Patenschaft für eine Zahl

Sie sprechen und schreiben gern Deutsch? Sie interessieren sich für den Erhalt einer lebendigen, vielfältigen und verständlichen deutschen Sprache? Dann muss ich Sie warnen! Möglicherweise geraten Sie in ein gefährliches Fahrwasser. Der Verein Zahlpatenschaft e.V. hat nämlich in seinem unermüdlichen Kampf gegen Windmühlen herausgefunden:

… manifestiert sich hier eine nationalistische Strömung, die um eine vermeintlich deutsche kulturelle Identität durch Ausgrenzung ringt. Die Popularität solch irrwitziger „Sprachpflegeprojekte“ vor allem auch im bildungsbürgerlichen Gesellschaftsspektrum scheint dabei äußerst bedenkliche Wirkungen zu entfalten.

»Zahlpatenschaft e.V.« wendet sich gegen die Wortpatenschaften. Sie sind eine Idee des Vereins Deutsche Sprache, der mit 33.000 Mitgliedern in über 100 Ländern einer der größten Sprachvereine der Welt ist. Sind das alles nationalistische Ausgrenzer?

Viele Prominente haben dort eine Patenschaft für ein Wort übernommen, z.B. Jean-Claude Juncker, Iris Berben und Ulrich Wickert. Bei solchen Persönlichkeiten denke ich nun ganz gewiss nicht an »kulturelle Identität durch Ausgrenzung«. Erst recht nicht bei global tätigen Unternehmen wie Airbus, IKEA oder BMW.

Ein Vertreter des »Zahlpatenschaft e.V.« wird heute in der DNN mit der Aussage zitiert, die Wortpatenschaften seien »sprachwissenschaftlich blanker Unsinn«. Ja da schau her! Hat überhaupt jemand den Anspruch erhoben, mit den Wortpatenschaften werde Sprachwissenschaft betrieben?

Jetzt warte ich darauf, dass dieser Verein als nächstes eine Sitzblockade vor dem Goethe-Institut auf der Königsbrücker Straße abhält, wo Menschen aus aller Welt Deutschkenntnisse erwerben oder ihr Deutsch verbessern wollen. Das wäre ja nur konsequent, denn dort wird offensichtlich die deutsche Sprache gepflegt …


Es ist eine Selbstverständlichkeit: Menschen anderer Hautfarbe oder Nationalität dürfen weder mit Worten, noch mit Texten oder Bildern diffamiert werden. Es ist dumm und borniert, auf einen Menschen herabzusehen, der eine andere Sprache spricht. Es ist aber ganz genauso dumm und borniert, jemanden als nationalistischen Ausgrenzer anzugreifen, nur weil er seine eigene Sprache pflegt.


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48 Responses to Patenschaft für eine Zahl

  1. Zettel sagt:

    Lieber Stefanolix,

    ich stimme Ihnen völlig zu. Die Vorstellung, daß die Pflege der eigenen Sprache und Kultur „nationalistisch“ sei, ist absurd. Im Fall der deutschen Sprache schon deshalb, weil sie bekanntlich ja auch in Österreich, in den meisten Schweizer Kantonen, in einem wenn auch kleinen Teil Belgiens gesprochen wird.

    Was motiviert Leute wie diese „Zahlpaten“? Ich glaube, daß das Ziel die ideologische Dominanz ist, die, getreu Gramsci, dann irgendwann die politische Macht bringen soll. Natürlich sind es eher Konservative, die sich für Sprachpflege interessieren, Und alles Konservative (wie auch Liberale) soll möglichst nah an den Rechtsextremismus herangeschoben werden. Bis das politische Spektrum bei der SPD endet.

    Herzlich, Zettel

    • stefanolix sagt:

      Ach, das ist so absurd, dass man darüber gar nicht reden müsste. Wenn es nicht in der Zeitung gestanden hätte, hätte ich es einfach ignoriert. Aber wahrscheinlich war es eine Möglichkeit, ohne viel Rechercheaufwand das Sommerloch zu füllen …

      Die ökonomische Seite: Es werden immer mehr Strukturen aufgebaut, die nach Spenden- und Fördergeld gieren. Und wenn solche Strukturen einmal vorhanden sind, wäre es ja zutiefst unsozial, sie wieder abzuschaffen. Also setzen sie noch mehr solche Pamphlete in die Welt und geben vor, damit gegen das Böse zu kämpfen …

      Bestimmt kommt bald der nächste Verein, der uns die Fußballspiele der Nationalmannschaft oder gleich alle Wettkämpfe der deutschen Sportler vermiesen will. Es ist ja zutiefst nationalistisch, der eigenen Mannschaft die Daumen zu drücken.

  2. Ich glaube zwar nicht, daß man mit Wortpatenschaften irgendetwas Wesentliches zur Pflege de Sprache ausrichten kann. Aber das macht die Aktion schlimmstenfalls ein bißchen schrullig, keineswegs aber nationalistisch.
    Ich wünsche mir von den Zahlenpaten, daß sie irgendwann einmal so gutes Deutsch sprechen wie die Mitglieder der Weißen Rose – die zumeist humanistisch gebildete Leute gutbürgerlicher Herkunft waren. Denn mit guten Sprachkenntnissen kann man schlechtes Geschwätz schneller entlarven als ohne.

    • stefanolix sagt:

      Wer fremde Sprachen und Kulturen respektieren will, muss seine eigene Sprache und Kultur respektieren. Das eine ist ohne das andere nicht möglich.

      Auf Plakaten gegen Rassismus wird ja gern eine bunte Gesellschaft dargestellt. Das ist eigentlich ein schönes Bild. Aber unsere eigene Farbe gehört auch dazu, die müssen wir nicht ausradieren …

  3. Rayson sagt:

    Wie man anhand seiner leicht über Google herauszubekommenden sonstigen Aktivitäten ermitteln kann, ist der Autor der genannten Website anscheinend jemand, der mit einem Hammer herumläuft und nur eine Welt voller Nägel sieht.

    Solche Leute können einem leidtun.

    • stefanolix sagt:

      Solche Leute müssen natürlich ihr Aufgabengebiet ständig erweitern. Mit der Verharmlosung des Linksextremismus ist man ja nicht den ganzen Tag ausgelastet ;-)

      Jetzt kann ich mir auch erklären, aus welchen Kreisen die meisten Unterstützer kommen.

      Aber im Ernst: Die Welt hat wirklich wichtigere Probleme. Man möchte diese Leute bei den Ohren packen und für 24 Stunden in die Hungergebiete Afrikas verfrachten. Dafür werden wirklich Ressourcen gebraucht und nicht für so einen Schwachsinn wie »Zahlpatenschaften«.

  4. Also, ich find beide Aktionen ziemlich witzig … im Grunde aberwitzig, um genau zu sein ;)

    Ich meine, wenn Angela Merkel – als prominente Wortschützerin, äh Wortpatin – wirklich als Patin für das Wort „Klimaschützerin“ fungiert … autsch. Und das seit 2009 oder vorher.
    Und „couragiert“ von Roland Koch ist in der Tat ein sehr sehr deutsches Wort :)

    Sinn vom VDS ist die Förderung der deutschen Sprache in Deutschland – soweit war das mein Verständnis … ich war mal 3 oder 4 Jahre VDS-Mitglied. War ganz interessant, irgendwann fand ich’s etwas albern, weil pingelig. Das muss nicht mit dem Verein bzw. dessen Vereinszeitschrift zu tun haben, doch es ist irgendwann mal soweit, dass man die „message“ ;) verstanden hat „Deutsche, vergesst eure Sprache nicht und pflegt sie.“ …

    Und wenn dann bei Wortpatenschaften Sätze wie „Gemessen am Gesamt-Bruttosozialprodukt aller Muttersprachler gehört Deutsch zu den drei meistgesprochenen Sprachen weltweit. Salopp gesagt: Deutschsprecher sind besonders tüchtig.“ dreht sich bei mir auch einiges im Magen um. Vermutlich war die Intention von Prof. Krämer, Gründer von VDS, vor Jahren ursprünglich eine andere. Würde mich mal interessieren, was er jetzt meint, zwecks Entwicklung des Vereins usw.

    Naja, und wenn bei den VDS-Berühmtheiten dann auch Erika Steinbach dabei ist und schreibt: „Produkte, die in Deutschland verkauft werden, müssen auch deutsch beschriftet sein.“ dann wirkt das irgendwie schräg. Ja, Erika, schreib mal Döner auf deutsch ;) … oder Kaviar oder Champagner
    Ich meine jede Firma, die etwas verkaufen will, richtet sich nach dem Kunden … und wenn der nunmal auf „Auslands-Flair“ steht, dann heißt ein Cheeseburger eben Cheeseburger und nicht „Käsebrötchen mit Salat“. Und Bowlingbahnen werden auch nicht zu Kegelbahnen.
    Im Vorstand des VDS ist das Männer-Frauen-Verhältnis übrigens 9:2 – tja, was sagt uns/mir das? Konservative Vereinsstruktur? ;)
    Ich weiß es nicht … jedenfalls kann ich die Ablehnung durch den Zahlpaten e.V schon verstehen, doch einen Verein zu gründen, weil man einen anderen nicht „mag“, ist auch etwas albern.

    Doch letztlich ist’s ne nette Aktion Vereins-PR zu machen und Gelder einzusammeln. Sollte die Zahl von mehr als 400.000 registrierten Wörtern in der Wortpatenschaft-Datenbank stimmen, dann sind das bei 19€/Wort rund 8 Mio. Euro ;) … soviel nimmt der Verein (VDS) mit seinen 33.000 Mitglieder vermutlich in 3 Jahren nicht ein ;)
    Die Zahlpaten sind nicht ganz so erfolgreich, doch da wird das Geld wenigstens Projekten gespendet. Insofern finde ich die Zahlpaten schon wieder recht sympathisch.

    Sei’s drum, ob bei den Zahlpaten auch jemand die „18“ oder die „88“ als Pate schützt?
    Und ob man eigentlich auch für deutsche Worte wie „f***en“ oder „Stalinorgel“ Pate werden kann?
    Tja, Fragen ohne Fragen … alles wäre mir nicht in den Sinn gekommen, wenn ich deinen Artikel nicht gelesen hätte, Stefan … danke nochmals :)

    • stefanolix sagt:

      Ich habe auf der ganz oben verlinkten Seite nicht gefunden, dass Angela Merkel das Wort »Klimaschützerin« in Patenschaft hat. Allerdings ist die Aufstellung der Paten und der zugehörigen Worte sehr interessant.

      Prof. Krämer ist Statistiker. In diesem Beruf darf man solche gewagten Bezüge wie zwischen Sprache und Bruttosozialprodukt herstellen ;-)

      Noch eine Anmerkung: dort steht kein Bezug zwischen Nationalstaat und Bruttosozialprodukt. Und die saloppe Aussage ist vielleicht nicht hundertprozentig ernst zu nehmen.

      Weil wir schon bei Statistiken sind: Deine Schlussfolgerung aus der Zahl der registrierten Wörter ist statistisch und logisch nicht ganz richtig. Es sind zwar mehr als 400.000 Wörter in der Datenbank registriert, aber es wurden bisher nur 13.606 Patenschaften übernommen.

      Ich habe schon registriert, dass die Zahlpatenschaften »seit Jahresbeginn« bisher beträchtliche 455 Euro eingebracht haben. Damit sind sie so wichtig, dass sie unbedingt in der Zeitung stehen müssen ;-)

      • @ Merkel & „Klimaschützerin“
        Stimmt, ich hab’s ergoogelt … steht in dieser PM.

        @ Paten & Worte
        Ja, mitunter etwas witzig. Am besten finde ich jene, bei denen ein “ – “ dahinter steht, z.B. Christian Wulff … will den der VDS zur Patenschaft drängen und er will nicht oder weiß er noch nicht welches Wort? Hmm, „Bundespräsident“ wäre originell ;) … oder „Nachfolger“ … oder „Vorgänger“ … oder am besten würde ich finden – für Christian Wulff „Ehefrau“ :)

        @ Prof. Krämer & Statistik
        Keine Ahnung, ob das von Krämer selbst kommt/kam. Das GPD ist einige Jahrzehnte alt … interessanter Artikel „Beyond the GDP“. Es wird von Laien seit Anfang an missverstanden und anders benutzt als es seine „Erfinder“ sahen. Meinetwegen kann man das so formulieren, doch für mich kommt das immer so ein bisschen wie „als Deutscher muss man seinen Minderwertigkeitskomplex, das genommene Nationalgefühl, das Wasauchimmer wieder etwas aufrichten (dürfen)“.

        @GDP (BIP) & Nationalstaat
        „Am deutschen Wesen soll/mag die Welt …“ usw. … der Spruch stammt zwar aus einem Geibel-Gedicht von 1861, doch die Nazis fanden den ganz gut. Soweit ich das verstanden habe, richtete sich die Nazi-Propaganda an das deutsche Volk, egal wo in der Welt – es ging um die deutsche Rasse, die „Herrenrasse“. Auch wenn der Nationalsozialismus so hieß wie er eben hieß, war er nicht auf einen Nationalstaat beschränkt in seinem Sendungsbewusstsein … sonst hätte man ja nicht nach Österreich oder Tschechien marschieren brauchen ;)
        Insofern sehe ich solche Sätze wie oben auch bedenklich … zumindest naiv.

        Ich denke, es reicht, wenn man die Vorzüge der deutschen Sprache herausstellt … die Wortvielfalt, das Präzise usw usf.
        Eine Sprache in ihrer Einzigartigkeit, in ihrer Schönheit darzustellen – völlig in Ordnung, immer zu … doch sie emporzuheben, scheinbar noch über andere, finde ich bedenklich. Abgesehen von Deutschlands Vergangenheit … ich beschränke Dtl. nicht auf 12 Jahre Hitler, doch man sollte dennoch akzeptieren, dass dadurch alles etwas anders geworden ist. Die Arroganz hatte ein Ende und ein unterdrücktes Nationalego geht auch nach hinten los … es entsteht mitunter eine neue Arroganz.

        Ich denke, die Grenze beim VDS und anderen derartigen Vereinen verläuft zwischen „Weniger Denglisch“ und „Kein Englisch, mehr Deutsch“. Ich gehe sofort bei „Deutsch Hauptsprache, Englisch ggf. dazu“ mit. Ich finde viele Anglizismen auch daneben … „Drinks & more“ wie es in der Neustadt häufig zu finden ist oder „Becher to go“ finde ich irgendwie schräg, andererseits – das gebe ich zu – ist manches auch schon wieder witzig. Ich denke, man müsste wissen, wie einige das meinen und ob sie nicht wissen, wie sie es schreiben sollen oder weil sie es genauso wollten Der „Wiener Feinbäcker“ am Albertplatz mit seinem „Cafe to go“ (Bild gaaanz unten) tat es aus Dummheit/Unwissenheit – ich hatte eine kurze „Diskussion“ mit ihm vor rund 5 Jahren :)

        @ Datenbank vs. Wortpaten
        Okay, mein Ding, ich hatte angenommen, dass alle Wörter in der Datenbank auch einen Paten hätten. Naja, sind’s nur etwa 250.000 Euro Einnahmen.
        Ist allerdings auch ne ganze Menge … irgendwie ;)

        @Zahlpaten & Zeitung
        Ach komm, Stefan, jetzt sei nicht undankbar ;)
        Ich meine, immerhin war dir das einen Artikel in deinem Blog wert :)
        Ja, klar sind 455 Euro nicht der Rede wert, doch für manche Projekte ist das viel Geld. Doch die Sache an sich ist etwas schräg … andererseits, ne Idee fürs Spendensammeln ist es allemal. Da ich selbst schon Spenden für Projekte gesammelt habe, weiß ich dass gute Ideen da mitunter rar sind … und diese Idee ist naja, … kann man machen, muss man nicht ;)

      • stefanolix sagt:

        Mir gefallen die Methoden nicht. Diese Zahlenpaten haben sich an eine erfolgreiche Aktion angehängt, aber sie haben selbst eigentlich nichts auf die Beine gestellt. Man kann Spenden sammeln, ohne dass man andere Leute angreift.

        Sie arbeiten mit den Mitteln der unfairen Diskussionsführung, indem sie den Wortpaten z.B. Ziele unterstellen, die sie nie hatten. Natürlich ist es kein Beitrag zur Sprachwissenschaft, wenn jemand die Patenschaft über ein Wort übernimmt. Aber hat das jemals ein Wortpate behauptet?

        Was wäre mit der Aussage gewonnen, dass Zahlenpatenschaften mathematisch wertlos sind?


        Ich argumentiere hier nicht für die Ziele des VDS oder für jede beliebige Aussage seines Vorsitzenden. Ich finde es auch albern, wenn jemand die Wirtschaftsleistung pro Kopf in deutschsprachigen Ländern mit der Wirtschaftsleistung pro Kopf in anderen Ländern vergleicht.

        Aber ich verteidige den VDS gegen diese giftigen und hinterhältigen Unterstellungen, mit denen er in die »rechte Ecke« gestellt werden soll. Die Kampagne dieser »Zahlpaten« enthält genau das, was ich in der politischen Diskussion so hasse: diffuse Unterstellungen, unfaire Diskussionsmethoden und Entstellung von Zitaten.

        Wenn ich das sehe, ist es mir letztlich völlig egal, welches Ziel damit vorgeblich erreicht werden soll.


        In den Kommentaren klang es an: Mir ist die deutsche Sprache viel wert, ich bemühe mich um eine klare und verständliche Sprache. Das Verständnis der eigenen Sprache ist die Grundvoraussetzung für das Verständnis anderer Sprachen. Ich bin aber deshalb kein Nationalist und kein Rassist.

      • Ich glaube, das ist ein bisschen ein Steckenpferd, Stefan. Die Linken sind dir nicht geheuer, oder? ;)
        Das lese ich zumindest ein bisschen aus deinen Antworten heraus.

        Nun, ich sehe deinen Punkt. Mitunter geht die Übereifrigkeit etwas weit. Ich find es meist albern und zum Schmunzeln.
        Ich meine, das mit den Wortpaten ist ähnlich … die Idee an sich ist i.O., ob man nun ein Wort gleich „bepaten“ muss. Ich weiß nicht … doch es ist ne gute PR-Idee, die Geld bringt. So simpel ist das …

        Wie gesagt, ich war mal 3-4 Jahre VDS-Mitglied. Irgendwann war mir das Hervorheben der deutschen Sprache etwas über – naja, was will ein Verein für deutsche Sprache auch anders machen? ;) … vielleicht sind mir auch Vereinbewegungen suspekter geworden, keine Ahnung.

        Letztlich sollte/kann jede/r selbst seine Deutsch entdecken, ob nun mit Verein oder ohne … und vermutlich sind im VDS auch welche dabei, die in die Kritik der Zahlpaten reinpassen würden.

        Ist es nicht wie als ob man eine Religion oder die jeweilige Kirche bzw. deren Oberhäupter, einzelne Mitglieder angreift?
        Zahlpaten kritisieren nicht die „Religion“ (oder doch? ;)), sondern die Institution und einige ihrer Aussagen und unterstellen ihr „das Wiederauflebenlassen eines vor allem kulturell begründeten Nationalismus“ (Zitat „Hintergrund Zahlpaten“ .. über den VDS) … naja, , sei’s wie’s sei … wer das sehen will, wird’s auch sehen …

      • stefanolix sagt:

        Ich bin gar kein Anhänger der Wortpatenschaften und auch kein Mitglied des VDS. Ich wollte lediglich darstellen, warum die Unterstellungen dieses Zahlpaten-Vereins nicht zutreffen und mit welchen unfairen Methoden er arbeitet.


        Misstrauen gegenüber Links? Das ist ein weites Feld. Die politische Partei LINKE kann mir momentan nicht geheuer sein. Wer mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung und 50 Jahre nach dem Mauerbau immer noch das Grenzregime und seine Folgen verharmlost, darf keine Macht in die Hand bekommen.

        Man stelle sich doch nur einmal bildlich vor, dass die jetzige Parteispitze der LINKEn im Bund in alleinige Regierungsverantwortung käme. Die müssten sofort beginnen, die Ausreise zu unterbinden, weil die Menschen in Scharen davonlaufen würden ;-)

        Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen, aber wenn es die Umstände erfordern …


        Ansonsten habe ich gegenüber Links nicht mehr oder weniger Misstrauen als gegenüber Rechts. Ich sehe extremistische, radikale und potentiell totalitäre Strömungen aller Art sehr kritisch, weil eine unkontrollierte Machtausübung immer wieder viele Opfer fordern wird. Diese unkontrollierte Machtausübung ist aber notwendig, um radikale bzw. extremistische Positionen durchsetzen zu können.


      • @ VDS etc.
        Ich verstehe deinen Ansatz schon, Stefan … ich versuchte „lediglich“, den Ansatz der Zahlpaten zu erörtern.
        Als „unfair“ würde ich es nicht unbedingt bezeichnen, „unsauber“ vielleicht. Ich halte ein Hinterfragen der Ziele des VDS für richtig, das kann auch den VDS weiterbringen. Seh ich ganz nüchtern.
        Doch die Zahlpaten sind schon recht frontal in ihren Anmerkungen, das geht Richtung Unterstellungen … sehe ich (auch) so.

        Hängt vielleicht auch damit zusammen, dass der „Zahlpate der ersten Stunde“ Gregor Wiedemann aus der Extremismusforschung kommt. Da bekommt man mitunter schon einen Tunnelblick, vermutlich.

        @ LINKE
        Naja, die LINKE ist genauso heterogen wie die Grünen. Da gibt es die Betonköpfe und die eher progressiveren Typen udn alles dazwischen.

        Ich schrieb das mit den Linken, weil du eher über Linke als über Rechte schreibst – zumindest ist das mein Eindruck ;)
        Ich mach das ja im Grunde nicht anders (Stichwort eines meiner „Lieblingsthemen“ CR ;)), allerdings wohl auch aus Mangel an Erfahrungen im rechten Lager ;)

        Ich kann mit sog. Rechten genauso ein Bier trinken wie mit sog. Linken. Und wenn mir einer eins über’n Schädel ziehn’n will (sinnbildlich gemeint), dann ist es mir auch gleich, woher er kommt, dann kann er auch ein Grüner, FDPler oder Parteiloser sein – es würde mir vermutlich nicht gefallen.

        Doch es ist eh immer schwierig mit generalisierenden Begriffen … und die LINKE fragt sich durchaus auch mal, was „links“ eigentlich nun ist. Ich denke, die Basis ist häufig schon etwas differenzierter als das was über die Medien kommt (es gibt auch Christengruppen in der LINKEN). Und in Deutschland ist die LINKE eh ein Lieblingsthema der Presse. Sei’s drum … letztlich zählt die Person, der Mensch hinter der Bezeichnung.

      • stefanolix sagt:

        Was Du als »Extremismusforschung« bezeichnest, sehe ich als eine gezielte Verharmlosung des Linksextremismus. Immer, wenn man sich solche Dokumente durchliest, fragt man sich am Ende: Und wo geht es nun endlich um die Straftaten, die im Umfeld des Linksextremismus begangen wurden?

        Ach ja: »Linksextremismus« darf man ja nach der Meinung der sogenannten Extremismusforscher gar nicht mehr sagen! Welchen Begriff verwenden wir denn nun?

        Wenn es keinen klaren Begriff gibt, kann man ein Problem auch nicht beschreiben. Soll man linksextremistische Gewaltausbrüche wie am 19. Februar 2011 als »polizeibezogene Menschenfeindlichkeit« bezeichnen?

        Für den Rechtsextremismus wird durch diese »Extremismusforscher« gern ein neuer Begriff geschaffen, für den Linksextremismus merkwürdigerweise nie.


        Dass es den Zahlenpaten nicht um eine sachliche Auseinandersetzung, sondern um Spenden geht, merkt man ja wohl an der Wortwahl und an den diffusen Unterstellungen. Wollte man sich nach diesen Maßstäben richten, müsste man das Goethe-Institut von heute auf morgen schließen. Es dient schließlich der Pflege der deutschen Sprache auf der ganzen Welt.


    • Frank sagt:

      Sei’s drum, ob bei den Zahlpaten auch jemand die „18″ oder die „88″ als Pate schützt?

      Die 18 wäre ein klarer Fall für Möllemann, wenn er noch unter uns weilen würde. Aber das kann auch Westerwelle noch übernehmen. Und die 88 ist ein klarer Fall für unseren berühmten Holger Apfel!

      Und ob man eigentlich auch für deutsche Worte wie „f***en“ oder „Stalinorgel“ Patewerden kann?

      Das F-Wort scheint Dich häufig zu beschäftigen ? ;_) Dürfte jedenfalls längst von Ingo Appelt patenschaftlich übernommen worden sein. „Stalinorgel“ dagegen ist nicht rein deutsch – Stalinist ja schließlich ein russischer Name.
      Ich würde übrigens gern das Wort „Weissstorchberingungszentrum“ als Pate übernehmen. Das habe ich mal im Spreewald gelesen und musste es mehrfach lesen, um zu dechiffrieren, worum es dabei geht.

      • stefanolix sagt:

        Weißstorchberingungszentrum ist ein Wortungetüm, das man nur im Deutschen zusammensetzen kann ;-)

      • „Das F-Wort scheint Dich häufig zu beschäftigen ? ;_)
        Du liest Charlotte Roche, Frank, nicht ich ;)

        „Stalinorgel“ … wenn Roland Koch „couragiert“ nehmen darf, kann ich doch mal nach Stalinorgel fragen , oder?
        Oder ob der einen Promi-Bonus hat? ;)

        Naja, ansonsten würde ich „Ansinnen“ nehmen … doch dafür gebe ich keine 19 Euro aus :)

      • stefanolix sagt:

        »Ansinnen« ist schön. Wie bist Du darauf gekommen?

        Warum sollte Roland Koch nicht das Wort »couragiert« in Patenschaft nehmen? Es ist überhaupt die Frage, ob diese Wortpaten immer von ihrem Glück wissen oder ob da nicht irgendwelche PR-Leute ihre Hand im Spiel haben. In einigen Fällen kommt es mir auch so vor, als ob unbedingt bestimmte Wörter gesichert werden sollten (wie z.B. »Drogeriemarkt«).

      • @ Wie ich auf „Ansinnen“ gekommen bin? ;)
        Willst du’s wirklich wissen. Stefan?

        Ich denke, weil ich kürzlich einen Brief ans JobCenter geschrieben habe. Ich schreibe häufiger wieder per Hand, einfach weil’s persönlicher ist und Computerschrift mich immer irgendwie recht formal wirken lässt. Entweder ich tendiere eher zu Wissenschaftssprache (eher kühl), Bürokratiesprache (eher kalt bzw. unterkühlt) oder zur „Blog-Stil“ (zwischen flapsig und sachlich). Mitunter handgeschriebene Briefe an die Bürokratie sollen insofern – per persönlicher Note – etwas mehr den Mensch ins Spiel bringen. Zudem übe ich mich wieder mal im Schönschreiben ;)
        Und beim Handschreiben denke ich anders, folglich schreibe ich auch anders. Und vermutlich kommen mir da auch andere Worte in den Sinn.

        @ Roland Koch’s „couragiert“
        Aus mindestens zweierlei Gründen … erstens weil „couragiert“ aus dem Französischem kommt … und wie ich gerade im Duden nachschaute, vorher aus dem Latein(ischen) – welch Entdeckung ;) …
        Als Erklärung stand dahinter „beherzt“ … das finde ich passender für eine Wortpatenschaft für ein deutsches Wort, doch genau da fängt es ja auch an … was ist eine reine Sprache? Wo ist der Ursprung usw.?
        Ich finde Durchmischung sehr gut, wenn man denn auch Interesse am Ursprung der sog. „reinen Sprache“ hat … es geht für mich nicht um entweder-oder, sondern um sowohl-als-auch. Mal richtig denglisch talken, kann auch total cool sein und fun machen, wenn’s Sinn macht …äh, Sinn hat, wie mich VDS-Mitglieder sicher gleich berichtigen würden (z.B. Werner Kieser vom Kieser-Training).
        Der verwies mal in einem VDS-Interview darauf, dass das englische „it makes sense“ im Deutschen nicht stimmt; etwas könne keinen Sinn machen, sondern nur Sinn haben.
        Für mich geht beides, etwas kann theoretisch Sinn haben und praktisch Sinn machen …
        Das waren so Punkte, wo ich das ganze Getue um die deutsche Sprache übertrieben fand … mir wurde das irgendwie recht lehrerhaft, genauso wie einiges von Bastian Sick & Co.

        Zurück zu Roland Koch
        Ich halte bzw. hielt Herrn Koch nicht für „couragiert“. Er war ein Machtmensch, ein aalglatter Analytiker, der sehr auf seinen Vorteil bedacht war.
        Er hätte sich besser das Wort „brutalstmöglich“ (siehe Spendenaffäre) wählen sollen :)

        Man könnte allerdings auch humoristischer an die Sache rangehen … und z.B. für das wunderschöne deutsche Wort „Handy“ Pate werden ;)
        Das gibt’s nämlich nur so im Deutschen, Menschen mit Muttersprache Englisch lächeln da gern drüber.

      • stefanolix sagt:

        Ich hätte ihm das Wort »brutalstmöglich« sogar gestiftet, das wäre es mir wert gewesen. Vorgänge wie die Parteispendenaffäre sind eine Gefahr für die Demokratie, ihre Verschleierung sollte so streng wie möglich geahndet werden.

        Allerdings treffen Deine Einschätzungen wohl auf die meisten Politiker zu. Roland Koch hat vielleicht weniger Maske getragen als andere und er hat aufgrund seiner hohen Intelligenz bestimmte Eigenschaften perfektioniert. Aber immerhin wusste man bei ihm, woran man war.

        Wenig Courage zeigte er nach meinem Geschmack mit seinem Übergang in die Wirtschaft, als es ihm in der Politik ungemütlich wurde.


        Zum Schreiben: Wenn Du handschriftlich an die Arbeitsagentur schreibst und Begriffe wie »Ansinnen« verwendest, dann denken die Bearbeiter doch, dass Du schon kurz vor dem Rentenalter bist ;-)

        Vorschlag: Schreibe Dein Konzept mit dem Bleistift, um »handschriftlich« zu denken — und tippe es dann ab.


        Werner Kieser darf gern über Sprache räsonieren. Er ist so erfolgreich und ich bin durch sein Training in den letzten fünf Jahren so viel gesünder geblieben, dass ich ihm alles verzeihen würde ;-)

        Die falsch übersetzte Wendung »to make sense« ist übrigens ein Beispiel in vielen Stil-Büchern, z.B. auch bei Wolf Schneider. Ich sehe es relativ gelassen, aber ich verwende »Sinn machen« auch nicht.

        Jetzt muss ich übrigens spontan an »Sitzen machen!« aus Billy Wilders Komödie »1-2-3« denken. Deshalb gehe ich an den anderen Rechner und an die dort wartende Aufgabe ;-)


  5. Frank sagt:

    Naja- 1x „blockquote“ falsch gesetzt … ich hoffe, man kann meinen Text trotzdem dechiffrieren!

    [Repariert. Du kannst ja noch das Wort »Blockzitat« in Patenschaft nehmen ;-)]

  6. FGönther sagt:

    Angesichts der Tatsache, daß unsere französischen Nachbarn – siehe Loi Toubon – gnadenlos selbst Eigennamen „einfranzösen“ – kommen die Aktivitäten der Zahlpat_Innen auf einer ziemlich kernig neudeutschnationalen Soße – pardon – muß natürlich Tunke oder Beiguß heißen- daher: Wir Deutsche dürfen uns eigentlich gar nicht selbst leiden, aber wenn wir uns ständig für irgendetwas entschuldigen, und sei es der Gebrauch oder gar die Pflege der eigenen Sprache, dann haben uns vielleicht wenigstens die Anderen ganz lieb.

    • stefanolix sagt:

      Die Franzosen haben doch mit England, Spanien und anderen selbstbewussten Nationen eines gemeinsam: Man würde es als absurd empfinden, wenn jemand einen Verein für die Pflege der eigenen Muttersprache derart diskreditiert.

    • FGönther, irgendwie kam ich jetzt etwas durcheinander beim Lesen deines Kommentars, auch nach zweimal Lesen.
      Könnte man „Zahlpat_Innen“ nicht auch durch „Wortpatinnen“ austauschen. Hab ich da ein Verständnisproblem? Wie meinst du das z.B. mit dem neudeutschnationalen usw.

      • FGönther sagt:

        „Wie meinst du das z.B. mit dem neudeutschnationalen usw.“

        Ich meine das im Sinne von “ Am deutschen Wesen …“.
        Man beachte nur mal die Aktionen dieser hinter den Zahlpat_Innen stehenden AntiDingsbumsVereinen, die den Charme eines „Knöllchen-Horst“ versprühen. Ständig auf der Lauer, ob nicht jemand aus der Reihe tanzt, den man dann nach Herzenslust denunzieren kann. Wehe es fällt jemand aus dem verordneten Gleichschritt . Neu daran ist lediglich die Selbsthaß-Komponente. Die Resultate solcher Projekte sind unter dem Strich natürlich gleich Null, kein rechtslastig angehauchter Jugendlicher wird sich z.B. von schwach- äh… brüstigen Comics zum rechten Glauben bekehren lassen. Aber was soll`s :
        „Deutsch sein heißt , eine Sache um ihrer selbst willen zu tun“
        Und das gelingt diesen Aktivist _innen hervorragend.

      • @ FGönther
        Hmm, ich komme wieder durcheinander ;) …
        Dieser Satz oder dieses Zitat „Deutsch sein heißt , eine Sache um ihrer selbst willen zu tun“ … beziehst du dies auf die Zahlpatinnen??
        Sind für dich die Zahlpatinnen „neudeutschnational“ oder wie?
        Habe ich das richtig interpretiert/verstanden?

        Sorry („Verzeihung“ ;)) für die lange Leitung, doch ich bin in der Arbeiterstadt Karl-Marx-Stadt geboren worden ;)

      • stefanolix sagt:

        Das Zitat ist nicht von den Nazis, es wird Richard Wagner (1813-1883) zugeschrieben.

        Ich darf hier ausnahmsweise mal auf einen taz-Blogbeitrag verweisen, in dem der Redakteur das Verb »deutschen« einführen möchte:

        Wenn aber gilt: »Deutsch sein heißt eine Sache um ihrer selbst willen zu tun«, dann handelt es sich um eine Tätigkeit, die ein eigenes Tätigkeitswort verdient hätte.(Quelle)

        Man muss das Zitat also nicht nationalchauvinistisch sehen, sondern man kann es auch »nationalironisch« einsetzen. Und so verstehe ich FGönther.

        Selbstverständlich kann man mit diesem ironischen Unterton die Wortpaten und die Zahlpaten beschreiben. Aber diese Beschreibung impliziert noch lange nicht, dass einer von beiden in der rechten Ecke steht.

        Im Grunde ist »Deutsch sein heißt eine Sache um ihrer selbst willen tun« auch im Wahn der vielen Sonderregelungen im deutschen Steuer- oder Sozialrecht enthalten.

        Und wenn ich nicht morgen früh um halb sechs aufstehen müsste, fielen mir sicher noch mehr Beispiele ein ;-)


        PS: Mir fällt noch ein Beispiel ein. Wenn pro forma die vertrockneten Reste eines Juchtenkäfers gesucht werden müssen, damit man einen Baum fällen kann, der den Bestand einer jahrhundertealten Treppe gefährdet — darauf passt der Spruch auch. Aber daran wagte Richard Wagner wohl nicht zu denken.

  7. Zettel sagt:

    „Wir Deutsche dürfen uns eigentlich gar nicht selbst leiden, aber wenn wir uns ständig für irgendetwas entschuldigen, und sei es der Gebrauch oder gar die Pflege der eigenen Sprache, dann haben uns vielleicht wenigstens die Anderen ganz lieb“.

    Die denken ja nicht daran, uns liebzuhaben. Wer sich selbst als ein Mickerling darstellt, der wird auch von den anderen als ein Mickerling gesehen.

    Ich mache diese Erfahrung seit einem halben Jahrhundert: Man anerkennt die wirtschaftliche Stärke Deutschlands. Respekt vor den Deutschen, vor unserer Kultiur hat man nicht.

    Die Deutschen werden als selbstunsichere Psychopathen wahrgenommen, als unberechenbare Leute, die mal Feiglinge sind und mal draufhauen, Schwächlinge, denen das nationale Selbstbewußtsein fehlt. Und die, wie viele Schwächlinge, dann plötzlich einmal in Wut geraten. Le rage Allemand.

    Diese Wahrnehmung ist ja nun leider richtig. Wir Deutschen wollen meist ganz klein und bescheiden sein. Und dann blähen wir uns plötzlich auf und wollen – beispielsweise als die Aussteigernation – dem Rest der Welt zeigen, wo es langgeht.

    Die Angst vor Deutschland ist begründet,. Mit einem Land, in dem jeder Fünfte die Öko-Ideologen wählt, stimmt etwas nicht. Die Deutschen verhalten sich nicht rational. Sie sind nach wie vor eine Gefahr für die Welt.

    Herzlich, Zettel

    • stefanolix sagt:

      Zur Rationalität: Die Deutschen setzen sich falsche Anreize, aber gemäß diesen Anreizen verhalten sie sich wiederum rational. Jeder weiß z.B., dass Fotovoltaik in Deutschland in jeder Hinsicht ineffizent ist. Jeder weiß, dass nicht besonders viele Arbeitsplätze geschaffen werden. Trotzdem ist es für viele Anleger rational, sich ein »Solardach« bauen zu lassen oder in Solarfonds zu investieren.


      Zur Selbstdarstellung: Das stimmt wohl leider. Es ist wieder mal ein Problem der Extreme. Es gibt einfach zu wenig von dem gesunden Selbstbewusstsein, mit dem man nie in das eine oder in das andere Extrem verfallen wird.

      Es gibt die Rechte mit ihrer »Deutschland über alles!«-Ideologie. Diese Ideologie vom arischen Herrenmenschen darf natürlich nie wieder an Macht gewinnen.

      Es gibt die Linke mit ihrer Selbsterniedrigung in jeder Hinsicht (deutsche »Erbsünden«, Essen, Umwelt, »Diskriminierung«). Diese Selbsterniedrigung schadet uns nachhaltig.

      Warum fallen wir so leicht vom einen in das andere Extrem?


      Ergänzung: Mit diesem Lied begann es wohl damals. Wer könnte da widerstehen? ;-)

    • Uuuh, scharfe Worte Zettel :)

      Also, ich würde dir in fast allem zustimmen, außer mit den „20 % Öko-Ideologen Wählenden“ … kann sein, dass du da einen Zusammenhang siehst, doch man sollte den Fukushima-Effekt schon miteinberechnen.

      Definitiv ist „The German Angst“ berühmt-berüchtigt; erst überlegt er lange, der Deutsche, und wenn er sich dann mal durchgerungen hat, dann geht’s bis zum bitteren Ende.

      Ich weiß nicht, ob ich daran irgendwann nochmal mehr Positives finden werde … vielleicht, wenn ich mal länger mit unglaublich spontanen Menschen zusammengelebt habe und dann sage „Och, neee, was war das in Deutschland schön … erst mal zwei Stunden drüber diskutieren, ehe wir uns dann entschlossen haben, es so zu machen wie immer “ :)
      Ich denke zudem, dass die meisten Deutschen schon sehr rational sind. Doch viele verwechseln geistige Flexibilität und psychische Stabilität miteinander. Dabei kommen dann geistige Starrheit und psychische Labilität raus :)

      Rational kann ich das allerdings nicht erklären ;)

    • Peter Macheli sagt:

      „Die Angst vor Deutschland ist begründet,. Mit einem Land, in dem jeder Fünfte die [Variable] Öko-Ideologen [/Variable] wählt, stimmt etwas nicht. Die Deutschen verhalten sich nicht rational. Sie sind nach wie vor eine Gefahr für die Welt.“

      Unterschied zu Schlussfolgerungen der „Linksextremisten“? RAF-Rhetorik klingt viel lustiger.

      • stefanolix sagt:

        Ja, die RAF-Rhetorik klang viel lustiger. Nur nicht für die Opfer. Und besonders nicht für die völlig unbeteiligten Opfer, die weder zum Großkapital noch zur Staatsmacht zählten.


        Ein wichtiger Punkt in Zettels zugespitzter Aussage: er beklagt einen Mangel an Zuverlässigkeit. Beispiel:

        Mit einem zuverlässig geplanten und durchgeführten Ausstieg aus der Atomenergie hätten wir Verlässlichkeit bewiesen. In Europa sind alle Energieversorger miteinander vernetzt und springen wechselseitig füreinander ein (u.a. bei Engpässen durch die Wartung von Kraftwerken). Wenn ungeplant wichtige Kapazitäten wegfallen, dann ist Deutschland mit einem unzuverlässigen Verhalten dafür verantwortlich.

        Deutschland wird definitiv im Notfall teure Atomenergie aus dem Ausland einkaufen müssen, wenn einer der nächsten Winter sehr hart ist. Aber wir werden nicht mehr einspringen können, wenn andere Staaten Energie-Engpässe haben.

        Alle anderen Staaten in Europa haben zuverlässig ihre Energiepolitik fortgesetzt, manche Staaten in der Nachbarschaft bauen sogar neue Atomkraftwerke. Nur wir als Deutsche spielen den Geisterfahrer.


      • Lenbach sagt:

        Zettel hat das ganze Elend des deutschen „Ausstieg-Wahns“ sehr schön anhand eines Ereignisses im Juni diesen Jahres illustriert.

        http://zettelsraum.blogspot.com/2011/06/zwischenfall-in-uran.html

        Damit ist eigentlich alles gesagt. Deutsche Gründlichkeit gepaart mir Öko-Ideologie. Man könnte in schallendes Gelächter ausbrechen, wäre es nicht so bezeichnend und augenöffnend für den Zustand unseres Landes. Man bekommt plötzlich ein Gespür dafür, warum manches in unserer Geschichte so verlief, wie es verlief.

      • Peter Macheli sagt:

        „Nur nicht für die Opfer. “

        Das ist immer so, ob es sich um RAF-Opfer oder Strahlenopfer, von Neonazis Totgetretene oder versehentlich Bombardierte am Hindukusch handelt.

      • @ Stefan & Energieversorgung in Europa
        Es ist doch die uralte Frage bzw. das ewige Dilemma: geht man voran oder wartet man, bis man alle unter einen Hut bekommt?
        Dritte Variante: abwarten und sehen, was passiert.
        Lösung zwei war von vornherein unwahrscheinlich, Lösung drei war ansatzweise die bisherige von Merkel&Co.

        Und jetzt sind alle wieder vereint – denn CDU-CSU-SPD-BGr-FDP haben alle irgendwie was ähnliches beschlossen, zumindest erscheint es so. Okay, die Linke „muss“ natürlich etwas anderes sagen, ist ja auch die einzig wirkliche Opposition, weil alle anderen innerhalb der letzten 5 Jahre regiert haben und die Gesetze ja nicht alle neu gemacht werden.

        Ich finde den Atomausstieg grundsätzlich richtig, die Art und Weise wie er jetzt (wieder) zustande gekommen ist, fand ich etwas seltsam, panisch … doch man wird sehen, wohin es führt. Peak-Oil steht sowieso auch vor der Tür, ein Umdenken war schon vor Jahrzehnten nötig … nun kommt eben alles ein bisschen auf einmal. Warum nicht? … Warum haben wir nächstes Jahr 2012? :)
        Ich glaube nicht, an Untergangsszenarien, doch die Krisen werden jetzt sichtbarer … was auch längst notwendig war.

        Und mal sehen, wie der Deutsche dieses Mal damit umgeht ;)

  8. Zettel sagt:

    „Zur Selbstdarstellung: Das stimmt wohl leider. Es ist wieder mal ein Problem der Extreme. Es gibt einfach zu wenig von dem gesunden Selbstbewusstsein, mit dem man nie in das eine oder in das andere Extrem verfallen wird“-

    Ich habe das zum ersten Mal Anfang der sechziger Jahre erlebt, als Student. Damals bin ich als Hitchhiker durch allerlei Länder Europas getrampt und habe also junge Leute aus vielen Ländern kennengelernt.

    Alle lobten sie ihr eigenes Land, die Kanadier ebenso wie die Franzosen und die Italiener. Nur wir Deutsche schimpften auf unser Land., Wir schämten uns ja, überhaupt Deutsche zu sein.

    Dies ist, lieber Stefanolix, noch immer eine verkorkste Nation, Ein Fall für die Couch Freuds.

    Kein anderes Land wäre fähig gewesen, den Wahnwitz des „Ausstiegs“ mit kollektive Besoffenheit derart zu veranstalten wie wir Deutschen.

    „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“; so weit sind wir jetzt wieder.

    Herzlich, Zettel

    • KurtE sagt:

      Ich halte Zettels Äußerungen für eine ziemlich westdeutsche Sichtweise.

      In der DDR wurde die deutsche Tradition weiter gepflegt. Sah sich doch die DDR als das Deutschland der guten Deutschen – der Nichtfaschisten, die sich Humanismus, Aufklärung und Weltoffenheit verpflichtet fühlten. Während „die bösen Bonner Ultras“ dort weiterzumachen versuchten, wo sie von den Alliierten gestoppt wurden, verneinte die DDR alles Nationalistische, um sich umso freier bei den guten Traditionen der Deutschen zu bedienen. Von Luther über Marx bis Sauerbruch. Und wenn es ein paar adlige Staatsreformer gab, wurden die mitvereinahmt in den Reigen der fortschrittlichen Deutschen.
      Die Nietenhose war in erster Linie nicht deshalb offiziell verpönt gewesen, weil sie aus Amerika kam, sondern weil sie undeutsch war. Genauso lange Haare und „dieses jäh, jäh jäh“.
      Die DDR als der deutschere Staat der beiden deutschen Staaten, Nicht frei von historischer Verantwortung aber frei von ewiger Schuld. Hatten doch die deutschen Kommunisten und die deutsche Sozialdemokratie unter Mithilfe progressiver Kräfte in den Kirchen schon immer den Faschismus bekämpft, der Deutschland ins Verderben führte.
      So habe ich es gehört. Und mit mir alle anderen, die in der DDR lebten.

      Leider hat nach dem Mauerfall die westdeutsche Sichtweise die Deutungshoheit bekommen. Auf dem ehemaligen Gebiet der DDR war es nun plötzlich unabdingbar, sich dieser Sichtweise zu unterwerfen, wenn man keine Probleme mit der öffentlichen Meinung bekommen wollte.
      Somit ist es kein Wunder, daß die »Kämpfer gegen Rechts« in den fünf neuen Ländern ständig Nazis wittern. Auch wenn es meistens keine sind, sondern nur Leute, die durch die Schule der DDR gegangen sind und sich sicher sind, inwieweit sie zur deutschen Kultur gehören. Und da Kultur nur durch Abgrenzung funktioniert, kommt so eins zum anderen.

      Im übrigen haben auch Völker anderer Staaten ihre Psychosen. Schauen wir doch nur mal ins heutige Griechenland. Ein komplettes Volk, das in der Badewanne friert, aber sich weigert herauszukommen. Stattdessen fordert es neues warmes Wasser.

  9. Zettel sagt:

    „Ich halte Zettels Äußerungen für eine ziemlich westdeutsche Sichtweise.“

    Ja, das ist sie. Und ich finde es immer wieder spannend, mit einer DDR-geprägten Sichtweise konfrontiert zu werden.

    „In der DDR wurde die deutsche Tradition weiter gepflegt. Sah sich doch die DDR als das Deutschland der guten Deutschen – der Nichtfaschisten, die sich Humanismus, Aufklärung und Weltoffenheit verpflichtet fühlten.“

    Ja, das war die Lebenslüge der DDR. Die Unterdrücker stellten sich als die Erben der Freiheit dar, die Dummköpfe als die Erben der Aufklärung. Eine barbarische Diktatur wurde als das „bessere Deutschland“ propagiert.

    Die DDR basierte auf Lüge. Kaum ein Satz kam zur Wendezeit so häufig vor wie „Man hat uns belogen“.

    „Von Luther über Marx bis Sauerbruch. Und wenn es ein paar adlige Staatsreformer gab, wurden die mitvereinahmt in den Reigen der fortschrittlichen Deutschen.“

    Ja, der Freiherr vom Stein. Luther hingegen war meines Wissens einer der Bösen; der Gute war Thomas Müntzer.

    Kurz vor dem Ende der DDR hatte ich einen Reisekader zu Gast, auch er Professor. Er vertraute mir an, daß nach sicheren Informationen, die er hatte, demnächst Bismarck in der DDR rehabilitiert werden würde.

    Ja, „rehabilitier“t. Denn diese perverse Geschichtsschreibung kannte ja nur die Guten und die Bösen.

    Mit Wissenschaft hatte das nichts zu tun. Wie es der Marxismus-Leninismus will, wurde Geschichte „parteilich“ geschrieben, also als Teil der Agitprop. Jemand wurde zu den Bösen oder den Guten gerechnet; je nach den momentanen taktischen Erfordernissen.

    „Leider hat nach dem Mauerfall die westdeutsche Sichtweise die Deutungshoheit bekommen.“

    Ja, wie denn anders, lieber KurtE? Sollt man denn der Lüge und der
    Geschichtsklitterei das letzte Wort lassen?

    Herzlich, Zettel

    • Hmm, kann man sich vielleicht darauf einigen, dass es sowohl in Ost und West Geschichtsklitterung gab und auch noch gibt? ;)
      Ich finde Ost-West-Diskussionen auch immer spannend, gerade auch die Sicht von „Wessis“ auf den Osten/die DDR.

      Alles in allem gibt es für mich einen Ausweg aus dem „Erbe des Nationalsozialismus“ – eine Auflösung der Nationalstaaten. Ist sowieso schon am Gange, multinationale Global Player (Banken, Versicherungen, Öl- und Energie“riesen“, Pharmaziefirmen etc.) haben das Sagen, überall auf der Welt. Daran kommt keine Regierung vorbei. Insofern hat das alles einen Vorteil – indirekt, auch wenn einiges den Bach runtergehen wird.
      Ich bin selbst nicht stolz auf Deutschland, sondern bewundere den einen oder anderen Deutschen für seine Leistungen …. ansonsten besteht mein Wunsch wohl darin, nicht als der „typische Deutsche“ nach außen hin zu wirken und aufzutreten bzw. andersherum, andere Kulturen in mein Leben zu integrieren.
      Die meisten Deutschen, die Über-/Verfremdung etc. etc. fürchten, wissen doch häufig selbst gar nicht, was an ihnen so deutsch ist. Wer sich selbst besser kennt, lernt auch andere zu verstehen … umso weniger sich Menschen selbst kennen, desto größer die Angst vor anderen und eigentlich sich selbst. Und dann ist man schnell offen für Extreme.

      @ Zettel
      Freud’s Couch halte ich für ungünstig, die hatten die meisten schon Jahre lang – indirekt. Lieber mal ein „staatlich verordnetes“ 3monatiges Arbeitspraktikum in einem nichtdeutschsprachigem Land ;) … geht natürlich nur freiwillig, logo – hilft jedoch in den allermeisten Fällen.

    • FGönther sagt:

      Zähneknirschend muß ich als Ossi bekennen, daß Sie Recht haben – aber nicht ganz. Über Details wie den Zeitpunkt der Salonfähigkeit Bismarcks oder Friedrich Zwo im DDR-Geschichtsunterricht kann man eine ganze Menge schreiben. Den „Kugler-Menzel“ habe ich Anfang der 80iger in einem Antiquariat erstanden, Engelbergs Bismarck-Biographie erlebte zwischen 1985 und 1989 5 Auflagen und war trotzdem immer vergriffen und nur erhältlich, wenn man über entsprechende Kontakte zum Volksbuchhandel verfügte.
      Ich will damit illustrieren, daß es durchaus schon weite Kreise gab, die ihr vom offiziellen Geschichtsunterricht vermitteltes Bild, welches auch nach 10 oder 12 Jahren DDR-Schulbildung Widersprüche hinterließ, in Eigeninitiative komplettierten. Und daß war harte Arbeit. Verwechseln Sie also bitte nicht die offizielle historische Selbstverständnisdoktrin mit den tatsächlich in den Köpfen der Ossis vorhandenen Ansichten.

      Sie haben ja weiter unten schon angesprochen, was den Unterschied zwischen Ost und West in der Aufarbeitung des Erbes des 3.Reiches ausmacht – stimmt, wir hatten es einfacher.
      Wir waren schon immer die Guten. Ein interessantes Thema.
      Überholt uns der Western mit seinen Minderheitenschutzbeauftragungsprogrammverantwortlichen
      jetzt im Sinne von „Überholen ohne Einzuholen“ ?

      Zu dem von KurtE angesprochen Punkt, ob in Ost oder West die deutsche Tradition mehr gepflegt worden ist, ist mir spontan meine Armeezeit eingefallen. Klingendes Spiel, schimmernde Wehr, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskragen. Neben einem Bundeswehrgeneral sah selbst ein Schrankenwärter der Deutschen Reichsbahn wie ein Feldmarschall aus. Und es herrschte Disziplin !

      Noch ein paar Worte zu „-nicht ganz“ (s.o.) Histotainment a la Guido Knopp oder Marietta Slomkas Moderation zur Jasminrevolution von Tunis bis Ghadaffi erinnert mich auch sehr an Aktuelle Kamera und Karl-Eduard von Schni. Nur mußten die sich vor zwanzig Jahren noch mit Papmache begnügen, da die atemberaubenden Computersimulationen noch nicht verfügbar waren.

  10. Zettel sagt:

    Lieber Michael Winkler,

    gewiß ist Geschichtsschreibung immer eine Sache der Interpretation. Aber eine Wissenschaft sollte sich um Objektivität mindestens bemühen, statt sich explizit als parteilich zu verstehen.

    „Lieber mal ein „staatlich verordnetes“ 3monatiges Arbeitspraktikum in einem nichtdeutschsprachigem Land ;) … geht natürlich nur freiwillig, logo – hilft jedoch in den allermeisten Fällen“.

    Ich habe längere Zeit im Ausland gearbeitet und dort erst angefangen, über meine deutsche Identität nachzudenken. Denn die anderen – es war eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern – verstanden sich ganz selbstverständlich als Amerikaner, Holländer, Italiener usw. Sie hatten alle ein positives Verhältnis zu ihrer Nation, und sie wunderten sich sehr über meine ständige Selbstkritik als Deutscher.

    Und sie sahen mich natürlich als Deutschen mit den „typischen“ deutschen Stärken und Schwächen. Da hatte ich gar keine Wahl.

    Herzlich, Zettel

    • Zettel: „Ich habe längere Zeit im Ausland gearbeitet und dort erst angefangen, über meine deutsche Identität nachzudenken.“
      Eben deshalb. Urlaub ist das eine, Leben – zumindest ansatzweise – das andere.

      Und wenn man mal Israelis trifft, merkt man mitunter auch ganz schnell wieder, das man Deutscher ist – ging mir zumindest so. Ganz gleich, ob man sich die gewisse Distanz nur einbildet oder nicht …

  11. Kurt sagt:

    @Zettel 26.8. 0:12 Uhr

    Nein,Nein. Die Lebenslüge der DDR war das Versprechen auf eine glorreiche Zukunft. Der Betrug am Menschen bezog sich auf die Zukunft und nicht auf die Vergangenheit! Viele haben die Umwandlung der DDR in den größten und teuersten Zoo der Welt akzeptiert, weil danach endlich, ganz sicher und auf jeden Fall das Arbeiter- und Bauernparadies errichtet werden würde. Und mit Ulbrichts NÖP kam es auch zu einer Verbesserung der Lebensumstände. Diese NÖP endete erst mit der Machtübernahme durch Honecker – einem Saarländer. Von da an gings nur noch bergab.
    Das Ausreichen von ungedeckten Wechseln auf die Zukunft war die Lüge. In heutige Worten würde man sagen: Die SED hat nicht geliefert. :-)

    Ich denke, daß die Bezugnahme auf das „gute“ geistige Erbe Deutschlands wahrscheinlich ehrlich gemeint war. Natürlich war es politisch praktisch. Außerdem war es eine Notwendigkeit, wenn wir mit Polen und Tschechen zukünftig in Frieden leben wollten. Und es barg auch eine Gefahr.
    Die Quellen waren zugänglich. Jeder konnte Kant lesen und seinen eigenen Kopf benutzen. Es gab keine staatliche Säuberungen von Bücherregalen bei Privatleuten. Jeder der wollte, konnte sich alte Bücher besorgen und eine andere Sichtweise entwickeln. Die Hegel, Schilling und sonstige waren ebeso wie die alten Griechen als preiswerte Reklambücher zu kaufen. Wer wollte, konnte sich Luthers Reden wider die ungerechten Obrigkeiten reinziehen.

    Luther war spätestens 1983 (500.Geburtstag) wieder dicke da. Und er war auch nie wirklich weg. Auf der Wartburg z.B. war ständig das Zimmer zu besichtigen, in dem Junker Jörg das Tintenfass warf. Ich weiß, eine Legende. Das mit Bismarck habe ich seinerzeit ebenfalls gehört. Das war aber folgerichtig, nachdem schon der Preußenkönig auf seinen Sockel „Unter den Linden“ zurückgekehrt war. Bismarck wäre als d e r Sozialreformer abgefeiert worden. Im übrigen war Bismarck nie verschwunden. In jedem DDR-Geschichtslexikon konnte man sich über ihn informieren. Man hat auch keine Bismarck-Türme abgerissen. (Die Kohl-Türme sind uns ja zum Glück erspart geblieben.)

    Daß die Geschichtsschreibung der DDR sich das orwellsche Wahrheitsministerium zum Vorbild genommen haben soll, kann ich nicht bestätigen. Aber ich bin kein DDR-Historiker aus dem akademischen Betrieb, sonder einfach ein an Geschichte Interessierter. Nochmal: Jeder konnte selber denken. Viele taten es. Da war es egal, was die Genossen gerade für einen offiziellen Götzen in Ihr Pantheon holten. Für mich als Normalsterblichen war es dann nur einfacher, an entsprechende Literatur zu kommen. Und die DEFA hätte einen Historienfilm mit Rolf Hoppe gedreht. :-)

    Geschichte wird doch immer ausgelegt. Deswegen gibt es jedes Jahr eine neue Napoleon-Biographie. Warum die Geschichtsschreibung der ehemaligen BRD nicht irgendwie tendenziös gewesen sein soll, erschließt sich mir nicht. Jeder mit Deutungshoheit schreibt seinen König-David-Bericht. So geht das.

    Die heute vorherrschende, urprünglich westdeutsche Sichtweise ist in ihrer Art, wenn nicht eine Art Geschichtsklitterung, so doch zumindest einseitig. Diese ständige Selbstgeißelung für etwas, was unsere Großväter zu verantworten hatten, stört mich. So reden Leute, die sich in der Tradition des Dritten Reiches stehen sehen. Da reicht es, einmal die sprichwörtliche Nazikeule zu schwingen und schon geben „die Deutschen“ klein bei. Das hat was Totalitäres. Warum schämen sich Westdeutsche für Ihr Land? Dieser Selbsthass ist irre. Die NPD beutet genau dieses irrationale Verhalten aus, wenn sie gegen den Schuldkult wettert – toll.

    Deshalb bedauere ich die Übernahme der westdeutschen Sichtweise. Wenn es um ein gesundes Verhältnis zu unseren Wurzeln geht, waren wir in der DDR weiter. Und ich habe keine Lust, einen Schritt zurück zu machen, nur weil die Westdeutschen noch nicht soweit sind. Deshalb von der vorherrschenden Meinung ständig als potentieller Rechter (gewaltbereit, xenophob, homophob, offen rassistisch, etc) klassifiziert zu werden, nehme ich langsam persönlich übel.
    .

  12. Zettel sagt:

    Lieber Kurt,

    es ist schon interessant, daß wir beide mehr als zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung immer noch in Kategorien von Ossi und Wessi denken und argumentieren. Das zeigt aus meiner Sicht, daß diese notwendigen Diskussionen in den Jahren nach der Wiedervereinigung nicht hinreichend geführt wurden.

    Ich weiß nicht, ob es eine homogene „westdeutsche Sicht“ gibt; ich glaube es eher nicht. Aber es gab und gibt zwei fundamental verschiedene Reaktionen auf die Verbrechen der Nazis:

    Die Kommunisten haben sie sich einfach nicht zu eigen gemacht. Verständlich; denn sie waren ja selbst von den Nazis verfolgt worden. Damit war für sie das Thema der deutschen Schuld im Grunde erledigt. Sie standen ja für das „bessere Deutschland“. Sie haben sich dann auch noch die Aufklärung anzueignen versucht, mit der nun allerdings Marx gewiß nichts hatte anfangen können.

    Um die Loyalität auch Konservativer zu gewinnen, baute man gezielt auf nationalen deutschen Traditionen auf; bis hin zu den Uniformen der NVA. Ich habe kürzlich eine seinerzeitige Ausgabe der „Akuellen Kamera“ aus den fünfziger Jahren gesehen, in der ausdrücklich betont wurde, daß diese Uniformen in der deutschen Tradition stehen, während die Bundeswehr „Ami-Uniformen“ anziehen müsse.

    Im Westen haben wir uns hingegen mit der deutschen Schuld zwangsläufig herumschlagen müssen. Es gab endlose Diskussionen, anfangs auch mit Intellektuellen aus der DDR (ich habe mir das im Reprint der von Kantorowitz herausgegebenen Zeitschrift „Ost und West“ angesehen). Dabei ist unsere nationale Identität nachhaltig beschädigt worden.

    Ich war so naiv, 1990 zu denken, daß es jetzt eine große, freie und offene Diskussion zu diesen Themen geben würde. Stattdessen haben die Kommunisten gemauert. Sie spielen, lieber Kurt, mit dem „König-David-Bericht“ auf Stefan Heym an. Er hat sich von der umbenannten SED in den Bundestag schicken lassen, um als Alterspräsident eine agitatorische Rede halten zu können.

    Da war keine Bereitschaft zum Dialog da; zu einem Dialog, wie wir beide ihn jetzt versuchen. Sondern die Führung der SED sah die Wiedervereinigung als eine vorübergehende Niederlage an, aus der man würde lernen müssen, wie man das nächste Mal die Macht besser verteidigt.

    Herzlich, Zettel

    • Zitat Zettel: „Da war keine Bereitschaft zum Dialog da; zu einem Dialog, wie wir beide ihn jetzt versuchen. Sondern die Führung der SED sah die Wiedervereinigung als eine vorübergehende Niederlage an, aus der man würde lernen müssen, wie man das nächste Mal die Macht besser verteidigt.“
      Hmm, das muss aber ganz kurz nach der Wende gewesen sein, oder? ;)
      Also, zugegebenermaßen hat mich bis Ende der 1990er Jahre Politik erstmal recht wenig interessiert, doch auch dem betonköpfigsten unter den Ex-SEDlern wurde doch irgendwann klar, dass das Ding durch ist. So habe ich das zumindest in Erinnerung – wer hat denn die Betonköpfe überhaupt ernst genommen? Vor der Wende hat man über sie gelacht, wenn auch nicht so offen und später eben offener – obwohl es da schon wieder andere Dinge gab, die einem näher standen.

      Dass sich der Kapitalismus selbst abschafft bzw. selbst überdreht, daran glaube ich allerdings auch als einer der mit der Partei recht wenig zu tun hatte …

      Habe übrigens heute in Robert Havemann „Dialektik ohne Dogma?“ (Titel in „Westen“, 1964) mal rein gelesen, dort stand u.a.auf S. 155:
      „Sozialismus ist ohne Demokratie nicht zu realisieren. Was ich hier sage, hat Lenin immer und immer wieder in aller Schärfe und Deutlichkeit gesagt.“

      Ich glaube, mit dem Sozialismus ist’s wie mit einer Religion. Da steht irgendwo etwas in einem Buch und dann bauen Menschen danach eine Gesellschaft auf, und haben’s eigentlich gar nicht richtig verstanden. Gesellschaftsmodelle sind eben keine Möbel von IKEA – und da passt auch nicht immer alles ;)
      In der DDR gab’s genauso viele wahre Sozialisten wie in der Kirche wahre Christen ;)

      @ „Ossi“ und „Wessi“
      Zettel, ich denke, im Internet ist es schwer herauszulesen, ob es einfach eine Kategorie ist, die nunmal gebräuchlich ist oder ob man damit „mehr“ sagen will wie „Ossis sind so und Wessis so.“ usw.
      Ich würde das nicht überbewerten …
      Ich sage z.B. im Ausland auch dazu, dass ich in Ostdeutschland geboren worden bin, einfach weil es so war. Jemand, der zwischen 1949 und 1989 im Westen geboren worden ist, würde das vielleicht gar nicht dazu sagen (?) … da es wenige Staaten gab, die sich aufgelöst haben, kann man die nicht mehr vorhandene DDR schon als „teilweise abhandene Identität“ ansehen. Das wächst sich raus.

  13. Kurt sagt:

    @Zettel 26. August 2011 um 19:28

    Ganz grundsätzlich: Zustimmung.

    Eine neue gesamtdeutsche Generation gibt es frühestens ab dem Geburtsjahrgang 1985, denke ich. Wir Älteren haben unsere Erfahrungen des geteilten Landes. Das sehe ich nicht als Nachteil. Das ist einfach Lebenserfahrung. Ich persönlich versuche nicht, in der Kategorie Ossi zu denken. Das überlasse ich den Ostalgikern. Mit Verlaub, die mit den festen, geschlossenen Denkmustern. die mir in den letzten Jahren begegneten, waren weit überwiegend die Bürger der ehemaligen BRD. Vielleicht liegts daran, daß diese vor zwanzig Jahren keinen Paradigmenwechsel verarbeiten mussten. Insofern erlebe ich durchaus soetwas wie eine homogene westdeutsche Sicht.

    Was sollen die zwei fundamental verschiedenen Reaktionen auf die Nazi-Verbrechen sein? Täter oder Opfer? Ich denke, diese Dichotomie macht es zu einfach. Aber ich denke es heute. Sicher war es für die DDR angenehm, als Staat der deutschen Nazi-Opfer sämtliche internationalen Wiedergutmachungs-Geldforderungen abzulehnen. Aber ich kann mich nicht erinnern, daß die offizielle DDR-Geschichtsschreibung nach innen das Tätertum und das Mitläufertum zugunsten des Opfertums ausgeblendet hätte. Ganz im Gegenteil. Z.B. die Romane Konstantin Simonows standen in jeder Bibo und waren Schulstoff. Ich habe sämtliche Mosfilm-Produktionen über den Krieg gesehen. (Daher kam der DDR-Ausruf: „Das gibts in keinem Russenfilm!“ wenn etwas völlig Unwahrscheinliches passierte :-). Die Auseinadersetzung mit dem Krieg und dem klaren Anerkenntnis der deutschen Verbrechen gab es ständig. Da wurde nichts beschönigt. Mit der deutschen Schuld haben wir uns auch privat herumgeschlagen. Unsere Eltern mehr als wir Kinder. Und man konnte nichts durch Geld, ein Wirtschaftswunder oder eine Italienreise zukleistern. Ich erinnere mich nur zu genau an gewisse gesamtdeutsche Familientreffen. Wenn nach der Flasche Mariacron und der Flasche AsbachUralt auch noch der Lunikoff auf den Tisch kam und die politischen Diskusionen begannen. Stehende Rede meiner Onkel war dann immer der Spruch, daß die Westdeutschen den Krieg nur einmal, die Ostdeutschen aber zweimal verloren hätten – Demontagen, Russen als Besatzer, kein Marshallplan und keine DM.
    Das mit der DM war eines der größten Phänomene. Du als Westdeutscher hast es nicht gemerkt. Aber in Polen oder Tschechien war man zu Deutschen nur freundlich, wenn sie Deutsche Mark hatten. Der gemeine DDR-Bürger durfte sich hinten anstellen und als „Deutscher“ beschimpfen lassen. Da gab es kein Entkommen vor der Schuldfrage. Man konnte ja nicht einfach woandershin reisen. Die DDR-Lösung bestand darin, daß man die deutsche Schuld vorbehaltlos anerkannte und gleichzeitig darauf verwies, daß es auch gute Deutsche gab und gibt. Im Privaten wurde ebenfalls alles nach Nazi abgeklopft. Quasi eine Generalinventur. Man sollte sich das nicht zu theatralisch vorstellen. Es war ein langsamer, aber gründlicher Prozess, der auch der Selbstvergewisserung diente. Deshalb sind die westdeutschen Pauschalisierungen (Nazikeule) hier in Mitteldeutschland bei der älteren und mittleren Generation fehl am Platze. Für mich ist die Sache verarbeitet. Ich habe eine nationale Identität als Deutscher, mit allen seinen guten und schlechten Zuschreibungen. Warum die Menschen aus der ehemaligen BRD nicht dazu in der Lage scheinen, dieses Purgatorium zu verlassen. ist mir schleierhaft. cui bono?

    Noch vier Anmerkungen:
    1. Die Aufklärung sich aneignen im Sinne von Vereinahmen durch die DDR war nicht nötig. Nicht weil Marx da unfähig gewesen wären, sondern weil die meisten Aufklärer Idealisten waren. Und da Marx den Idealismus (Hegel) „vom Kopf auf die Füße“ gestellt hatte, galten die Aufklärer schlicht als Vorläufer der einzig wahren wissenschaftlichen Weltanschauung. So geht das. Kein Krampf nötig. Lade Dir einfach mal einen ehemaligen Dozenten für Marxismus/Leninismus ein und laß Dir die dahinterstehende Dialektik ausführlich erklären, wenn es Dich interessiert
    2. Ich bezweifle, daß man sich die DDR-Führung bei irgendwelchen Konservativen anbiedern wollte. Schon garnicht, indem man die Uniformen beibehielt. Das erscheint mir unlogisch. Die Erklärung mit der deutschen Tradition vs.undeutsch/im Solde fremder Mächte könnte ausreichend sein. Zum Konservativeeinbinden gab es übrigens die Blockparteien. (Ich las, daß nach Auflösung der NVA die Militariasammler der USA unter der Schwemme an „gefälschten“ Wehrmachtsuniformen gelitten haben sollen. Da hatten findige Händler komplette Zeuglager der NVA augekauft und nach Amiland exportiert. Lustig)
    3. Ich bezog mich weniger auf Heym selber als auf sein Konzept, daß der Sieger die Geschichte schreibt. Deine Darstellung von Heym greift zu kurz. Er war für uns viel mehr als der grenzsenile Alte, der sich von seinen SED-Freunden vorführen ließ. Er war kein Mann der DDR-Betonköpfe. Sein Roman ist lesenswert. Es geht um Macht und was von ihr bleibt.
    4.Wer gehofft hatte, daß nach 1990 eine Selbstverständigung der Deutschen (Volk und Bevölkerung) über ihre Gegenwart und ihre Zukunft startete, sah sich getäuscht. Schon die Behandlung der Frage, ob die Wiedervereinigung nach Art. 146 oder Art.23 GG stattfinden sollte, machte klar, wohin der Zug fährt.(In heutigen Worten der Politik: alternativlos) Eine neue Verfassung, neue Nationalhymne oder gar einen neuen Staat wollte man den Leuten der ehemaligen BRD nicht zumuten. Da ohnehin klar war, daß die DDRler an die Hand genommen werden mussten, weil sie ja alle Selbständigkeit unter den Kommis eingebüßt hatten, gab es auch keine Notwendigkeit, eine öffentliche Diskussion über die neue BRD und deren Selbstverständnis zu führen. Ohnehin war die EU das neue hippe Ding. Da störte eine Diskussion über ein neues deutsches Selbstverständnis nur. Auch hier: cui bono?

  14. funkloch sagt:

    Das ist aber schön, dass Du einen Eintrag in deinem Weltnetztagebuch für die Rettung der geprügelten deutschen Sprache aufwendest.

    Schade dagegen ist, dass Du wohl auf den angefahrenen Weltnetzseiten (sagt man das so?) nicht über die ersten Absätze gekommen bist. Sonst wäre Dir vielleicht klarer, was die „Zahlenpaten“ vielleicht so umtreibt. Sicherlich kann man allerlei meinen mit: „Der Klügere spricht Deutsch.“ Aber irgendwie klingts schon doof, oder? Auch war der gar so prominente VDS Urheber der seltsamen Kampagne (wie heißt denn Kampagne nun wieder deutsch?) für eine Quote Deutscher Musik im Radio. Mich erinnert sowas ja einfach nur an die größte DDR der Welt.

    Der VDS hat einen Schwerpunkt auf der Reinerhaltung der deutschen Sprache, der so viel wiegt, dass außer dem Schwerpunkt nix mehr bleibt. Es geht nahezu ausschließlich um eine Bekämpfung des „Denglischen“ geht. Frankreich hat seit 75 ein Gesetz, was die Reinerhaltung der Sprache regelt. Gelächter hat das zurecht gebracht, in der Sache wurde nix damit erreicht.

    Es gibt gegen den VDS einschlägige Kritik, gerade auch von Sprachwissenschaftlern, etwa der GfdS. Diese lautet, dass die von VDS und ähnlichen Gruppen kritisierten Umstände der ganz normale Sprachwandel seien. Dieser war langezeit durch französische Importe und nun halt durch amerikanische geprägt. Nun kann es ja sein, dass sich wer gedemütigt fühlt, wenn zu seinem Gesichtserker/Löchhorn (die alte Bezeichnung) nun irgendwie Nase gesagt wird, aber ich kann und will da nicht wirklich helfen.

    Sprachpflege ist richtig und wichtig und hat dabei viele Facetten. Das man sich bspw. weigert, jemandem „optimalst“ zur Verfügung zu stehen, oder einfach darauf verzichtet, sein Unwissen unter schöntönenden Floskeln zu verscharren. Oder aber sich und andern deutlich zu machen, dass man sich nicht entschuldigen kann, schon gar nicht „in aller Form“. Kann man und manchmal entstehen dabei Texte, die sogar sprachlich gewinnen. Mir ist’s zumindest ein Fest, Droste zu lesen und gar keines Bastian Sick. Aber der ist ja auch im VDS.

    n.d.S.: Danke Micha, deine Kommentare waren erfrischend.

    • stefanolix sagt:

      Ich freue mich über jeden konstruktiven Beitrag zur Diskussion. Am Beginn dieses Kommentars muss ich allerdings grundsätzlich werden:

      Den Begriff »Weltnetz« verwenden dem Vernehmen nach einige rechtsextreme Gruppen und Personen. Ich habe nichts mit den Gruppen oder Personen zu tun, die den Begriff »Weltnetz« anwenden. Ich distanziere mich sowohl von dem Begriff als auch von den Personen, die ihn anwenden.


      Ich habe oben bereits gesagt, dass die Pflege der eigenen Sprache eine Grundlage für den Respekt vor anderen Sprachen und anderen Menschen ist.

      Die Losungen des Vereins VDS sind nicht meine Losungen und ich muss sie auch nicht kommentieren. Mir ist keine Losung des VDS bekannt, die sich explizit gegen Menschen richtet, die eine andere Sprache sprechen.


      Die Aktion der Zahlpaten richtet sich offensichtlich gegen Diskriminierung. Die Einnahmen gehen an Antidiskriminierungsorganisationen. Ich sehe allerdings keinen Zusammenhang zwischen den Aussagen des VDS und der Diskriminierung von Menschen anderer Sprache, Religion oder Hautfarbe.


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