Vorteil oder Nachteil des Bloggens

gegenüber dem Journalismus, gefunden in einem Text des Bloggers Felix Schwenzel über Blog-Bezahlmodelle:

denn ich sehe es anders als basic geradezu als privileg an, als ehre, dass andere sich (manchmal) die mühe machen meine texte zu lesen. möglicherweise habe ich tatsächlich das eine oder andere wissensfragment oder die eine oder andere erfahrung gemacht und vielleicht gar nicht mal so dumme schlussfolgerungen daraus gezogen, die ich in meinen texten weitergeben kann, aber ich sehe tatsächlich mich in der bringschuld und nicht meine leser. (Quelle)

Ich denke, dass alle Modelle zum Scheitern verurteilt sind, bei denen die Leser bezahlen oder spenden sollen. Es wird nur für zwei Arten von Bloggern Geld geben: (1) als freie, festangestellte oder selbständige Autoren in offiziellem Auftrag oder (2) als heimlich gekaufte Schreiberlinge für »virale« Kampagnen. Im ersten Fall sind es eigentlich keine Blogger mehr, denn sie produzieren wie jeder andere Autor Artikel, Werbung oder PR. Im zweiten Fall sind es auch keine Blogger, sondern Spammer …

Ich bin darauf gestoßen, als ich mir nach einer Mail Gedanken über meine eigene Motivation und Intention machte. Bald werde ich hier zum tausendsten Mal auf die Schaltfläche »Publizieren« drücken. Eigentlich wollte ich schon immer mal eine Umfrage starten: Was denken die Leser, warum dieser Stefanolix bloggt ;-)

Wenn ich ein Blogger von heute sein will und nicht von vorgestern oder von übermorgen, dann muss ich jedenfalls so bloggen, wie es heute gebraucht wird. Es kann sein, dass übermorgen eine andere Art des Bloggens gebraucht werden wird. Es kann auch sein, dass übermorgen gar keine Blogger mehr gebraucht werden. Aber ich denke, schreibe und fotografiere heute. Und ich tue es auf keinen Fall für Geld, also muss ich wohl andere Intentionen haben …


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109 Responses to Vorteil oder Nachteil des Bloggens

  1. Muyserin sagt:

    Hm.

    Ich finde Deinen Idealismus gut, aber es gibt schon auch wirtschaftliche Gründe zu bloggen, ohne dass man direkt Geld dafür bekäme.

    Nehmen wir Stefan Niggemeier. Er bloggt wahrscheinlich ohne Bezahlung (außer wenn er Artikel für Printausgaben und andere Medien auf dem Blog zweitverwertet). Aber seine Beiträge steigern in jedem Fall seinen Nimbus des kritischen Journalisten, so dass er sicher als Journalist auch wegen seines Blogs Bekanntheit über den Kreis der Zeitungsabonnenten hinaus genießt.

    Übersetze Nimbus mit Aufmerksamkeit und schon sind wir bei Bourdieus kulturellem Kapital. Das Bloggen ist also nicht immer direkt ökonomisches Kapital, aber direkt schaden kann es Leuten, die mit Texten Geld verdienen, auch nicht.

    Meine Motivation bewegt sich wohl zwischen Deiner bzw. Schwenzels, und der Niggemeiers (ohne mich um Gottes Willen mit ihm auf eine Stufe stellen zu wollen).

    In allererster Linie möchte ich etwas festhalten, Ereignisse, Gedanken. Das geschieht zunächst nur für mich selbst. Darauf dann auch noch Feedback zu bekommen, ist in den allermeisten Fällen ein bereicherndes Gefühl, das sich meiner Meinung nach nicht mit der kleinen Summe Geld aufwiegen ließe, wenn man für die Wörter- oder Zeichenzahl Geld bekäme. Aber ich hätte auch nie daran gedacht, dass ich mit Schreiben Geld verdienen könnte, wenn ich nicht irgendwann zu bloggen begonnen hätte. Insofern ist das frei schreiben (i. S. v. „für lau“) auch immer wieder ein Freischreiben. :)

    Und wenn ich Geld fürs Bloggen bekäme, z. B. durch flattr, müsste ich mir wirklich überlegen, ob es nicht fair wäre, den klugen Kommentatoren, die meine Weltsicht bereichern, davon abzugeben.

    Ich bin gespannt, wie dieses Thema weiter kommentiert wird.

    (Bei viralen Kampagnen kriege ich übrigens Pickel. Ich wüsste auch kein Projekt, wo dies wirklich gelungen wäre, d. h. wo das Ergebnis so gut war, dass der Zweck die Mittel in meinen Augen geheiligt hätte. Aber das ist wohl ein anderes Thema.)

    • stefanolix sagt:

      Du hast recht: Die Wechselbeziehungen zwischen Autoren und Kommentatoren machen das Modell des Bezahlens und Bezahltwerdens noch ein Stück komplizierter. Das ist ein ganz wichtiges Argument gegen Bezahlung durch die Leser.

      Ich würde ehrlich gesagt schon deshalb kein Geld via Button haben wollen, weil ich den Micropayment-Systemen mit sehr gesundem Misstrauen gegenüberstehe. Was da schon für Geld versenkt wurde …

      Zu den viralen Kampagnen: Das Problem ist aber, dass man nicht alle viralen Kampagnen erkennt oder dass man sie zu spät erkennt. Im Netz gibt es manchmal Kampagnen, bei denen man den Verdacht hat, dass sie gut inszeniert sein könnten.

      Ich will eigentlich nicht nur über das Geld reden ;-)

      An dem Beitrag über den Kirchentag in Zettels Raum, den Du noch mal in Erinnerung gerufen hast, sieht man sehr gut, wie Bericht, Kommentar, Diskussion ineinander übergehen. Ich habe in meinen wenigen Stunden auf dem Kirchentag, durch meine Fotos und Berichte, durch Rede und Gegenrede viel gelernt. Eine finanzielle Bilanz darf man da einfach nicht ziehen, sonst verdirbt man sich alles ;-)

  2. falschgold sagt:

    Na hier werden noch die grossen Fragen gestellt.

    Der Unterschied zw. Fachblogs a la Niggemeier und den vermischten Ansichten aus der jeweiligen thematischen Provinz begrenzt diese aber schon mal auf das letztere.

    Wenn auch das Feld der Amateure sehr weit ist, eine Grundeigenschaft scheint die meisten erfolglosen Blogger zu vereinen: Sie setzen sich einer Öffentlichkeit aus, deren Fehlen sie nicht ertragen und mit deren Reaktion sie im Allgemeinen nicht umgehen können. Die Ursache kann man in der jeweiligen Leidensgeschichte des „Bloggers“ vermuten, aber wenn eines NIE angesprochen werden darf, dann isses diese. Persönlich werden geht nämlich gar nicht.

    Mir als Leser bietet die vermischte Einseitigkeit von Seiten wie dieser hier gelegentliches Amusement und die kompetenten Fachblogs ein dauerhaftes. Deshalb erhalten die ersteren den Spott und die letzteren das Geld.

    Nächste Frage?

    • muyserin sagt:

      Och, wenn ich Deine Beiträge hier lese, hätte ich gar kein Problem damit, persönlich zu werden. Hinter diesem provinziell bedingten Mangel an Erziehung meinerseits verbirgt sich immerhin ein Blog. Und was hast Du so vorzuweisen, außer selbstgerechtem Dünkel und heißer Luft?

      Ganz abgesehen davon hinkt Deine Argumentation von vorne bis hinten:

      Was sollen denn z. B. bloß diese Gänsefüßchen um das Wort Blogger? Und wie darf man das jetzt verstehen: „erfolglose Blogger, die mit Öffentlichkeit nicht umgehen können“: entweder, sie sind erfolglos, dann haben sie wohl auch keine Leser. Oder sie konnten sich eine Leserschaft aufbauen, dann kann man das tendenziell ja schon mal als Öffentlichkeit werten.

      Ehrlich, wenn ich rekapituliere, was Du hier auf Stefans Blog veranstaltest, kommt mir das Bild eines Partygastes in den Sinn, der sich immer die gepflegtesten Gästetoiletten aussucht, um dort seine Duftmarken zu setzen.

      • falschgold sagt:

        Das Argument „Mach doch erstmal Deinen eigenen Blog“ kam schnell, weil gerne geübt und musste deshalb schon vor Jahren von mir entfräftet werden: http://falschgold.net/blog

        Und mal im Ernst, Frau Bloggerin mit dem originellen Namen, In Sachen Aufmerksamkeitserringung liege ich ja noch flaschgechrieben messbar vor Ihnen: http://goo.gl/xNg1v

        Der nächste bitte.

      • stefanolix sagt:

        Es ist eben doch nicht alles Falschgold,
        was nicht glänzt …

      • muyserin sagt:

        @falschgold:

        Die Diskussion um Dein „Blog“ (selten waren die von Dir aus unerklärt bleibenden Gründen favorisierten, ironisierenden Gänsefüßchen so angebracht wie in Deinem eigenen Fall) hatten wir doch neulich schon. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich mich zu diesem pseudointellektuellen Gedanken„gut“ dort weiter äußere? Zumal es Dir ja selber peinlich zu sein scheint, darauf zu verlinken …

        Geschweige denn werde ich mich mit Dir in irgendwelchen gadgetbasierten Schwanzvergleichspielchen messen, deren Sinn sich mir – im Gegensatz zum Thema dieses Threads, dem Bloggen – partout nicht erschließen will.

        Dank Micha weiß ich ja nun, dass Du Dich auch anderweitig publizistisch betätigst und dort wahre Quotenhits landest (wobei, welch bittersüße Ironie. Stefanolix für diese staatlich geförderte Gegenöffentlichkeit als Nicht-Involvierter mehr Aufmerksamkeit erzeugt haben dürfte, als ein Held des klassischen Sender-Rezipienten-Modells wie Du).

        Da Du auf meine Rückfragen zu Deiner kausal lückenhaften Argumentation in der Sache übrigens mit keiner Silbe eingegangen bist, ist mein Interesse an dem, was Du zu diesem Thema zu sagen hast, hiermit erloschen.

      • stefanolix sagt:

        @Muyserin: Du hast ja übrigens gar nicht gesagt: »Mach erst mal Deinen eigenen Blog.« Du hast gefragt: »Und was hast Du so vorzuweisen?«

        Nun hat er das vorgewiesen, woran er seit Jahren schon schreibt. Und es ist, wie es sein sollte: Man erfährt etwas über den Autor ;-)

      • @google-fights gadget
        Wieviele „falschgold“s gibt’s denn im Netz?
        Rein von den Wörtern her – „muyserin“ & „falschgo(i)ld“ – dürfte es eine nicht ganz unrelevante Verschiebung in der Statistik geben, aufgrund der Worthäufigkeiten ;)

        Zudem, mit anderen Worten (Vorsicht, Wortspiel :)): der „herr falschgold“ hat im Vergleich zur „muyserin“ dann wohl doch eher Potenzprobleme
        Hmm, oder er kann’s mit Technik ausgleichen :)

        @falschgold
        Versuch erst gar nicht „pirat micha“ einzugeben. Mach dir lieber ’nen schönen Tag :)

        Wenn du es doch nicht lassen kannst, dann gib hinterher mal „ob winkler“ ein.
        Nein, du brauchst dann nichts mehr zu sagen :)

        Ach, übrigens, kam am 19.Juni noch jemand beim CAPA vorbei? -> Herr Falschgold twittert offenbar auch ;)

        Dein BRN-Laufplan liest sich echt spannend, darf ich dein „follower“ werden … und du mein „leader“? :)

        Ach, ja, und sorry für das Fahrrad von Boehler (12. Juni) … ich war’s und hab’s nich‘, hab’s auch nicht gesehen … good luck, man.

      • Muyserin sagt:

        Es hat natürlich auch etwas Stoisches, Seite um Seite zu füllen, ohne je Kommentare zu erhalten. – No further comments.

      • stefanolix sagt:

        Tun wir so, als hätten wir es nicht bemerkt ;-)

      • falschgold sagt:

        Sehr schön. Alle beteiligten Blogger haben jetzt eindrucksvoll bewiesen, dass sie prominenter als der Herr Falschgold sind. Das war zwar nicht die Frage, aber unter die These „Öffentlichkeit, deren fehlen sie nicht ertragen“, können wir ein q.e.d. setzen.

        Der noch ausstehende Punkt, dass der vermischte Blogger oft Probleme mit den Reaktionen der fleissig gezählten Öffentlichkeit hat, lässt sich auf ebenso vergleichende Art & Weise natürlich nicht führen, solange dem Falschgold sein Blog keine Kommentare zuässt. Also habe ich dem abgeholfen und stähle mich schon mal. URL ist ja mittlerweile bekannt.

      • stefanolix sagt:

        Schauen Sie, werter Falschgold: Mit dem albernen Google-Fight haben Sie begonnen. Wir haben das nicht nötig.

      • falschgold sagt:

        Das diente der (gelungenen) Beweisführung.

        Die Notwendigkeit, Anerkennung durch Seitenbesuche und Kommentaranzahl zu belegen ist doch offensichtlich. Wenn man im eigenen Blog die Sinnfrage stellt, verbunden mit der genau abgezählten Anzahl der Posts im eigenen Blog seit Anno X und der halbdutzendkommentaren Auseinandersetzung mit einer offenschtlich auf die Schippe nehmenden Google Fight Webpage – da hat man’s nötig.

        Aber was spricht dagegen? Da es in der Sache begründet ist, dass man als Amateur qualitativ den Begabten hintenan ist, ist der gelegentliche Quotenkampf in der zweiten Liga m.E. verständlich, muss sich niemand für schämen.

      • stefanolix sagt:

        Die Anzahl der Artikel wird im Dashboard immer an prominenter Stelle angezeigt. Man kann sie als Autor gar nicht übersehen.

        Daraus ergibt sich keinesfalls die Schlussfolgerung:

        Die Notwendigkeit, Anerkennung durch Seitenbesuche und Kommentaranzahl zu belegen ist doch offensichtlich.

        Ich habe hier keine Angaben zur Zahl der Seitenbesuche oder Kommentare auf meinem Blog veröffentlicht.

        Da ist also überhaupt nichts »offensichtlich«.

        Wenn ich mich über eine Marke wie 1.000 Beiträge freue, ist das allein meine persönliche Angelegenheit.

      • falschgold sagt:

        Puh, na schön das wir das gerade noch klären konnten.

      • @ falschgold
        Es ging ja auch nicht primär um Google-Hits, das kam sehr wohl von dir und ich denke, dein Eigentor (ja, es ist wieder mal Fußball-WM ;)) siehst du sicher sportlich.

        Jeder, der im Internet schreibt, lügt oder spricht die Halbwahrheit, wenn ihn nicht auch interessieren würde, wie oft er oder sie gelistet wird. Der Unterschied zwischen reinem Aufmerksamkeitsdrang und einem wirklichen Interesse & Diskurs (mit tieferem Inhalt) kommt jedoch ausschließlich über die Qualität jedes einzelnen Beitrages. Und das erfasst Google nunmal nicht, weil primär „Google=Maschine“ gilt. Das wird auch nie eine Maschine algorithmisch erfassen können.

        Mich amüsieren solche Dinge wie hier zudem mehr als jede Comedy- oder Kabarett-Sendung, weil ich interaktiv mitmachen kann.

        Und dein Fallrückzieher nach 50-Meter-Lauf übers halbe Spielfeld war ja auch echt Klasse, eben nur ins eigene Tor.
        Ich sehe mich da mehr als Fan von dir, der sagt „Hut ab, saub’re Leistung, Alter. Wenn du den jetzt noch beim Gegner reinmachst, wäre es noch besser.“

        @Stefan
        „Schauen Sie, werter Falschgold: Mit dem albernen Google-Fight haben Sie begonnen. Wir haben das nicht nötig.“
        Ich fand das Tool ganz witzig. Ich würde nicht sagen, dass ich es „nötig“ habe, doch – wie oben bereits angedeutet – es ist auch nicht so, dass es mich nicht interessieren würde. Doch letztlich zählt Qualität und nicht Quantität. Ich habe schätzungsweise 80% politische Themen in meinem Blog, doch die 10% „Erotik & Sex“ laufen trotzdem am besten ;) … Ein, zwei Artikel über Daniela Katzenberger (okay, ist eigentlich weder Erotik noch Sex :) ) haben in einer Woche mehr Aufrufe als 50% aller Einträge in einem Jahr, obwohl ich die inhaltlich als wichtiger erachte.

        Doch so lange ich mich wohl fühle, wenn ich mal „etwas Fleisch“ auf meinem Blog habe, ist das auch kein Problem. Nur langweilt mich das selbst nach einer gewissen Zeit. Wobei wir wieder beim Ausgangspunkt des Bloggens wären: warum bloggt man eigentlich? Definitiv nicht, um sich selbst zu langweilen ;)

      • Muyserin sagt:

        Micha: Auch Frau Katzenberger ist ein Mensch und kein Stück Fleisch, Gänsefüßchen hin oder her.

      • stefanolix sagt:

        Ich möchte mich dem Hinweis von Frau Muyserin übrigens anschließen.

        Auch wenn es heute umgangssprachlich oft um »Fleischbeschau« geht (auf der Prager Straße hört man noch ganz andere Zoten, wenn die Junggesellinnen und Junggesellen trunken unterwegs sind), muss man das ja nicht in die Diskussionen in geschriebener Sprache übernehmen.

        Und das ist jetzt bestimmt von keiner Seite prüde gemeint.

  3. Eigentlich wollte ich schon immer mal eine Umfrage starten: Was denken die Leser, warum dieser Stefanolix bloggt ;-)
    Äääh??
    Vielleicht weil’s dir einfach Spaß& Freu(n)de – im erweiterten Sinne – macht??? :)

    Weitere eventuelle Gründe …
    Weil’s nicht nur erheitert, sondern auch erhellen kann?
    Weil man gern mal semi-journalistisch unterwegs sein will und das selten einfacher war als heute, mit/durch Blogs?
    Weil du immer mal wieder Leute treffen willst, bei deren Kommentaren du denkst „Selber.“?

    • stefanolix sagt:

      Überzeugt mich noch nicht ;-)

      Wenn ich mir so die ersten Kommentare durchlese, denke ich: das Zauberwort heißt Teilen. Teile mit deinen Geschwistern, mit deinen Kumpels, mit den anderen Rekruten bei der Armee, mit anderen OpenSource-Anhängern, später mit der Familie. Teile Arbeit, um sie schneller zu bewältigen. Teile Wissen, um Wissen zu gewinnen …

    • stefanolix sagt:

      Noch eine Anmerkung zum Teilen. Mindestens einmal im Monat habe ich eine Anfrage wegen der Nutzung eines Bildes, wie im folgenden Beispiel:

      »Ich verteidige kommende Woche meine Diplomarbeit über die Nordseeinsel X. Ich habe auf Ihrem Blog ein Foto gesehen, das ich gern in meine Präsentation einbauen würde.«

      Das sind doch Momente, wo man einfach nur sagen kann: »Na klar, bitte mit Bildquelle und viel Erfolg bei der Verteidigung!« Dann freuen sich: eine Diplomandin, ein Blogger und vielleicht die Zuhörer der Präsentation.

      Oder ein ganz großer Moment des Teilens: Als die Frau Muyserin vor zwei Jahren einige Dresdner Blogger um einen großen runden Tisch versammelte. Dafür tut man es (auch) ;-)

      • muyserin sagt:

        Ach, das ist lange her … Wollten wir nicht mal in den Botanischen Garten, unter Deiner Ägide?

      • stefanolix sagt:

        Ich versuche doch schon so lange, mit Bildern dazu zu motivieren ;-)

      • Hab ich auch schon gemacht, andere nach Bildern zu fragen … Klar, das Teilen kann ein Grund sein, doch das weiß man ja vorher nicht, ob da mal jemand kommt ;)
        Also, ich denke, dass das eher eine Sache des „Mitteilens“ ist :)
        Und wenn Teilen daraus wird, umso besser …

        Mit anderen Worten, du bietest etwas an, weil du es so möchtest/willst .. und wenn’s jemand haben will, sehr schön ;)

        Du musst keine Nachfrage schaffen, um dein Angebot zu rechtfertigen, wie es in der Wirtschaft durch Werbung und PR getan wird, sondern kannst dir den Luxus leisten, dass sich im Falle des Falles „keine Sau“ für dein Angebot interessiert :)

      • stefanolix sagt:

        Ich bin nicht sicher, ob durch Werbung wirklich Nachfrage geschaffen wird. Möglicherweise. Doch der größte Teil der Werbung dient wohl eher der »Aufteilung« der Nachfrage unter den Anbietern.

        Du hast aber recht: Wenn man Geld und Blog konsequent entkoppelt, muss man sich wenigstens vor niemandem rechtfertigen, der einem Geld zuteilt ;-)

      • Ich kann mich nicht mehr genau an einen Spruch aus einer Ausstellung über Werbung in Berlin (?) erinnern, ist schon 10 (?) Jahre her. Jedenfalls lief‘ ein bisschen auf den Spruch hinaus: Werbung lässt uns Dinge mögen, die wir dann kaufen, um Leuten zu gefallen, die wir nicht mögen.
        Alles sehr sinngemäß, mit eigenen Verdrehungen inkl.

        Ich bin der Meinung, dass wirklich gute und notwendige Produkte fast ohne oder ganz ohne Werbung auskommen. Welcher Bäcker macht in Dresden Werbung?
        Ansonsten läuft’s eh mehr über PR und Marketing, inkl. „viralem“, ob nun bewusst oder unbewusst … denke ich.
        Und ein Blog kann z.B. durch Schreiben in einem anderem Blog „beworben“/angeboten werden. Mach ich manchmal auch, wenn ich Lust dazu habe … sag ich ganz offen. Doch das hält sich in Grenzen, weil ich immer ein bisschen Zeit zum Reinlesen brauche.
        Letztlich ist ein Blog auch eine „Marke“, nur das es eben hier nicht primär ums Geld geht. Zumindest den meisten ;)

      • stefanolix sagt:

        Ein sehr guter Bäcker mit Werbung ist z.B. der Bäckermeister Wippler. Viele andere Bäcker werben auch. Aber diese Werbung weckt wahrscheinlich kaum völlig neue Bedürfnisse.

        Den zitierten Spruch hat sicher ein Werber in einem Anfall von Selbstironie geprägt ;-)

    • muyserin sagt:

      @ Micha: schönes, simples Argument. Spaß & Freu(n)de lässt sich schön auf den Dilettantismusbegriff herunterbrechen, der in meinen Augen völlig zu Unrecht verpönt ist. Ein Dilettant ist ein Amateur, ein Amateur betreibt seine Hobbies mit Hingabe, einfach aus der Lust am Vergnügen daran.

      Im Grunde sind wir Blogger späte Nachfahren des englischen Gentlemandiskurses: man sollte eine Sache nie mit so viel Fleiß und Ernsthaftigekit betreiben, dass man in den Ruch gerät, es arte in Arbeit aus oder diene sogar, horribile dictu, dem Lebensunterhalt. :)

      • stefanolix sagt:

        Der Dilettant hat leider keinen guten Ruf mehr, aber die Amateure sind ja wenigstens im Sport noch positiv besetzt. Mir gefällt das Bild: als Amateur zu schreiben, zu fotografieren, zu recherchieren.

        Aber als Gentleman im Club, ohne Frauen? Da gefällt mir die Tradition der literarischen Salons besser.

      • @muyserin
        Was ich am amateurhaften/dilettantischen Bloggen schätze, ist, dass es ja durchaus auch professionell sein bzw. werden kann. Der Schwerpunkt ist eben anders gelegt als bei professionellen Journalisten. Zudem besteht mehr Freiheit beim Bloggen, bzgl. Text, Bildern, Länge usw. usf.
        Zeitungs- oder Zeitschriftlesen ist für mich nicht viel ander als manche Internetseiten zu lesen, inkl. Blogs. So mancher Leserbrief ist interessanter und gehaltvoller als viele Artikel. Natürlich gibt es einen gewissen Standard bzw. ein gewisses Niveau, dass Zeitungen einhalten wollen und dies geschieht auch, doch die Unterschiede werden m.E. geringer. Prozentual gesehen gibt es sicher genauso viele gute, teilweise semi-professionelle Blogs wie gute Zeitungen.

      • Muyserin sagt:

        @ Micha: Es passiert da etwas ganz Interessantes. Zuerst hat mich die Meldung schockiert, aber vielleicht passiert da etwas Richtungsweisendes. The Guardian, nicht nur meine Lieblingszeitung, sondern auch seit Jahren als World’s Best Designed Newspaper vielfach mit Preisen ausgezeichnet, wird seine Printausgabe aller Wahrscheinlichkeit einstellen. Die klassische dpa-Meldung erhalte der Leser auch im Netz; hingegen Kommentare und Features, diese die Stärken des Guardian, sollen online ausgebaut werden, so die Herausgeber. Genauer bin ich zwar nicht im Bilde, aber man könnte doch sagen, da nimmt sich eine Zeitung das Blogmodell und professionalisiert dieses, nein?

      • Muyserin sagt:

        @ Stefanolix: Wenn man sich die Verteilung der Blogthemen nach Geschlechtern ansieht, ist das Bild von den (weiblich geführten) Salons vs. (exklusiv männlichen) Clubs leider immer noch sehr aktuell. Die Frauen spielen im Netz „Angel of the House“ (so eine gängige viktorianische Metapher für die Rolle der Frau im Alltag) mit zahllosen Bastel-, Back- und sonstigen Wohlfühl-Blogs. Die Männer dieweil philosophieren über Politik und Technik.

        Gleichzeitig bietet das Netz mit seiner Möglichkeit der Anonymität die Chance, jenseits von Geschlecht Dinge auszuprobieren, die nicht geschlechtsspezifisch sind. Aber die Männer und die Frauen sind da selten experimentierfreudig, ins andere Lager zu wechseln.

      • stefanolix sagt:

        Ich wollte eigentlich auf die literarischen Salons anspielen, wo die Gastgeberinnen wohl zum Teil auch Einfluss auf den Inhalt genommen haben. Aber ich lasse mich natürlich korrigieren, weil Du sicher näher am Thema bist als ich. Vielleicht hatte ich da ein idealisiertes Bild.

      • @ Salons vs. Clubs
        Ich schreibe auch übers Stricken, muyserin ;)
        Okay, war vor meiner Blog-Zeit … ist ne simple Internetseite.

        Bei weiblich geführten Salons fielen mir jene von George Sand oder Henriette Herz und Rahel Varnhagen ein (Anfang/Mitte 19. Jhd.), wobei ich jetzt nicht einschätzen kann, ob es „organisierte Salons“ waren oder sich diese einfach so ergeben haben.

        Was du als „Frau im Netz“ = „Angel of the House“ beschreibst, ist ja wohl eher kein richtiger Salon, oder? ;)
        Wenn Frauen über Politik und Technik schreiben, sieht das vielleicht auch schon wieder anders aus?
        Ich kann’s nicht ganz einschätzen, dazu bin ich nicht ausreichend informiert, doch ich denke, dass es auch andere Blogs gibt, wo die Geschlechterrollen weniger offen zu Tage treten oder indirekt „zur Schau“ getragen werden. Zum Beipsiel wenn Politikerinnen bloggen … naja, machen nicht viele, vermutlich.

  4. derebs sagt:

    … wir waren gestern mit unserem schwäbischen Besuch im Potanischen Garten.
    Danke für die Inspiration.

    Der Ebs

  5. funkloch sagt:

    Nu ja. Was interessiert mich eigentlich daran, warum jemand bloggt?

    Ich bin auf dieses blog gekommen, weil ich z.T. konkret, z.T. meine Milieus hier in einer Weise angegriffen werden, dass ich dann doch ab und an meinen Senf dazu geb – vielleicht einfach der Vollständigkeit halber.

    Dabei habe ich den subjektiven Eindruck, dass
    a) sehr oft nur halbfertig geschrieben und
    b) nahezu nie komplett gelesen wird.
    Zunächst kann ich dies ja auf meine Sonderstellung beziehen, das andere mich und das, was ich tu eh besser kennen, als ich selbst. Ausgehend von dieser Beobachtung, habe ich mir aber dann doch mal die Texte genauer durchgesehen und dabei festgestellt, dass es nicht wirklich was mit mir zu tun hat.

    Mich interessiert jedenfalls kaum, wie viel ein Text nachgefragt wird und ich sehe auch keine Veranlassung jemandes Urteilsvermögen in Frage zu stellen, der/die nach meinem Wissen keine umfassende Veröffentlichungsliste hat (@kompletter „falschgold“-thread).

    Seltsam finde ich eher, überhaupt ein blog, als eine Diskussionsplattform anzusehen. Dafür gibt es schon länger als das Internet Foren mit den entsprechenden policies und der Möglichkeit für alle Teilnehmenden, threads zu eröffnen.

    Da ich über Dinge Radiosendungen mache, die in den etablierten Medien praktisch nicht vorkommen (Hausbesetzungen, lokale Initiativen, Feldbesetzungen …) finden sich in meinem Feedreader überwiegend blogs. Diese sind in aller Regel: subjektiv, informativ (in ihrem bestimmten Bereich) und kommen zur Gänze ohne Kommentare aus, bzw. verbergen sie in der Standardansicht. lawblog (verbirgt sie) oder fefes blog (erlaubt keine). Die Zahl der Kommentare hat m.E. sehr wenig mit der Qualität zu tun.

    Mir selbst, als jemand, der vielleicht nach der Sicht von manchem post hier mit dem Klammerbeutel gepudert, wohl aber in kontinuierlichen Diskussionprozessen, wie auch einem medienkritischen Journalismus zu hause ist, ist so ein Alleingang: „Ich diskutiere mit der Welt“ zumindest etwas suspekt. Ich kann es mir genausowenig schön vorstellen, eine Radiosendung allein zu veranstalten.

    Bitte also nicht als irgendeinen Angriff verstehen. Mir gehts darum: warum ein blog der diskutiert und kein Forum ist statt eines blogs, was einfach nur schreibt und schreibt und schreibt oder ein kollektives Medienprojekt.
    Freu mich auf Antwort.

    • stefanolix sagt:

      Ich beginne mit der Antwort auf die letzte Frage: Ein Blog auf der einen und ein »Kollektiv« auf der anderen Seite müssen einander nicht ausschließen. Was weißt Du denn, wo ich mich sonst noch betätige …. Aber man muss nicht alles kollektivieren ;-)

      Hier blogge ich jedenfalls allein, weil ich meine eigene Meinung und meinen eigenen Blick auf bestimmte Dinge darstellen will: mit Fotos, Glossen, Berichten, Meinungsäußerungen, Zwischenrufen und anderen Beiträgen …


      Du schreibst, ich hätte »zum Teil konkret zum Teil Deine Milieus angegriffen«. — Ich weiß wirklich nichts über Dich und Dein Milieu. Ich weiß allenfalls aus Deinen Kommentaren, dass Du bei Coloradio eine Sendung (mit)gestaltest. Zu Coloradio-Beiträgen habe ich gelegentlich mal eine Meinung geäußert, angegriffen habe ich es nicht.

      In den aktuellen Streitereien zwischen Michael und Euch habe ich mich immer um Mäßigung bemüht. Ich halte überhaupt nichts davon, dass Konflikte auf diese Weise ausgetragen werden.


      Du hast den Eindruck, dass ich (a) nur »halbfertig« schreibe und (b) nahezu nie komplett lese.

      Mit (b) meinst Du sicher, dass ich in vielen Fällen nicht auf alle Aspekte Deiner Kommentare eingegangen bin. Das stimmt. Zum einen ist meine Zeit begrenzt und zum anderen erfordern manche Aussagen auch keine Antwort. Beispiel:

      Mir selbst, als jemand, der vielleicht nach der Sicht von manchem post hier mit dem Klammerbeutel gepudert, wohl aber in kontinuierlichen Diskussionprozessen, wie auch einem medienkritischen Journalismus zu hause ist, ist so ein Alleingang: „Ich diskutiere mit der Welt“ zumindest etwas suspekt. Ich kann es mir genausowenig schön vorstellen, eine Radiosendung allein zu veranstalten.

      Was soll ich denn dazu noch sagen? Dass ich keinen meiner Besucher als »mit dem Klammerbeutel gepudert« betrachte? Das ist ja eine »Basisbanalität«.

      Ich akzeptiere ja gern, dass Du eine andere Auffassung von Medien und Kommunikation hast als ich. Aber deshalb werde ich meine eigene Auffassung nicht aufgeben.


      Mit der Aussage (a) kann ich offen gesagt überhaupt nichts anfangen. Blogbeiträge und Kommentare, Rezensionen und Kritiken, Glossen und Zeitungsmeldungen sind Beispiele für Texte, die niemals »fertig« sind, weil jeder einzelne Leser sagen kann: »Da fehlt mir was!«

      Ich werde sicher nicht aufhören zu bloggen, weil Funkloch mir sagt, dass meine Beiträge nur »halbfertig« sind, ohne mir überhaupt mitzuteilen, was ihm konkret fehlt ;-)


      Ich denke, dass ich in der Diskussion mit »Falschgold« ruhig und höflich geblieben bin, obwohl schon seine erste Einlassung eine Provokation war.


      Ich weiß nicht, in welcher »Standardansicht« Kommentare verborgen oder gezeigt werden. Fefe hat sich bewusst gegen Kommentare entschieden, weil die Moderation aufgrund seiner Bekanntheit überhaupt nicht machbar wäre. Bei Udo Vetter erscheinen die Kommentare genauso unter dem Artikel wie hier …

      • muyserin sagt:

        Ich mach’s kurz: Blogs, die ich visuell schlecht gelöst/argumentativ halbgar oder sonstwie scheiße finde, lese ich habituell – offenbar im Gegensatz zu Funkloch und Falschgold – nicht, weil mir diese Haltung masochistisch dünkt. Masochismus mag ja seine Berechtigung haben, solange er sich auf seine Ausformung als sexuelle Praktik begrenzt. Als Methode, mir erst selbst den Tag zu vermiesen und dann meine schlechte Laune permanent an einem Blogger auszulassen, der mich zur Lektüre seiner geistigen Ergüsse ja schließlich nicht gezwungen hat, will er mir partout nicht einleuchten.
        In den Worten Erich Kästners: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Also, Jungs: selber machen, besser machen, oder einfach auch mal den Ball flach halten. Und vielleicht ein klein wenig Toleranz gegenüber denen, deren Durchblick (oder Ego, je nach Standpunkt) dem Euren nicht das Wasser reichen kann.

      • funkloch sagt:

        Ooch nee! Ich habe gebeten, dass nicht als Angriff zu werten und doch hast Du es so genommen.

        Ich habe ganz was anderes im Sinn. Es bist eben nicht nur Du, der hier schreibt, sondern eine ganze Reihe, von denen einige Dauerkommentatoren sind. Überhaupt überwiegt die Textmasse der Kommentare das, was eigentlich vom Autor selbst, also Dir, stammt. Genau darauf zielte mein Text.

        Du könntest schließlich auch einfach nur schreiben und dabei Kommentare zulassen, oder nicht. Ich dachte, deutlich gemacht zu haben, dass ich solcherart blogs in großer Zahl besuche und schätze.

        Das mit mir und meinem Milieu (dem Linksradikalismus) war doch nur um deutlich zu machen, warum von mir hier überhaupt Texte zu finden sind. Bei den meisten blogs bin ich nur Leser – z.B. auch bei einigen derer, die in Deinem blogroll sind. Und ein Grund für mich hier manchmal was zu schreiben ist eben, dass es bestimmte InteressentInnen gibt, die hier ein bestimmtes Bild des Radios verbreiten, oder sich gar manisch an meiner Person abarbeiten. Oder eben wenn Du ins Horn der Extremismustheorie bläst, von der ich meine, dass sie fundiert kritisiert wird und nicht nur von Verirrten.

        Es wird hier auf diesem blog rege diskutiert. Das blog ist aber kein Forum. Ich habe darauf hingewiesen, dass unter den Diskutanten (Dich teilweise eingeschlossen, teilweise nicht) eine Tendenz besteht, rege zu kommentieren und dabei bissel zu ignorieren, was die anderen jeweils geschrieben haben (wenn etwa falschgold erklären soll, was er denn publikationsmässig so auf Tasche hätte und dann für die zugegeben untergründige Antwort angemacht wird, er hätte anderen Schwanzvergleiche übergeholfen). Es werden threads zweckentfremdet, Positionen werden mantraartig immer wieder von neuem bekräftigt.

        Um nochmal das mit dem „halbfertig“ zu verdeutlichen: Ich habe mal eine Weile was bei opentheory gemacht. Da haben wir uns Texte absichtsvoll unfertig in die Hand gedrückt, mit der Bitte um Vervollständigung. Das kann man aber nur machen, wenn man sich nicht in einem Wettbewerb befindet. Auf diesem blog erlebe ich in bestimmten Themen eine deutlich wettbewerbliche Kommunikation. Dabei sehe ich oft ein Abarbeiten an vermeintlichen und nicht an den wirklichen Gegenpositionen. Dazu müsste man das, was man kritisiert gründlicher zur Kenntnis nehmen und präziser bei der eigenen Kritik werden. Also vergiss das mit der Halbfertigkeit in Bezug auf die eigentlichen Beiträge. Es geht um die comments.

        Vielleicht könnte das alles in einem Forum besser funktionieren. Vielleicht könntest Du auch die Kommentare, Kommentare sein lassen (so wie wir in Bezug auf unsere Magazinsendungen). Vielleicht bietet sich für bestimmte Themen auch einfach immer noch die Gesprächsrunde an. Vielleicht machst Du auch alles weiter, wie bisher.

        Mit geht es nicht darum, hier irgendeinen Einfluß zu nehmen. Mir geht es auch nicht darum, verschiedene mediale Engagements gegeneinander auszuspielen.
        Ich hab Dir die Fragen einfach nur gestellt, weil ich verstehen will, warum es hier ist, wie es ist.

      • stefanolix sagt:

        Ich habe es nicht als Angriff genommen. Ich konnte an einigen Stellen einfach die Kritik der Realität meines Blogs nicht zuordnen.


        Ich schreibe und ich lasse Kommentare zu. Die Kommentare einfach stehen zu lassen und nicht zu beantworten — das kommt für mich normalerweise nicht in Frage.

        Dass sich aus manchen Artikeln lange Diskussionen entwickeln, kann man sicher unterschiedlich bewerten. Ich wüsste nicht, wo ich eine (numerische? inhaltliche?) Grenze einbauen sollte.

        Ich kann auch kein separates Forum wie z.B. »Zettels kleines Zimmer« zu »Zettels Raum« einrichten, weil das mit einem doppelten Aufwand verbunden wäre.

        In einem Forum kann es übrigens auch dazu kommen, dass auf einen Beitrag viele Antworten gepostet werden. Wo ist da der Unterschied? Es liest sich nur etwas anders …


        Der Radio-Streit zwischen einzelnen Personen ist von mir nicht gewollt, dazu habe ich mich jetzt mehrmals deutlich geäußert. Vertragt Euch oder vertagt Euch oder tragt es woanders aus. Aber ich will jetzt auch nicht jeden einzelnen Kommentar analysieren [und vielleicht sogar zensieren].


        Politische Meinungen stehen miteinander im Wettbewerb. Ich bin hier immer für Meinungsfreiheit und Wettbewerb und soziale Marktwirtschaft eingetreten. Manche Leute kritisieren die Meinungsfreiheit, den Wettbewerb und die soziale Marktwirtschaft. Warum sollte ich dann linksradikale Positionen nicht kritisieren dürfen?

        Bestimmte Erkenntnisse der Extremismustheorie werden in der Praxis immer wieder bestätigt. Möglicherweise wird sie »fundiert kritisiert«. Ich würde nie so weit gehen und Kritiker als Verirrte bezeichnen.

        Aber es ist keine fundierte Kritik, wenn sie dem Rechtsextremismus ein anderes Etikett ankleben (»gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit«) und den Linksextremismus unter den Tisch fallen lassen wollen (denn der ist ja per se menschenfreundlich). Das ist allenfalls eine durchsichtige Verschleierungstaktik, aber keine fundierte Kritik. Eine »bessere« Theorie als die Extremismustheorie muss auch die Phänomene erklären, die heute als Linksextremismus bezeichnet werden.

        Wenn ich mir bei gelegentlichen Streifzügen einige der linksradikalen Blogs anschaue, finde ich dort weit schärfere Töne, als ich sie hier jemals anschlagen würde. Soviel zum Thema Angriffe.


        Nein, die Diskussionen sind nicht perfekt, aber daran würde keine Technik (Forum, Blogkommentare, Wiki …) etwas ändern.

        Ich hatte oben festgestellt, dass Artikel notwendigerweise inhaltlich niemals fertig sind. Für Kommentare trifft das um so mehr zu. In einer mündlichen Diskussion sind auch die meisten Beiträge nicht perfekt. Das hält die Leute aber nicht vom Diskutieren ab. Im Idealfall lernt man voneinander und eines fügt sich zum anderen.


        Du kannst mich gern darauf aufmerksam machen, wenn ich mich Deiner Meinung nach an einer vermeintlichen und nicht an einer echten Position abarbeite. Sei aber versichert, dass ich Dich gleichfalls darauf hinweisen werde …


      • Sorry, dass ich mich einmische … doch so bin ich nunmal ;)

        @funkloch
        Ich bin auf dieses blog gekommen, weil ich z.T. konkret, z.T. meine Milieus hier in einer Weise angegriffen werden, dass ich dann doch ab und an meinen Senf dazu geb – vielleicht einfach der Vollständigkeit halber.

        Es sind m.E. nicht „deine Milieus“, sondern Milieus, in denen du verkehrst. Du bist Teil z.B. von coloRadio, nicht coloRadio selbst. Wenn ich bei bei „netto“ oder LIDL mal ne Tiefkühlpizza kaufe, kann ich trotzdem die Strukturen bei Discountern kritisieren oder nachfragen, was in der Pizza eigentlich drin ist. Das hilft nicht nur mir, sondern auch anderen.
        In dem du häufig jede Kritik auf dich beziehst und meist – nicht immer abblockst – schadest du dir letztlich selbst und coloRadio ebenso. Da hat muyserin mit dem Wort „Masochismus“ wahrscheinlcih den Finger in die Wunde gelegt ;)

        Apropos, „Senf“ … ja, du schreibst mitunter mittelscharf bis scharf, doch kann Senf eben nicht immer schmecken. Zumal nicht ständig pur. Es sei denn … naja, da wären wir wohl wieder bei der Richtung „Masochismus“ :)

        Apropos „Vollständigkeit“ … du meintest vermutlich „Ergänzung“ oder „Erweiterung“. Doch genau das ist vielleicht auch wieder dein Ding. Tiefere Erklärungen gewünscht, funkloch?

        Kleiner Tipp, schalte mal dein „Handy“ an, dann stehst du auch nicht mehr im „funkloch“ … mit einem Radio kann man eben nicht nur senden, sondern es gehört auch immer ein Empfänger dazu.
        Doch genau da entzieht sich die Grundlage für wirkliche Veränderungen bei dir und im Kern von coloRadio, weil coloRadio nicht im Wettbewerb stehen muss. Ist ja prinzipiell auch gut so, wenn es ganz ohne Geld laufen würde … so wie diverse Blogs.

      • stefanolix sagt:

        Mal so ganz unverbindlich in die Runde gesprochen, Michael: Ich finde es besser, wenn Meinungen über Probleme ausgetauscht werden und nicht Meinungen über Personen.

        Wenn ich ehrenamtlich arbeiten würde und meine Organisation würde kritisiert, dann würde ich Kritik am Ganzen auch auf mich beziehen. Das kann ich verstehen. Man denke z.B. mal an die WWF-Spendensammler nach der ARD-Doku über die Orang-Utans und den Regenwald.

        Ich bin nicht sicher, ob die Metapher mit den Discountern auf soziale Milieus wirklich passt: eigentlich müsste man doch dort arbeiten und gleichzeitig kritisieren(?) Und nicht nur kaufen …

  6. Also ich blogge, weil ohne meine lauthals kundgetane Meinung die Welt eine deutlich schlechtere wäre. Das will und kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Kommentare lasse ich zu, gehe aber ungern und eher selten darauf ein, am ehesten noch, wenn jemand was nicht verstanden hat. Das Bloggen anderer wird dagegen überbewertet.

    • Du bist ein Scherzkeks, Peter … oder du meinst es wirklich ernst ;)
      Ähhm, kurze Frage wollest du vielleicht schreiben:
      „Also ich blogge, weil ohne meine lauthals kundgetane Meinung meine Welt eine deutlich schlechtere wäre.“ statt
      Also ich blogge, weil ohne meine lauthals kundgetane Meinung die Welt eine deutlich schlechtere wäre. ??? :)

      • Ohne jetzt philosophisch werden zu wollen: Das läuft auf’s Gleiche hinaus. Diese Welt ist meine. Daher meine ich das auch ernst.

      • Prinzipielle Zustimmung, Peter, doch das „meine“ Welt sollte man wohl mit hinzufügen bei jeglichen Weltverbesserungsmaßnahmen, sonst wird’s schnell zu einer Halbwahrheit oder Lüge.
        Es wollten schon viele die Welt verbessern, nicht immer zum Vorteil für selbige :)

      • stefanolix sagt:

        Man darf hier gern philosophisch werden. Die Frage nach den Motiven der Weltverbesserer ist schon mal ein Anfang ;-)

      • Hmm, prinzipiell kann ich deinen Ansatz ja verstehen, Peter. Der Künstler und somit auch der Blog-Künstler tut’s in erster Linie für sich selbst. Verbessere deine eigene Welt und somit tust du – wenn’s gut läuft – auch etwas für die Welt im Großen.

        Ich habe das anfangs (ab 2002) genauso gehandhabt, zum einen weil es keine Blogs gab. Oder ich gar nicht auf die Idee kam, etwas anderes zu suchen. Ich schrieb also „Sammel-e-Mails“ an mein gesamtes Adressbuch, inkl. Profs und naja, Personen, wo sich andere sicher dreimal überlegen, ob sie das nun machen oder nicht. Das Echo war im Großen und Ganzen positiv. Manchmal wollte ich nach einem „Nimm mich raus aus deiner Liste“ auch wissen warum genau, weil es mich wirklich interessierte. Doch das ließ ich dann recht schnell, zumal für einen Abbesteller zwei neue Interessenten kamen, zzgl. eigener neuer Kontakte … war alles ein Lerneffekt für mich.

        Dann hatte ich keine Lust mehr auf e-Mails, zudem war aus einer geplanten 3-e-Mails-Reihe für einen Monat eine 4-Jahre-Reihe geworden und mit dem „Hinweis Nr. 100“ schloss ich dann im Juni 2006 mit der Sache ab.
        Ich hatte dann auch keine Lust mehr auf lange e-Mails und der Ratschlag einer Freundin (Politikwissenschaftlerin ist sie, glaube ich ;)), dass ich doch mal blogge sollte, so im Jahr 2005, wurde dann 2009 zur Realität. Das war eine gute Kombination aus Schreiben, was ich denke und veröffentlichen will, und Diskussion bei Interesse von Lesern. Ich hatte auch meine Technik-„Angst“ überwunden, zumal Bloggen ja letztlich einfacher war als dieses ewige Word-Vor-Layouten mit anschließendem Copy-Paste-in diverse Mail-Softwares, ganz zu schweigen von umständlichen e-Mail-Adress-Sammellisten, die nach einem Monaten wieder zu 1% veraltet waren, was zum Nicht-Absenden mancher Mails führte – häufig ohne Angabe, welche e-Mail gerade nicht funktionierte … Ja, Suchen machen nicht immer Spaß ;)

        Was deinen Eintrag von 27. Juni 2011 um 10:14 Uhr betrifft, so sieht’s momentan eher nach Promotion für deinen eigenen Blog aus, was dir allerdings – aus meiner SIcht – nur auf zweifelhafte Weise gelungen ist. Denn du bist dort nur einer der Autoren, und naja, wer nicht viele Kommentare bekommt (wie du), der versucht’s vielleicht über Verlinkung auf anderen Blogs – wozu gibt’s denn diese Möglichkeit bei Blogssoftwares ? ;)

        Rein Vermutung natürlich, ich sehe das vielleicht auch aus meiner Sicht. 10% meiner Blogkommentare (vom Schreibaufwand vielleicht 1%) sind reine PR-Maßnahmen meinerseits. Doch ich halte das aus mindestens zweierlei Gründen in Grenzen. Erstens ist „schlechte PR“ nur dann ansatzweise gut, wenn sie von anderen kommt und nicht von mir selbst … großen Dank an dieser Stelle an falschgold, funkloch und einige von den Piraten Sachsen :)
        Und zweitens weil ich gar nicht so viele Kommentare haben wöllte wie bspw. Stefan hier, denn ich würde gar nicht mehr hinterher kommen mit dem Beantworten (was ich zu 98% tue) und hätte weniger Zeit für andere Dinge.

        So, Peter, wenn ich daneben gelegen habe mit meinen Vermutungen, dann schreib einfach etwas mehr über dich und deine „Weltverbesserungsmaßnahmen“ :)

      • stefanolix sagt:

        Das ist ja kühn: Du hast damals politische Ansichten an einen Mailverteiler gesendet, in dem Deine Professoren enthalten waren?

        —-

        Prinzipiell ist jeder Kommentar auf einem anderen Blog auch eine Darstellung des eigenen Blogs. Diesen Effekt kann man gar nicht ausschließen.

        Ob es immer Werbung ist, entscheiden dann die Leserinnen und Leser. Der Blogautor ist nur einer von vielen Lesern. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Leserinnen oft neugieriger sind als Leser.

        Später mehr, ich muss erst mal an die Pflichten zurück …

      • Peter Macheli sagt:

        Ich schreibe einfach relativ viel (für meine Begriffe), der Sehnsuchtsort ist ja nur ein kleiner Teil dessen, was da so abfällt. Das Schreiben als solches verbessert die Welt – meine und damit die aller. In Austausch mit anderen treten, also zB. Kommentare beantworten, ist ein zusätzlicher Aufwand, den ich nicht treiben kann und will – ich bin nicht das Dr.Sommer-Team, gehe „nebenbei“ noch arbeiten, habe Familie und stromlose Interessen, eben ein RealLife. Ich rede natürlich mit anderen Menschen, das reicht mir in der Hinsicht einfach völlig.

        Ich schreibe in der Regel in LaTeX (TeXwork) bzw stinknormalen Editoren.

        Ich veröffentliche zum Beispiel Splitter, Bilder, die mir durch den Kopf schießen, Assoziationen – Sachen, über die Du vielleicht lachst, sie im günstigsten Fall lustig _und_ nachdenklich findest, wahrscheinlich meistens eher sinnlos oder langweilig oder unverständlich -> das ist aber alles Dein Ding. Was soll ich dazu schon sagen. Klar ändere ich nach der Veröffentlichung manchmal noch Dinge am Text, aber immer aus mir heraus.

        Und nö, das ist keine PR für unser Blog, wenn das notwendig oder gewünscht wäre, würde ich zu anderen Sachen greifen. (Mogel einfach mal Dein Blog in eine Diskussion im Spiegel- oder Heiseforum).
        Ich muss die Adresse hier bei Kommentaren auch nicht angeben, sondern mache das vor allem, damit Ihr wisst, mit wem Ihr es zu tun habt. Und weil Ihr das ja jetzt wisst, lasse ich sie einfach weg. ;-)

      • stefanolix sagt:

        Das ist ja mal eine interessante Sache: ich arbeite seit 1992 mit LaTeX, damals noch unter Unix und DOS, heute vorwiegend auf dem Mac. Hattest Du mal Kontakt mit den (wenigen) Dresdner Anwendern? Wir hatten mal einen Stand auf einem Linuxtag in der TU. Die Gruppe ist momentan etwas eingeschlafen, weil der damalige Gastgeber sein Studium beendet hat.

      • Peter Macheli sagt:

        Nee, mit anderen LaTeX-Anwendern hatte ich noch keinen Kontakt, meine Skillz sind da auch eher unterirdisch (reichen aber für meine Zwecke aus). Mir gefallen die Ergebnisse optisch immer auf Anhieb, im Gegensatz zu Word und Artverwandten, und man schreibt eben einfach erstmal drauflos, ohne sich um andere Dinge kümmern zu müssen oder abgelenkt zu werden.

        Linux läuft auf meinen Privatrechnern schon seit zig Jahren in diversen Geschmacksrichtungen (meist Debian(derivate)), mittlerweile wage ich zu behaupten, dass ich damit einiges anstellen kann. Das Netz ist ja eine wahre Fundgrube. Persönlichen Kontakt habe ich eher zu magisch begabten Kollegen, weniger zu LUGs. :-)

      • stefanolix sagt:

        Man muss sich ja gar nicht im realen Leben treffen.

        Die virtuellen Gruppen im Netz (Newsgroup, DE-TeX-Anwenderliste) sind für mich immer ein faszinierendes Beispiel für die Kombination aus gegenseitiger Hilfe und eigenverantwortlichem Handeln gewesen. Es bekommt jeder eine Antwort, der ordentlich nachfragt und der erkennen lässt, dass er sich um eine Lösung bemüht. Es wird aber auch deutlich auf die FAQ und auf andere Quellen verwiesen.

        Ich darf mit LaTeX auf zwei Arten arbeiten. Auf der einen Seite gebe ich meine Manuskripte zur Begutachtung in LaTeX gesetzt ab. Das ist schon mal ein Wettbewerbsvorteil ;-)  — Auf der anderen Seite bekomme ich manchmal Aufträge auf dem Gebiet des datenbankgestützten Textsatzes.

      • Muyserin sagt:

        Und dann gibt es noch die Häschen, denen der Freund dazu geraten hat, doch einfach mal die Magisterarbeit in LaTex zu setzen. Und die dann völlig verzweifeln, wenn nach 8 Semestern Geisteswissenschaft mit Word plötzlich die Fußnoten ganz anders funktionieren. Habe ich (zum Glück nur als Korrektorin der besagten Studentin) selbst erlebt.

        Es wäre schon schön, wenn die textbasierten Geisteswissenschaften auch Alternativen zum Arbeiten mit Word vorstellen würden. Aber selbst Open Office stellt in diesen Milieus immer noch die Ausnahme dar.

        Dazu passt auch, dass ich neulich über eine Verteilerliste eine Einladung zu einem Workshop über wissenschaftliches Publizieren erhielt, die in Word verfasst war (!), sämtliche Formatierungszeichen eingeblendet hatte (!) und sogar noch rot unterkringelte Rechtschreibfehler enthielt (!)… LaTex? Pah! Lasst die Leute erst einmal lernen, wie (und vor allem: warum) man als PDF drucken sollte …

      • stefanolix sagt:

        Man steigt ja nun nicht vor der Magisterarbeit auf LaTeX um, wenn der Stress am größten ist. Fußnoten, Endnoten, Verweise und viele andere Teile eines wissenschaftlichen Textes sind in LaTeX perfekt angelegt. Aber man braucht natürlich eine gewisse Zeit, um sich darauf einzustellen.

        Wenn es meine Freundin gewesen wäre, hätte ich gesagt: Entscheide selbst, was Dir das Aussehen der Arbeit wert ist. Wenn Du Wert auf eine besonders schöne Arbeit legst, dann schreib Deinen Text in Word zu Ende und ganz am Ende übernehmen wir ihn in LaTeX. Dann hätte ich mir eine Nacht um die Ohren geschlagen und am Morgen hätten wir die PDF-Datei zum Druck gegeben.

        Konsequente Trennung von Inhalt und Form ;-)

      • Muyserin sagt:

        Man steigt ja nun nicht vor der Magisterarbeit auf LaTeX um, wenn der Stress am größten ist.

        Tja … ich vermute, hinterher war sie um diese Erkenntnis reicher.

        Ich merke auch, sobald ich in Word schreibe, frickel ich mit Layout herum – Nummern oder Spiegelstriche? Fett? – und daher tippe ich am liebsten auch erst einmal alles in einem Editor.

      • stefanolix sagt:

        Ideal ist ja ein Editor mit Strukturinformationen, wie sie etwa in XML abgelegt werden. Das erfordert aber extrem hohe Disziplin. Dafür kann man einen solchen Text dann in viele andere Formate umwandeln.

        Wenn man schon mit Word schreibt, sollte man konsequent einige (wenige) Formatvorlagen nutzen und auf physische Formatierungen völlig verzichten. Dann entsteht ja auch ein streng strukturierter Text.

      • Muyserin sagt:

        XML? An der Stelle steige ich aus. :) Ist aber auch o.k., denke ich.

      • stefanolix sagt:

        Stell Dir einfach streng strukturiertes HTML vor, das kennst Du ja. Das ist eng verwandt mit XML.

        Letztlich wird ja auch jeder Blogtext so abgelegt. Man kann das selbst sehen, wenn man sich eine Datensicherung von WordPress erstellen lässt. Dann exportiert WordPress aus der Datenbank XML. Man könnte es in ein anderes Blog übernehmen.

        Stichwort: Single-Source-Publishing.
        Anwendung: z.B. in Redaktionssystemen.

        —-

        PS: Wenn Du in Word einen Text produzierst, der streng in Überschriften, Absätze usw. gegliedert ist, dann kannst Du diesen Text auch als struktutierte Textdatei exportieren. Die Umwandlung in verschiedene weitere Formate erledigen dann Transformationsprogramme.

    • stefanolix sagt:

      @Peter Macheli: Aber vielleicht würde die Welt noch deutlich besser, wenn Du auch auf die Kommentare eingingst? Die Kommentatoren gehen schließlich auch auf Deine Artikel ein ;-)

      • Da greift bei mir das Lustprinzip, es hängt im Großen und Ganzen vom Kommenta(to)r ab. Im Regelfall ist das betreffende Thema für mich mit dem Veröffentlichen einfach abgeschlossen. ;-)

      • muyserin sagt:

        @ Peter Macheli:
        Schön, wenn ein Mensch so in sich ruht. ;)

      • stefanolix sagt:

        Schreiben, Absenden, Weghören: das nennt man wohl »fire and forget« ;-)

      • Peter Macheli sagt:

        Nö, nicht forget. Ich erkläre es aber nicht noch einmal. Steht ja hier irgendwo schon in anderen Kommentaren von mir. Die Eulen, die ich nach Athen trug, beginnen sich zu langweilen.

    • Peter Macheli sagt:

      Mein vorhergehender längerer Kommentar war als Antwort auf Michael Winkler gedacht… ;-)

      • Peter Macheli sagt:

        Ach Mensch, nu mache ich hier aber richtig Chaos. Ich höre jetzt auf.

      • stefanolix sagt:

        Er wird die Antwort finden ;-)

      • Hab’s sie gefunden, Peter :)

        Hmm, brauch ja nicht viel sagen … ist ja alles gesagt.
        Meine Herangehensweise ist prinzipiell dieselbe wie deine (primär schreibe ich für mich), nur gebe ich ganz offen zu, dass mein Sendungsbewusstsein ein anderes ist :)

        Hmm, ich formuliere es mal etwas passender vielleicht … primär schreibe ich direkt oder indirekt von mir, für mich und für andere. Wenn’s keiner lesen will, ist auch okay. Doch ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es mich gar nicht interessiert, ob ich gelesen werde. Dafür interessiert mich das Medium Internet als Vernetzungswerkzeug einfach „zu“ sehr.

        @ Stefan
        zu deiner Anfrage von oben … ja, ich mache manchmal genau die Dinge, die in irgendeinem PR-Reader oder Benimm-Buch als „No-go areas“ stehen ;)
        Rede nicht über Religion, nicht über Politik, nicht über Geld … und Sex schon gar nicht. Und dann wundern sich plötzlich alle, dass die Party-Gespräche so langweilig und oberflächlich sind ;) … naja, oder man mag dann wieder „Komiker“ wie Mario Barth :)
        Und da ich nicht mit allen immer auf einer Party bin, gab’s ne e-Mail. Angefangen hatte ich sogar mit allen Adressen im CC-Feld, heute ein absolutes „No- Go“ ;)
        Damals – 2002 – gab’s da keine bis kaum Rückmeldungen diesbezüglich.
        Okay, ich hatte auch immer ein recht gutes Verhältnis zu unserem Institutspersonal, wahrscheinlich gerade weil ich gerne Fettnäpfchen mitnehme ;)

        Ich habe später mal vermutet, dass ich durch mein früheres mitunter stärkeres Stottern soviele Blamagen erlebt habe (gerade als Kind), dass ich sozusagen gegenüber Peinlichkeiten desensibilisiert wurde. Zudem weiß ich, dass ich nicht gerade zu den Dümmsten gehöre – Ja, klar, manche unterstellen mir auch mal Arroganz :)
        Und wenn man das Gefühl hat, etwas sagen zu wollen, möglichst „allen, die man kennt“, diesbezüglich wenig Berührungsängste hat, dann macht man wahrscheinlich wenig Unterschiede zwischen irgendwelchen Autoritäten und Themen, die man da behandelt.

        Allerdings ist diese Sturm- und Drangzeit auch etwas vorbei, jetzt gehe ich es gemächlicher an … ich habe Zeit ;)

  7. Frank sagt:

    Wofür Bloggen gut ist? Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es einen darin schult, andere Presse- und Medienarbeiten (egal, ob geschrieben oder gesprochen) besser beurteilen zu können. Am Anfang habe ich das mit der Bloggerei nur so aus einer Laune heraus gemacht und es war jede Menge Quatsch dabei. Irgendwann häuften sich dann aber auch Texte zu Themen, die mir wichtig waren. Und als ich dann auf WordPress umstieg und endlich auch einmal sehen konnte, wie viele Leute eigentlich welchen Text gelesen hatten, war das natürlich auch ein Ansporn, nicht nur meine aktuellen Meinungen so fix ins Netz zu tippen, sondern auch mehr auf die Schlüssigkeit meiner Texte zu achten. Also, darüber nachzudenken, ob ein Kritiker nicht irgendwo einhaken und sagen könnte: Moment mal! Diesen Aspekt hast Du übersehen, und Folgendes kann man aber auch ganz anders sehen …

    Das Interessante daran ist, dass ich seitdem in Zeitungsartikeln und vor allem aber in Fernsehbeiträgen (dort ist es wirklich gravierend!) ständig auf Stellen in der Argumentation stoße, wo ich mir sage: Das würde ich so nie schreiben, denn es ist einseitig, bzw. hier werden folgende Aspekte nicht berücksichtigt … schlampige Recherche, bzw. hier soll ganz klar nur eine Meinung verkauft werden, die aber nicht die einzige Gültige ist. Man lernt: Die „Großen“, also die Medienprofis, kochen auch nur mit Wasser und das manchmal ziemlich schlecht.

    Man könnte sagen, gelegentliches Bloggen über halbwegs wichtige Themen schult die eigene Medienkompetenz (wenn das nicht so ein schwammiger Begriff wäre).

    Natürlich habe ich auch vorher schon Fernsehbeiträge und Zeitungsartikel kritisch gesehen/ gelesen, aber die Bloggerei brachte da noch mal einen deutlichen Sprung nach vorn. Insofern würde ich auch jedem empfehlen, so etwas selbst zu probieren – egal, ob sich dann gleich viele Leser und Kommentare ergeben.

    Noch was zum Thema Kommentare: Klar freut sich jeder über Kommentare, aber man muss das vielleicht auch nicht überbewerten. Wenn jemand z.B. einen Text über ein Thema schreibt und dieser Text alle Aspekte enthält, die auch ausreichend erörtert werden, dann ergeben sich einfach keine Gründe für Leser, dort etwas zu kommentieren. Bestenfalls mal ein „Haste fein gemacht, Danke“, oder so. Aber wenn ich einen Text mit jeder Menge Fehler veröffentliche, dann könnte das gerade zu vielen berichtigenden Kommentaren führen. Über die Qualität von Texten sagt das nichts aus. (Bitte nichts falsch verstehen, das soll keine angedeutete Kritik an diesem Blog sein!) Außerdem kann man den Erhalt vieler Kommentare auch provozieren. Einfach mal einen Text veröffentlichen: „LINUX ist viel schlechter als Windows“ ;-) – viel Spaß dann auch beim Beantworten der Kommentare!

    Hier ist ja kommentarmäßig immer viel mehr los als beispielsweise bei mir. Klar: Darauf bin ich schon neidisch, ;-) manchmal bin ich aber auch etwas froh, dass bei mir weniger kommentiert wird. Denn das frisst ja auch einen Haufen Zeit, ständig darauf einzugehen. Und sobald ich mal kein Internet habe, bekomme ich fast schon ein schlechtes Gewissen, weil möglicherweise neue unbeantwortete Kommentare eingetroffen sein könnten (höchstwahrscheinlich wieder von diesem Herrn Winkler ;-) ). Insofern kann ich es sogar verstehen, wenn manche Blogger die Kommentarfunktion ganz abschalten oder zwar Kommentare zulassen, dann aber konsequent nicht darauf eingehen. Ich kann mich erinnern, dass auf „Spiegelfechter“ vor einigen Monaten die Meldung kam, der Betreiber hätte den Server wechseln müssen, weil in den letzten Tagen allein in der Mittagstunde mehrere Tausend Zugriffe zu verzeichnen waren. Ja: Da wird man noch neidischer. Ich bin aber nicht neidisch auf diese Kommentarmassen, die dort täglich eingehen und zumindest gelegentlich etwas moderiert oder auch beantwortet werden müssen. Da frage ich mich immer, ob diese Blogger überhaupt noch zu etwas Anderem kommen?

    • stefanolix sagt:

      Beim Lesen des ersten und des zweiten Absatzes musste ich permanent nicken. Die Veränderung der Sichtweise auf Online-Journalismus, Zeitungen und Zeitschriften nehme ich auch wahr.


      Danke, dass Du das sensible Thema Kommentare angesprochen hast ;-)

      Es stimmt, dass man zum Moderieren und Antworten Zeit braucht. Aber das gehört für mich dazu. Ich könnte die Kommentare nicht völlig unbeantwortet lassen. Ich tippe inzwischen relativ schnell und ich brauche manchmal auch eine sehr kurze Pause (z.B. beim Programmieren).

      Allerdings muss ich auch Auszeiten nehmen, in denen ich dann wirklich nicht zur Verfügung stehe.

      Ich bin froh, dass es nicht sehr oft wirkliche Kommentar-Schlachten gegeben hat. Ich musste in der ganzen Zeit weniger als zwei Dutzend beleidigende Kommentare löschen, eine geringe Anzahl Spam-Kommentare kam zusätzlich noch durch den Filter.


      PS: Der Begriff Medienkompetenz wurde schwammig gemacht. Ich habe den leisen Verdacht, dass Medienkompetenz in unserem Bildungswesen nicht gefördert, sondern gefürchtet wird.

      • Frank sagt:

        Nur mal so als Notiz, ohne jegliche Wertung: Zum Thema „Medienkompetenz“ gab es kürzlich im Sächsischen Landtag eine Große Anfrage der Fraktion DIE LINKE: http://linksfraktionsachsen.de/media/directory/uploads/5352_AKIII_GA_Medienkompetenz.pdf

      • stefanolix sagt:

        Es gibt Tage, an denen ich es sehr schade finde, nicht genügend Zeit für mein Blog zu haben ;-)

        Nicht nur zur Medienkompetenz wäre viel zu sagen.

        Die Anfrage enthält 73 Punkte und ich konnte sie nur kurz querlesen. Ich beneide die Staatsregierung nicht um die Arbeit beim Beantworten. Um einen Erkenntnisgewinn zu erzielen, hätten vielleicht auch zwei Dutzend zusammengefasste Fragen gereicht.

        Wie will man denn bitte folgende Frage beantworten:

        Welche Veränderungen beobachtet die Staatsregierung hinsichtlich der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren?

        Es gibt m.W. keine Kennziffern für Medienkompetenz und auch keine obligatorische Prüfung auf diesem Gebiet. Es ist schon schwierig genug, die Leistungen in Mathematik über Jahre hinweg zu vergleichen.

        Eine konkrete Anfrage hätte sich beispielsweise mit dem Gebiet Medienkompetenz in der Schule befassen können: Welche Themen sind bereits im Lehrplan? Welche Themen sollen in den kommenden Jahren in den Lehrplan übernommen werden?


        Ein Gedanke am Rande: In der DDR gab es keinen Unterricht in Medienkompetenz, dafür eine massive politische Indoktrination. In meinem Umfeld meiner Generation (ich bin Jahrgang 1967) war in den achtziger Jahren die Kompetenz im Umgang mit Informationen trotzdem sehr weit entwickelt. Wir haben Informationen aus dem Westen und aus dem Osten aufgenommen und wirklich oft politisch differenziert diskuiert.


        Große Anfragen werden im Parlament anscheinend manchmal als Mittel der Selbstdarstellung und als Methode zur Beschäftigung der Regierung benutzt.

        Ich hoffe nicht, dass Sachsen zusätzlich zur bestehenden Bürokratie noch eine »Medienkompetenzbürokratie« schafft. Der Staat sollte sich so wenig wie möglich in die Mediennutzung seiner Bürger einmischen.


        Die politisch linksradikal und passend zur LINKEN ausgerichteten »Freien Radios« dürfen in der Anfrage natürlich nicht fehlen. Dort werden in der parteilichen politischen Berichterstattung konsequent die Regeln des Journalismus negiert. Manche Ereignisse und Sachverhalte werden völlig verzerrt dargestellt. Wer Medienkompetenz gewinnen will, sollte sich sehr kritisch mit solchen Berichten auseinandersetzen.

      • funkloch sagt:

        Klappe. Die nächste
        „Die linksradikal und passend zur Linken ausgerichteten Freien Radios …“

        Wollt Dich nur en passant darauf hinweisen, dass wir diesen Bereich schon mehrfach erörtert haben und Du eine Voreingenommenheit immer wieder leugnest. Nochmal: blau und Radio-T sind sicherlich alles andere als radikal und äußern Ihrerseits oft genug Probleme mit coloRadio. In diesem wiederum gibt es einen Haufen unpolitische Sendungen und so einige vertreten Positionen, die den Deinen nicht unähnlich sind. Und die Leute, die Du und andere hier vielleicht zu Recht als Linksradikale bezeichnest, reden seltsamerweise mit Leuten von Grüne und SPD häufig, mit Leuten von CDU und FDP gelegentlich und mit Leuten von der Linken bisher noch nie im Radio. Aber wie gesagt: das hatten wir schon.

        Übrigens: da immer wieder besprochen wird, dass ja coloRadio ein Sender ist, der durch staatliche Förderung existiert. Das Haus hat zwei Angestellte, die für Medienpädagogik bezahlt werden und diese auch verrichten. Im Laufe der Jahre sind hunderte, wenn nicht tausende (übersehen können wir das selbst nicht mehr) Kinder in Kontakt mit Radio gekommen, haben selbst Sendungen gemacht. Es gibt seit längerem auch eine feste crew von Jugendlichen. Und 2009 hat das Ganze sogar den ersten Platz in einem Bundesweiten Wettstreit gemacht. Das wir aus den darüber finanzierten Räumen auch Senden können, ist schön, steht aber für die Förderung gar nicht zu Debatte. Ab und an gab es mal 10000 Euro in einem Jahr Technikförderung. Und unserer Bitte, die Sende- und Leitungskosten zu fördern wird nicht stattgegeben.

        Vielleicht tangiert das alles auch meine eigentlich an Dich adressierte Frage zum bloggen. Da wirft Dir jemand eine große Anfrage hin und 50Minuten später kommt eine Antwort. Da ist sie Dir erstmal zu groß die Anfrage. Es ist aber gar nicht üblich, solche Anfragen Punkt für Punkt einzeln zu beantworten. Es ist vielmehr so, dass eine Fraktion einen Auskunftsbedarf formuliert und dass die Staatsregierung eine Antwort zu geben hat, die diesen Aspekten gerecht wird.
        Ich denke schon, dass eine Regierung, die immer mal mit starken Thesen untermauert fordert, counterstrike zu verbieten, gehalten wäre, auf alle diese Fragen eine halbwegs vernünftige Antwort zu geben. Zumal das ja von denen produziert wird, die an der Sache eh dran sind.

        Vielleicht hängt das alles mit der „kleinen Form“ zusammen, die sich im Zuge von eMail eingeschlichen hat. Es ist ein bissel, wie beim mobile Phone: an die Stelle eines Telefonates treten wenigstens vier, weil alles schneller besprochen, als bedacht wird. Ähnliches beobachte ich (seit 1980 in der Datenverarbeitung) mit der Einführung der eMail. Haufen Schnipsel, wenig Verbindlichkeit. So positioniert sich zumindest auch mein Beitrag weiter oben, auf den Du in recht abwehrender Haltung eingegangen bist.
        Ich halte da die Position von Peter Machelli für recht nachvollziehbar: Ich schreibe, weil ich schreibe und dafür ist es eigentlich unerheblich, ob das andere gern hören und was sie konkret dazu zu sagen haben (Wenn mir diese Paraphrase erlaubt ist.). Zumindest verhindert eine solche Einstellung die Versuchung, die zweite Hälfte des eigentlichen Textes nach dem ersten Kommentar zu schreiben.

        Du hast in der Auseinandersetzung um das Antworten auf Kommentare sinngemäß erklärt, dass es eine Art sei die Kommentare und Kommentatoren ernst zu nehmen. Das kann ich von meiner Erfahrung nicht bestätigen, weil zum Ernst nehmen nicht primär gehört, dass man eine Antwort bekommt, sondern, dass diese Antwort sich auch auf das Gesagte bezieht und dass bei komplexeren Themen auch die Mühe erkennbar ist, das Wesentliche in den jeweiligen Wortmeldungen zu ermitteln.

      • Der Fragenkatalog aus der wirklich Großen Anfrage ist Klasse, Frank – das sieht nach Stoff für fünf Doktorarbeiten aus :)

        @ funkloch
        Stefan schrieb: „Die politisch linksradikal und passend zur LINKEN ausgerichteten »Freien Radios« …“
        U.a. du und einige andere bei coloRadio erzählten mir mehrmals, dass „freies Radio“ originär von links käme, einer sagte mal „von links unten“.
        Die Eigenwahrnehmung sollte man zumindest nicht ganz ausschließen.
        Es ist richtig, dass es bei coloRadio wesentlich mehr gibt. Insbesondere in der Musikbranche. Ebenso im Kinder- und Jugendbereich.

        Letztlich hat coloRadio ein seit Jahren bestehenden PR-Problem. Es witrd von vielen gar nicht oder als links(radikal) wahrgenommen. Und die Frage ist eben, ob man da wirklich rauskommen möchte???

        Übrigens, funkloch, ladet doch mal Politiker ein, eine Sendung zu machen; ganz unpolitisch, z.B. eine Musiksendung. Was hältst du denn von dieser Idee? ;)

        @ & Stefan
        coloRadio ist nicht passend zur LINKEN ausgerichtet, das sehe ich anders. Es gibt jedoch große Überlapppungen. So wie ich das wahrnehme, stehen viele LINKE und Grüne (SPD weiß ich nicht) auch hinter coloRadio, weil es ein Großteil – nicht alle – der CDU- und FDP-Mitglieder nicht (so?) wollen.
        Den parteipolitischen Kampf würde ich vom Kampf um ein freies Radio trennen wollen, ist jedoch schwer zu durchschauen. Ich versuche schon seit Jahren zu ergründen, welche Politiker wirklich Interesse an einem freien Radio haben und was sie darunter verstehen.

      • Muyserin sagt:

        Ich bin dafür, Godwin’s Law um ein Korollar zu erweitern, das da heißt: bei Diskussionen auf Stefanolix‘ Blog geht es früher oder später IMMER um Coloradio. ;)

      • Gut, dass du mal „meine“ Rolle etwas übernimmst in dieser Sache und auch drüber lachen kannst .. die Diskussionen um und über coloRadio leiden stark an Humorlosigkeit, ebstenfalls wird’s mal lächerlich nett oder zynisch-sarkastisch.

        Nichtsdestotrotz geht es ja um eine durchaus ernstes Anliegen – allen Beteiligten, mal mehr, mal weniger.
        Und solange funkloch diesen Teil …
        Übrigens, funkloch, ladet doch mal Politiker ein, eine Sendung zu machen; ganz unpolitisch, z.B. eine Musiksendung. Was hältst du denn von dieser Idee? ;)
        … noch nicht beantwortet hat, frage ich dich mal, als Außenstehende und potentielle Hörerin von coloRadio. Wie würdest du es denn finden, wenn Politiker im Radio ihre Lieblingsmusik vorstellen würden?

        Da könnte man sogar hinterher drüber bloggen ;) … um mal bei Thema zu bleiben :)

      • Kurzer Nachtrag …

        Ich hätte funkloch und muyserin natürlich nicht ohne parallel verlaufende Eigenarbeiten Fragen zu coloRadio gestellt ;)
        Insofern kann der interessierte Leser gern auf meinem Blog den 1. Teil einer „Einladung zu coloRadio“ nachlesen.

        Mit funkloch und falschgold bin ich soweit durch, alles weitere lässt sich aus meiner Sicht intern regeln. Ich freu mich drauf :)

        Ich vermute jedoch, Stefan, dass dir das Thema „coloRadio“ nochmals hier erscheinen wird :)

      • Muyserin sagt:

        @ Micha: Ich halte Politiker für ganz und gar durchschnittliche Menschen. Manche haben einen guten, manche eine schlechten Musikgeschmack. Für mich wäre eine solche Sendung nur unter zwei Aspekten interessant
        a) indem die Politiker sich ausschließlich auf die Musik beschränken und jegliche Politik und damit verbundene Phrasendrescherei außen vor ließen.
        b) oder, wenn schon Politik, dann so: indem sie ihre politische Sozialisation mit ihrer musikalischen erklären, also: welcher Song/Band hat sie aufgerüttelt, zum Handeln gebracht etc.

        Ich glaube, auf Fritz oder Radio Eins gab es mal so eine Sendung, wo die Berliner Politiker sich einem Quiz unterziehen musste, das war auch immer sehr aufschlussreich.

      • @ Muyserin
        Zustimmung …
        Punkt a.) interessiert mich auch ansatzweise. Ich habe das im Artikel unter o.g. Link so formuliert „Für mich geht es nicht zuletzt um die Frage: Inwieweit lassen sich Politiker (wieder) entpolitisieren, sozusagen wieder „vermenschlichen“? „
        Der Punkt b.) ist auch interessant, zweifelsfrei, doch da müsste man den Aspekt der Politik wohl mehr in die Sendung bringen, was ich nicht unbedingt vorhabe, jedoch keineswegs ausschließen möchte. Es wird sich zeigen, was bei rumkommt … im sowohl schlimmsten als auch besten Fall kommt das raus, was sowieso alle vorher schon wussten: Politiker sind auch nur Menschen und hören von Lady Gaga über Rammstein bis Beethoven „alles“ :)

        Das Sendekonzept soll sich natürlich nicht nur auf Politker beschränken, würde mich auch langweilen, doch es ist ein anderer Weg, Politiker mal fernab ihrer „Phrasen“ oder wie auch immer man es nennen mag, darzustellen … und am besten stellen sie sich ja selbst dar ;)

        Ums mit dem Artikel-Thema zu verbinden. Menschen und somit auch Politiker ;) können verschiedene Medien nutzen. Meist wird über sie berichtet, selten sprechen sie von sich. Das Bloggen gibt ihnen z.B. weitere Möglichkeiten. Und auch da kann es nach hinten losgehen.

        Ich nehme da mal einen Blogbeitrag von Herrn Lohmeyer zum Kirchentag.
        Im Einstiegsartikel schreibt er … und Vorsicht, ich zerreiße hier den Kontext, weil’s nicht anders geht ;)
        „Dergleichen antisemitische Ausfälle kennt man eigentlich nur von NPD und Linkspartei.“

        Auf Nachfrage meinerseits kommt von ihm folgendes:
        „Auch möchte ich darauf verzichten, zu erklären, warum ich NPD und Linke in einem Atemzug nenne. Für mich gibt es keine guten und bösen Extremisten.“

        Und in demselben Kommentar schreibt er:
        „Ihre Behauptung, es gebe am rechten Rand der CDU Abgrenzungsprobleme zur NPD halte ich für einen Witz, und zwar für einen ziemlich schlechten. Bei SPD und Grünen gibt es aber andererseits keinerlei Abgrenzung zur Linken, was aus meiner Sicht den Linksextremismus wesentlich gefährlicher als den rechten macht.“

        Das sind für mich „Sternstunden“ der politischen Selbstentblößung ;)
        Aus meiner Sicht, setzt er sowohl SPD als auch Grüne (DIE LINKE sowieso) in die Nähe der NPD ;)
        Ich kann das im Ansatz sogar nachvollziehen, denn Extreme/Radikale gibt es in jeder Partei, doch dieses Schwarz-Weiß-Denken ist schon bemerkenswert.

        Und wenn man so etwas – wie hier beim Bloggen – im Radio erleben kann, fände ich das gut … obgleich das nicht der Anspruch der Sendung ist und auch nicht sein kann.

      • muyserin sagt:

        @ Micha: Ich bin zwar selten einer Meinung mit ihm, aber als einer der wenigen bloggenden Dresdner Politiker und als Hecht-Mitbewohner interessieren mich Herrn Lohmeyers Äußerungen schon, weswegen ich seinen Feed abonniert habe und daher die Diskussion zwischen Dir und ihm als stumme Leserin verfolgt hatte.

        Herr Lohmeyer hat sich die Zeit genommen, auf Dich einzugehen. Dass Du ihn jetzt hier, auf einem fremden Blog, das er eventuell gar nicht verfolgt, als Beispiel einer „Sternstunde der politischen Selbstentblößung“ zitierst, empfinde ich nicht als die feine englische Art.

        Außerdem muss man nicht, aber man kann durchaus seiner Meinung sein, was den vorliegenden Fall betrifft. Seine sinngemäße Aussage, dass man nicht zwischen hehrem und verwerflichem Extremismus differenzieren kann, spiegelt meine Ansichten wieder, sofern dieser Extremismus sich in Gewalt äußert.

        Herr Lohmeyer hat das Recht, zumal auf seinem eigenen Blog, seine Ansichten kundzutun. Wenn Du ihn dafür dissen willst, dann fände ich es fair, es auf seinem Blog zu tun.

      • @ Dissen
        Ooops, hab ich doch glatt mal bei Wikipedia – Dissen nachgeschaut.
        Hmm, ich seh’s als Transparenz. Es war ein Beispiel, welches mir aktuell noch im Kopf war. Sollte ich wieder Beispiele von/bei cioloRadio anbringen?
        Gott, bewahre … da kommt dann bestimmt wieder jemand mit dem Godwin’s-Ding ;)

        Zudem, wenn ich z.B. aus dem Twitter-Blog von Ministerin Kristina Schröder zitiere, würdest du mir dann auch auffordern, dass ich ihr persönlich schreibe? ;)
        Sie beantwortet ja noch nicht mal Briefe auf dem Postweg persönlich ;)

        Zudem … habe ich Herrn Lohmeyer schon auf dessen Blog geantwortet. Ganz offen, im Übrigen. Vielleicht deiner Meinung nach nicht ausreichend genug, das mag sein.

        @ Offenheit & Transparenz
        Ja, ich habe (wieder einmal) gelernt, manche Dinge besser zu umschreiben. Konkrete Beispiele – mit Ross und Reiter – sind nicht immer gern gesehen. Manche wollen offenbar lieber dadurch sachlich bleiben, indem sie die persönliche Komponente geringhalten oder gar eliminieren. Beim nächsten Mal schreibe keine Namen, sondern nur „auf dem Blog eines Dresdner Lokalpolitikers“ … vermutlich melden sich dann welche, die fragen „Und wer ist der nun?“
        Egal, allen recht gemacht, ist … usw. usf.

        @ praktische Konsequenz
        Ich habe Herrn Lohmeyer informiert – siehe hier

        Nun kannst du dich ja entscheiden, ob du dich dazu auf „Lohmy bloggt“ äußern willst oder nicht. Und Lohmy ist auch informiert.

        @Thema
        Zum Vorteil des Bloggens gehört auch, dass man Personen mit einer gesellschaftlich gehobeneren Position verbal „angreifen“ kann. Wer einen Blog betreibt, sollte lernen, damit umzugehen. Ich habe zudem Herrn Lohmeyer alias Lohmy nicht als Mensch, sondern als Politiker angegriffen, in diesem Fall hinterfragt. Das sehe ich als legitmies Mittel an.
        Ich schätze den Mut, Herrn Lohmeyers, ein politisches Blog zu betreiben. Es ist für mich interessanter als die 95-98% der anderen Stadtratsmitglieder ohne Blog. Doch es ist eben nicht nur ein nettes Spielzeug, sondern es ist ein Teil der IT-Ära, das man zu nutzen lernen sollte. Ein politikfreies Blog würde es auch tun..

      • Frank sagt:

        Micha, Dein hiesiger Querverweis auf Lohmeyers Blog erinnert mich an eine meiner Lieblingskarikaturen :-)

      • Frank sagt:

        Nanu – das Bild fehlt …

      • Frank sagt:

        letzter Versuch: http://goo.gl/HJW6y

      • Hmm, hat auch was dein Kommentar, Frank … er ist auf vielfältige Art & Weise auslegbar – ich such mir was raus :)

      • stefanolix sagt:

        Ich bin schrecklich müde, aber ich habe auch noch einen Klassiker zu zitieren.

      • muyserin sagt:

        @Frank: Du kannst doch auf wordpress.com nur Bilderlinks posten, keine Bilder direkt einbetten – oder?

        @Micha:

        Mann, Micha. *eyesroll*

        Ein offenes Wort, ganz gewiss ohne Dich dissen zu wollen (wenn Dir dissen bisher nicht geläufig war, dann lern‘ die Vokabel doch einfach still und leise, statt an die große Glocke zu hängen, dass du jetzt ein Wort kennst, es aber nicht zu Deinem aktiven Wortschatz zählst. ;)).

        Obwohl Du engagiert diskutierst und interessante Einlassungen machst, kommt bei mir früher oder später oft der Punkt, wo ich Deine ausufernde Kommentierwut anstrengend finde. Dann scheint mir, als kämest Du vom Hundertsten ins Tausendste und wolltest wohl am liebsten, dass jeder Deine gedanklichen Volten ad infinitum mitschlägt … Die Grenze zwischen kindlich und kindisch weicht in meiner Wahrnehmung dabei bisweilen etwas auf … Nun ja, ein jeder nach seiner Façon. Ich bin nicht das Maß aller Dinge, aber vielleicht fändest Du mehr Gehör, wenn Du genauer abwägen würdest, was jetzt themenrelevant ist und was nicht.

        Zu Deinen Fragen: Ich erwarte von Politikern, dass sie Politik machen, und nicht auf jeden Brief antworten. Diese Auffassung von direkter Demokratie scheint mir doch etwas weltfremd. Und Frau Schröder als frischgebackener Mutter wollen wir doch irgendwann auch noch ein wenig Freizeit gönnen.

        Ich hatte zuvor keine Veranlassung, mich auf Herrn Lohmeyers Blog zu äußern, als es noch um die sachbezogene Diskussion ging, und sehe auch jetzt keinen Grund. Finde Deinen Schritt, ihn zu informieren, zwar anständig, aber die Mühe hättest Du Dir sparen können, wenn Du auf Nennung seines Namens, überhaupt des Fallbeispiels, das ja mit der ursprünglichen, von Stefan begonnen Diskussion (erinnert sich noch irgendwer an das Thema) nichts zu tun hat, verzichtet hättest.

        Nichts für ungut, ich hoffe, Du nimmst mir meine Offenheit nicht allzu übel.

      • Da hatte sich meine Antwort mit deinen Nachträgen überlappt ;)

        Nun, deine Intention habe ich verstanden, Frank, doch nehme ich anonyme Blogger (wie im von dir verlinkten Comic) nicht so ernst, es sei denn ich kenne sie persönlich (wie einige hier in diesem Blog).

        Zudem ist die Person, deren Kommentar ich hier erwähnte in einem städtischem Gremium tätig, dass eine gewisse Außenwirkung hat.

        Den einzig wirklichen Zaunspfahlwink, den man mir geben könnte, wäre der, dass man sagen könnte „Mann, Micha, da schreibt schon mal ein Politiker ’nen eigenen Blog und dann machst du so auf Halbdisse. Sei doch froh, dass es solche Politiker gibt.“

        Das würde ich ansatzweise gelten lassen, doch ich habe das Gefühl, dass einerseits manchmal die Enrsthaftigkeit etwas übertrieben und andererseits der Humor etwas am Ziel vorbeischießt. Ich gebe allerdings gern zu, dass dies eine rein persönliche, subjektive Wahrnehmung meinerseits ist ;)

        Apropos Thema dieses Blogeintrags … ein großer Nachteil des Bloggens ist manchmal, dass die Mimik einfach fehlt. Smileys machen’s auf Dauer auch nicht – Muyserin, mach doch mal eine neues Korollar fürs Godwin’s Law draus, wenn du Lust hast ;) … bitte ;)

      • muyserin sagt:

        @Stefanolix: Der Satz „But someone ist still wrong on the internet!“ ist zu einem geflügelten Wort in unserem Haushalt geworden, wenn mal wieder Einer vor dem Computer versackt, obwohl der Andere wartet … :)

        @Frank: hätte ich nur auf Deine Karikatur gewartet, hätte ich mir meinen Sermon sparen können. Nicht wahr, Micha? ;)

      • @ Muyserin

        Hmm, deinen Kommentar von 23:14 hatte ich beim Absenden meines letzten noch nicht gelesen.

        Ich versuch’s in Kürze … was wohl nicht klappen wird :)

        @ Dissen
        Ich war zwischendrin sozusagen „abgestorben“; das Wort „Dissen“ kenne ich seit … vielleicht 15-20 Jahren. Die East-Coast-West-Coast-Rap-Hip-Hip-Battles habe ich ansatzweise mitverfolgt. Nun, sehe ich Dissen als etwas halbsportliches an, nicht 100pro ernstgemeintes, doch laut Wikipedia (daher der Link) „bedeutet [Dissen] jemanden schlechtmachen, jemanden schräg anmachen, respektlos behandeln oder jemanden schmähen“
        Habe ich das mit Herrn Lohmeyer getan?
        Oder hast du mich mit dem latenten Diss-Vorwurf einfach mal „auf nette Art“ gedisst??? :)

        @ Frau Schröder, Kommunikation mit Politikern etc.
        Da hast du meine Smileys nicht verstanden. Es ging mir nicht darum, dass Politiker jeden Brief beantworten, so weltfremd bin ich in der Tat (auch) nicht – Deutschland hat 83 Mio. Einwohner. Es ging mir um die Frage, ob ich Politiker von deren Webseiten zitieren darf, ohne sie darüber zu informieren – siehe Fall Lohmeyer. Punkt verstanden?

        @ dein Schreib-&Kommunikations-Stil
        Ich achte bei Kommentaren ziemlich genau auf Schwingungen, muyserin ;)
        Z.B. dieser deiner Satz hier:
        „Finde Deinen Schritt, ihn zu informieren, zwar anständig, aber die Mühe hättest Du Dir sparen können, wenn Du auf Nennung seines Namens, überhaupt des Fallbeispiels, das ja mit der ursprünglichen, von Stefan begonnen Diskussion (erinnert sich noch irgendwer an das Thema) nichts zu tun hat, verzichtet hättest.“
        Klingt wie ne Lehrerin, die einem Schüler etwas von oben herab sagt, dass es zwar ganz okay sei, was er aus einer ihrer Ansicht nach „schlechten Sache“ gemacht hätte, doch hätte er diese ebenjene Sache besser nie getan.
        Sätze à la „hättest du besser von vornherein gelassen“ sind clevere Methoden, um den anderen in eine passive Ecke zu drängen. Pädagogisch „äußerst wertvoll“ ;)

        Ich bevorzuge Ansagen à la „Würde ich nicht so machen, sondern so und so …“. Das stellt deine Sicht ebenso dar, nicht nur ein Kommentar darüber, was jemand anderes aus deiner Sicht heraus, falsch gemacht hat.

        @ mein Schreib-&Kommunikations-Stil
        Ich bewege mich bei Blog-Kommentaren zwischen SMS-Länge und halbfertigen Essays. Gefällt nicht jedem/jeder. Mir auch nicht immer.

        Wenn du etwas Besseres gefunden hast, dann sag Bescheid. Ich bin da ganz Ohr bzw. Auge :)

        @ last but not least
        Zitat muyserin: „Nichts für ungut, ich hoffe, Du nimmst mir meine Offenheit nicht allzu übel.“
        Nein, ganz und gar nicht.
        Doch wann wirst du denn mal wirklich offen? Bisher sah ich nur Andeutungen.

        @ und noch laster but leaster
        Ganz gleich, was du schreibst, muyserin, sei dir gewiss: aus deinem Blickwinkel heraus hast du immer recht. Das meine ich so wie ich es geschrieben habe.
        Bonne nuit …

        PS: bin nochmal „aufgestanden“ … „Sermon“ heißt soviel wie Predigt, hmm?
        Tja, muyserin, dann komm mal runter von deiner Kanzel – auf selber Augenhöhe versteht man sich leichter ;)

      • muyserin sagt:

        @ Micha:

        – Bedeutungsnuancen von „Dissen“. Es ist Slang, richtig, und ich hätte auch jede der bei Wikipedia angegebenen deutschen Entsprechungen wählen können – habe ich aber nicht, und für gewöhnlich überlege ich mir schon genau, welches Wort mir am passendsten erscheint. Warum also „dissen“? Du gibts die Antwort ja schon selber: es ist eben nicht so ganz bierernst wie die Synonyme …

        – Frau Schröder: ja, Punkt verstanden, allerdings erst dank dieser Klarstellung.

        – Dass ich manchmal etwas oberlehrerhaft bin, höre ich nicht zum ersten Mal. Ein Vorwurf , mit dem ich leben muss und erstaunlicherweise auch ganz gut leben kann. War mir auch schon beim Schreiben bewusst, dass es so klingt. Aber ich hatte einfach das Bedürfnis, es Dir einmal unverblümt zu sagen, wie Dein Verhalten wirken kann (nicht zwingend muss). – Offen genug, oder nicht? ;)

        – laster but leaster: yepp. Kann ich verstehen und unterschreiben. Aber dafür gibt es Blogs, damit man auch mal in seinen Ansichten und Gewissheiten herausgefordert wird. Ist uns beiden ja nun gegenseitig widerfahren, womit wir es von meiner Seite aus gerne bewenden lassen könnten. Denn merkst Du, die Anderen schlafen schon alle, tatsächlich und auch metaphorisch …

        – Kanzel: von hier oben hat man einfach die bessere Aussicht. Aber abkanzeln wollte ich Dich nicht. :)

      • Mann habt Ihr Zeit…

        Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, Micha, aber Deine Kommentare erinnern mich ’n bissel an meine Kinder, nicht vom Inhalt her, aber die wollen auch immer das letzte Wort haben. :-D

      • @ muyserin
        Alles klar soweit.
        Ergo: kommst du eben ab und an mal runter von der Kanzel – Bodenhaftung kann mitunter mal ganz gut sein. Und ich komm hinauf/herauf, um deine Sicht zu „erblicken“, und dieses vermutlich erhabene Gefühl einer Kanzlerin genießen zu können ;)
        Bestenfalls begegnen wir uns mal auf halber Treppe;)

        @ Peter
        Für jemanden, der sich so scheinbar gar nicht um die Kommentare anderer Menschen schert – noch dazu auf anderen Blogs als deinem eigenen (!? :) ), schreibst du schon recht früh ;)

        Übrigens, muyserin ist vermutlich weiblichen Geschlechts, daher auch das „in“ am Ende des Namens. Also, beim nächsten Mal besser „Mann, Frau, habt ihr Zeit.“ oder „Frau, Mann, habt ihr Zeit.“, wenn dir „Ladies first“ wichtig ist. Oder mach’s gleich namentlich, ist auch persönlicher.

        Ich erinnere dich an deine Kinder? Na, wohl an. :)
        Vermutlich willst du bei ihnen auch immer das letzte Wort haben, sonst hättest du dich nicht wie hier in eine Sache eingemischt, mit der du inhaltlich nichts zu tun hattest … und deiner Einstellung nach (vielleicht auch deinem Intellekt nach ?) auch nichts zu tun haben wolltest. Reine Vermutung meinerseits ;)

        So, Papa Peter, du darfst gern das letzte Wort haben … wann das sein wird, werden wir sehen :)

  8. KurtE sagt:

    Zitat: „…bei Diskussionen auf Stefanolix’ Blog geht es früher oder später IMMER um Coloradio“
    LOL – wo kann ich meine Stimme für diesen Vorschlag abgeben?
    Wenn Frau Funkloch und Herr Winkler einmal ins „Fachsimpeln“ geraten, kann es halt schon mal etwas länger dauern.

    Warum der Herr OB-Kandidat aD. noch keinen podcast gestartet hat, weiß ich nicht. Ich würde es mir auf jedenfall mal anhören. Es ist ja mich so, daß man heutzutage auf ein freies Radio angewiesen wäre, um seine Sendungen unters Volk zu bringen; jedenfalls solange sich die Staatsmacht mit ihrer Regulierungswut noch nicht vollständig des www bemächtigt hat. Und wenn demnächst das Digitalradio kommt, werden die Karten eh neu gemischt, denke ich.
    Ich kenne einige erfolgreiche Audio- und Videoblogs. Manche „joine“ ich regelmäßig. Das ist nicht schlechter als das, was beim Einfarbigradio über den Äther geht.

    Und noch mein Senf zum bloggen allgemein: Ich blogge nicht selber, aber nehme gern als Kommentator an Diskussionen teil. Mir ist diese Form der Kommunikation eine gute Schule, nur durch Worte meine Meinung genau so zu senden, daß der Empfänger sie auch genau so versteht. Ich finde, das ist ein gutes Training, sich selbst erstmal klar zu werden, was überhaupt die Aussage sein soll. Für spontane Antworten tippe ich immer erstmal den Text ins wordpad. Dort kann er reifen und man kommentiert sich nicht um Kopf und Kragen, wenn man grad zu betrunken oder zu aufgewühlt für einen normalen Wortwechsel ist.

    • muyserin sagt:

      Funkloch ist eine Frau? Bin ich die Einzige/Letzte, die das nicht wusste? (Und ist die Information wichtig?)

      • Muyserin, du hast – verständlicherweise ;) – einen Kommentar von mir von vor drei Tagen nicht ganz zu Ende gelesen; dort stand u.a.:
        „Ach, KurtE, funkloch ist auch ein Herr. Frauen würden gar nicht so lange rumtheoretisieren ;)“
        Und nein, diese Information ist nicht wirklich wichtig, eher nebensächlich. Doch wir sammeln doch alle irgendwie Daten & Informationen, oder? :)

      • KurtE sagt:

        Mir ist das Geschlecht von Kommentatorininnen und Komentatorinnen eigentlich egal. Woher soll ich wissen, ob immer dieselbe Person unter diesem Namen postet? Und warum solte das eigentlich wichtig sein? Ist das euch Bloggern wichtig?

        Ich glaube auch nicht, daß Herr Winkler recht hat mit der Zuschreibung an Frauen, daß diese gar nicht solange runtheoretisieren würden. Offensichtlich ist er noch nie von seiner Frau am Einschlafen gehindert worden mit dem einfachen Satz: „Du, wir müssen mal reden.“ :-)

      • muyserin sagt:

        Mir ist das Geschlecht auch egal, aber Frauen kommentieren bzw. argumentieren in der Tat oft anders. Ist ja auch klar, denn sie sind anders sozialisiert.

        Bei den Beiträgen Funklochs habe ich einen männlichen „Vibe“ verspürt. Darum war ich von der Annahme, er sei eine Frau, überrascht.

      • @ KurtE
        „euch Bloggern“ klingt irgendwie komisch. Heißt ja sozusagen „ihr Blogger“, was nach eigener Spezie klingt ;)
        Soll ich jetzt schreiben „du Nur-Kommentator“? :)

        Zu diesem Abschnitt:
        „Offensichtlich ist er [= M. W.] noch nie von seiner Frau am Einschlafen gehindert worden mit dem einfachen Satz: „Du, wir müssen mal reden.“ :-)“
        In der Tat noch nicht, denn der Spruch kam – wenn er kam – von mir :)

        Und überhaupt so wie ich schreibe, rede ich auch .. nur meist noch mehr. Der Tag ist ja bekanntlich lang. Alles klar? :)
        Vor dem Einschlafen kann man dann auch ruhig einfach mal „die Klappe halten“ ;)

        Ich weiß allerdings worauf du hinaus wolltest, Kurti ;)
        Meist reicht – Tageszeit egal – ein „Ja, du hast recht …“ – kommt auf den Menschentyp an.

        @muyserin
        Da wird sich funkloch sicherlich freuen, dass man bei ihm einen „männlichen ‚Vibe““ wahrnehmen kann;)

      • muyserin sagt:

        @ Micha: Sind die Männer bei Coloradio nicht alle um Gender Mainstreaming bemüht? So dass ein männlicher Vibe als etwas Verwerfliches angesehen wird? ;)

      • stefanolix sagt:

        Solange der Mann mit männlichem Vibe bei seinen Moderationen überall ein »Innen« anhängt, ist es wohl noch in Ordnung ;-)

      • @ muyserin
        „@ Micha: Sind die Männer bei Coloradio nicht alle um Gender Mainstreaming bemüht? So dass ein männlicher Vibe als etwas Verwerfliches angesehen wird? ;)
        Zu F1: Gute Frage, dem würde ich selbst gern mal nachgehen :)
        Was mich anbetrifft/anbetraf, so habe ich jahrelang nicht verstanden und verstehe es immer noch nicht ganz, was „gender mainstreaming“ konkret – in der Praxis“ eigentlich will. Ich habe dann einfach ne „Abkürzung“ bevorzugt: sieh alle Menschen, ganz gleich ob Frau oder Mann, zuerst als Mensch an ;)
        Alles andere führte zu unnötigen Missverständnissen, wie häufig bei der sog. „political correctness“. Das hatte ich Jahre lang vorher schon im sog. „Behindertenbereich“ festgestellt. Da wurde „endlos“ über die richtigen Worte diskutiert, ohne zu bemerken, dass es letztlich um den Menschen mit all seinen Eigenheiten an sich geht. War mir ’ne Lehre ;).

        Zu F2: tja, das war dann wohl Ironie-Ironie ;) … ich hatte es in der Tat so gemeint, dass sich funkloch darüber freuen würde. Wer anderen (Männern) „mal paar auf’s Maul hauen“ will (danke, funkloch dass du mir das kürzlich wieder ins Bewusstsein gerufen hast ;)), der will doch auch etwas mehr als Mann wahrgenommen werden, oder? … so zumindest meine kurze geschlechterneutrale Einschätzung :)

        @ Stefan
        Wenn’s passt kann man etwas verwenden, das ich als „substantiviertes Partizip Präsens“ bezeichnen würde, wobei es sicher noch ’ne korrekte Bezeichnung dafür gibt. Wenn ich mich nicht täusche, ist da immer mask.=fem. und in der Mehrzahl kann man sich das umständliche „innen“ auch sparen – Thesen noch nicht vollständig verifiziert (!) :)
        z.B. der Sendende, die Sendende, die Sendenden statt
        der Sender, die Senderin, die SenderInnen (Sender_innen – „linksalternative Variante ;))

        Manche Worte macht man eh besser in der Mehrzahl und/oder in einer Form, die mask. vs. femn. unnötig machen.
        z.B. der Aktive, die Aktive, die Aktiven statt
        der Aktivist, die Aktivistin, die … usw. usf.

        Man kann’s auch mit einem Augenzwinkern machen
        z.B. „Liebe coloRadinias & coloRadinios, …“

        Kommt auf den Kontext drauf an … geht auch „altmodisch“ mit „Frauen und Männer“ oder „Damen und Herren“.

        Gender-Mainstreaming kann man eh am besten machen, wenn man auch drüber lachen kann :) …. einige scheinen ja Gleichstellung und Gleichberechtigung da schnell mit Gleichsein zu verwechseln.

  9. Frank sagt:

    Es ist ja nicht so, daß man heutzutage auf ein freies Radio angewiesen wäre, um seine Sendungen unters Volk zu bringen …

    Genau so ist es! Ich bin sogar der Meinung, dass Radiomachen zum Zwecke der Meinungsverbreitung heutzutage ohnehin ziemlich überholt ist. Mit geschriebenen Texten auf Internetseiten erreicht man viel mehr Leute.

    • @ KurtE & Frank
      Radiomachen hat mehrere Vorteile …
      1. Es ist live, es sei denn man produziert vor, was ich kaum bzw. nicht mehr mache, da es recht aufwendig ist. Das Live-Gefühl gibt zudem einen gewissen „Kick“.
      2. Es ist ein Angst-Abbau-Medium, insbesondere für mich, da ich früher mehr unter einem Stottern „litt“. Insofern sah ich es auch als kostenlose Therapie für mich an. Allerdings brauchte ich erst etwas Sicherheit, z.B. über vorproduzierte Sendungen (siehe Sendeliste – ganz ganz unten ;), bevor ich live auf Sendung ging.
      3. Mir liegt das Medium „Ton“ sozusagen am Herzen, vielleicht wegen oder über das Thema „Stottern“. Und beim Radio kann man Wort und Ton (Musik) am einfachsten verbinden, weil das Visuelle quasi ausgeschalten wird. Ich höre selbst sehr viel Radio, durchschnittlich vielleicht 3 bis 5 Stunden am Tag, wenn auch meist „nur nebenbei“.
      4. Podcast sind eine gute Alternative, keine Frage. Ich habe da auch ab und zu schon recherchiert. Mir fehlt da noch etwas das technische Verständnis und somit habe ich es beim Informationssammeln belassen. Verwendet habe ich diese Technik ansatzweise für andere Dinge, z.B. um Gedichte oder eigene Musikstücke (Musik macht jemand anderes ;)) ins Netz zu stellen. Insofern weiß ich ungefähr, wie ein Podcast-Radio gehen könnte und alles weitere kann ich ja immer noch machen. Ich bin zudem gern etwas unabhängiger und da brauche ich noch „ein paar Euro“ für etwas bessere Technik.
      5. Darüber hinaus hatte ich eine Sendung, zu der ich regelmäßig Studiogäste eingeladen habe und die kommen nunmal lieber in ein Radiostudio als … naja, vielleicht nicht unbedingt, ist eine Frage der Betrachtung. Also, ich fand’s jedenfalls vom Ambiente her immer gut, in einem Studio zu sitzen, obwohl die eigene Küche oder ein Café als Aufnahmeort sicher auch einen gewissen Charme haben können. Doch da kann man dann die Musik wieder nicht so spontan integrieren, finde ich. Hmm, obwohl lässt sich auch alles irgendwie machen. Doch das Live-Gefühl fehlt beim PodCast… also, wenn würde ich daraus eine Art „Event“ machen. Es sollte sich beim Aufnehmen wie Radio anfühlen, vielleicht mit Publikum drumherum? Hmm, ich denke mal drüber nach ;)

      Radiomachen bei coloRadio hat folgende Vorteile
      1. Die Technik ist da. Die digtialen Dateien kann man hinterher als PodCast verwenden.
      2. Das Studio liegt keine 30 Meter Luftlinie neben meiner Wohnung.
      3. Es ist nicht alles schlecht :)

      Ganz nüchtern gesehen, würde ich nicht zu einem linken Internetradio gehen, doch coloRadio braucht das Wort „frei“ im Namen, damit es öffentliche Gelder bekommt. So einfach ist das. Und wenn ich mir die o.g. Vorteile anschaue, dann vergesse ich immer mal wieder einige der realen Zustände :)

      Mal abgesehen davon, ist ein Vorteil des Bloggens (zurück zum Thema), dass sich diverse Menschen mal außerhalb z.B. von coloRadio äußern. Und aus ihren Kommentaren spricht auch viel über das Innenleben von coloRadio. Im Prinzip sind viele Diskussionen hier um coloRadio nicht viel anders als diverse interne e-Mail-Battles, nur dass hier weniger ideologisch argumentiert wird, wenn auch nicht völig ideologiefrei, doch wer kann das schon immer?

      Ach, KurtE, funkloch ist auch ein Herr. Frauen würden gar nicht so lange rumtheoretisieren ;)

      • stefanolix sagt:

        Deine Begründung ist schön zu lesen: Coloradio liegt in Deiner Komfortzone und das Live-Gefühl am Mikrofon gibt einen gewissen Kick ;-)

        Wie war denn damals eigentlich die Reaktion des Publikums? Bekommt man als Sendungsmacher viele Anrufe, Briefe und E-Mails?

      • @ Stefan
        „Wie war denn damals eigentlich die Reaktion des Publikums? Bekommt man als Sendungsmacher viele Anrufe, Briefe und E-Mails?“
        Du sprichst genau jene Fragen an, die ich mir im Laufe meiner „Karriere bei coloRadio“ ;) auch gestellt habe.

        Nun, wie oft schreibt man selbst mal ne e-Mail ans Radio mit „Schöne Sendung, hat mir gefallen … usw. usf.“?
        Insofern habe ich jeden Anruf (waren nicht viele) versucht, als mehr oder minder letztlich neutral wirkende Rückmeldung anzusehen. Nach der vorproduzierten Sendung „Like a New Pearl Harbour“ rief z.B. mal der Vorsitzende von Cuba Si in Dresden an, der mir sagte, dass er es gut fand, dass ich nicht – wie häufig bei coloRadio, so sinngemäß sein Kommentar – polarisiert hätte.
        Ich empfand das damals weniger als Lob an sich, klar freue ich mich darüber, wenn sich Hörer melden (keine Frage), sondern fragte mich „Wie klingt denn coloRadio sonst so ????“, denn ich hatte Radiomachen sowieso als mehr oder minder polarisierungsfreie Zone angesehen. Radio ist für mich ein Informations-, kein Agitationsmedium.

        Witzigerweise wäre ich wahrscheinlich nie zu coloRadio gegangen/gekommen, wenn ich es vorher auch gehört hätte ;) … ich habe es einfach nicht empfangen können, trotz 30 Meter Entfernung vom Studio (Sendemasten stehen eh woanders)
        Insofern ist vielleicht auch meine scheinbare Naivität im Umgang mit den ideologischen Betonköpfen dort zu erklären. Da kommt ein Typ (ich), der ein bisschen harmlos wirkt – nicht von der Größe her, sondern weil er mitunter etwas stottert und im Grunde ganz nett wirkt … und nach und nach legt der immer wieder den Finger in die Wunde. Völlig logisch, dass ich einigen ein Dorn im Auge war und bin. Spätestens als ich begann, Briefe an Politiker (aller Parteien) – einem der Hauptfeinde der Betonköpfe bei coloRadio – zu schreiben ;)

        Zurück zur Frage:
        Es ist schwer, herauszufinden, wer und wo coloRadio hört und wie oft. Das ist technisch schwer machbar und überhaupt.
        Das kommt allerdings coloRadio auch wieder zu Gute. Ich bin mir sicher, dass es sonst coloRadio nicht mehr geben würde, denn Samstagabend hat der DJ im Downtown wahrscheinlich mehr Hörer als coloRadio.
        ColoRadio muss nicht „auf Masse“ gehen, doch es würde auch ein Ausbau des SAEK ausreichen, Radio Neon und was es da noch so alles gab und gibt.
        ColoRadio kann meinetwegen auch linkes Radio machen, doch kein linkes Radio sein!

        Meine eigenen Studien liefen über „Gewinnspiele“ (einfache Anreizstrategie ;) ), die ich allerdings erst am Ende „meiner Laufbahn“ einbaute, da ich vorher einfach nicht drauf gekommen bin. Man kann von den Profis viel lernen, doch im freien Radio sollte es einen eigenen Charme haben.
        Und mein Anspruch war (und ist) schon so etwas wie DRadio Kultur mit Musik, die auch bei bei PSR laufen würde, plus Sachen, die sonst kaum oder gar nicht laufen.

        Kritik:
        die meiste Kritik kam von innerhalb. Entweder aus politischer Sicht oder inhaltlich. Manches im Grunde sicher nicht unberechtigt, doch es ist eine Frage des Machbaren und der Heransgehensweise.
        Ich habe z.B. drei Monate ne Kinosendung gemacht, die immer wieder fast oder richtig eingeschlafen war, weil keiner Zeit und/oder Lust hatte. Ich habe die 30 Minuten mit Filmmusik und cinematographischen Randnotizen gefüllt und einfach das Kinoprogramm der nächsten Woche angesagt – mit dem Zusatz „Wer mehr wissen möchte, schaut einfach ins Internet“. Als das mal kritisiert wurde, habe ich aufgehört, weil ich zu mehr keine Zeit/Lust hatte,.Sollen’s andere besser machen. Das kann man nun als Nicht-Kritikfähig-sein ansehen, doch mir war das einfach etwas viel, wenn man parallel noch Ideologiediskussionen führen wollte/sollte. Bei coloRadio stellt man sich seit Jahren selbst die Beine. Es könnte wesentlich mehr, definitiv.

        Fazit: coloRadio ist und bleibt ein Amateurradio, das sollte man nie vergessen, weder die Hörenden noch die Sendenden.

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