Architekturmodelle und Entwürfe in Hellerau

Inspiriert durch einen Artikel von Kathrin Muysers habe ich heute die Gelegenheit genutzt und noch einige Fotos aus der Ausstellung »Material Time« in der großen Halle der Deutschen Werkstätten Hellerau mitgebracht. Über Kathrins Artikel steht »Bauen für die Zukunft«. Die Ausstellung ist nach ihrem Namen, ihrem Thema und ihrem Bezug zum Raum sehr gut dort untergebracht: In Hellerau wird nur mit bestem Material für die Zukunft gebaut.

Bilder aus der Ausstellung in Hellerau (21.09.2011).

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9 Responses to Architekturmodelle und Entwürfe in Hellerau

  1. random sagt:

    Der Herr ist mein Hirte. Mäh, mäh!

    Sorry, das konnte ich mir nicht verkneifen. Der Pabstbesuch senkt meien Toleranzschwelle erheblich…

    • stefanolix sagt:

      Nun, es geht in dieser Ausstellung (wie man an den fotografierten Ausstellungsstücken sehen kann) um Gebäude und Gedenkstätten sowohl des Judentums als auch des Christentums, die sich wiederum auf tausende Jahre der Geschichte beziehen.

      Die Entwürfe, Modelle und Materialproben sollen einen Eindruck von diesen Gebäuden vermitteln.

      Zweifellos gibt es in Kirchen, Synagogen, Begegnungsstätten und Gedenkstätten auch Inschriften, die nicht jedem gefallen. Jeder freie Bürger kann dem Glauben und/oder der Religion ablehnend gegenüberstehen. Ob man seine Meinung dazu als »Mäh, mäh« ausdrücken muss, sei jedem selbst überlassen ;-)

  2. KurtE sagt:

    zu mäh mäh:
    Zwei meiner Sandkastenkumpels sind regelmäßig zur Lämmerstunde gegangen. Wobei uns vielleicht Stefanolix aufklären kann, ob das wirklich der Name für die kircheninterne frühreligiöse Erziehung oder nur eine atheistische Schmähung war.

    Zu den Bildern:
    Mir ist jüngst aufgefallen, daß die katholische Amtskirche eine der dresdner Synagoge sehr ähnliche Architektur für ihre neue Kirche in Leipzig gewählt hat.
    Ich meine die neue Propsteikirche, die sich die Katholiken vom Staat schenken lassen. http://propstei-leipzig.de/cms/neuepropsteikirche

    • stefanolix sagt:

      Die Aufklärung würde jetzt mehrere seitenlange Artikel erfordern.

      Es gibt Religionsgemeinschaften, die aus ihren Mitgliedern und Kindern regelrecht Lämmer machen, ich möchte jetzt keine Namen nennen. Es gibt Religionsgemeinschaften, in denen sich die Mitglieder selbst als Lämmer bezeichnen und die Amtsträger als ihre Hirten ansehen.

      Im Gegensatz dazu gibt es auch Religionsgemeinschaften, die den Christen als selbständigen und eigenverantwortlichen Menschen betrachten.

      Und dann gibt es viele Abstufungen zwischen den beiden Extremen.

      Aber sobald das Menschenbild einer Kirche oder Religionsgemeinschaft auf den selbständigen Menschen ausgerichtet ist, sollte eher nicht [nachträglich ergänzt] von einer „Lämmerstunde“ die Rede sein.


      Soweit ich weiß, hat die DDR damals ein wertvolles Grundstück der Katholischen Kirche in Leipzig enteignet und jetzt leistet die Bundesrepublik als Rechtsnachfolger eine Entschädigung. Aber ich müsste mich genauer informieren.

  3. Hmm, ich habe gerade überlegt, ob ich den Kommentar eines australischen Kurzfilmschaffenden, den er von sich gab als wir 2002 an der jüdischen Synagoge vorbeifuhren … er sagte – etwas schmunzelnd „Well, looks a bit fascist“ … das hat mich damals ziemlich verwundert, keine Ahnung, was ein Australier sich unter „faschistisch“ vorstellt, doch schön finde ich diese kubische Bauweise – ohne jegliche Rundungen – auch nicht wirklich.
    Ich frage mich, was die Baumeister bis 1900 anderes unter Gottesnähe verstanden haben. Gaudi’s Familia Sagrada ist da wohl eines der wenigen Bauwerke dieser Art, die eine Huldigung an Gott sind – wenn ich das mal so ausdrücken kann.

    Die Leipziger Propstei, KurtE, erinnert mich noch mehr an Verwaltungsgebäude als die Dresdner Synagoge.

    • stefanolix sagt:

      Könnte man in der Dresdner Synagoge vielleicht ein Symbol für Wehrhaftigkeit sehen?

      Ich sehe in vielen Kirchen, Kapellen, Synagogen und anderen sakralen Gebäuden eine Huldigung Gottes. Es ist doch ganz natürlich, dass sich die Möglichkeiten und Vorstellungen ändern. Von der Nachkriegszeit bis in die 70er Jahre wurden einerseits viele Kirchen wiederaufgebaut und für uns erhalten. Auf der anderen Seite sind aber auch Zweckbauten entstanden, die viele Menschen heute als hässlich empfinden. Man muss aber (meiner Meinung nach) die materiellen Möglichkeiten und die Gegebenheiten jeweilige Zeit berücksichtigen, bevor man ein Urteil fällt.

    • KurtE sagt:

      1.Dem Australier mußt du einfach nur erklären, daß eine feuerfeste Synagoge in Deutschland leider heutzutage immer noch die Synagoge der Wahl ist. Ich erinnere hier nur mal an den Brandanschlag auf die Holztür des neuen jüdischen Friedhofs im August letzten Jahres.
      Leider hat man keinen Hinweis auf die Täter.
      Was ist eigentlich aus dem Prozess gegen Mohamed D. geworden? Wir erinnern uns, das war der miese Typ, der ausgerechnet zur Urteilsverkündung gegen den Marwa-Mörder, die zufällig mit dem für uns Deutsche schicksalsschwangeren 9.November zusammenfiel, die Synagoge mit antisemitischen Slogans und Hakenkreuzen (für muiserin: Swastikas ) vollpinselte. Warum wohl hört man davon nichts mehr?

      2. Die Ähnlichkeit zwischen Dresdner Neuer Synagoge und Neuer Probsteikirche ist für mich offensich. Ein großer kubischer Baukörper in Opposition zu einem kleineren kubischen Baukörper. Beide Baukörper sind durch hohe Mauern optisch verbunden. http://propstei-leipzig.de/cms/neuepropsteikirche/virtuelleausstellung
      Sogar die Erklärung ist von der Neuen Synagoge geklaut: „Ein Zelt Gottes unter Menschen“ – ich bitte dich, daß sieht doch ein Blinder mit Krückstock.
      Wir erleben hier Kirche vom Feinsten: Erfolgreiche Methoden, Feste oder Meinungsströmungen werden besetzt, christlich umgedeutet und einverleibt. Und es funktioniert! Hut ab, Kirche! Und da Nehmen seliger denn Geben ist, steht den nächsten 2000 Jahren Erfolg nichts mehr im Wege. Zumindest in diesem Deutschland.

      • stefanolix sagt:

        Ich könnte ja immer noch wetten, dass man im Fall der üblen Schmiererei an der Synagoge auf Unzurechnungsfähigkeit des Täters plädieren wird. Weil heute Samstag ist, will ich mir nicht den Abend verderben und hinterfragen, warum man zu diesem Thema so wenig hört.

        Ich hoffe, dass die Synagoge in Dresden lange Bestand haben wird, auch gegen dumme Schmiererei, dummen Antisemitismus und tätliche Angriffe. Wohler wäre mir, wenn wir in einer Welt lebten, in der man ein solches Gebäude nicht Tag und Nach bewachen muss.

      • stefanolix sagt:

        PS: Das Symbol »Ein Zelt Gottes unter Menschen« gibt es schon im Alten Testament. Es ist doch eigentlich für alle drei großen monotheistischen Religionen zeitlos gültig. Es wäre nur wünschenswert, wenn das Zelt immer Frieden verbreiten würde.

        Ich wollte eigentlich meine persönliche Einstellung zu Kirchen und Religionen aus dem Blog heraushalten. Aber eine dezidiert differenzierte Meinung gebe ich manchmal gern dazu ;-)

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