmitarbeiter heute noch dankbar, dass er das Gericht nicht umgerührt hat. Mit viel Geduld konnte ich die Ravioli aus der Öllache fischen und wurde irgendwie satt. Immerhin hatte ich seit dem Frühstück nichts mehr gegessen. Doch um den Geschmack des Essens loszuwerden, brauchte ich unbedingt einen Kaffee und einen halben Liter Mineralwasser.

Im Informationsblatt auf der Bahn-Speisekarte kann man lesen:

Bestandteile dieses Gerichtes beinhalten keine Erzeugnisse die aus oder mithilfe von Erzeugnissen hergestellt werden, die aus verendeten, geschlachteten oder aufgrund ihres Verzehrs zu Tode gekommenen Tieren gewonnen wurden.

Diese Perle der deutschen Sprache habe ich erst bei der Suche nach der Speisekarte und der Zutatenliste im Netz entdeckt. Wer solche Sätze liest und sich danach noch ein Essen bestellt — ob mit oder ohne Fleisch —, dem kann ich nur von Herzen »Gute Verdauung!« wünschen ;-)

Marketing wie aus dem Lehrbuch, ein Spitzenkoch in der Werbung — wie wäre es, wenn sie stattdessen tüchtige Fachleute einstellen würden, die das Machbare optimieren? Ein ICE-Wagen kann keine Restaurantküche beherbergen. Es dürfte jedem Reisenden klar sein, dass sich die Möglichkeiten in Grenzen halten. Doch die Hochglanzwerbung macht mich weder satt noch zufrieden. Und die Anspielung auf einen Spitzenkoch unterstreicht nur die Diskrepanz zwischen Werbung und Realität. Dadurch werden auch die Bemühungen der Mitarbeiter in den Zügen ad absurdum geführt.

Bleibt die Frage, warum ich in der Überschrift vor dem Köttbullar und nicht vor den Ravioli warne. Zum einen spielt Köttbullar auch eine Rolle in Jürgen Dollases F.A.Z.-Artikel. Er beschreibt es liebevoll mit den Worten »in Richtung Dosennahrung«. Zum anderen konnte ich einen hungrigen Mitreisenden am Tisch gegenüber dabei beobachten, wie er in diesem Gericht herumstocherte. Wir verstanden uns nach einem kurzen Blickwechsel ohne Worte …


PS: Hier ist ein Blick in die Zutatenliste möglich.



Aus vollen Zügen …

7. Mai 2011

hatte ich vor langer Zeit mal einen Artikel mit Bildern aus dem fahrenden Zug genannt. Seitdem bin ich zwar sehr oft mit dem ICE unterwegs gewesen, aber es hat sich nie eine gute Gelegenheit zum Fotografieren ergeben. Heute war das anders ;-)

Leipzig - Dresden (07.05.2011).


Flashmob auf dem Fahrrad

3. Mai 2011

Der Bloggerkollege Frank schreibt über einen Zwischenfall bei einem »CM-Ausflug«. Das ist eine Art Flashmob, bei dem sich Fahrradfahrer treffen, um im geschlossenen Verband eine Fahrspur zu belegen und den Autoverkehr zu behindern. Oder wie es im Aufruf heißt:

Es geht nicht um Verkehrsbehinderung anderer, sondern darum, sich als unmotorisierter Verkehrsteilnehmer ein Stück öffentlichen Lebensraumes, die Straße, zumindest zeitweilig zurückzuerobern. [Quelle]

Hier widersprechen sich die Initiatoren in einem einzigen Schachtelsatz: Wie wollen sie eine befahrene Straße »zurückerobern«, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu behindern? Das ist pure Heuchelei. Das sage ich als Fahrradfahrer und ÖPNV-Jahreskartenbesitzer, der seit 1990 hier in Dresden bewusst ohne Auto lebt.

Ich darf doch den Satz des ADFC einfach mal auf die wesentliche Aussage reduzieren?

Es geht darum, sich als unmotorisierter Verkehrsteilnehmer die Straße zumindest zeitweilig zurückzuerobern.

Als ich Franks Artikel las, kam mir eine Parallele zwischen dem Demonstrationsrecht und dem Straßenverkehrsrecht in den Sinn: Beide wurden für den vernünftigen Bürger gemacht, der seine Rechte verantwortungsbewusst wahrnimmt, aber nicht missbraucht.

Sobald ein solches Recht missbraucht wird, werden andere in ihren Rechten unverhältnismäßig eingeschränkt und es kommt zu Konflikten. Konflikte können zu Gewalt führen. Wenn die Gewalt schon im Aufruf mit dem Wort »zurückerobern« verbal angelegt ist, muss man sich nicht wundern, wenn es irgendwann kracht.

Alle Bürger haben das Recht, sich unter freiem Himmel zu einer Kundgebung zu versammeln. Alle Bürger haben das Recht, die Straße für einen Fahrradausflug im Verband zu nutzen. Im Straßenverkehrsrecht wird vorausgesetzt, dass der Verband aus irgendeinem sinnvollen Grund von A nach B fahren will. Dass man mit so einem Verband eine Straße blockieren oder »zurückerobern« könnte, war dem Gesetzgeber offensichtlich nicht in den Sinn gekommen.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich oft daran gedacht habe, den ADFC zu unterstützen. Ich habe etliche vernünftige Aussagen von ADFC-Vertretern in Dresden gelesen und es sind ja letztlich meine Interessen als Radfahrer und ÖPNV-Fahrgast berührt. Aber solche Aktionen lehne ich ab und ich meine, dass sich der ADFC davon distanzieren sollte. Eine vernünftige Lobbyarbeit für den Radverkehr kann man mit einer Blockade in der Art der »Kritischen Masse« nicht machen.



Lauf in den Mai

2. Mai 2011

Heute morgen habe ich am Rhein noch einige Bilder gemacht:

In meinem Blog gibt es zwar keine Katzenfotos — aber: Junge Enten beim Training im Formationsschwimmen ;-)

Gestern bin ich zum ersten Mal am selben Tag in zwei weit voneinander entfernten Städten gelaufen.

Am frühen Morgen in Dresden: von hier zum Schillerplatz, über das Blaue Wunder und die Grundstraße nach Bühlau, von dort zum Wolfshügel und dann über die Saloppe und den Körnerweg wieder zurück zum Ausgangspunkt. Das waren 15 knackige Kilometer mit knapp 200 Höhenmetern. Es war noch schön frisch und es war fast überall sehr still. Auf dem Heimweg vom Schillerplatz gab es trotzdem einen Schock: Polizei, Feuerwehr und DVB-Einsatzwagen mussten (am Sonntagmorgen!) zur »Blechecke« Kretschmerstraße/Berggartenstraße ausrücken, wo es einen schweren Unfall gegeben hatte.

Am Abend in Bonn: vom Hotel über die Kaiser-Friedrich-Straße zum Rhein, dann ging es über die Konrad-Adenauer-Brücke und auf der anderen Seite bis zur Kennedy-Brücke. An dieser Stelle fühlte ich mich nicht ausgelastet. Ich bin also einfach bis zur Friedrich-Ebert-Brücke gelaufen und habe die Runde dann geschlossen. Das waren etwa 15 Kilometer und es waren fast keine Höhenmeter zu überwinden. Es war fast schon sommerlich warm. Auf der Rheinpromenade waren sehr viele Läuferinnen und Läufer unterwegs (in Bonn scheinen immer noch viel mehr Leute zu laufen als in Dresden).

PS: Zu dieser Laufstrecke in Bonn gibt es auch eine eigene Webseite und man kann an einem Laufwettbewerb teilnehmen. Sollte ich mal an diesem Tag in Bonn sein, laufe ich gern mit …



Die Bilder vom Sonntag …

1. Mai 2011

wurden aus organisatorischen Gründen schon am Samstag fotografiert ;-)

Apfelblüte in ihren letzten Tagen …

Pontische Azalee.

Erle.

Assoziation zur Hochzeit in England …

Blüten der Kolchischen Pimpernuss.